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Full text of "Gottfried's von Monmouth Historia Regum Britannie: Mit Literar-historischer Einleitung und ..."

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GoUfried's von Monmouth 

llistorja ßegom Britanniae, 



mit 



literar - historischer Eialeitung und ausführlichen 

Anmerkungen , 



und 



Brut Tysylio» 

altwälsche Chronik in deutscher Uebersetsung. 



Herausgegeben 
▼ on 



San-niarteb 



A. Schulz, kSnigl. PreoBs. Regierungsrath Im ProvInsialschnlkoUegio zu Magdebarg, 

dei ThOringiiich-SSchsischen Vereins für Erforschang des raterländlfcheii Alterthmn« 

und »einer DenkmiUer, und der Rtfnigllcben Deatochen QeeelUchaft zn Königsberg i. Pr. 

ordentlichem,, so wie der Berliner Gesellschaft fHr deatsche Sprache 

aasw'irtigem MitgUede. 



I Halle, 



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Eduard Anton. 
1854. 






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<- Tos erfo BrHfnni 
Lanrea serta d|Ae OabflHd« d« Mfkfiutteta. 
Est etenim veiter: nam qaondam proelia vestra 
Vestrwnti««« dp«itn eeoMt acripaltqQe libeUmn, 
Quem nnnc Gesta vooani Brltonam celebrata per orbem. 



Vita Merlini y. 1525—1529. 



Inhalt. 



Vorwort i III 

Einleitting. I. Biographisches..... VII 

II. Gottfried'! Quellen XIII 

III. Gottfried's Nachfolger XXl 

IV. Handschriften, Ansgahen nnd sonstige Schrift- 

ten Gottfried's XU 

y. Gegenwärtige Aasgabe XLVI 

VI. Richtsteig zar Kritik Gottfried's L 

VII. Brut Tysylio LXIX 

Galfredi Monumetensis Historia Regum Britanniae 1 

Liber primas • • • • • ' 

secundns • •• ^ 

- tertius • • • ^ ^ 

quartns •^ 

qointas • ^ 

sextas « '" 

septimus ^ 

octayns *"* 

nonns ...^ "* 

dedmas • ^^ 

undedmas 155 

duodecimns • • ^^ 

Anmerkungen ^'^ 

Brut TysyUo • *^^ 

Erstes Buch. Geschichte von Bratus 475 

Zweites Buch. Geschichte der Könige von Brittan- 

nien vom Tode des Brutus bis zum 

EinfaU der Römer 488 



' Drittes Biicb. Geschichte der Britten vom Binfall 

der Römer bis zum Einlall der Sach- 
sen 512 

Viertes Buch. Vom Einfall der Sachsen bis zum 

Tod des Cadwalladr, des letzten wat- 
schen Herrschers 528 

Kurzer Inhalt der Geschichte der brittischen Könige Ton Gott- 
fried Yon Monmouth 580 

Register 620 



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Vorwort. 



lieber die, hü dieser Ausgabe der Historia Gott- 
fried's von Monmoutb befolgten Grundsätze habe ich 
mich des Weiteren im fünften Abschnitt der Einleitung 
ausgesprochen« Hinsichts der Anmerkungen mag hier» 
wie bei allen ähnlichen Versuchen, über das Zuviel oder 
Zuwenig gerechtet werden können: doch ist billig zu 
berücksichtigen, dass es zunfichst nur darauf ankam, 
der Kritik Gottfried's eine neue Bahn zu brechen, 
— dass das erläuternde Material — soweit es über- 
haiq^t *^ nur mit grösster Schwierigkeit zugänglich 
ist, und der eigentliche Schatz der Erläuterung fast 
nur von einem gebornen, in die Fusstapfen des tref- 
flichen Stephens tretenden Wälschen gehoben wer- 
den kann, — und endlich, dass bei diesem Werke mehr, 
wie in hundert andern Fällen, das Sprüchwort: „quod 
non efficit hora, plerumque praestat mora^^ Anwendung 
fand, da oft ein glücklicher Zufall erwünschtere Aus- 
beute gewährte, als langes mühsames Suchen. Dennoch 
musste endlich, trotz voller Erkenntniss der Mängel und 
Lücken und dem Bewusstsein, wieviel noch zu emem 
erschöpfenden Commentare fehle, ein Abschluss der viel- 



VI 

jahrigen Arbeit gemacht werden ; und neue Kr&fte mit 
reicheren Hülfsmitleln mögen das Werk zur weiteren 
Vollendung fortführen. 

Nur das Eine ist nicht zu übersehen, dass meine 
so eben aus der Presse hervorgegangenen Sagen von 
Merlin (Halle, Waisenhaustmchbandlung , 1853) eine 
wesentliche Ergänzung dieses Werkes bilden, und manche 
hier aufgestellte Behauptungen und Anführungen dort 
ihre nähere Begründung gefunden haben, wie andrer 
Seits jenes Werk zugleich die Bedeutung der Historia 
in der mannigfaltigsten Anwendung zeigt. Indess war 
Heriin — hier nur ein einzelner Punkt in langer Ge*- 
schichtsreihe "~ zu bedeutend und weitgreifend, um sei- 
ner ganzen Erörterung an diesem Platze Raum gewah- 
ren zu dürfen. 



Magdeburg. October^ 1853. 



A. SelrolZf 



Einleitung. 



!• Biographisches« 

Galfridus, Gottfried, Jeffrey, wälschGruffudd 
ap Arthur genannt, war zuMonmouth, im jetzigen Wales, 
geboren.*) Von seinen näheren Lebensumständen ist we- 
nig bekannt. Nach Caradoc von Llancarvan, einem Zeit- 
genossen Gottfrieds, dessen er auch im letzten Kapitel sei- 
ner Historia gedenkt, war er Kapellan Wilhelms, Sohnes 
Roberts von der Normandie, welchen Ludwig der Dicke, 
König von Prankreich, zum Grafen von Flandern gemacht 
hatte, und der in einem Gefecht mit dem Landgrafen von 
Elsass i. J. 1128 seinen Tod fand. Nach Wilhelms Tode 
scheint Gottfried nach England gegangen zu sein, indem er 
ein Adoptivsohn seines Oheims Uchtryd, Bischofs von Llann- 
dav, von Caradoc genannt wird**), wo er auch später Archi- 
diaconus zu Monmouth, und im Jahre 1151 oder 1152 Bi 
schof von Asaph geworden ist , wie aus Matthäus Paris ad 
ann. 1151***) hervorgeht, womit auch das Chronicon Normann. 
ap. Du Chesne, Script. Rer. Normann. p. 986 nibereinstimmt, 
wogegen Caradoc seine Weihe zum Bischof in das Jahr 
1152 legt, dabei jedoch bemerkt, dass er in seinem Hause 
zu Llanndav, bevor er installirt ward, gestorben sei. — Eine 



*) ;,Galfndas Arthiirius, Monumetensis Archidlaconus, genere Bry- 
tannas.*' Bale, Script, illostr. maj. Brit. Catalogos; Basil. 1557, p. 
194. — ,,Gallofridus Monumetensis, dictus Artarius, Monovagae, quae 
celebris et antiqua urbs est Cambriae, poslta quidem inter duos flu- 
Tios Monam et Vagam, unde et nomen sumpsit, natns erat.** Tanner, 
Bibl. Britannico-Hibernica, London, 1748. 

**) Owen, Cambrian Biography, London, 1803, p. 143. 

***) Ed. Paris, 1644, p. 60 : „ Eodem anno Gaudefridua Arthnnu 
iactas est Episcopns Sancti Asaph in Norwallia, qni historiam Brito* 
nom de lingaa Britannica transtulit in Latinam/* 

Monmooth HUt« ed. San-Marie. I 



vin 

nähere Zeitbestimmung über die Abfassung seines Werkes 
ist aus diesem selbst (L. I, c. 1.) zu entnehmen, indem er 
es dem Robert, Herzog von Glocester zu einer Zeit wid- 
met, da Heinrich II. schon geboren war: „Opusculo igitur 
meo, Roberte dux ClaUdiooestriad, faveas etc. ut il- 
lius censeatur editio, quemHenricus illustris rex An- 
glorum generavit, quem philosophia liberalibus artibus eru- 
diyit, quem innata probitas in militia militibus praefecit, 
unde Britannia tibi n u n c temporibus nostris, ac si al- 
terum Henricum adepta, intemo gratulatur affectu/' 
Ebenso redet er ihn L. XI, c. 1. nochmals an: „De hoo qui- 
dem, Consul Auguste, Gaufridus Monemutensis tacebit. ^^ 
— Robert de Melhent, Graf von Glocester, war ein natür- 
licher Sohn des Königs Heinrichs I. von England. Da die- 
ser kein andres rechtmässiges Kind, als Mathilden, die zu- 
erst mit dem Kaiser Heinrich V, sodann mit Gottfried Plan- 
tagenet, Grafen von Aiijou, vermählt war, hinterliess, so 
half Robert deren Rechte auf den englischen Thron mit 
grosser Tapferkeit wider ihres Vaters Schwestersohn Ste- 
phan verfechten. Ungeachtet Stephan nach Heinrichs I. i. 
J. 1135 erfolgtem Tode den englischen Thron wirklich be- 
stiege that er ihm doch grossen Abbruch, und niachte sich 
nicht weniger durch seinen ungemeinen Verstand und uner- 
müdete Thätigkeit, als durch sein Schwerdt berühmt. Er 
eroberte das Castell von Bristol, und- vertheidigte es hart- 
näckig gegen. Stephan, musste aber doch 1138 zu seiner 
Schwester nach Anjou fliehen. Im Jahre 1139 kam er 
mit ihr nach England zurück, und lieferte am 2. Februar 
1141 bei Lincoln dem Stephan eine Schlacht, worin er die- 
sen sogar gefangen nahm. Bald nachher ward Robert je- 
doch selbst gefangen, und seine Schwester wechselte ihn 
gegen Stephan aus. Im Jahre 1146 starb Robert zu Bri- 
trtol an einem Fieber. 

Heinrich II. ward im Jahre 1132 in der Normandie ge- 
boren, und sein Grossvater Heinrich I. voll Freude, in ihm 
einen männlichen Erben de6 Thrones erhalten zu haben, 
Hess die schon seiner Tochter Mathilde von den Baronen 
geschehttie Huldigung nochmals in Beziehung auf ihreft 
Sohn zu mehrer Bekräftigung wiederholen. Somit ist die 



. • • • 

• • • 



Abfassung 4ef Widmung an Robert in die Zeit von 1132 
bis 1146 zu setzen* Da GrottMed aber auch unumwunden 
von dem andern Heinrieh als unzweifelhaften Thronfbl- 
ger spricht, so ist nicht wahrscheinlich, dass Stephan schon 
in voller Macht auf dem Throne sass, vielmehr auch' aus 
dem bezeichnenden Prädicat ^illustris^' zu sehliessen, dass 
Heinrich L noch lebte. Somit würde die Zeit der Ab- 
fassung der Widmung und somit der Historia noch 
näher in die Zeit von 1132 — 1135 zu bestinunen sein. 

Im L. VII, c. 2, leitet Gottfried die Prophetia Merlini 
mit einer Widmung an den Bischof Alexander von lincoln 
ein, der ihn zur Uebersetzung dieser Prophezeihungen ver^ 
mocht habe: „antequam historiam perarassem, quam de 
gestis regum Britannorum inceperam/' — Demnach ist 
das siebente Buch ein vorgängiges Werk, das, wie er L. 
Ytl, c. 1. ausdrücklich bemerkt, er hier an geeigneter Steile 
seiner Historia sammt der Widmung an Alexander wieder 
einschiebt. — Nach Heinrich v. Huntingdon*) folgte i. J. 
1122 dem Bischof Robert von Lincoln Alexander im Bi- 
schofssitz nach. H. v. Huntingdon selbst hat ihm seine 
brlttische Greschichte dedicirt Gottfried nennt ihn L. VII, 
c. 1: „vir summae religionis et prudentiae. Non erat alter 
in dero sive in populo, cuitot milites vel nobiles 
famularentur: quos mansueta pietas ipsius et foenigna 
ktfgitas in obsequium ejus alliciebat;*' und ein Zeitgenosse 
pries ihn in folgenden Versen; 

„Splendor Alexandri non tarn renitescit honore. 
Quam per cum renitescit honor; flos namque vlrorum 
Dando tenere putans thesauros cögit honoris, 
Et gratis dare festinans, ne danda rogentur. 
Quod nondum dederit, nondum se credit habere, 
O decus, o morum directlol quo veniente 
Certa fides, hilaris clemenäa, cauta potestas, 
Lene jagum, doctrinA placens, eorrecöo dülds, 



♦) Hist Brie. ap. Satile, Script, retost p. 21§: „Ad Pfttolia 
Tero Bpnd Win«h6fi<ler deait (fi«nrioiift I) epttoopatam Lincolaiiie Alex« 
andro TenerabiU yiro, qni nepos est Rogeri SalesberienaiB eplBCopi, 
Rogenis aatem jasticiarias Mt ioüvp Angli^e, et aecan^fis a Re|^/* 

I* 



Libertasque decens, yenere, pndorque faeetud. 
Lincoliae gens magna prius, nunc maxima semper, 
Talis et iste diu sit nobis tutor honoris." 

In der That lebte Alexander mit dem Glanz eines Für- 
sten , der auf seine Kosten sich drei feste Schlösser erbaut 
hatte, Bauwerke, die, wie schon Giraldus Cambrensis be- 
merkt, in der damaligen Zeit der Unruhen sehr nothwendig 
waren. Nach Heinrichs I. Tode behielt er sein Bisthum, 
und fügte sich dem Usurpator Stephan, begleitete ihn so- 
gar 1137 nach der Normandie*). Bald darauf aber, nach- 
dem der Kampf mit Robert von Glocester und dem, diesem 
verbündeten König David von Schottland begonnen hatte, 
ward er 1139 von Stephan, lüstern nach seinem Reichthum, 
und argwöhnisch wegen seines Ansehns, gefangen gesetzt» 
seiner Schätze beraubt, mit Schmach behandelt, und die 
Schlösser wurden an Stephan übergeben. Ein gleiches Schick- 
sal erfuhr der Bischof von Salesbury. Vergebens warf sich 
Theobald, vormals Abt zu Beccum in Frankreich, und von 
Stephan selbst zum Erzbischof von Canterbury 1138 er- 
nannt, mit allen versammelten Bischöfen auf dem Concil 
zu Winchester dem König zu Füssen, um Gnade für die 
Gefangnen flehend. Doch kam Alexander später frei; denn 
1145 ging er zum zweiten Male (1123 zum ersten Male) 
nach Rom, wo Pabst Eugenius ihn höchst ehrenvoll auf- 
nahm; und nach seiner Rückkehr baute er die durch zwei 
Belagerungen Stephans zerstörte Kirche von Lincoln wie- 
der. Er starb im 13. Jahre der Regierung Stephans, 1148, 
und ward zu Lincoln begraben. — Das „non erat alter" etc. 
in L. VII, c. 1. könnte vermuthen lassen, Gottfried spreche 
von Alexander als einem bereits Verstorbnen; dem wider- 
spricht jedoch die Widmung der Historia an Robert von 
Glocester, der vor Alexander starb» Da Alexander aber 
bis 1138 ungefährdet von Stephan in Macht und Reichthum 
stand, so kann Gottfried dieses erste Kapitel nur erst nach 
dessen Sturz eingeschoben haben, was um so wahrschein- 
licher ist, als das ganze siebente Buch von der Historie 
unabhängig geschrieben ward; wogegen die abgesonderte 



*) Henr. Hantlngd. 1. c. L. YHI, p. a». 



Prophetia er dem Alexander noch zur Zeit seiner Blüthe 
widmete C,te culmen honoris" etc. L. VII, c. 2.). Es wäre 
daher aus dem „erat" in L. VII, c. 1. nur auf eine spätere 
Redaction des Werks, nicht auf die erste Abfassung dessel- 
ben zu schliessen. Dass eine solche zweite Redaction wirk- 
lich stattgefunden habe , möchte man auch aus der Bemer- 
kung bei Sinne r (Catalogus codic. Mss. biblioth. Bemen- 
ßis , T. n, p. 242.) vermuthen , wonach in der Bibliothek 
zu Bern sich ein Ms. der Historia befand, welches mit ei- 
ner Dedication an den König Stephan versehn ist, der erst 
am 25. October 1154 verstarb, nnd unserm Autor selbst das 
Bisthum Asaph verlieh. 

Für die zuerst gegebne Zeitbestimmung über die Ab- 
fassung des Werkes vor Stephans Thronbesteigung spricht 
auch der Brief Heinrichs von Huntingdon an den Erzbischof 
Varinus, der, nebst einem Briefe an König Heinrich L, einem 
dergl. an den Archidiaconus Walther v. Oxford^ und einem 
Werke „de miraculis Anglorum," sich in den Mss. von Hein^ 
richs historia Brit. zwar findet, von Savile in seiner Aus- 
gabe der Script. Britann. jedoch nicht mit abgedruckt ist, 
wohl aber bei Dom Morice, Hist. de la Bretagne, I, p. 166 
mitgetheilt wird, und handschriftlich sich in der Bibl. Har- 
leyana zu London befindet, und dessen Echtheit bis jetzt 
mit Grund nicht angezweifelt worden ist. Derselbe beginnt: 
„Quaeris a me, Varine Brito, vir comis et facete, cur Patriae 
nostrae gesta narrans, temporibus Julii Caesaris-inceperim, 
et florentissima regna, quae a Bruto usque ad Julium fue- 
runt, omiserim. Respondeo igitur tibi, quod nee voce 
nee scripto horum temporum saepissime notitias quae- 
rens, invenire potui. Tanta pernicies oblivionis mortalium 
gloriam successu diutumitatis obumbrat, et extinguit. Hoc 
tamen anno, qui est ab Incarnatione Domini millesi- 
mus centesimus tregesimus nonus*), cum Bo- 
mam proficiscerer cum Theobaldo Cantuariensi Archie- 

*) Thompson, preface, p. XXX. will Mos „hoc anno*^ im Ms. 
Harley. nicht die Jahreszahl gelesen haben. Uebrigens fallt die Reise 
Heinrichs und Theobalds nach Rom, um den Bannsproch des Pabstes 
gegen den König Stephan wegen der Beraubung Alexanders . Ton Lin- 
coln zu erwirken, in das Jähr 1139. 



X0 

piscopo apud Beccum *), ubi idem Archiepiscopus Abbas fue- 
rtt, scripta renim praedictarum etupens inreni. Si quidem 
Robertum deTorinneio ejusdem loci Monachum, quem sae- 
cularium librorum inquisitorem et coarcervatorum stu- 
diosissimum ibidem conveni, qui cum de ordine historiae 
de Beg^bus Anglorum a me editae, me interrogaret » et id» 
quod a me quaerebat, libens audifiset, obtulit mihi librum 
ad legendum de Regibus Britonum, qui ante Anglos 
ttostram insulam tenuerunt, quorum excerpta, ut in epistola 
decet , brevissime scilicet, tibi dilectissime , mitto. " — Nun 
folgt ein sehr gedrängter Auszug aus Gottfrieds Historie, 
und der Brief schliesst: „Haec sunt quae tibi, Varine Brito, 
charissime, breribus promisi, quorum si prolixitatem desi- 
deras, libruni grandem Gaufridi Arturi, quem apud 
Beccense coenobium inreni, diligenter requiras, ubi prae- 
dicta satis prolixe et luculenter tractata reperies" (Tur6 de 
Robert du Mont St. Michel.). Hiemach existirte also schon 
1139 das vollständige Werk Gottfrieds nicht blos in 
einer Bibliothek der Normandie, sondern Varinus musste 
auch in England schon Kenntniss davon erhalten haben, 
da er dem Heinrich v. Huntingdon seine UnvoUständigkeit 
hinsichts der Geschichte der Insel vor Cäsar, von der Gott- 
fried so viel zu erzählen weiss, vorgehalten hat. Zugleich 
zeigt aber Heinrich auch, da er „nee voce, nee scripto** Kunde 
von dieser Zelt hat erhalten können, dass ihm die wälschen 
Brate sowenig, als die wälsche Nationalsage leitende Quel- 
len bei seiner Geschichte gewesen sind; wesshalb in den 
Punkten, wo er mit Gottfried unbewusst übereinstimmt, der 
Schluss auf eine , beiden gemeinsame Quelle gemacht wer- 
den kann; was bei der Kritik Gottfrieds als Historikers nicht 
übersehn werden darf 

Ferner schrieb bereits Alfred von Beverley In seinen, 
von Ankunft des Brutus In England bis 1129 reichenden 
Annalen (ed. Hearne, Oxon. 1716, 8.) Gottfrieds Chronik 
ab, ohne jedoch deren Verfasser, den er nur Brittannicus 
nennt, zu kennen ; und Alfred starb 1138 als Schatzmeister 

*) Die berühmte Benedictinerabtei Bec oder Beocam Herloini 
1» Normandie, 3 Meilen ron Ronen, 1034 geitiftet, an« welcher in 
kurzer Frist die Kirche yon Canterbnry tier ErcUschöfe bezog. 



der JohÄiini$kirohe »u Cambridge. Bndlioh excerpirte lioch^t 
beta-oflfea über die schlagende W^heit der Prophexelhmig 
Ordericus Vitalin im 12. Buch seiner HistoriÄ Becleaiaßöwi 
wörtlich einen Theil der Propbetia MerUni Gottfrieds; und 
dieses Buch verfasste er nach seiner eignen Angabe i. J. 
Ii38 (S. L. vn, c. 3. Anm. S. 343.). 

. Mit Unrecht wird daher von Einigen , die Abfassung 
der Historia bis um 1150 veijüngt, während sie jeden Falls 
dem dritten Decennio des zwölften Jahrhun- 
derts angehört. 



Ilt Gottfrieds CtuelIeD» 

Im B. I. Kap. 1. bezeichnet Gottfried sehr bestimmt 
das Werk, welches er ins Lateinische übersetzt haben will ; 
„Obtulit Walterus Oxinefordensis archidiaponus, 
vir in Oratoria arte atque in exoticis historiis eruditus, quen* 
dam Britanniei sermonis librum vetustissimum, 
qui a Bruto primo rege Britonum usque ad Cadwalladrum, 
filium Cadwallonis, actus omnium continue et ex ordine 

perpulcris orationibus proponebat. Codicem illum 

in Latinum sermonem transferre curavi." L. XI, c. 1. be- 
zieht er sich wiederum darauf: „Sed ut in Britannico 
praefato sermone invenit, et a Gualtero Oxinefordensi 
in multis historiis peritissimo viro audivit, vili licet stylo, 
breviter tarnen propalabit (Gaufridus.);" und am Schlüsse 
des L. XII, c. 20. weist er die Autorität des Caradoc von 
LlancaiTan, Heinrich von Huntingdon imd Wilhelm von 
Malmesbury, die über die sächsischen Könige Brittanniens 
geschrieben, hinsichts der brittischen zurück: cum non ha» 
beant illum librum Britanniei sermonis, quem Gualte- 
rus Oxinefordensis ex Britannia advexit: quem de hi- 
storia eorum veraciter editum in honore praedictorum (Bri- 
tonum) principum, hoc modo in Latinum sermonem trans- 
ferre curavi" 

Dass Gottfried es mit dem Ausdruck Ueber Setzung 
nicht so streng geQommen, erhellt auf den ersten Blick aue 



der-cben o Brezonek cu Gemraek", während die Her- 
ausgeber in den von ihnen benutzten Mss. nur von ladin 
und Gymraek, nichts aber von bretoun und Brezoaek zu 
lesen fanden. Welche Leseart die richtige sei, lässt sich 
freilich ohne eigne Ansicht des Ms. nicht entscheiden ; doch 
scheint der gelehrte Franzose zu schnell das Original sei- 
nen Landsleuten zu vindiciren, da nicht zu übersehn ist, 
dass die vorkommenden Namen in der Chronik des Tysylio 
(wir wollen diese gebräuchliche Bezeichnung für das ältere 
einfachere Werk nun einmal beibehalten) nüt denen, so 
weit sie in andern wälschen Dichtungen vorkommen, ge- 
nau übereinstimmen, während sie im Bretagnischen ganz 
anders würden geheissen haben. Da aber auch Roberts 
bei seiner Uebersetzung des Tysylio sich gleichfalls des 
rothen Buchs von Hergest bedient, und doch darin 
nichts von bretoun imd Brezonek gelesen hat, so möge H. 
ViUemarque uns gestatten, an der Richtigkeit seiner Le- 
seart zu zweifeln. Sollte auch selbst Walther die bretag- 
nischen Namen sogleich bei der Uebersetzung verwälscht 
haben, so bleibt doch immer noch der innige Zusam- 
menhang der in der Chronik erwähnten Thatsachen und 
Personep mit der ganzen altwälschen Literatur stehn, wäh- 
rend ein solcher mit der altbretagnischen Literatur schlecht- 
bin nicht nachzuweisen ist, wenngleich in andrer Beziehung 
eine wechselseitige Kenntniss der Nationalsagen und ge- 
wisse gemeinsame Traditionen allerdings bestanden haben. 
Andre, besonders englische Gelehrte, namentlich auch der 
gelehrte Verfasser der Brittannia after the Romans, stehn 
dagegen nicht an, diese ältere kürzere Chronik wirklich 
dem Tysylio, einem Bischof, und Sohn des Fürsten Brok- 
mael Yscythroc von Powis, zuzuschreiben, der zwischen 
660 und 720 (Myv. Arch. I, p. XXHI) blühte; er war es, 
der die nach ihm benannte Kirche Llanndysilio in Angle^ 
sea gründete, und dem^ nachnxals heilig gesprochen, ver- 
schiedne Kirchen, z. B. auch die zu Llanndysil in Cardigan- 
sbire, geweiht worden sind. Allein die Herausgeber der 
Myv. Arch. versichern dagegen, dass es keine Autorität da- 
für gäbe, dass Tysylio irgend etwas anders, als. die ihm im 
B. I ihres Werkes zugetheilten Gedichte hinterlasseu habe. 



IHese Gedichte lassen ihn im Entferntesten niobt «Is den 
Verfasser der Chronik ahnen, und sie selbst enthält nicht 
die leiseste Andeutung seiner Autorschaft. Der ganzen Er- 
zahlungsweise fehlt wenig zur ritterlichen Romantik der 
französischen Romane des zwölften Jahrhunderts. Aber 
in dem Abschnitt von Arthur tritt auch diese so deutlich 
hervor, und markirt sich in dem ritterlichen Wesen, dem 
Pomp der Feste , dem romantischen Hofhalte , u. s. w. so 
bestimmt , wozu der Verfasser vor der Eroberung der Nor- 
mannen weder bei seinen einheimischen wälschen Fürsten, 
noch bei den angelsächsischen und dänischen Königen ein 
genügendes Vorbild fand, dass es dem unbefangenen Blick 
unzweifelhaft erscheinen muss, dass eine Geschichte in die- 
sem Style erst in der zweiten Hälfte des eilften Jahrhun- 
derts frühestens geschrieben werden konnte. Bei Ty- 
sylio (Xn, 17.) laufen .sogar einmal wie unwillkürlich die 
Saracenen in die Feder, während Brut Grufifudd, nach Gott- 
fried verbessernd, die Heiden oder Ungläubigen nennt 
L. IX, c. 12. und 13 ist mehrfach und bestimmt von regu- 
lirten Ganonicatsüftem die Rede, und wenn erst Chrodo- 
gang von Metz am Ende des achten Jahrhunderts das erste 
Stift gründete, und sie erst im neunten Jahrhundert rei- 
chere Nachfolge fanden, so kann füglich dem mehrgedach- 
ten Tysylio solche geistliche Ordnung noch nicht bekannt 
gewesen sein. L. IX, c. 12 finden sich auch die früher 
erwähnten Xü reguli Galliae, mit sichtlichem Hinblick auf 
die Karlssage in Xü Pares von Frankreich verwandelt, was 
die Kenntniss dieses Sagenkreises voraussetzt, der zu Karis 
Lebzeiten noch nicht bestand. L. III, c. 13 geschieht des 
Sachsenkönigs Alfred Erwähnung, was vor dem neunten 
Jahrhundert nicht wohl geschehn konnte. L. III, c. 16 er^ 
wähnt des Druckes, unter welchem die Pächter seu&ten, 
ein Unwesen, das unmittelbar nach der Normannenerobe* 
rung sich besonders und grundsätzlich geltend machte. 
Auch die stete Beziehung auf die Grafen und Barone imd 
Grossen des Reichs trägt in Ausdruck und Anwendung den 
Stempel ausgebildeten Vasallenwesens, wie es in Frankreich 
und der Normandie statt fand, und nach England hinüber- 
gepflanzt ward, nicht den Charakter der nationalwälschen 



xvni 

Verhältnisse der Fürsten zu den Stammhäuptem und der 
ersteren zu einander; nicht minder deutet die stete politi- 
sche Betheiligung' der hohen Geistlichen und Erzhischöfe 
an den politischen Kämpfen und Festen in der Weise , wie 
davon erzählt wird, auf eine neuere Zeit, der Zeit nach 
1066 entsprechend. Auch existirten schon besondre Ab- 
schnitte der Geschichte Arthurs, und über den Verrath des 
Medrod, wie die Bemerkung XI, 2, ^eigt, welche Gottfried 
wiederholt. — Hierzu kommt endlich die gänzliche Entfer- 
nung alles dessen , was an das echte , oder durch Barden- 
mysticismus gemachte Heiden- und Druidenthum erinnert, 
wovon die jüngeren Bardengedichte des dreizehnten und 
vierzehnten Jahrhunderts strotzen , und das schon in Ge- 
dichten des zwölften Jahrhunderts anfangt, sich breit zu 
machen. Vielmehr kommt Brutus selbst sogar mit seinen 
griechischen Göttern angezogen, und die celtischen Götter 
verschwinden gänzlich , oder werden , wie Bell , zu weitge- 
schweiften historischen Figuren. Der Verfasser dieses Brut, 
der nach der Sprache, in welcher er schrieb , zwar nur ein 
gebomer Wälscher sein konnte, bekundet demnach aber 
dennoch auf das Bestimmteste, dass er einer ganz andern, 
als nationalen Bildung, wie sie bei den Barden sich kund 
giebt, angehört, und dass die ihn beherrschende und lei- 
tende Geistesrichtung eine ganz andre gewesen sein muss. — 
Verschwindet hiemach der Bischof Tysylio als Ver- 
fasser, so ist doch nicht ausser Streit, wer der von Gott- 
fried genannte Walther gewesen sei. Fauriel (Sur Tori- 
gine des epopees chevaleresques du moyen äge, Rev. des 
deux mondes, B. VII) bezeichnet „die älteste wälsche Ue- 
bersetzung von der 1138 lateinisch abgefassten Chronik 
Gottfrieds als von Walther Map, Canonicus an der Kirche 
zu Oxford, doch sicher erst nach 1150 gefertigt. Diese 
Oberflächlichkeit ist dem Franzosen eher zu verzeihen, als 
dem gelehrten brittischen Verfasser der Brittannia after the 
Romans, der p. XXII in Gottfrieds Walther von Oxford 
gleichfalls den Walther Mapes, „der auch Calenius 
genannt sei, " findet. A. W. Schlegel in seiner Recen- 
«ion über Fauriel im Journal des debats v. 31. October 
1833 hat diesen jedoch schon zurechtgewiesen. Walther 



XIX « 

Mapes war ein heitrer scherzvoller Priester, dessen lateini* 
sehe gereimte Verse voll Anmuth und von bestem Ge- 
schmack sind. Allein kein Bibliograph theilt ihm eine brit- 
tische Chronik zu. Er war um 1197 Archidiacon zu Ox- 
ford, und lebte noch 1210, mithin fast noch ein Jahrhun- 
dert nach der Abfassung von Gottfrieds Chronik. — Fer- 
ner war ein andrer Gualterus Constantiensis , aus England» 
pder nach Andern aus Coutance in Normandie gebürtig, 
anfangs Archidiacon zu Oxford, dann Bischof von Lincoln 
und endlich a. 1184 Erzbischof von Roüen. In Vergleich 
mit der oben gegebnen Zeitbestimmung über Gottfrieds 
Werk kann auch dieser nicht der in der Historia genannte 
sein. Es bleibt daher nur der dritte bekannte Archidiacon 
von Oxford, Gualterus Calenius übrig, der zur Zeit 
Heinrichs I., um 1120, lebte , und der nach Baläus und Pit- 
saus (de Script. Angl.) Gottfrieds Chronik unter dem Titel: 
„ Auctarium annalium Britanniae " von Cadwalladr bis auf 
seine Zeit fortgeführt haben soll, und an de]> auch ein 
Brief Heinrichs von Huntingdon gerichtet ist. 

Eine andre, nicht minder schon vielfach discutirte 
und ganz entgegengesetzt beantwortete Frage ist: ob der 
Brut Tysylio ein Auszug aus Gottfrieds Historia, — oder 
umgekehrt, die Historia eine verschönernde Paraphrase des 
Brut sei? Dieser Streitpunkt wird sich einfacher unten bei 
besonderer Betrachtung des Brut erledigen, und das Ver- 
hältniss beider Werke zu einander sich durch genaue Ver- 
gleichung derselben sehr einfach herausstellen. — Wel- 
ches Gewicht wir auch auf die Schlussbemerkungen sowohl 
Walthers als Gottfrieds bei ihren Chroniken legen mögen, 
so steht wenigstens soviel fest, dass auch schon vor Gott- 
fried ähnliche, die fabelhafte Historie Englands umfassende 
Chroniken, und zwar in wälscher Sprache vorhanden waren. 
Sosagt(Ellis, Specimens, I, p. 100.) John Price, der mit Le- 
land unter Heinrich Vni in England die Mönchsbibliothe- 
ken unterSüchte : „ Deinde in eodem libro , ubi vita Sancti 
Dubritii recolitur, luculenta fit mentio de eodem Arthuro, 
et de rebus ab eo gestis ad eundem fere modum, quo in, 
historia ab Gaufredo translata memorantur. Quam quideni 
vitam longe ante Gaufridi tempora in ecclesia Landavensi 



XX 

divi Bubritii meirorifte dicata, quotannis ab ipsius ^cclesiae 
Cultoribus repetitam fiiisse liquet. ** — 6eoflfh>y Galmar 
in seiner Reimchronik*), ein Normanne, arbeitete nicht blos 
dem Gottfried und Walther, deren Werke sich bedienend, 
nach, und giebt gleicKfalls zu erkennen, dass GU>ttfried nach 
wälschen Schriften gearbeitet habe, sondern nennt auch 
eine der Schriften, die zur Vervollständigung Gottfrieds die- 
nen: „die Geschichte von Winchester," und eine andre: 
.„das Buch von Basingwerk," in Flintshire, das bis jetzt nur 
"fälsch existirt. Da Gaimar um 1146 seine Chronik schrieb, 
so wäre dies als ein Zeugniss eines Zeitgenossen von Wich- 
tigkeit, wenn nicht das Ms. der Abtei Basingwerk allem An- 
scheine nach jünger als Gottfrieds Historia, und vermuth- 
lieh eine Bearbeitung derselben in wälscher Sprache wäre. 
Entscheidend aber dafür, dass Gottfried nicht Selbsterfund- 
nes erzählt, sondern bereits Vorhandnes zu einer Geschichte 
verwob, ist das reiche Material in den Legenden, in der 
mündlichefl Tradition und in der älteren Literatur von Wa- 
les überhaupt, welches zum Theil in den Anmerkungen 
nachgewiesen ist. 

Beiläufig sei hier noch bemerkt, dass etymologische 
Tändelei uns nicht zu der Annahme verleiten darf, dass 
von unserem Brutus der Sage diese wälschen Chroniken 
ihren Namen erhalten haben. Denn Brut heisst im Wäl- 
schen in erster Bedeutung : reputation, rumour, franz. bruit, 
wie auch im Altfranzösischen brut; in zweiter Bedeutung 
aber tradition vulgaire, Chronik, Geschichte (Davies, dict. 
gall. p. 16. Legonidec, dict. celtobreton, p. 59.). Dem 
entsprechend betitelt denn auch Caradoc von Llancarvan 
seine in der Myv. Arch. abgedruckten Geschichtsbücher: 
Brut y Tywysogion, Geschichte der wälschen Fürsten, und 
Brut y Saeson, Geschichte der Sachsen. Dagegen scheint 
Wace seine Bearbeitung der Historia Gottfrieds in Beziehung 
auf den zuerst als Haupthelden auftretenden Brutus „Li Ro- 
man de Brut** betitelt zu haben. 



*) L^estorie des Rngles solum ia translacion Maistre Geoffrey 
Gaimar, von Cerdics Landung, 495, tüs zu dem lOdO erfolgten Tod 
des Wilhelm Rüfas gehend. Ap. Monumeiita bist. BHttaA. London. 
1848. ft. I. 



XXI 

m. Gottfrieds Nacbfolger. 

Unermesslich war das Aufsehen, welches dieses als 
reine wahrhaftige Historie hingegebne Werk machte. Die 
wälsche Nation sah sich darin in einer nie geahnten vor- 
maligen Glorie dargestellt; ihre Geschichte war weit über 
Cäsar hinaus, bis zur Zerstörung Trojas in detaillirter Er- 
zählung zurückgerückt; was abgerissen und vereinzelt in 
Liedern und Sagen des Volks lebte, fand hier historischen 
Zusammenhang; 'Märchenfiguren wurden plötzlich leibhafte 
historische Personen; die blühende lateinische Sprache gab 
dem Buche sofort weiteste Verbreitung ausserhalb Wales 
im übrigen England und Frankreich ; es ward eine Lieblings- 
lectüre der Höfe beider Königreiche; es war eine romanti- 
sche Geschichte, die nur der Versform bedurfte, um als 
vollendetes Epos aufzutreten. 

Auch diese erhielt es sehr bald durch Robert Wace 
(verstümmelt auch als Waice, Gace, Gasce, Huistace, Wi- 
stace, Eustace, Extasse vorkommend). Er war auf der da- 
mals zur Normandie gehörigen Insel Jersey, am Anfang des 
zwölften Jahrhunderts, aus vornehmer Familie geboren, 
lebte dann zu Caen, wo er sich mit der Abfassung von 
Romanen beschäftigte, woraus er, wie es scheint, ein Ge- 
werbe machte, und war zuletzt Canonicus zu Bayeux. Sein 
Tod erfolgte bald nach 1174. Seinen „Roman de Brut", in 
kurzen Reimpaaren, vollendete er nach der Schlussbemer- 
kung darin i. J. 1150. Die vorzüglichste und bei diesem 
Werk benutzte Ausgabe desselben ist: „Roman du Brut par 
Wace,"poete du XII siecle, avec un comment. et de not. 
parLerouxdeLincy. Ronen, T.I, 1836. T. H, 1838." 
— Das Werk ist nichts als eine Ueberdichtung der Chro- ^ 
nik Gottfrieds, ganz in ähnlicher Weise, wie Hartmann von 
Aue Chretiens Chevallier au lion, und den Verfasser von 
Erek et Enide überdichtet hat. Leroux de Lincy giebt 
zwar zu, dass Wace, oder, wie er sich selbst auch nennt, 
Maistre Gasse, in der Erzählung der Begebenheiten sich 
an Gottfried anschliesst: „mais une foule de details dans 
le recit, des circonstances autrement rapportees, et un grand 
nombre de points omis ou differement racontes par Wace, 
prouvent, que si la chronique latine lui a servi de guide, 



XXII 

il est encore suivi d*autrefl sources, d'autres traditions, qui 
donnent au poeme une physionomie particuliere et Timpor- 
tance d'une oeuvre originale." 

Die „foule de details" ist indess sehr cum grano salis 
zu verstehn, und beschränkt sich hauptsächlich nur auf 
kleine eingeschobne, näher charakterisirende, oft witzige Be- 
merkungen, Aufputz und Ausmalung einzelner Scenen, aus- 
führlichere Schilderungen von Waffen, Kleidungen, Festen 
und dergl. im Styl der französischen und unserer deutschen 
ritterlichen Dichter, die vom Geist des romantischen Ritter- 
thums des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts durch- 
drungen waren. Um das Verhältniss Waces zu Gottfried 
näher erkennen zu lassen, sind in den Anmerkungen die 
wichtigeren Parallelstellen aus dem Brut angeführt, beson- 
ders, wo sie Zusätze enthalten. Er folgt Schritt vor Schritt 
dem Gottfried, nirgend aber ist bemerklich, dass er neben 
Gottfried auch noch andre wälsche, ja auch nur breta- 
gnische Quellen benutzt habe. Die Schilderung der Sirenen 
(I, p. 38, bist. L. I, c. 12.) ist den Alten entnommen ; die ab- 
weichenden Namenableitungen sind aus älteren lateinischen 
Chronisten entlehnt. Die Bemerkung Gottfrieds (L. III, c. 19.) 
dass Blegabred in der Musik sich ausgezeichnet, „ita ut deus 
joculatorum videretur," veranlasst ihn zu einer langen Auf- 
zählung der Instrumente, die er zu spielen verstand, ganz 
in der Weise, wie Gottfried von Strassburg im Tristan über 
diesen Gegenstand im beliebten Geschmack seiner Zeit sich 
breit macht. Im Beginn der bist. L. IV wird er v. 3903 
folg. sehr frei über Cäsars Thaten, doch nur der authenti- 
schen Geschichte folgend, kehrt indess bald zum kürzeren 
Gange zurück. Die Erwähnung des Thelesin (v. 4972, bist. 
IV, 11.) entspricht keineswegs den wälschen uns aufbe- 
wahrten Gedichten Taliesins, wenngleich dessen Erwähnung 
auf eine vielleicht bretagnische oder französische unter sei- 
nem Namen gehende Prophezeihung hinweist. Gottfrieds 
Worte, IV, 13: „Arma britannica capit," finden v. 5045 
eine weitere Ausmalung. Hinsichts der H. Ursula (L. V, 
c. 16 ; — V. 6210.) folgt er einer andern Version der viel- 
fach gemodelten Legende, als Gottfried. Die Prophezeihun- 
gto Merlins (L. VII) übergeht er ganz; 



„ne voit son livre translater, 
Quant jo nel' sai enterpreter." 

V. 9966 (L. IX, c. 11.) kommt dagegen der merkwür- 
dige Einschub von Arthurs Stiftung der runden Tafel, wo- 
von Gottfried und Brut Tysylio nichts enthalten, wovon 
aber in der Bretagne schon viel muss erzählt worden sein: 

„Fist Artus la Raonde Table, 
Dont Breton dient mainte fable." 

Wie bei Gottfried mit Arthurs Auftreten die Chronik 
schon ein reicheres und ritterlicheres Gewand annimmt, so 
benutzt Wace auch die Gelegenheit, dieses noch weiter 
durch zahlreiche Namen und ausführlichere Schilderungen 
auszuspinnen , s. z. B. Anm. zu L. IX, c. 11, v. 10432— 
10452; IX, 12, v. 10500; — eod. u, v. 10531. Für. die 
tumba Helenae (L. XI, c. 12.) findet er in den französischen 
Legenden und Chroniken des Mont St. Michel einige Zu- 
sätze. Die Wunder Augustins (XI, 12.) schiebt er nach 
den Quellen der Act. SS. ein, während Gottfried sie über- 
geht. — 

Waee traf mit dieser poetischen Form und lebendi-^ 
geren Darstellungsweise den seiner Zeit entspreohendai 
Geschmack an romantischen Heldenerzählungen, was eben- 
sowohl die zahlreich vorhandnen Handschriften seines Wer- 
kes, als die mehrfachen Bearbeitungen und Erweiterungen 
desselben bekunden. 

Der nächste Bearbeiter Waces ist Layamon, Priester. 
zuEmley, dem dreizehnten Jahrhundert angehörig, der in 
der Einleitung seiner, in englischer Sprache und in kurzen 
Reimpaaren verfassten Chronik bemerkt: „Layamon, Sohn 
des Leovenath, wohnte zu Ernleye, in einer alten Kirche, 
am Ufer des Sevem , bei Radestons. Da fand er mehrere 
Bücher, die ihn bewogen, eine Geschichte der edlen Eng- 
länder zu schreiben; er that sich noch nach vielen andern 
Büchern um, wie das englische Buch des H. Beda, und ein 
lateinisches des H. Albin und Augustin, und auch ein fran- 
zösisches von Wace, der sein Buch der edlen Leonore, Ge- 
mahlin Heinrichs des Grossen, schenkte, ein französi- 
scher Clerc. Danach, schrieb er,, und nu^chte aus drei Bü-. 

Monxooutb Hl«t> od. San-MarU. 11 



xxw 

ehern eins. " — Der erste Theil bis Lucius enthalt 10240 
Verse *). 

Unter Eduard JR (1327—1377) wurde Waces Brut von 
BaouldeBohon in französische Prosa ausgezogen, und 
sein Werk idt der sogenannte Petit Brut, das noch ung^e- 
druckt ist (De la Bue, Essais histor. II, p. 165.). 

Von den englischen Beimchronisten stützt sich auf 
Gottfried, dem er genau folgt, soweit dessen Geschichte 
reicht, Bobert von Gloucester, ein Mönch der Abtei 
Gloucester, der um 1278, und bis nach 1297, in langzeili- 
gen Versen die englische Geschichte von Brutus bis Eduard I 
besang **). 

Pierre de Langtoft, Canonicus der Augustiner^ 
priorei Brldlington in Yorkshlre, verfasste gleichfalls in 
französischen Versen eine nach 1307 geschriebne Beimchro- 
nik der brittischen Könige von Brutus bis Cadwalladr, Gott- 
fried übersetzend, und bis Eduard I fortführend;***) mit 
Unrecht setzt ihn Boquefort (Etat de la poesie franc. p. 
240 sequ. schon in das eüfte Jahrhundert. 

Diese Beimchronik übersetzte wieder, anscheinlich un«^ 
ter Mitbenutzung von Wace und Greoffroy Gaimar, Bobert 
Mannyng, gewöhnlich de Brunne, nach dem Kloster 
Brunne oder Boume bei Depyng in Lincolnshire , wo er 
um 1303 Canonicus war, später aber Prior zu Sempringham 
ward, genannt, um 1338 in englische Verse. Von diesem 
Werke sind nur Bruchstücke des ersten Theils übrig; der 
zweite dagegen existirt vollständig ****). 

Auch die noch ungedruckte altenglische Chronik des 
Douglas von Glastonbury, deren hamburgisches Ms. 



*) LayaiBOR'9 Brat, or CbroDicle of Britain. Ed. Frederik M a d- 
dem — Hickea, Thes. Septentr. T. II, p. 228 sequ. — Bllis, 
«pec. T. I, p. 60. 

**) Robert of Gloucesters Chronicie of England, transcribed 
and new first pnblisbed from Mm, by Th. Hearne, Oxford, 1724 
(mit einem Glonar.). 2 YoU 8L — London, 1810, 2 yoL 8. 

*♦♦) Micbel, Cbron. Anglo-Norm. T. I, p, III, u. p. 127—165, 
— De la Rae, T. 111, p. 284—239. 

*•••) Pt Langtofts Chronicie, publ. by Tb. Hearne, Oxford, 
1725. — London, 1810. 2 Vol. 8. — Hearne Glossar zu Robert 
TMi C»oiieester und PiHef. XCYI, CXXXIII eod. 



K33f 

bis auf die Zeiten Eduards III. geht*), falgt in der 
Greschichte dem Gottfried und Wace. 

Wie schon Waee's Brut einen Anonymus, welchen 
de la Bue T. ffl, p. 158, 159 und Arch. BriU. T. XHI, p. 
241—246, um 124:0 zu Amesbury in der Grafisehaft Witt«- 
shire dichten lassen , Wolf jedoch für einen Benedictineiv 
mönch aus dem Kloster Tewksbury in der Grafschaft Gio>- 
cester erklärt, gereist hatte, denselben von Cadwalladr bis 
zum fonfundzwanzigsten Begierungsjahre Heinrich in (1341) 
fortzuführen'^'^), sa michs immer mehr die Sucht, den Brut 
nach Yom und hinten auszuweiten, und die Geschichte 
Englands in Versen ge^ssermassen zu ersaufen. Dahin 
gehören die Beimchronik des John Hardinge'^^), der 
1403 in der Schlacht yon Shrewsbury miifocht , und wahr* 
scheinlich 1476 starb; — femer ein versificirtes Chroniele 
of England (ap. Bitson, Anc. metr. Born. T. n, p. 270 
— 313) und die mit Prosa gemischte Beimchronik des Bo-* 
bert Fabyan**'^'^), der 1493 Sheriff zu London war, und 
1512 starb; — desgl. der gereimte Brutus des Arthur 
Kelton aus Shropshire Qder Wales, der zu Shrewsbury 
starb, und sein Werii dem jungen Eduard VI. dedieirtef). 
— William Warner, der, um 1558 geboren, zu London 
als beliebter Dichter lebte , und wahrscheinlich 1608 zu 
H^ord starb, führt kühn und speziell in seiner Beimclnro* 
mk das Geschlecht des Brutus bis auf Koa. zurück. Die 
schnell auf einander folgenden Ausgaben dieses Werkes 

*) Lappenberg, Geschichte Englands, I, S. LXIX, LXX. 

**} TheÜweise gedruckt: Extrait de la eentinnatioit du Brat 
d*ABgletMTe .p|r Wa^e, par «n AnoMyne, hei FV. Michel, Ghron. 
Anglo-Norm. Roaen, 1836—40. & T. I, p. 6&— 117. — Dasa Wol^ 
Wiener Jahrbücher, 1837. B. LXXVII, S. 99—100. 

***) The chroniele of John Hardyng, in metre, irom the first be- 
gymting ef england, nnto the reigne of Edward IV etc. London, Graf- 
twu I54S. 2 ToL 4. by EUis. — ibid. 1812, 4. — Arch. Brit. T. 
XIV, p. 139—144. 

****) R. Fabyan, The new chronicles of England and France, 
London, 1516, fol. — Fabyans Chroniele, newly printed, etc. London, 
1583, fol. — London, 1542, 1559, fol. die neuste Ausgabe von Ellis, 
London, 181 1, 4. — 

t) Arthnr Kelton, A chroniele with a Genealogie declaryng thai 
the Brittons and Welshmea are üneally dyscended from Brote. I^ew- 
ly and yery wittely compyled in Meter. London, 1547, 8. 



^XXVI 

2eigeii ain deutlichsten den herrschenden Greschnuick an 
derartigen Werken*); bis endlich der sogenannte Grasse 
Br'nt, wie ein Riesenstrom, alle früher vorhandnen Bruts, 
sammt einem Theile der französischen Arthurromane in 
sich aufaahm , und mit ihnen nach kurzem Lauf — sich 
in das Meer der Vergessenheit stürzte. Es ist der Prosa- 
foman des Alain Bouchard, der, aus der Bretagne ge- 
bürtig, erst Parlamentsadyocat zu Rennes, später Präsident 
von Saiatonge, zugleich der erste Herausgeber der Icti 
Oajus und Paulus (1525) war. Der langathmige Titel be- 
ginnt: Les grandes chroniques de Bretaigne, no- 
vellement imprimees, reueues, et corrigees depuis la pre- 
miere Impression: tant de la grande Bretaigne depuis le 
roy Brutus , qui la appella Bretaigne, jusques au temps de 
Cadualadrus , demier roy breton dicelle grande Bretaigne, 
ensemble tous les autres bretons y estans lors furent con- 
trains de habandonner le pays pour les pestilences de ma- 
ladie.qui y survindrent. que lors les angloys de sazonie 
y vindrent habiter, et la nommerent Angleterre. Que aussi 
de nostre bretaigne de present depuis la conqueste de Co- . 
nan Meriadoc breton, que lors estoit appelle le royaulme 
darmorlque, jusques au tems et trespas de francoys, etc. 
etc. etc. Paris, 1514. — 1518. -- Caen, fol. 1518 (anonym.). 
Mit Nennung des Verfassers, augmentees et continuees jus- 
ques en lan mil cmq cens XXXI, Paris, fol. 1531. — Pa- 
ris, 4, 1541. 

Nicht minder fand bei den eleganten Lateinern Gott- 
frieds Chronik willkommnen Anklang, und es sind bereits 
mehrere Bearbeitungen derselben in lateinischen 
Versen zur öffentlichen Kunde, wenn leider auch noch 
nicht zum Druck gekommen. 

1) Im Bulletin du Bibliophile (Paris, Techener, M^- 
heft 1837, p. 495 — 501.) giebt J. de Gaulle Nachricht 
über ein Ms., das „in einer unserer Bibliotheken" (in wel- 

•) Albions England, or Historicall of the same Island, persecu- 
ted from the Liyes, Actes and Labors of Saturne , Jupiter , Hercules» 
and Aeneas. With histor. Intermv^tnres, Invention, and Varieties prof* 
ßtably, briefly, and pleasantly performed in Verse and Prose, by 
Warner. London, 158Ö, 4. — Alb. EngL etc. revised and correo« 
ted, Lohdon, 1589. -^ Desgl. 1593, 1597, 1602, 1612. -- 



"<v 



üixvir 

eher sagt er nicht) gefunden worden sei, eine metrische 
Uebersetzung des berühmten Romans von Brat (wohl rich- 
tiger der historia Gottfrieds.). Es findet sich in einem Per- 
gamentbande , fol. von 278 Blättern, zusammengebunden 
mit mehreren andern auf England bezüglichen Werken und 
historischen Auszügen. Die Schrift ist aus dem dreizehn- 
ten Jahrhundert bis fol. 246 ; das übrige ist im vierzehn- 
ten Jahrhundert geschrieben. Unter dem Titel: Historia 
Britannorum versificata nimmt diese Bearbeitung in 
lateinischen Hexametern f. 55 — 88 ein. Der anonyme Ver- 
fasser hat es dem Cadioc, Bischof von Vannes, gewidmet, 
der 1254 starb. Dieser Theil des Ms. , der einzige , der in 
zwei Columnen geschrieben, ist um eines Daumens Breite 
kleiner, als der übrige.* Das Gedicht enthält 4608 Verse, 
ist in zehn Bücher getheilt, deren jedem ein prologus, oder 
Inhaltsangabe vorgesetzt ist. Fol. 74 und 75 sind heraus- 
gerissen, und das siebente Buch ist unvollständig. Es be- 
ginnt mit Brutus, und geht wie Gottfrieds historia bis Cad- 
walladr. Die mitgetheilten Prologe bezeichnen genau den 
Gang der Geschichte, und gestatten so einigermassen eine 
Vergleichung mit dem Original. 

Prologus primus libri primi: 
Primus ab Ytalia post patris fata relegat 
Brutum. Nubit ei regalis virgo. Dianam 
Consulit. Invadit Mauros. Corineum sibi jungit. 
Post maris et terrae diversa pericula vincit 
Pictavos. Turonim sibi construit. Albion intrat. 
Gaudet. Sacrificat. Discurrit per loca. Nomen 
Immutat terrae. Sociis assignat habendas 
Pro meritis sortes. Urbes, castella, Deorum 
Templa facit. Statuit leges, et semina spargit. 
Praecipit in terra. Tutos jubet esse colonos. 
Dann folgt ein Prologus secundus libri primi, 
worin der Verfasser sich über den Gegenstand seines Ge- 
dichtes auslasst, und es unter den Schutz des Bischofs Ca- 
dioc stellt, dessen günstigem Urtheil er es unterwirft. 
Prologus libri secundi. 
Lyndonias ciaras condit. Tria regna secundus 
Efficit ex uno. Süccedit nupta marito; 



Filius huic. Frater fratrem laniat ; lupus üium. 
Ebraucus regnat et Gaulioa regna lacedsit. 
Expulso patri regnnm sua filia reddit. 
Ense sui fi-atris frater cadit; ille parentis. 
Quinque simnl regnant ; regnatDouvallo peremptis 
GoUegis; leges statuit, j[)aceinque reformat. 
Brennius in fratrem convertit praelia ; victus 
ConfugH ad Gallos. Ducis Uli filia nubit. 

Prologus libri tertii. 
Tertius armatos fratres exarmat inermis 
A monitu matris. Gallos urbesque Quirini 
Vi superant* Patriam petit. Unus et imperat alter. 
Dat Martia leges. Dacia vectigal reddit. 
Devorat immanis crudeiem bellua regem. 
Deponitum (sie !) Piusinstituens se degradat ipsum. 
Ter sumit dyadema Pius cum regis honore. 
Julius Oceanum transit, victusque recedit. 
Quae totiens superare suos non desinit hostes 
Nee solita est vinci, sed sola Britannia vincit. 

Prologus libri quarti. 
Quartus ab Augusto coepit; factoque per orbem 
Edicto, natoque Sacra de virgine Christo, 
Pacificat nova nupta suum cum patre maritum. 
Lucius in Christum credit, Christoque dicatas 
Ecclesias dotat; distinctas ordinat urbes. 
Rusticus intrusus vi regnat, rege perempto. 
Rex Constantinus sceptrura tenet imperiale. 
Jura bis assumit Octavius, et gener ejus 
Armoricam superat terram, mutatque ducatum 
In regno. Regnat Conanus primus in lllo. 

Prologus libri quinti. 
Quintus ad Imperium Sublimat Maximianum. 
Regnum rege carens devastat barbarus hostis 
Missus ab Armörica. Rex regnum salvat ab hoste. 
Contra jus regnat monachus. Succedit eidem 
Proditor. Armoricam fratres adeunt duo. Regem 
Dux adit Hengistus quem suscipit ille. Triumphat. 
Castellum condit. Regi sua filia nubit. 
Filius excludit patreui. Perit ille veneno. 



Begnat item gmitdr. Socer hone incarcerat. Dl6 
Condere castellum captat, frustraque laborat. 

Prologus libri sexti. 
Sextus ab atigurio Merlin! coepit. Itiunglt 
Aureüom. Regem combmit. Dilaniatur. 
Hengistus parcit rex Octae. Ditat amicos, 
Et novat ecclesias. Spoliatur Hibemia saxis. 
Bex sollempnizat« Sumtt Pascendufi arma. 
Bex perit. Uther ei succedit. Vincit. In illmn 
Octa movet bellum. Superatur. Comubiensis 
Nupta dttcis regi datur uxor. Nascitur inde 
Aiianis; languensque diu rex fertur in hostes 
In pheretfo stratus. Sumpto perit inde veneno. 

Prologus libri septimL 
Septimus Arturum decorat dyademate regia. 
Infestat Coldrinus eum. Rex obsidet bestes. 
Cheldrico reniente fugit, sed tutus Hoeli 
Auxilio dispergit eos. Devincit Hybemos. 
Scotos convertit. Festimi colit et tria donat 
Regna tribus. Duxit uxorem. Regna propinqua 
Subjugat. Oceannm subdit sibi. Gallica regna 
Vi superat. Diversa suis dat dona maniplis. 
Eboracum repetit, et soUempnizat ibidem 
Cum sibi subjectis. Ineunt post pericula ludos. 

Prologus libri octavi. 
Destinat Octavus legatos; participato 
Goncilio procerum, dat rex responsa. Movetur 
Lucius. Eoos reges jubet arma movere. 
Gongregat Oceani reges Arturus ad Albam. 
Utraque pars properat. Galganus Quintilianum 
Interimit; refugit; fugientem miUe sequuntur. 
Obstat Ydemus eis. Capit hos> regique ligatos 
Tradit. Parisiis mittuntur; Lucius illis 
Mittit in occasum fortes. Miss! capiuntur. 
Caesar abit pede retrogrado. Rex praevenit illum. 

Prologus libri noni. 
Nonu^ a^t bellum. Victoria, Caesare caeso, 
Arturo cedit. Nova narrat famaModendum (Modredum ?) 
Arturo violasse tborum. Ingreditur ergo 



In paM&m. Praecludlt iter redetiirtis adulter. 
Haec canet (sio) utriusque necis. Successor eonnn 
Est Constantinus. Sequitur Conanus eund^m; 
nium Vortipaniua; hunc Malgo; Caraccius illum. 
Dissidium civile f urit. Legatio Romae 
Despicitur. Regale datur sceptrum Cadvano. 
Filius ejus eum sequitur, Cadyallo parentem. 

Prologus libri decimi. 
Rex fugit in Decimo, Glassis perit. Unioa regis 
Navis aquas vinoit, Infirmus came nepotia 
Vescitur. Excipitur regis Salonis in aula, 
Inde Brianus abit; cadit augur; bella moventur. 
Occidit Edvinus. Convertunt Saxones in se 
Arma. Bonis cedit Cadyallo. Filius ejus 
Regnat et excludit Anglos. Civilia bella 
Exercent Britones. Perimuntur peste. Relinquunt 
Regnum. Saxonici redeunt. Rex sacriücatur. 
Ivo redit bellumque movet, nee praevalet hosti. 
„Die Erzählung ist viel kürzer als bei Gottfried; mit- 
unter, wenngleich selten, sind Abweichungen und Zusätze, 
welche die Vorgänger des Verfassers nicht haben. Das 
Gedicht hat alle Mängel der lateinischen Gedichte des drei- 
zehnten Jahrhunderts, und sehr wenige von den Eigen- 
schaften, welche einige davon auszeichnen. Die folgenden 
Verse, welche das zehnte Buch schliessen, geben eine Idee 
von dem Style, und lassen das Ziel erkennen, das der Ver- 
fasser sich stellte. Er wollte die brittische Jugend zum 
Hass gegen das englische Joch anfeuern, in ihrem Herzen 
die unauslöschlichen Hoffnungen ihres besiegten Stammes 
nähren ; und man muss gestehn, dass die rauhen Töne sei- 
ner VaterlandsUebe einen gewissen Charakter der Erhaben- 
heit und Energie nicht verleugnen : 

Nil ego provectis, nil doctis scribo magistris, 
Sed rudibus rüde Carmen; ego non verba polita, 
Non tragicis satis apta modis, non digna tbeatro, 
Non medio psallenda foro: cano gutture rauco. 
Non plausus populi, non famam, non sapieütum 
Judicium quaero: satis est mihi, si puerorum 
Gratus in ore legar. Praeul hinc, procul este periti ! 



xxxr 

Saxones hinc abe&nt! Lateänt mea scripta Qmrites, 
Nee pateant Gallis quos nostra Britannia victriz 
Saepe molestavit! Solls haec scribo Britannis, 
XJt memores veterls patriae, jurisque patemi, 
Exiiiique patrum, propriique pudoris, anhelent 
Viribus et TOtls, ut regnum restituatur 
Anliquo juri, quod possidet AngUcus hostls ; 
Neve malae fidel possessor praedia nostra 
Prescribat, sumatque bonas a tempore causas. 
At pueri, qulbus Istud opus commendo, rogate 
Pro veterls vatis anima; famaque perennis 
Antlstes nostro vivat Cadiocus in ore!" 
Ueber die Person des Verfassers bemerkt de Gaulle: 
,,Am Ende des Gedichts hat eine fast gleichzeitige Hand- 
(wir wollen sagen, aus dem Ende des dreizehnten oder 
Anfang des vierzehnten Jahrhunderts) dieselbe, welche den 
Titel geschrieben, den Schlussvers des Verfassers: 

Laus tibi sit, Christe, quoniam labor explicit iste, 
durchstrichen, und statt dessen folgende Bemerkung hinzu-* 
gefugt: „Explicit Historla Britonum versificata, a magistro 
Alexandro Nequam compilata, ut credo, et scripta ad do- 
minum Cadiocum episcopum Venetensem/' Ungeachtet die 
Bemerkung selbst in dem ut credo einen Zweifel ausdrückt, 
so könnte man doch darin einen hinreichenden Grund fln-^ 
den, das Gedicht dem Alezander Nequam zuzuschreiben, 
wenn nicht folgender Umstand dieses Zeugniss niederschlüge. 
Man weiss nemlicb, dass Alexander Nequam oder besser 
Neckam, Mönch von Exeter, einer der berühmtesten eng- 
lischen Theologen des dreizehnten Jahrhunderts, nach Ei- 
nigen (Fabricius, Bibl. lat. med et inf. aetatis) a. 1215, 
nach Andren (£. Dupin, Bibl. des Ant. eccles.) 1227 zu 
Worcester gestorben ist. Andrer Seits ist es nicht weni-> 
ger gewiss, dass der Bischof Cadioc, dessen Name bei den 
wichtigsten Ereignissen der bretagnischen Geschichte unter 
Herzog Johann I. mitspielt, nur erst i. J. 1231 auf den 
Bischofsstuhl von Vannes erhoben ward, und ihn bis 1234 
inne hatte, in welchem Jahre er starb. Diese beiden Data 
sind durch Zeitgenossen urkundlich festgestellt (Chronicon 
Buyense» ap. D. Lobineau, Bist, de la Bretagne, II, S51,)« 



xxxn 

Wie könnte ein Werk, zischen 1231—1254 geschrieben, 
daher den spätestens schon 1227 verstorbnen Alezander 
Neckam zum Verfasser haben? Es fehlt sonach an allen 
genügenden Nachrichten über den Namen des Ver&ssers, 
obwohl Gamden in seiner Britannia jenen Irrthum getheilt 
zu haben scheint, indem er häufig lateinische Hexameter 
aus einem Gedicht des Neckam über Brittannien citirt. Nur 
aus der Absicht, dass er für die bretonische Jugend in leb- 
haftem Patriotismus schrieb, lässt sich abnehmen, dass er 
selbst Breton, oder bretonischer Abstammung war. — E^ 
scheint sicher, dass dieses Ms., das aus der Abtei von Vi- 
coigne hervorging, das einzige dieses Grodichts ist. Es war 
nicht den Nachforschungen der Gelehrten D. D. Martenne 
und Durand entgangen , welche es anfahren , als hätten sie 
es als das Interessanteste zu Vicoigne bemerkt; aber Ihre 
Bezeichnung ist nicht sonderlich genau. „On y trouve — 
sagen sie (in der Bibliothek der Abtei), — une Histoire 
des Bretons en vers latins, compiläe par Alexandre Nuques, 
et dediie a Gadiac, äveque a Vannes , ä la fin de laquelle 
ü y a une ginealogie des rois de France, qui Unit au bap- 
teme de Philippe Auguste (Voyage litter. de deux Religi- 
eux de la congreg. de St. Maur, II, 213.)." Es ist schwer, 
in weniger Worten mehr Unrichtigkeiten zu sagen, nament- 
lich findet sich nichts von der Genealogie. Dieser Irrthum 
ist nachgeschrieben in der Bibliotheque historique de la 
France p. P. Lelong, vermehrt von Pontette, und von M. 
Miorcec de Kerdahet, einem Bretagner, in seinen Notices 
chronol. sur les ecriv. de Bretagne, Brest, 1818, 8, p. 144." — 

Soweit de Gaulle. — Wir bedauern, dass er nicht zur 
Vergleichung mehr Stellen aus dem Ms. mitgetheilt hat, 
wodurch es sich vielleicht hätte erkennen lassen, ob dieses 
Gedicht identisch ist mit 

2. Demjenigen in lateinischen Hexametern, wovon 
Usher in seinen Frimordiis mehrfach Auszüge giebt, und 
dessen Verfasser er Pseudo-Gildas (s. Anm. zu L. I, c. 
11 und 17) betitelt, ohne über ihn etwas Näheres angeben 
zu können. Es ist in einer Handschrift; zu London, Bibl. 
Cotton. Julius, D, XI enthalten, und schliesst sich in den 
von Usher dort, und in den Noten dieser Ausgabe nütge- 



xmi 

tfaeilten Auszügen genau an Gott^ied an, fiurot sich jedoeR 
h&ufig kürzer , und hat selten fremdartige Zusätze , stimmt 
also insofern mit der Schilderung, die de Gaulle von jenem 
französischen Ms. giebt. Leider konnte der Herausgeber 
auch von diesem Ms. nicht nähere Einsicht nehmen, od^ 
auch nur Kunde erhalten. Ponticus Virunnius erwähnt dieser 
versificirten brittischen Geschichte des Gildas; nicht min- 
der auch Liliiis Giraldus (Op. vol. II, p. 306) der nach Ro- 
berts (chronicle etc. p. 195) um 1450 schrieb, und von die- 
sem Dichter sagt: „Gildam etiam memini me legere Britan- 
nicum poetam, cujus tum mihi elegiarum Carmen mira fa- 
cilitate conscriptum Visum ftiit, nee ideo aspemabüe peni- 
tus; quem postea citatum reperi in pervetere historia Bri- 
tannica." Unbegreiflich ist es freilich, wie Roberts in den- 
selben Irrthum verfallen konnte, wie Lilius Giraldus und 
Ponticus Virunnius, diesen Dichter Gildas für den alten Hi- 
storiker, welcher de excidio Britanniae schrieb, zu halten. 
Roberts führt zugleich eine Stelle des Gedichts des Gildas, 
aus Fordun (xmi 1360) an, j edoch nach dem Ms. von Wynn- 
stay verbessert, das etwa 200 Jahre vor Pördun geschrie- 
ben sein soll. Der letztere muss aber ein andres Gedicht 
als Usher gekannt haben, da das von letzterem excerpirte 
nur in Hexametern, nicht in Distichen geschrieben ist. Ueber- 
haupt gingen viele neuere Dichtungen und Schriften unter 
dem Namen des alten Gildas um, und bemerkt Pordun in 
dieser Beziehung (Hist. Scot. L. in, c. XXn, ap. Gale I, p. 
634) : „ De Historico Gilda et suis quibusdam metricis pro- 
phetiis: — Hoc circa tempus Gildas obiit, verus histori- 
cus et facetus, qui in insula Avallone vetusta sepultus est 
Ecclesia. Cui, sicut variis testatur historiis, Britanni de- 
bent, si quid inter ceteras gentes habent notitiae; quidam 
ipsuni Arthuri ftiisse Capellanum volunt, et quidam non, 
sed ejus primis et ante floruisse diebus. Hie in eadem in- 
sula Avallone, affectu non modico locique sanctitudine de- 
lectatus, diutitia perendinatione mansit. In ea vero vitam 
Deo placabilem atque solitariam ducens, ad tantam perve- 
nit gratiam, ut et miraculis et spiritu saepius prophetiae 
meruit divinitus decorari. Multa quidem et vera, quorum 
prosaice quaedam., et quaedam metrioe praedixit experta. 



xniv 

8ed paucä quaedam operis sui metrici, quae seeondam nos- 
tri temporis expositores nondum accidisse putantur, huic 
opeii praeseBti capitulo placuit inserere quae sequuntur. 
Et primo sequitur de continuatione confecti foederis int^r 
Scotos et Britones, incepti prius a Carausio, deinde fideli- 
ter a Conano servati, sed et ab Aurelio Ambrosio reparati, 
necnon a multis hucusque principibus quamTis non omni* 
buB continuati, Gildas. 

Bruti posteritas cum Scotis associata 

Anglica regna premet Marte, -labore, nece. 
Flumina manabunt hostili tincta cruore, 

Perfida gens omni Ute subacta ruet, 
^aam Britonum fundet Albanis juncta Juventus : 

Sanguine Saxonico tincta rubebit humus; 
Regnabunt Britones Scotorum gentis amici, 

Antiquum nomen insula tota feret; 
Ut profert aquila veteri de turre locuta, 

Cum Scotis Britones regna patema regent. 
Regnabunt pariter in prosperitate quieta, 
Hostibus expulsis, judicis usque diem. 
Dann fahrt er C. XXIII De eisdem prophetiis et Sanc- 
tis Brandano et Machuto — fort : Etiam et haec de quibusdam 
casibus Scotis conUngendis inter caetera cecinit dicens: 
Fata ducis celebris super omnia Scotia fiebit, 

Qui loca septa salo junget ibique sibi: 
Principe magnifico tellus viduata vacabit, 

Annis bis tenüs mensibus atque novem. 
Antiquos reges justos, fortes, locupletes, 
Largos, famosos Scotia moesta luget, 
Ut Merlinus ait, post reges victoriosos, 

Begis more carens, regia sceptra reget. 
Vae canet Albania tantis praesaga ruinis, 

Totaque gens propria fraude perempta jacet. 
Serviet Angligenae regi per tempora quaedam, 

Proh dolor! Albania fraude subacta sua. 
Quod respirabit post funus regis avari, 

Versibus antiquis prisca Sibylla canit. 
Candidus Albanus patriotis causa ruinae, 
Traditione sua Scotica regna teret. 



xxsnr 

Bez Borealis enim ntunerosä classe potttus, 

AfBiget Scotos ense, ftirore, fame. 
Extera gens tandem Scotorum fraude perifoit. 

In belle princeps Noricus ense cadet; 
Gallica quem gignet, qui Gazis regna replebit» 

O dolor! o gemitus! fratris ab ense cadet. 
Tristia cessabunt quae prospera fine seqnentur 

Pacis, et adyeniet tempore grata quies. 
Historiae veteris Gildas luculentus Orator 

Haec retuUt, parvo carmine plura no^ns. — 
Auch von Beda u. a. m. hatte man angeblich prophe- 
tische Gedichte. S. meine Sagen v. Merlin, S. 236. 

3) Eine ziemlich freie poetische Bearbeitung des Ab- 
schnittes der historia Gottfrieds von Diocletians Verfolgung 
der Christen und Maximian bis zu Arthur enthält P. XVIII 
des Pantheon von Gottfried von Viterbo, welche Welt- 
chronik bis zum Jahre 1186 geht, und dem Pabst Urban 
m. gewidmet ist. Jener Abschnitt ist in meinen Beiträ- 
gen zur bretonischen und celtisch germanischen Helden- 
sage aufs Neue mitgetheilt. 

4) Das lateinische Gedicht in Hexametern: Vita Mer-? 
lini Galedonii, neuerlich von Th. Wright und Fr. Michel 
herausgegeben, und commentirt in meinen Sagen von 
Merlin S. 268 folg. und aus dem dreizehnten Jahrhun- 
dert herrührend, fusst nicht blos auf Gottfrieds historia, son- 
dem auch auf wälsche Gedichte, namjentlich Avallenau des. 
(Pseudo-) Merlin, und mischt mit wunderlicher Gelehrtenbreite 
eine Menge naturhistorischer Wundemotizen aus Plinii bist, 
natural, und Solinus als Offenbarungen Taliesins ein: so 
dass es nicht füglich mehr als Bearbeitung von Gottfrieda 
historia angesehn werden kann, sondern als freie selbst^ 
ständige Dichtung unter Benutzung sehr verschiedenartiger 
älterer Materialien gelten muss. 

In deiQselben Maasse, wie Gottfried und Wace for die. 
poetischen Chronisten und Dichter den ersten Anstoss gar> 
ben die Geschichte in poetisches Gewand zu hüllen, un4 
sie durch eine lange Reihe von Königen vor Cäsar zu be- 
reichem, deren lesendes Publikum hauptsächlich in dem 
Fürsten- und Bitterstande spwohl Englands als Frankreichs 



zu finden ist, wirkte auch Gottfried omnittelbar auf den la- 
teinisch gebildeten, geistlichen Gelehrtenstand, und die Hi- 
storiker von Fach mit wunderbarer Gewalt. 

Die ersten Abschriften von Gottfrieds Chronik schei- 
nen ohne die Widmung an Kobert von Glocester und 
ohne seine Schlussbemerkung im letzten Kapitel, so wie 
ohne die Prophezeihungen ausgegangen zu sein. ^Wenig- 
stens ist es auffallend, dass Alfred von Beverley, bei 
Hüll in Yorkshire geboren, zu Cambridge erzogen, und als 
Schatzmeister der Johanniskirche daselbst i. J. 1138 ge- 
storben , der die später sogenannten Deflorationes Galfridi 
in 5 Büchern schrieb, die in seine von Ankunft des Brutus 
bis zum Jahre 1129 reichenden Annales s. historia de ge- 
stis Britanniae eingerückt sind *), den Autor nicht zu ken- 
nen scheint, dessen Werk er excerpirt, indem er ihn schlecht- 
weg nur als „Britanniens" bezeichnet. Da ihm das Werk 
nur kurz nach seiner Abfassung zugekommen sein kann, 
so ist es auch möglich, dass er nur eine unvollständige 
Abschrift benutzt hat. Wenngleich er einige Zweifel gegen 
die Wahrheit der* von Gottfried erzählten Thatsachen nicht 
Verhehlen mochte, so folgten dem letzteren doch bald, mehr 
oder minder genau oder argwöhnisch, eine ganze Reihe von 
Chronisten, die sich die Urgeschichte Brittanniens nicht 
wallten rauben lassen, für die sie freilich keine andre Au- 
torität, als eben Gottfried hatten, und die überhaupt nicht 
sonderlich ängstlich yaren, allerlei Sagen und Traditionen 
ihrer Erzählung einzuweben. — Obgleich Heinrich von 
Huntingdon und Wilhelm von Malmesbury sich zwar nicht 
als Abschreiber Gottfrieds zeigen, so geben sie, namentlich 
der letztere, doch die schlagendsten Zeugnisse über das 
Vorhandensein einer weitverbreiteten Tradition, mit welcher 
Gottfried übereinstimmt; erweislich folgten diesem dagegen: 
Matthäus, Mönch der Westminsterabtei, in seiner 
geschichtlichen Compilation: Plores historiarum (ed. Pran- 
eoftarti, 1601, fol.), dem vierzehnten Jahrhundert angehörig; 
femer Johannes Wallingford, als Abt zu St. Albans 
nach Th. Gale i. J. 1214 gestorben, dessen Werk von 449 



•) £ codice Th, Rftwlintom cd Th. Hearne. Oxoniae, 1716, 8. 



—1039 geftihrt ist (ap. Oale, Script. Hist. brit.); ebenso 
Robert du Mout, Abt von St. Michel, in seiner Fortse* 
tznng des Sigebert von Gemblours; Johannes Fordan, 
Hist. Scotorum (ap. 6ale, I.) nnd Albericus-trium Fon- 
tium in seiner, for die Sagengeschichte fast mehr als für 
die wirkliche Historie wichtigen Chronik, die mit Erschaff 
füng der Welt beginnt, und bis 1241 geht (ap. Leibnitz, 
Access, histor. T. U, Hannover, 1698); desgleichen Ger* 
vasius YonTilbury, aus dem An&ng des dreizehnten Jahr* 
hunderts; Vincentius B^lloyacensis in seiner kolossa- 
len Weltchronik, Speculum Historiarum genannt, und viele 
Andre, denen zwar die Kritik längst unbedingte Glaubwür- 
digkeit abgesprochen hat, die zu ihrer Zeit jedoch in [un- 
geschmälertem Ansehn standen. — Genau excerpirt wur- 
den die ersten sechs Bücher der historia von Ponticus 
Virunnius oder Ludovico da Ponte, i. J. 1467 zu Belluno 
(dem alten Virunum) geboren; im Griechischen von seiner 
Mutter, einer macedonischen Fürstin, und im Lateinischen 
von Battista Guarino unterrichtet, ward er Erzieher der 
Söhne des Ludwig Moro zu Mailand, dann, bei ihm in ün^ 
gnade gefaUen, lehrte er zu Reggio, Forli, Lugo, Bologna, 
Jesi und Macerata öffentlich das Griechische und Lateini- 
sche , und starb endlich 1520 zu Bologna. *) Sein Auszug 
fuhrt den Titel : Pontici Virunnii Historiae Britannicae libri 
VI. Am Schlüsse fügt er hinzu: „Haeo autem et multa 
alia describit idem G^ufridus Monemutensis, historicus egre- 
gius et Cardinalis; multa et Gildas insignis poeta. Sed 
ego Ponticus Virunnius excepi, quae ad rem Romanam attl* 
nerent plurimum, ex quibus etiam videri potest nullam in 
toto orbe magis vexatam provineiam armis, quam Britannia 
fiierit, usque ad novissima tempora. Praeterii monstra gi- 
gantum, et insulas mirandas, ubi aquüae vaticinia dabant 
humaiut voce ioquentes; erant enim Spiritus maü: et de 
Merlhko multa miranda, qui incubo Mt generatus, ne tae- 
dium afferret. In subsequentibus autem aMas historias con- 
nectam (de quibus dixlmus in prooemio istius historiae) in 
eon^cndio redactas." Man erkennt, dass er in Beziehung 

♦) A. UUldi Tita Pontici YtrHRnii philosophi , graece latineque 
emditlss. Bonon. 1655. 4. 



xxxvm 

aaf das römische Reich ein authentisdies Geschichtswerk 
zu liefern glaubte. Es ist gedruckt: ap. Script. Eer. Bri- 
tann« Heidelberg. Commelin. 1587, fol. p. 98 — 112. — Au- 
gust. 1534, 8. — Heidelberg, 1542. — Lugd. 1587, fol. 
— London, 1585; 1634, 8; und neuerlich als Anhang zu 
Giles Ausgabe Gottfrieds, London 1844. — Bei gegen- 
wärtiger Ausgabe ist dieser Auszug rücksichts der Namen 
und beiläufiger Zusätze, die auf anderweite Traditionen 
schliessen lassen, mitbenutzt werden. 

Dagegen. erhoben sich andre Historiker, die es mit der 
geschichtlichen Wahrheit redlicher meinten, mit aller Kraft, 
um diese Fabeln und Märchen, diese nugae Britonum, prisca 
Britonum figmenta, Merlini divinationes fallacissimae , wo^ 
von die bruti Britones deliriren, nicht in die Historie ein- 
schwärzen zu lassen. Wilhelm von Neuburg ergiesst 
sich auf fünf Folioseiten des Prooemii seiner Geschichte *) 
in wahrhaft wüthige Schmähungen gegen Gottfried, und 
schilt ihn als den unverschämtesten Lügner und fabelvoll- 
6ten Träumer, der mit frechster Stirn seine Erfindungen 
für Geschichte ausgeben wolle; und Giraldus Cambren- 
sis erzählt eine ergötzliche Geschichte von Gottfrieds Buch, 
die man fast für beissendste Satyre halten könnte, wenn 
Girald nicht selbst zu den Leichtgläubigsten gehörte, in 
seinem Itinerario Cambriae, L. I, c. 5 (ap. Angl. Hibern. 
Normann. ex bibl. Camdeni, Francof. 1602, p. 837.): „Ein 
Kambrier, Namens Meilerius, überfiel in einer Palmsonn- 
tagnacht an einem anmuthigen Orte ein längst von ihm 
geliebtes Mädchen mit seinen Zärtlichkeiten. PlötzUch aber 
sah er die Schöne in eine gräulich rauche, zottige und 
struppige Gestalt verwandelt, was ihn in Raserei und Wahn- 
sinn versetzte. Nach mehreren Jahren erhielt er in der 
JCirche von Meneg iji Cornwall seine Gesundheit zwar wie- 
der, immer aber behielt er Umgang mit unheimlichen Gei- 
stern, sah sie, sprach mit ihnen, nannte sie einzeln bei 
Namen, und sagte in ihrem Dienste wahr. Fast immer 
i^h er sie als Jäger, mit umgehängtem Jagdhorn, doch 
nicht als Jäger des Wildes, sondern der Seelen. Um Klo- 

*) Rer. Angl. L. V, ap. Rer. Brit. script. Vetuöt. Heidelberg. 1587, 
p. 354. 



Bier, KirefaftQ mid Midre rettgiSse Orte sah ^ iAe iii h^Mtt- 
ders grosser Zahl schwärmen. Sobald jdtnand In seiner 
Gegenirart log, erkannte er efi sogleich, indem er ihm ei- 
nen Dämon über die Zunge Und aus dem Munde springen 
sab. Auch ein lügenhaftes Bucli, oder eine falsche Schrift, 
obwohl er nicht lesen konnte, bezeichnete er in der lügen^ 
haften Stelle sogleich mit dem Finger. Auf die Frage, iro- 
her er das wisse , antwortete er : ein Dämon lege ror ihm 
den Finger dahin. Wenn er das I>(»initorium eines Klo- 
sters betrat, bezetchnete er sogleich das Bett eines falschen 
Mönches. Der Spiritus gulosltatie et crapulae sei nach sei- 
ner Versicherung über und Aber schmutzig; der Spiritus 
libidinis et hixuriae zwar schöner, aber überaus stinlcend. 
£in8t, als die Güster ihn zu sehr belästigten, legte man Ihm 
das Evangelium Jofaannis auf den Magen, worauf sie so- 
gleich wie Vögel dayofi flogen. Als Ihm aber Gott- 
fried» Ton Monmouth Geschichte der Britten zur 
Probe aufgelegt wurde, non solum corpori ipsius 
toti, aed etiam libro superposito crebrius et tae- 
diosius insederunt/* Ebenso wül Girald zwar nirgend 
Merfins Prophezeibungen vertrete», führt sie jedoch treu- 
lich an und erzählt die absurdesten Wunder, die unglaub- 
lichsten Lügen und tollsten Märchen, bald sie belächelnd, 
bald dem Leser das Urtheil überlassend, bald ihre Wahr- 
heit versichernd. In gleicher Weise verwirft zwar ein Theil 
der Chroiüsten Got^ieds Bucfh als Fabeln, schreibt nichts- 
destoweniger aber ihn tüchtig ab, wo er ihn braucht, mrt 
die Lücken der Geschichte auszufüllen, z. B. noch Bücha- 
n an in seiner BBst. Scotorum ; und ein andrer Theil der, 
namentüdi en^lschen, Histdriker, bis in das siebenzehnte 
Jahrhundert Wnehi , fol^ Ihm getrost , wie z. B. die sehr 
gelehrten Leland, der unter Heinrich Vin lebte, üsher 
(doch mit mehr Vorsicht), Kumphrey Llhwyd, John 
Prlce, Dr. Ca jus, Dr. Powel u. a. m. — 

Insbesondre waren es die Prophezelhungen Merlins, 
welche so fest im Glauben der Zeit wurzelten, dass noch 
Jahrhunderte nach Gottfried bei anscheinend entsprechen- 
den Ereignissen die Schriftsteller sie anwandten imd sieh 
darauf beriefen. Ja selbst. dClr Potttä mudste Gottfried« 

Monmoath HUU cdt San-Marte. III 



XL 

Greschlchte dienen, indem in einem merkwfirdigien Briefe 
Eduards I (1272—1307) an den Pabst Bonifaz Vin, der 
das von Eduard unterwor&e Schottland der englischen Bot- 
mässigkeit zu entziehn versuchte, der König zum Beweise 
seiner Ansprüche darauf, ynd auf noch viel mehr Länder, 
sich auf die Thatsache beruft : dass schon Belin , Brennus, 
und Arthur Schottland und Irland erobert hätten, und die 
Abstammung der Britten von Brutus ihn zu noch grösserer 
Ausdehnung seiner Herrschaft b^echtige*), frappant ähn- 
lich den Reden und Deductionen Salomon's und Cadwallo's, 
L. XII, c. 5, 6. Und in den angeblich dem eilften Jahrhun- 
dert angehörigen, doch mehrfach interpolirten Gesetzen 
Eduards des B^kenners **) blickt mehrmals die Berücksich- 
tigung Gottfrieds durch. Die Mitte des zwölften Jahrhun- 
derts war die Epoche, wo der religiös -ritterliche Thaten- 
drang, der in den Kreuzzügen gegen die Heiden im Orient, 
und in Spanien und Afrika sich ein unermessliches Feld 
eroberte, in der Phantasie fortwirkend, und das Bitterthum 
mit einem idealen Glorienschimmer verklärend, in den Ro- 
manen wiederzuspiegeln suchte, was die grossartige Gegen- 
wart und nächste Vergangenheit mächtig bewegte. Hein- 
rich n, Förderer der Poesie und Wissenschaft, ritterlicher 
Kriegsheld selbst, und Herrscher über England, Bretagne 
und einen grossen Theil von Frankreich, führte an seinem 
Hofe die Dichter und eminenten Geister aller drei Nationen 
zusammen, und in den poetischen Chroniken schien sich 
Poesie und Wissenschaft zu vereinigen, um durch sie die 
Völker ihres ruhmreichen Herrschers zu verherrlichen. — 
Die Chroniken wurden am Hofe vorgelesen. So schrieb 
u. a. Johann ohne Land i. J. 1205 an Robert Cornhill, Vi- 
cecomes von Kent, ihm zu einem Feste in Northampton 
sogleich den Brut zu schicken: „Mittatis etiam nobis visis 
litteris Romantium de historia Angliae'' (De la Rue, Ess. 
bist. T. I. p. 149, nt. 1.). Heinrich II. hörte gern solchen 

*) Historia brevis TLomae Walsingham, Ab Eduardo I 
ad Henricum V. Ap. Angl. Hibern. Norm. Francof. 1602. 

**) Lege« Anglo - Saxonicae , ecclesiasticae et ciyiles; accedant 
Leges Eduard! latinae, GuiUelmi Conqueitoria galionormannicae , etc. 
fd. Dayid Wilkins, London, 1721. 



XU 

Liedern und Erzählungen zu *) Ueppig wuchsen in zahl- 
reicher Fülle die Romane von den einzelnen Tafelrundrit- 
tem seit 1150 hervor, und ihre Thaten wurden auf den 
Märkten durch Komödiantenbanden dramatisch aufgeführt. 
— Die Nationalsagen und wälschen und bretagnischen 
mündlichen Traditionen, welche in dieser Weise sich den 
Weg zu den Höfen und in die Literatur bahnten, erhielten 
durch Gottfrieds Chronik historischen Grund und sichre Be- 
glaubigung, und wechselwirkend stieg mit der Vorliebe 
zu den Romanen gleichmässig das Ansehn Gottfrieds, der 
mit seiner romantisch geschmückten lateinischen Geschichte 
den einfachen Brut des Tysylio oder des Walther von Ox- 
ford, dessen Sprache die englisch -normannischen Herren 
nicht einmal verstanden, in Vergessenheit zurückdrängte : so 
dass wohl mit Recht Johannes Wallingford (Vita Sancti 
Guthlach, ap. Gale), um 1214, bemerken konnte: „Transla- 
tio historiae Britonum ex translatore magis habet auctorita- 
tem, quam ex editore." — In der That, sein Ruf erfüllte 
den Erdkreis; soweit Arthurs Thaten die Gemüther erfüll- 
ten, und die Hörer ergötzten, soweit ward auch ihm die 
Ehre; seine Prophezeihungen Merlins wurden das Vorbild 
unzähliger andrer, wurden übersetzt in*s Französische, Ita- 
lienische, Spanische, Englische, sogar Isländische, gedruckt 
und wiedergedruckt, kommentirt, erweitert, und wurden in 
Verbindung mit den in der Historia erzählten Geschichten 
von Merlin die Grundlage der weitschichtigen Merlinromane, 
welche bis zum Ende des sechszehnten Jahrhunderts ihr 
hohes allgemeines Interesse behaupteten. 



Vi. Handschrif teo ) Aosg&beo und sonstige Schrifteii 

Gottfrieds. 

Die Handschriften der Historia Britonum sind 
ungemein häufig. Giles, der neueste englische Herausgeber 



*) Rex autem hoc ex gestis Britonam et eornm cantoriba» hi- 
stoiicis freqnenter aadiverat. Wilh. Malmesbur. , ap. Gale, Ilf, 
p. 295. 



dcorselben, bemerkt, dass deren alleiii im biiUischen Museum 
nicht mehr aU 30 sind, wovon 7 der Cottoniani&chen, 8 der 
Arundelianiachen , 8 der Harleianischen Sammlung, und 7 
der Bibliothek des Königs angehören. Alle sind mit mehr 
Correctheit behandelt, als es im Allgemeinen mit solchen 
alten SchriftsteUem der Fall ist. Aus Thompsons Vor- 
rede zu seiner englischen Uebersetzung Gottfrieds scheint 
hervorzugehn , dass einige in vier Bücher , u. a. ein Ms. 
nüt der Widmung an Robert yon Glocester, das sieh als 
dem Bennet - College in Cambridge gehörig bezeichnet, an- 
dere in acht Bücher, denen das Buch der Prophezeihungen 
hinzugefügt war, noch andre aber in zwölf Bücher, abge- 
theilt sind. Es wird nicht wohl zu entscheiden sein, ob 
diese Eintbeilung Ton den Abschreibern, oder Tom Verfas- 
ser selbst herrührt; im letztem Falle liesse es auf eine 
öftere Ueberarbeitung des Werkes durch den Verfasser selbst 
schliessttn. — Eine Handschrift befindet sich u. a. auch 
auf der forstliehen Bibliothek zu Bückeburg, die dem Her- 
ausgeber jedoch nicht zugänglich werden konnte. 

Gedruckt ist das Werk in folgenden Ausgaben: 
1) Britanniae utriusque regum et principum origo et 
gesta insignia ab Galfrido Monemutensi ex antiquissimis 
Britannici sennonis monumentis in latinum sermonem tra- 
ducta, et ab Ascensio cura et impendio magistri Ivonis 
Cavellati in lucem edita. Paris, 1508, 4. — Wiederge- 
druckt, Paris, 1517, 4» in acht Büchern; 

In der Widpiung sagt Ito Cavellatus über die seiner 
Ausgabe zum Grunde liegenden Mss. , was zii^pkueh seine« 
kritischen Standpunkt bezeichnet: „Cum me quandoque in 
bibliothecam Collegii Corisopitentis Parrhisiis 
siti nonnullorum librorum visendorum gratia contulissem, 
libeUum quendam, historiam regum Britanniae nunei^atum : 
situ et pedore squalentem si;que horridum repperi: quod 
diu disideraveram continentem. Repertum (dii boni) quanto 
animi affectu iterum atque iterum legi et perlegi? quanta 
observantia habui? nee ab re, cum ex illo mihi patuerit hi- 
storia, quae prius fabula videbatur. Unum tarnen moleste 
ferens, quod tarn praeclarus über tot et tanta strenuissimo- 
rum principum gesta praeclara continens pluribus sanctis 



xim 

et religiosis viris approbatus: tot mendis atque erratifi con- 

taminatus faerit: ut vix ipsum quispiam intelligere quiverit. 

Quapropter de hujusce historiae jactura atque dejectione 

condolens: huc et illuc per multas hujua Gymnasii Parrhl- 

siensis discurrens bibliothecas ; tres alios eommenta- 

rlos superiori nomine nuncupatos inveni: dnos videlicet 

in coenobio Sancti Victoris Parrhisiensis: alte- 

rum Bcilicet in eorum bibliotheca vetustissimis characteri- 

bus scriptum: altenim vero penes Reverendum in Chrigto 

patrem et dominum, dominum Abbatem dicti Coenobit : quem 

pro seipso scribi fecerat: magnoque observabat cultui: ter* 

tium autem apud Carmelitarum dictae urbis Coeno* 

bium, et in eorundem bibliotheca catena ferrea inter 

chronica affixum. Hos simul inyentos subinvicem ißöntuli: 

collatos (utcunque) castigavi: castigatos imprimendös cu- 

ravi. NihilominuB cum tot et tanta in ipsis adhuc dissidia 

reperirem, tum quod a nemine hactenus castigati, tum quod 

propter autoris antiquitatem scriptorum errore vitiati essent : 

ipsum consummatum virum Jodocum Badium Ascen«- 

sium in hac re consulere : ipsumque oratum ire decrevi: 

quod si allqua scabra nimis atque inculta in dicta historia 

ofFendat fpraesertim quae ad sententiam intelligendam diffl- 

cultatem adderent) ut suos et quidem pios obeliscos in eam 

mittat, nihil addendo nihilque abjiciendo quod sententiam 

variet aut pervertat. Quod siquidem fecerit." 

2) Die zweite Ausgabe ist von Commelin, f. 1 — 92 
enthalten in: 

Rerum Britannicarum , i. e. Angliae, Scotiae, vicina- 
rumque Insularum ac Regionum Scriptores vetustiores et 
praecipui. Heidelbergae, fol. 1587. — 

Sie enthält die Historia in 12 Büchern, wovon die Pro- 
phetia das siebente bildet. Der Herausgeber bemerkt: „Gal- 
fridum (ab Ascensio Lutetiae prius editum et multis in lo- 
cis pro ilhus arbitrio absque causa mutatum) cum Ms. cla- 
rissimi viri et de litteris optime meriti D. Pauli Knibii cot 
latum, yvrjOiov reddimus." 

3> Die Prophetla allein ward von Alanus de 
Insulis mit einem Commentar unter dem Titel heraus- 
gegeben : 



LXIV 

a) Prophetia Änglicana, hoc est Merlini Ambrosii Bri- 
tanni Vaticinia a Galfredo Monemutensi latine conscripta 
una cum Septem libris explanationum in eandem Prophe- 
tiam Alani de InsuUs. Prancofurti, 1603. kl. 8. 

b) Desgl. cum vaticiniis Calibri. Francof. 1608. — 

c) Desgl. 1649, 8; denen sämmtlich das erste und zweite 
Kapitel des siebenten Buchs fehlen. 

d) Galfridi de Monemuta Vita Merlini. — Vie de Mer- 

# 

lin, attribue a Geoffroy de Monmouth, suivie des propheties 
de ce barde, tirees du IVieme livre de Fhistoire des Bre- 
tons; publiees d'apres les Mss. de Londres par Francis- 
que Michel et Thomas Wright. Parisiis, 1837; a Pa- 
ris chez Silvestre; ä Londres chez William Pickering. — 

Die Prophetia ist als Anhang von den Herausgebern 
der Vita beigefügt. 

4) In englischer Uebersetzung erschien: 

a) The british history of Jeffrey of Monmouth, translated, 
with a large preface by Aaron Thompson, of Queens 
College, Oxford. London, 1718. 8. Die Vorrede enthält 
121 Seiten. 

b) Id. lately revised and reprinted by J. H. Giles, Lon- 
don, 1842. 8. 

5) Die jüngste Ausgabe des lateinischen Textes ist 
ausser der gegenwärtigen: 

Galfredi Monumetensis Historia Britonum. Nunc pri- 
mum in Anglia, novem codd. msstis coUatis, edidit J. A. 
Giles, L. L. D. anglicanae ecclesiae presbyter, et coli. Corp. 
Christi Oxon. olim socius. Londini, Nutt; Oxon. Parker; 
Cantab. Deighton; Dubl. Currie, 1844. 

Als Anhang folgt : Pontici Virunnii Tarvisini Historiae 
Britannicae Libri VI. Ex editionibus prioribus accurate re- 
censiti. 1844. 

Der Herausgeber bemerkt S. 240: „Subsidia quibus 
usus in textu hujus editionis ordinando : 

1) Editio Heidelb. Commelin. 

2) Notae, quas Petreius, vir doctus, nuper defunctus, mar- 
gini exemplaris sui aUeverat. 

3) Cod. Ms., olim Farmerii, nunc Jacob! Bohn. Is Über 



XLV 

saeculi decimi quarti esse videtur, et tres tantum libros 
continet, quos omnes ad verbum contuli. 

4) Cod. Harl. 225, coli, usque ad Lib. VI, sec. 8. 

5) Reg. 13, D. IL coli, usque ad fin. Lib. VI. 

6) Editio prophetiae Merlini a Michel et Wright nuper 
vulgata, coli, usque ad Lib. VIII, sec. 1, veneno p. 131, 1. 13. 

7) Cod. Reg. 15. C. XVL coli, usque ad VIII, 6, vo- 
bis, p. 136, 1. 30. 

8) Cod. 14, C. I. coli, usque ad fin. L. VIII. 

9) Cod. Ms. in Bibliotheca Bononiensi. 

Praeter istos Codices plerosque alios inspexi, id quidem 
levius, sed satis accurate ut certior fierem nihil fere in istis 
libris inesse quod in meo deesset. " 

Varianten sind nicht beigefügt; „weil ausser in zwei 
oder drei Fällen, wo ein ganzer Satz abweicht, oder die 
Correctur so klar ist, dass es nicht zweifelhaft sein konnte, 
welche Leseart vorzuziehn sei, die Abweichungen so un- 
wesentlich sind, dass es überflüssig schien, sie anzumerken." 
AufConjecturen hat der Herausgeber sich nicht eingelassen. 

Bisher wurden noch folgende Werke dem Gottfried 
von Monmouth zugeschrieben : 

1) Vita Merlini Caledonii, zuerst in einer man- 
gelhaften Ausgabe und in einer kleinen Zahl von Exempla- 
ren unter dem Titel: 

Gaufridi Arthuri Monemuthensis Archidiaconi, postea 
vero episcopi Asaphensis, de vita et vaticiniis Merlini Cali- 
donii Carmen heroicum. Londini, 4;ypographeo Gulielmi 
NicoL 1833, 4. XV u. 67 S. von William Henry Black 
für den Roxbourgh-Club herausgegeben. Besser und mit 
mehr kritischem Sinn ist die neuere eben angeführte Aus- 
gabe von Michel und Wright, Paris und London, 1837, bei 
welcher die Herausgeber jedoch mit Recht darin einig sind, 
dass dieses in lateinischen Hexametern geschriebne Gedicht 
gar nicht Gottfried zum Verfasser hat. Mit tiefer gehender 
Kritik ist das Gedicht in meinen Sagen von Merlin 
behandelt. — Das einzige vollständige Ms. davon ist 
nach 1285 geschrieben. 

2) Commentaria in Merlini prophetias. Sie 
sind weder in Mss. noch im Druck bisher zu Tage gekom- 



xtn 

men, und ihre Existenz vielleicht nur aus L. VII, o. 1 und 
2. vermuthet, oder, da seine Prophetia später vielfach com- 
mentirt wurde, ein solches Werk ihm untergeschoben, wenn 
es wirklich vorhanden sein sollte. 

, 8) Arturi regis gesta. Auch diese Schrift scheint 
nur, vielleicht auf Grund der Aeusserung in L. XI, c. 1: 
;,de hoc quidem tacebit," vermuthet. Oder man hat den 
Theil der Historia über Arthurs Thaten (L. IX— XI, c. 2.) 
für ein besondres Wei^ gehalten, sofern dieser Abschnitt 
in besondren Abschriften circulirte. 

4) Librum in fragmentum Gildae. Wenn auch 
Gildas öfters (L. I, 1, 17; ü, 17; HI, 5; IV, 20; VI, 13; 
XII, 6) von Gottfried erwähnt, und mehrmals seitenlang 
abgeschrieben wird, so äussert er doch nichts von der Ab- 
fassung eines Werkes über ihn. 

5) Ad Gualterum Oxoniensem. 

6) Diversi generis carmina. 

7) De corpore et sanguine Domini. 

Auch von diesen Werken ist bis jetzt nichts näheres 
bekannt geworden. 

8) Versprochen hat er dagegen L. XI, c, 10 noch 
ein Werk über die Flucht der Bischöfe Theonus und Tha- 
dioceus mit der brittischen ^ Priesterschaft nach Armorica, 
als Gormund der Afrikaner und die aufs Neue hereinbre- 
chenden Sachsen ganz Brittannien verheert hatten, zu über- 
setzen. Doch scheint es beim blossen Vorhaben geblieben 
zu sein. 

Somit ist also, soviel bis jetzt bekannt, uns nichts 
von Gottfried als seine Historia mit der Prophetia Merlini 
übrig, geblieben. 



n 1 ' 1 1' 



V. Gegenwärtige Ausgabe, 

Bei der gegenwärtigen Ausgabe ist der Text der Aus- 
gabe der Historia von Giles (ß) zum Grunde gelegt, und 
sowohl mit dem fast durchweg damit übereinstimmenden 
Druck in der Heidelberger Scriptorensammlung (fiT), als auch 



XLVII 

mit dem Druck von Cavellatus und Äscensius Hs€.)y nach 
einer Abschrift, welche ich der Güte des Herrn Bibliothe- 
kar Grässe zu Dresden verdanke, da die Ausgabe selbst 
von der dasigen Bibliothek nicht obne Schwierigkeit zu er- 
langen, aus preussischen Bibliotheken aber nicht zu haben 
war, — hinsichts der Prophetia auch mit der Ausgabe des 
Alanus de Insulis {AI. oder Alan.) verglichen worden, unter 
Angabe der Varianten. Es wird daraus klar, dass die Pa- 
riser Mss. des Ascensius allerdings nicht vorzüglichen An- 
spruch auf Berücksichtigung haben. 

Bei einem Schriftsteller, wie Gottfried, der augenschein- 
lich Sage, Legende, Historie und mündliche Tradition, Dich- 
tung und Wahrheit, zu dem bestimmten Zweck, eine zu- 
sammenhängende Geschichte hinzustellen, kühn zusammen- 
rafll, und mit Geschick an einander reiht, muss die Kritik 
damit beginnen, ihn wo möglich In seine Bestandtheile auf- 
zulösen, und seine Angaben auf seine Quellen zurückzu- 
fBhren, aus denen er direct oder indirect geschöpft haben 
mag. — Durch eine Vergleichung der Eigennamen, 
wie sie bei Gottfried und seinen Abschreibern und Nach- 
diehtem vorkommen, namentlich Ponticus Virunnius {Pont 
Vir. oder P. V.) Heinrich von Huntingdon in seiner !ffi- 
storia rer. Brit. (JTenr. Htd. oder H. H.) und Epistola ad Va- 
rinum (fp. ad Var.) und Wace's Roman de Brut (Ar.) einer- 
seits, mit denen des wälschen Textes sowohl des Brut Ty- 
sylio (Tys.) als des Brut Gruflfudd ap Arthur (Arth.) andrer 
Seits, ist es gelungen, sich den Punkten zu nähern, wo 
Gottfrieds Historia sich an die wälsche National -Literatur 
und Tradition anlehnt, und ein Weg durch ein freilich schwer 
zugängliches Dickicht wenigstens angebahnt, wenn auch 
noch keineswegs gelichtet: ein Weg der bisher noch we- 
nig oder gar nicht von den frühem Herausgebern und an- 
dern Gelehrten, die sich mit Gottfried beschäftigten, betre- 
ten worden ist. Denn diese wälschen Namen führen zu 
Geschichten und Anspielungen, die Gottfried theils selbst 
wiederholt, theils entfernt andeutet, oft aber auch gmTi über- 
geht, die gleichwohl aber ihren ausgedehnten Platz in der 
alten wälschen Literatur und Tradition, in Triaden, Mabino- 
0on, Legenden und Liedern einnehmen, deren Bezugnahme 



XLVIII 

bei Gottfried aber ohne den damit verknüpften wälschen 
Namen der Hauptpersonen in den seltensten Fällen auch 
nur zu errathen ist. Diese von Gottfried vorgenommene, 
fast durchgängige Umgestaltung der im Brut Tysylio vor- 
gefundenen wälschen Namen in vermeintlich wohlkling^en- 
'dere , latinisirte oder willkürlich veränderte bei den Haupt- 
personen, während viele ganz schlichte Nebenpersonen, die 
nur z\im Schmuck als Figuranten aufgezählt werden, ihre 
wälschen Namen behalten haben, gehört zu den auffallend- 
sten Erscheinungen, auf die wir im Folgenden noch ein- 
mal zurückkommen werden. Dagegen ist für die römische 
Periode der Erzählung die Beibehaltung der historisch ge- 
gebnen Namen nicht befremdlich. Da die Namen in den 
französischen und englischen Arthurromanen sich wesent- 
lich nach Gottfrieds Bezeichnungen gemodelt haben, jene 
aber alle jünger sind, als Gottfried selbst, so können sie 
keinen Beweis dafür liefern, dass Gottfried etwa bretagni- 
sche Uebersetzungen und Modulationen der wälschen Na- 
men gewählt habe, zumal die übrigens problematische Li- 
teratur der Bretagne vor Gottfried denselben in keiner 
Weise unterstützt, die beibehaltnen wälschen Namen bei 
Gottfried selbst aber bretagnischer Ein- und Beimischung 
widersprechen. -— Im Allgemeinen werden die Namen im 
Brut Tysylio für ächter, als die im Brut Gruffud ap Arthur 
zu halten sein; in der Regel stimmen sie jedoch überein, 
wenn die. Orthographie auch nicht immer streng dieselbe ist. 
Die Zeit ist vorüber, um den alten Streit zu erneu- 
ern, ob Gottfried ein Fahler, und desshalb zu verwerfen, 
oder ob ihm Glauben zu schenken sei? da diese allgemeine 
Streitfrage durch die Vorfrage bedingt wird: zu welchem 
Zweck er Zeugniss ablegen soll? wobei im einzelnen Fall 
sich von selbst erledigen wird, inwieweit ihm zu trauen 
ist ; denn allerdings ist er in keinem Punkt ohne Misstrauen 
zu betrachten. — Die gegenwärtige Ausgabe hat sich zur 
Aufgabe gestellt, und sucht darin die Rechtfertigung ihres 
Erscheinens, wenn es deren überhaupt bedürfen sollte: das 
Verhältniss Gottfrieds zur beglaubigten Geschichte einerseits 
und zur wälschen Dichtung und Sage andrerseits näher 
»U ermitteln. Dabei wird sich oft finden, dass gerade das, 



XIilX 

was der Historiker verwirft, einen schätzbaren Beitrag zur 
Litterar- oder Sittengeschichte bildet, und umgekehrt; und 
gewiss ist, dass Gottfried noch sehr viele Quellen benutzt 
hat, die uns jetzt verloren sind. — Zu diesem Zweck war 
es nöthig , sowohl Parallelstellen aus andern besser accre- 
ditirten älteren oder gleichzeitigen Schriftstellern beizubrin- 
gen, vorzüglich aus solchen, die er sichtlich ab-, oder denen 
er nachgeschrieben hat, als auch den Apparat aus der wäl- 
schen Literatur zu eröffnen, oder darauf hinzuweisen, der 
in deutlichem Zusammenhange mit Gottfrieds Erzählung 
steht. Wir verhehlen uns hierbei jedoch nicht, dass in die- 
ser Beziehung freilich nur erst ein geringer Anfang hat ge- 
macht werden können: da die wälsche Literatur dem For- 
scher des Kontinents, selbst wenn er der wälschen Sprache 
mächtig wäre, nur in sehr beschränktem Maasse zugänglich, 
ein vollständiges Durchdringen derselben aber desshalb un- 
möglich ist, weil der bedeutendste Theil derselben noch in 
Handschriften verborgen hegt, die erst jetzt allmählig an- 
fangen, an den Tag zu kommen. Ausserdem ist aber auch 
das Meiste, dessen man habhaft werden kann, so wenig 
kritisch beleuchtet und gesäubert, dass es ungemein schwie- 
rig ist , ein sichres Urtheil zu gewinnen , und die Wahrheit 
unzweifelhaft hinzustellen. — „Wir wollen daher — so 
sagt der treffliche und besonnene Lappenberg (Gesch. 
Englands, B. I, S. XLII) jedoch die Hoflftiung nicht aufge- 
ben, durch einzelne Aufklärungen Geschichte und Dichtun- 
gen Jeffreys noch gehörig geschieden , und letztere dann 
auch ohne Groll als anziehende Ueberreste der Vorwelt 
geehrt, und die Entstehungsgeschichte der Sage zu einem 
brauchbaren Stoff der Nationalgeschichte erhoben zu sehen." 
Von diesem Gesichtspunkte aus sind daher auch die 
beigebrachten Anmerkungen zu beurtheilen. Sie massen 
sich nicht an, fär einen fortlaufenden Commentar zu gelten ; 
sie sollen nur erst Materialien zu einem solchen liefern. 
Sie wollen nicht in jedem einzelnen Falle Dichtung und 
Wahrheit, Historie und Sage sondern, vielmehr nur hindeu- 
ten, wo anderwärts weiter darüber Nachfrage zu halten 
wäre. Wo die lebendige Tradition sich an Localitäten und 
Denkmäler geknüpft hat, ist es, soweit Nachweise sich dar- 



boten, bemerkt. Weniger berücksichtigt ist die Portbildung 
und Umgestaltung des alten Sagenstoffes in den nach Gott- 
fried entstandnen Dichtungen und Romanen, weil hier niehr 
die dichterische Willkür gewaltet hat, und zumal die Fort- 
bildung meistens von den Franzosen oder nach ihrem Mu- 
ster geschehn ist, wesshalb darin in der Regel kein natio- 
naler Zusammenhang mit der wälschen Sage mehr vor- 
herrscht. 

Durch eine ausführliche Inhaltsangabe ist der man- 
nigfaltige Stoff übersichtlich zu machen gesucht, und das 
angehängte Namen- und Sachregister wird das Ver- 
folgen einzelner Punkte erleichtern. 



«•»• 



VK ßicblsteig zur Kritik Gottfrieds. 

Das erste Buch der Historia umfasst die Ge- 
schichte des Brutus bis zur Gründung des brittischen Rei- 
ches. Ueber die Trojanersage sind in den Anmerkungen 
reichhche Beläge beigebracht. Sie findet sich zuerst in den 
austrasischen Quellen meist geistlicher Scriptoren, mit mehr 
oder minder deutlicher Beziehung auf römische und griechi- 
sche Schriftsteller, vorzüglich Homer, Virgil und Livius; 
das ganze westliche Europa eignete sie sich an, und sie 
ging sogar in die Snorra-Edda und FonaldarsÖgur über. 
Die national-brittlsche Tradition von der ersten Bevölkerung 
der Insel kennt sie nicht. Nennius hat von den brittischen 
Chronisten die Trojanersage zuerst, und er beruft sich da- 
b^i als Quelle auf die Annales Romanorum , zugleich giebt 
er sie aber In solcher Ausführlichkeit, dass man dabei schon 
ihre damalige völlige Ausbildung voraussetzen muss. Dass 
unter Annales Romanorum nicht römische Schriftsteller 
zu verßtehn sind, habe ich bereits In der Einleitung zu mei- 
ner Ausgabe des Gildas und Nennius (Berlin, Rose, 
1844) zu zeigen versucht. Man muss vielmehr annehmen, 
dass die einzelnen Greschichten der Trojanerabstammung 
und Odysseen bei Homer, Llvlus, Plutarch, Vfa'gll u. s, w., 
I9p%ter ausgedehnt auf die Gallier und Franken bei Ammton 



u 

MarceUin, Greger von Taurs, Fredegar und in den gestis 
Franeomm, lateinsehreibende Chronisten weiter in Bezie- 
hung auf die Britten yerarbeitet haben, und Nennius einer 
solchen Chronik nachschrieb» da er, nach eignem Geständ- 
nisse Compilator, nicht Erfinder, war. Jene wälsche Natio- 
nalsage ist die heimisch ältere volksthümliche, und der Name 
Brito, Britta, Bruto, als Stammvater der Britten bei Nemdus^ 
gemahnt an die Gantilena der alten Chronisten, die Namien 
der Völker von einem gleichnamigen Stammvater abzulei- 
ten. Dass Brito oder Bruto an Prydain erinnerte, liegt nahe; 
dass letzterer aber mit Brutus identificirt ward, ist nicht nach-^ 
zuweisen. Wenn aber alle Spuren fehlen, dass die frän- 
kisch-gallische Trojanersage sich schon im vierten Jahr- 
' hundert in England eingebürgert hat, vielmehr wahrschein- 
licher ist^ dass erst im sechsten oder siebenten Jahrhundert 
die fränkische Sage auch auf Brittannien angewandt ward, 
sa ist es erklärlich, wesshalb Bruto oder Brutus der alt* 
nationalen Dichtung und Tradition La Wales fremd blieb. 
Den auf überseeischem Grund und Boden fussenden Verfas- 
sern der Annales Bomanorum des Nennius, nicht wohl ^- 
nem wälschen Barden, mochte es geläufig sein, dabei an c^-* 
neu grossen Namen der Geschichte, an Lucius Junius Bru- 
tus, zu denken. Marcus Junius Brutus war unter Cäsars 
Mördern, dessen Andenken bei den Britten fortlebte, wie 
Cäsar selbst sich auch mit wälschen Sagen verwob, und 
sein Name wurde genannt, soweit die römische Macht reichte. 
Decius Brutus war Oberbefehlshaber der Flotte in den Käm- 
pfen Cäsars gegen die Veaeter in Annorica, welche bedeu- 
tende Hülfsvölker aun Brittannien erhalten hatten (Cäsar de 
b. gall. III, 9, 11, 14.), und er half glänzende Siege vJfer 
sie erringen, die zur Unterwerfung der Armorieanev führ- 
ten. — Mehrfach liefert die wälsche Literatur Diebtungeii,. 
welche nach Auslegung der Mylhologen, unter der Allegorie 
eaner Jagd, meist emes Hirschea oder Ebers, die Kämpfe dM 
celtisehen Hddentbums und des Drutdismus mit dem C^* 
stenthume darstellen sollen; daher denn awäi der Hirsch- 
jagd des Brutus, wie Nennius und Gottfried sie erzählen, 
eine solche Deutung gegeben wird. So hält auch Mone 
(Noirdiaches HeidentbHim, Q, S<. 423} es für wohl glaubUcb, 



LIt 

dass Cäsar^s Mörder Brutus desshalb den Namen hergege- 
ben, weil dieser den Druiden als der Wiederhersteller ihrer 
Freiheit erscheinen musste, und seine Jagd bedeute die 
Einführung einerneuen Religion; — wobei er jedoch über- 
sieht, dass die Jagdgeschichte schon in altrömischen Quel- 
len vorhanden war, die sich gewiss nichts mit celtischen 
Druiden zu thun machten. Wir weisen entschieden einen 
inneren Zusammenhang «des Brutus der Sage mit irgend 
einem der drei Brutus der römischen Geschichte, als vöUig 
unerweislich, zurück. Tausend Beispiele zeigen dagegen 
die Sucht der klassischen, wie christlichen alten Chronisten, 
schnellfertig jedem Volk seinen gleichnamigen Stammvater 
zn geben. Der Name Brittia und Britannia war historisch 
gegeben ; somit konnte der Volksheros nur Brito, Bryto hei- 
ssen, und die Chronisten suchten eine Anlehnung an einen 
bekannten Namen, wozu Brutus sich leicht darbot, so dass 
beiderlei Brutus nur rein äusserlich, gleich zufällig wie will- 
kürlich, mögen zusammengeworfen sein; wobei zugleich 
ein beliebtes Wortspiel sich einmischte , die vom übrigen 
Continent missachteten Britten celtischen Stammes sprüch- 
wörtlich zu beschimpfen, und sie als bruti Britanni zu be- 
zeichnen, wie schon in einem von Lobineau (Hist. de la 
Bretagne, II, S. 49) mitgetheilten Gedicht, anscheinlich aus 
dem sehnten Jahrhundert, geschieht, das zur Erinnerung 
an die Abtei des H. Florenz durch den Bretagnerfürsten 
Nominoe in diesem Gotteshause gesungen wird: 

Florentii basilica 

Sensit fera incendia 

A gente crudelissima 

Vere bruta Britannica. 
Die von Gottfried erzählte Irrfahrt und Ansiedlung des 
Brutus stützt sich auf Nennius, mit dem wieder die Numi- 
dische Bevölkerungssage bei Sallust (Jug. c. 18.) in Ver- 
bindung steht: wie überhaupt die Herculesfahrten mit den 
Trojanerfahrten sich in eigenthümlicher Weise scheinen ver- 
mischt zu haben. 

Lappenberg (Engl. Gesch. I, 6) bemerkt über un- 
sere Trojanersage: „Die brittische Volkssage darf der Ge- 
schichtsschreiber unserer Tage, nach der Urgeschichte die- 



LÜI 

ses Stammes befragt, nur leise berähren. Auch sie, gleich 
der Stammsage andrer europäischen Völker, erscheint nur 
in jener römischen Zerrmaske, welche bei dem abendlichen 
Nachleuchten der untergegangenen römischen Sonne in der 
ihren eignen Stern misskennenden neuen Welt sich bildete. 
Führt auch jeder Fingerzeig alter Sagen uns mit Recht 
nach dem Orient, so haben doch die Dichtungen von Tro- 
ja's Untergang und der Flucht des Brutus, eines Urenkels 
des Aeneas, nach Brittannien, in den Uebertünchungen un- 
nationaler Verbüdung, in der wir sie jetzt allein kennen, je- 
den historischen Gehalt verloren , und die abgeflachte Hie- 
roglyphe scheint uns rettungslos verloren. Die eitlen Brit- 
ten wussten nichts besseres , als sich mit dem abgebleich- 
ten werthlosen FUtterstaate der Hauptstadt zu schmücken, 
und die fabelhafte Stammsage Roms auch sich anzueignen/' 
Wir können in die Strenge dieses Urtheils nicht einstimmen, 
theils, weil derselbe Vorwurf fast alle übrigen Völker des 
westlichen Europa, bei denen jemals Römer Fuss gefasst 
hatten, trifft: theils, weil, wie gesagt, nicht die brittische 
Nationalsage diese romanische Tradition adoptirt hat, son- 
dern sie, wie Gildas sich ausdrücken würde, eine traditio 
transmarina blieb, deren erster uns bekannter Berichterstat- 
ter ein römisch gebildeter Geistlicher war ; wenngleich den 
Britten in andrer Beziehung nicht zu bestreiten ist, dass 
sie es ausgezeichnet verstanden, die Thaten feindlicher Hel- 
den auf ihre eignen zu übertragen , und so die Geschichte 
zu ihrer Ehre umzugestalten. 

Im zweiten Buche wendet sich Gottfried, nachdem 
er das brittische Reich bis zu seiner Gründung durch Bru- 
tus und der Theilung von Wales, England und Schottland 
geführt h^it, zu den heimischen Traditionen, wo uns sofort 
Locrin, Estrildis (Essyllt, die Isolde der Romane) Gwenddo- 
leu, Ebraucus oder Efravc, Vater des Peredur oder Pard- 
val der Romane, mit den auch in diesen vorkommenden 
CasteUum puellarum und Mons dolorosus, femer die aus 
Mabinogion bekannten Yspadaden (Spaden) und Angharat, 
das Schloss Paladur mit dem weissagenden Adler, und der 
selbst bei Shakespeare noch heidnische Lear (Lludd Llaw 
Eireynt)~mit der halbm^thischen Crdddylad (Kordelia) ent- 



UV 

gegentreten: alles Figmren, die unabbäng^ Ton Arthwa 
Thaten eine selbstständige Existenz in der Sage hatten, da- 
tier in einer Königsreihe nach Cäsar, die den historiachen 
Kamen angeschmiegt werden musste, nicht mehr Baum fim- 
den, dennoch aber nicht mit Schweigen übergangen werden 
konnten, daher in eine Urzeit gesetzt wurden, welch«- ihr 
dmidischmystisches Wesen, wie die Barden es in wälschen 
Dichtungen dargestellt hatten, auch TOllkommen entspraeh. 
Dann aber mit kühnem Anachronismus sucht er die Ge- 
schichte an den historischen Gunedda Wledig (Cunedagins), 
den Urgrossvater Arthurs, den Vater der Anlawd, welche 
die Mutter der Eigr, die wieder Mutter Arthurs war, und 
an Biwallo, den Gründer des neuen armorikanisehen Rei- 
ches, so wie an den ersten brittischen Gesetzgeber Dun- 
yallo Molmutius anzulehnen; wie denn überhaupt sowohl 
bei Gottfried, als überall in der Sage das Snchen nach ehro* 
nologischer Ordnung yei^ehrte Pedanterei wäre. Wird 
doch selbst in dem alten Mabinogi Kilhweh und Olwen der 
Dyyynwal Moel zum Bitter an Arthurs Hofe gemacht, und 
prophezeihet Taliesin anderwärts Christi Geburt, obwohl 
er im sechsten Jahrhundert nach Christo lebte. 

Im dritten Buche schimmern im norwegischen 
Elsing (auch in der Wilkinasaga ein Eisung, Earl von Bern) 
und Guichtlacus nordische Sagenelemente durch, diie den 
sogenannten Nordseesagenkreis berühren; Brautfahrten, 
Entführungen, Heirathen, Heer&hrten brittiscber und nordi- 
scher Fürsten herüber und hinüber, von und nach Skandi-» 
navien und Jütland, welche über die uns bekannte Ge- 
schichte hinausgehn. Diese eigehthümlichen , und noch 
lange nacht geniügend aufgeklärten Beziehungen habe' ich 
zum Theil in n^iaer Bearbeitung der Gudrun (BerMn, 
Posen und Bromberg, Mittler, 1839), sodann weiter in mei- 
nen Beiträgen zur bretomschen und celtischen Helden^ 
sage, Abschnitt Finn (Quedhnburg, Basse, 1847) näher zu 
efförtem versucht. — Mit Belin und Brennus erobe^ der 
Vev&sser sich historiscben Boden, und liefert hier ein deut- 
Uehes Beispiel, wie er oder seine Queüeuf, die er ausschrieb, 
mit anerkeimungswerthem Gesdiiek dem celtiseh-'mythischen 
Beli seine GötOicfateit abzustreifii»^ und ihn in den hietodschen 



ißt. 

Brennns, den Erschuttarer Borns, so wie den Se^uS tuid 
BeMnus in die alten Celtenführer Sigovesüs und Bellovedas 
des Livius zu zerspalten und zu verschmelzen verstanden. 
Alles was die römischen Schriftsteller von Brennus und sei- 
nen Schaaren erzählen, und was von den sennonischen 
Galliern berichtet wird, ist auf Belin und Brennus (wälsch 
Bran, d. h. Feldherr) mit eitler Vergrösserungssucht über- 
tragen, und auch die römischen Heerstrassen in Brittannien 
dienen zur Verherrlichung des gallischen Völkerfühters. 
Noch bietet aber die Geschichte eine Lücke zwischen Bren-* 
nus und Cäsar, die füglich mit d^r aus Nennius entlehn- 
ten Bevölkerungssage von Irland, mit der Entstehung der 
angelsächsischen lex Marcia, und mit dem wlUkschen König 
der Martern, Morvid, der in den Ueberschwemmungsmythus ' 
von Addanc hineingreift, ausgefüllt wird. Jene irisdie Be* 
Völkerungssage, die bei Johannes Fordun weiter ausgeführt 
ist, weiset durch den aus Spanien vertriebnen Partholoim 
und seine Bardenses nach der iberischen Halbinsel, uöd 
die sagenhafte Erzählung des Florian da Campo und Este^ 
van de Garibay, wonach ein Tolemon und Brutus, zwei 
römische Consuln , Toledo . gründeten und bevölkerten , ist 
ein Nachhall älterer Tradition ; wie denn auch die von Gott- 
fried erzählten Geschichten von Corineus in der alten spa- 
nischen Sage vielfache Anklänge finden ; ein Zeik^hen , dass 
auch von dieser Seite her Elemente nach Wales gelangt 
sind, von denen Gottfried Kenntniss nahm. Wenn er da- 
gegen die weitläufig im Brut Tysylio erzählten drei Plagen 
Brittanniens übergeht, bei denen die Söhne des Hell be«- 
theiligt sind, so mochten sie ihm zu augenscheinlich isn* 
historisch vorkommen, um ihncQ einen Platz zu gönnen. 

Im vierten Buche sind es zunächst die bekaniv- 
ten römischen Schriftsteller, weldie den Leitfaden gebend 
obwohl augenscheinlich aus ihnen umnittelbar weder Q6Ü^ 
Med noch der Brut Tysylio gesdiöpft haben. Jene, besoaiT 
ders Cäsar, dann Sueton, mitunter Tacitus, öfter Orosiod, 
und andere Jüngere dienen zur Contrcdle und Parall^le^ 
Beda, und nach ihm Nennius und Asser sind ausführliche 
benutzt. Was dageg^ von wälsch^ Elementen sich ein«- 
mischt, .möc)i|:e|) wir ni^l|t ^anz für leere Eitindwg haiteti, 

Monmonth Hist. cd. San-Karte. IV 



Mi 

Ob' cHe sehotÜBche Berdlkerangfisftge vom Reudft des Bedft, 
bei Gk>ttfHed Rodric de Scithia, trnd der Raub hibemiseher 
Frauen gerade hier am Platze, während Beda sie in die 
mythische Urzeit verlegt, ist zwar nicht wohl zu entscheid 
den; indess giebt sie doch eine dunkle Andeutung von den 
KüstenanföUen und wahrscheinlich auch Einwanderungen 
der Nordländer nach den britischen Inseln, die mit jedem 
folgenden Jahrhunderte zunahmen, und deren erster Anfbng 
in eine für uns durchaus unenthüUte Zeit zu setzen ist. 
Cjrmbelin (von Shakespeare nach den vielfach von ihm um- 
gehenden Erzählungen benutzt) ist nach Sueton historische 
Person, und der Verrath des An<b*ogeus, der bei Cäsar, de 
b. gall. V, 20, im MandubraUus scheint zu suchen zu sein, 
hat ein trauriges Andenken bei den Barden in Gedichten 
und Triaden behalten. Auf die bekannten Heereszäge des 
Piaiitkis, OstoriuB Scapula, Suetonius Paulinus, Cato, und 
die Aufttände der Cartismandua und Boadicea wird nicht 
e^egangen, vielleicht, weil sie Wales nicht wesentUeh be* 
riUirten. Mit dem ersten getauften bnttischen Könige Lu^ 
eiUB und den Missionaren Faganus und Duvianus bewegt 
sieh die Historia auch zuerst auf dem wälsohen Heiligen* 
und Legendenboden, der später noch oft betreten wird, uf&d 
in Wales und Irland zu einer wundersam monströsen Cul* 
tor gelangt ist. 

Fünftes Buch. Von Sev^us bis Constantin, SohA 
dier Helena, dienen noch ttmiehmlich Oroshis, dann Aure- 
Bus Tüctor, Eutrop, Prosper Aquttanus, und zum Theil die 
Panegyriker zur Vergleichung. ISs ist nicht zu beaw^feln, 
äass über diese Periode noch eine Menge Andre Schriften 
existirt haben, die uns aber verloren Skid, wie Gfegi^r von 
Tours t. a. deren «kif bis sechs nennt, Äe er exoerpirt, 
und die wir nur durch seine Angabe insoweit kennen. Wenn 
daher OotMried hier Z%e erwähnt, cBe von andem giaub- 
hiAea Zeugnissen bestätigt werden, so •dürfte es bedenk- 
Utth «cOn , ohne weiteres 4Sit nicht andei^wrftlg bestätigten 
sofort dls waiköri*che Erfindung bei Seite zu werfen. Mit 
Maosen Wtedig, Conan Mermdoe und Ciaradec Briezbras 
beginnt jedoch wieder ein erchwer ^u entwirrender Knäal 
vieUifteh versehlungener Fäd««, die aaidörs in Bretagne, und 



anders m Wiöes s^meeßv^mp^ «wd: vßpshi^l^ es ^^^^f9)* 
schwierig ist, hier irgendwie festßii historische?) Qrund ^u 
gewinne!^. Von der Periode des I||fa|ipian und der Grün- 
dung seiner Militärcolonieen in Armoric^, |n yiQrbip4]4Ug 
mit den n^h seiner Zeit npch oft wiederhplt^^n (st^^en 
Auswiu^derangeQ aus Walles nach BFßt9.^e ^^vf^ß na^ Si- 
cherheit diß Hauptyeirpflanzung yrälseh^ Sagei^ i^ach ^cpi 
tagne zu datiren seii^, inden^ die b|*!et%g^c}^n pt^e}^ ode]c 
minder fabelvoUen Historiker Yon dips^r ^eit und diesen 
Personen an den Anfang des Qeubegn;n4etjßn hretagjai^hen 
Reiches setzen, das mit diesen Einyanderuqg^ eines frem- 
dep, wei^ngleidi sta^m^rerwandten Volkes im gröi^pten 
Ma^issstabe einen ganz npu^n Aufschwung n^ehmen, und ei« 
ner neuen £ntwic)felung entgegen ^hn musste. — Sie zn|t 
der Au8)irAnderung nach Brejtagpe verknüpfte Lejgende jox^ 
ä&: H. Ursi^l^. mit |hren IIQOP Jimgj^auen gi^o^, W}^ ß9 
scheint^ mehr der läränkischeasf Legende an, u?id i^ W9^ 
erst spHter n^di Brit^anx4en gedr^^ge^^ nicht vpp dort aus-* 
gegangei), wie denn auch ü^ace Im {loman 4e Brut l^ ibjr 
entschieden französisch^ ^egende;^ b,enju,tizA l^ftt. 

Stachst es Buch. Mit dem ;^de dgs vi^ri^en up,<| 
Anfang des fünften Jahrhunderts beginnt eine Periode ^ 
Eiends und Jammers für die alte Bevölkerung der bri^tischen 
Insel, wovon Gildas uns ein eheni^o kur;;es alß ^er^ze^ejLr 
s^^d^ Bild gegebei^ ;^t. ^it d^ Ab;»^ ä^ev römißchen 
Legpij9ipiien yf&tm öiß Biritten ai^jf ibire eigne Kfa|t gß:f?^ei^en, 
sich d^ immer mehr sich häufenden Anfälle der Scoi^e^i 
Peg^en und ^achi^en f^u er^ejbren; aber y»s wfu: von ei- 
nem Volke zu ;er^arten^ yon 4e^ Qlldas ^t ^^b^ Wß/^' 
^Immer w^ CjS jijwjlpi?»ph, fpejnde j^:}]ajRrehren, v^d ptjrk ^d 
unbesi^glioh Jn ^ürj^erkrj^gen: Ät^wach upd <^W?^Mi& ^^ 
/äi^Ji^^e^ ^ me^ns, sti^k «i y^pturpc^en ji^d V,^ 
pttji." r- yesrg^b^s .er^cholA^ ^ SWÜ^s ^ijta^^gx^^f 
nvJh ^m- 'M ^W Dwsen de^ Vpl^er^^^derjff^ ,9^ 
iem (ji^f^tin^nt blieb dfe I^i^el yojji den wmscjw«! Kfift^W 
ipreisg^g^beax. — . y;prz4^|ioix grün^liolji, laiit ^y^ 7ftis6ti;^r 
.ischem, 4q* m^Wff^ mi>^^$^^ Hinblick auf die S^f 
,hat Läppten ber^ den Aljjj^chnitt; vpn der l^iny wd^^W^r 

Ufttef Iie«fi^ >un^ .^9^ ?f^ ?iW^ G^ch^chte j^lw^ 

IV* 



behandelt; wenn die anderweitigen Quellen, besonderd die 
angels. Chronik, hierbei einen sichreren Anhalt zu gewäh- 
ren scheinen, als Gottfried, so bleibt diese namentlich doch 
insofern höchst einseitig, als sie über das, was hinter dem 
Schlachtfeld, im Lager des Feindes, im inneren Verkehr des 
brittischen Volkes vorging, gar nichts berichtet. Dagegen 
wird es schwer sein, die Angaben des Nennius und Gildas, 
die von brittischer Seite her berichten , aus der Geschichte 
in die Fabel zu verweisen ; mögen bei den beiderseitigen An- 
gaben auch die Thatsachen mehr an einander gedrängt, um 
die genannten Personen schärfer gruppirt, die Ereignisse 
mehr abgerundet erscheinen : der eigentliche Kern , die 
Zuhülfenahme der überseeischen Sachsen gegen Picten und 
Scoten, ihre Ansiedlung,' das Nachdrängen ihrer Landsleute 
und Vortigems Verrath, sein das Vaterland in's Verderben 
stürzender, schmachvoller Irrthum in dem gewählten Mit- 
tel zum Schutz gegen die Feinde, wird immer stehn blei- 
ben müssen, wenn auch die romantische Ausschmückung 
abgestreift wird. Ausserdem bleibt aber noch ein tiefes 
räthselvoUes Dunkel verbreitet, einmal darüber: wie das 
religiöse Leben im Volke, und zweitens: die Kirche als 
Ausdruck desselben und zugleich politische Corporation 
sich gestaltet haben mag? Dass durch den mehrhundertjäh- 
rigen Aufenthalt der Römer im Lande eine gewisse Mi- 
schung der römischen und celtischen Götterlehre in eini- 
gen Provinzen stattgefunden habe (z. B. die Wochentage 
führen imWälschen römische Bezeichnungen), ist wohl an- 
zunehmen; dass die Druiden aber bei ihrem starren abge- 
schlossnen Wesen römischen Cultus bei sich aufgenommen, 
sehr zu bezweifeln. Zu beiden heidnischen Elementen irst 
das Christenthum , und wenn hier, wie überall, auch die 
Hierarchie ihre Fundamente legte, und äussere Geltung durch 
Einfluss auf Fürsten und Volk , durch Anlage von Kirchen 
und Klöstern und Gewinnung von Grundbesitz sich zu er- 
ringen wusste , so scheint die römisch gebildete , vom Con- 
tinent ausgesandte Priesterschaft doch ganz andrer Art und 
Bildung gewesen zu' sein, als die a* heimischem Boden er- 
wachsne und erzogne. Es fehlt nicht an Anzeichen , dass 
dort weit mehr, als bei andern Völkern, die Prediger der 



christlichen Lehre den heidnischen Vorstellungen sich an- 
geschmiegt, dem Nationalmythus einen grösseren Raum ge- 
stattet, ja, wie bei der Mission des H. Patrick nach Irland 
ziemlich deutlich ist, der Missionar ganz in die druidischen 
Ideen xmd wunderlichen Künste eingegangen sei, um die* 
ser selbst als Waffen sich gegen den Druidismus zu bedie- 
nen. Dazu trat nun die Sachseneinwanderung zugleich als 
politischer und religiöser Feind, und in dem in Besitz ge- 
nommenen Theile der Insel wurde germanisches und scan- 
dinayisches Heidenthum sieghaft; hier unterlag das Chri- 
stenthum eine lange Zeit völlig« Und wenn dieses ein Be- 
weis ist, wie wenig tief es noch im Volke Wurzel geschla- 
gen, so wird auch nicht füglich zu leugnen sein, dass in 
dem von der Invasion frei erhaltenen, gleichwohl aber durch 
Hungersnoth, Pest, Auswanderung, innere Zwietracht und 
Feindesschwerdt ohnmächtig niedergeworfnen und zerrütte- 
ten Wales die christliche Kirche nicht minder tief erschüt- 
tert, und auch die dem Volk von Fremden erst zugebrachte 
christliche Lehre in gleichem Maasse vom uralten Heiden- 
thume überwuchert worden sei. Eine Andeutung hierauf 
giebt jene trübe, noch fast völlig ungesichtete Masse der 
im B. I. Myv. Arch. und in den Triaden enthaltnen altwäl- 
schen Literatur, aus welcher eine neuere unkritische und 
phantastisch philosophirende Gelehrsamkeit einen grossen 
celtischen Götterhimmel erbaut hat, dem nichts, als der 
Glaube des unbefangenen Forschers fehlt. Ihre ältesten 
Zeugnisse, die zugleich die am wenigsten mystischen und 
unverständlichen sind, sind zwar um einige Jahrhunderte 
jünger, als die Periode unserer Chronik, die wir jetzt be- 
trachten ; je weiter vorwärts aber steigert sich die Dunkel- 
heit und absichtliche Gelehrsamkeit; und je heller das Chri- 
stenthum wieder leuchtet, desto mehr scheint das dünkel- 
volle Bardenthum sich bestrebt zu haben, sich ein exclusi- 
ves Gebiet zu conserviren, das vom Glauben 4er Massen 
zwar nicht mehr betreten, dennoch aber mit dumpfem Stau- 
nen als ein ehrwürdiges Nationalheiligthum angeschaut ward. 
Dieser vielbesprochne Neodruidismus, der in dieser Periode 
chaotischer Verwirrung aller Elemente des Daseins seine 
Wiege mag gefunden haben, ward später ausschliesslich 



gfepfltegt vfeh afeh Trägiini fälschet* JPoesle und Wiösehschftft, 
dfeh BäHfen ; ^eiiti difeöe aber in Ättteri, Voii deiieti iHr auf 
^Ikubwürdlfeem Weg* flößen, däss das Chrifilfenthum wle- 
afef ailgemfein h^dbhöhd ini Land'Ä war, dennoch eiti celti- 
scheÄ Heideilthum dichtisrl, öd können iHr darltt iiichlS mehr, 
älB ein getehrtös Spiel etkfentten, und ihnen fäf die öchte 
Mythologie k6infe grössere Glaubwürdigkeit beilegen, als 
döh jühgstfen Römischen und griechischen Schriftstellem, 
und deii sich ihhbtt ähöchliesis'enden Ralienerh utid Franzo- 
sen, Wfehn Sie mit gelernter SchülMässerel die allen Götter- 
l^estalten itt teoderheh Öichtungen handhaben. 

Solche Zeu^isse des neunten und zehnten , ja selbst 
zwölften und vierzehnten Jahrhunderts, die man häufig 
ohne Wahl und Bedenken ais gleich Wahrhaftige und Hch- 
tigfe Äeugön ifür feinen Glaubensbestand des vierten bis 
sechsten Jahrhunderts angenommen hat, werden nur nach 
gründlichster PrüfUng und Läuterung, bei zulänglicher Bürg- 
schaft andrem unangefochtener Zeugnisse zugelassen wer- 
den können. Die Zeiten solcher Umkehrung aller Verhält- 
nisse sind zugleich die fruchtbarsten zur Aussaat neue): 
Mythen und Sag-en; und wie unsre deutsche Heldensage 
ihren tiefen Wurzelgründ in der Völkerwanderung findet, 
und um die Völk'ertreib61' Etzel und Dietrich sich krystal- 
liftirt, wie die Karlssage in dem neuen Weltreich Karls des 
Crrossen ihre Entstehung fand: so schössen auch um die 
hiÄtori'schön Figureft eines Vortigem, Germanus, Heilgist 
und Horsa, Aureliuö Ämbrosius und Arthur die Strahlen 
des Wunderglaubens, heroischer Traditionen, und Anschau- 
ungen eines heubelebten Nationallebens zusammen, welche 
äie folgenden Bücher der Chronik berichten, und in Arthur 
uhd Seiner Tafelruhd^ ihren, die ganze gebildete Welt des 
iffittelalters erfuÜendett Ausgang fanden. Die Ahgelsachlsen 
haben kleine zusammenhängende Heldensage, wie etwa uns- 
re Sigurdsage und Nibelungen gehabt — eiklärlich, weil 
ihre Einwanderungen Jahrhunderte lang dauerten, verd^e- 
dienartige Stamme sich 'abgesonderte Reiche gWi^ideteii, da- 
mit das Bewuss^sein der Nationaleinheit im fremden ero- 
berten Bilden sldh schwächen mochte , und die Art der In- 
vasion mehr StoJf zu einzelnen Bomanzen und Biegesge- 



tu 

sängen, als zum gro&sen fi^os darbot. Ala die Zeit ruhi- 
ger Ueberschauung dner grossen Vergangenheit eintrat, 
stürzten Dänen, dann Normänner, neue Geschlechter mit 
neuem Glauben, über den angelsächsischen Grund, und 
schufen eine neue Erde. Dennoch bleibt es immer merk* 
würdig, dasB Hengist, der gefeierte Held in angelsächsischen 
Liedern, dennoch nur ein Held des Continents, in Käm- 
pfen mit den Dänen und an den friesisahen Küsten blieb, 
hier sein Grablied gesungen ward, seine grösste ThsJt, die 
^rste feste Gründung des Sachsenreichs in Brittannien, aber 
unerwähnt bleibt. Will man sie in Zweifel stellen» so fehlt 
es an alier Erklärung, wesshalb die Britten dennoch gerade 
ihn zu dem Heros »koren, ihn gewissermassen eu einem 
neu^i tiiatenreielieD Leben erweckt hab<m? Gewiss ist, 
dass diese ausfkhrenden sächsischen Seekönige für das ^u* 
rückUeibende Volk die Bedeutung ursprünglich nicht hat- 
ten, die sie erst im Verlauf der Geschichte erhieken: dass 
es deren Thaten in der Feme minder achten mochte, da 
es nicht unmittelbar daron berührt wurde : dass ihr Buhm 
sich nur erneuerte, wenn sie beutebeladen heimkehrten* 
Aber dieser kehrte nicht heim, brachte nicht Schätze zu^ 
rück, sondern zog nur neue Völker siich nach. Ganz um* 
gekehrt bßi den Britten. Er war diesen ihr erster, schlauer, 
voräthenscher Verderber; er führte die verhassten Frem- 
d^i zuerst ein, und er ward zur Folie gebraucht, um die 
loigsenden Sle^ des Aurellus Ambrosius und Arthur über 
die Sachsen in um so hellerem Glänze strahl^i zu lassen. 
Mit Voiiigera tritt uns auch zuerst Merlin entgegen, schon 
im neunten Jahrhundert bei Nennius ein dämonisches We- 
Ben , Prophet, mit ^^ciellem Lebenslauf. Der Ruf MerUw 
wt nicht bloa va der Literatur bewahrt ; die mündliche Tra- 
dtti<m, die daneben harging, giebt ebenso zahlreiche Zeug- 
nisse über ihn. Zu beachten ist, dass Gottfried ihm we- 
oj^ mebr 'Thätigkeit giebt, als Nenmus: dass er mit Ar* 
thur "Viearschwindet : und der Zaoiberer der Romane, der stete 
Be^käter Arthurs bei allen s€finen Schlachten und Kriegen^ 
^eer itastlos^ Holchdrenisl^ wie er endlich im Prosaroman von 
MerKn enssaaunetigefas^ ist, hier noch nicht völlig zum 
VcD^8cA^il» konuBS^; H»d «ebcgisowen^ kennt Gottfried schon 



LXII 

den im Wald von Celyddön wahnsinnig herumirrenden Pro- 
pheten Merlin Caledonius und den druidischen Mystagogen 
der Jüngern Bardendichtung. 

Siebentes Buch. Was bei Nennius c. 42 noch, 
einfach ein Theil der Geschichte war, ist hier zu einem be- 
sondren Werk verarbeitet und ausgedehnt, und nach Gott- 
fHeds eignem Zeugniss gleichfalls aus dem Wälschen über- 
setzt. Indess ist zuvörderst auffallend, dass der Briit Tysy- 
lio die Prophetia nicht hat; aber auch andre Werke, die 
dem Gottfried zum Vorbild gedient haben könnten, sind bis 
jetzt nicht zu Tage gekommen, und man fühlt sich gedrun- 
gen, hier dem Gottfried eine grössere dichterische Thätig- 
keit zuzuschreiben, als er in der Historia angewandt hat. 
Dass der historisch übrigens sehr problematische Merlin 
eine ausführliche Prophezeihung über die Geschicke seines 
Volks wirklich selbst hinterlassen habe, muss in Ermange- 
lung alles Beweises dafür in Abrede gestellt werden. Bei 
dem hohen Ansehn jedoch, dessen sein Name genoss, 
hat die spätere Zeit ihm viel und mancherlei der Art in 
den Mund gelegt, und dieses vielleicht ungefähr die Form 
angenommen, die wir bei Gottfried finden. Eine nähere 
Betrachtung lässt uns einige Blicke durch den Schleier thun, 
der das Werk umhüllt. — Es fällt zunächst auf, dass die 
Prophetia bis zu Cadwalladr sich eng an die Historia an- 
schliesst, und Satz für Satz aus derselben sich erläutern 
lässt: c. 3: „rex benedictus parabit navigium, et in aula 
inter beatos duodecimus annumerabitur." Daraus ist der 
Schluss zu ziehen, dass entweder sie mindestens nicht äl- 
ter als der Brut Tysylio ist , oder dass Gottfried , bevor er 
die Historia schrieb, eine ältere prophetia nach diesem Brut 
gemodelt hat. Der vorher erwähnte praedicator Hybemiae 
ist kein andrer als der H. Gildas, und der infans in utero 
crescens der H. David, wovon die Vita Gildae, c. 4 aus- 
führlich erzählt. Sie wird zwar dem Caradoc von Llancarvan 
zugeschrieben, stützt sich jedoch auf ältere Legenden, die 
aber schwerlich über die Zeit des Nennius hinausreichen, 
da dieser derselben nicht erwähnt, obwohl er mehrfach der 
christlichen Missionare in Wales, Irland und Schottland ge- 
denkt. Der fernere Theil der Prophetia spielt auf die Pe- 



IXIII 

riode der angelsächsischen und dänischen Herrschaft nur 
sehr flüchtig an, und es tritt die Geschichte von Wales 
durchaus in den Hintergrund; wogegen mit den Worten: 
^Populus namque in ligno et ferreis tunicis superveniet,^ 
die unzweideutig auf Wilhelm den Eroberer (1066) zielen, 
entschieden die Geschichte des normannisch brittischen 
Reiches den Inhalt der Weissagungen bilden soll. Im Kap. 
4. wird Canut erwähnt (1017 — 1035), früher kann also nicht 
wohl dieses Kapitel verfasst sein. Gegen den Schluss hin 
wird das Gedicht inraier mysteriöser, Naturgewalten mischen 
sich ein, der Weltuntergang bereitet sich vor, und es würde 
ein eigner prophetischer Wahnsinn dazu gehören, hierzu 
die entsprechenden Facta suchen zu wollen. Aber auch 
schon gegen den Schluss des Kap. 3. findet ähnliches statte 
dessen grösserer Theil sich jedoch noch auf Ereignisse be- 
ziehn lässt, die GottMed noch erlebte, oder doch im Keime 
G^hon sich entwickeln sah. Alle bisherigen Herausgeber 
haben in den Mss. keine neueren Interpolationen b^nerkt, 
und daher können wir für jetzt nur annehmen, dass das 
Werk, wie es der Text giebt, wirklich aus Gottfrieds Feder 
geflossen sei. Die genauste Kenntniss der brittischen Spe- 
cial- und zugleich geheimen Hofgeschichte seiner Zeit wurde 
-vielleicht noch manches hierauf beziehn lassen können, 
was aitf jüngere Ereignisse bezogen worden ist; allein wir 
müssen uns bescheiden, davon abzustehn, und begnügen 
uns mit dem Anerkenntniss zur Ehre Gottfrieds: dass, wie 
es ihm mit der Historia gelungen ist, das grösste Aufsehn 
zu machen, und den grössten Anhang bei Dichtem und 
Historikern dergestalt zu gewinnen, dass die beglaubigte 
Geschichte nach ihm umgearbeitet ward: es ihm in fast 
noch höherem Maasse gelungen ist, die Prophetia^ für die 
nächsten vier Jahrhunderte als einen Zauberspiegel hinzu- 
stellen, in dem die Welt bald mit Freude und Triumph, 
bald mit Staunen und Entsetzen die Ereignisse ihrer Zeit 
sich abspiegeln sah, wenngleich die Väter des tridentini* 
sehen Concils die Prophetia als ein Werk des Teufels ver- 
dammten, und in den Katalog der verbotnen Werke ein* 
trugen. 

Im achten, neunten, zehnten und eilften Bu- 



hxn 

che Kap. 1 und 2. bewegen wir uns inmitten der PiUie 
der brittischen Nationalsage. Ist den Kämpfen des Aureus 
Ambrosius, auch nach den Zeugnissen des Gildas, Beda 
undNennius, nicht eine historische Wahrheit abzusprechen, 
so wie andrerseits die ferneren Kämpfe Hengist's, Octa's 
und Cerdic's aus der angelsächsischen Chronik erhellen, 
so verschwimmen die wenigen Anhaltpunkte, weiche sie bie- 
ten, doch bald unter der Masse der sagenhaften Nachrichten, 
die Gottfried hier wahrscheinlich was sehr verschiedenarti- 
g^i Quellen zusammengetragen hat. Nur in sehr wenigen 
Fällen klingt die Historia mit der angelsächsischen Chronik 
zusammen^ da diese meist nur von Sachsensiegen, die brit- 
Asche Tradition nur von Brittensiegen zu berichten für gut 
findet. Ejr«ras mehr Anhalt gewähren die Annales Garn- 
briae. Nach dem Beowulfliede stirbt Hengist auf dem 
Oontinent: die Britten lassen seme Hinrichtung sich nicht 
'entgehn. Die zahlreich genannten Helden findein sich ftat 
aUtt in den alten wälsdlen Schriftweiis:en, Triaden, MaMno- 
^on und Gedichten wieder, und ist hier noch eine reiche 
Naxshlese zu den Nachweisen der Anmerkungen zu haltea. 
In diesem Abschnitt ergeht sich auch Gottfried in behagü^- 
dier epischer Breite, während der übiige Theil 

d'cs eilften Buch« durch gedrungene chronicali- 
whe Trockenheit merklich dageg^on absticht. Die hart von 
Gildas gesdioltenen Fürsten : Constantin, Aurelius Conums, 
W«rt^otiiis (auiffläifiger Weise wird Cuneglas übergangen) 
und Maglocunus, (das Vorbild des Lancelot der Aomane) ge- 
hören der Geschichte an, während im Gormund, Ludwig 
V«^ Isembard die Geschkhte in dichfteriscfaer Verkelirung 
^ascbeint, jedoch Augustin, iHnoo<^, Broem»el wieder in 
Seda, in der angelsMichsischen Chronik und in ^n wälsdMSi 
Lfegendien historischen Gehalt gewinnen. 

Das zwölfte Buch bietet eün vorzugsweise meik- 
wtirdiges Gemisch von bald benutztem, hald ignodrt^cn oder 
umgeafl*beitetem Material aus Gildas, Beda, Nennius, dier an- 
gelsächsischen Chronik, aus der zum Theil sehr zweifelhaf- 
ten Greschichte der Bretagne dieser Zeit, und a»8 vrarsdited- 
nen Legenden und Volkstraditionen dar. In Beziehung auf 
das dgenthümlifc^ ^nd, wie es sdiciiit» abaichtiicbe Anfäh* 



ren und Verhüllen dör ethtett Historie hat in diesem Ab- 
schnitt gewiss Forduns xiusspruch über Gottfiried und ähn- 
liche wälsche Chroniken Recht: „Verum sicut in his et mul- 
tls aliis expertum est Britonum gestio et Anglorum, in tan- 
tum sua saepius discordant Pbetarum sertpta, quantum et 
populi, quorum voluntates adeo contrariae noscuntur, ut 
nisi coactus neuter id minime, quod alter velit." — In der 
That war der wälschpatriotische Chronist in einer unglück- 
lichen Lage. Sein Volk ^ar durch Schwäche und Zwie- 
spalt, AMtch seine Schuld uni 'seinen früh^i^en Huhm, und 
dem sichren Untergange nahe gebracht. Mit Cadwalladr 
scbliesst sich die Reihe der btittischen Könige; der alte 
Glanz verlor isich, die Angelsachftfen gewannto die Ober- 
hand, und fShf teh die Geschichte det Insel welter : während 
die kleinien Fürsten von Wftlefe ühbödeutend in etnem Wla* 
kel dfes Landes hinter ihten Bergeh ziemlich Abgeschlossen 
vom übrigen Europa vei-harrtto, titr Ihre herabgedHklcttt 
Existenz durch hartnäckige Kämpfe fristend. Äe ÄhttWl 
tief Und nachhaltig den Untergang ihres ^nstigen Stemu, 
und darum knüpften sie an die von^ildas berichtete ßa(^h* 
senprophexeihung : „15W Jahre nach der Landünjs He9ig%s(S 
werden die Sachsen das Land erobern, und 150 Jabte dÄ»- 
rin als Sieger herrschen* — die entsprechende Britttepp(>- 
phezeihnng: „Mit Cadwalladr'^s Todfe sind jene eüsten 15# 
Jahre verflossen; und nach andern 150 Jahfen wird CäA*- 
walladr wiederkehren, um das Reich zur alten Glorie zu- 
"rückzufuhren !** eine Prophezeihung,* die dem Merlin in den 
Mund gelegt, sich bis in das dreizehnte Jahrtitxnclert Mutfii 
tmaufhorUch wiederholte, Wenn irgend Hoffhung war, durch 
einen Aufstand gegen die an die Stelle der Sachsen und 
^ann der Dänen getretne normannischenglische Miacht 
Siege und Unabhängigkeit zu erringen. — 

fi« ist nicht überflüssig, zum Schluss noch einen Kk* 
anf di^ Ansicht des gelehrten Verfassers der Brittannia «f- 
^ the Romans zu werfen, der damit zugleieh uns auf dBh 
Brut Tysylio zurückführt. 

derselbe giebt die Reihefolge d6r erweisHch histori*- 
sehen Könige nach dem Abzug der Römer in folgendet 
It'-eSie «n; 



BXVI 

Owaln Finddu ap Maxim Wledig. 

Gwrtheym Gwynedd. 

Fanatical interreign. 

Gwrtheym Gwynedd. 

Long fanatical interreign. 

Cystennin ap Cadwr of Cornwall. 

Qu. brief interreign? 

Maelgwn Gwynedd. • 

Long anarchical interreign. 

Gadvan ap Jago.ap Beli ap Rhun ap Maelgwn. 

Cadvallon ap Gadvan. 

CadwaUadyr ap Cadvallon. 
Somit verschwinden Aurelius Ambrosiu8, Aurelius Co- 
nanus, Uterpendragon und selbst Arthur aus der Geschichte. 
Ihm scheinen diese alle nur mythische Figuren; B. I, 
S. 81 nennt er Arthur vanity of vanities, und Aurelius Am- 
brosius, Merlin, Arthur und — Attila, alle diese seien 
nur ein und dasselbe Subject in verschiedner mythischer 
und fabelhafter Gestaltung, nur durch die Historiensuclit 
der Bruts in verschiedne Personen gespalten. Demnach 
vermag er in den Geschichten von Vortigem bis Cadwal- 
ladr, wie die Barden; Triaden und zum Theil die Bruts sie 
geben, wenig mehr zu sehn, als mythische und allegorische 
Darstellung der Kämpfe des Neodruidismus gegen Christen- 
thum und sächsisches Heidenthum, und unter sich selbst. 
— „Als Cadwalladr — fährt er fort — sich die Krone 
des Brutus au%esetzt hatte, waren die Weissagungen des 
Aurelius Ambrosius (Emris Wledig, Merlin — ??) erfüllt: 
venit jam carminis aetas! Bei seinen grossen erfolgreichen 
Thaten schien ihre Erfüllung eingetreten ; mit seiner Thron- 
entsagung und seinem Tode aber war die magische Rolle 
zerrissen und den Winden preisgegeben. Die Nation blickte 
nicht femer auf Cadwaladyr und Cynan, noch mochte sie 
sich aufschwingen zum Urvater Prydain. Der Gott, der sie 
verlassen hatte, .'nahm sein Eigenthum zurück, um sich ei- 
ner^ bessern Krone zu erfreuen , und überliess ihr König- 
thum einem fremden Volke. Das brlttische Königthum 
endete, als Cadwalladr die Insel verliess, woran es seit 
260 Jahren von Owain Finddu bis zu Cadwalladr geknüpft 



Lxvn 

war. Mit ihm scheint auch das nationale Uebergewicht des 
Neodruidismus geendet z;^ haben, so wie das Ansehn des 
ambrostanischen Orakels, das zuletzt öffentlich bekannt 
ward, und die Regierer des Staates beherrschte. Obschon 
die Barden als ein öffentliches Missgeschick fortdauerten, 
verloren sie doch den Muth, ihre alte Gewalt zu üben. Die 
Ueberbleibsel der Britten hörten auf, auf das fremdgewordne 
Schauspiel zu achten, das zum Schluss gebracht war, und 
auf die letzten zwei Jahrhunderte und weiter zurückzubli- 
cken. Ihl'e Gelehrten hatten zu wählen , ob sie der Nach- 
welt eine ehrwürdige lehrreiche Erzählung, wie sie wirklich 
gewesen, oder die Schande und Absurditäten einer traditio« 
nellen Masse unter einem vollständigen System von falscher 
Historie überliefern wollten, zusammengebracht durch die 
eigenthümliche Selbsttäuschung der Barden. Sie waren zu 
sehr in ihrem eignen Herzen mit falscher Lehre angefollt, 
und die Ehre ihrer Väter und Ahnen war zu tief damit verr 
flochten, um einen bessern Weg zu gehn. Die Arbeit ward 
unternommen und ausgeführt von Tysylio, Sohn des 
Brochvael, Fürsten von Powys, der die Powysier in äet 
Schlacht von Bangor commandirte. Seit der Erwählung 
Cadvan's bis zur Entsagung des Cadwalladr waren sieben* 
zig Jahre der Wirmiss und Schlachten verflossen ; was An- 
lass zu grosser Verfälschung der Ereignisse in dieser Pe- 
riode gab. Die nächsten fünfzig Jahre vorher zwischen 
Maelgwn und Cadvan, dieselben, während welcher Brittan^- 
nien keinen Monarchen besessen zu haben scheint, waren 
weit dankbarer für den Geschichtschreiber. Daher behan- 
delt er die Jahre, wo die Eltern einiger noch lebenden 
Personen, ja mit Einschluss seines eignen Vaters, noch in 
die Ereignisse verflochten waren, mit einer vorsichtigen 
Unbestimmtheit und Dunkelheit, und fuhrt die möglichst 
dürftigste Zahl von Thatsachen an. Die gänzliche Verwir- 
rung der Ereignisse, der Mangel an Müsse oder an Mate- 
rial für die Kritik, und die zurückgehende Einsicht und Gi- 
vilisation des Landes würden nicht ausgereicht haben, ei^ 
nem so kühnen , und doch nur so höchst mittelmässig aus- 
geführten Unternehmen einen so Vidllständigen Erfolg zu 
verschaffen, wenn nicht der Umstand hinzugekommen wäre, 



iXWH 

dftts später alle dictienigen, die wohl ton Stande gewewn 
wären, das Werk in seip^r Niclitigk^t darzuatellen , «ic)i 
lebhaft dafür iuteressirt hatten, diese Fiotion in Sehut« zu 
nehmen*' (B. I, p. 169, 170.). 

Wir sind voUkommeii mit dem Verfasaer einYerßtan- 
den , sofern uns jemand zumuthen wiU, den Brut TysyliQ 
als baare wirkliche Geschichte von so hohem Alter hinisa*r 
nehmen; aber des Verfassers ganzer Standpupl^t is|; 4^ep 
Art, dass er die Bedeutung des Werkes als Zeugnis^ für 
die Sage, als Sammelwerk von Material dazu, bei welcjiem 
i&ß histoiische Verkettung des aphoristisch Zerstreuteii huf 
reine Nebensache ist, gar nicht begreift. Und denaoeh 
würde auf seine Ansicht noch eipiger Werth zu legen sein, 
wenn es ihm nicht gänzlich an kritischem Organ mäkelte. 
Es kommen ihm nicht die geringsten Zweifel über die Echt^ 
heit und das Alter der alten Ba^dengedicbte bei; eins Ut 
ihm für seine maodruidische Mystoiogie so beweisend, wie 
das andre. Bass Tysylio der Verfasser des Qrvit ßei, ist 
film unzweifelhaft, denn die Myv. Arcdi. theiit lyrisiQ^^ß Ge^ 
diehte Ton ihm mit: der Barde Cinddelw spielt fi^^f i^ 
an (der ab^ nach Sharon Turner erst um 1150 — 1200 
lebte) und ebenso hat Davidd ap Gillym Beziehungen auf 
den Gral (B. I, S. VJL), dah^ Tysylio auch wohl die Ge* 
sdiichte vom H. Gral um 717 verfasst hab^i pag, weil 
diesdbe beginnt: „717 Jahre nach dem Leiden unsere 
Herrn warr ich Münder an eii^em einsamen Orte. ^ Er v^- 
giast nur dabei, dass David ap Gillym im yierzehnten Jahr« 
hundert lebte, wo die GfaUUeratur schon gewalta^e^ Um* 
fimg hatte, und die frai^si^hen (Hercs nicbt yc^swn^en, 
ihren Büchern wunderUchseltsames Alter und Ursprui^g fs^ir 
jsusebrelb;^. Den Prosa^oman du St. Greal i^ßtte, wie 
seine Vorrede besagt , de9maeh der Heiland selbst diistirt 
Vahrhitft läoheilicb erscheint der V^r&seer in der Aus^r 
rmg, das3 liAaeelot nur der yerstummelte Nwne von Isr 
dlslaw , «• K. des liSdislaw vron l?Pgwi^ C1079 — Iß^ß) fdf 
Kon^g der Hu^^nen Si^i (B. U, p. So.), während der Prototyp 
dessdben im Maelgwn Gwynedd zv^ sutchen ist. Qa^z |Umr 
lieh verhält jes sieh denn :auiob xnit d«^ ^payste^^iöse^ $ieor 
droidismus, den ler MB den JB^rtoigfidltllit^A * Tn^^^p, wA 



£901 

aonsttgen Besten vibcher Poesie zusammengebaat bat^ 
ohne SU prüfen , ob ein Zeugniss dafür dem sechsten oder 
vierzehnten Jahrhundert angehört; bei welchem Verfithren 
sich denn freilich alles aus allem machen lässt. Diese für 
uns Deutsche unbegreifliche Unkritik, an der namentlich 
auch Da vi es vorzugsweise leidet, hat die celtisehen Stu- 
dien &8t in Verruf gebracht, und es wird nicht eher der 
Weg zur wissenschaftlichen Wahrheit gefunden werd», als 
bis der ganze bisherige phantastische Bau niedergerissen 
ist, und die alten echten Werkstücke gehörig gesäubert und 
geordnet sind: die dann freilich keinen vollendeten Götter- 
tempel des Hu und der Oeridwen bilden, aber doch ein^n 
ehrwürdigen Torso celtischer Mythologie darstellen werden.^ 
an dem zu glauben der wissenschaftliche Gmat ohne Errö«* 
then sich fiUüg halten darf. 



m BratTysyllo. 

Die so ebem und schon weiter oben 8. XV. berührte 
Di^g^nz der Meinungen, welche über das Alter un^ den 
Verfasser de^enigen Brut, der unter dem Namen des Ty* 
sylio geht, unter den Gelehrten herrschen, wird sich am eia- 
&cltsten durch eigne Einaieht des Werkes aeU)St Ipseu» oder 
wenigstens wird diese den Leser in Stand setsen, sieh «ein 
eigöes unabhängiges Ürtheil zu bilden : wesshalb zur genauen 
Vergleichung desselben mit Gottfrieds Chronik es nach 
der englischen Uebersetzung von Roberts*) d^ 
gegenwärtigen Ausgabe der Historia faeigefiigt ist ; und wo 
der Uebersetzer gi^it hat, .mögen die Wäiedikundi^^en: ihn 
nach dem Druck der Myv. Arch. oder nach den Handschrifr 
ten 4es Brut berichtigen. Bobeits hat <laut Vmre^) den 
Text zum Grunde gelegt, welchen die Handschrift, Brut Ty* 
sylio betitelt, liefert, und die ihm als die älteste von al- 



*) Tke ckroniele q£ the kings of Bikaia , trandjkted frosi -the 
welsk eopy rnttribated ie TyaiUo, by 4he Roy. Peter Robeft«, A* 
M. London, printed for B. WiUiaras, 181 L 4» 



LXX 

len, die er gesehn, ei!SchieD. Die AbBcfarift davon ist aus 
dem Rothen Buch Ton Hergest genommen, das sieh jetzt 
in der Bibliothek des Jesus-College zu Oxford befindet. Er 
hat indess mit diesem einfacheren Texte zugleich, durch 
Klammem und Zeichen aber speciell bemerklich gemacht, 
die Abweichungen und Zusätze eingefügt, welche sich in 
dem Brut Gruffudd ap Arthur befinden, dessen Text so ge- 
nau mit Gottfrieds Historia übereinstimmt, dass, wie auch 
der Titel besagt, nicht daran zu zweifeln ist, er sei eben 
eine wälsche Uebersetzung dieser Historia. Hierzu gehören 
auch die in der Myy. Arch. unter A und B in den Varian- 
ten abgedruckten Mss. , welche noch mit dem Ms. des Sic 
W. W. Wynn von Roberts verglichen sind. *) Da es uns 
aber nicht darauf ankommt, wie Gottfried in*s Wälsdie zu- 
rückübersetzt worden ist, sondern was er aus dem Wäl- 
schen entnommen, so sind in unsrer deutschen Uebersetzung 
diese Zusätze weggelassen, und ist der Text des Tysylio 
in ursprünglicher Reinheit und Einfachheit belassen. Aus- 
serdem benutzte Roberts das, auch schon oben S. XXIII. er- 
wähnte. Ms. der Abtei Basingwerk, von guter Hand in der 
Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts geschrieben, das zu- 
gleich den Dares Phrygius und die Chronik der Füi;^en 
von Caradoc von Llancarvan enthält, die darin bis zu Hein- 



*) Von den, nach Angabe der Herausgeber der Myv. Arch., meh- 
tBtmi Torhandnen Handschriften des waischen Brut des Gruffudd ap 

Arthur ist die älteste aus dem Ende des zwölften Jahrhunderts, andre 
sind aus dem dreizehnten und vierzehnten. Der Graf De la Ville- 
marque (Contes populaires des anciens Bretons, If, p. 322) bemerkt 
darüber: 

„11 en existe : 

1) nn Ms. au Mus^e Britanniqne, biblioiheque Cotonienne, 4. r€L 
05 fol. Cleopatra, B. C. 5 ; 10, A ; 

2) un autre Ms. dans la biblioth^que de Thonorable M. Bosanquet, 
magistrat de Londres, 4, Tel. 328 fol. 

3) un troisieme dans le Li?re rouge d^Hergest, au coU^ge de 
Jesus, k Oxford, fol. velin. col. 200?. 

4) et six dans la biblioth^que d'Hengurt. Les ^ditears du Myvy- 
rian en ont publik trois; malheureusement ils n'ont pas recouru h la 
oopie la plas exacte, k celle de la bibliotheqne cotonienne, qui m'a 
gen^ralement senri de g1lide•^* 



rieh VI. fortgeführt ist; und dieses ist wieder mit zwei an-' 
dem Mss, zu Wynstay verglichen. In diesem Ms. ist det 
erstere Theil der Chronik weit YoUständiger, als irgend ein 
andres Ms. das er gesehn , wesshalb er auch die Zusätze, 
und Paraphrasen in Noten unter dem Text vollständig mit- 
getheilt hat. Das Uebrige aber stimmt mit den übrigen 
wälschen Uebersetzungen Gottfrieds, und es erscheint ihm 
augenscheinlich als eine lUebersetzung oder Bearbeitung der 
Historia von andrer Hand, als der des Brut Gruffudd ap 
Arthur. Somit dient auch dieses nicht unserm Zweck, und 
bleibt dem hiernach weiter prüfenden Leser die Verglei- 
chung von Boberts Werk selbst überlassen. 

Der oben S. XW. mitgetheilten Ansicht der Herausge- 
ber der Myv. Arch. über die Schlussbemerkung* Walttiers' 
im Brut Tysyho steht entgegen, dass sie sich in diesem, 
und nicht im Brut Gruffudd findet. Wir können sie ' nur 
dahin verstehn: dass die Rückübersetzung 'Walthers aus 
dem Lateinischen in das Wälsche nur eben dieser Brut Ty- 
sylio sei , und es scheint auch die Erklärung hierzu sehr 
nahe zu liegen. Wir werden es mit dem Begtiff Uebcr* 
Setzung bei Walther nicht genauer nehmen dürfen, als bei 
Gottfried. Wenn dieser mitunter in langen Sätzen Gildas, 
Nennius, Beda, u. a. m. wörtlich abschreibt, und eigne 
persönliche Bemerkungen sich erlaubt, so -vrird Bearbei- 
tung eine richtigere Bezeichtiutig als Uebersetzung sein.» 
Der Brut führt selbst dne Schrift über Arthur und Mledrod' 
an (adL. XI, c. 2.); die cc. 10 und 15 bei Nennius : mögeft 
in einer wälschen Schrift zu einer Geschichte von Brutu» 
zusammengeschmolzen und wcjiter. ausgesponnen gewesen 
sein ; die Nationalliteratur hat ausser • Zweifel noch andre 
schriftliche , von Walther benutzte Denkmäler , die uns bis 
>etzt zum Theil verloren sind, zu seiner Zeit gehabt. Wal^' 
ther war ein höherer Geistlicher, die lateinische Sprache 
ihm daher gewiss ebenso geläufig , als seine wälsche Mut- 
tersprache, und es ist» daher sehr wahrscheinlich, • dass, w^nn 
er einmal eine solche Chronik unter Benutzung wälscher 
Materialien schreiben wollte, er sie lateinisch vexfasste, 
gleichwohl aber seindCöünpitotion eine Uebersetzung aus dem 
Wäl8ch«a nannte, und diese smä lÄteiniecbe Ächrift. legte 

Monmoatli Eist. cd. San-Marte. V 



UXll 

Gottfried seiner Historia zum Grunde; indess mochte Wal- 
ther seine Schrift gleichfalls, hei dem Anklang, 'den Gott- 
frieds Bearheltung derselben fand, nachher, oder auch vor- 
her schon, semen Landaleuten nicht Torenthalten, und über- 
setzte sie desshalb in's Wälsche; und diese Thatsaehe ist 
es, die er am Schluss des Brut versichert. Eine solche 
Uebersetzung wäre aber ganz unnöthig gewesen, wenn ein 
vöUig gleichlautendes wälsches Buch, das er vorher in's 
Lateinische übertragen, schon existlrt hätte. 

Dass der Brut Tysylio aber nicht ein Auszug aus Gott- 
frieds Historia, vielmehr wirklich von letzterem benutzt ist, 
äurfte sich aus Folgendem mit ziemlicher Sicherheit ergeben : 

1) Ueberall fast, wo der Brut ErkläruAgen gewisser 
walscher Ausdrücke oder Uebersetzungen darin in*s Säch- 
sische oder Englische giebt, wiederholt Gottfried diese in 
gleicher Weise; wo sie aber im Brut fehlen, vermissen wir 
sie auch bei Gottfried; ja, wo er sie auf eigne Hand ver- 
S!]icht, sind sie mitunter unrichtig: so dass sich sogar die 
Vermuthung aufdrängt, dass Gottfried selbst das Wälsche 
nur unvollkommen verstanden habe,.z. B. 

L. I, c. 16: loquela, quae prius Trojana, sive curvum 
graeeum nuncupabatur ; ist eine verunglückte Erläuterung, 
die bei Tysylio fehlt. 8. Anmerk. 1. c. 

L. n, c. 9: Hudibras condidit oppiduni montis Pala- 
dur, quod nunc Sefbvia dicitur. Ascens. liest Hurdibi'as; 
£p. ad Yar.r Rudhundibras; Wace*s Brut: Ruhundibras. Br* 
Tysylio: Run Paladr fräs und Gruffudd ap Arthur: Run 
Paladyr. — Rhuon d. h. a ravager, Beiwort eines Krie- 
gers, paladr: Strahl, Schaft, überhaupt gerade Gewachsnes; 
ffra bezeichnet den Zustand der Schnelligkeit, Stärke. Mag 
Run auch als Name gelten, wie er öfter vorkommt, Paladr- 
fifras ist Beiname, den Gottfried nicht verstand. Tysylio 
sagt weiter: „er erbaute die Stadt am Berge des Schaftes '^ 
(wcmmter Roberts einen Rundthurm versteht); Gottfried 
behält das wälsche Wort Paladur bei, obwohl schon zu sei- 
ner Zeit die bezeichnete Stadt Shaftesbury genannt wurde. 

L. n, c. 16: Gorbodug; bei Gües: Gorbogudo; Epist 
adVar. : Bobodugo vel Gorbodug; bei Br. Tysyl.: Gwrfyw 
dygn. Gwr. d, h. mit Kraft begabt, ein Mann, kann aber 



UXIII 

aüch Käme sein ; dygn, d. h. der Beharrliche, ein Bemame, 
ist von Gottfried mit dem liaiiptnamea unverstanden zu- 
sammengezogen. 

L. III, c. 11: Gurgiunt Brabtrue; bei Asc. Gurguintus 
. Brabtrucus ; Epist, ad Var. : Gurguitharetruc ; Pont. Vir. : Gut- 
guint Barb truch; bei Tysylio: Gvrgont varf drvch. 
Varf. d. h. Bart, drvch, drwg, übel, schlimm. Roberts über- 
setzt daher mit Recht grim-beard, Grimmbart ^ Gottfried 
übersetzt den Beinamen nicht. 

L. IV, c. 12, 13: Levis Hämo. Bei Asc. und Pont. 
Vir.: LaeliusHamo; bei Tysylio: „Hämo, der von dieser That 
den Beinamen Meuchelmörder erhielt;^' was bei Gott- 
fried fehlt, der ihn c. 13 nur versutus nennt, während er 
0. 12 ihn „britannico voeabulo^' nur unübersetzt Levis Ha« 
mo bezeichnet. Llevr, d. h. Memme, Feigling. 

L. IX, c. 4. nennt Gottfried Arthurs Lanze Ron. Bei 
Tysylio heisst sie Ron (d. h. Lanze, kurzer Speer) cym- 
myniad, d. h. die fem treffende. Aehnlich heisst sie im 
Mabinogi Kilhwch und Olwen : Rhön gomyant; gom, d. h. 
what tums adrersely (Owen.) — Ebendas. Calibumus, Ar- 
thurs Schwerdt, lässt Gottfried unübersetzt. Bei Tysylio 
und anderswo heisst esOaledvwlch, was Roberts mit the 
hard cleft übersetzt; d. h. caled, hart, scharf, bwlch. Hieb. 

L. a, c. 12: Gadvallo Leuirh. Bei Tysylio: Gas wal- 
len Llaw hir, d. h. die lange Hand, ist von Gottfried 
unverstanden. 

L. XI, 0. 2: Cador Limenic. Bei Tysylio: Chattvr 
vrenin Lemennic, d. h. König (vrenin) Chattvr der 
B&uber, nach Roberts. — Llemeinig d. h. of a roving State, 
Wandering, prancing (Owen.), ü. s. w. 

2) Die zierUcheh Orakelverse in L. I, c. 11 entspre- 
chen dem eleganten Styl Gottfrieds. Der Tysylio hat eui- 
fache Prosa. Hätte die wälsohe Sprache das Orakel in 
Verse gefasst gehabt, so würde sie der Brut gewiss ange- 
nommen haben. 

3) Gottfried übergeht die von Tysylio weitläufig er- 
i&Wten drei Plagen der Insel (ad L. HI, c. 20.), die Ein- 
äsdierung von Cirencester durch Sperlinge (L. XI, c. 8.), 
und die Sage, dass auf den Fluch des H. Augustin die 



LXXVI 

Texte beniützt haben, vorgefundnen wälschen Kamen latiiii- 
sirte, französirte, oder sonst mit WiUkür umwandelte: ein- 
mal, da das wälsche Volk überhaupt von den anglonorman- 
nischen Fürsten und Adligen als ein barbarisches angesehn, 
seine Sprache gar nicht von ihnen verstanden, und es im 
hohen Grade von ihnen verachtet ward, waren die schwieri- 
gen, der französischen Zunge wohl meist unaussprechlichen 
wälschen Namen, nicht geeignet dem Werke selbst er- 
wünschte Empfänglichkeit und günstige Aufnahme zu er- 
wecken; sodann aber, weil es ihm dadurch in meister- 
hafter Weise geglückt ist, die vorhandnen Fragmente w&l- 
scher Dichtung und Sage, aus denen sein Werk zusammen- 
gebaut ist, den Wälschunkundigen zu verhüllen, selbst Wal- 
thers Buch dadurch den etwanigen Nachspürem ausser Sicht 
zu bringen, und sein Werk als ein ganz neues auf bisher 
unbekannten Quellen beruhendes geltend zu machen, indem 
seine Glaubwürdigkeit durch. die aus lateinischen bekann- 
ten Quellen wartlich abgeschriebnen Stellen der Historiker 
soviel Autorität gewann, um auch Glauben Jur die aus der 
wälschen Dichtung und Sage entnommenen Stücke zu begrün- 
den, ohne dass deren eigenthche BeschafTenheit von einein 
leser ausserhalb Wales so leicht entdeckt werden konnte.*) 
Bei unsrer Uebersetzung von Roberts englischer Ue- 
bertragung des Brut sind die Buch- und Kapitelbezeich- 
nungen von Gottfrieds Historia am Rande in Klammem 
beigefügt. — Roberts Orthographie weicht in den Namen 
nicht selten vom wälschen Text der Myvyrian Archaiology 
ab; da er verschiedne Mss. benutzt hat, so glaubten wir 
darin nichts ändern zu dürfen; wogegen die Lesearten der 
Myv. Arch. ^ in die Noten bei den betreffenden Namen Auf- 
genommen sind. 

*) Stephens, ia seiner vortrefflichen Literature of tke 
Kymry, LlandoYery, 1849, S. 322 fasst sein Urth^i über Gottfried 
dahin zusammen: „that Geoifrey was less a translator, than original 
a«4bor, tbat the eeelesiastical and scholastic flonrishes are his own, that 
a gvßftt ]^art of the work wu dttired firom Kymrie soQr«ev, and that in 
the wacs of Anhnx and the cenelading pertions, he has boirowed frooi ht- 
morican traditions, or probahly translated seoie ßreten Manuacript/* 



GALFREDI MONUMETEIVSIS 



HISTORIA BWTONÜM. 



GALFREDl MONUMETENSIS 

HISTORIAE REGUH BRITANNIAE 



LIBER PRIMUS. 



••—^■■•»ÄWOWÄOWW^— ^fc 



C^um multa mecnm et de mullis saeplus animo revolvens,, 
in bistoriam regum Britanniae inciderem : in mirum contuli, 
quod intra mentionem quam de eis Gildas et Beda luculento 
tractalu fecerant, nihil de regibus qui ante incarnationem Christi 
Britanniam inliabilaverant: nihil etiam de Arturo, caäterisque 5 
compluribus qui post incarnationem suocesserunt , reperissemt 
cum et gesta eorum digna aeternitatis laude constäVetit, et a 
multis populis quasi inscripta jucunde et memoriter praedicen- 
tur. Talia mihi et de talibus multotiens cogitanti, obtulit Wäl- 
terus Oxinefordensis archidiaconus, vir in Oratoria arte atquie in 10 
exolicis bisloriis eruditus, queudam Britannici sermonis librum 
vetustissimum, qui a Bruto primo rege Brilonum usque ad Cad- 
waladrum filium Cadwalonis, actus omnium continue et ex ordine 
perpulcris orationibus proponebat. Rogatu illius [taque ductus, 
tametsi intra dlienos hortulos falerata verba non collegerim, 15 
agresti tarnen siylo propriisgue calamis contentus, codicem illum 
in Latinum sermonem tran^ferre curavi. Nam si ; ampullosis 
diclionibus paginam illivissem: taedium legentibus ingererem, 
dum magis in exponendis verbis qnam in historia intelligenda; 
ipsos commorari oporteret. Opusculo igitur meo, Roberte dux 20 
Claudiocestriae, faveas, ut sie te ductore, te monitore corrigatur, 
ut non ex Galfredi Monumetensis fonticulo ceuseatur exortum, 



sed sale Minervae tuae conditum: illius censeatur editio, quem 
Henricus illustris rex Anglorum generavit; quem philosophia 
liberalibus artibus erudivit: quem innata probilas inmililia mili- 25 
tibus praefecit: unde Britannia tibi nunc temporibus nostris, ac 
si alterum Henricum adepta, interno gratulatur affectu. 



Caput IL 

L. I. Britannia insularum optima , in occidentali Oceano inter 
^•^'Gailiam est et Hyberniani sita: octing^nta millia in longum: du- 
centa verd in latum coritinem: quicqttid mortdliom nsui congruit, 
indeficienti fertilitate ministrat. Omni enim genere metalli foe- 
cunda, campos late pan90Sj eollesqu€ prakpoUenti culturae aptos 5 
habet, in quibus frugum diversitates ubertate glebae temporibus 
suis proveniunt. Habet et nemora universis ferarum generibus 
repleta: quorum in saltibus et in alternandis ammalium pasti- 
bu$ gramina conveniunt, et' advolantibus apibus flores diverso- 
rum colorum mella distribuunt. Habet prata sub aeriis inonti- lo 
bus amoeno situ virentia , in quibus fonies lucidissimi per niti- 
dos rivos leni murmure manantes, suaves sopores in ripis 
ßccubantibus irritant, Porro lacubus atquß piscosis fluviis irrir 
gua est: et praeter meridianae plagae fretum quo ad Gallias 
navigatur, tria nobilia flumina , Tamesis videlicet et Sabrinae nee- 15 
non et Humbri velut tria brachia extendtt: quibus transmarina 
eommercia ex universis nationibus ejusdem navigio feruntw\ 
Bis denis etiam bisque quaternis civitatibvs olim decorata erat: 
quarum quaedam dirutis moenibus in desertis locis squalescunt: 
quaedam vero adhuc integrae templa sapctprum cum turribus 20 
perpulchra proceritatfi erecta continent, in quibus religiosi coe- 
tus virorum atque mulierum obsequium Deo juxta Christianam 
traditionem praestant. Postremo quinque inhabitatur populis: 
Romanis videlicet at^ue Britannis, Saxonib'^s, Pictis, et Scotis* 
Ex quibus Britones olim ante caeteros a man usque ad mare 25 
insederunt: donec divina ultione ob ipsorum superbiam super- 
veniente, Pictis et Saxonibus cesserunt« Qualiter vero et unde 
applicuerint , restat nunc praelibare, ut in s^quentibus latius 
expiicabitur. 



■**" 



1 



5 



Caput IIL 

1.2. Aeneas post Troftmum bellum, utbis exeidium tum isca- 
nio äiffifptns , ItaUam navtgto adiüiti Ihi cum a Intim re§€ 
honofifiee receptus esset, invidit Tum^is Rntulorum rem, et cum 
illo conptssus est. Dimicantdus illi9 praevaluit Aei^as, perem* 
ptoqne Tumo, regnum Italiae et Laviniam filiam Latini est adept¥4, 5 
Denique suprema die ipsius BopeiTeniente, Aseanikis regia pote* 
State subliBiatus, condidit Albam supra Tyberim, genuüque filium,- 
cui nomen erat S^Mus; hie furtitae Veneri indnlgens , qnun^ 
dam Laviniae t^eptem uxorem duxü , eamque fetit praegnantem»- 
Cumque id patri Äseanio compertum esset, praecepit Magis »nie 10 
explorare^ quem Sexum puella concepisset. Certitudine ergo rei 
eomperta, dixerunt Magi ipsam gravidam esse puero, qui pa-- 
trem et matrem interficeret, pluribiis quoque terris peragratis , m 
exilium ad summum taiidem ealmeo honoris perveniret« Nee 
älos fefelUt vaticinmm euum. Nam nt dies partus äccessit, edi^ 15 
dH mulier pnerum, et in nativitüte ejus mortua est. Traditur 
autem üle nutrici, vocaturque Brutus. Postremo cum ter quini 
anm elapsi essent, comitabatur juvenis patrem in venando, ipsum^ 
qne imopino ictu sagittae interfedf. Nam cum famuli cervos in 
eoruni occursum ducerent, Brulu& telum in ipsos dfrigere äffe- 20 
ctaas, genitorem sab pectore peroissit. Quo mortuo expulsu9 
est ab Italia, indignantibus eonsanguineis ipsnm tanium facinus 
fecisse. Exnlans ergo adivit Graeciam: invenitque Heleni filH 
PHami progeniem: qaae sub pote^tate Pandrasi Graecorum k*egi# 
in serfitutem tenebatur. Pyrrhus etenim Achillis filius post 25 
ipdaoi Trojae everaionem, praedtetum Helefium compluresque 
atios secum in vincults adduxerat. Et ut necem patris in ipsos 
vindicaret, in eapUone teneri praeceperaf. Agnitaque veterum 
eonciviam prosapia^ moratus est Brutus apud eos. In taatum 
aolem militia et probitate Tigere coepit, ita ut a regibus et du- 30 
cibus prae omni juvenlute patriae amaretur. Erat enim inter 
sapientes sapiens: inter bellicosos beliicosus: et quicquid aiiri 
Tel argenti sive ornamentorum acquirebat, totum suis commili- 
UmibttS erogabat. Divulgata itaque per oniversas nationes ipsius ' ! 
iama: coeperunt uodique ad ipsam Trojani confluere: orantes 35 
ttt ipso duce a Servitute Graecorum liberarentur : quod facile 
fieri aaserdiaDt, cum in tantum jam in patria Hiiitti|^icatt esseat« 



ita ut Septem millia (parvulis et mulieribus excepüs) jam com- 
putarentur. Praeterea erat qüidam nobilissimus juvenis in Grae- 
cia, Bomioe Äesaracvs: qüi parllbiis quttqtie dorum fa?ehai Ex 4>o 
Trojaoa namque matre nsitus erat: fiduminqu6 in üh» hakebat 
maximanh, ut auxilio eorum inqmetudim Grü€porum remiere 
quimsseU Arf^uebat enim eum frater ejus propter tria castella, 
quae ipsi morieoB pater donaverat, quod ea auferre connbatur; 
qoia ex concubina natus fuerat Erat auteti frater palr& et matre 45 
Qraeicas: adsciveratque regem caeterosqae Graecos parti suae 
iauiores. Inspiciens ergo Brutus et yirorimi mullitudinem: et 
quaHter Aasaraci castella qiiae sibi patebanl; petitiooi eorond 
securius acquievit 



Caput IV. 

Electas igitur in ducem convocat undi(|ite Trojanos et A$8a- 
räci oppida manit. Ipse vero et Assaracus cum tota multiteidine 
▼iri>rura et multerum quae eis adbaerebat nemora etcoUes occtt- 
pant« Deinde Brutus literas suas in baec verba regi* direxit: 
1. 3. ,)Pandraso Graeoorum regi, Brutus reliquiarum Tro^e dux, salu« 5 
lein« Quia indignum fuerat gentem praeclaro genere Dardani 
ortam, aliter in regno tuo tractari quam nobiiitatis serenilas 
expeteret: sese intra abdita nemorum recepit Praeferebat nam- 
que ferino ritu carnibus videlicet et berbis vitani cum libertate 
sustentare^ quam universis deliciis refocillata, diutius sub jugo 10 
servitutis tuae permanere ; quod si celsitudinem tuae potentiae 
offeadit: non est ei imputandum, sed venia adbibenda: cum cu- 
jttsque captivi communis sit intentio, veile ad pristinam digmta«- 
tem redire. Misericordia igitur super eam motus, amissam über- 
tatem ]argiri digneris: et saltus nemorum quos, ut serri totem 15 
diffngeret, occupavit, eam babitare permittas. Sin »utero , cen* 
cede ut ad aliarum terramm naliones cum tua diligentia abscedant«*^ 



Caput V, 

1.4. Pandrasus ergo agnita literarum sententia, ultra modmn 

• admiraius est ipsos, quos in servitütem tenoerBt, tanta audaeia 

abundasse, ut ei talia mandata dirigerent. Convocalo itaque. 

proceruin suorum concilio exercitum coUigere decfevil, ut ipsoa 



p6r94)qQereliir< Oam antaol deaerta i» i^uibita %m. mm mUtMh 5 
Ter»t ei oppiduip Spafatinmn peterel, egresana est Brmiu eun 
tribuft willibas viromm, ^^sumiiue nibil bujiMmodi praenedUa'^ 
tum ex improvjso invasit. Audito nwnque. adFfiotu ip^iiis in 
praedicto oppido sese praecedenü nocte immiserat: ut in ipsos 
inermes et sine ordine ituros inopinam irruptionem faceret. Im- 10 
petu itaque facto invadunt aeriter Troja^i, et stragem ingerere 
nituotur. Porro Graeei conrestim slupefacti in omoefi partes 
diJakintiw-, et rege sua praecedente, fluvium Akaloo, qui prop« 
fluebat, Uraosire festinaiil: At in transeundo intra yorigiuem 
flaolus pertditaptur. Quea diiTugientes, Brutus infc^tot , iofesta- 16 
toa Yero parUm in undis» partim in ripa prosternit : el nunc bao 
Biine illae disourrena , duplioem necem iliis ingeslam esse laela-« 
tur. Quod ut Aoügoiios Pandrasi frater intuitus est: ultra mc^ 
dum doluit: vagantesque sooios in turmam revocavit: cekriquQ 
ioapelu in aaevientes Troes roTersus est. Malebat oamqiie 20 
resisteodo interire quam ignavam (ugam faciens, luteis gurgiti«> 
bus siibniergi. OeQsaigittirjkcieincedeas, socioa Yiriliier reaistere 
bertabatur: lelifctraqoe tela toUa viribus contorquet: sed paruo^ 
vel minimum profecit« Mam Troes armis mopiü erant ; caieterl 
veco iueroiea* Uode audaeius jnsislentea caedem miserandam 25 
inhrebant: neo eoß hoc modo inquielare desieruot, doiiec cun-^ 
ctis fere interfectis , Antigonum et Anaclotum , ejuadeni socimp. 
retinueruni. 



■••»»■•■^i^— •»»•• 



Caput YI. 

1.5. Bm\U9 y^ro potiiui vietoria, oppidum se^ceQÜfi miUtibua 
munWU: petintqiie neworum abdita: ubi Xrojasa plebs illiua 
praeaidiiim expectabat. At Pandrasus ob fogam suam frati'isque 
caplionem anxiatus : noete illa papubim dilapaum resooiare ?aca-* 
Vit. Et cum p#stera redüsset lux, obsidere oppidvn) cum reso-» 5 
ciato populo progres»us est. Arbitrabatur enim Brutum se im-» 
Qiisissa i&tra ipsum eum Antigono caeterisqoe captivis quoa 
ceperat. Ut ergo ad moeoia accessit, exjiIoralQ caslolli situ» 
eiercüum vmm per Uinpa« distribuit: diveraisque locis iß cir^^ 
cuitu locatit Indixit etiam ut alii egressum inclusis abnegarenl, 10 
alii cursus fluminum averterent, alii crebris arietibus caeterisque 
maehiois murorum compagem dissolverent« Qui praecepta effe- 



ff 

etiiius exeqa«nte^ onmi msti oonitniehwAi^ qiAhik modis obsessos 
rrodeliiis mfestareiit. Superveniente sv/keti 'tiocte au^aciores 
eligebant, qiii dum caeteri labore fessi qtlleteni soporis caperent, 15 
eastra e\ teiitoria ab l^ostium fürtiva iiicursione tuerentur. 



Caput VU, 

At obsessi, in edito murorum stantds, totts viribus nituntur 
ot boslium machinationes coDtrariis machifiallotiibus repeikint, 
nunc teia, nunc sulphureas taedas ejicientes, sese unaniiniter 
defend^re intendunt. Cum autem parata tesludlne maniä fiUffo-» 
deretuf , Graeeo igne atque calidarum aquarum aspergine höstes 5 
retpocedere oogebant. Cibi tarnen penuria et qootidiano labore 
afflicti, legatum ad Brutom miserunt, poslolaotes ut eis in auxi* 
lium festinaret. Timebant enim ne in debilitatem redacti oppi* 
dum deserere cogerentur. Brutus ergo opem sobvectare aflectaos, 
intemis angoribus cruciatur, quia tot miiit^s non habebat <piot lo 
ad campestre praelium committenduHi sufficerent.' CalHdo usiis 
consilio , proponit eastra hostium noctu adire , ipsosque sopo- 
ratos, deceptis eorum vigilibus, interficere. Quooiam autem jd 
fieri non posse sciebat absque aücujus Graeci assensu et auxilio, 
Anacletum socium Ahligoni ad se vocavit: iilumque evaginato 15 
gladio in hunc modum afTatus est: „Bgregie juvenis, finis vitae 
tuae Antigonique adest, nisi ea quae tibi praecipiam executus 
voluntati meae fideliter acquieveris. AfTecto enim in bac sequenti 
nocte eastra Graecorum adire, ut ipsos inopinata caede allficiam. 
Sed timeo ne eorum vigiles, comperto dolo, inceptum impediant 20 
Quia ergo verti arma in ilios prtus oporteret: desiderarem illos 
per te decipere, ut ad caeteros tutiorem agiprediendi aditum 
baberem. Tu vero callide negotium bujusmodi agenjs, in secunda 
noctis bora yade ad obsidionem, et q»emqu6 feUacibos yerbts 
demulcendo , dices te Antigonum a carceribus nieis abduxisse 25 
usque ad convallem nemorum, et in eadem illum inter fnitices - 
delitere : nee longius abire posse propter pedicas , quibus enm 
sflinulabis impeditum. Deinde duces eos ad exitam nenforis 
quasi eum liberaturos, ubi ego cum armata raatu adero parafus 
illos perimere/* « 30 



■ 

Caput WH. 

Anacletus igitur viso gladio qui inter haec Terba morti 
suae imminebaf, continuo perterritus, Jurejurando promisit sese 
praeceptum executuruin, si sibi et Antigono diulurnior vita con- 
cederetur. Confirmato denique foedere in secunda noctis hora, 
quae jam instabat, versus obsidionem jussum iter arripuit. Cum- 5 
que tandem prope castra incederet, occurrunt undique vigiles, 
qui abdita locornm explorabant : quaeruntque ejus adventus cau- 
sam: et utrum ad prodendum exercitum advenisset. Quibus 
ille iDgenteni laetitiam simulans, in haec verba respondit: „Non 
equidem genlis meae proditor venio, sed carcerem Trojanoruin iO 
evadens ad vos diffugio, ornn^ ut meciim ad nostrum Antigonum 
veniatis, quem ex vincnlis Bruti eripui. Illum quidem pondere 
compedum detentum paullo ante in exitu nemoris inter frutices 
delitere jussi: donec aliquos invenirem, quos ad eum liberan- 
dum conducerem/* Dubitantibus autem illis utrum verum diceret, 15 
soperrenit unus, qui eum agnoverat, et salutato ipso, indicavit 
sociis qnis esset. At iili nihil haesitantes, caeteros, qui aberant, 
ocyus advocaverunt : et secuti sunt eum usque ad siivam, qua 
Antigonum deHtere ' praedixerat. Ulis denique inter frutices pro- 
gredientibus , emergit Brutus cum armatis catervis et impetu 20 
facto in ipsos ocyus perterritos dirissima caede aifecit. Deinde 
profectus est ad obsidionem, et divisit socios suos per tres tur- 
mas, praecq)itque ut singulae singulas partes castrorum sapienter 
et sine tumuitu adirent: nee intromissae caedem alicui ingere- 
rent, donec ipse cum sua cohorte regis tentorio potitus, lituum 25 
smim in Signum ipsis sonaret. 



Caput IX. 

' Porro iii ipsos quicqutd aeturi erant edocuit: conte^im 
,intra castra leviter semittun t, et jussas partes adepti, signumpro- 
roissum expeelant: quod eis dare Brutus non distuJit, postqoam 
gtetit ante Pandrasi tentoriufm , , quod super omnia aestnabat 
aggredi. Quo audito eases ocyus evaginant, cubilia sepitorom 5 
ingrediantar , letiferos ictus ingeminant: et nullam pietatem ha- 
bentes, castra in hunc modum deambulant. Ad gemitos vero* 
morientium evigilant eaeteri, visisque laniatoribus, veiut oves ex 
improviso a htpis occupatae, stupescunt. Nihil enim praesidii 



le 

eipectabant , cum neque arma capiepdi neque fugam facieodi lo 
cQDgruum spatium haberenU Discurruot etjam sine armis ioter 
armatos quo ducebat eos Impetus. Sed irruenübus hostituis 
continuo dilacerantur. Qui semivivus evadebat, aviditate fugae 
festinans, scopulis vel arboribus et fruticibus alUdebatur, et iofe- 
licem animam cum sanguine emittebat Qui solo clypeo vel 15 
quolibet alio tegmine munitus» inter eosdem scopulos iocidebal 
timore mortis, celer sub obscura iiocte cadebat, cadeoUque Tel 
bracbia vel crura frangebantur, Cui neutrum horum cootinge- 
bat^ inscius quo fugam faceret, in prope fluenlibus fluviis sub- 
mergebatur, Vix aliquis illaesus abibat, quin aüqua infortunio 20 
periclitaretur. Oppidani quoque aguito commiiitouum adveutu, 
egressi, cladem quae dabätur dupUcabant. 



Caput X. 

1.6. At Brutus teutorium regis (ut praedictum est) oadus, 
ipsum yincire et couservare vacavit. Sciebat enim. seae magis 
Tita regis quam morte adepturum quod aifectaverat. Turma 
autem quae cum eo erat non cessabat stragem f»cere, quae 
partem quam adepta erat, usque ad intemecionem deleverat. Ut 5 
igitur uoctem io bunc modum consuropserat, et sub luce aurorae 
tanta patuit populi ruina, Brutus maximo gaudio fluctuans, sociis 
peracta caede spolia peremptorum juxta libitum suum tractare 
permisit. Deinde cum rege oppidum ingreditur, expectaturua» 
dum gazas distribueret. Quibus impertitis, munivit iterum castel- 10 
lum, cadaTeraque sepulturae dari praecepit, resociatisque cater- 
Tis ad nemora cum laeta Tictoria remeaTit. Quae ut tantam 
suorum aoimis infudit Jaetitiam, inclytus dux majores natu con- 
Tocavit, quaesiyitque ab eis quid a Pandraso petendum laudarent; 
naut cum in potestate eorum positus esset, per omnia petitioni 15 
eorum acquiesceret, si liber abire sioeretur. Mox illi diversis 
affectibus djversa cupientes, pars regni partem ad inhabitaodum 
petepe hortabatur, pars vero licentiam abeundi et ea quae itioeri 
SQO utilia forenU Cumque diu in ambigMo oxtitisseni , siirrexit 
uaus ex iliis Mempricius nomine, rogatoque silentio, ^diantibus 20 
oaeteris ait : „Ut quid haesitatis, patres, ia bis, quae saluti Tesirae 
reor accommeda? unum petendum est, abeundi Tidelicet Ucentiai 
ai vobis po$t6risqae Tostris paoem habere aeternam idc^i^^atis- 



II 

Nan si eo paeto vi4ai» codcesserilis Pasdraso, ut per etiin paiv 
teui Graeciae adcpti ioter Danaas mauere veltlis, üunquam diu«- 25 
torna pace fniemiiii: dum fralrea, et filii, et uapotes eorinn, 
quibus beaieraam alragem ininlistis, Yobis immixli vel vicktt 
AierinL Seniper enim pareiitum suoruni necis memopea, aetamo 
vofl babebunt odio: quibusvis eliam Dugis ineiUti vindictam* 
sumere nttentur. Nee vobis, pauctoreni turbam babeatibus, ea 30 
TIS erit, ut tot GSTiiim inqaietationibus resistere queatis. Qood 
» deoertatio iiiter tos accesserit^ numerus eorum quotidie aug»^ 
bitar: rester yero minuetuF. Laodo igitur ut ab eo filiam auain 
primogenitam, quam Ignogen Yocant, petatis doci nastro conju«- 
gern : et cum ea* aurura et argentum , naves et frumentuni el 35 
qnadcinique Itioeri nostro necessarium erit. Et si id impetrare 
poterimus, iicentia ipsius aUas aationes peteimus/^ 



Caput XL 

1. 7. Ut bis et consimilibus finem dicendi fecit, acquievit ei tota 
mnititado, atque suasit ut Pandrasus in medium adduoereturi 
et nisi huic petitioni faveret, saevissima morte damnaretur. Nac 
mora, adductus est, et in cathedra celsior positua : edoctus qiKH 
que, quibus tormentia affligendus erat, nisi ea faceret quae jube- 5 
batur: in bune modom respondit: „Quoniam adversi Du ma, 
meumqoe fratrem Anacletum in manus yestras tradiderunt, pa-« 
rendum est vestrae petitioni, ne vitam quae nobis arbitri» veslra 
et adimi et concedi polest (si repulsam passi fueritis) amittarnua« 
Nihii enira vita praestantius, nihilque jucundius censeo: nee eatio 
rairandum si illam exteris bonis atque rebus redimere veUm« 
Quamris autem invitus praeceptis vestris obediam: solatium 
tarnen habere videor, quia filiam meam tantae probitatis adole-^ 
sceoti daturus sum, quem ex genere Priami et Ancbisae procraar 
tum, et nobilitas quae iii ipso pullulat, et fama nobia cognita 15 
dedarat Quis elenim alter exules Trojae in servitutem tot et 
tantorum principum positos eorundem viaculis eriperel ? Quis 
cum iUis Graecorum geati resjsteret, aut cum tarn paucis tan*- 
tam armatorum eopiam ad praelium convocaret, iaitoqu« ooo«* 
gressu r^m eoniB» Yinctum diiceret? Quia ergo tantus juve* 20 
nis tanta probitale mihi resistere potuit, do ei nieam filiam 
Igoogen, do ei etiam mtvm et argentum, navas» frumeniumf 



ta 

vflium et oleniDf et quicqitid itineri ejus esse necessariotn daxe- 
ritis. Et si a proposito vestro divertentes, cum Graeeis perma^ 
nere voluerkis, tertiam regni mei partem vobis ad inbabitandutn 25 
ooncedo. Stn auCeni, mea promissa effectu prosequar, et ut 
securiores sitis, Tobiscum quasi obses manebo diini amniä per* 
fecero/^ — CoD?entione itaque facta, diriguntur legati per uni-* 
versa Graeciae iiUora colligere naves. Quae ut colleotae fuerunt 
trecentae et viginti quatuor numero, praesentantur, omni genere 30 
farris onerautur; fiüa Bruto maritatur. Et quisque, proat digni- 
tas -expetebat, auro et argento donatur. Peractis igitur cuncftis, 
rex über a carcere dimittitur : simulque Troes ab ejus poteslate 
secnndis veotis abscedunt. At Ignoge in exceka puppi stans, 
saepius inter Bruli bracbia in extasi coUabitur^ fusisqne emn 35 
singullu lacrymis parentes et patriam deserere conqueritun Nee 
ocu]os a littore avertit, dum littora oculis patuerunt. Quam 
Brutus blanditiis mitigans, nunc duices amplexus: nunc dulcia 
basia innectit; nee coeptis suis desistil: donec fletu fatigata 
sopori submittitur. Inter haec et alia, duobus diebos et una 40. 
nocte prospero ventorum flatu coucurrerunt, applicueruntque in 
quandim insulam, voeatam Lec^eciam, quae antiquitus ab ineur-> 
Sfone piratarum devastata a nemine inhabitabatur. In illam ergo 
Brutus misit trecentos armatos ad explorandum qui «am inba- 
btiarent Qui neminem reperientes , feras diversi generis intra 45 
saltus et nemora inventas caede afficiunt: veneruntque ad quan* 
dam civilatem deserlam, in qua templum Dianae repererunt. 
In eodem iraago Deae responsa dabat, si forte ab aliquo vene- 
i*anti peterelur. (kierati tandem reperta venatione revertuDtur 
ad naves sifäs: patriaeque et situm et civitatem consociis prae- 50 
dtcant: suggerunt duci templum adire, atque litatis doms a 
numine loci inquirere, quae patria eis ccrlae mausionis prae- 
beret. Communicatoque omnium assensu, assumpsil secum 
Brutus Gerionem augurem, et duodecim majores natu: petivit- 
que templum cum omnibus quae ad sacrificium nese&saria erant. 55 
Quo ubi ventum est, circumdati tempora vittis ante adytum veter*- 
rimo rittt tribos Diis, Jovi vidclicet, et Mercurio, necnon et 
Dianae tres focos statuertint: singuiis singula übamina dederunl.' 
Ipse Brutus ante aram Deae vas sacrificii plenum vino et sau- 
guiue cervae candidae dext^ra tenens erecto vuitu ad efOgiom 60 
nominis, silentium in haec veii)a dissolvit: 



^Iliva poiens ncipomni , lerror silvestribus apris : 

„Cui licet amfractus jre per aclliereoa, 
„Iiifernasque domos: terreslria jura resolve 

„Et die, quas terras 00$ habilare velis? 65 

„Die cerlam sedem, qua te venerabor in aevum, . 

„Qua tibi virgin^is dedico templa cboris?'' 
Haec ubi novies dixit, circuivitaram quater: fuditque viuuai, 
quod teoebat, io focum: atque procubuit supra pellero cervae^ 
quam ante aram extenderat: inviiatoque somoo tandem obdor- 70 
loiviL Erat autem quasi hora tertia noctis: qua dulciore sopore 
roortales premuDtur: tunc visnin est illi Deam ante ipsuni ad- 
Stare : et sese in bunc moduni affari : 

„Brüte, sub occasu solis trans Gallica regna, 

„Insula in Oceano est undique clausa mari : 75 

„Insula in Oceano est habitata Gyganttbus olim, 

„Nunc deserta quidem: gentibus apta tuis. 
„Hanc pete; namque tibi sedes erit illa perennis: 

„Hie fiet nati« altera Troja tuis : 
„Hie de prole tua reges nascentur: et ipsis 80 

„Totius terrae subditus orbis erit/' 
Tali visione expergefactus dux, in dubio mansit an somnus 
fuerat quem vidit: an Dca viva fuerat quae praedixerat terram 
quam aditurus erat. Vocatis tandem sociis indieavit per ordi- 
nem quod sibi dormienti conligerat. At illi maximo gaudio 85 
exultantes bortantur ut ad naves repedarent: et dum secundus 
Tentus flaret, citissirois velis occasum versus eant: ad inquiren«- 
dum quod diva spoponderat. Nee mora: remeant ad socios, 
altamque ingrediuntur: et sulcantes aequora, cursu Mginta die- 
rum venerunt ad Africam: uescii adhue quorsum proras verte- 90 
rent. Deinde venerunt ad^ aras Thtlenorum, et ad locum Saltr 
narum, et navigaverunt intra Ruscicadam et montes Azarae, 
ubi ab incursione piratarum m^ximum passi sunt periculum: 
victoriam tarnen adepti sunt, spoliisque eorum et rapinis ditati. 



Caput XII. 

1.8. Porro flumen Malvae trametmtes, applicuerunl in Mauri^ 
tamam; deinde. pienuria cibi et pptus coacti egressi sunl e navibusi, 
dispcMiiti^^ae tunius poRul^i «mt r^ionem iUaw « fioe uAfu« 



14 

ad finem. Refertis Dero navihns pefiemnt columnas Berculis: 
ubi apparuerunt «is monstra marts Sirenes vocata, quae ambiendo 5 
naves fere ipsa$ obruerunt. Ulcumque tarnen *elapsi , venerunt 
ad Tyrrhenum atqnor: ubi juxta littora invenerunt quatuor 
generationes de exulibus Trojäe ort aß: qnae Antenoris fugam 
comüatae fueranU Erat eornm dtix Corineus dicliie: vir mo- 
destus, t;onsiIto optimus, magni corporis; virfutis et audaciae. 10 
Qui si cum aliquo gygante congressuiri faceret, ilico eum obrue- 
bat, ac sl cum puero contenderet. Agnita itaqiie veteris origi- 
Dis prosapia, associaverunt sibi illuni, necnon et popuium cui 
praesidebat: qui de nomine ducis postmodum Comubiensis to- 
catus, Bruto in omnibus decertationibus prae ceierrs auKtlium 15 
praestabat. Deinde venerunt ad Aquitaniam : et ostium Ligeris 
ingressi, anchoras fixernnt; morati snnt ibi septem diebus, 
situmque regni exploraverunt. Regnabat tnnc in Aquitania Gof- 
farius Pictus, ejusdera terrae rex: cui ut fama indicavit, exter- 
nam gentem cum magna classe in fines regni applicuisse: misit 20 
legalos ad inquirendum , pacemne an bellum expeterent. Nuncii 
ergo classem pelentes obviaverunt €oriiieo jam egresso cum du- 
cenlisviris, ut intranemora venationem adquirerenl. Moxeumallo- 
culi quaerunt cujus licentia saltus regis ingressus, feras necaret 
Statutum enim ab antiquo fuerat neminem sine principis jtissti 25 
eas prosternere debere. Quibus cum Corineus respondissel: 
licentiam hujus rei nequaquam debere baberi: irruit ex illis 
nnus, Imberlus nomine, et arcu curvato sagitlam in eum direxit. 
VitHTit eam Corineus, cacurritque in Imberlum ocyus, et arcü, 
tjuem tenebat , caput ei in frusta concidit. Diffugerunt ergo 30 
caeteri vix e manibus ejas elapsi, atque Goffario necem socii 
nunciavwunt, Contristatus ilico dux Pictaviensium, collegit exer- 
Tiilum grandem, ut in ipsos mortem nuncii sui vindicarret. At 
finitus diTulgalo ejus adventa naves munit; mulieres et par* 
vubs ib ipsfs jubet manere: rpse aotem, cum tota tbultHudiTi« 35 
"Cui vires florebanl, obvius exercitui progreditur. fttito tandem 
certamine, dira pugna utrobique committitur: et cum multum 
diei pugnando consumpsissent, puduit Corineum Aquitanos tarn 
audacter resistere: nee Trojanos cum triumpho insistere. Unde 
resumpta aodacia sttob «evocavit in dexteram partem praelii:4a 
«t iacK» ägmine ceierem impetum in bostes f«cH, tX ut tntra 
«erandetn tumen sesedensa acieinftreiBidit, i^oii öesika Vit ' hoste« 



15 

prosternere, donec penetrata cob#rte tnxnctos in ftigam coegit. 
Fortana ei bipennem amisso gladio administraverat, com qua 
qnemcnnque attingebat a summo usque ad imum dissecabat. 46 
Miratur Brutus, mrrantur socii, mirantur et hostes viri audaciam 
et virtntem, qui bipennem inter fugientes cohortes librans, timo- 
rem non minimam cumbis verbis inferebat: „Quofugitis timidi? 
quo fugitis segnes? reTertimini, o revertlmini, et congressum 
einn Corin^o facite! prob pudor, tot millia me solum difftigitis? 50 
At tarnen babete fngae solatium, quod ego tos insequar, qui 
toties soleo Tyrrbenos gygnntes in fogam propellere: et ternos 
atqne quaternos ad tartara detrudere/' 



Caput XIIL 

Ad baec verba iliius revertitur quidam consul nomine Su- 
bardus cum trecenlis militibus, et impetum fecit in eum, cujus 
ictum Corineus praetenso clypeo excipiens, non est oblitus 
bipennis quam tenebat, sed erecia iila percussit eum in summi- 
tate galeae, percussuraque ii summo usque ad imum in ambas & 
partes dissecuit. Sed et confestim irrueos in caeteros, bipen- 
nem rotans, stragem acerrimam iacit« et nunc bac nunc ill^ 
discurrens ictus recipere diffugit, nee hostes prosleroere qui- 
escit: buic bracbium cum manu amputat: ilii scapulasa corpore 
separat: alii caput uno ictu iruncat: alteri crura a summo dissecal. 10 
Omnes in illum solum, et ipse solus in omnes irruebat« Quod 
Brutus aspiciens, motus amore viri, accurrit cum una turma ut 
ei auxiiium subvectaret. Tunc oritur clamor inter diversas gen* 
tes, tunc crebri ictus ioferuntur, tunc in utraque parte fit cae- 
des dirissima. Nee mora, victoria potiuntur Troes, et Gofiarium 15 
regem cum Pictaviepsibus suis in fugam prepellunU Qm\ vix 
evadens, partes Galliarum adiviU ut a cognatis et notissuoouv- 
sum haberet. Tunc temporis erant duodecim reges inGalli«, 
quorum regimine tota regio pari dignitate regebalur ; qui bienigfte 
suscipieales eum, promittunt sese unanimiter expulsttros ex fisi- 20 
bua Aquitaniae externam geotem qnae advenerat 



<•**«*«»•— «*«»**a*«^ 



Cahtt KIV. 

Brutus db pi^aeiUctam victoriam laetas, peremptorum spoliis 
Bocios ditat, ditatos iterum in tarmas redociat, tesociatos per 



regiopem ducit, afiecUns eain penilus desolari, et navca suas 
imniensis divitiis replere. Accumulato igitur igne civitates 
undique incendit: et opes absconditas ab eisdem exlrabit: agros 5 
etiam dcpopulatur: stragem iniserandam civibus eLplebafiU infert, 
volens infe:licein gentem usque ad unuai delere. At dum taH 
clade omnem fere Aquitaniam afTecisset: venu ad locum ubi 
nunc Sita est civitas Turonorum: quam uC Hoiperus testatur, 
ipse postmodum construxit. Ut igitur loca convenientia refugio 10 
inspexit, metatus est ibi castra sua, ut, si opus esset, sese intra 
ipsa reciperet. Urgebatur. namque timore propter adventuoi 
GofTarii qui cum regibus et principibus Galliae, et maxima ar- 
matorum copia prope eundem locum advenerat, ut cum illo bel- 
lum committeret. Peractis deinde castris expectavit ibi biduo 15 
GoiTarium, confidens in prudenlia sua atque audacia juventutis 
suae, cui praesidebat. 



Caput XV. 
Goffarius ergo audita ibidem Trojanorum praesentia, öec 
die nee noctu cessavit incedere: donec castra Bruti prope 
aspexit. Torvo igitur lumine intuens, paulisper snbridens, fn 
baec verba prorupit: „Prob fatum triste! Castra etiam sua in 
regno meo fecerunt ignobiles exules? Armate vos viri, armate: 5 
et per densatas turmas incedite ! Nulla mora erit qum semivi- 
ros islos velut oves capiamus: atque captos per regna nostra 
mancipabimws." Armaverunt se itaque omnes, quos seclim ad- 
duxerat: et per duodena agmina staluti , versus bostes suos iri- 
cedunt. Contra quos Brutus etiam dispositis catervis non mu- 10 
liebriter groditur: sed turmas suas quid acturae essent sapientcr 
doc^fi«, qualiter videlicet debeant invadere et resistere edicit. Ut 
ergo congrefisum inceperunl, praevalueruntinitioTroes, et caedem 
acerrimam ex bostibus faciunt. Ceciderunt namque' ex iis fere 
duo miJlla hominum. Unde stupefacti caeterl, fere iti fugam 15 
vcrsi fuerutit. Sed ubi major numerus hominum abundat, ibi 
evenire solet triumphus. Galli igitur, quoniam tricies pldres 
erant caeteris, quamquam primo oppressi fuerant: tandem tarnen 
resociati impetum fecerunt undiqu& in Troes: et illata strage 
ipBos in castra ingredi coegerunt. Victoriam igitur adßpti» obse- 20 
derunt eos intra castra : meditantes nequaquam illinc priws absce- 



17 

dere quam ipsi ijaclusi, vel' cqlla Tincienda catenis traderent, vel 
longa fame afflicti saevissima morte afficereotur. Sequenti interea 
Qocte Corineus consilium inivit cum Bruto: se velle scilicet 
per quaedam divortia in eadem nocte egredi et intra nemus 25 
quod prope erat, usque ad diem delitere. Et dum Brutus sub 
diluculo egressus cum hostibus dimicaret: ipse cum sua cohorte 
a dorso superveniret, et facto impetu stragem ingereret. Pla- 
cuit itaqjie Bruto Corinei sententia: qui ut praedixerat, callide 
egressus cum tribus millibus, occulta nemorum petivit. Ädve- 80 
niente ergo postera die statuit Brutus suosper turmas, et aper- 
tis castris pugnaturus egreditur. Occurrunt igitur confestini 
Galli, et facto agmine cum ipso congrediunlur. Concidunt ilico 
in utraque parte multa virorum millia, dum mutua vulnera dan- 
tur: quia nullus adversärio parcebat. Erat ibi quidam Tros 85 
nomine Turonus, Bruti nepos, quo forlior sive audacior nullus, 
excepto Corineo, aderat. Hie solus solo gladio suo sexcentos 
viros peremit. Sed ab irruenlibus Gallis citius quam debuisset 
interfeclus est. De nomine ipsius praedicta civitas Turonis vo- 
cabulum nacta est: quia ibidem sepultus fuit. Cum igitur utrae- 40 
que turmae acrius pugnarent, supervenit ex improviso Corineus, 
et a tergo hostes celeriter invasit. Äudaciores proinde insur- 
gentes caeteri ex altera parte incumbunt, stragemque facere 
contendunt. Itaque Galli solo clamore Corineensium, qui a tergo 
invaserant stupefacti sunt. Et arbitrantes plures advenisse quam 45 
advenerant, campum deserere festinant: quos Troes usque feri- 
eutes insequuntur: insequendo prosternunt: nee prosternere 
cessaverunt, donec victoriam habuerunt. Brutus itaque, licet 
tantus triumphus illi maximum intulisset gaudium, dolore tamen 
angebatur: quia numerus suorum quotidie minuebatur, Gallorum 50 
autem semper multiplicabatur. In dubio tandem existens, an 
diutius eos oppugnaret, praeelegit naves suas salva adfauc suo* 
rum majori parte, nee uon et victoriae reverentia adire, atque 
insulam, quam ei divinus praedixerat monitus, exigere. Nee 
mora , petivit suorum assensu classem suam , et replevit eam 55 
universis divitiis vel deliciis, quas acquisierat, et ipsam ingres- 
sus est: prosperis quoque ventis promissam insulam exigens in 
Totonesio applicuil littore. 



t0mmMm* 



Monmoath Hitt. ed. 8&n-Marte. 



Caput XVI. 

1.9. Erat tunc nomen insulae Albion, quae a nemine, exceptis 
paucis gygaptibus, inhabitabatur, amoeno tarnen situ locorum et 
piscosorum flumiuum copia, nemoribusque praeelecta, affectum 
habitandi Bruto sociisque inferebat. Peragratis ergo quibusque 
provinciis, repertos gygantes in cavernas monlium fugant, patri- 5 
amque donante duce sortiuntur. Agros colere incipiunt, domos 
aedificare, ita ut brevi tempore terram ab aevo hdbitatam cen- 
seres. Deniq^ue ßrutus de nomine suo insulam Britanniam, 
sociosque suos Brxtones appellat; volebat enim ex derjvatione 
Dominis memoriam habere perpeluam. Linde postmodum loquela 10 
genils, quae prius Trojana sive curvum Grarcum nuncupabatur, 
iBritannica dicta est. At Corineus portionern regni, quae sorti 
suae cesserat, ab appellatione sui noniini^ Curineiam vocat: po- 
piilumque Corineiensem , exemplum ducis insecutus: qui cum 
prae oipnibus qui advenerant electioueoi provinciarum posset 15 
habere, maluit regionem illam, quae nunc vel a cornu Britaniae, 
Tel per corruptionem praedicti nominis Cornubia appellatur« De- 
lectabat enim eum contra gygantes dimicare, quorum copia plus 
ibideo) abundabat quam in ulla provinciarum, quae consociis 
suis distributae fuerant. Erat ibi inier caeteros detestabilis qui- 20 
dam nomine Goeooagot, stalurae duodecim cubitorum, qui tantae vir* 
tutis existens, quercum semel excussam velut virgam corili 
eveQebat. Quadam die dum Brutus in portu quo applicuerat 
festivum Deis diem celebraret, supervenit ille cum viginti gygan- 
tibus, Britonesque dirissima affecit caede. At Britones tandem 25 
undique confluentes in eos praevaiuerunt: omnesque praeter 
Goemagot interfecerunt. Hunc Brutus vivum reservari praece- 
perat, volens videre luctationem ipsius et Corinei, qui ultra 
moduro cum talibus aestuabat congredi. Ilaque Corineus maximo 
fluctuans gaudio, succinxit se, et abjectis armis ipsum ad luctan- 30 
dum provocat. Inito deinde certamine hinc Corineus, hinc stat 
gygas, et alter alterum vinculis brachiorum annertens, crebris 
afflatibus aera vexant. Nee mora, Goemagot Corineuni oiaximis 
viribus astringens, ei tres fregit costas: duas in jatere dextro, 
et unam in sinistro. Dnde Corineus in iram compulsus, suas 35 
revocavit vires, et imposuit illum humeris suis, et imposito, 
quanlum velocitas pro pond«r« s in c b a t , ad proxima liltora cucur- 
rit. Deinde jsummitateoi excelsae rupis naaus, excussit se^ et 



praedictum letale monstrum quod super humeros suos ferebat 
in niare projecit : at ille per abrupta saxa cadens , in multa 40 
frusla dilaceratus est: et fluctus sanguine maculaviL Locus 
aulem ille a praecipitatione gy gantis nomen adeptus Lamgoema— 
got, i. e. Saltus Goemagot, usque in praesentem diem vocalur. 



C4^üT XVIL 

i.lO. Vigo tandem regno affectarit Brutus citi taten «ediAcarei 
Affectam itaque suam exequens, circuit totius terrae situm, ut 
cengnium loeum inveniret : perveiiiens autem ad Tamensem flo- 
Ttun, deambolant per Uttora, loeumque nactos est proposite 
soo perspiGUum. Gondidit itaqne dvitatem ibidem, eamqne 5 
Trojam noram Tocavit: et hoe »ornine muitis postoM)duiii tem« 
poribus appellata tandem per corruptionem vocabuli Trinovantuü 
dieta fuit At postquam Lud, Cassibellauni frater, qui eam 
Julio Caesare dimieavit, regni gubernaculum adeptus est: cimit 
eam nobilissimis murit necnon et turribus mira arte fiibricatis; lo 
de nomine quoque suo eam Kaerlud dici jussit, id eM ciTiIal 
Lud. Unde postea inter ipeum et Nennium fratrem contentio 
orta est : qui graviter ferebat illum nomen Trcjae in patria su 
▼eile dekire. Quam eontentioneiD quia Gildas bistoriegrapbas 
satis proitie traetaTit^ eam praeterire praeelegi, ne U quod tao«* 15 
tus scriba tanto stylo paravit, viliori dictamine macolMre Wdear. 



Caput XVIIL 

Postqiiam Igitur praedictus dnx praedictam urbem condidit,*^ ' 
eam civibus dedieavit jure yicturis , dedttque legem qua paciflce 
tractarentur. Tunc regnabat in Judaea Hely sacerdos, et area 
testamenti eapta erat a Phitisteis. Regnahant in Troja filH Hecto- 
ris, expnfsis Antenoris posteris: Regnabat ^%n ItaUa Sylvini 5 
Aeneas, Äeneae filius, avunculus ^Bruti, Latinorum tertius. 

■ ■II f liKWPA'WVI " " 



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V m 




LIB£R SECUNDUS. 



Caput I. 

1.11. Gognoverat autem Brutus uxorem suam Ignogen; et ex ea 
fenuU ires inclytos lilios, quibus erant oomina: Locrinus, Albar 
Bactus et Kamber. Ili, postquain pater Tigesimo quarto aooo 
«ui adventus ab boc seculo migravit, sepelierunt eum intra ur- 
bem quam condiderat, et diviserunt regnum Brilanniae inter se, 5 
et secesserunt uousquisque in locuin suum. Locrinus, qui 
primogenittts erat, possedit mediam partem insulae, quae postea 
de nomioe ejus appellata est Lo^gria. Kamber autem partem 
älam quae est ultra Sabrinum Qumen, quae nunc Guaiia voca- 
liir, quae de nomine ipsius postmodum Kambria muito tempore 10 

C I dicta fiiit : unde adhuc gens patriae lingua Britannica sese Kam- 
bros appellat. At Albanactus junior possedit patriam, quae 
lingua uostra bis temporibus appellatur Scotia : et nomen ei ex 
nomine suo Alltaniam dedit. lliis deinde concordi pace diu reg- 
nantibusy appiicuit Humber rexHunnorum in Albaniara: et com- 15 
misso praeüo cum Aibanacto , interfectt eiun : et gentem patriae 
ad Locriimm diffugere coegit^ 



^ Caput IL 

1. 12. Locrinus igitur rumore audito, associavit sibi fralrem säum 
Kambrum: et coUegit totam juventutem patriae, et ivit obviam 
regi Hunnorum circa fluvium qui nunc vocatur Humber. Inito 
ergo congressu compulit Humbrum in fugam, qui usque ad flu- 
vium difi'ugieas, est submersus in eo, et nomen suuin flumini 5 
reliquit. Locrinus ergo victoria potitus, bostium spolia sociis 
largitur: nihil sibi ipsi retinens praeter aurum et argentum 
quod intra naves invenit. Retiuuit quoque sibi Ires puellas 
mirae pulcbritudinis, qnarum una cttjnsdam regis Germaniae 
fuerat filia, quam praedictus Humber cum duabus rapuerat puel- 10 
lis, dum patriam yastaret; erat nomen illi Estrildis, et tantae 
pulcbritudinis erat, quod non facile reperiebatur, quae ei conferri 



poterat: candorem carnis ejus nee nilidum ebar, nee nix reeen- 
Cer cadens, nee lilia ulla vincebant. illiua aoiore Loerinus eaptus, 
ejus cttbile inire voluit, ipsamque sibi maritali taeda copulare. 15 
Quod cum^orineo coinpertuni esset, indignatus est ultra mo» 
dam: quoniam Loerinus pactus fuerat sese filiam ipsius ducturum. 



Caput III. 

Adivit ei^o regem, bipennemque in dextra manu librans, 
illum boe modo alloeulus est: „Haeecin» rependis, Loerine, 
mihi, ob tot vulnera quae in obsequio patris tui perpessus sum, 
dura praelia commilteret cum gentibus ignotis : ul filia mea post<- 
posüa, te eonnubio cujusdam Barbarae submitleres? Non im- 5 
pune feres, dum yigor buic inerit dexfrae, quae tot gygantibus^ 
per Tyrrhena littora gaudia vilae eripuic!'' Hoc iterum, iterum« 
que prociamans, bipennem librabat quasi eum pereussurus : cum^ 
amici utrorumque sese interp()ßuerunt. Sedato vero Corineo^ 
Loerinnm quod pepigerat exequi eoegerunt. 10 



Caput IV. ' 

Duxit itaque Loerinus filiam Corinei Guendoloenam nomine, 
nee tarnen Estrildis amoris oblitus est: sed in urbe Trinovanto 
facto subterraneo, eam in ipso inclusit, famiüaribusque suis 
honorifiee servandam tradidit. Volebat saltem furlivam Venerem 
cum ea agere. Timore namque Corinei anxiatus, non audebat 5 
eam patenter habere, sed, ut praedictum est, eam occuluit, fre- 
quentavitque septem annis integris nomine comperiente, iiiis 
exf^ptis, qui ejus famiiiaritati proximiores erant. Nempe quo* 
tienseunque eam adii»at, se Teile oceultum sacrifieium Diis suis 
faeere iingebat. Unde quosque falsa ereduiitate movebat id 10 
ipsnm existimare. Interea gravida facta est Estrildis ediditque 
filiam mirae pulehritudinis quam Sabren voeavit. Gravida etiam 
facta est Guendoloena, genuitque puerum, eui impositum est 
Domen Maddan. Hie Corineo avo suo tradilus, ipsius doeumenta 
discebat. 15 



Caput V. 

Sttbs^qiieiite tandem tempore, defnneto Corioeo, deserbit 
Locrinus Goendoloenam , Estrildemque in reginani erexit Ita- 
qiie Guendoloena uKra modom indignans adifit Coffibiam, eol^ 
I^ctaque totios regni illius jovenlute, coepit inquietatiefiem 
Locrioo ingerere. Conserto tandem utrorumque exercitu, com- 5 
miserunt praelium juxta Sturium fluvium: ubi Locrinus, ictu 
sagittae percussus , gaudia vitae amisit Perempto igitur illo, 
cepit Guendoloena regni gubernaculum paterna furens insania. 
Jubet enim Estrildeih et fliiam ejus Sabren praecipilarl in fla- 
Tium, qui nunc Sabrina dicitur. Fecitque edictum per totam 10 
Britanniam, ut fluvius nomine pueHae vocaretur. Yolebat enim 
aeternitalis nomen illi impcndere, quia mariius suns eam g«ne- 
raverat: unde contigit quod usque in hunc diem appellatnm est 
flamen Britannica lingua Sabren, quod per corruptionem nomi- 
His alia lingua Sabrina ?ocatur. 15 

* 

Caput VI. 

I.1S. Regnavit autem Guendoloena quindecim annis post inter* 
fectionem Locrini : qui decem annis regnaverat. -Et cum vidisset 
Maddan filium suom aetate adultum, sceptro regni eum iasigni- 
yit: conlenta regione Cornubiae, dum reliquum vitae deduceret. 
Tunc Samuel propheta regnabat in Judaea et Silvius Aeneas ad- 5 
buc vivebat. Et Homerus clarus rbetor et poeta babebatiir« 
Insignitus sceptro Haddan , ex uxore genuit doos filios Mempri- 
cium et Malim. Regnumque cum pace et diligentia quadra- 
ginta annis tractayit: quo defuncto orta est inter praedictos 
fratres disoordia propter regnum: quia uterque totam insu]^ lo 
possidere aestuabat. Hempricius autem suum affectum adioiplere 
desiderans, colloquium inivit cum Halim, quasi concordiam 
facturus« Sed faee prodilionis inflammatus ipsum inter prolo- 
cotores interfecit. Deinde regimen totius insulae nactus, tantam 
tyrannideioi exercuit in populum, quod fere quemque nobilissi- 15 
mam perimebat. Sed et totam progeniem suam exosos, quem- 
cunque sibi in regno posse succedere timebat, vel vi, vei pro- 
dilione opprimebat. Relicta quoque propria uxore sua, ex qua 
inclytum Juvenem Ebraucunl genuerat, sese Sodomitanae libidini 
dedidit, non naturalem Venerem natural! voluptati praeferens. 20 



Figesimo tandem regni sui «dno« dun venationem exerceret/ se- 
cessit a sociis suis ia quandam coa?alIem, tibi a multiliidine 
rabiosorum liiiM>ruin circuiddatus, miserriine devoratus est. Tunc 
Saiil regnabat in Judaea et Eurystbeus in Lacedaemooia. 



> ■ I »^<»«*^^«i^*^»A 



Caput VII, 

Defuneto iiaqae Mempricio, Ebraucus filius qua, vir magnae 
stalurae ei mirae Cortitudinis , regimen Britanniae »uscepit« quod 
quadragiQta annU tenuit. Hie primus post Brutum classem iq 
parles Galliarum ducit et iliato praelio afT^cit provincias caede 
yirorum atque urbium oppresßione : infioitaque auri et argenti 5 
copia ditatus cum victoria reversus est. Deinde trans Humbrum 
coodidit civitalem quam de nomine suo vocavit Kaerebrauc, boc 
est urbem Ebrauci. Tunc David rex regnabat in Judaea el 
Sylvius Latinus in Italia, et Gad, Nathan et Asaph propbetabant 
in Israel* Condidit etiam Ebraucus urbem Alclud, Albaniam ver- lo 
SU8, et oppidum montis Agned : quod nunc Castellum Puellarum 
dicitur, et Montem Dolorosum. 



Caput VIII. 

Genuit autem vi^inti filios ex viginti conjugibus quas babe- 
bat, necnott et tringinta filias: regnumque Britanniae quadra- 
giula anuis forüssime tractavit. Erant nomina filiorum ejus: 
Brulus viride scutum, Margadud, Sisilius, ßegin, Morivid, Bla- 
dud, Lagon, Bodloan, Kincar, Spaden, Gaul, Darden, Eldad, 5 
Ivor, Gaugu, Hector, Kerin, Rud, Assaracus, Buel. Nomina au- 
tem filiarum: Gloygni, Ignogen, Oudas, Gueuiiam, Gaurdid, An- 
garad, Guendoloe, Tangustel, Gorgon, Medial^, Melhahel, Ourar, 
Mailiure, Kaihbreda, Ragan, Gael, Ecub, Nest, Cbeun, Stadud, 
Gladud, Ebren, Blagan, Aballac, Angaes, Galaes, omnium pul- 10 
cberrima quae tunc in Britannia sive Gallia fuerant; Edra, Anaor« 
Stadial, Egron. Bas omnes direxit pater in Italiam ad Sylvium 
Älbam, qui post Sylvium Latinum regnabat: fuerunt ibi mari- 
tatae nobilioribus Trojanis, quoruro cubiiia etLatinae et Sabinae 
diffugiebant. Ac iilii duce Assaraco fratre dir^xerunt classem ^5 
in Gernianiam et auxilio Sylvii Albae usi subj;Ugato populo adepti 
sunt regnum« 



u 

Caput fl. 

M4. Brutus autem cognomento Viridescutum cum patre remansit, 
regniqne gubernaculo potitus post patrem duodeciin annis regna- 
vit: buic successit Leir ejus filius pacis atque aequitatis amator. 
Qui ut prosperitate regni usus est, in aquiionari parte Britanniae 
civitatem aedificavit: de nomine ejus Tocatam Kaerleir. Tunc 5 
Salomon aedificare coepit templum domini in Hierusalem: et 
regina Sabiai venit audire sapientiam ejus ; et tunc Sylvius Epitus 
patri Albae in regnum successit apud Latinos. Vixit deinde 
Leir post sumptum regnum viginti quinque annis, sed regnam 
tepide in fine rexit. Segnitia ejus civiliS discordia subito in 10 
regno orta est: post bunc regnavit filiüs ejus Hudibras triginta 
novem annis : qui populum ex civili discidio in concordiam redu- 
cens condidit Kaerlem boc est Kantuariam. Condidit eliam 
Kaerguen boc est Guintoniam, atque oppidum montis Palador, 
quod nunc Sefovia dicitur. Ibi tunc aquila locuta est dum murus 15 
äedificaretur : cujus sermones si veros esse arbiträrer sicut cae- 
tera memoriae tradere non diffugerem. Tunc Capys filius Efiti 
regnabat: et Aggeus, Amos, Jobel, Azarias, prophetabanL 



Caput X. 

Successit deinde Bladud filius, tractavitque regnum viginti 
annis. Hie aedificavit urbcm Kaerbadum, quae nunc Badus nun- 
cupalur, fecilque in illa calida balnea ad usus mortalium apta. 
Quibus praefecit numen Minervae: in cujus aede inextinguibiles 
posuit ignes, qui nunquam deficiebant in favillas, sed ex quo 5 
tabescere incipiebant in saxeos globos vertebantur. (Tunc Helyas 
oravit ne plueret super terram et non pluil annos tres et menscs 
sex.) Hie admodum ingeniosus bomo fuit docuitque necromantiam 
per regnum Britanniae : nee praestigia facere quievit, donec pa- 
ratis sibi alis ire per summitatem aeris tentavit, ceciditque super 10 
templum Apoliinis iutra urbem Trinovantum, in multa frusta 
contritus. 



Caput XL 

1.15. Dato igitur fatis Bladnd, erigitur Leir ejusdem filius in 
regem, qui sexaginta annis patriam viriliter rexit. Aedificavit 
autem super fluvium Soram civitatem , quae Britaniiice Kaerleir, 



Saxoiiice vero Leiv^Cesire niiucnpatur : Coi negata maacüHill 
sexos prole, natae sunt tantummodo tres filiae, Tocataft: Gono- 5 
rilla, Regan, Cordeilla. Qui eas miro amore sed magi» natu 
iDinimam, Cordei]lam videlicet, diligebat. Comque in senectu** 
tem vergere coepisset, cogitaTit regnum suiim ipsis dividere: 
easqoe talibus maritis copuiare, qui easdem cum regno faabe«? 
rent. Sed nt sciret quae illarum majore regni parte dignior lo 
esset, adivit singolas ut interrogaret, quae ipsum magis diligeret« 
Interrogante ergo illo Gonorilla prius numina caeli testata est, 
patrem sibi plus cordi esse quam animani, quae in corpore suo 
degebat: cui pater: „Quoniam senectutem meam vitaetuae prae-» 
posutsti,. te, charissima filia, maritabo juveni quemcunque ele«* 15 
geris cum tertia parle Britanniae.^* : — Deinde Regan, quae se-i 
cnnda erat, exemplo sororis suae benivolentiam patris ailieere^ 
Yolens, jurejurando respondit: se nullatenus conceptum eftpri-* 
mere aiiler posse, nisi quod ipsum super omnes creaturas dili- 
geret. Credulus ergo pater eadem dignitate, quam primogenilae 20 
promiserat, cum alia tertia parte regni eam maritavit. At Cor- 
deilla ultima, cum intellexisset eum praedictarum adulalkmibus 
acquievisse: tentare illum cupiens aliter respondere perrexit: 
„Est uspiam, mi pater, filia, quae patrem suum plus quam patrem 
diiigere praesumal? non reor equidem ullam esse, quae hoc 25 
fateri audeat: nisi jocosis ?erbis veritatem celare nitatur. Nempe 
ego dilexi te semper ut patrem: nee adbuc a proposito meo 
divertor. Etsi a me magis extorquere insistis, audi certitudinem 
arooris, quem adversus te habeo : et interrogationibus tuis fioem 
impone. Etenim qnantum habes, tantum vales, tantumque te 80 
diligo/^ — Porro pater ratus, eam ex abundautia cordis dixisse, 
vehementer indignans, quod responsurus erat manifestare dmi 
dislnlit: „Quia in~ tantum senectutem patris tui sprevisti, ot Tel 
eo amore, quo me sorores tuae diiigunt, dedignala es diiigere^ 
et ego te dedignabor, nee usquam in regno meo cum tuis soro«* 85 
ribus partem habebis, — Non dico tarnen, cum filia mea sis, 
quin te extemo alicui (si illum fortuna pbtulerit) ulcunque me« 
ritem, Iliud autem afflrmo, qued numquam eo booore quo so-' 
rores tuas te maritare laborabo. Quippe cum te hucüsqae phis 
quam ceteras dilexerim : tu vero me minus quam ceterae diligas.^* 40 
— * Nee mora: eonsilio procerum regni dedit praedictas pudlM 
tos duobtts «fcicibus, .Coniubiae ?idelieet et Aibaniae com 



lB0di«tate tantum iosiiIajG^: dam ipse vif^ret. Post obkuM autaa 
ejus totam monarcbiam Brilanniae eiadem conoeaait babendam« 
Contigit deinde <|iiod Aganippus Francorum rex faroa pukhritu- 4:5 
dinis Gordeillae audita cootinuo nuncios suoa ad regem direxe« 
rit, rogans ul Cordeilla sibi conjugaU teda copulanda traderetur. 
AI pater in praedicto adhuc ira peraeveraDs reapondit, sese 
übenter illam daturum, aed sine terra et pecuoia ; regnom nam-* 
qua süum cum omni auro et argento Gonoriliae et Rogan, Cor« 50 
deijlae aororibus, distribuerat. Cum id Aganippo nuaciatuoi 
ftiiaset, amore Virginia inflammatus, miait iterum ad Leirum 
regem, dicena se aatia auri et argenü, aliarumque poeaeasionum 
habere : quia tertiam partem Galliae poasidebat, ae vero tantum- 
modo puellam captare , ut ex illa haeredes baberet. Denique 55 
oonfirroato foedere mittitur Cordeilla ad Galliam et Agaoippo 
maritatur* 



Caput XII. 

Post multum vero temporis, ut Leir magia senio torpere 
coepit, iosurrexerunt in eum praedicti duces, quibus Britanniaai 
eam duabua filiabua diviaerat, abatuleruntque ei r^niim regiam- 
qae potestalem , quam uaque ad iUad tempus viriliter et glo- 
riose tenuerat. Concordia tarnen habila retinuit eum alter ge<* 5 
nerorum Magiaunus dux Albaniae cum LX militibua ne secum 
inglorius maueret. Elapso deinde bienoio moram ipso apud 
generum faciente, indignata est Gonorilla filia ob multitudiaem 
miJitum ejus, qui convicia ministris inferebant, quia eis profu- 
sior epinomia nan praebebatur. Proinde maritum suum affata 10 
jrnait patrem obsequio XXX militum contentum esse: relictia 
eeteris XXX quos faabebat. Unde rex iratus reliclo Maglauno 
pettvit Henvinum ducem Coitiubiae, cui alteram natam Regan 
maritaYerat« Et cum a duce honorifice receptus faisset, non 
praeteriit anuus quin inter utrorumque familias diseordia orta 15 
ftierit: quamobrem Regan in indignaliooem versa praecepit patri 
esBctoa aocios dvsorere praeter quinque, qui ei obsequium 
pfaestarenU Porro pater ultra modtim anxius, reveraus est 
itermn ad primogenitam, aperaoa se posse eam in pietatem 
cammovare: ut cum familta sua retineretur« At illa a coepta 20 
iedtgnatioiie neqtaquam reversa eat^ aed per »umiiia eaoli juravit; 



food nvthtenns seeam reman^ret: iiisi pogtposilis eaeteris, sol^ 
milite eontentiis esset loerepabat eiiam eum senem et nöli» 
re abundanlem yelle cum tatrta militia incedere. Gumqoe illa 
assensnm voluotati ejus nullalenus praebuisaet: paruit ille: et 25 
relietie ceteris solo milite contentus remansit. At cum in rae^ 
moriam pmlinae dignitalis reductns fuisaet; anam detestanda 
miseriam in quam ae redaetum videt: cogitare coepit mioimain 
filiam trans oceaoum adire. Dubitabat tarnen nihil ipsam sibi 
velle facere , qnoniam tam ingloriose (ut praediximus) eam ba- ao 
buisset. Indtgnans tarnen suam diutius ferre miseriam in Gal- . 
lias transfreta?it. Sed cum se vidisset tertium inter principes, 
qai aimul transfretabant , in baec verba cum fletu et singulta 
prorupit: ,«0 irrevocabilia fatorum decreta, quae solito curstt 
fiium iter tenditis!. Cur unquam me ad instabilem felicitatem 85 
promovere voiuistis: cum major poena sit ipsam amissaro rec^ 
lere quam sequentis infelicitatis praesentia urgeri : magis etenim 
BggfnvBt me illius temporis memoria, quo tot centenis millibos 
militum stipatus et moenia urbium diruere, et provinciaa bostiuai 
vastare solebam: quam calamitas miseriae meae, quae ipsos, 40 
qui jam sub pedibus meis jacebant, debilitatem meam deserere 
coegiL irata fortuna! venfetne dies unquam, qua ipsis yicem 
.reddere potero: qui sie tempora mea sicut paupertatem meam 
diffugerunt? Cordeilla iilia, quam vera sunt dicta iila, quae 
mibi respoi^isti : quando quaesivi a te quem amorem adversas 45 
me faaberes: dixisti enim: Quantum babes, tantnm vales, tan- 
tumque te diligo. Dum igitur habui quod dare potni: tisos fai 
yalere eis: quae non mihi sed donis meis amicae fuerant. tn- 
terim dilexerunt me, magis tarnen munera mea. Nam abeun* 
tibus muoeribus et ipsae abierunt Sed qua fronte, charissima 50 
filia, te audebo adire, qui ob praedicta verba iratus potavi te 
deterius maritare quam sorores tuas, quae post tot beneficia, 
quae eis impendi, me exulem et pauperem esse patiuntur?**- 
Ut tandem baec et bis similia dicendo applicuit, venit Karitian, 
übt filia sua erat. Expectans autem extra urbem, misit ei nun- 55 
cium suum, qui indicaret ipsum in tantam miseriam collapsum, 
et quia non habebat, quod comederet aut indueret, misericor- 
diam fliiae petebat. Quo indicato commota est Cordeilla, et 
flevit amare, quaesivitque quot milites secnm baberet; q« 
reepoodit ipsum neminem habere, excepto quodam mmgeroi 60 



S8 

ftii fofis cum eö expectabat. Tubc illa cepit quantum opus 
erat anri et argenti, deditque nuneio praecipiens ut patrem ad 
aliam civitatem duceret, ibique ipsam infirmum fingeret, et baU 
nearet, indueret et foveret. Ju8sit etiam ut quadraquinta mili-* 
ies bene indutos et paratos retineret, et tunc demum mandaret 65 
regi Aganippo et filiae suae sese advenisse. Nuncius illico re* 
Tersus direxit Leirum regem ad aliam civitatem, absconditque 
eum ibi donec omnia quae Cordeilla jusserat perfecisset. ' 



Caput XUL 

Mox ut regio apparatu et ornaroentis et familia insignitus 
fait, maudavit Aganippo et filiae suae, sese a generis suis ex- 
pulsum esse e regno Brilanniae, et ad ipso^ yenisse ut auxilio 
eorum patriam suam recuperare valeret. At illi cum consulibus 
et proceribus obviam yenientes bonorifice susceperuut illum, 5 
dederuntque ei potestatem totius Galliae, donec eum in pristinam 
dügnitatem restaurasseot. 



Caput XIV. 

Interea misit Aganippus legatos per universam Galiiam ad. 
coliigendum in ea omnem arraatura miiitem ut auxilio suo r^- 
Dum Britanniae Leiro socero reddere laboraret. Quo^ facto duxit 
secum Letr Aganippum filiamque suam et coliectam multi-^ 
tudinem in Britanniam, cum generis pugnayit et triumpbo poti- 5 
tus est. Deinde cum omnes in potestatem suam redegisset i 
tertio post anno mortuus est: mortuus est et Aganippus, Cor- 
deiila vero regni gubernaculum adepta sepelivit patrem in quo- 
dam subterraneo, quod sub Sora fluvio intra Legecestriam fieri 
praeceperat. Erat autem subterraneum illud conditum in bono- 10 
rem bifrontis Jani. Ibi omnes operarü urbis adveniente solem- 
Qitate diei opera, quae per annum acturi erant, incipiebant. 



Caput XV. 

1.16. Cum igitur Cordeilla per quinquennium pacifice r^gnum 

tractasset, coeperunt eam inquietare duo filii sororum suarum, 

V Jiargatiii^ yidelio^t et Cunedagiust qui Maj^auno et Beavioo. 



99 

docibas nati fuerant: ambo juvenes praeclarae probitatis formam 
habebant, quorum alteruai, videlicet Marganum, Maglaunus ge- 5 
neraverat, Cunedagium vero Henviuus. Hi iUque cum post obiy 
tum patrum in ducatus eisdem successissent : iodignati sunt 
BriUnniam loeminae potestati subditam esse« Collectis ergo 
exerciübus in reginam insurrexerunt: necasaevitia suadesistere 
Tolueriint, donec quibuscunque vastatis provinciis praelia €0017 10 
miserunt cum ipsa: eamque ad ultimum captam in carcerem 
posuerunt: ubi ob amissionem regni dolore obducta sese inter- 
fecit. Exin partiti sunt juvenes insulam: cujus pars illa, quae 
Irans Humbrum extenditur versus Caihaneslaro, Margano cessit 
Alia vero, quae ab altera parte fluvii ad occasum vergit, Cunedagio 15 
comilHuitur. Emenso deinde biennio accesserunt quibus turbalio 
regni placebat ad Marganum, animumque illius subducebant di- 
centes turpe dedecus esse ipsum, cum primogenilus esset, 
toti insulae non domiuari. Cumque bis et pluribus aliis modis 
incitatus fuisset: duxit exercitum- per provincias Cuiiedagii, 20 
ignemque accumulare incepit. Orta igitur discordia obviavit 
ei Cunedagius cum omui multitudine sua» factoque congressu 
caedem intulit non minimam, et Marganum in fugam propulit: 
deinde secutus est eum fugientem a provincia in provinciam et 
tandem interfecit. eum in pago Kambriae, qui post interfeclionem 25 
Hargani ejus nomine videlicet Margan bucosq^e a pagensibu^ 
appellatus est. Potitus itaque Cunedagius victoria monarcbiam 
iolim insulae adeptus est, eamque triginta tribns annis glorio&e 
tractavit. Tunc Esaias et Osea propbetabant et Roma condita 
est undecimo Kalendas Maji a geminis fratribus Remo et R.omul0. 80 



Caput XVI. 

Postremo, defuncto. Cunedagio , successit ei Rivallo filiua 
ipsius, juvenis pacificus et fortunalus, qui regnum cum diligentia 
gubernavit. In tempore ejus tribus diebus cecidit piuvia sanguiuea« 
et muscarum afQuentia: quibus moriebantur homines. Post buiic 
vero successit Gurgustius filius ejus ; cui Sisiilius ; cui Lago Gurgii* & 
stiinepos; cui Kinmarcus Sisilliiiiiius; post hunc Gorbodug. Hui« 
nati fuerunt duo filii : quorum unus Ferrex alter Porrex nuiM^upaba* 
tar. Cum aiUem in Senium vergeret pater, orta est co&tentio inler 
eos, uter eorum in regno succederet. At Porrex mi^ri ci^ 



M 

dilate sobdactns, paratis insidiis Ferrecem fratrem- interficere lo 
parat; qnod cum tili com|)ertam fuisset, fraCre Titato, in Gallias 
transfretavit Sed Suardi regis Francorum auxiKo usus rever- 
sus est et cum fratre dimicavit. Ulis autem pugnantibus Fetrez 
est ihterfectus, et tota multitudo quae eum comitabatnr. Porra 
eonim mater, cui nomen Widen, cum de filii uece certior facta 15 
esset, ultra modum commota in alterius odiam yersa est. Dili^ 
gebat enim defunctüm magis altero; unde tanta ira ob ipsias 
mortem ignescebat, ut ipsum in fratrem vindicare affecföret 
Nacta ergo tentorium, quo ille sopitus fuerat, aggreditur eum 
enm suis anetUis et in plurimas seetiones dilacerarit Exin 20 
civiKs discordia multo tempore populum afflixit, et regnum quin* 
que regibus submissum est, qui sese mutuis dadibus infosAbaoL 



Caput XVIL 
Suceedente tandem tempore suscitavit probitas quendam 
Jurenem qui Dunrallo Molmutius voeabatur : erat enim filiiis Clo* 
tenis regis Comubiae, pulchritudine et audacia omnes reges 
Britapniae exeellens: qui ut regimen patriae post patris obitom 
fiüse^it, surrexit in Tnmerem regem Loegriae, et facto con* 5 
gresstt eum interfecit. Deinde conyenerunt Rudaueus rex Kam* 
briae atqve Staterius rex Albaniae, confirmatoqtie inter se foe-* 
4efe duxerunt exercttus suos in prorincias Dunvallonis, aedifi* 
cia et Colones depopulaturi. Quibus ob?iavit Dunvallo eum tri- 
Iginta millibus firorom praeliumque eommisit: cumque multum 10 
«w dum pugnaret praeterissel nee ipsi victöria provenisset, 
sevocavit sexcentos audacissimos juvenes, et cunctos arma de- 
funclorum hostium sumere praecipit et indui: ipse etiam pro- 
jectis illis quibus armatus erat simililer fecit : deinde duxit illos 
ioter concurrentes hostium catervas incedendo quasi ex ipsis esset: 15 
iMctus quoque locum quo Rudaueus et Staterius erant corami- 
Ütonibus indixit: ut in ipsos irruerent Faclo igitur iinpeta 
perimuiKiir duo praedicti reges: et plures alii cum ipsis. At 
' Duoralio Melmutius timens ne a suis opprimwetur, rerertitur 
cum sociis suis et sese exarmafil. Resumptis deinde armis quae 20 
pn^eeerat, socios bortatnr in bestes trruere: ipsosque acriter 
Invasit. Ne« mora, potitus est vietoria, fugatis ac dispersk hoeti- 
im* Deoique per patrisTs tsupradictoruni pei^mptorun T«gaad« 



labfwlil QrbM %t oj^iiia: populais^e pointili stros MboMntr 
Et oam totam insulam. omnino sutqugasset: feoit sibi «HadeuMi 25 
ex aurq: insalamque in pristinum statum reduxic. Hie legesr 
quae Molmotinae dicebantup intar Britones statuit, quae uaque 
ad hoc iempus ioter Anglos celebrantnr. Statuit siquidem inter 
caetera 9 quae multo tempore post beatua Gildas scripsit; Hl 
templa Deorum et civitates talem dignitatem haberent : ut qui- 30 
conque fugitivus sive reus ad ea confugeret, cum yenia ab 
inimico suo abiret. Statuit etiam ut viae quae ad praedicta 
tetnpla et ad civitates ducebant: necnon et aratra colonomn 
eadem lege oonfirmarentur. In diebus itaque ejus iatronom 
mucrones cessabant: raptorum saevitiae obturabantnr: nee erat 35 
usquam, qui violentiam alicui ingereret. Denique ut inter talia 
XL annos post sumptum diadema explevisset, defunctus est, et 
10 urbe Trinovanto prope templum Concordiae sepullus, quod 
ipae ad confirmalionem legum construxerat. 






LIBER TERTIU& 



Caput L 

1.17. Exio diio filii eiufl Belioua videlicet et Brenniua in regnum 
^uoeedere voleotes maxima contrili sunt discordia. Contende-* 
bant enioi uter eorum regni diademate insigniretur« Cum iU*« 
que plures decertatic^nes inter se commiscuissent: interfuarwt 
amici utrorumque qui ipsos in concordiam reduxerunt: censen«« 5 
tea regaum inter eos ea conditione dividendum esse: ut Beli* 
nus diadema insulae cum Loegria atque Kambria, pecnon et 
Cornubia possideret: erat enini primogenitus : petabatque Tro^ 
Jana oonsuetudo ut dignitas baeredilatia ei proveiiiret: Brenniua 
TOTO, quoniain iww fuerat, fratri subderelur et Nc^rtbuoibriaoi 10 
ab Humbi:^ usque ad Catheneaiaaa obtineret. Confiroiato igilur 
super bis pactionibus foedere, tractaverunt patriam per quinqueo* 
nium xum pace et justitia. Verum quia discordia sese prosperis 



• sa 

cdbi» Minper miscere conatur: affuerbtit quidam'&bricatofea 
Hüeadacii, qui ad Brennium accesserunt dicentea: „Ut quid igna* 15 
yia te tantum occupavit; ut Belino subjectionem teneas; cum 
idem pater et mater eademque nohiiilas te ei parificet? Adde 
quod in pluribus debellationibus experlus es, qui totiens CheuUo 
dtici Morinorum in provinciam nostram applicanti resistere po- 
Uiisti: ipsumque ex regno tuo fugare« Rumpe igilur foedus 20 
quod tibi dedecori est: et duc filiam Elsingii Norwegensium regis, 
ut ipsius auxilio amissam dignitatem recipias/* Postquam igitur 
bis et pluribus aliis animum juvenis corruperunl: acquievit ipse : 
adivitque Norwegiam, duxitque filiam regis ut a praedictis adu- 
latoribus edoctus fuerat. 25 



Caput IL 

Interea cum id fratri nunciatum esset, indignatus est, quta 
sie sine licentia sua contra ipsum egisset. Peti?it itaque Nor«* 
thumbriam, cepitque Comprovincialiura civitates, et eas custodi- 
bus suis munivit. Porro Brennius, audito rumore qui facta 
fratris notificaverat, adduxit secuih magnam copiam Norwegen- 5 
sium, paratoque navigio rediit in Britanniam. Cumque aequora 
securius et prospero vento secaret, obviavit ei Guichtlacus Daco- 
rum rex, qui ipsum insecutus fuerat: aestuaverat namque amore 
puellae quam Brennius duxerat: unde ultra moduni dolens das- 
sem paraverat et exercitum,^ ipsumque. citissimis yelis sequebatur. 10 
Navali igitur congressu facto, cepit forte navem in qua erat 
praedicla pueila, et illatis uncis illam inter consocios attraxit. 
Ulis autem binc et inde congredientibus intra profundum, irru- 
ünt ex improviso adversi venli, factoque turbine naves dissipant : 
dissipatas vero in diversa littora compellunt. Rex ergo Daciae 15 
inimica vi ventorum compulsus, peracto quinque dierum cursu, 
cum timore applicuit cum pueila in Northumbriam : nescius 
quam terram inopinabilis eventus obtulisset. Cumque id a Pa- 
gensibus comperlum esset, ceperunt illos, duxeruntque ad Bali- 
nnm, qui super maritima* ad ventum fratris expeclabat. Erant 20 
ibi cum näve Guichtlaci (res aliae naves: quarum una fuei*at ex 
Brennii navigio. Postquam autem qui essent regi indicaverunt, 
gaudens, admodum gavisus est id sibi contigisse, dum sese ii) 
fratrem suum rindicare captaret. 



^' 



Caput HL 

Emensis deinde aliquot diebus, ecce Brennias resociatis* 
navibus in Albaniam applicuit. Eiiin cum ei captio conjugis 
caeteroriimque nolificata fuisset: et quod frater ei regnum Nort- 
humbriae, dum aberat, surripuisset: misit nuncios suos ad eum, 
mandans ut regnum et sporisa redderentur. Sin autem, lestatur 5 
se tolam insufara a mari usque ad mare vastalurum: ipsum^ 
que fratrem interfecturum si copia congrediendi ipsi praestare-^ 
tur. Quod cum Belinus scivisset, negavit plane quod petebatt 
collectoque omni insuiae miiite renit in Albaniam contra illnm 
pugnalurus. At Brennius ut scivit repuisam sese pa^sum fuisse lo 
et germanum hoc modo contra se venire, ivit obviam illi in 
nemore quod vocalur Caiaterium, ut cum eo congrcderetur. üt 
igitur eundem nacti sunt campum, diviserunt uterque socios suos^ 
in turmas, cominusque aggredienteg praeliari coept-runt. Mul- 
tum diel in beilando consumserunt, quia in ulraque parte pro- 15 
bissimi virt deiteras commiscebant. Multum cruoris binc et 
inde fuderuut, quia tela ipsörum viribus vibrata laetifera vulnera: 
ingerebanl. Concidebant inter corruentes cohortes vulnerati,' 
quemadmodum segetes cum a falcatoribus aggrediunlur. Denique 
praevalenlibns ßritonibus, dilTugiunt Norwegenses agminibus Iet 20 
cerilis ad naves: quos fugientes insequitur Beliivus, cai^dem 
sine pietate faciens. Ceciderunt in iflo prdelio quindecim millia 
horoinum : nee ex residuis niiile superfuerunt, qui illaesi absce-- 
derent. At Brennius vix unam navem nactus, ut furluna con*^ 
duxerat, Galücana fitlora petivit Caeleri vero, qui cum illö'25 
advenerant, quo casus ducebat^ latebraa exigebant. 



Cum igittir ^elino victoria cessisset, convocavit omnes regni 
proceres intra Eboraeum, consilio ipsoram tractaturus, quid de* 
rege Dacorum faceret. Mandaverat namque ei ex cärcere quod. 
sese regnumque Daeiae ei submilterel, tributumque siugulis- 
annis donaret, si cum amieä sua über sineretür abire: manda- 5 
Vit eliam quod pactum sn um foedere juramenti et obsidibus 
oonfSrmaret. Convocatis ergo procerfbus, cum id indicatnm 
fuisself assenstttt praebaemnt' euneU ,^ ut BeUfni^ petilioni Gii« 

Monmoath HLiU ed. San^MarU« % 3 



irhthlaci cum praedicta conditione acquiesceret Acquierit frgo 
ipse, et üuiclithlacus ex carcere solutus cum amica sua in Da- lo 
ciam reversus esU 



Caput V. 

1.18. Porro Belinus cum neminem sibi in regno Britanniae resi- 
stere animadYertissel: tota insula a mari usquead marepolUus: 
leges quas pater invenerat conGrmavit. Stabilem quoqne ,Jusli- 
tiam per regnum fieri praecepit. Bfaxime autem indixit, ut ciiri- 
tales et viae quae ad civitatem ducebant, eaudem pacera quam 5 
Dunvallo statuerat habereut. Sed de viis» orta est discordia, 
quia nesciebatur quibus termiuis dilBnilae esseot» Rex ergo 
omne ambiguum legi suae auferre volens, coovocavit omoes ope- 
rarios totius insulae : jussitque viam ex coemento et lapidibus 
frabricari: quae insulae longitudinem a Cornubico mari usque 10 
ad Cathenesium litlus secaret: et ad civitales quae intra eam 
eranl, recto limite duceret. Jussit etiam aiiam fieri in latitu- 
diaem regui quae a Bleuevia urbe, quae super Üemeticam mare 
Sita est, usque ad portum Hamoois extensa ad urbes intra po- 
sitas, ducatum ostenderet. Alias quoque duas ab obliquo insube : 15 
quae ad caeleras civitates ducatum praeslareoL Deinde sancivit . 
eas omni buuore, omni digiiilate: jurisque sui esse praecepit, 
quod de illata super eas violeutia vindicta sumeretur. Si quis 
autem scire volueril omnia quae de eis statuerit, legat Holmuli- 
nas leges, quas Giblas bistoricus de Britannien in Latinum, Rex 20 
vero Alvredus de Latino in Anglicum sermonem transtulit. 



Caput VI. 

Belino autem cum pdce et tranquillitate regnante, frater 
ejus Brenuius in Gailicanum littus (ut praedictum est) appulsus, 
internis anxletatibus cruciatur. Ferebat enim graviter sese ex- 
pulsum a patria esse, nee copiam revertendi habere, ut amissa 
dignitate fruerelur. Nescius ergo quid faceret principes Galliae 6 
adivit, duodecim solummodo militibus comitatus. Cumque infor- 
tunium suum singulis oslenderet, nee auxilium ab ullo impe- 
trare quivissel: venit tandem ad Seginum ducem Allobroguni, 
et ab eo bonorifice suscepius est. Morans autem apud ipsumi 



89 

aecessit ia tantam faroiliaritatem ducis, ita ut non esset alter in lo 
curia qui ei praererrelur. In orooibus naroque negociis, tum ia 
pace, tum in hello probitatem suam monstrabal: adeo ut dux 
illum ainore paterno diligeret. Erat enim pulcher aspectu, pro- 
cera et gracilia membra habeos, venationeni alque aucupalum 
ut decebat edoctus. Cum ergo in tantam amicitiam ducis inci- 15 
di«8et, statuit dux ut unicam quam habebat filiam ipsi maritali 
lege copularet. Et si masculino sexu deinceps careret, coocedebat 
ei rognum AUobrogum post obitum suum cum filia possidenduro. 
Si aulem filius ei superveniret , promitlebat auxilium ut in re«» 
gnuin Britanniae promoveretur, et nou solum id a duce, sed etiam 20 
ab Omnibus duci subdilis heroibus appetehatur: quia in tantam 
eorum amicitiam provenerat. Nee mora, maritatur puella Bren* 
nio, principesque patriae ei subduntur, soliumque regni donatur* 
Nee annus quo haec facta sunt integre emensus est, cum su^ 
prema dies ducis adveniens, ipsum ex hac vita eripuit. Tunc 25 
Brennius principes patriae, quos prius amicilia iilexerat, ob- 
noxios sibi facere non diffugit, largiendo eis thesaurum ducis» 
qui a tempore atavorum ipsius reservatus fuerat. Et quod Al- 
lobroges pro maximo habebant, profusus erat in dandis cibis ja«« 
nuam suam nuUi prohibens. 30 



Caput VII. 

Attractis ergo quibusque in dilectionem suam, deliberavit 
apud se, qualiter se in Belinum fratrem suum vindicaret: quod 
cum populo sibi subdito iudicasset , assensum fecerunt cuncti : 
ut cum illo irent ad quodcunque regnum ipsos conducere alfe- 
ctasset. Nee mora, grandi collecto exercitu foedus cum GalJis 5 
ini?it, ut per provincias eorum Britanniam cum tranquillitate 
adire sineretur. Exin parato in liltore Neustriensium navigio 
ingressus est mare: secundisque velis insulae applicuit. Divul- 
gato igitur adventu ipsius, Belinus frater ascita totius regni 
juventule ohviam perrexit: praelium cum eo commissurus. Sed 10 
cum hinc et inde statutae cohortes fere commisceri incepissent, 
acceleravit mater amborum, quae adbuc vivebat, per dispositas, 
turmas incedens« Erat nomen iili Conwenna: aestuabatque filium 
Tidere, quem multo tempore non asp^xerat. Ut igitur tremulis 
gradibus locum quo ipse stabat nacta fuit: brachia collo ejus 1^ 

3* 



ittj<vcit, desider&ta oscala ingeminans. Nudatis quoque uberilnis 
iüum in bunc modum affata est, sermofieiti impedient« singuitu: 
„Mein^nto, fiH, memenfo uberum istorura quae suxisti: matris- 
qne tuae ut«ri quo te opifex rerum ex homine in honvinem crea- 
til: unde te in niundum perduxit, augustits niea viscera cru* 20 
dantibus. Anxietatum igitur quas pro te passa sum reminiscens, 
pelitioni nieae arquiesce: fratrique tuo veniam coneede: atque 
inceptam iram compesce: nullaro enim adversus eum ^habere 
debes, qui tibi nullam conlumeliam inlulerit. Nam quod c»usa-* 
ris te videlicet a nalicne tua per eum expulsum fuisse, si even- 25 
tum rei diiigentius institeris inlueri, nullatenud reperies quod 
injustiliam vocabts. Non enim fugavit te ut delerius tibi con- 
tingeret: sed coegit deleriora postpouere ut ad potiora sublima^ 
reris. Subditus namque illi partem regni possidebas, quam ut 
amisiäti, par illi effeclus es, Ailobrogum regnum adeptus. Quid 30 
igitur ferit nisi quod ex paupere regulo te in sublimem regem 
promovit? Adde quod dissidium inier vos ortum. non per ipsum, 
sed per te coeplum fuit, qui auxiiio regis Norwegiae fretus, in 
ipsum exsurgere aesluavera^." Super bis ergo quae ipsa expres*- 
Serat molus, sedalo animo obedivit: et ultro deposila gaiea cum 85 
illa ad fralrem perrexit. Btflinus ergo ut ilium cum tuIIu pacift 
ad se venire conspexit, abjectis armis in amplexus ejusdem cum 
osculo cucurrit. Nee mora, facti sunt amici, et cohorlibus exar- 
malis urbem Triuovantum adiverunt. Ibi consilio ceplo quid 
facerent, paraverunt exercitum communem in GaiHarum partes 40 
ducere, cunctasque provincias suae potestali submittere. 



Caput VIIL 

Cmenso deinde anno transfretaverunt in GalKas: patriaiiH 
*• que vaslare coeperunt. Quod cum per nationes divuigatum 
ftiisset, cnnvenerunl omnes reguli Francorum, obviamque venicn- 
tes contra eos dimicaverunt. At Beiino et Brennio vicloria pro- 
Yenienle, vulneralis folervis ditrugierunt Franci. Mox Britones 5 
et AlJobroges at triumpho potiti sunt, fugientes Gallos insequi 
non cessaverunl, donec CJipfis regibus ipsos ad deditionem coe- 
gerunt. Munilis etiam urbibus eversis totum regnum intra unum 
' amium submiserunt. Postremo, cum omnes provincias ad de- 



dUiooiein oompulissent, peliere Roniam cum tota muItUudine su^i lo 
orbesque et colonos per Italiam depopulantur« 



Caput IX. 

Erant tone duo consules Romae, Gabius et Porsena, quo~ 
roni regimtni patria commissa fuerat: qui cum vidissent nullam 
genteni saevitiae Bolini atque Brennii resistere valere, asßensu 
geoatorum venerunt ad iUos concordiam et amiciliam peleiites, 
Obtuierunt etiam plurima donaria auri et argenli, singulisque 5 
armis irihutum, ut 8ua cum pace possidere siiierenlur. 8umpli9 
i!aque obsidibus, veniam donaverunl reges, cohorlesque suas ia 
Germaniam duxerunt, cumqua populum inreslare inslitit»»ent, 
piguit Romanos praedicli foederis : et revorata audarja Germania 
in auxilium processeruut. Quod cum regibus compertum es«iet, 10 
ultra niodum id graviler ferentes, consilium inierunt.: quomud<> 
utrumque popuiuqi oppugnareiit. Tanla namque muliiludo Italo« 
rum suparveuerat, ita ut Ulis terrori essent. Consitio ergo ba** 
bilo remansit Relinus cum Britonibus in Germania praelia bo»lw 
bus iiialurus. Rrennius vero cum exercilibus suis Romam adi- 15 
Vit, ut ruptom foedus in Romanos vindicaret. Id auleni llali 
scientes, daseruerunt Germanos, et Romam reverti caplantes 
iter Brennii praecedere fei^linaTerunt. Belinus itaque ut illud 
ipsi Dunciatum fuerat, revocato exercilu praelerila nocle accele- 
ra?it, qoandamque valiem nactus, qua bostes praelerituri erant, 20 
intra illam deliluit, et advenlum iltorum expectavit. Sequenti 
die iaslante venerunt Itali ad eundem locum, coeptum irar faci- 
antes: et cum valiem armis bostium fulgere prospexissent , con^ 
festim stuperacti arbitrali sunt Brennium , Senonesque Gallos 
adesse. Belinus ergo comperlis boslibus, subito impeiu irruplio*- 25 
nem fecit in ilios, atque acriter invasit. Nee mora, Romaui ex 
improviso oocupali, quia iiiermes et sine ordine incedebant, cum 
fuga eampum deseruerunt: quos Belinus iqsequens sine pietate 
trucidare non cessavit, donec superveniente nocte inceptam stra«' 
gern perflcere nequivit. Cum victoria deinde Brennium petivit: 30 
qui jam tribuft diebus Romam obsidebat. Ut ergo communem 
axercitum l'ecarunt, invadentes undique urbem, moenia prosier- 
nere iDsiatunt: ei ut majorem cladam ingcrereol: erexerunt für*. 
CM ante port«> civitatis; obsessisque mandayerunt, quod obsides 



i9 

quos dederant in patibulo suspendercnl : nisi sese snae ditioni 85 
submitterent. Verum Romani in proposito suo perseverantcs, 
despecta natorum et nepolum pielale, sese defendere inlendunt 
Nam quandoque machinaiiones eorum contrariis vel consimilihus 
machinalionibus conlerebant, quandoque vero mulliniodis telis 
ipsos a moenibus repellebanl. Cumque illud conspexissent fra- 40 
tres, confeslira proterva excandcscenles ira, viginti quatuor no- 
bilissimos obsidum in conspeclu parenfum suspendi praecepe- 
runt. Roraani itaque prolerviores insistenles, frelique legatione 
Gabii et Porsenae consulum, qui ipsis niandaverant quod in 
auxilium eorura sequenti die venirenl: urbein egredi statuerunt, 45 
et cum hoslibus praelia commillere. Dumque turmas suas sa- 
pienter distribuerunt; ecce praedicii consules resocialis sociis 
qui dispersi fuerant: praeliaturi adrenerunt. Dcnsis autem agmi- 
nibus incedenles, ex improviso invaserunt Allöbroges et Bri- 
tones. Egressis quoque civibus consocialis, stragem non mini- 50 
mam primo fecerunt. Porro fratres cum cladem coramilitonum 
tarn subito illatam inspexisseiit , adraodum anxiali socios horlari 
coeperunt, atque in turmas resociare: crebrasque irruptiones 
facientes, hostes retrocedere coegerunt. Poslremo peremptis ia 
utraque parte ad rouUa millia pugnantibus, victoria fratribus pro- 55 
yenit. Interfecto eliam Gabio, et Porsena capto, urtiera cepc- 
runt: et absconditas civium opes commilitonibus dederunt. 



Caput X. 
Habita ergo victoria remansit Brennius in Italia, populum 
inaudita tyrannide afßciens; cujus caeteros actus et exitum, quia 
Romanae bistoriae declarant, nequaquam tractare curavi: cum et 
nimiam prolixilatem huic operi ingessissem, et id quod alii tracta- 
verunt peragrans a proposito meo divertissem. Belinus vero in 5 
Britanniam reversus est: et cum tranquillitate reliquis vilae 
suae diebus patriam .tractavit. Renovavit etiam aedificatas urbes 
ubicunque collapsae fuerant: et roultas novas aedificavit. Inter 
caeteras composuit unam super Oscam flumen prope Sabrinum 
mare, quae roultis temporibus Kaerosc appeliata est. Metropolis 10 
Demetiae fuerat. Postquam autem Romani venerunt, praefato 
nomine deleto, vocata est urbs Legionum: vocabulum trahens 
a Romanis legionibus quae ibidem hyemare solebant« Fecit 



S0 

fltiani in urbe Trinei^anto jaouam mirae fabricae super ripam 
Tamesia , qua» de oomine suo civea teinporibtta i»tis Beliiiea* 16 
gata Tocaot. Desuper Tero aedißcavit turrim uiirae roagnitudi* 
018; portumque sublus ad pedem applicaotibus navibus idoueum* 
Leges patris ubique per regnum renovarit» cooataoU juatitiae 
iodulgens. In diebus igilur ejus tanta copia diviiiarum populum 
refecit, 'quantam nee retro aetas nee subsequens consecuta fuisse 20 
perhibeiur« Poslremo cum suprema dies ipsum ex hac vita Ta- 
puisset, combusluu) est ejus corpus, et pulvis in aureo cado 
recooditus: quem in urbe Trinovaulo in summitate praediclae 
turria mira arte locayerunt 



Caput XL 

LM. Post baec successit ei Gurgiunt Brabtruc , ejusdem filius» 
vir modestus et prudens: qui per omnia actus paternos imilansi 
pacem et justitiam amabat; et cum Ticini adversus eum rebel* ' 
labaot, audaciam exeroplo genitoris revocans, dira praelia com- 
mittebat, et bestes ad dehilam subjectionem reducebat. Inter 6 
plura alia contigit quod rex Dacorum, qui diebus patris tributum 
ei reddebat, buic reddere diflugeret, et ei debitam subjectionem 
denegaret: quod ipse graviler ferens, duxit navigium in Daciam; 
arOicloque dirissimis praeliis populo, inlerfecit regem, patriam- 
que. pristino jugo supposuit. 



Caput XII. 

Ea teropestate cum post istam victoriam domum per insu- 
las Orcades rediret, tnvemt triginta nave$ viris et mulieribuB 
plenas ; et cum causam adventns eorum inquisivisset, accessit ad 
eum dux ipsorum Partkoloim nomine, et adorato eo veniam et 
pacem rogavit. Dicebat autem se ex partihus Hispaniarum ex-- 5 
puUum fuis$e et maria illa circuire ut locum mansionis baberet 
Petebat etiam ab eo portiunculam Britanuiae ad inbabilaudum, 
ne odiosum iter maris diutius pererraret: Annus eoim cum di- , 
midio jam elapsus fuerat, ex quo patria sua puisus per Oceanum 
cum sociis navigaTerat« Ut igitur Gurgiunt Brabtruc ipsoe ex 10 
Hüpania venisee et Barcienses esse Yocatos , petitionemque eo- , 
ram edoetos fuH , mtstf komine^ ^m eis ßd insuhm Hyherwiae 



qime ttne väsU. ab wnni ineola erat : eanique 4i^ ccnocssit 
Deinde crevervnt illic et muUiplkati 8UMi: inftularnque usfue in 
b6^i»roum dietn tenuerunU GurgiuiU vero Brablruc ca» dies 15 
mittle com pace explevisset^ sepultus fuit in urbe Legjoimai» 
quam post obiUim patris «edificiis et muris decorare atudserat. 



Caput XHI. 

^ Post illum Guithelinus diadema regni suscepit, quöd omni 
titae suae tempore benigne et modelte tractaWt. Erat ei 
nobilis mulier Marlia nomine , omnibus artibus erudila. Haec 
inter multa et inaudita, quae proprio ingenio repererat, inveoit 
legem quam Britones Martianam appeliaverunt. Hanc etiam rex 5 
Alvredus inter caeteras trartstulit, et Saxonica lingua Pa marchi- 
tie ]age vocavit. At ut Guithelinus obiit, remansit regni guber- 
naculum praedictae reginae et fiüo ipsins, qui Sisilius tocabatur. 
Erat tunc Sisilius septem anftorum: nee aetas ipsitis expetebat, 
nt regnum moderationi ipsius cedereL 



CAPüt XIV. 

Qua de causa mater, quia consiiio et sensu pollebat, totius 
insulae Imperium obtinuit. Quae cum ab hac luce migrasset, 
Siiiiiius sumpto diademale regni gubernaculo potiius est. ' Post 
ipsum Kimarus ejus filius regimen obtinuit; cui successit Danius 
ejusdem frater: quo defuncto insignitus est Horvidus, quem ex 5 
T^ngustela concubina genuerat. Hic nimia probitate famosissi- 
mus esset, nisi immoderatae^ ci udelitati induisisset: nemini uam-^ 
jque parcebat iralus, quin eum interficeret si telorum copiam re- 
perisset. Erat namque pulclier aspeclu et in dandis muneribus 
profusus: nee erat alter tantae fortiludinis in regno, qui ejus 10 
Qongressum sustinere quivisset. 



Caput XV. 

Temporibus ipsius appIicuU quidan) rex Moranorum cum 
ma^na manu in Northumbriam : et pairiam v^atar« eoepft Cui 
Morvidus, coUecta totius potestati» auaa juveatute, obyiam pep^fr 



xit, et cnm Üla prMitotös eat PIim ipse mIq» in pracliaBd» 
proficiebat quam maxima pare exerciliig $ai priiteipatua: et ot> 
TtcCoria potittis est, non e^asit ulius Tivog quin ipsum inlerficei- 
ret Jabebat enim luuiin poat alium ante se addoci , ut ^nem* 
qae perimendo cradeUtatem auan saliaret: eteam fatigalua et»»- 
Bisset paulisper, praecipiebat ipsoa viroa excoriari et excoriatas 
comburi. Inier haec et alia ejas Mevittae geata Gontigit ei in* 10 
fortiiniuni quoddam qaod ejus nequitiani deieTit Ad?«iierat nam« 
qae ex partibos HTbernici maris inauditae ferilatia belaa, quai 
jocolas maritimos aine intermissione deTorabaL Cumque fama 
qas aures attigiaset: acceasit ipae ad illam, et aolua cum soU 
congressus est. At cam omoia tela aua in illam in vanum oon<^ 1& 
lumpsisaet, acceleravit monstrum iilud et aperlis Caucibas ipauoi 
veiut ptscictilum devorayit« 



Caput XVI. 

121. Genuerati^ ^e quinque filios, quorum primogenitus, Gorbo- 
oianus nomine, solium regni suscepit. Nullus ea tempestate eo 
juslior erat, aut aequi amanlior: nee qui populum majore dili- 
genlla tractaret. Mos ejus continuus erat debiluro honorem diis 
primum impendere : et reclam plebi juslitiam. Per cunctas re- 6 
gni Britanniae ci vitales templa deorum renovabat, et plura nova 
aedificabat. Omnibus diebus ejus tanta diviliarum copia insula 
aiOuebat, quantam nullae collaterales provinciae habebant. Quippe 
colonos ad agrirulturam admonebat, ipsos ab injuriis dominorum 
defendens. Bellalores quoque juvenes auro et argento ditabat, 10 
ita ut nuili opus esset *injuriam alteri facere. Inter haec et 
plurima innatae bonitalis ejus gesta, debita naturae solvens, ab 
hac luce migravit: et in urbe Trinovanto sepultus est. 



Caput XVIL 

Post illum Artbgallo frater ejus regio diademate insignitur, 
qui in omnibus suis aclibus germano diversus extitit. Nobiles 
namque ubique laborabat deponere, et ignobiles exaitare, divili- 
bM qttH^nsqoe aua auferre, iitfinitos theaauros accaanuiaiia. Quod 
Wfoes TtfAi dhtthia (erre recuaaolea» inaurreieniot in illuiOy el 5 



42 

a solio regio deposuerunt Erexeniol exittda Elidiirun fratrem 10 
t|}as, qui postea propler miaericordiam, quam in fratrem fecity 
Piu8 Tocatua fuit: oam cttm regouin emenso quinqaeooio pos* 
sediaset« forte in Galatherio nemore venana, obviavit fratri suo 
qni depoaitus faerat. Ipae vero peragratis quibiiacunque pro* 
ttncialibua regoia aoxilium quaesiverat^ ut amiaaum honorem 15 
recuperare quiviaael, nee uaquam invenerat; $t cinn auperve- 
nientem paupertateni diutiua ferro non potuiaset, reversiia eat in 
Britanniam, decem solummodo militibua aociatua. Pelena ergo 
iUoa quoa dadum babuerat amicoa, praedictum nemua praeteri- 
bat: quam Elidurus ipsius irater ipaum non speralum aapexit 20 
Qtio Tiao, cucurrit Elidurus, et amplexatua eat illum, infinita 
oacula ingeminans. Et ut diu miaeriam fratria deflevit« duxit 
illum aecum in civitalem Alclud, et in tbalamo auo occuloit. 
Post baec finxit se infirmum ibi nunciosque auoa per tolum re* 
gnum direxit, qui principibus sibi subdilis suggessissent , ut ad 25 
ae ipaum viaitandum venirent. Cumque cuncli in urbem qua 
Jacebat conrenisaent: praecepit ut unusquisque tbalamum auum 
aingillatim et sine tumuKu ingrederetur. Asserebat enim aer- 
monem plurium capiti suo nociturum, si catervatim supervenia- 
aent. Gredulus ergo quisque jussioni ejus paruit, et unusquis- 80 
que post alterum doroum ingressus est. Singulos itaque ingre- 
dientes, praecipiebat Elidurus miuistris, qui ad boc parali eraut» 
capere, ipsisque capita ampulare, nisi se ilerum ArthgalJoni fra- 
tri suo submisissent. Sic faciebat separatim de cunctis, et om- 
nes Artbgallohi mediante timore pacificavit. Confirmato denique 85 
foedere, duxit Elidurus Arthgallonem Eboracum: cepitque dia- 
dema de capite suo , et Iratris capiti jinposuiL Unde sortitus 
eat hoc noroen Pius: quia praedictam pielatem in fratrem ba- 
buerat. Regnavit ergo Arthgallo decem annis, et sese ab incepta 
nequitia correxit: vice elenim versa coepit ignobiles deponere, 40 
et generosos exallare. Quod auum erat unicuique permittere, 
rectamque justiliam exercere. Denique auperveniente languore 
defecit, et in urbe Kaerleir aepuUus esL 



Caput XVIIL 

Erigitur Eliduroa iterum in regem, et pri^tioae digBiliti 
reatituitur. Sed dorn Gorbowanum primogeaitom fratrtm auvm 



41 

in omni bonitate seqneretur : doo r^sidtii fratres Vjgenios et Pe«' 
redurus collectis undique armatis cum illo praeliari aggredianUir. 
Potiti yero victoria , ceperunt illtun , et iillra tarrim arbis Tri- 5 
no?antinae ioclasenint , imponentes custodes. Post ea partiti 
sunt regnum in duo : cujus pars quae ab Humbro flamine ocd* 
dentem yersas vergit, in sorte\n cecidit Vigenio. Altera vero 
cum tota Albania Pereduro. Emensis demum septem annis obiit 
Yigeniüs , et tofum regnum cessit Pereduro. Insignitus itaque lo 
sceptro, postmodum illud benigne et raodeste gubernavit, ita ut 
antecessores fratres excellere diceretur, nee de Eliduro meutio 
fieret. Sed cum nemini mors parcere sciat: supervenit illa re- 
pentioo cursu, ipsumque vitae subripuit. Educitur coutinuo Eli- 
durus carcere, et tertio in solium regni sublimafur, qui cum 15 
omne tempus suum in bonitate et justitia explevisset, ab hac 
luce migrans pietatis exemplum successoribus suis dereliquit. 



Caput XIX. 

1.22. Defuncto itaque Eliduro suscepit Gorboniani filius regni dia« 
dema, et avunculum in sensu et prudentia imilatus est. Post- 
posita namque tyrannide justitiam atque misericordiam in popu- 
lum exercebat : nee unquam a tramite deviavit rectitudinis. Post 
illum regnavit Marganus Arthgallonis iilius : qui etiam exemplo 5 
parentum serenatus gentem Brilonum cum tranquiltitate tractaviL 
Huic successit Enniaunus frater, qui longe ab illo distans in 
tractando populum, sexto anno regni sui a sede regia depositus 
est. Postposita namque justitia tyrannidem praeelegerat , quae 
ipsum a solio regni deposuit. In loco ejus fuit positus cogna- 10 
tus ejus Iduallo Vigenii filius, qui eventu Enniauni correctus, 
jus atque rectitudinem coiebat. Huic successit Runno Pereduri 
filius: cui Geruntius Eliduri filius. Post illum Calellus filius 
ejus. Post Catellum Coillus. Post Coillum Porrex. Post Por- 
recem Cherin. Huic nati fuerunt tres filii , Fulgenius videlicet Ift 
atque Eldadus necnon et Andragius : qui omnes unns post aite- 
rum regna?erunt. Exin successit Urianus Andragii filius: cui 
Eliud: cui Cledaucus : cui Cletonus: cui Gurgintius: cui Meria- 
nus: cui Bleduno: cui Cap: cui Oenus: cui Sisilius: cui Ble- 
gabr^d. Hie omnes cantores quos praecedens aetas babuerat: 30 
et in raodulis, et in omnibus musicis instrumentis excedeliat; 



H 

Ua ut deu» joculalorum videretur. Post illum regnavit Arlheaail 
frater suus. Post Arlbmail Eldol: cui soccessil Redion: eui 
RederchiuH: cui SamuilpeDissei : cuiPir: cui Capoir: deinde suc- 
^essit Cligueillas Gapoiri filius, vir in omntbus aclibus modestus 25 
et prudetts : et qui super omnia rectam jusütiam ioter populos 
exercebat. 



Caput XX. 

Post illujDi successit Hely filius ejus : regnumque quadraginta 
anuis tractavit. Hie tres generavit filios: Lud, Cassibellauuum» 
Nennium : quorura primogeDilus, videlicet Lud, regnuiu post obi- 
tum patris suacepit. Exin gloriosus aedificalor urbium existeus» 
renovavit muros Triiiovanti et innumerabilibus turribus eam cir- 5 
cumcioxit. Praecepit etiam civibus ut doiiius et aedificia sua 
in eadem construerent , ita ut non esset in longe positis reguis 
civitas quae pulcbriora palatia contiueret. Fuit ipse bellicosus 
bomo et in dandis epulis. profusus. Et cum plures civitates 
possideret , banc prae omnibus amabat : et in illa majori parte xo 
tolius anni commanebat: unde nominata fuit postmodum Kaerlud, 
Et deinde per corruplionem nominis Kaerlondon. Succedente 
vero tempore per commutationero linguarum dicta fuit Londo- 
niae: et .postea Londres applicanlibus alienigenis, qui patriam 
sibi submiltebant. Defuuclo tandem illo, corpus ejus recondilum 15 
fuit in praedicta civilate juxta portam illam quae adbuc nomine 
ejus Partblud Britannice: Saxonice Ludesgata nuncupalur. Nati 
Cuerunt ei'duo filii Androgcus et Teuuantius: qui cum propler 
aetatem regnum traclare nequivissent, Gassibellaunus eorum pa- 
truus loco illurum in regem subliniatur. Mox ut diademate in- 20 
signilus fuit, coepit ita largitale alque probitale vigere: ut illius 
fama per remota regna divulgarelur. Unde conligit, ut lolius 
regni mooarcbia sibi et non suis nepolibus cederet. Gassibel- 
launus tarnen pietati indulgeus noluit juvenes regni esse exper- 
tes. Sed ejus magnam partem eis dislribuit. Urbem etenim 25 
Trinovantum cum ducatu Canliae Jargilus est Androgeo: duca- 
tum vero Cornubiae Tenuantio. Ipse etiam diademate praecla- 
rus, illis et totius insulae imperabat principibus. 

«08-fw — 



45 



LIBER QUARTÜS. 

Caput L 

Interea contigit (ut in Romanis reperitur historiis) Jttiiviii 
Caesarem subjugata Gallia ad liltus Rulenorum venisse. Et cum 
illiüc Britanuiam insulam inspexisset, quaesivit a circumstantibus, 
quae patria et quae gens iiihabilasset« Dum ad Oceanum in-» 
tueretur, cumque nomen regni didicisset etpopuli, dixit: „Her- 6 
de ex eadem pro$apia nos Romani et Britones orti siimus, quia . 
ex Trojana gente processimus. Nobis Aeneas post Trojae de- 
struciionem primos fuit pater: Ulis vero Brutus, quem Silviiw 
Ascanii iilii Aeneae filius progenuit. Sed, nisi fallor, valde de« 
generali sunt a nobis. Nee <]utd sit miiilia noverunt, cum inira 10 
Oceanttin extra orbem commaneant« Leviter cogendi eruot tri- 
faotura nobis dare et continaqm obsequiiim Komana« dignitati 
praestare. Prius tarnen mandandüm est eis ut inaceessi a Po- 
polo Romano et intacti vectigai reddant , et ut caelerae gentes , 
subjectienero Senaiui faciant : ne nos ipsorum cognatorum san- 15 
gutnera fundentes, antiquam nobilitatem patris noslri Priami of- 
fenriamus/* Quod com literis suis regi Cassibellauno mandavis* 
set: indigoatus est Cassibellaunus : ipsique epistolam in haec>er«^ 
ba direxit. 



Caput li. 

„ Cassibellaunns Britonum rex Cajo Julio Caesari. Miranda 
est, Caesar, populi Roniani cupidilas: qni quicquid est auri vel 
argenti sitieus: nequit nos intra pericuia Oceani extra orbem 
posttos pati: quin census nostros appetere praesumat: quos hac- 
teuus quiete possedimus. Nee hoc quidem sufficit, nisi post- ^ 
posita liberfate subjectionem ei faciamus , perpeluam servitutem 
subituri. Opprobrium itaque tibi petisti, Caesar, cum commu- 
nis nobtiitalis vena Briionibos et Romanis ab Aenea defluat, et 
ejusdem cognationis una et eadem catena praerulgeat: qua firma 
amicitia conjungi deberent. . Hla igitur a nobis esset pelenda,, 10 
non serTllus« Quia eam potius largiri, quam servitutis jugum 



u 



Caput V. 

Terga igitur. vertente Julio et in CaUicaoooi tiUus afH^ui^ 
$0 , rebelliooem molmalttr Gaili , dominium JuUi abjififsnteA» 
Arbilrabaoiur oainqua ipsum es$e debiJiiatum , ut i)uiiateiiii& 
^us vires amplius tiinori esseoL Fama eliam apud omoea «iim 
et eadem erat totum mare jatn navibus Ca$aiMJauni fervere^ 5 
ütffm ip^iuB Julii ioaecuturi, Uode audaeiore$ Galli insisteuie^ 
cogitabaot quomado Caesarem a finibiis suis expelierent. Quod. 
Julius suboleos, Doluit anceps l»eiiucn cum feroci populo eooi* 
Qiitterc; sed aperti3 thesauris quosque nobiliores adire: ut (sio^ 
guios muuificatoß in coocordiam reduceret. Plebi liberUiem poi- 10 
üceUir, eixbaeredaUs amissas |ip$sessiones , servis eliam liberfta*. 
Wm, qui prius leonioa ferilale fulminans ipt>is omuia absiukrat: 
nuoc miiis agnus bumili baiana votüe, omnia posse redd^re la«* 
taUr , oec ab bis blandiciis quievit , donec pacificalis cuQcti«, 
aj|9i$ßao) potesiatem recuperavit. Nulius interim dies praetariUat, J5 
^a filgam suam Briiooumque victoriam recoleret. 



Caput VI. 

Emenso itaque btennio parat iterum Oceanum tnwisfretare« 
et sese in Cassibeiiaunum vindicare. Quod eum CasüibeilaunM 
comperisset: urbes ubique munivil, diruta moenia renovavit: 
armatosque milites in singulis portubus statuit: praeterea aiveo 
Tamensis fluminis, quo ad- urbem Trinovanluai Caesar naviga- 15 
tiiros erat, pal^ ftfrm atqn^ plumbatis instar femorii grossis, 
iubter anmem mfixit^ ut navea Juiii superv«jiturae iliiderentur« 
Collecta etiam tota juveutute insulae, maasionem juxta marilima 
fiscit^ adr^MUtivn bo&tium expectans. 



Cäjpvt VII. 

JuKfis autem tvm omnia quae sibi necessaria erant paravis^ 
set, eum innumerabfli mukitudine militum mare ingressus est, 
• eiptaftam atragetn populo qui eum devitcraf inferre affertans ; 
quam proculdabio ingessisscl, si Hlac«a classe teflure poHri po- 
tuisaet ? quod tarnen ad efFectum duc ere neqnivit. Kam Aitn 5 
per Tamensem fluvium praediclam xivitatem peteret, naves ejus 



49 

praefatis paus infixae subitum passae suni pericnlam. linde a4 
nHilla milUa Aubmergebantur miülea, dum ipsas na?es perforalag 
Ingrediens fluvius absorberet. Cumque Jd Caesari compertum 
esset, Telis maxima vi relorlis ad terram reverli festinavit. Ipsi lo 
quoque qui in tanto periculo superfuerant, vix elapsi, cum illb 
tellorem scandunt. Hoc igitur Gassibellaunus ex ripa qua aderat 
aspicieos, gaudet propter periculum submersorum: sed tristatur 
ob caeterorum saiutem. Dato vero suis commilitonibus signo» 
impetura in Romanos facii. At Romani quamquam periculum in 15 
fluvio perpessi Aiissent, ut* terra potiti sunt, viriiiier Brilonum 
irniptioni restiterunt. Äudaciam quoque pro muro habentes 
stragem non niinimam fecerunt: sed tarnen majorem patiebantur 
quam inferebant. Periditati namque in fluvio, pauciores ince-» 
debant. Britones vero omni bora affluentia suorum augmenCati« 20 
trip o majorem numerura habeiiant. linde debititatfs caeteria 
potiti sunt triumpho. Caesar ergo cum sese devictum inspexis'* 
set, cum paucis ad naves difTugit, et tutamen maris ex voto 
naclus est: lempestivis etiam ventis instantibus, erexit vela soa,- 
ei Morinorum litlus petivit. Ingressus est deinde quandam Cur-» 25 
rim, quam in loco qui Odnea vocatur construxerat, antequam 
Britanniam bac vice adivisset; timebat namque Galiorum fidem 
esse instabilem, ne secundo in (psum irruerent: sicut supra 
dicium est ipsos fecisse, quando primo Britonibus terga testatu« 
est ostendisse. Ob banc ei^o causam turrim sibi in reftigium 30 
aedificaverat, ita ui rebelli populo resistere valeret, si in iUura . 
(ut praedictum est) insurrexisset. 



Caput VIIL 

1.24. Cassibellaunos autem secundo triumphum adeptus, maximd 
gaudio fluctuans , ^dictum fecit: ut omnes proeeres Britanniae 
in urbcm Trinovantura cum uxoribus convenirent, debitasque 
soiennitates palriis diis celebrarent, qui victoriam sibi de tanto 
Imperatore concesserant. Cumque omnes postposita mora adv^<» 5 
nissent, diversa sacrificia faeienies: occisioni pecudum induise-t 
ruBt. Litaverunt ibi quadraginta millia vatcarum, et centum miilia 
ovium, diversorumque generum volatilia, quae leviter sab nu«* 
mero non cadebaot. Praetarea triginta millia sylvestrium ferarum 
oiq^iscwfiie gc^eris ooUeciaram. Mok cum düs suis iionore»io 

Monmoath Bist» ed. Saa-liarU. 4; 



so 

perfecissent, refecerunt se residuis epalis: ut in sacrificiis fieri 
solebat. Exin quod diei et noctis restabat, diversos ludos com- 
ponentes transegerunt. Ludenlibus ergo ipsis, contigit inclytos 
juvenes, quorum aller erat nepos regis, alter yero Androgei 
ducis, pariter in palaestra contendere, et ob dubiam victoriam 15 
litigare. Erat nomen nepotis regis Hireiglas*^ alterius vero Eve- 
linus. Qui ut mutua con?icia ad invicem intulissent, arripttit 
Evelinus gladium, nepotique regis caput amputavit: quo inter- 
fecto turbala curia, et rumor ad Gassibellaununi volavit. Com- 
motus ergo super casu amici sui Cassibellaunus Audrogeo prae- 20 
cepit ut E?elinum in curiam coram praesentia sua adduceret. 
Adductus quoque praesto esset sententiam quam proceres dicta- 
rent subire, ne Hirelglas inultus permaneret, si injuste inter- 
fectüs fuisset. Cumque animum regis suspeclum haberet An- 
drogens, respondit sese suam curiam babere, et in iila definiri 25 
debere quicquid aliquis in homines suos clamaret Si ergo recti- 
tudinem de Evelino decrevisset appetere: ipsum in urbe Trino- 
Tanto ex yeterum traditione recepisset. Cassibellaunus itaque 
cum affectui suo satisfactionem nequivisset ingerere : commina- 
tus est Androgeo, testans se ferro et flamma provinciam ejus 30 
populaturum, nisi petitioni suae acquiesceret Indignatus ergo 
Androgens distulit petitioni ejus parere. Indignatus autem Cas- 
sibellaunus, acceleravit provincias ipsius ?astare. At Androgens 
quotidie per cognatos et notos regem adibat, petebatque ut de- 
sisterel a coepta ira; et cum furorem ejus nullatenus mitigare 35 
quivisset, diversas meditationes inivit, qualiter ipsi resistere 
valeret. Denique ab omni alia spe decidens, auxilium Caesaris 
petere decrevit, literasque suas ei in hanc direxit sententiam: 
„Cajo Julio Caesari Androgens dux Trinovanti, post optatam 
mortem , optandam salutem. Poenitet me adversus te egisse 40 
dum praelia cum rege meo committeres. Silbnim me a talibus 
ausis abstinuissem , devicisses Cassibellaunum : cui post trium- 
phum suum tanta irrepsit superbia, ut me, per quem triumpha- 
Vit, a finibus suis exterminare insistat. Haeccine ergo merita 
rependenda essent? Ego illum bereditavi, ipse me exheredare 45 
conatur. Ego illum in regnum secundo restitui, ipse me desti- 
Uiere affectat. Me etenim contra te pugnante, omnia isla lar- 
gitus sum. Numina caelorum testor, me non pronieruisse ipsius 
iram» nisi promereri dicar, quia diffugio nepotem meum tradere, 



51 

quem injasta nece damnare exoptat. Quod ut manifestius dis* 50 
crelioni tuae liqueat, causam rei adverte. Contigerat nos ob 
laetitiam triumphi nostri solennitates patriis diis celebrare: in 
quibus cum quae agenda essent peregissemus sacrificia, Juven- 
tus nostra ludos mutuos componebat. Inter caeteros inierunt 
due nepotes nostri palaestram, exemplo aliorum conducti. Cum- 55 
que mens triumphasset , succensus est alter injusta ira, festina- 
▼itque eum percutere. At ille, vitato ictu, cepit eum per pu- 
gnum quo gladium tenebat, volens eum eripere. Interea cecidit 
regis nepos super mucronem, confossusque morti subjacuit. 
lUud itaque cum regi nunciatum esset, praecepit mihi tradere 60 
puerum meum, ut pro bomicidio supplicio plecteretur. Cui cum 
contradixissem , yenit eum omni multiludine sua in provincias 
meas, maximam infercns inquietudinem. Unde misericordiam 
tuam implorans, auxilium a te peto, ut per te dignitati meae 
restituar: et tu per me Britannia potiaris. De hoc autem nihil 65 
in me baesitaveris , quia omnis abest proditio. Ea enim con- 
ditione moventur mortales, ut post inimicitias amici fiant, et 
post fugam ad triumphum aocedanL'' 



Caput IX. 

Bis igitur inspectis, consilium habuit Julius Caesar a fami- 
liaribus suis, ne verbis solummodo ducis invitatus Britanniam 
adiret, nisi tales dirigerentur obsides, quibus «ecurins applicare 
quivisset. Nee mora, misit ei Androgens §caevam filium suum 
et triginta juvenes nobiles ex cognatione sua propinquos. Da- 5 
tis ergo obsidibus securus factus est Caesar; revocatisque ca*- 
tervis cum instante yento in Rutupi portum applicuit. Interea 
obsidere incipiebat Cassibellaunus urbem Trinovantum et TÜlas 
proTinciales vastare. Sed cum Julii adventum comperlsset, de^- 
seruit obsidionem et imperatori obviare festinavit. üt ergo val- 10 
lern prope Doroberniam intravit, aspexit in eadem Romanorum 
exercitam castra et tentoria ponentem. Adduxerat enim eod 
Androgens ibidem ut illic occultum impetum Ulis ingererent. 
Nee mora, advertcntes Romani Britones supervenire, armaverunt 
sese ocyus, militesque suos per catervas statuerunt. Ex alia 16 
vero parte armis induuntur Britones, et sese per turmas con-» 
soeiant* At Androgens cum quinque millibus armatorum tu 

4* 



02 

prope sito nemore deliUiit, ut in auxilium Caesari occuirens; fur- 
tivam et improvisam irruptionein Cassibeilauno consociisque «jufi 
faceret. Ut ilaque binc et inde couvenerunt, non distularttat 20 
mortiiera tela emiUere, nee letiferos ictus ingeminare. Concur- 
runt adversae catervae : et multum cruoris diffuudunt, Conci- 
duut in utraque parte vulnerati, quemadmodum io autumoo.ar- 
borum folia. Ipsis igitur irruentibus egr^ditur Aodrogeus ei 
nemore, et acieoi Cassibellauni, ex qua totum beliu» pendebai, 25 
a tergo invadit. Mox lila in una parte irruptione Romanoram 
paulo ante vastala: in alia vero concivibus suis miro inodo op^ 
pressa» nequivit Stationen) facere. (Jude dissipalig sociis, arrepta 
fuga campum deserunt. Aslabat prope quidam mons in cacu^ 
mine saxosus densum babens coriletum : ad ilJuin confugit Gas- 30 
3ibeliaunus cum suis, postquam in debiliorem ceciderat parteflo. 
Summitatem quoque ejus nactus sese virililer defendebat, et 
insequentes bestes nece ailiciebat. Insecuti oamque fueruirt 
ipsQm Romani et Androgei catervae, fugientes turmas ejus lace- 
ranles: montem quoque ascendentes crebros ictus faciebant, nee 35 
praevalebant. Saxa etenim montis ejusdem et cacuminis ardui- 
tas Brilouibus erat defensio. IIa ut a summo occurrentes hosti- 
bus stragem darent. Obsedit itaque Caesar montem iilum 
tota nocte quae jam supervenerat, omnes praecludens exitus. 
Affectabat namque iame regem cogere , quem armis nequiverat. 40 
admirabile tunc genus Britonum,, qqi ipsum bis in fugam 
pepulerunt, qui ^otum orbem sibi submiserat. Cut totus man- 
dus nequivit resistere, illi etiam fugati resistunt, |)arati mortem 
pr9 patria et übertäte subire, Hinc ad iliorum laudem cecinit 
Lucauus de Caesare: 45 

„Territa quaesitis ostendit terga Britannis/^ 
Emenso jam die secundo, cum jam non baberet Cassibetlaa* 
pus quod comederet, timuit ne fame caper^iur Caesaris carce- 
rem subiturus. Mandavit ergo Androgeo, ut sese cum Julio pa- 
cificaret, ne gentis dignitas ex qua natus fuerat capto ipso dele* 50 
retur. Mandavit etiam ei se non promeruisse, ut ipsius mortem 
optarat: quamvis inquietudinem ipsi iotulisset. Cumque haec 
r^luli^sent nuncii, ait Androgens : „Non est princ^s diligendus, 
qui 'm bello mitis est ut agnus: in pace ut leo ferus. -Dil coeii 
et terrae I Orat me nunc 4oii>ijatts meus qui prius imperabai: 55 
p^ciAQprtn^ HHne* «t Caesari aut^ecttonem facere desiderat, cufm 



93 

paeeitt Caesar prius desideraYerat ? Proiade advertere debueratt 
iUum, per quem tantmn imperatorem ex regno sito pepultl, posse 
ipsum Herum reBlHuere. Non eram igilur inique traetandus, qui 
tune illad obseqniuin, Qune istad inferre poteram. Insipientia obdo^ 60 
citur, qui comnailitoaes quibus triumphal, injuriis vei contume^ 
liis hifestat Non enim est uUtus diicis victoria: sed iltonun 
qui sanguiiiera suud\ pro eo pugnando diffundunt : tarnen paci** 
fieabo illani si poteiro, quia injurin quam mihi intidit, satis in 
iiiam Tiodicala est, cum misericordiam meam imploret*' 65 



Caput x« 

Post haec festinavit Androgeus ad Julium, amplexusque 
ejtts genua, eum in hunc allocutus est swmonem: „Ecce satis 
vindicasti te in Cassibellaunum. Misericordiam in ilium habe: 
quid aroplius est agendum, nisi ut subjectionem facien^, vectH 
gal Romanae dignitati reddat?^' Cumque nihil respolidissel 5 
Caesar, ait iterum Androgeus: „Hoe solum pactus sum tib», 
Caesar, ut solummodo submi«so Cassibellauno BriCauiiiai» tibi 
sabdere laborarero. Ecce ?ictus est Cassibellauii'Us , et tibi 
Britaniria meo subdita aoxilio. Quid uhra tibi debeo? noliC 
Creator ommum, ut dominum meum misericordiam orantem, 10 
rectumque de illata injuria mihi facientem, patiar uiiquani car*' 
cere vel vtnculis rinciri. Non leve est Cassibellaunum inter^ 
ficere me vivente, cui auxilium meum reddere non erubescam, 
nisi consilio meo parueris/' Timore ergo Androgei mitigatus 
Julius, capit a Cassibellauno cöncordiam, cum vectagali singulis 15 
annfs reddendo. Erat autem Tectigal quod spopondif, tria millia 
librarum argenti. Exin amici facli ad invreem Julius et Cassi- 
beiiaunos, mntaaqne donarla alter alteri dedemnl. Deinde hye« 
mavU Caesar in Britannia: et redeunte vere in Gaüram Irans*' 
fretavit Snccedente postmodum tempore , collect)« undique ex 20 
omni genere militibus, Romam contra Pompejum perreiit. 



Caput XI. . . 

1.25. Gomqiie pesimodum septem anni praeteriissent , def\»)ct«s 
eal Cassibellauntis , et in urbe Eb^raco sepuhus. Cui strcce^sit 
TeimanEius 4ux Conmblae, frater Andr^^gei. Nam Andi^og^tm^ 



94 

Ramam cum CSaesare profectus fuerat. Diademate igitor instgni- 
tas Tenuantius regnum in diligentia obtinuit. Erat ipse belli- 5 
C08US vir: et qui vigorem justitiae coiebat. Post illum promo- 
tus est ad culmen regale Kymbelinus filius ^uus, roiles strenuus : 
quem Augustus Caesar nutriverat. Hio in tantam amicitiam Ro- 
manorum inciderat , ut cum posset tributum eorum dettnere» 
gratis impendebat. , 10 

In diebus illis natus est dominus noster Jesus Christus, 
cujus pretioso sanguine redemptum est humanum genus: quod 
anteacto tempore daemonum catena obJigabatur. 



Caput XII. 

Kymbelinus ergo cum Britanniam decem annis gubernassel, 
genuit duos filios: quorum primogenito nomen Guiderius, altert 
Arviragus. Deinde expletis vUae suae diebus, jcessit regni gu- 
bernactflum Guiderio. Cum ergo tributum quod appetebant Ro- 
mani, ipsis denegaret: supervenit Claudius qui in imperium 5 
subrogatus fuerat. Aderat cum eo princeps militiae ipsius, qui 
Britannico vocabulo dicebatur Levis Hämo , cujus consilio praelia 
quae gereuda erant tractabanlur. Hie itaque ut in civitatem 
Porcestriam applicuit^ coepit portas ejus muro praecludere, exi- 
tumque civrbus abnegare. Cupiebat namque ipsos fame affectoa, 10 
Tel ad deditionem compellere, vel sine dementia interimere« 



Caput XIII. 

Divulgato ergo Claudii Caesaris adventu, collegit Guiderius 
omnem armatum militem regni: et Romanum exercitum petiviC. 
Conserto deinde praelio acerrime coepit bestes invadere: plus 
solus giadio suo quam major pars exercitus sui perimens. Jam 
Claudius naves petebat: jam Romani pene dissipabantur: cum 5 
yersutus Hämo projectis illis armis quibus indutus fuerat, arma 
Britannica cepit : et quasi Britannus contra suos pugnabat. Deinde 
hortabatur Britones ad insequendum : festinatum triumphum pro- 
nittens. Didicerat enim linguam eorum et mores: quia inter 
Britannos obsides Romae nutritus fuerat: exin accessit paulatim 10 
ipse juxta regem, adituque invento ipsum nihil tale timentem 
mucrone suffocavit: elapsus deinde inter hosiium cuneos, sese 



55 

enm nefanda victoria inter soos recepit At Arviragus ejusdem 
fraler ut ipsum peremptum inspexit, confestim deposuit arina 
sua, armisque regis indutus hioc et inde Britones ad perstan- 15 
dum anioiabat : quasi ipse Guiderius fuisset, qui nescientea regia 
casum monitu ejus resistebant, pugnabant, strageinque non mini- 
mam inferebant. Ad ultknum dilabuntur Romani in duas partes, 
campum turpiter deserentes: Caesar namque in una parte tuta«- 
mina petebat navium : Hämo autem nemora : quia non habehat 20 
spatium naves adeondi. Arviragus ergo arbitrans Claudium 
cum eo diffugere, festinavit eum sequi, nee cessavit de loco in 
locum fngare, donec ilios super litus occupavit maris, quod 
nunc de nomine ejusdem Hamonis Hamtonia nuncnpatur. Erat 
ibi portus applicantibus navibus congruus : navesque mercatorum 25 
appulsae quiescebant. Eas ergo cum ingredi affeetasset Hämo, 
superrenit ex improviso Arviragus, ipsumque subito interfecit. 
Portus autem ille ab illo tempore usque in hödiernum diem 
Hamonis portus appellatur. 



Caput XIV. 



Interea Claudius resociatis sociis oppugnabat praedictam 
civitatem, quae tunc Kaerperis, nunc autem Portcestria vocatur* 
Nee mora, moenia ejus diruit: civibusque subactis insecutus est 
Arviragoro jam in Wyntoniam ingressum. Postmodum obsedit 
civitatem, diversisque machinationibus illam opprimere nitebatur. 5 
Arviragus vero ut sese obsessum inspexit, consociavit catervas 
suas, et apertis portis ad praeliandum egressus est. Cumque 
irrnptionem facere affeetasset, direxit Claudius nuncios ad ipsum 
roandana ut concordiam inirent. Quippe timebat regis audaciam, 
Britonomque fortitudinem, praeferebatque ipsos sensu et sapientia lo 
subjügare quam dubium certamen inire. Mandabat ergo con- 
cordiam ei, daturumifue se promittebat filiam suam, si tantum- 
modo regnum Britanniae sub potestate Romana recognosceret. 
Postpositis ergo debellationibus, suaserunt majores natu Arvirago 
proroissionibus Claudii acquiescere. Dicebant autem ei non esse 15 
dedeeori subditum esse Romanis, cum totius orbis imperio po-' 
ttrentur. His vero et pluribus aliis mitigatus, consiliis eorum 
paruit: et subjectioneoi Caesari fecit; Mox Claudius propterfiliaro 



se 



swam Romam misit, et auulio Arviragi usus^ Qrcades et fMrO' 

vinciales insulas potestati suae gubmisit. 



20 



, Caput XY» 

Emensa deinde hyeme, redierunt legati cum filia, eanque 
patri tradiderunt. Erat autem nomen paeliae- Genuissa, eratque 
tonla ejus pulchritudo, ut aspicieotes in admirationem docer.et. 
Et ut marilali lege copulata fuit, tanto fervore ameris sucoendit 
regem, iia ut ipsam £oIam "cuoctis rebus praeferret. Unde lo-* 5 
cum quo ei primum nupserat celebrem esse volens, suggessil 
Claudio ul aedificaret in illo civitatem,, quae tantaruai memoriani 
nupüarum in futura tempora praeberet.. Paruit ergo Claudius, 
praecepttque fleri urbero, quae de nomine ejus Kaerglou, id est 
Gloucestria nuncupata usque in bodfernum diem, in confinia 10 
Demetiae et Loegiiae super Sabrinae ripam sita est. Quidam 
yero dicunt ipsam nomen traxisse a Gioio duce, quem Claudius 
in illa generavit, cui post Arviragum gubernaculum Demetici 
ducatus cessit. Aedificata igitur urbe, et pacificata insula, rediit 
Claudius Romam, regimenque provincialium insularum Arvirago 15 
permisit. Eodem tempore Petrus Apostolus Antiochenam eccle- 
siam fundavit: Romamque deinde veniens, tenuit ibidem episco* 
patum, misitque Marcum Evangelistam in Aegypturo praedicari» 
Evangelium quod scripserat. 



Caput XVI. 

1.26. Ät Arviragus, ut Claudius recesslt, coepit sensum et pro* 
l^itatem babere; civitates et oppida reaedifioare: populumqu« 
regni tanta justitia coercere, ita nt longo posilis regibus timart 
QSseL Hinc autem subsequente superbia , despexit Romanam 
potestaten), neque senatui voluit diulius subjeetionem tenere: sed 5 
sibimet omnia vendicavit. Quo audilo missus est Vespasianus a 
Claudio, ut Arviragum vel pacificaret vel Romanae subjectioni 
restitueret. Cum igitur in Rutupi portum applicare incoepisset 
Vespasianus, obviavit ei Arviragus, probibuitque ae partum ift- 
grederetur. Tantam namque muliitudiuem armatorum cooönse- 10 
rat, ut Roraanis terrori esset, nee ob ejus irruptionem. terra« 
adirc auderent, Retraxit itaqoe se Vespawanus a pwrtu iilo> 



ST 

retortisque reijs in Totonteiuai litlus applicott* NactUs demde 
tellureiD , Kaerpen * Hoelgoit , quae Enon'ia voeatur, obdessnni« 
eandem adivit Cumque eam Septem diebus obsedissef, super^ 15 
renit Arviragus eum exereitu sno, praelivroque commisit. Die 
Uta Talde laceratas fuit utrorumque exercitus, sed neuter Victo- 
ria potitu» est. Mane autem facto, RiediaRte Genaissa regina 
eoBcordes efifecti suat duces, et coDimilitones suos in Hyberoian» 
aUegaTerunt Hy«iie vero etnensa Vespastanus Romain rediit; 20 
et Arvhragus in Britaania remansit, Deinde in senectutem Ter- 
gens, coepit senatum diligere, regnumque suum cum pace et 
tranquillitate tractare, lege» ettam veteris traditionis confirmare, 
et novas iuvenire: maxima » cuique probo donaria impertiens. 
Fama igitur ejus per totam Europam divulgata, diifgebant eum Ro- 25 
maoi «t tin»ebant, ita ut prae omnibus regibus sermo de ed Ro- 
mae fierel. Unde Juveoalis eaecam qaendam Neroni dixisse in 
Ubro suo commemorat cum de capto rhumbo loqueretur, inquiem : 

„Begem aliqaem capies atit de teinoüc Brilaano 

„Decidel Arviragus/* 30 

NuUus 60 in bello ferocior fuit, nullus in pace mitior» 
BuUus |ocosior, nuUus in dandis niuneribiis profusior. At ut 
dies Titae suae explevit, sepullus est Claudiocestriae, in quo- 
dam tempto quod in honorem Ciaudii dedicaverat et eonstruxerat.. 



Caput XVII. 

Successit ei in regnum filius ejus Marius, vir mirae pru- 
deotiae et sapie&liae. Regnante postmodom i(to, quidam rex ' 
Pictoruff), noBiine Rodrie, de Scylhia cum magna classe veniens, 
appiktiit in Aquilonarem partem Britaiimae, qnae Albanta appel- 
latur, coepitqoe proTineiam iUam vastare. Golleeto igitur popnlo 5 
suo petivit eam Marius: iilalisque praeliis ipsum interfecit« et 
victoria potitus est« Deinde erexit lapidem in signum triumpbi svi, 
ia prorincia, quae postea de nomine e}0s Westiraaria dicta fnit; 
ia quo ioscriptus tilolus ejus memoriam usque in hodiemom 
diem .testator. Perempto rero Rodric, dedit deyicto poputo, 10 
qui cum eo vencrat, partem Atbaniae ad inhabitandtim , quae 
Calbenesia vocator. Erat aotero deserla, notto habilatore mulitis 
diebus. inenlta. Cttmque nx$res im^ habenHs, filias et eognata^ 
Brüümm ah ilfis pUerent: dedignati sunt firiHcma hnjuamodi 



LIBER QUINTUS. 



Caput I. 

• 

11.2. Interea gtoriosus iile rex Lucius, cum intra regntno suam 
cuftum verae fidei magniflcatirrD esse vidisset, maximo gaudio 
fluctüans, possessiones et territoria quae prius templa fdolorum 
possidebant, in melioretn usum vertens, ecciesiis fldetttfm ^r* 
manere concessit. Et quia majorem honorem ipsis impendere 5 
debnerat, augmentavit illas amplioribns agris et mansionrbus, 
omnique übertäte subliroavit. Inter baec et caeteros sui profH^- 
siti acttts in url>e Claudiocestriae ab hac migravit vita, et in 
eeelesia primae sedis honorifice sepultns est anno ab incar na- 
tione domini centesimo quinquagesimo sexto. Caruit sobole 10 
quae sibi succederet: unde defuncto iHo et dissidium inter Bri- 
tones ortum fuit et Romana potestas infirmata. 



Caput IF« 
Cumque id Romae nunciatum fuisset, legavit Senatus Seve- 
rimi senatorcm, doasque kgioneft cum illo , ut patria RoroanM 
piotestati rastitiveretur. Mox ut appnlsus fuit, praeJium commisiit 
cum firitoDibeg, partemque sibi subnusit: partem rero rilam 
quam subjugare nequibat , dirts debellationibus infestare labora- 5 
Vit: ita ut eam trans Deiram in Albaniam fugaret. At illa duce 
Fulgenio omni nisu resistebat, saepiosque stragem maximam et 
concivibus et Romanis inferebat. Conducebat autem in auxiliura 
sibi quoscunqae insulanos popubs inveniebat: et sie raultotiens 
cum victoria redibat. Irruptionem ergo graviter ferens impera- 10 
tor, jussit conslrui vallum inter Deiram et Albaniam, ut impe- 
tum ejus propius accedere prohiberet. Communicato ergo sumptu 
fecerunt illud a mari usque ad mare: quod multo tempore ho- 
stium accessus detinuit. At Fulgenius cum diutius resistere ne- 
quivisset, transfretavil in Scytbiam ut Pictorum auxiiio dignitati 15 
restitueretur. Cumque ibi omnem juventutem patriae collegissetf 



^ ..«1 

reversas est euoi noiaiiiiio »avigio in Britäluniain : aUpt» Eboraeuoi 
obsedit. Quod cum per caeteras nationes divolgatuoi fuisset, 
maxima pars firitonum SeFerum deseruit, et ad Fuigenium ivit. 
Nee ob id ab iocoeplis suis destilit Severus. Sed couvocati^ 20 
Romaois, caeterisque Brilonibus, qui ipsi adbaeserunt, obsidio^ 
Dero petivit: et cam Fulgeni^) dimicavit. Sed cum pugnain 
acrius coofecisset, iuterfectus est Severus cum roultis suoruia, 
et Fttlgenius ietaliter Tulneratuä est. Exin Eboraci sepuJtus est: 
quam urbem legiones, ejus obtinuerunt. Reliquit ipse duos filioa, 25 
Bassianum et Getam: quorum Gela Bomana malre genitus erat, 
Bassianus vero Brilannica. Defuncto igilur palre sublimaverunt 
Romaoi Getam in regem: faventes illi, quia ex ulraque parte 
Romanos fuerat. Quod abnegaotes Britones Bassianum elege- 
runt, quia materno sanguine ipsis* conjunotus.fueraL Proinde 30 
commiserunt fratres pugnam. Unde Gela in(erficitur> Bassianus 
¥ero regno politur. 



Caput III. 

Eo tempore fuerc^t in Britannia juvenis quidam, nomine 
Carausius, ex infima gente creatus: qui cum probitatem.suam 
in muitis debellatiooibus examiaasset, profectus est Romam: 
petivitque iicentiam a senatu ut maritima Britanniae ab incur«- 
sione barbarica tüeretur navigiis: quod si sibi ^oncederetur, 5 
promittebat se tot et tanta adepturum : quibus RempubJicam ma^ 
gis augmentaret, quam si ipsi regnum Britanniae traderetur. 
Gumque senatum promissiß suis illusisset, impetravit quod po* 
poscerat: et cum sigillatis chartis in Britanniam rediit. Mox 
celere collectis navibus, ascivit magnam juventutis virtutem, ei 10 
mare ingressus est, et circuivit omnia littora regni , maximum 
tumultum per populum faciens^ Interea in comprovinciales insu* 
las appulsus, agros populando, et civitales et urbes diruendo, 
incolis earum omnia sua eripiebat, Sic ergo ipso agente, con- 
IXuebant ad ilium quicunque in aliena anhelabant: ita ut in 15 
brevi tantum exercitum haberet, quanto nullus vicinus princeps 
resistere quivisset. Ob boc itaque tumidum habens animun: 
dixit Britonibus, ut sese sibi facerent regem, et ipse inlerfectis 
aiqiie exterminatis Romanis totam insulam a barbarica g^nie 
liberaret. Quod cum inipetrasset, dimicavit confestioi cum Bas« 20 



siaoo, et eum interfedt, regnique guberDaculam suscepit. Pro«- 
dideraot enim Bassianum Picü, quos dux Fuigenios malris soae 
frater in Brilanniam conduxerat. Nam dum ei auxiliari debuis* 
sent, promissis et donariis Carausii corrupti, in ipso praelio di- 
Terteront se a Bassiano, et in commilitones ejus irruerunt. Unde 25 
gtupefacti caeteri, cum ignorarent qui essent socii, quis bostis; 
ocyus dilabuntur: et victoria cessit Carausio. Qui ut iriumphuai 
babuit, dedit Pictis locnm mansionis in Albania, ubi cum Brito- 
Bibus mixti per sequens aevum maiiserunt. 



Caput IV. 

Cum igitur invasio Carausii Röroae nunüata fuisset, iegalnm 
senattts Allectum cum tribus legionibus misit ut tyrannum inter* 
ficeret, regnumque Britanniae Romanae potestati restitueret. 
Nee mora, postquam appulsus fuit, praeliatus est cum Carausio: 
ipsoque interfecto solium regni suscepit. Deinde maximam in- 5 
tulit cladem Britonibus, quia relicta Republica, societati Carausii 
adbaeserant Britones vero id graviter tolerantes« erezerunt in 
regem Asclepiodotum ducem Cornubiae: eommunique assensa 
facto, persecuti sunt Allectum, et ad praelium provocarunt. Erat 
ipse tunc Londoniis, festumque patriis diis celebrabat. At dum 10 
adventum Asclepiodoti comperisset, relicto sacrificio egressus 
est cum tota fortitudine sua contra ipsum, acerrimamque pu- 
gnam ingessit. Praevaluit autem Asciepiodotus , dissipavilque 
Ailecti turmas, et in fugam coegit. Et usque inscquendo, multa 
millia et regem Allectum interemit. Cumque ita ipsi cessisset 15 
victoria, Llvius Gallus, AUecli collega, residuos Romanos convo* 
cavit in urbem, elausisque januis turres et caeteras munitiones 
munivit, cogitabatque sie Asclepiodoto resistere, vel imminentem 
necem vitare. Sed Asciepiodotus cum ita factum esse yidisset, 
obsedit ocyus civitatem, mandavitque omnibus ducibus Britanniae 20 
quod Allectum cum multis militibus inlerfecerat, obsidebalque 
Gallum, et reliquias Romanorum intra Londonias : unde quosque 
supplici rogatu poscebat ut sibi in auxilium festinarent Levi- 
ter enim exterminandum erat Romanorum genus ex Britannia, 
si communi virtute illos inclusos invaderent. Ad edictum itaque 25 
ipsius venerunt Demeti, Venedoti, Defri, et Albani, et quicun- 
-^^e ex genere Britonum erant« Cumque omnes ante conspectum 



63 

dads cooTeoissent, Jussit machinationes innumeras fieri, et moe- 
nia civitatis prosteroere. Paruit illico unusqoisque fortis et 
audaz, et urbem acerrime invadit. Nee mora, diruerunt muros 30 
atque introitum sibi fecerunt, stragemque Rotnanis dabant. At 
Romani ciini sese interfici sine intermissione yidissenr, suase- 
rant Gallo ut sese et ipsos üedilioni traderet et misericordiam 
Asclepiodoti rogaret: ut vivi abscedere sinerentur. Interfecti 
enim omnes fere praeter unam solam legionem fuenint , quae 85 
adbuc restabat Asseosum ergo praebens Galius tradidit se at- 
que SUDS Asclepiodoto : cumque ipse misericordiam habere de 
illo captaret, venerunt Venedoti, et facto agmine decoUaverunt 
omnes una die, iulra urbem super torrentem, qui postea de 
nomine ducis, Britannice Nautgallim, Saxonice vero Gallemborne 40 
nuncupatus fuit. 



Caput V. 

Triumphatis itaque Romanis, cepit Asclepiodotus regni dia* 
dema, et capiti suo, populo annuenle, imposuit. Exin tractavit 
patriara recta justitia et pace decem annis: raptorumque saevi- 
tiam atque latrouura mucrones coercuiL In diebus ipsius orta 
est Diocletiani fmperatoris persecutio, qua fere deleta fuit Chri- 5 
stianitas in tota insula, quae a tempore regis Lucii integra et 
intemerala permanserat. Superaverat Maximianus Herculius 
prineeps militiae praedicti tyranni, cujus imperio omnes subver" 
$ae fuerunt ecclesiae, et cnnctae sacrae scripturae qnae inventri 
poterant, in mediis foris exustae. Atque electi $acerdotes cum 10 
fidelibus eis suhditis truddati: ita ut agmine denso certatim ad 
amoena coelorum regna, quasi ad propriam sedem, festinarent. 
Magnißcavit ergo misericordiam suam Dens nobis, qui gratuito 
munere perseeutionis tempore, ne penitus crassa atrae noctis 
caligine populus Britonvm offuscaretur , elarissimas lampades 15 
sanctomm martyrum aecendit: quorum nunc sepulturae et pas- 
sionum loca non minimum divinae caritatis ardorem intuentium 
mentibns mcuterent, si non lugubri barbarorum divortio civibus 
adempta fnissent. Inter caeteros utriusque sexus, summa ma- 
gnanimitate in ade Christi perstantes, passus est Albanus VerO' 20 
lamius, Julius quoque et Aaron urbis Legtonum dves: quorum 
Attanus charitati$ gratia fervens, confessorem suum Amphiba^ 



lum a per$ecutorihus insectaium , et jam jamque comprehenden^- 
dum primum in domo sua occuluü et deinde se dtscrimini mor- 
tis ohtulit, imiians in hoc Christum, animam suam pro ovibm 25 
ponentem. Caeteri vero duö inaudita membrorum dtscerptione 
lacerati ad tgregias Hiernsalem porlas absque cunctamine cum 
martyrii trophaeo convolaverunt. 



Caput VF. 



II. 3. Interea insurrexit in regem Asclepiodolum Coel dux Kaer- 
colvin, id est Colecestriae , et praelio con'serto eum peremit» 
regnique diadeinate sese insignivit. Cumque id seualui nuncia* 
tum fuisset , gavisi sunt propter regis mortem , qoi per oiuoia 
Romanam potestatem turbaverat. Recolentes quoque damnum, 5 
quod de amisso regno habueranl, legaveruut Constanlium sena- 
torem, qui Hispaoiam ipsis j&ubdiderat, virum sapientem et auda- 
cem, et qui prae caeteris rempublicam augere labora?eral. Porro 
Coel Britonum dux, cum ipsius advenlum comperisset, timuH 61 
praelia ingerere: quia fama ipsius afierebat, nuUum regem posse 10 
Uli resistere, Ut igitur intra insulam Constantius applicuit, di- 
rexit Coel legatos suos ad ilJum, petivitque pacem et subjectio- 
Dem promisit eo pacto, ut regnum ßritanniae possideret^ nihil* 
que aliud praeter solitum tribulum Romanae dignitati solveret. 
Hoc igitur nunciato, acquievit ei Constantius, pacemque receptis 15 
obsidibus confirmaverunt. Emenso deiode mense gravissima 
infirmilas occupavit Coel, ipsumque inti*a octo dies morte affecit. 
Quo defuncto insignivit se Constantius regni diademate; daxit* 
que filiam Coel, cui nomen erat Helena. Pulcbritudo ejus pro- 
vinciales puellas superabat, nee uspiam reperiebatur altera quae 20 
in musicis instrumentis sive in liberalibus arlibus illa doctior 
censeretur. Caruerat pater altera sobole quae regni solio poU* 
retur. Unde eam ita laboraverat docere, ut regnum post patris 
obitum facilius tractare quiret Cum igitur illam in thori socie- 
tatem accepisset Constantius, gener^vit ex ea filium: vocavii- 25 
que eum Constantinum. Exin cum undecitn anni praeteriissent, 
ipse apud Eboracum morti subjacuit, regnumque filio donaviU 
Qui ut honoris solio potilus est, coepit intra paucos aajios pro-» 
bit^M^m maximam habere, leonioam DoritatejBQ ostendere) justUiam 



65 



iQter populos tenere : latronam rapacitatem bebetabat, tyranno« 80 
rum saeTitiam conculcabat, paceni ubique renovare studebat. 



Caput VIL 

Ea tempestate erat quidam tyrannus Romae, Maxentius no- 
mine, qui nobiles quosque probissimos civtfs exbaeredare cona- 
batur, pessimaque tyrannide Rempublicam oppriraebat. Incum- 
bente igitur ipsiüs saevitia, diffiigiebant exterminali ad Constan- 
tinum in Britanniam, et ab ipso honorifice excipiebantur. Deni- 5 
que cum multi tales ad eum confluxissent, incitaverunt eura iu 
odium advcrsus praedictum tyrannum, et talia ei saepissime ob- 
jiciebant: „Quousque calamitatem et exilium nostruni patieris, 
Constantine? Ut quid moraris nos in natale solum restituere? 
Tu solus es ex generatione nostra, qui quod amisimus nobi^lO 
reddere yales, expulso Maxentio. Quis elenim princeps regi 
Britanniae conferri queat, shre in fortitudine robustorum militum, 
sive in copia auri et argenti? Obsecramus te, redde nobis 
possessiones nostras, redde conjuges et liberos nostros, Romain 
cum exercitu nobiscum petendo/' 15 



Caput VIII. 

His igitur et aliis incitatus Gonstantinus, adivit Romam, 
illamque sibi subjugavit, et postmodum totius mundi monar- 
ehiam obtinuit. Conduxerat secuin Helenae tres avuncuios, 
Leolioum videiicet et Trabern, necnon et Marium: ipsosque in 
senaiorium ordinem promovit. Interea Octavius dux Wisseorum 5 
insurrexit in proconsules Romanae dignitatis, quibus insulae re- 
gimen pennissum fuerat, et regni solio, ipsis interfectis , potitus 
est Cumque id Constantino nunciatum fuisset, direxit Trabern 
avanculum Helenae, cum tribus legionibos, ut insulam Romanae 
dignitati restitueret. Appulsus itaque Tfahern in littus, juxta 10 
urbem quae Britannice Kaerperis nuncupatur, impetum fecit in 
ipsam, atque intra duos dies cepit. Quo per universas nationes 
divulgüto, rex Octavius omnem armatam manum totius insuiae 
collegit, Tenitque ipsi obviam, haud longo a Gutntonia, Jn campo 
qui Bi-itafinice Maisuriam appellatur : coepitque praeliari, et victo- 15 
ria potiUis est« Trabern itaque naves laceratis militibus adirit, 

Monmoath HiBt. «d. Saa-Marte. 5 



m 

«asqiie ingresaus Albanieiii petivit ae^jAiorteo iUoms, et piwirittclas 
yastare yaicavit. Cumque id re|^ Octavio iterum jimiciaiuHi fuis«- 
set, resociatis lurmis, secutus est eum, et in provincia quae 
Westmarialanda vocata fuit, dimicavit: sed sine vrctoria diffugit. 20 
At Trabern, ut sibi vicloriam cedere prospexit, inseculus est 
Ootavium, nee eum quietem ibabere permisit, donec iUi urbes 
jßSkfQ diad^male eripuH- Octavius er^o propter amissuiQ regnum 
jinxitts, navigio Norwegiam petivit, ut a re^e Goniberlo jiuxiilium 
^cqiureret. Interea famlliaribus suis edictuiQ fecerat, ut oiaiii 25 
jaisu elaborarent ueci Trabern immin^pe,. Comes ergo oppidi 
municipii, qui ipsum prae caeteris dilig^bs^t, pr^ecepti^ ilUus 
parere non distulit. Nam dum Trabern ex LondonUs quadam 
die reoederet, delituit cum centum militibus in quadam .convülle 
•Beraoris , qua ille transiturus <erat , atque in ipsum praetereun- 30 
tem ioipetum inopinucQ feclt, atque iQter commilitQnes inlerfectt. 
Quod cum Octavio nunciatum esset, reversus est 4n Brilanniam, 
et dissipatis Romanis regni solium reciy>eravit. Exin tantam 
probitatem tantamque auri let argenti copiam in brevi ,ten^por.e 
naotus fuit, ita ut neminem timeret. Ae^num aotem .Britauaiae 35 
ab illo tempore usque in diem Gratiani et Yalentiniani feli- 
citer obtinuit. 



Caput IX. 

Denique senio confectus, disponere populo oiroiens, quaesmt 
a consiliariis suis, quem post ipsius fata in regem de )progenie 
3ua erigere affectassent? Unicam taptum filiam sbabens , )filto 
.caruerat, cui regimen patriae permittecet. Fucirunt itaque qui 
laudabantut filiam suam alicui nobilium Romanovum cum regoo 5 
roarilaret, ut pace fruerentur flrmiori. AHi vero eeusebant Go- 
nanum Meriadooum nepotem ^us in solium regni iaitiandn». 
Filiam vero alicui alterius regni ipriucipi cum aiiro et argenio 
copuiandam. Dum baec intqr Jp3os jgrererestur: acoesmt iCara- 
docus Cornubiae dux, consiliumque dedit, ut Maximiamim seaa- 10 
lorem in?itarent, filiamque Qi cum regno .donacent, et ^iciper- 
;petua pace fruerentur. Erat autem ei pater Bfitapaos: ^uia 
Leoninus Constantini avunculiis., de quo superius menttMirai 
feceram, ipsum geouerat. Metre yero Qt natione .Romadus , .ex 
utroque saoguine regalem feirebat pro«reatiaiiem. »Idoifoo jpaois 15 



67 



^r 



i^tal^ilitate^ proiniUebat, (ffxiik sciebat illum, et ex Imperatorum 
genere, et ex origine Britonum jus in Britanniain habere. Cuqi 
jtaque tale consilium dedisset Cornubiensium dux: indignatus 
est Gonanus regis nepos, qui omni nisu in regniim anhelabat, 
totfimque curiam propter lalia turbavil. At Caradocus coeptis 20 
suis desistere nolens^ misit Mauricium filium suum Romam, ut 
ea Maximiano Indicaret. Erat ipse Mauricius magnae et pulchrae 
staturae, magnaeque probitatis atque andaciaej et qui ea quae 
indicabat, armis, si conlradictio fieret, et duello probabat. Qui 
ut Maxipiiani praesentiam a^ivit, ab illo ut decebat receptus est, 25 
et supra commilitones honoratus. Erat tunc maxima inquietudo 
inter ipsum Maximianum , et duos Imperatores Gratianum , fra- 
treoique suum Yalentinianum, quia passus fuerat repulsam de 
tertia parte imperii quaqri petebat. Ut ergo vidit Hauricius Maxi- 
mianum ab Imperatpribus oppressum, eum in.baecverba affatur: ^^ 
„Ut quid Gratianum times, Maximiane, cum tibi pateat via qua 
^ei Imperium eripere poteris ? Veni mecum in ,Britanniam insu- 
.lam : et regni cliadema possidebis. Octavius enim rex et senio 
et janguore gravatus, nihil aliud desiderat, nisi ut aliquem talem 
inveniat, cui regnum suum cum filia donet. Masculina namque 35 
prole caret, consiliumque a proceribus suis quaesivit, cui uni- 
cam suam filiam cum regno copuIareL Et ut affatui ejus pare- 
.reqt iieroes, decreverunt ut tibi concederQlur regnum et puell^, 
direxeruntque me ad te, ut id tibi nolificarem. Si igitur mecum 
veniens incoeptum jstud perfeceris, auri et argenti copia Britan- 40 
niae, multitudineque bellicosorum militum ibidem manentium, 
Romain valebis redire, expulsisque Imperatqribus eana subjugare. 
Sic enim egit ,Constanlinus cognatus tuus pluresciue reges nostri 
qui iniperium ascenderunt.*' 



Caput X. 

11^^ Acquiescens igitur verbis ejus Maximianus, Brilanniam pe- 
tivit, petendo Francorum ui:bes subjugavit: subjugaiido aurum 
et argentum coacervab^t: milites undique sibi associabat. Post- 
modum Oceanum mare jngressus, in portum Hamonis velis se- 
cundis applicuit. Cumque ijd regi nunciatum esset, expavit 5 
stupore yebementi, hostilem existimans exercitum supervenisse. 
Vocato igitur Conano nepote suo , jussit eum .omnem armatum 

6* 



68 

militem insulae colligere atque hostibus obyiam procedere. CoU 
legit itaque Gonanus omnem regni JuveDtutem, yenitque ad por- 
tum Hamonis, ubi Maximianus sua erexerat tentoria. Qui ut lo 
tantae multitudinis advenlum comperit, maximis cruci^batur an- 
gustiis, quia ignorabat quid faceret. Paucioribus namque cater- 
vis comitalus, dubitabat et virorum multiludinein et audaciam, 
quia de pace nullam babebat speni. Convocatis igitur majoribus 
natu et Mauricio, dicere ppaecepit, quid contra talem adventum 15 
agendum foret? cui Mauricius: „Non est nobis cum tot bellico- 
sjs militibus pugnandum, nee ea de causa venitnus, ut Britan- 
niam praelio subjugaremus. Pax roganda est et hospitandi 
licenlia, donec animum regis sciamus. Dicamus nos missos esse 
ab Imperatoribus, eorumque mandata Octavio deferre, et callidis 20 
verbis populum istum mulceamus/' Cumque id omnibus pla- 
cuisset, assumpsit secum duodecim canos proceres sapientiores 
caeteris, et olivae ramos in dextris babentes: venilque Conano 
obviam. Videntes igitur Britones viros reverendae aetatis, et 
olivani in pacis signum gestantes, eis honorifice assurgunt et 25 
viam patefaciunt, ut ducem liberius adeant. Hox illi in prae- 
sentia Conani Meriadoci stantes, eum ex parte Imperatorum et 
senatus sälutaverunt, dixifsruntque Maximianum missum ad regem 
Octavium, ut mandata Gratiani et Valentiniani eidem portaret. 
Ad haec Gonanus: „Ut quid ergo eum tanta sequilur multitudo? 30 
non baec legatorum Facies esse solet, imo supervenientiuro 
bostium, qui injuriam inferre meditantur/* Tunc Mauricius: 
„Non decebat tantum virum inglorium sine commilitonibus in- 
cedere: praesertim cum propter Romanam potentiam et propter 
actus avorum suorum pluribus regibus odiosus babeatur. Nam 35 
si raro comilatu incederet, fortassis ab inimicis Reipublicae per- 
imeretur. Pace venit, pacemque petit, quod ex actu ipsius 
credi decet. Ex quo namque applicuimus, sie nosmet ipsos 
babuimus, ut nemini injuriam intulerimus. Expensam nostram 
ut gens pacis fecimus, quia necessaria emeutes, nihil vi cuipiam 40 
subripuimus/* Cumque haesitasset Gonanus, an pacem an prae- 
lium committeret, accessit Garadocus dux Gornubiae: accesse- 
runt caeteri proceres, et dissuaserunt Gonano post banc petitio- 
nem bellum ingerere. Qui licet dimicare maluisset, depositis 
armis concessit eis pacem. Duxitque Maximianum Londonias 45 
ad regem et rem ordine manifestavit. 



89 



Caput XI. 

» 

Tunc Caradocus Cornubiae dux assumpto secam Mauricio 
filio suo, jussit astantes semoveri: regemque in haec verba adi- 
tU: „Ecce quod longo tempore desiderabant qui fidelitati tuae 
veriori affectu obedientiam servant, disponente Deo, successibus 
tuis accessit. Praeceperas namque proceribus tuis consilium 5 
dare, quid de filia tua, quid de regno tibi agendum foret: cum 
taa aetas in tantum bis diebus repugnet, ut populum tuum diu- 
tias gubernes. Alii itaque censebant diadema Conano nepoti 
tuo tradendum, filiamque tuam alicubi digne maritandam : timen- 
tes civium exterminationem , si alterius linguae princeps super- lo 
Teniret. Alii concedebant regnum filiae, et alicui nostrae lo- 
quelae nobili, qui tibi post obitum succederet. Major autem 
pars laudabat, ut ex genere Imperatorum mandaretur aliquis, cui 
nata cum diademate donaretur. Promiltebant enioi firmam et 
stabilem pacem inde proventuram, si Romana potestas ipsos pro- 15 
tegeret. Ecce ergo tibi dignatus est Dens istum subvectare 
juvenem, et ex Romanorum genere, regalique prosapia Britonum 
creatum, cui meo consilio filiam tuam maritare noh differes. 
Quamquam autem illud abnegares, quid Juris tibi contra illum 
in regnum Britanniae fieret ? Constantini etenim consanguineus 20 
est, et nepos Coel nostri regis, cujus filiam Helenam nequimus 
abnegare haeredilario jure regnum istud possidere/* Cumque 
haec retulisset Caradocus, acquievit ei Octavius, communiqu« 
consensu ilico regnum Britanniae cum filia sua illi donavit. 
Quod Tidens Conanus Meriadocus, indignatus est ultra quam ex- 25 
primi posset: secessitque in AlbafNam, et exercitum colligere 
vacaTit, ut Maximianum inquietaret. Multitudine ergo conso- 
ciata, praeterivit Humbrum flumen, quasque provincias ultra et 
citra depopulans. Quod cum Maximiano nunciaretur: collecta 
tota fortitudine sua, festinavit obviam ire: et cum illo praeliatus 30 
est: et cum victoria rediil. Nee tamen deficiebat Conanus, sed 
resociatis cater?is, destructioni provinciarum imminebat. Kedi- 
bat ergo Maximianus, et commissis praeliis quandoque cum 
triumpho, quandoque superatus revertebatur. Denique cum alter 
alten maximum damnum intulisset, concordiam annuentibus 35 
amicis fecerunt. 



•7(/ 



Caput Xft. 

Ewenso deiiide qüinqu^nnio, superbivit BÜäxiiiiiänus p^opter 
ihfinitarn auri et argenli cdpiäm qüae im qüotidie afQaeb'dt: 
paravitque naviglum maximüm, omnemqüe armataiä tnilitem 
Britanniae collegit. Non sußiciebat ei regnum Britanniae, quid 
äffeclaret Gallias subjugare. Üt ergo träiisfretavit , aldivit pritdi- 5 
(US ArmöriciinGi regniin), qüod nunc BritaiJniä dicitiir, ^t pöp'a- 
luiii Gäilicum qui inerat, debejlare incoepit. Ät Galli, duce Itl- 
baito, obviam vehientes, pügnäm feceruni contra illum: s^d in 
majori parte periciitäti fugaih inierunt, ceciderat namque düx 
Ihbaltiis, et quindecim iiiillia arinatorum, qui ex omni reghö 10 
8U0 convenerant. Üt ergo iäntam clädeiri ihgessit Mäxiniianus; 
maximo fluctuavit gaudio, quia interitu tot Yirorurii sciebät pä- 
triam deinde leviter sülidendam. tocavit ergo Cdnaniim ad se 
extra turmas, et paulisper subridens ait: „Ecce uiium ex potid- 
ribus Galliae regnis subjugavimus. Ecce speni äd caetera habere 15 
possumüs. Festinenius urbes el oppida cäpefe, aiiteqüam rürhor 
hujus peribüli in ulterioreni Galliam cvolans, uhiversos pöpülds 
ad armä prbvocet. Nam si istüd regnuni habere poi'erimus, nöia 
haesito ^uih totani Galliaru potestali nosträe sübdenius. Ne pi- 
geat te ergo, regnuni Britanniae igsüläe mihi cessisse, licet pod- 20 
sidendi eam spem häbuisses, quia qüicquid in illa ämisisti, tibi 
in hac patria restaurabo, promovebo te etetiim in regem regni 
hujus, et erit haec altera Britannia, et eam ex genese noätrb 
expiilsis ihdig'enis repleatiius. Patria namqüe iertilis est sege- 
tibus: et filuniina piscosa sunt, hemorä perpulchrä, et sällus 25 
ubique amoeni. Nee est uspiara, meo ju(iiciö, gratior tellüs." — 
Ad haec inclinato capite grdtes egil Conanus, pfoniisiVque fide- 
lem se in obse^uio ejus mansuruin doniec viV'erel. 



Caput XIII. 

Post haec convocatis cätervis iverunt Be'donüm , ipSdMquie 
eodem die ceperunt. Audila namqüe l^ritoYmm sa'evttia, pere^- 
ptorumque casii, defugerant cives cum festinatione, mniieribds 
relictis atque infantibus. Exemplo ipsortim fecerunt caeteri per 
urbes, et per caetera oppida, ita ut facilis adiW Britotiib'Äs 5 
pateret. Qui quocunque tntrabant, interficiebant qüicquid erat 



71 

laasciiliift sexus» soH$ parcentes imlicribtts. Postremo cum uoi- 
veraas pitrrincias peailos ab omni iocola delevissent, civitates 
(Tt appida nllitibos Britanniae maniferunt, et promontoria in 
difersis locis statuta. Saevitia igitur Maxiniiaui per caeteras lo 
Galliaruin provilicias ditulgata, timor nimius quosque duces, 
4t qüosque principes invadebat: ita ut nuliam aliam spem niai 
io votid diis solvendis haberent. DifTugiebant itaque ab omni 
pago ad civitates et oppida et ad quaecunque loca quae tutum 
praestabant refugium« Maximianns ergo sese tiroori ease com- 15 
p^riens, majorem resumit audaciam: exercitumque suum profu- 
sis donariis augere festinavit. Quoscunque enim aliena captare 
callebat, sibi associabat; et nunc auro, nunc argento, caeteris- 
que muneribus illos ditare non cessabat. 



Caput XIV. 

Exin tantam coUegit multitudinem , quantam existimabal 
sibi sufBcere posse ad omnem Galliam aubjugandam. Distulit 
tarnen saevitiam suam paulisper ulterius ingerere, donec sedato 
regno quod ceperat, ipsum Britannico populo repleyisset. Fecit 
itaque ediclum suum, ut cenlum millia e plebe in Britannia insula 5 
coUigerentur qui ad eum venirent. Praeterea triginta millia mili- 
tum, qui ipsos intra patriam qua mansuri erant, ab hostili irru- 
ptione tuerentur. Cumque omnia peri)etra9set, distribuit eos 
per universas Armorici regni nationes) fecitque alteram Britan- 
niaai, et eam Gonano Heriadoco donavit. Ipse vero cum caete- 10 
ris commilitonibus suis uiteriorem adivit Galliam, gravissimis- 
que praeliis iilatis eam subjugavit : necnon et totam Germaniami 
in omni praelio victoria potitus. Thronum autem imptrii $ui 
apud Trevero$ statuens, ita debacckahis est in duos Imp$ratores 
Gratiannm et Valentinianum, quod uno interempto, alterum m 15 
Jtonki urb€ fugavit. 



Caput XV. 

Interea inquietabant Conanum Arnioricosque Britones, Galli 
atque Aquitani, crebrisque irruptionibüs saepissime infestabant. 
Qttibus ipse resistens, et mutuam cladem reddebat, et commis- 
sam sibi patriam vir iliter delendebat. Cum autem ei cessisset 



72 

Victoria, voluit commilitonibus suis coDJuges dare., ut ex eis & 
nascerentur haeredes, qui terram illam perpetuo possiderent* 
Et ut nullam coiumixtionem cum Gallis facerent, decrevit ut ex 
Britannia insula mulieres venirent, quae ipsis maritarentur, Di- 
rexit itaque nuncios in Britanniam insulam ad Dionotum regem 
Cornubiae, qui fratri suo Caradoco in regnum successerat, ut lo 
curam hujus rei susciperet. Erat ipse nobilis et praepotens: et 
cui Maximianus insulae principatum commendaverat, dum ipse 
praedicti« negotiis intenderet. Habebat autem filiam mirae pulcbri* 
tudinis, cui nomen Ursula; quam Conanus super omnia cx- 
optaverat. 15 



Caput XVI. 

Dionotus igitur viso Conani nuncio, volens mandatis ejus 
parere, collegit per diversas provincias nobilium filias, numero 
undecim millia: de caeteris ex inOma gente creatis sexaginta 
millia: et omnes iotra urbem Londoniae convenire praecepit, 
naves quoque ex diversis littoribus jussit adduci; quibus ad 5 
praedictos conjuges transfretarent. Quod licet multis in tanto 
coetu placuisset, tarnen pluribus displicebat, quae majori affectu 
et parentes et patriam diligebant. Nee deerant forsitan aliquae, 
quae castitatem nuptiis praeferentes , maluissent in qualibet 
etiam natione vitam amittere, quam hoc modo divitias exigere. 10 
Quippe diversas diversa juvarent: si optatum suum ad effectum 
ducere quivissent. Parato autem navigio, ingrediuntur mulieres 
Daves , et per Tamensem fluvium maria petunt. Postremo cum 
vela versus Armoricanos divertissent : insurrexerunt in classem 
contrarii venti, et iu brevi totam dissipant societatem. Pericli- 15 
tabantur ergo naves intra maria, in majori parte submersae: 
quae vero totum evaserunt periculum, appulsae sunt in barba- 
ras insulas, et ab ignota gente sive trucidatae sive mancipatae. 
Inciderant siquidem in uefandum exercitum Guanii et Melgae, 
qui jussu Gratiani maritimorum nationes et Germaniae dira 20 
clade opprimebant. Erat autem Guanius Hunnorum rei^ , Melga 
vero Pictorum, quos asciverat sibi Gfatianus, miseratque in Ger- 
maniam, ut eos qui Maximiano faverent, inquietarent. Per ma- 
ritima ergo saevientes, praedictis puellis obviarunt in partes illas 
appulsis. Inspicientes igitur earum pulchritudinem , lascivire 25 



com eis toluenint: sed cum abnegassent paellae, id ean» Ambro'*«^ 
nes irruerunt, maximainque partem sine pietate tnicida?eruaU 
Deinde nefandi Pictorum et Hunnorum duces Guanius et Melga, 
qui partibus Gratiani et Valei)tioiani favebant, cum insulam Bri" 
tanniae didicissent ab omni armato milite vacuatam, iter festi« 30 
Datum versus illam direxerunt: associatisque sibi collateralibtts 
insulis, in Albaniam applicuerunt. Agmine igitur facto invase- 
niot regnum quod rectore et defensore carebat, vulgus irratio- 
nabile caedentes. Abduxerat enim secum Maximanm (ut prae- 
dictum est) omnes bellicosos juvenes qui reperiri potuerant: 35 
inermesque colonos atqve inconsultos reliquerat, Quos cum 
praedicti Guanius et Melga compererunt minime resistere posse, 
stragem non minimam facientes, urbes et provincias, ut oviüm 
caulas, vastare non cessabant. Cum ergo tauta calamitas Maxi- 
miane nunciata fuisset, misit Gratianum Municipem cum duabus 40 
legionibus, ut auxilium subvectaret : qui ut in insulam venerunt, 
praeliati sunt cum praedictis hostibus, et acerrima nece affectos 
ipsos in Hyberniam fugaverunt Interea MaximianusRomae interfe- 
ctus est ab amicis Gratiani , et Britones quos secum duxerat, 
interfecti sunt et dissipati: qui evadere potuerunt, ad concives 45 
suos'venerunt ad Armoricam, quae jam altera Britannia Yocabatur. 



— ««C(«9)S««f- 



LIBER SEXTUS. 



Caput L 

At Gratianus Municeps, cum de nece Maxiihiani audivisset, 
cepit regni diadema, et sese in regem promovit. Exin tantam 
in popuium tyrannidem exercuit, ita ut catervis factis plebs in 
eum irruerent et interficerent. Quod cum per caetera regoa 
divulgatum fuisset, re?ersi sunt praedicti hostes ex Hybemia : et 5 
secum Scotos , Norwegenses et Dacos. conducentes , regnum a 
mari üsque ad mare ferro et filamma affecerunt; Ob hanc in-- 
festationem et durimn^ßm oppressionem legati Romam cum 



74 

sitifk ikiHtmiür, MliUer&m mmum ai se nindicünioi laehryttUh- 
sis p^iMattOnihni poseenteSi et subjectionim mit in perpHnum 10 
vms^ütes, at Am All longius arctrüut: quihus ftiox comnUitiiut 
Ugiö präeteriti maU tmmeiilor, qu^e tatibus itatU Oceanum in 
pätriam vecia, comnus cum hostihm congre^sa est. Magnam 
denii^ne eäß ht9 multitudinem sterhins, gmneB € finibus pepuliU 
atqut öppreisam plebem atam atroei düaceratione Uberavit: ad 15 
qu0s jusmt tnurum eomtruere.. inUr Älbaniam ei Detrunh a mari 
H9fue ad mare, ut esset arcendis hostibus a turba instructuB 
terrofi, dvibüs vero tutaminu Erat auteni Aibania penitus fr6'* 
^entatione Barbarorum vastata, et quicttmqae bostes supenre- 
Diebaatj opportunum inlra ipsam b^bebadt receptaculum» Collecto 20 
igitur pttblico et prifato suihptu, incumbuat iDdigenae operi, 6t 
murum perficiunt. 



<i.it»> 



Caput IL 

II. 5. Remani igitur patriae denunciawt, nequaquam se tarn labo^ 
ri^tie ^xpeditionibue posse frequentius vexari: et ob imbelles el 
erraticos latruHcuhe Romana Stigmata tantum talemque enderci-^ 
tum terra wo mari fatigari: sed ut potius soli coniuescendo ar^ 
mis ac viriliter dimicando terram, substantiam, conjuges, liberos, 5 
et quod iis majus est, libertatem vitamque totis viribus defen- 
derent. Ut ergo hanc admonitionem facerent, jusserunt omnes 
convenire bellicosos viros insulae intra Loiidoniam : nam Romani 
repedare moliebantur. Cum autem convenissent cuncti, com-^ 
missus est sermo Guetbelino Londoniensi Metropolitano , qui 10 
ipsos io haec verba adivit: „Dum vos jussu astantium princi- 
pum alloqui deberem, magis in iletum quam in excelsum ser- 
monem prorumpere cogor : miseret enim me debilitatis et orpba- 
nitatis, quae vobis accessit, postquam Maximianus regnum istud 
omni nülite omnique jurentute spoliaWt Vos autem eratis re- 15 
ttfüite: plebs usus belli ignara, quae caeterts negociis, ul in 
4erris coiendis, di?ersisque commerdi macbinationibus intende- 
bsL Cum ergo supervenerunt ab alieais nationibus mimtet» twi* 
»t oves »ine pastore errantes, vos ovilia vestra deserere coe* 
ferunt: donec Romana poteslas yos possessionibus vestris resti» 20 
tuit. Eritae ergo spes vesCra semper in alieno tutamine, at 
mu m$irmti$ manue veHrgs ptM» $ emibns , hustis in latronte 



79 

Htiüdlliidtn töbis förtiöre^; nisi öegifMla d iöt^w glÄtJs^fett JjHü 
(aedet ftomafn&s fim a^iAfi rtWferis qäo teiatituri üt prtr fofch- 
ctim fcostitfus congrcfdidritur. I*i-ftfö omüd fribtririln ^6d söWffi« 25 
amittere ptaeelegerurit , quaWtt bot ihddfö Ät/tius tttr'a d pfotite 
ftügarJ. Öntfrf äi teinpord miRttrtn ^estrorum füerdtre Vulgus, 
putativ ideircö htiinäfriifatfem i vcrbis rflffügissfe t Woiine honiinct 
transveröo ördJne nascüntur? Ita üt ex rustico gfiittöretrif inües, 
et ex miHtfe rtiöticüs f Miles e'tiarfi de mangone vefiit, et tfiän^o 30 
it taifite. Öac efgd coftsuetudide quamvis unas ab altöi-d prof- 
cedat, non existimo eoö fesöe quod est hominis amittfehe. Cuiii 
Igitar siÜs höiiiineS, habetöte vöS sicüt homines, fei ifavofcat^ 
Chrisiüm, üt aadacislrii adfiibeat, et libertatem testram defendite.** 
tümque äh^m diceiidi fecis^et, tärlto mdrhiu^e ibfr^inuit poi^ii* 35 
lüs, ut ipsbs subita audacia repletos dicerfes. 



CAi>Bt III. 

Post haec Romani fortia monita formidotosü pt)pülo ttä- 
dunt, exerwplaria instruendvmm urtnvrum relinqnunt. In lit- 
tore quoque Oceani, in qvo illorum naves habebantur ad meri- 
dianam plagam, quod exfnde Barbari timebantur, turres per 
intervalla a'd prospectwk marü cöltochYi ptäecipinnU Bed fa- 5 
ciltus (Bst acclpitrfeln fex milvo fieri, quam ek ruätitö subito ei*ift«i 
ditum: et qui proilUrtdäin döctrinam eis diflundit, idekll fetit M 
si märgat'itam iiiter porbos spargeret. . tfam üt vttlt dich Äd*- 
ihähi tämquam W()>i iin^nam rtversuri abstesstlmnl: isfHirjjHfit 
Uenm ^rue&icti düce^ Guanids ^l Melg* 6 näfnbus, ^üibüö iil Hy-» 10 
b'erniam vecÜ füerant, cürh caeterfs turfnis Scot^rHtn tt Pimmm^ 
et cum Norwegertsibus , Öacis let cafeteris quos feottduxei*Atat-, 4^ 
omkm Albaniain rhuTö t&nns tapei^sunt, Cognitü etiam Äö^wl^ 
nQru)n rever^ione et reditus denegatione, coHfidentiorei ^ofifö 
destructioni insulae trnminent. Ad haec in edito mittof^iHi WÄ- 15 
tmhtur rustici iegnes, ad pugnam inhabile^, ad fitgarh tteiHeH^ 
tibus praecordiis inepti: qui diebus et nocttims stvpido teSiU 
nartebänt, Interea non ce^^änt uncinata hostium tela, 'qmims 
tniserrimü'rh v'ulpit de rfi'idis trahebatur, ei solo äUid^tAur. 
aoc scilidet eis prößciebat, ithmaturae inbrtis snpptitiuth, ^ 20 
täli 'fun^r'e Yapiebanfur: quo fratf-um, pignöruinque ^u(ftttfn 
ihmrandas iihMitte'fite^^ue poenai citt> exHü äevitarent. O *W- 



76 

Dam ob praeterita scelera ultionem, ob tot bellicosonun militum 
per yesaniam Maximianl abseotiam : qui si in tanta adessent ca- 
lamitate , non supervenisset populus , quem non in fugam pro- 25 
peilerent: quod maDifestum fuit dum manebant Nam et longe 
posita regna adjiciebant potestati suae, et BritauDiam cum tran- 
quillitate possidebant Sic est, cum regnum tutamini rustico- 
nun relinquitur. Quid plura? Relictis civitatibus, muroque 
excelso, iterum civibus fugae, iterum dispersiones desperabilio- 30 
res solito, iterum ab hoste insectattones, iterum crudeliores stra- 
ges accelerant: et sicut agni a lupis, ita miseranda plebs ab 
immicis discerpitur, Rursum igitur miserae reliquiae mittunt 
epistolas ad Ägitium Romanae potestatis virum, hoc modo lo- 
quentes: „Agitio ter consuli Britonum gemitus/* JEt S5 
post pauca quaerentes adjiciunt: „Nos mare ad Barbaros, ßar- 
bari ad mare repellunt. Interea duo funerum genera oriuntur: 
aut enim submergimur aut jvgulamur." Nee pro eis quicquam 
adjutorii habentes, tristes redeunt, atque concivibus repulsam 
suam denunciant 40 



Caput IV. 

Inito itaque cousilio transfretavit Guethelinus Londoniensis 
Archiepiscopus in minorem Britanniam quae tunc Armorica sive 
Letavia dicebatur: ut auxilium a confratribus suis postularet 
Regnabat tunc in illa Aldroenus, a Gonano quartus, cui Maximi- 
anus regnum illud donaverat, sicut jam supra dictum est Qui 5 
viso tantae reverentiae viro , illum cum bonore excepit, causam* 
que adventus sui inquisivit. Cui Guethelinus: „Satis patet nobi- 
litati tuae, et te in fletum movere potest miseria, quam nos 
Britones tui passi sumus , ex quo Haximianus insulam nostram 
suis militibus spoliavit: istudque regnum quod possldes (et uti- 10 
nam cum diuturna pace possideas) ab ipsis inhabitari praecepit. 
Insurrexerunt etenim in nos, paüperculas nominis nostri reli- 
quias, omues comprovinciales insulae, et nostram insulam omni 
copia divitiarum repletam^ evacuaverunt : ita ut universae ejus- 
dem nationes totius cibi baculo, excepto venatoriae artis solatio, 15 
careant: nee fuit qui obviaret, cum nullus potens, nullus belli- 
cosus ex nostris remanserit Nam Romaui in taedium nostri 
yersi sunt, et omnino suum abnegayenint auxilium. Ab omni 



77 

igitur alia spe repulsi, adiviinus misericordiam tuam , te implo- 
rantes, ut praesidium adhibeas, et debitum tibi regnum a Bar- 20 
barorum jrruptione protegas. Quis eDim alius te invito, diade- 
mate Constantini et Maximiani debeat coronari, cum avi tui atque 
proavi ipso insigniti fuerint? Para navigium tuum, et veni: 
ecce regnum Britanniae in manus tuas trade/' Ad baec Aldro- 
enus : „Oiim tempus fuit, quo non negässem insulam Britanniae 25 
accipere, si quis eam mihi largitus fuisset: non enim existimo 
alteram patriam fertiliorem fuisse, dum pace et tranquillitate 
irueretur. At nunc quando infortunia accesserunt, TÜior facta 
est, et mihi et caeteris principibus odiosa. Super omnia yero 
mala, potestas Romanorum in tantum nocuit, ita ut nemo stabi- 30 
lern dignitatc^m int'ra illam habere queat, quin servitutis jugo 
oneratus libertatem amittat. Quis ergo non mallet minus alibi 
cum Jibertate possidere, quam divitias ipsius sub jugo servitutis 
habere? Regnum istud quod nunc potestati meae subditum est, 
cum honore et sine obsequio quod superiori impendam, possideo. 35 
Unum istud caeteris nationibus praeferre praeelegi, cum ipsum 
cum libertate gubernem: attamen quoniam jus in insulam avi, 
proavi et atavi niei habuerunt, trado tibi Constantinum fratrem 
meum , et duo millta militum , ut si Dens permiserit, patriam a 
barbarica irruptione liberet, et sese illius diademate insigniat. 40 
Habeo namque quendam Tratrem praedicto nomine vocatum , qui 
in militia caeterisque probitatibus viget: illum tibi cum praefato 
numero committere non diffugiam, si placet ut recipiatur. Nam 
de ampliori militum numero tacendum censeo, cum Gallorum 
ioquietudo quotidie immineat/* Vix finem dicendi fecerat, cum 45 
grates egit ei Arcbiepiscopus, Tocatoque Constantino ei in haec 
verba arrisit : „Christas vincit : Christus imperat : Christus re- 
gnaL Ecce rex Britanniae desertae. Adsit modo Christus: ecce 
detensio nostra: ecce spes nostra, et gaudium/* Quid phira? 
Paratis in Gittere navibus , eliguntur ex diversis regni partibus 50 
milites, et Guethelino traduntur. 



Caput V. 

Cumque omnia parata fuissent, ingressi sunt mare: atque 
ia Totonesium portum applicuerunt Nee mora, coUegerunt re- 
liquam juventutem insulae, et cum hostibus congressi, victoriam 



.78 

pjor jD^erUuiQ b.eatji virj s^eßt^ suo.t. . E^in coofl^xerunt ,uncli({ue 
Qr^ones priu^ dispersi, et facta intra Silcestria^i concione, 5 
erexerunt iq regeoi Co,Qstantinu];n , regnique diadema capiti eju3 
inmos^ieru^t. D^derunt etipnd ei conjugetn ex nobili Romanoram 
genere ortara, quam GuetheJiQU.s Archiepiscopus educaverat: 
cumque illam x^ogqovisset, geimit ex illa tres filios: quorum no- 
mina fM^nint Conßt^os, -Aurelius Ambrosius , et Uth^ei^peindragon. 10 
^Const^ntejoi yerp prijmpgenitum tradidit ,ia ecclesiaai Am^phibal.i 
jptra Guintpniain, ut ii^onaclialem ordinem susciperet. Caeteros 
s^utem duos, Aurelium videlicet et Uther, Guethelino n^t^ie|ndo3 
commjsit. Postremo cum decem anni praeterissent , yenit qui- 
dam Pictus, qui in obsequio ejus fuerat, et quasi secretum col- 15 
^(oq^iiun habiturus, in virgi^lto quodaifi sc^rpotis cunctls etinp 
.<»iltro interfecit. 



Caput VI. 

II. 6. Pefuqcto igitur .Cpnstantino , fuit ipter procc|res disa^usio, 
^;:;is in re^T)i|m suhlimaretur : alü itaque acciamabant Aureiiucp 
AiQt>rosium, alü Utherpen^ragcuiem , alii caeteros ex genersitionß 
,pi;p.pjn4]uos. Denique cuip ,nupc .sie , nunc aliter contendissent, 
acce^sit Yorte^girnus consul Gewisseorum qui omni nisü in reg- 5 
,^^m ^{)|fel^bat, .et Constantem adivit mpuachi^m, ipsumque ip 
^haec Y.erbß allocqtus ;est: ,,Ecce pater tuus defunctus est, et 
,fratres ,tui propter aetatem sublimari nequeunt: nee aliumvidep 
in jprpgenje tua quem populus in regem promoveat. Si igitur 
,CO^silip meo acquiescere volueris , et n^eam possessloncm au- 10 
.gmentare, convertam populum in affectum sublimandi te in re- 
jqum et ex tali habitu, licet ordo repugnet, te abstraham/* — 
,Quod (;pm ai|disset Constans, maximo |]uctuavit gaudio: et quic- 
.rquid C£|l)qbdt ipsum velle, ei jurejurando promittebat. Cepitque 
.^^ yprtegiriius, duxitque eum regiis prr^amentis iiyiu^um Lip|i- 15 
donias, atque vix annuente popujo in regem erexit. Tunc de- 
functus fuerat Guetbelinus Archiepiscopus, nee fuit alius qui 
ipsum injungere praesumpsisset , quia ex monacho transfereba- 
tur. Nee tamen idcirco ppstpp^uit diadema, quod ipse Vorte- 
.girnus vjce episcopi eapiU ej^s imposuit. ' 20 



jr» 



CiLPÜT VIL 

Subl^atug igitur Con^tan», totam Jußtitu^ regni y^^rtegvTA^ 
AWffiJi^t: et semotipaiMVi in ßonstiliwn ejugcle^ tr^td^dj^t: ^ ut 
fikbil absque ipsius praecepto laceret. Quippe debUita» ^eosuf 
ifsius id faciebat. Nam ifitra clauBtrum .alyid quam riegaiw 
Iractare didioer^t. Quod /cum iC^Uuisstiiit Vortegirnup , co^it ^fir 5 
cMon deliberane, qualiter in regem subüm^rl passet. IJi^m j)iri^^ 
sfißfter ^cAoia id q^nonpierat. Yidebat eienim tev^poB co^gp*ul;^l^ 
ABStace , qno desidejrimo suum leviter ad .effectum duci poterat 
Totum naoMiue regmim :di3pQsitioai eiJMs .owimiss^m fuerat, j^fic 
CoDstans, qui rex dicebatur, ;ii&i pro principiB umbra a$is(al>9t 10 
Nullius enim asperitatis, nullius ju3titiae fuerat: nocavpotpo^ 
suo, nee a .vieiqis gentibus timebatui*. J)luo autqm pueiti frAttep 
^jusdem, UtherpepdragoD videlicet, ptque AureUus Amb^os^iup, 
ia.cvtnis jac^ntes, adhue inbabiles leraut, ut in ,regnvun promo- 
«vereatur. PraeUrea ipf^Hrtunium illud acciderat, quod Teg,x\\ 15 
•properes, qui mdjores natu erai^t, defuncti fu^raj^t, ßol^sq^e 
Vortegirnuß astutus et sapiens, magnique eo^pilii vi^e^tur: 
.caeteci autem ,pene on^pes pueri ,ei^ai>t ac juve^ies,, pereqiptisq^e 
iD anteaotis praeliis ,^qniDdeipi patiiibus et .fivui^qulis, utcuoquiB 
tbonoires pos^idebant. iHaec igitur omnia cqinpqrieas yqrtegir- 20 
4IUS, meditabatiir quo ingqnio /acitiuß et iCallidius lC;on^^pt^lIl 
niQnaQbum deponqret, tUt Ju ipsius ilocum qruippei:et. Quod 
tamdiu difforre ipraeelegHi donec prius idiver^as .pationes meliiys 
polestati «uae et ;famiUaritati submisijsset. Cp«pit ergp peit^e 
regis ttbesauroß .ab .ipso in custodiam , yejusgue civita(es cu^ 25 
.nuinitiombus, dicens^ .quod rumor asserehat ooUaterales iiisula- 
DOS supervenire aflectasse. Quod cum impetrasßet,.pQsuit iibi- 
que familiäres suos qui easdem urbes in fidelitate sua serva- 
rent. Deinde praemeditatam traditionem macbinans, Constan- 
tem adivit, dixitque illi .oportere numerum familiae suae au- 80 
gmeqt^ve, ut ßecu^ius siiperventuris .hps^ibps rqsister^t« Cui 
.Goitötaos: HNonpe o^nia idi^pqsitioni tuae co^misi? Fjac ]|gi- 
iliir quacQunque yolu^ri;^: ita tarnen, ,ut Jn ;fidelitate ;0|ea (peo- 
.«wHieänt/* Ad ha^c Vortegiriius : „Dictum est mihi, .Pictos i^jle 
jcooducere Dacos :et' Norwegen ses super. ups, ut maxiipam iofe- 85 
iBMit inqiMtudiD^m : quampbrepi Isjudarem, et . cposilium ^aluber.- 
jrtmiwa i9i»»e «^psep ut quosdaip ex iPiqtis ifi cfurfa yfi^a .re^oes^, 



80 

qui mediatores inter te et caeteros existant. Nam si verum est, 
quod rebellare incoeperint, explorabunt tibi consociorum suonim 
machinationes et versutias, quas levius vitare poteris." Ecce 40 
occulta occulti inimici proditio. Non enim id laudabat, ut salus 
inde proveniret Constanti: sed quia sciebat Pictos gentem esse 
instabilem et ad omne scelus paratam. Inebriati ergo, sive in 
iram inducti, commoveri possent facile adversus regem, ita ut 
absque cunctamine ipsum interficerent. linde si id contigisset: ^^ 
baberet aditum sese promovendi in regem, ut saepius affecta- 
verat. Directis ilaque in Scoliam nunciis, invitavit cenCum 
Pictos miiites: ipsosque intra regis familiam recepit. Receptos 
autem super omnes honorabat, diversisque donariis ditabat: 
cibis etiam et potibus ultra modum satiabat, ita ut pro rege 50 
illum baberent, Adorantes ergo illum per plateas psallebaut, 
dicentes: dignus est Yortegirnus imperio, dignus est sceptro 
Britanniae: Constans vero indignus. Ad baec Yortegirnus ma- 
gis ac magis eis donare nilebatur, ut magis placeret. At cum 
eorum amorem omnino adeptus fuisset, illos inebriavit, dixitque 55 
se ex Britannia Teile recedere, ut ampliores perquireret pos- 
sessiones. Dicebat autem illis id tantillum quod babebat non 
posse $unicere, ut quinquaginta mililibus stipendia dbnaret. 
Deinde quasi tristis, secessit ad hospitium suum, ipsos vero in 
aula potantes deseruiL Quo viso, ultra quam credi potest con- 60 
tristali sunt Picti, arbitrantes verum esse quod dixerat: mur- 
murantesque ad invicem dicebant: „Ut quid monachum islum 
vivere permitlimus? ut quid non interficimus eum, ut Yortegir- 
- nus regni solio potialur? Quis enim alius ei in regnum suc- 
cederet? Dignus namque est imperio et honore, dignus etiam 65 
omni dignilate, qui nos ditare non cessal/^ 



Caput VKI. 

Post baec irrumpentes tbalamum, impetum fecerunt in 
Constantem, peremptoque illo caput coram Yortegirno tuIerunL 
Quod cum aspexisset Yortegirnus, quasi contristatus in fletum 
erupit: nee unquam prius majori fluctuaverat gaudio. Yocatis 
tarnen civibus Londoniae (nam id intra eam contigerat) jussit 5 
cunctos prodilores alligari, ailigatosque decollari, quia tantum* 
seelus facere praesumpserant. Fueniat autem qui existknabant 



81 

proditionem illain per Vortegirnum luisse macbinatam : Pictos 
Tero nullatenus nisi assensu illius incoepisse. Fuerunt etiam 
qui nihil haesitantes, ipsum a tali crimine purgabant. Re taa- ^^ 
dem in dubio reiicta, nutritores duorum fratrum, Aurelii Ambro- 
sii, atque Utherpendragon, diffugerunt cum eis in minorem Bri- 
tanniam, timentes ne a Vortegirno perimerentur. Ibidem eice- 
pit illos Budecius rex, et bonore quo decebat educavit. 



Caput IX. 

• 

At Yortegirnus cum neminem sibi parem in regno con- 
spexisset, capiti suo regni dia^ema imposuit, et conprincipes 
suos supergressus est. Proditione ejus tandem divulgata, in- 
surrexerunt in eum comprovincialium insularum populi, quos 
Picti jn Albaniam conduxerant. Indignati namque Picti, com- 5 
militones suos, qui propter Constantem interfecti fuerant, in 
ipsum vindicare nitebantur. Anxiebatur igitur Vortegirnus quo- 
tidie, damnumque sui exercitus in praeliando patiebatur. iit- 
xiebatur etiam ex alia parle timore Aurelii Ambrosiiy fratrisque 
sui ütherpendragon : qui, ut praedictum est, in minorem Bri- 10 
tanniam propter ipsum dißugerant. Quotidianus etenim rumor 
aures ejus impJeverat , ipsos jam adultos esse , maximumque . 
navigium construxisse , atque reditum suum in debitum regnum 
yelle moliri. 



Caput X. 

UI. 1 Interea applicnerunt tres celoces , quas longas naves diei- 
mus, in partes Cantiae, armatis militibus plenae, quibus duo 
fratres Horsus et Hengistus dncatnm praestabant. Erat tunc 
Vortegirnus Dorobemiae, quae nunc Cantuaria dicitur, ut con- 
soetudo eum conduxerat , civitatem iilam saepissime visitare. 5 
Cui cum retulissent nuncii, ignotos viros magnaeque staturae 
homines in magnis navibus applicuisse , dedit pacem: et ipsos 
ad se conduci praecepit. Mox ut conducti fuerunt, vertit ocu- 
los suos in duos Germanos. Nam ipsi prae ceteris et nobiii- 
tate et decore praeeminebant. Cumque caeteros etiam aspectu 10 
peragrasset, quaesivit quae patria produxerat illos, et quae causa 
eos in regnum suum direxerat. Cui Hcngistus pro aliis respon- 

Monmoath Bist. ed. SAn-Harte. v 



82 

dere incepit (nam ipsum et malurior aetas et sapienlia prae- 
ponebat): „Rcx caeteroruin nobiiissime: Saxonica telhis nos 
edidü, nna ex Germaniae regionibns. Causa haec advenlus nostri 13 
est, ut tibi sive alteri principi obsequium nostrum offeramus. 
Fiieramus etenim expuhi a palria nostra, nee ob aliud, nisi 
quia regni consuetudo expetebat. Consiietudo namque in patria 
nostra est, ut cum hoininum abundantia in eadem supervenerit, 
conveniant ex diversis provinciis principes, et totius regni ju- 20 
venes coram se venire praecipiunt: deinde sorte projecta potio- 
res atque fortior.es eligunt, qui extera regna petituri, victum 
sibi perquirant, ut patria ex qua orti sunt a superflua multitu- 
dine liberetur. Superfluente igitur in regno nostro hominuni 
copia, convenerunt principes, sortemque projicientes elegerunt 25 
juventutem istam quam in tua cernis praesentia: praeceperunt- 
que ut consuetudioi ab antiquo statutae parerent Nos quoque 
duos germanos, quorum ego Hengistus« iste Horsus nuncupatur, 
eis duces praefecerunt. Nam ex ducum progenie progeniti 
fueramus. Obedientes ergo decretis ab aevo sanciüs, ingressi 30 
sumus maria, regnumque tuum duce Mercurio petivimus/* Ad 

> nomen itaque Mercurii erecto vultu rex, inquirit cujusmodi re- 
ligionem haberent. Gui Hengistus: „Deos patrios, Saturnum, 
Jovem atque caeteros qui mundum gubernant, colimus; maxime 
autem Mercurium, quem Woden ]ingua nostra appelJamus. Huic 35 
veteres nostri dicaverunt quartam septimanae feriam, quae usque 

' in hodiernum diem nomen Wodensdai de nomine ipsius sortita 
est. Post illum colimus deam inter caeteras potentissimam, 
nomine Fream, cui eliam dedicaverunt sextam feriam, quam 
de nomine ejus Fridai vocamus." Ad haec Vorlegirnus: „De 40 
creduiitate vestra, quae potius incredulitas dici potest, vehemen- 
ter doleo. De adventu autem vestro gaudeo, quia in congruo 
tempore vos necessitati meae, sive Dens, sive alias obtulit. Op- 
. primunt etenim me inimici mei undique , et si laborem praeJio- 
rum meorum mecum communicaveritis , vos retinebo honorißce 45 
intra regnum meum, et diversis munerihus et agris dttabo/' — 
Paruerunt ilico Barbari, et foedere confirmato in curia ipsius 
remanserunt. Nee mora, emergentes ex Albania Picti, exercitum 
valde grandem fecerunt, coeperuntque Aquilonares partes in- 
sulae devastare. Gumque id Vortegirno nunciatum fuisset, miii- 50 
tes .suos collegit: atque trans Humbrum eis obviam perrexit. 



83 



Deinde ut cominus convenerunt hinc et ilJinc et cives et hostes, 
acerrimam commiserunt pugnam: nee multum oporluit cives 
pugnare: nam Saxones qui aderant tarn viriliter praeliabantur, 
ita \U hostes , qui prius vincere solebant, sine mora in fugam 55 
propellerentnr. 



Caput XL 

Vortegirnus ergo per illos victoria potitus, donaria sua eis 
ampliavit, atque eorum duci Hengisto agros dedit plurimos in 
Londesia regione, quibus sese et commilitones suos sustentaret. 
Hengistns ergo cum esset vir doctus atque astutus, comperta 
ainicitia quam adversus se rex gerebat, eum hoc sermone adi- 5 
vit: „Domine, undique inquietant te inimici tui, et pauci sunt 
ex concivibus tuis qui te diligunt : omnes minantur tibi , dicunt- 
que se conducturos Aurelium Ambrosium ex Armorico tractu, ut 
te deposito, ipsum in regem promoveant. Si tibi placet, in 
patriam mittamus nostram: et ex ea milites invitemus, ut nu- 10 
merus noster ad certandum augeatur, Sed unum a discretione 
clementiae tuae implorarem, nisi repulsam pati timerem/^ — 
Ad boc Vortegirnus: j^Mitte ergo legatos tuos ad Germaniam, 
et quos vohieris itivita^ et pete a me quod desideras, et nul- 
lam patieris repulsam.** — Cui inclinato capite gratias egit Hen- 15 
gistus, et ait: „Ditasti me largis mansionibus et agris, nee ta*- 
men eo bonore quo ducem decuerat, cum duces me progenu- 
erint. Quippe inter caetera danda esset mibi civitas sive oppi- 
dum, ut dignior inter proceres tui regui censerer. Dignitas 
namque consulis sive prineipis adbibenda esset, ex utrorumque 20 
genere edito.*' — Cui Vortegirnus: „Prohibitus sum hujusmodi 
donaria vobis largiri, quia alienigenae estis et pagani, nee ad- 
huc vestros mores et consuetudines agnosco, ut vos concivibus 
meis parificem: nee, si vos ut cives proprios existimassem, in- 
ciperem donare, quod proceres regni dlssuaderent.*' — Cui 25 
Hengistus : „Concede, inquit, mihi servo tuo, quantum una corri- 
gia possit ambiri intra terram quam dedisti, ut ibidem Promon- 
torium aedificem, quo me, si opus fuerit, recipiam. Fidelis 
etenim tibi sum, et fui et ero: et in lidelitate tua quae*agere 
desidero, faciam." — Motus igitur rex ipsius verbi», ejusdem 30 
petitioni acquievit: praecepitque legatos in Germaniafn miUere: 

6* 



84 

Ht müites ex ea invüati festinatum anxilium darent. Nee mora, 
missa in Germaniam legatione, cepit Hengistus corium tauri, 
atque ipsum in unam redegit corrigiam. Exin saxosum locum 
quem maxima cautela elegerat, circuivit cum corrigia, et intra 35 
spatium metatum castellum aedificare coepit. Quod ut aedificatum 
fuit, traxit nomen ex corrigia, quia ea fuerat metatum. Dictum 
namque fuit postmodum Britannice Kaercorrei: Saxonice vero 
Thancastre. Quod Latino sermone castrum corrigiae appellamus. 



Caput XII. 
Jnterea reversi sunt nimcii ex Germania, conduxeruntque 
deeem et octo naves electis mlitibus plenas. Conduxerunt 
etiam Hengisti filiam nomine Rowen: cujus pulchritudo ouUi 
secunda videbatur. Posiquam autem venerum, invitavtt Hen- 
gistui Yortegimum regem in domum suam, ut et novum aedi- 5 
iicium et miiites novos qui applicuerant videret. Venit ilico 
rex privatim, tamque subitum laudavit opus» et miiites invitatos 
retinuit. Ut vero regiis epulis refectus fuit, egressa est puella 
de thalamo, aureum scyphum vino plenum /Irrens: accedens 
deinde propius, regi flexis genibus dixit: „lauerd King wacht \o 
heil," At ilie, puellae visa facie, admiratus est tantum ejus 
decorem, et incaluit. Deinde interpretem suum interrogavit 
quid puella dixerat. et quid ei respondere debeat. Cui inter- 
pres dixit: Vocavit te dominum regem, et Yocabulo salutationis 
honoravit. Quod autem respondere debes, est: „Drinc heil**. 15 
Respondens deinde Vortegirnus: Drinc heill jussit pueliam po- 
tare : cepitque de manu ipsius scyphum , et eam osculatus est, 
et potavit: ab ilio die usque in hodiernum mansit consuetudo 
illa in Britannia, quod in conviviis qui potat, ad alium dicit: 
Wacht heil! qui vero post ipsum recipit potum, respondet: 20 
Drinc heil. Vortegirnus autem diverso genere potus inebriatus, 
intrante Satana in cor ejus, pueliam amavit, eamque a patre 
ejus postulavit. Intraverat inquam Satanas in cor ejus: quia 
cum Christianus esset, cum Pagana coire desiderabat. Hen- 
gistus ilico, ut prudens erat, animi regis comperta levitate, fra- 25 
tr^n'suum Horsum consuluit, caeterosque majores natu qui 
$€cum aderant, quid de regis petitione faceret. Sed omnibus 
utmm consilium fuit, ut puelh regi daretur: et ut pro 



85 

ea ab illo Canüae provineiam peterent. Nee mora: data fuii 
puella Vortegtmo, et provincia Cantiae Hengisto, neseieiite 60- ^0 
rangano Comtte, qui in eadem regnaiat. Nvpnt itaque rex 
in eadem nocte Paganae: quae ei ultra modutn plaenit. Uiide 
in inimicitiaui' procenioi et fliiorum suorum citissime incidit. 
Generaverat namque filios primitus, quibus erant noroina ; Vor- 
tiDier, Katigernus et Pascentius. 95 



Caput XIII. 
HI. 2 In tempore illo venit Sanctus Germanus Altisiodoreneis 
episcopus, et Lupus Trecensis episcopus, ut verbum Bei Brito- 
nibus praedicarent, Corrupta namque fuerat eorum Christia- 
nitas, tum propter Paganos quos rex in societatem eorum po- 
suerat, tum propter Felagianafn haeresim, cujus venenum ipsos 5 
multis diebus affecerat. Beatorum igitur vironim praedicatione, 
restituta est iuter eos verae fidei religio, quia multis miraculis 
quotidie praeclarebant: roulta per eos miracula osteodebat Deus, 
quae Gildas in tractatu suo luculento sermone paraVit Data 
autem puella regi, ut praedictum est, dixit Hengistus ad eum: 10 
„Ego 8um pater tuus, et consiliator tibi esse debeo : noti prae^ 
terire consilium meum: quia omnes inimicos tuos virtute gentis 
meae superabis. Invitemus adhuc filium meum Octam cum 
fratre suo Ebyssa: Bellatores enim viri sunt. Da eis regiones, 
quae sunt in Aquilonaribus partibus Britanntae juxta murum io 
inter Deiram et Scotiam. Detinebunt namque ibidem Barbaro- 
rum impetum: ita qiiod in pace citra Humbrum remanebis/* 
Paruit Vortegimus, praecepitque eis invitare quoscunque sei- 
rent in auxilium sibi valere. Missis illico legatis: venerunt 
Oeta et Ebyssa et Cherdich cum trecentis navibus armata manu 20 
repletis, quos omnes benigne suscepit Vortegimus: maximisque 
muneribus donayit. Vincebat namque inimicos suos per eos, et 
in omni praelio victor existebat, Hengistus etiam paulatim na^ 
ves invitabat: et quotidie numerum suum augebat. Quod cum 
vidissent Britones, eorum proditionem timentes, regi dixerunt, 25 
ut ipsos a iinibus regni sui expelleret. Non enim debebant 
Pagaui Christianis communicare, nee intromitti: quia Chri* 
stiana lex prohibebat. Insuper tanta advenerat multitudo, ita ut 
CiTibus terrori esset* Jam nesciebatur quis Paganus esset, quis 



86 

Chrisüaüus, quia Pagani filias et eorum consanguineas sibi asso- 30 
ciaverant. Talia objicieotes, regi dissuadebant iiios retinere, 
ne in prodilione aliqua cives supergrederentur. At Yorlegirnus 
diffugiebat consilio eorum acquiescere : quia super omnes gentes 
propter conjugem suam ipsos diligebat. Quod cum vidissent 
Britones, deserueruut ilico Vorlegirnum, et unanimiter Vortime- 35 
mm filium ejus in regem erexerunt: qui eis acquiescens, per 
omnia incepit expellere Barbaros, atque oppugnare, et diris 
irruptionibus afßcere. Quatuor bella gessit cum eis: et in Om- 
nibus superavit, Primum super fluvium Derwent. Secundum 
super Vadum Episford: ubi convenerunt Horsus et Catigernvs 40 
alter filius Vortegirni. Congressuque facto ceciderunt ambo, 
alter alterum letaliter aggressi, Tertium bellum super littus 
maris: quo naves muliebriter ingressi, diffugerunt hosles: et 
insulam Thanet pro refugio adiverunt. At Vortimerus illos ibi- 
dem obsedit, et navali praelio quotidie infestabat. Cumque Bri- 45 
tonum impetum diutius tolerare nequirent, miserunt Vortegirnum 
regem, qui in omnibus bellis cum ipsis aderat, ad filium suum 
Vortimerum, licentiam abscedendi petentes, petendique Germa- 
niam cum salute. Cumque inde colloquium haberent, interim 
ingressi sunt celoces suas, reJictisque filiis et mulieribus, in ^0 
Germaniam redierunt. 



Caput XIV. 

Victoria deinde potitus Vortimerus, coepit reddere posses- 
siooes ereptas civibus , ipsosque diligere ac honorare , et eccle- 
sias jubente sancto Germano renovare. Sed bonitati ejus invi- 
dil ilico diabolus: qui in cordeRowen novercae suae ingressus, 
eam incitavit, ut neci ipsius immineret: quae ascitis universis 5 
yeneficiis, dedit illi per quendam familiärem suum venenum po- 
tare, quem innumerabiiibus donariis corruperat: quod cum hau- 
sisset inclytus bellator ille, subita infirroitate gravatus est: ita 
ut nuUam spem vivendi haberet. Nee mora, jussit omnes mili- 
tes venire ad se, et indicata morte quae superveniebat , distri- 10 
buit eis aurum atque argentum suum, et quicquid atavi conges* 
serant: flentes quoque et ejulantes iilos consolabatur , docens 
viam universae carnis esse quam iturus erat. Audaces autem 
et bellicosos juvenes, qui ei in debellationibus suis adstare so- 



87 

tebant, hortabatur, ut pro patria pugnantes, eam ab hosUli 15 
irruptioue tueri niterentur. AuJacia autem maxiroa docente« 
jussit sibi pyramidem fieri aeream,. locarique in portu quo Sa^ 
xones appbcare solebant. Corpus mro suum postquam defun- 
ctum foret, sepeliri jussit desuper, ut viso buslo Barbari retor- 
tis velis in Germaiiiam redirent. Dicebat enim, neminem illo- ^^ 
rum propius andere accedere, si etiam ipsius bustum aspicerenU 
maximam viri audaciam, qui eis quibus vivus terrori fuerat« 
post obitum etiam ut timeretur eptabat. Sed illo defuncto, aliud 
egerunl Britone», quia in urbe Trinovanti corpus ejus sepelierunt. 



Caput XV. 

111.3 Post obitum vero filii restitutus est Voftegirnus in regnump 
qui precibus conjugis suae commotus, misit nuncios suos ad Hen^ 
gistutn in Germaniam, mandavilque ipsi ut Herum in Britanniam 
rediret: attamen privatim et cum paucis: quia timebat ne si ali- 
ter supervenisset, discordia iuter Barbaros et cives oriretur. ^ 
Hengistus ergo, obitu Vortimeri audito trecenta millia armatorum 
sibi associavit: pavatoque navigio in Britanniam reversus est; 
Sed cum tantae multitudinis adventus Vortegirno et regni prin- 
cipibus nunciatus essot, valde indignati sunt: initoque consilio 
constituerunt cum eis praeliari, atque ipsos ex littoribus expellere. ^^ 
Quod cum filia sua Hengislo per nuncios indicasset, cogitavit 
coniestim quid potius contra id agendum esset. Diversis igitur 
machinationibus peragratis, unum ex omnibus elegit, ut gentem 
regni sub specie pacis adoriretur prodere. Misit itaque legatos 
suos ad regem: jussitque nunciare, quod non conduxerat tan- 15 
tarn multitudinem virorum, ut vel secum in regno remanerent, 
vel violentiam aliquam cum eis patriae ingereret. Erat namque 
causa cur eam conduxisset: quia exislimabat Yortimerum adbuc 
vivere: qui per eos affectabat resistere, si iilum expugnare in- 
cepisset. Quoniam autem non baesitabat ipsum defunctum esse, 20 
committebat sese et populum suum dispositioni Vortegirni: ut 
quot optaret ex tanto numero in regno suo retinuisset: et quos 
refulandos censeret, concedebat ut in Germaniam sine dilatione 
redirent. Etsi id Vortegirno placuisset: tunc petebat ipse, ut 
diem et locum nominaret Vortegirnus,^quo pariter convenirent, ^"^ 
et omnia eoo voluntate sna disponerent. Talta namque ut regt 



88 

nnnciata fuerunt, ei vehementer placuerunt : quia invitus sineret 
Hengistum abire. Postremo jussit et cives et Saxones Majis 
Kalendis, quae jam instare incipiebant, juxta Ambril coenobiam 
coQveDire, ut ibidem praedicta statuerenlur. Quod cum in utra- 30 
que parte statutum esset: Hengistus 7tova proditione usus, com" 
milttonibus suis praecepit, ut unusqnisqut longum cultrum intra 
ealigas absconditum haberent. Et cum colloquium securius 
tractarent Britones: ipse eis hoc daret Signum: „Nemet onre 
saxas:'* unde quisque paratus astantem Britonem^ audacttr 35 
occuparet, atque abstractis cultris ocyus ipsum jugularet. Ncc 
mora, statuta die instante convenerunt omnes intra nominatam 
urbem, et de pace habenda colloquium inceperunt. Dt igitur 
horam proditioni suae idoneam inspexisset Hengistus, vocifera- 
tus est: kernet oure saxas! et ilico Vortegirnum accepit, et per 4^0 
Pallium detinuit. Audito ocyus signo, abstraxerunt Saxones cul- 
tros suos, et astantes principes invaserunt, ipsosque nihil tale 
praemeditantes jugulaverunt circiter quadringentos sexaginta, 
inter barones et consuies, quorum corpora beatus Eldadus post- 
modum sepelivit, atque Ghristiano more humavit, faaud longe a 45 
Kaercaradane , quae nunc Salesberia diciturf^'in coemeterio quod 
est juxta coenobiura Ambrii abbatis, qui olim fundator ipsius 
extiterat. Omnes enim sine armis advenerant, nee aliud nisi 
de pace tractauda existimabant. Unde caeteri qui propler pro- 
ditionem accesserant, levius ipsos inermes interficere potuerunt. 50 
Non impune tamen haec egerunt Pagani: quia eornm mulli 
perempti fuerunt: dum caeterorum neci imminerent. Rripiebant 
enim Britones ex tellure lapides et fustes, atque sese defendere 
volentes, proditores illidebant. 



Caput XVL 

Aderat ibi Claudiocestriae consul nomine Eldol, qui pro- 
ditione Visa, palum suslulit quem forte invenerat, et defensioni 
vacavit. Quemcunque attingebat, confringens ei membrum quod 
percutiebat, dirigebat confestim ad tartara : alii caput , alii bra- 
chia, alii scapulas, compluribus etiam crura elidens, terrorem 5 
non minimum inferebat: nee prius ex loco illo abscessit quam 
septuaginta vires assumpto palo interfecisset. Sed tantae mul- 
titudini cum resistere nequiret, sesedivertit ab Ulis, atque suam 



89 

civitatem petirit. Hulti hinc et inde ceciderunt: sed victoriam 
habuerunt Saxones. Brilones namque nibil tale praemeditati, lo 
inermes adYenerant: unde minus resistere potuerunt. Ut ergo 
nefandum inceptum peregerunl Saxones, Vortegimum interficere 
noluerunt, sei mortem comminantes eum ligaverunt, civttatesque 
ejus pettemnt: atque munitiones pro vtta. Quibus illico quic- 
quid affectaverant , concessit , ut vivus abscedere sineretur. 15 
Cumque id jurejurando confirmatum fuisset, eum a vinculis sol- 
verunt, atque urbem Londoniae priroitus adeuntes ceperunt. Ce- 
perunt deinde £boracum et Liudocolinum, necnon et Guyotoniam, 
quascunque provincias devastanles. Invadebant undique cives, 
quemadmodum lupi oves, quas pastores deseruerunt. Cum ergo 20 
taotam cladem inspexisset Vorlegirnus, secessit in partes Cam» 
briae: inscius quid contra nefandam genfem ageret. 



Caput XVII. 

Vocatis denique Magis suis illos comuluit, jussitque dieere 
quid faceret. Qui dixerunt ut sibi fortissimum aedificaret tur- 
rim, quae sibi tutamen foret, cum caeteras amisisset munitiones. 
Peragratis jergo quibuscumque locis, ut eam in congruo statueret 
loco, venit iandem ad Erir montem: nbi coadunatis ex diveriis 5 
patrHs caementariis turrim jussit construere. Convenientes itaque 
lapidarii eam fundare coeperunt, sed qmcqnid una die opera- 
bantur, absorbebat tellus in altera, ita ut nescirent quorsum 
opus suum evanesceret. Cumque id Vortegirno nunciatum fuis- 
set, iterum Magos suos consuluit, ut rei causam indicarent. Qm 10 
dixerunt, ut juvenem quaereret sine patre^ qtiaesitumque inter- 
ficeret: ut sanguine ipsius caementum et lapides aspergerentur. 
Id enim prodesse asserebant ut turris fundamentum constaret 
Nee mora, mittuntur legati per universas provincias, ut talem 
invenirent hominem, At cum in urbem quae postea Kaermodin 15 
vocata fuit, venissent: juvenes ante portam ludentes conspexe- 
runt, et ad ludum accesserunt. Itinere autem fatigati, sederunt 
in Circo exploraturi quod quaerebant. Denique cum multum diei 
praeterisset, subita lis orta est inter duos juvenes, quorum Mer- 
linus atque Dabutius nomina erant. Certantibus ergo ipsis dixit 20 
Dabutius adAferlinum: „Quid mecum contendis, fatue? nunquam 
nobis eadem erat nobilitas. Ego enim ex regum origine editus 



»e 

sum, ex utraque parte meae generationis : de te auiem nesciiur 
quis sis, cum patrem non habeas/* Ad verbum istud vultus 
suos erexerunt legati, atque intuen tes in Merlinum, interrogave- ^^ 
runt circumstantes quis esset? Quibus illi dixerunt, quod ne- 
sciebatur quis pater eum progenuerat: mater vero fuerat filia 
regis Demetiae, quae in ecclesia sancti Petri in eadem urbe 
inter monachas degebat. 



Caput XVIII. 

Festinantes itaque nuncii, ad praefecium urbis venerunt, 
praeceperuntque ei ex parte regis, ut Merlinus cum matre sua 
ad regem mitteretur. Praefectus ilico cum legationis causam 
eorum cognovisset, Merlinum et mätrem ejus ad Vortegirnum 
misit, ut de eis libitum suum perficeret. Et cum in ipsius 5 
praeseuliam adducti fuissent, excepit rex diligenter matrem, 
quia eam nobilibus sciebat nataiibus ortam: deinde inqutrere 
coepit ab üla, ex quo vtro conceperat, Cut illa dixit: „Vivit. 
änima mea et anima tua, domine mi rex: quia neminem agnovi 
qui illum in me generaverit. Unum autem scio, quod cum esseni lo 
inter socias meas in thalamis nostris , apparebat quidam mibi in 
specie pulcherrimi juvenis, et strictissime , amplectens me stri- 
ctis bracbiis, deosculabatur : et cum aliquantulum mecum morani 
fecisset, subito evanescebat , ita ut nihil ex eo viderem : multo- 
tiens quoque me alloquebatur dum secreto sedercm, nee usquam 15 
comparebat: cumque me diu in bunc modum frequentasset, coi- 
vit mecum in specie hominis saepius, atque gravidam dereliquit. 
Sciat prudehtia tua , domine mi , quod aliter virum non cognovi 
qui juvenem istum generaviV* Admirans itaque rex, jussit 
Maugantium ad se vocari, ut sibi manifestaret, si id quod mulier 20 
dixerat fieri potuisset. Adductus autem Maugantius, omnibus ex 
ordine auditis, dixit ad Vortegirnum: „In libris philosophornm 
nostrorum , et in plurimis repperi historiis , multos homines 
hujusmodi procreationem habuisse. Nam ut Apulejus de deo 
Socratis perhibet, inter lunam et terram habitant spiritus, quos 25 
incubos appellamus daemones: hi partim hominum partimque 
Angelorum naturam babent: et cum volunt, sibi bumanas assu- 
munt ßguras, et cum mulieribus coeunt. Forsitan unus ex eis 
huic apparuit mulieri, et juvenem istum in ipsa generavit/' 



01 



Caput XIX. 

Cumque omnia auscultasset Merlinus, accessil ad regem, 
et att: ,.Ad quid ego et mater mea in praesentiam tuam addn- 
cti sutnus?'* Cut Vortegirnus: „Magi mei mihi consilium dede- 
runt: nt hominem sine patre perquirerem: ut opus meum ipsius 
sanguine irrigatum staret/* Tunc ait Merlinus: „Jube tuos Ma- 5 
gos cor am me venire, et convincam illos mendacium adinvenisse/' 
Admirans autem rex super verbis illius , continuo jussit Magos 
venire, et coram Merlino sedere. Quibus ait Merlinus: „Ne- 
seitis quid fundamentum incoeptae turris impediat? Laudastis 
ut sangnis meus diffnnderetur in caementum, quasi illico opus 10 
canstaret. Sed dicite mihi, quid sub fundamento latet? Nam 
aliquid sub ipso est, quod ipsum stare non permittit/* Expa- 
vescentes autem Magi, conticuerunt. Tunc ait Merlinus, qui et 
Ambrosius dicebatur: „Domine mi rex, voca operarios tuos, et 
jube f ödere terram, et stagnnm sub ea invenies quod turrim 15 
Stare non permittit/* Quod cum factum fuisset , repertum est 
ilico stagjium sub terra, quod eam instabilem fecerat. Accessit 
iterum Ambrosius Merlinus ad Magos, et ait : „Dicite mihi men- 
daces adulatores, quid sub stagno est?'* Nee unum verbum 
respondentes obmutuerunt. Et iterum dixit regi: „Praecipe, rex, 20 
hauriri_stagnum per rivulos, et in fundo duos concavos videbis 
lapides, et in Ulis duos dracones dormientes." Credidit rex 
verbis ejus: quia verum de stagno dixerat, et illud hauriri 
jussit. Et cum ita invenisset y Merlinum super omnia admira- 
batur. Admirabantur etiam cuncti qni astabant tanlam in eo 25 
sapientium, existimantes numen esse in illo. 



-f»«<©^-©H 



92 



LIBER SEPTIMÜS. 
aül KST DE PROPHETIIS MERLINI. 



Caput I. 

IV. Nondum autem ad hunc locuro historiae perveneram, cum 
de Merlino divulgato rumore, compellebant me undique contem- 
poranei mei, ipsius propbetias edere: maxime autem Alexander 
Lioconiensis Episcopus, vir summae religionis et prudentiae. 
Nou erat alter in clero sive in populo cui tot mililes vel nobi- 5 
les famularentur: quos ipsius mansueta pietas et beoigna largi- 
tas in öbsequium ejus alliciebat : cui cum satisfacere praeelegis- 
gern, propbetias transtuli, et eidem cunf bujusmodi literis direxi. 



Caput IL 

Cogit me, Alexander Linconiensis praesul, nobilitatis tuae 
dilectio Propbetias Merlini de Brilannico in Latinum transferr^, 
antcquam bistoriam perarassem, quam de gestis regum ßritan- 
norum inceperam: proposueram enim illam prius perficere et 
istud opus subsequenter explicare: uq dum uterque labor in* 5 
grueret, sensus meus ad singula minus sufüceret. Attamen quo- 
niani securus eram veniae, quam discretio subtilis ingenii tui 
donaret: agrestem calamum meum libeJliä apposui, et plebeio 
modulamine ignotum tibi interpretatus sum sermonem. Admo- 
dum autem admiror, quod id pauperi slylo dignatus es commit- 10 
^tere, cum tot doctiores et tot diliores virga potestatis tuae coer- 
ceat: qui sublimioris carminis delectamento aures Minervae tuae 
mulcerent. Et ut omnes pbilosopbos totius Britanniae insuiae 
praeteream, tu solus es, quod non erubesco fateri, qui prae ce- 
teris aüdaci lyra caneres: nisi te culmen bonoris ad alia nego- 15 
cia vocaret. Quoniam ergo placuit ut Gaifridus Monumetensis 
fistulam suam in boc vaticinio sonaret, modulationibus ejus favere 
non difTugias: et si quid inordinate sive vitiose protulerit, ferula 
camoenarum tuarum in rectum converlas concentum. 



es 



Caput III. 

Sedente itaque Vortegirno Britonum rege super ripam ex- 
haust! stagni, egressi sunt duo dracones, quorum unus albus, 
alter erat rubetis. Ctimque alter altert appropinquasset, diram 
commiserunt pugnam, et ignem anhelitn suo procreabant. Prae- 
valebat autem albus draco, rubeumque usque ad lacus extremis 5 
tatem fugabat. At ille cum se expulsum doluisset, impetum 
fecit in album, ipsumque retro ire coegit. Ipsis ergo in hune 
modum pugnantibus, praecepit rex Ambrosio Merlino dicere, 
quid draconum praelium portendebat. Mox ille in fletum 
emmpens, spiritum hausit prophetiae, et ait: „Vae rubeo dra* 10 
conif nam ejus exterminatio festinat: cavemas ejus occupabit 
albus draco, qui Saxones quos invitasti significat. Rubeus vero 
gentem designat Britanniae, quae ab albo opprimetur. Montes 
itaque ejus ut valles aequabunlur , et flumina vallium sangume 
manabunt. Cultus religionis delebilur, et ecclesiarum ruina 15 
patebit. Praevalebit tandem oppressa, et exterorum saevitiae 
resistet. Aper etenim Cornubiae succursum praestabit, et eorum 
coila sub pedibus suis conculcabit. Insulae Oceani ipsius potestati 
subdentur, et Gallicanos possidebit sallus. Timebit Romulea 
domus ipsius saevitiam : et exitus ejus dubius erit. In ore po- 20 
pulorum celebrabitur : et actus ejus cibus erit narrantibus. Sex 
posteri ejus sequentur sceptrum: sed post ipsos exsurget 
Germauicus vermis. Sublimabit illum aequoreus lupus: quem 
Africana nemora comitabuntur. Delebitur iterum religio, et trans- 
mutatio primarum sedium erit. Dignitas Londoniae adornabit 25 
Doroberniam : et pastor Eboracensis septimus in Armorico regno 
frequentabitur. Menevia pallio urbis Legionum induetur: et 
praedicator Hyberniae propter infantem in utero crescentem ob- 
mutescet. Pluet sanguineus imber: et dira fames mortales 
alBciet. His supervenientibus dolebit rubeus: sed emenso labore 30 
vigebit. Tunc infortunium albi festinabit, et aedificia hortulorum 
ejus diruentur. Septem sceptrigeri perimentur: et eorum unus 
sanctificabitur. Venlres matrum truncabuntur, et infantes abor- 
livi erunt. Erit ingens supplicium bominum : ut indigenae resti- 
tnantur. Qui faciet haec, aeneum virum induet, et per multa 85 
tempora super aeneum equum Londoniae portas senrabit. Exin 
in proprios mores revertetur rubeus draco : et in se ipsum sae* 



94 

m 

vire laborabit. Superveniet ilaque ultio tonantis: quia omiiis 
«nger colonos decipict. Arripict mortalitas populum: cuncLasque 
nationes evacuabit. ilesidui nalale solum ileserenl cl cxteras ^<) 
culluras seminabunt. Rex benedictus parabit uavigiura , et in 
aula inier beatos duodecimus aniiumerabitiir. Crit niiseranda 
regni desoialio el areae messium in frucluosos sallus redibnnl. 
Exsurget iterum albus draco et iiliam Gerinaniae invitabit. Re- 
plebunlur iterum bortuii nostii alieno seniine, et in extremitate 45 
stagni languebil rubeus. Exin coronabitur Gernianicus vermis, 
et aeneus princeps buinabilur. Terminus illi positus est, quem 
transvolare nequibit. Centum namque et quinquaginta aunis 
in inquietudine el subjeciione manebit: trecentis vero insidebil. 
Tunc exsurget in illum aquilo: et Acres quos zepbyrus procrea- 5u 
Vit eripiet. Erit deauralio in templis, nee acunien gladiorum 
* cessabil. Vix oblinebil cavernas suas Germanicus draco: quia 
ultio proditionis ejus superveniet. Yigebit tandem paulisper: 
scd decimatio Neuslriae nocebit. Populus namque in ligno et 
ferreis tunicis superveniet, qui vindiclam de nequitia ipsius 55 
sumet. Restaurabit pristinis incolis mansiones: et ruina alie* 
nigenarum patebit. Germen albi draconis ex bortulis nostris 
abradetur, et reliquiae generationis ejus decimabunlur. Jugum 
servilutis ferent: matremque suam ligonibus et aratris vulnera- 
bunt. Succedent duo dracones, quorum alter invidiae spiculo GO 
suffocabitur : aller vero sub umbra nominis-redibit. Succedet 
leo juslitiae, ad cujus rugilum Gallicanae lurres et insulani dra- 
cones tremebunt. In diebus illis aurum ex lilio et urlica ex- 
torquebitur, et argentum ex unguiis mugientium manabit. Gala- 
mistrati varia veltera veslient, et exterior babitus interiora signa* 65 
bit. Pedes latranlium truncabuntur. Pacem babebunt ferae: et 
humanitas supplicium dolebit. Findetur forma commercii: dimi* 
dium rotundum erit. Peribit milvorum rapacitas et luporum 
dentes bebelabuntur. Catuli leonis in aequoreos pisces trans- 
formabuntur: et aquila ejus super montem Aravium nidificabit. 70 
Venedocia rubebit materno sanguine, et doaius Corinei sex fra- 
tres interficiet. Nocturnis lacrymis madebit insula. Unde omnes 
ad omnia provocabuntur. Vae tibi Neustria, quia cerebrum leo- 
nis in te effundetur: dilaceratisque membris a patrio solo elimi- 
nabitur, Nilentur posteri transvolare superna: sed favor noVo- 75 
rum sublimabltur. Nocebit possidenti ex impiis pietas, don^ 



95 

sese geiiilore induerit. Äpri igilur dentibus accinctus, cacutnina 
niontiiim el umbrani galeati transceiidet. Iiidignabitur Albania, 
et convocatis coilateralibus sangiiiiiera efTundere vacabit. Dabi- 
tur raaxillis ejus frenuin quod io Armorico sinu fabricabitur. 80 
Deaurabit illud aquila rüpti foederis, et tertia nidificatione gau- 
debit. Evigilabunt rugientes catuli , et postpositis iiemoribus 
intra moenia civitatum venabuntur. Stragem non minimam ex 
obstantibus facient, et linguas taurorum abscindent. Colla ru^ 
gientium onerabunt catenis, et avi(a tempora renovabunt. Exin 85 
de primo in quartum : de quarto in terlium : de tertio in secon- 
dum rotabitur poIIex in oleo. Sextus Hyberniae moenia subver- 
tet, et nemora in planitiem niutabit: diversas portiones in unnm 
reducet, et capite leonis coronabitur. Principium ipsius vago 
afTectui subjacebil: sed finis ipsius ad supernos convolabit. Re- 90 
novabit namque beatorum sedes per patrias, et pastores in con- 
gruis locis locabit. Üuas urbes duobus palliis induet: et vir^ 
ginea muuera virginil)us donabit. Piomerebitur inde favorem 
tonantis , et inter beatos coUocabitur. Egredietur ex eo linx 
penetrans omnia, <|uae ruinae propriae gentis imminebit: per 95 
iliao) enim utramque insulam anrittet Neustria: et pristina digni- 
täte spoliabitur. Deinde reverlentur cives in insulam. Nam 
dissidium alienigenarum orietur. Niveus quoque senex in niveo 
sedens equo filuvium Perironis divertet, et cum Candida virga 
molendinum super ipsum metabitur; Cadualladrus vocabit Co* 100 
nanum, et Albaniam in societatem accipiet. Tunc erit strages 
alienigenarum: tunc flumina sanguine manabunt: tunc erumpent 
Armorici fontes et Bruti diademate coronabuntun Replebitur 
Cambria laetitia: et robora Cornubiae virescent. Nomine Bruti 
vocabitur insula, et nuncupatio extraneorum peribit. Ex Gonano 105 
procedet aper bellicosus, qui intra Gallicana nemora acumen 
denlium suorum exercebit. Truncabit namque. quaeque majora 
robora, minoribus vero tutelam praestabit. Timebuut iJlum Ära- 
bes et Africani : nam impetum cursus sui in ulteriorem Hispaniam 
protendeL Succedet bircus Venerei castri aurea habens cornua 110 
et argenteam barbam : qui ex naribus suis tantam elüabit nebu- 
lam qua tota superficies insulae obumbrabitur. Pax erit in 
tempore illius: et ubertate glebae multiplicabuntur segetes. Mu* 
lieres incessu serpentes fient , et omnes earum gressus -super- 
bia replebuntur. Renovabuntur caslra Veneris: nee cessabunt 115 



96 

sagiltae Cupidinis -vulnerare. Föns omnis vertetnr in sanguinem : 
et duo reges dueilum propter leaenam de vado baculi commit- 
lent. Oronis humus luxuriabit: et hnmanitas fornir.ari non de- 
sinet. Omnia haec tria secula videbunt: donec sepulti reges in 
urbe Londoniarum propalabunlur. Redibit itcrum Farnes: redi- J20 
bit mortaiitas et desolationern urbiura dolebunt cives. Superve- 
oiet aper conimercii, qui disperses greges ad amissa pascua re- 
vocabit. Pectus ejus cibus erit egenlibus, et lingua ejus seda- 
bit sitientes. Ex ore ipsius procedent flumina quae arentes 
hominum fauces rigabunt. Exin super turrim Londoniarum pro- 125 
creabitur arbor, quae tribus solummodo ramis contenta, super- 
ficiem totius insulae lalitudine foliorum obumbrabit. Fluic ad- 
Tersarius Boreas superveniet, atque iniquo flatu suo terlium illi 
ramum eripiet: duo vero residui locum extirpati oceupabunt, 
donec alter aJterum foliorum . mullitudine annihilabil: deinde 130 
vero iocum duorum obtinebit ipse, et voJucres exterarum regio- 
num sustentabit. Palriis volatilibus nocivus babebitur; nam 
timore unibrae ejus liberos volalus amittent. Succedet asinus 
nequitiae in fabricatores auri velox: sed in luporum rapacitatem 
piger. In diebus illis ardebunt quercus per neniora, et in raniis 135 
tiliarum nasccntur glqndes. Sabrinum mare per Septem ostia 
discurret, et fluvius Oscae per septem menses fervebit. Pisces 
illius calore morientur: et ex eis procreabunlur serpentes: fri- 
gebunt Badonis balnea: et salubres aquae eorum mortem gene- 
rabunt. Londonia necem viginti milium lugebit: et Tamensis 140 
fluvius in sanguinem mutabitur. Cucullati ad nuptias provoca- 
buntur, et eorum clamor in montibus Alpium audietur. 



Caput IV. 

Tres fonles in urbe Guyntonia erumpent, quorum rivuli 
insuldm in tres portiones secabunt: qui bibet de uno, diuturniori 
Vita fruetur: nee supervenienti languore gravabitur. Qui bibet 
de altero, indeficienti fame peribit: et in faeie ipsius pallor et 
horror sedebit. Qui bibet de tertio, subita morte periclitabitur, 5 
nee corpus ipsius subire poterit sepulcrum. Tantam ingluviem 
vitare volentes, diversis tegumentis eam occultare nitentur. 
Quaecunque moles superposita fuerit, formam alterius corporis 
recipiet. Terra namque in lapides: lapides in lignum : lignum 



97 

in cineres : cinis in aqaam, si siiperjecta fuerinty vertentur. Ad la 
haec ex urbe Canuli nemoris eJiminabilur puella, ut medelae 
curam aühibcat. Quac ut omnes artes inierit, solo anheliia 
suo foiites nocivos siccabit« Exin ut sese salubri liquore refe-t 
cerit, gestabit in dextera sua nemus Galedonis : in sinistra vero 
murorum Londoniae propugnacula. Quacunque incedet, passua 15 
sulpbureos faciet, qui duplici flamma fumabunt: fumus ilie ex- 
cilabit Rutenos, et cibum submarinis conficiet. Lacbrymis mi- 
serandis manabit ipsa , et clamore horrido replebit insulain. In- 
terficiet eam cervus decem ramorum: quorum quatuor aurea 
diademata gestabunt : sex vero residui in cornua bubalorum ?er- 20 
lentur, quae nefando sonitu tres insulas Britanniae comntpve- 
bunt. Excilabitur Daneium nenius et in bumanam Yocem emm- 
pens clamabit: „Accede, Gambria, et junge lateri tue Gonm- 
biam , et die Guyntoniae, absorbebit te tellua: transfer sedem 
pastoris quo naves applicaut , et caetera membra caput sequan* 25 
tur/' Festinat namque dies, qua cives ob scelera perjurii 
peribunt. Candor lanaruin nocuit, atque tincturae ipsarum 
diversitas. Vaeb perjurae genti, quia urbs inclyla propter eam 
rueU Gaudebunt naves augmentalione tanta, et unum ex duo- 
bus fiet. Reaedificabit eam Ericius, oneratus pomis: ad quorum 30 
odorem diversorum nemorum convolabunt volucres« Adjiciei 
palalium ingens, et sexcenlis turribus vallabit illud. Invidebit 
ergo Loudonia, et muros suos tripliciter augebit. Circuibit 
eam undique Tamensis fluvius, et rumor operis transcendet 
Alpes. Occultabit intra iliam Ericius poma sua , et subterra* 35 
neas vias raachinabitur. In tempore illo loquentur lapides, et 
mare quo ad Galliam navigatur intra breve spafium contrahetur. 
In utraque ripa audietur bomo ab bomine, et solum insulae 
dilatabitur. Revelabuntur Dcculta submarinorum , et Gailia prae 
timore tremet. Post haec ex Calaterio . nemore procedet ardea, 40 
quae insulam per biennium circnmvolabit. Nocturne clamore 
convocabit voiatilia, et omne genus volucrum associabit sibi. 
In cuüuras mortalium irruent,^ et omnia grana messium devora- 
bunt Sequelur fames populum, atque dira mortalitas famem« 
At cum calamilas tanta cessaverit, adibit detestabilis ales vallem 45 
Galabes, atque ipsam in excelsum montem levabiL In cacumine 
quoque ipsius plantabit quercum, atque intra ramos nidificabit. 
Tria ova procreabuntur ^n nido, ei^ quibus vulpes, lupus et 

MonmoQth Hist. ed. San-Marte. 7 



98 

ursus egredtenlur. Devorabit vulpes matrem, et asiainum caput 
gesUibit. Monstro igitur assumpto, terrebit fralres suos, ipsos- 50 
que in Neustriam fugabit. A( ipsi excitabunt aprum dentosum 
in illa, et navigio revecti cuih vulpe congredienlur: Quae cum 
eertainen inierit, finget se defunctara et aprum in pietatem nio- 
vebit. Mox ipae adibit cadaver, et dum superstabit, anbelabit 
m oculos ejus et facieni. At ipsa non oblita praeteriti doli, 55 
mordebit sinistrura pedem ipsius, totumque ex corpore eveUet. 
SaUu quoque facto, eripiet ei dextram aurem et caudam et 
intra cavernas montium delitebit. Aper ergo illusus, requiret 
liipum et ursum, ut ei amissa membra restitqant. Qui ut cau- 
sam inierint, promittent ci duos pedes vulpis, et aures et cau- 60 
dam: et ex ipsis porcina membra component. Acquiescet ipse, 
promissamque restaurationem expectabit. Interim descendet . 
Yulpes de montibus, et sese in Jupum mutabit , et quasi collo- 
quium habitura cum apro, adibit ilium et cailide ipsum totum 
devorabit. Transvertet exin sese in aprum, et quasi sine mem- 65 
bris expectabit germanos: sed et ipsos, postquam advenerint, 
subito dente interficiet, atque capite leonis coronabilur. In die- 
bus ejus nascetur serpens, qui neci roortalium imminebit. Lon- 
gitudine sua circuibit Londoniam, et quosque praetereuntes de- 
vorabit. Bos montanus caput Jiupi assumet, dentesque suos in 70 
Fabrica Sabrinae dealbabit. Associabit sibi greges Albanorum 
et Cambriae qui Tamensem fluvium potando siccabunt. Vocabit . 
aunus bircum prolixae barbae, et formam ipsius mutnabit. In- 
dignabitur igitur montanus, vocatoque lupo, cornulus taurus in 
ipsos fiet. Ut autem saeviliae indulserit, devorabit carnes eorum 75 
et ossa, sed in cacumine Uriani cremabitur: favillae rogi muta« 
buntur in cygnos, qui in sicco quasi in flumioe natabunt De- 
vorabunt pisces in piscibus: et homines in faominibusdegiutient. 
Superveniente vero senectute, efQclentur submarini Jupi, atque 
aubmarinas insidias machinabuntur. Submergent navalia, et ar- 80 
gentum non minimum congregabunt. Fluctuabit iterum Tamen- 
sis: convocatisque fiuminibus ultra metas alvei procedet: urbes 
vicinas occuitabit: oppositosque montes subvertet. Adhibebit 
sibi fontem Galaes dolo et nequitia repletus. Orientur ex eo 
seditiones provocantes Venedotos ad praelia# Convenient nemo« 85 
rum robora, et cum saxis Gewiaseoruffl congredientur* Aderit 
Gorvtts cum milvis, et corpora pecemptorum devorabit. Super 



99 

muros Claudiocestriae nidificabit bubo, et in nido ejus procrea- 
bilur asiiius. Educabit ilium serpens Malverniaa, et in plures "^ 
dolos commovebit. Sumpto diademate transcendet excelsa, et 90 
horrido racanatu populum patriae terrebit. In diebus ejus titu- 
babunt montes Panchaji, et provinciae neinoribus suis spolia- 
buntur. Superveniet namque vermis ignei anheJitus, qui eniisso 
vapore comburet arbores. Egredienlur ex eo septem leones 
capitibus hircorum turpati. Foetore narium mulieres . corrum^ 95 
pent: et proprias communes facient. Nesciet pater proprium 
Glium : quia more pecudum lascivient. Superveniet vero gigas 
nequiüae, qui oculoruro acumine terrebit universos. Exsurget 
in eum draco Wigorniae, et eum exterminare conabitur. Facto 
autem congressu, snperabitur draco, et nequitia victoris oppri- 100 
melur. Ascendet namque draconem, et exuta veste insidebit 
nudus. Feret illum ad sublimia draco: erectaque cauda verbe- 
rabit nudatum. Resumpto iierum vigore gigas, faucea iJlius 
gladio confringet. Implicabitur tandem sub cauda ejus draco 
et yenenatus interibit. Succedet post illum Totonesius aper, et io5 
dira tyrannide opprimet populum. Eliminabit Claudiocestria leo^ 
nem, qui diversis praeliis inquietabit saevientem. Conculcabit 
eum sub pedibus suis, apertisque faucibus terrebit. Cum regno 
tandem litigabit ieo, et terga nobiiium transcendet. Superveniet 
laurus litigio , et leonem dextro pede percutiet. Expellet eum iio 
per regni diversoria: sed cornua sua in muros Oxoniae con- 
fringet. Vindicabit leonem vulpes Kaerdubali , et totum suis 
dentibus consumet. Circumcinget illam Lindocolinus coluber» 
praesentiamque suam draconibus multis horribili sibiio testabi* 
tur. Congredientur deinde dracones , ut alter alterum dilaniet, 115 
Opprimet alatus carentem aus et ungues in genas venenatas con* 
figet. Ad certamen convenienl alii, et alius alium interficiet, 
Succedet quintus interfectis, residuos diversis machioationibua 
confringet. Transceodet dorsum unius cum gladio, et caput a 
corpore separabit, Exuta veste ascendet aJium , et dexteram 120 
caudate laevamque injiciet. Superabit eum nudus, cum nihil in- 
dutus proficeret. Gaetei1)s tormentabit a dorso, et in rotundi- 
tatem regni compellet. Superveniet Ieo rugiens, immaoi feri* 
täte timendus. Ter quinque portiones in unum reducet: et 
soliis possidebit populum. Splendebit gigas colore niveo , et ad 125 
candiduBi populum germinabit. Deliciaa principes enervabuot; 



100 

et subiti in beluas mutabuntur. Orietar in Ulis leo humano 
cruore turgidus. Supponetur ei in segete falcifer: qui dum la- 
borabit meiere, opprimctur ab illo. Sedabit illos Eboracensis 
auriga: expulsoque domino in currum quem ducit ascendet. 130 
Abstracto gladio minabilur Orient!: et rotarum suarum vestigia 
replebit sanguine. Fiet deinde piscis in aequore, qui sibilo 
serpentis revocatus, coibit cum illo. Nascentur inde tres tauri 
fulgurantes, qui consumptis pascuis convertentur in arbores. 
Gestabit primus flagellum vipereum, et a postgenito dorsum 135 
suum divertet. Nitelur Ipse flagellum eripere: sed ab ullimo 
eorripietur. Avertent mutuo a sese facies, donec venenatum 
scyphum projecerint: succedet ei Colonus Aibaniae, cui a dorso 
imminebit serpens. Vacabit ipse tellurem subvertere, ut patriae 
segetibus candeant. Laborabit serpens venenum diffundere: ne 140 
herbae in messes proyeniant. Letali clade deficiet populus: et 
moenia urbium desolabuntur. Dabitur in remedium urbs Clau* 
dii , quae alumnam flagellantis interponet. Stateram namque 
medicinae gestabit: et in brevi renovabitur insula. Deinde duo 
sobscquentur sceptrum, quibus corntHus draco ministrabit. Ad- 145 
veniet alter in ferro: et volantem equitabit serpentem. Nudato 
corpore insidebit dorso: et dexteram caudae injiciet« Clamore 
ipsius excitabuntur maria: et timorem secundo injiciet. Secim- 
dus itaque sociabitur leoni. Sed exorta lite congressum facient, 
Mutuis cladibus succumbent mutuo, sed feritas beluae praevalebit. 150 
Superveniet quidam in tympano et cythara, et demulcebit leouis 
saevitiam. Pacificabuntur ergo nationes regni, et leonem ad 
Stateram provocabunU Locata sede ad pensas studebit: sed pal- 
mas in Albaniam extendet. Tristabuntur ergo Aquilonares pro- 
vinciae, et Ostia templorum reserabunt. Signifer lupus condu- 155 
cet turmas, et Cornubiam cauda sua circumcinget : rssistet ei 
miies in curru, qui populum illum in aprum mutabit. Vastabit 
ergo aper provincias: sed in profundo Sabrinae occultabil caput. 
Amplexabitur bomo leonem in auro: et fulgor auri oculos in- 
tuentium excaecabit. Candebit argentum in circuitu: et dIVersa I60 
torcularia vexabit. Imposito vinö inebriabuntur mortales: et 
postposilo caelo in terram respicient. Ab eis vultus avertent 
sidera, et solitum cursum confundent. Arebunt segetes bis in- 
dignantibus, et humor convexi negabitur. Radices et rami vices 
mutabunt: novitasque rei erit in miraculum« Splendor Solis les 



1dl 

dedro Mercurii ianguebil: et erit borror inspiciendbus. Huta^ 
bii ciypeuBi Stilbon Arcadiae: vocabjt Venerem galea Mar^tis. 
Galea Martis unibram conficiet: et transibit terminos furor Mer- 
curii. Nudabit ensem Orion ferreus. Vexabit nubes Phoebus 

> aequoreus. Exibit Jupiter licitas semitas: et Venus deseret sta- 170 
tutas lineas. Saturni sideris livor pluendo corruet, et falce re- 
curva mortales perimet. Bis senus numerus domorum siderum, 
deflebit hospites ita (ranscurrere. Omittent Geinini complexus 
stilitos, et urnam in fontes provocabunt. Pensa Librae oblique 
pendebunt, donec Aries recurva sua cornuä supponat. Cauda 175 
Scor|>ionis procreabit fulgura, et Cancer cum Sole litigabit 
Ascendet Virgo dorsum Sagittarii, et ilores virgineos ofTuscabit. 
Currus Lunae turbabit Zodiacum: et in fletum prorumpent 
Pleiades. Oßicio jam. nulla redibunt: sed clausa janua in cre- 

* pidinibus Ariadne <lelitebit. In ictu radii exsurgent aequora : et 180 
pulvis velerum rehovabitur. Confligent venti diro sufQamine et 
sonitum inter sidera conficient. 



•H9*o»-eH 



LIBER OCTAVUS. 



Caput I. 

Cum igitur haec et alia nuilta propbetasset Merlinus, amb - 
guttäte verborum suorum astantes in admirationem commovit. 
Vortegironus vero prae ceteris admirans, et sensum juvenis, et 
vaticinia collaudabat. Neminem enim praesens aeias.produxeral, 
qui ora sua in bunc modum corani ipso solvisset. Scire igitur 5 
volens cxitum virae suae^ rogavit juvenem sibi indicare qnod 
sciebat. Ad haec .Merlinus : „Ignem fiiiorum Constantini diffuge : 
si diffugere valueris. Jam naves parant: jam Armoricanum littus 
deserunt: jam vela per aequora pandunt: petent Britanniam in- 
sulam: invadent Saxonicam gentem: subjugabunt populum ne* 10 
fandum ; sed prius le inlra turrim inclusum comburent. Male 
tue patrem e^rum prodidisti: et Saxones in insulam invitasti. . 



102 

Ifivitasti eos tibi in praesidium: et supervenerunt in tuutn sup* 
plicium. Imminent tibi duo funera: nee est promptum, ulrum 
prius vitabis. Hinc enim regnum tuum deTastabunt Saxones, 15 
et leto tuo incumbent: hinc autem applicabunt duo fratres, Au- 
relius et Ulherpendragon , qui mortem patris sui in te vindicare • 
nitenlur. Quaere tibi diffugium si poteris: cras Totonesium 
Jittus tenebunt. Rubebunt sanguine Saxonum facies: et inter- 
fccto Hengi8to Aurelius Ambrosius coronabitur. Pacificabit na- 20 
tiones: restaurabit ecclesias: sed ?eneno deficiet. Succedet ei 
germanus suus Utherpendragon : cujus dies anlicipabunlur veneno. 
Aderunl tantae proditioni posteri tui, quos aper Cornubiae de- 
Torabit/' — Nee mora, cnm crastina dies illuxit, applicuit Au- 
relius Ambrosius cum germano suo, decem miilibus militum 25 
comitatus* 



Caput II. 

y I Rumore ilaque adventus ipsius divulgato: convenerunt un- 

dique Britones, qui in tanta clade dispersi f'uerant: et societate 
concivium suorum roborati , bilariores solito efficiuntur. Con- 
vocato autem clero, inunxerunt Aurelium in regem: et scse ei 
more suo submiserunt. Cumque impetum in. Saxones fieri co- 5 
hortarentur, dissuasit rex. Nam prius Vortegirnum persequi 
affectaverat. Adeo enim propter proditionem patri illatam do- 
luerat, quod nil agere videretur, nisi eum prius vindicaret. 
Affectum itaque suum exsequi desiderans, convertit exercitum 
suum in Cambriam, oppidumque Genoreu petivit. Ditliigerat lo 
enim eo Vortegirnus, ut tutum refugium baberet. Erat autem 
oppidum iilud in natione Hergin super fluvium Ganiae, in monte 
qui Cloarius nuncupatur. üt igitur ad illud pervenit Ambrosius, 
proditionis patri ac fratri illatae reminiscens, Eldol ducem Ciau- 
diocestriae affatur: „Respico dux nobilis hujus urbis moenia, 15 
an potenint Vortegirnum protegere, quin gladii mei mucronem 
intra viscera ipsius recondam? Promeruit enim necem: nee 
tibi ignotum esse existimo ipsum eam promeruisse. homi- 
nem omnium sceieratissimum : ineffabilibus tormentis perden- 
dum! Primo prodidit patrem meum Constantinum , qui ipsum 20 
et patriam a Piclorum irniptione liberaverat. Deinde Gonstan- 
tem fratrem meum, quem ut perderet in regem promovit. Deinde 



los 

cum ipsemet versutia sua insignitus fuisset, intromisit cum 
civibus Paganos, ut eos qui fideKtati meae adhaercbant, exter- 
minaret: sed peimittente deo in laqueum, quem fidelibus suis 25 
paraverat, incautus •cecidit. Nam ut nequitiam ipsius com|)ere- 
runt Saxoiies , ejecerunt iilum e regno , quod neminem pigere 
debeai. Hlud vero dolendum esse censco, quod nefandus popu- 
lus quem nefandus iste invilavit, nobiles civesexterminavit: Ter- 
tilem patriam devastavit: sacras ecclesias deslruxit: et Christia- 30 
nitatem fere a mari usque ad mare deievit. Nunc ergo cives 
viriliter agile: et vitidicate vos prius in istum, per quem baec 
omnia mala accesserunt. Deinde verlamus arma in hostes im- 
Diinenles, et patriam ab eorüm ingluvie liberemus/* Nee mora, 
diversis macfainationibus incumbunt: moenia diruere nituntuf. 35 
Postremo, cum caetera defecissent, ignem adhibuerunt: qui cum 
aiimenlum reperisset, non acquievit adjunctus, donec turrim et 
Vorlegirnum cxarsit. 



Caput HL 

V. 2. Quod cum Hengisto Saxonibusque ejus relatum esset, in?a-^ 
sit eum timor; quia probilatem Aurelii timebat. Tanla namque 
Tirtus et audHcia viro inerat: quod cum Galliarum partes fre* 
quentaret, non erat alter qui cum illo congredi auderet. Nam 
si congressum fecisset, yel bestem ab equo prosternebat: vel 5 
hastam in frusta confringebat. Praeterea largus erat in dandis: 
sedulus in divinis obsequiis: modestus in cunctis: et super 
omnia mendacium vitans. Fortis pedes: fortior eques: et ad 
regendum exercitum doctus. Tales probitates ejus dum adbuc 
in Armoricana Britannia moraretur, f'ama assiduis volatibus in lo 
insulam detulerat. Timuerunt ergo eum Saxones, et sese trans 
Humbnim receperunt. In partibus iJlis munierunt civitates et 
oppida: nam patria illa semper refugio eis patuerat. Vicinitas 
etenim Scotiae adhibebat tutelam : quae in omne damnum civium 
imminere consueverat. Natio namque ad inhabitandum horribi^ 15 
lis, cvacuata civibus, tutum receptaculum alienigenis praestiteral. 
Siquidem Pictis, Scolis, Dacis, Norwegensibus , cacterisque qui 
ad vastandam insulam applicuerant, situ locorura admittente pa- 
tuerat. Securi ergo affuiitatis patriae, versus illam diffugerant: 
ttt si opus fuisset, sese intra cam, quasi in propria castra rece- 20 



i04 

pissent Cumque id Aurelio indicaium fuisset, audacior effectus, 
spem victoriae recepit. Ocyus ergo convocalis civibus, exerci* 
tum suum augmentavit , atque versus Aquilonares partes iter 
arripuit. Et cum nationes praeteriret, inspipiens illas desolatas, 
condolebat: maxime autem propter ecclesias usque ad solum ^5 
destructas, quibus restaurationem promittebat, si triumpho potiretur* 



Caput IV. 

V. 3. At Ilengistus cum adventum ipsius comperisset , revocata 
audacia commilitoues suos elegit, atque unumquemque inani« 
mans , hortabatur eos viriliter eis* resistere : nee congressum 
Aurelii exhorrere. Dicebat enim ipsum paucos ex Armoricanis 
Britonibus habere, cum numerus eorum ultra decem miiiia non 5 
procederet. Insulanos vero Britones pro nihilo reputabat, cum 
totiens eos in praeliis devicisset. Proinde promittebat suis 
victoriam, et ob ampliorem numerum securitatem, Aderant 
enim circiter ducenta milia armatorum. Et cum omnes hoc 

r 

modo inanimasset, ivit obviam Aurelio in campum qui diceba- lo 
tur Haesbeli, per quem ipse Aurelius transiturus erat: alfectabat 
namque et subitum et furtivum impetum facere, Britonesque non 
praemeditatos occupare. Quod tamen non latuit AureJium, nee 
idcirco distulit campum adire. Sed feslinantius ingressus est. 
Ut «ergo hostes prospexit, disposuit turmas suas: tria millia ex 15 
Armoricanis jussit equis adesse, caeteros cum Insulanis mixtim 
in aciem constituit. Demetios in collibus: Venedotos in prope 
silis nempribus locavit. Erat autem causa: ut si Saxones ad ea 
diifugerent, adessent qui obviarent. 



Caput V. 

Interea accessit Eldol dux Claudiocestriae ad regem, et ait : 
„Sola dies pro omnibus diebus vitae meae mihi sufficeret, si 
congredi cum Hengisto mihi Dens concederet. Nerope succum- 
beret alter nostrum, dum gladiis insisteremus. Reminiscor 
namque diei qua convenimus quasi pacem habituri. Cumque 5 
de concordia ageretur, prodidit omnes qui aderant, et cultris 
interlecil praeter me solum , qui reperto palo evasi. Succubu- 
erunt eadem die quadringenti sexaginta barones ac consules, 



103 

qui omnes inermes advenerant In tanto pcriculo subvectavit 
mihi Deus palum, quo defensus evasi/* — Talia refercbat El- lo 
doi. Sed Aureiius bortahatur socios totam spem in filium Dei 
ponere : bostes suos deinde audacter invadere, et pro patria una* 
nimiter pugnare. At Hengislus e contrario turmas suas compo-^ 
liebst : coroponendo praeliari docebat: docendo singulas peram- 
bulabat, ut omnibus unam audaciam pugnandi ingereret. Dispo- 15 
sitis tandem iu utraque parte cuneis, congrediuntur acies: mu- 
tuos ictüs ingeminaut: cruorem non minimum difiundunt. Hinc 
Britones: binc Saxones vulnerati moriuntur. Hortatur Aureiius 
Gbristianos, monet Hengistus Paganos: et dum talem decerta- 
tionem facerent, nitebatur semper Eldoi babere aditum congre- 20 
diendi cum Hengisto: sed non babuil. Nam Hengislus ut vidit 
suos succum])ere, ßritones vero nutu Dei praevalere: confestim 
diffugit petivitque oppidum Kaerconan , quod nunc Cunungeburg 
appellatur. Insequitur eum Aureiius: et quoscunque in ilinere 
reperiebat, vel occidebat, vei in servitutem compellebat. Cum 25 
ergo vidisset Hengistus qucd insequeretur se Aureiius, noluit 
oppidum introire: sed convocato in turmas populo, iterum prae- 
liari disposuit. Quippe sciebat, quod oppidum nequaquam Au- 
relio resisteret: et quod omne tutamen suum in gladio et hasta 
consisteret. Denique cum supervenisset Aureiius , composuit et 30 
ipse socios suos in turmas, et acerrimam ingessit pugnam. 
Porro Saxones unanimiter resistunt, et invicem letaliter vulne- 
rantur. Diffundilur sanguis utrobique: clamor morientium vivos 
in iram ducebaL Postremo praevaluissent Saxones , nisi eque- 
stris turma Armoricanorum Britonum supervenisset. Constitue- 35 
rat namque eam Aureiius, sicut in primo praelio fecerat. Su- 
perveniente ergo illa, cesserunt ei Saxones, et aliquantulum 
dilacerati, vix iterum sese consociaverunt. Acriores deinde Bri- 
tones incumbunt: et bostes unanimiter infestant. Non cessabat 
Aureiius socios monere, obviantes vulnerare , lugientes insequi, 40 
atque suos hoc modo consolari. Similiter Eldol nunc bac nunc 
iliac discurreus. infestis vulneribus adversarios suos afüciebat: 
quicquid autem ageret aestuabat semper babere copiam congre- 
diendi cum Hengisto. 



106 



Caput VI. 

V. 4. Cum itaque diversas irruptiones diversae turmae facerent, 
convenerunt forte pariler, et mutuos ictus ingeminare coeperunt. 
viros prae ceteris pugnaces, qui dum mutuos enses alter in 
allerum immitlcrent, prosiliebant ex ictibus ignes, ac si tonitma 
coruscationesque procrearent. Diu dubium fuit, utri praestantior 5 
vigor inerat. Quandoque eiiim praevalebat Eldol, et cedebat 
Hengistus; quandoque cedebat Eldol, et praevalebat Hengistus. 
Dum in hunc modum decertarent: supervenit Gorlois dux Cor- 
nubiae cum phalange cui pracerat, turmas diversorum infestans. 
Quem cum aspexisset Eldol, securior efTectus, cepit Hengistum 10 
per nasale cassidis, atque totis utens viribus, ipsum intra cives 
extraxit. Maximo igitur gaudio fluctuans, excelsa voce dicebat: 
„Desiderium meumimplevit Dens: prosternite viri obstantes Am- 
brones, prosternite. Vobis est in manu victoria: vicistis enim 
deviclo Hengisto/' Inter haec, Britones non cessant Paganos 15 
oppugnare, saepius ac saepius invadere: et cum retrocedebant, 
itcrum revocata audacia rcsistere. Nee in bunc modum quieve- 
runt, donec potiti sunt victoria. Diffugerunt itaque Saxones, quo 
Impetus quemque ducebat. Alii urbes, aiii montana nemorosa, 
alii nares petebant, At Octa, filius llengisti, cum majori multt- 20 
tudine Eboracum adivil. Eosa vero cognatus ejus urbem Alelud, 
et se cum innumeris armatis munivit. 



Caput VIL 

Ut itaque triumphavit Aurelius, cepit urbem Conani, quam 
supra memoraveram : et ibidem tribus diebus moratus est. Interea 
jussit peremptos sepeliri, vulneratos curari, fatigatos requiescere, 
et eosdem diversis levaminibus reficere. Post baec convocatis 
ducibus, decernere praecepit, quid de Hengisto ageretur. Ade- 5 
rat Eldadus Claudiocestrensis Episcopus, frater Eldol, vir sum^ 
mae prudentiae et religionis. Hie cum Hengistum coraro rege 
stantem aspexit, Jussit caeteros tacere, et in hunc modum locu- 
tus est: „Et si omnes istum liberare xonarentur , ego ipsum in 
frusta conciderem: insequerer namque Prophetam Samuelem» 10 
qui cum Agag regem Amalech in potestale tenuisset, concidit 
illum in frusta, dicens: sicut fecisti matres sine liberis, sie 



107 

faciam hodie matrem tuam sine liberis inter mulieres: sie ergo 
faciCe de Hengisto, qni alter Agag exisüt.*' Accepil ergo Eldol 
gladium, et eum duxil extra urbeni , et amputato capite ad lar- 15 
tara direxit. At Aurelius, ut erat in cunclis rebus modestus, 
jussit eum sepeliri, et cumulum terrae super corpus ejus Pagano 
more appoui. 



' Caput VIÜ. 

Deinde duxit Aurelius exerciluin suum ad Eboracum« ut 
Octam filium Hengisli expugnaret. Cumq^ue civitatem obsideret: 
dubitavit Ocia resistere, et urbem contra tantam multitudinem 
defendcre. Communicato itaque consiiio, egressus est cum no* 
bilioribus- qui secum aderant, gestans catenam in manu, et are- 5 
nam in capite: et sese regi in baec verba praesentavit : „Victi 
sunt Dei mei , Deumque tuum regnare non baesilo , qui tot no* 
blies ad te boc modo venire compellit. Accipe ergo nos et ca- 
tenam istam , et nisi misericordiam habueris , babe nos ligatos, 
et ad quodlibct supplicium voluntarie paralos.** — Motus ergo 10 
Aurelius pietate, jussit adjudicari quid in illos agendum foret* 
Cum autem diversi diversa profcrrent, surrexit Eldadus Episco- 
pus, et sententiam hoc sermonc disseruit: „Gabaonitae volun- 
tarie venerunt ad filios Israel, petentes misericordiam, et impe- 
traverunt. Erimus ergo Christiani pejores Judaeis, abnegantes 15 
misericordiam ? petunt misericordiam , misericordiam babeant. 
Ampla est insula ßritanniae, et in pluribus locis deserla. Foe- 
deratos ergo illos sinamus saltem deserta inhabitare, et nobis in 
sempiternum serviant/* Acquievit itaque rex Etdadi sententiae, 
et misericordiam de eis babuit: exemplo etiam Octae motus, 20 
venit Eosa caeterique qui diffugerant, et misericordiam impe- 
traverunt. Dedit ergo eis regionem juxta Scotiam, et foedus cum 
eis confirmavit. 



Caput IX. 

Triumphatis itaque hostibus, convocavit rex consules et 
regni principes intra Eboracum, praecepitque eis restaurare 
ecclesias, quas gens Saxonum destruXerat. Ipse vero Mctropo- 
litanam sedem illius urbis, atque caeteros Episcopatus provinciae 



108 

reaedificare incoepit. Emensis deinde quindecim diebus, cum 5 
operarios diversos in diversis locis statuisset, adiit urbem Lon- 
döniae, ciii hostilis irruplio non pepercerat. Condolens igitar 
illius excidium, revocat undique cives residuos, et eam restituere 
aggreditur. Ibidem disposuit regnum suum, legesque sopitas 
renovat, amissas avorum posscssiones nepotibus distribuii. Quae 10 
autem in tanta calamitate haeredes amiserant: largitae sunt com- 
imlitonibus ejus. Tota ipsius intentio versabatur circa regni 
restitutionem , ecclesiarum reformalion^m , pacis ac legis reno- 
vationem, justiliae compositionem. Exin pcitivit Guyntoniam, ut 
eam sicut caeteras restitueret. Cumque in restauratione ejus 15 
quae ponenda erant posuisset: monitu Eldadi Episcopi, ivit ad 
monasterium prope Kaercaradoc , quae nunc Salesberia dicitur, 
ubi consules et principes jacebant, quos nefandus Hengistus 
prodiderat. Erat ibi Goenobium trecentofum fratrum in monte 
Anibrii, qui, ut fertur, fundator ejus olim extiterat. Ut ergo 20 
locum quo defuncti jacebant ctrcumspexit , pietate motus in 
lachrymas solutus est. Postremo in diversas meditationes in- 
ductus, deliberavit apud se qualiter locum faceret memorabilem. 
Dignum namque memoria censebat cespitem, qui tot nobiles pro 
patria defunctos protegebat. 



25 



Caput X. 

y, 5. Gonvocatis itaque undique artißcibus lignorum et lapidum, 
praecepit ingeniis uti, novamque structuram adinveoire, quae in 
memoriam tantorum virorum in aevum constaret. Cumque om- 
nes ingeniis suis diffidentes, repulsam intulissent: accessit Tre- 
mounus urbis Legionum Arcbiepiscopus ad regem, et ait: „Si 5 
uspiam est qui praeceptum aggredi valuerit, Merlinus vates Vor* 
tegirni aggredietur. Quippe virum non existimo alterum in 
regno tuo esse, cui clarius sit ingenium, sive in futuris dicen- 
dis, sive in operationibus machinaudis. Jube eum venire, atque 
ingenio suo uti, ut opus quod affectas constet/^ — Cum iiaque 10 
de eo mulla interrogasset Aurelius, misit diversos nuncios, per 
diversas naüones patriae, ut inventum illum adducerent: qui 
peragratis provinciis invenerunt eum in natione Gewisseo- 
rum, ad fontem Galabes, quem solitus fuerat frequentare. Indi- 
cato autem quid vellent, illum duxerunt ad regem. Excepit eum 15 



109 

• 

rex cum gaudio, jassitque futura dicere, cupiens miranda audire« 
Cui Herlinus: „Non sunt revelanda hujusmodi mysteria, nisi 
cum summa incubuerit necessilas. Nam si ea in derisionem 
sive vanitatem proferrem, taceret spiritus qui me docct, et, cum 
opus supenreniret, recederet/* — Denique cum omnibus repuU 20 
sam intulissct, notuit rex eum infestarc de futuris, sed de ope- 
ratione praemcditata alloculus est. Cui Merlinus: ,,Si perpetuo 
opere sepulturam vir9rum decorare volueris, mitte pro Chorea 
gigantum, quae est in Killarao monle Hyberniae. Est eteuim 
ibi structura lapidum, quam nemo hujus aetatis construeret, nisi 25 
ingenium artem subvectaret. Grandes sunt lapides, nee est 
aliquis cujus virluti cedanl: qui si eo modo quo ibi positi sunt, 
circa plateam locabunlur, slabunt in aeternum/' 



Caput XI. 

Ad ea yerba Merlini solutus est Aurelius in risum, dicens: 
qualiter id fieri posset, ut lanti lapides ex tam longinquo regno 
advehcrentur , ac si Britannia lapidibus careret, qui ad opera- 
tionem sufOcerent. Ad haec Merlinus: „Ne moveas rex vanum 
risum: quia haec ahsque vanilate profero. Mystici sunt lapides, 5 
et ad diversa medicamenta salubres. Gigantes olim asportave^ 
runt eos ex ultimis finibus Africae, et posuerunt in Hybernia, 
dum eam inhabitarent. Erat aulem causa, ut balnea intra iilos 
conficerent, cum infirmitate gravarentur. Lavabant namque la- 
pides, et intra balnea difTundebant: unde aegroli curabantur. lo 
Miscebant etiam cum herbaruni confeclionibus, unde vulnerati 
sanabantur. Non est ibi lapis, qui medicamento careat.'* Cum 
hoc audissent Britones, censuerunt pro lapidibus mittere, popu* 
lumque Hyberniae praelio infestare^ si eos detinerent. Postremo 
eligitur Utherpendragon fraler regis : et quindecim miliia arma- 15 
lonim, ut huic negocio pareant. Eligitur et ipse Merlinus, ut 
ipsius ingenio et cousilio agenda tractentur. Paratis deinde na*- 
vibus, mare ingrediuntur, prosperisque ventis Hyberniam adeunt» 



Caput XIL 

Ea tempeatate regnabal in Hybernia Gillomanius , juvenis 
mirae probitatis. Hie cum audisset, quod in Hyberniam appU- 



IIQ 

cuissent Britones, collegil exercitum grandem, et eis okyiam 
perrexit. Cumque didicisset causam adventus eorum, astantibus 
arrisit el nil: »,Non niiror, si ignava gens Saxonum Britonum 5 
insulam devastare potuit, cum Briloues bruti sunt et stulU. 
Quis eteiiim hujusmodi stullitiam audivit? Nunquid roeliora 
sunt saxa Hyberniae quam Britanniae: ut regnum nostrum pro 
ipsis ad proeliandum provocelur? Armale vos viri, et defen- 
dite patriam vestram, quia dum mibi vita^inerit, non aufereut 10 
nobis etiam miuimum lapillum choreae,'* — Ulber igilur, ut 
Tidit ipsos ad praeliandum paratos, festinato agmine in eos 
irruit. Nee mora, praevaluerunt Brilones: Hyberniensibusque 
laceratis ac interfectis, Gillomanium in fugam propulerunt. Po- 
titi aulem victoria, petierunt Kiilaraum montem, lapidumque 15 
structuram adepti, gavisi sunt, et admirati. Circumstantibus 
ita cunctis, accessit Merlinus, et ait: „Utimini viribus veslris, 
juvenes: ut in deponendo lapides istos, sciatis utrum Ingenium 
Yirtuti, an virtus ingenio cedat.'^ -^ Ad imperium igitur ejus 
induiserunt unanimiler multimodis macbinationibus , et aggressi 20 
sunt choream deponere. Alii funes, alii restes, alii scalas pa* 
rayerunt, ut quod affectabant, perficerent : nee ullatenus perßcere 
valuerunt. Deficientibus cunclis, solutus est Merlinus in risum» 
et suas machinationes confecit. Denique cum quaeque neces- 
saria apposuisset: levius quam credi potest lapides deposuit: 25 
depositos autem fecit deferri ad naves, et introponi; et sie cum 
gaudio in Britanniam reverli coeperunt. £l prosperantibus ven- 
tiB applicant, sepulturasque virorum cum lapidibus apparant. 
Quod cum indicatum fuisset Aureiio, diverses nuncios per diver- 
ses partes Britanniae direxit: jussitque clerum ac populum sub- 30 
monere, submonitos vero, in montem Ambrii convenire, ut cum 
gaudio et bonore praedictam sepuituram repararent. Ad edi- 
ctum ergo illius venerunt Pontifices et Abbates, et ex unoquo- 
que ordine qui ei subditi fuerant: et cum omnes convenissent, 
instante die quae praedicta fuerat, imposuit Aurelius diadema 35 
eaptti suo, festumque Pentecostes regaliter celebravit: tribusque 
sequentibus diebus continue celebrationi vacavit. Interea hono- 
res qui possessoribus carebant, domesticis suis largitur, ut eis 
obsequii sui laborem remuneraret. Evacuatae erant duae Metro- 
polilanae sedes , Eboraci videlicet atque urbis Legionum , a 40 
pastoribus suis: quibus communi populorum consilio consulere 



111 

▼olens, concessit Eboraeum Samsoni illustri viro, summaque 
reiigiooe famoso : - urbem vero Legionum Dubricio, quem divina 
Providentia in eodem loco profuturum elegerat. — Cumque haeo 
et caetera in regno suo statuisset: praeccpit Merlino lapides 45 
circa sepulturam erigere, quos ex Hybernia asportaverat. At 
ilie praeceptis ejus obediens, eodem modo quo in Killarao 
nionte Hyberniae positi fuerant, erexit iilos circa sepulturam: et 
ingenium virtuti praevalere comprobavit. 



Caput XIII. 
V. 6. Eodem tempore Pascentius Vortegirni filius, qui in Germa* 
niam diffugerat, commovebat omnem armatum miiitem illius regni 
in AureJium Ambrosium, patremque suum vindicare volebat. 
Promittebat autem infinitam copiam auri et argenti: si eorum 
auxiJio Britanniam sibi subdidisset. Denique cum promissis 5 
suis universam juventutem corrupisset, maximum para?it nayi-< 
gium, applicuitque Aquilonaribus insulae partibus, ac eas vastare 
incoepit. Cumque illud regi nunciatum fuisset, collegit exerci-> 
tum suum, obviamque eis perrexit: atque saevientes hostes ad 
praelium provocavit. Qui ultro ad bellum venientes, commise- 10 
runt cum dvibus pngnaoi: sed volente Deo devicti fuerunt et 
in fugam compulsi. 



Caput XIV. 

Pascentius ergo in fugam proputsus, non ausus est in Ger- 
maniam redire: sed retortis velis adivit Giliomanium in Hyber- 
niam, et ab iiio receptus est. Et cum infortunium suum noti-* 
ficasset, miseratus Gillomanius, pactus est ei auxiiium: conque- 
rens de injuria quam Uther Aurelii frater sibi intulerat , dum 5 
gigantum choream perquireret. ConOrmato tandem inter ipsos 
foedere, paraverunt sibi na?es, et ingressi sunt eas, et in Me- 
neviam urbem applicuerunt. Quo divulgato, UtherpendragoD 
excitata armatorum copia in Cambriam ivit, ut cum eis pugna- 
ret. Frater etenim ejus Aurelius in Guyntonia urbe raorbo gra- 10 
vatus jacebat, nee poterat ipse adire. Cumque id Pascentio et 
Gillomanio, Saxonibusc^e qui aderant compertum fuisset, gavisi 
sunt Talde: quia existimabant propter ejus infirmitatem regnum 



112 

Britanniae leviter subdendum. Et dum murmuratio inde per 
populos Geret: accessil unus ex Saxonibus, nomine Eopa, ad 15 
Pascentium, et ait: „Quibus donariis dilabis honiinem, qui Au- 
relium Ambrosium tibi interficiet?'' — Cui Pascentius: ,,0 si 
quempiam reperirem cui hoc in animo staret, darem illi mille 
argenti libras,.familiarilemque meam dum viver^m: et si for- 
tuna permiserit ut regni diademate poliar, illum faciani centu- 20 
rionem, idque juramento 6oi)firmabo/' — Ad haec Eopa: „Di-' 
dici linguam Britannicam, moresque bominum scio: in medica 
arte peritus. Si igitur ea quae promittis, executus fueris mibi: 
Ungarn me Gbrislianum esse et Britannum: et quasi medicus 
praesentiam r^is nactus, ei i)otionem qua obibit conficiam. Et 25 
ut citiu» aditum reperiam, me monachum religiosissimum et 
omni dogmate eruditum fingam.'' -^ Cumque lioc promisisset, 
pepigit foedus Pascenlius cum illo, et ea quae spoponderat, ju^ 
ramento confirmavit. Rasit igitur Eopa barbam suam, capiteque 
tonso, monacbalem cepit habitum: et medicamentorum suorum 30 
vasis oneratus, iter Guyntoniam versus arripuit. Urbem poslre* 
mo ingressus , obtulit . obsequium suum clientibus regis et gra-^ 
(iam in oculis eorum invenit. Nibil enim desiderabilius expecta- 
banl quam medicum. Exceplus itaque, et in praesentiam regis 
duclus, promisit se redditurum ei sanij,atem, si potionibus suis 35 
foveretur. Nee mora, potionem conficere jussus, subniiscuit 
venenum, regique porrexit. Quod cum cepisset Aurelius et 
hausisset, jussus est confestim a nefando Ambrone sub cooper- 
torio suo delitere, atque obdormire: ut magis potio detestanda 
operaretur. Paruit ilJico rex monitis iJlius proditoris-, et quasi 40 
Sanitätern recepturus'^ obdormivit. Nee mora , illabente veneno 
per porös corporis et venas, consecuta est inde mors soporem, 
quae nemini parcere consuevit. Interea nefandus proditor ille, 
inter unum et alium elapsus^ in curia nusquam comparuit. Haec 
dum Guynloniae agerentur, apparuit Stella mirae magnitudinis 45 
et claritalis, uno radio contenta: ad radium vero erat globus 
igneus in similitudinem draconis extensus, et ex ore illius pro- 
cedebant duo radii , quorum unus longitudinem suam ultra Gal* 
licanum clima videbatur extendere, alter vero versus Hybernicum 
mare vergens, in septem minores radios terminabatur, ^0 



113 



Caput XV. 



VI. 1 Äpparente vero praefato sidere , perculsi sunt omnes roetu 
et admiratione qui illud inspiciebant. Uther etiam frater regis, 
liostiiem exercituni in Cambriam ducens, non minimo terrore 
perculsus, quosque sapientes adibat, ut quid porlenderet Stella 
notificarent. Inter caeteros jussil vocare Merlinum : nam et ipse 5 
in exercitum venerat, ut consilio ipsius res praeliorum tracta- 
rentur. Qui ut in praesentiam regis ductus astitisset, jussus 
est sideris cnucleare significationem. Hox ille in fletum erum- 
pens, revocato spirilu exciamavit et dixit: „0 damnum irrecu- 
perabile ! orbatum populum Britanniae ! nobilissimi regis 10 
migrationem ! Defunctus est inclytus Britonum rex Aurelius 
Ambrosius: cujus obitu obibimus omnes, nisi Deus auxilium 
subvectet. Festina ergo, dux nobilissinie Uther, festina, et con* 
flictum cum bostibus facere ne differas: victoria tibi in manu 
erit: et rex eris lolius Britanniae. Je enira sidus istud signi- 15 
licat, et igneus draco sub sidere. Radius autem, qui versus 
Gallicanam plagam porrigitur, portendit tibi filium futurum 
potentissimum , cujus potestas omnia regna habebit quae prote- 
^i. Alter radius (iliam signiticat, cujus filii et nepotes regnum 
Britanniae successive habebunt.*' 20 



Caput XVI. 

At Uther in dubio existens an verum protulissct Merlinus, in 
hostes ut tamen coeperat, progreditur. Advencrat namque prope 
Heneviam, ita ut iter medietatis diei restaret. Cumque adven- 
tus ejus Gillomanio et Pascentio, Saxonibusque, qui aderant, 
relatus fuisset: egressi sunt ei obviam ut cum ipso congrede- 5 
rentur. Porro ut sese adinvicem conspexerunt , agmina sua in 
ulraque parte statuerunt, cominusque accedentes pugnaverunt: 
pugnanCes autem interficiuntur milites hinc et inde, ut in tali 
eventu fieri solet. Denique cum multum diei praeterisset, prae- 
valuit Uther: interfeclisque Gillomanio et Pascentio, triumpho 10 
potitus est. Fugientes itaque Barbari, festinaverunt ad naves 
suas: sed fugiendo a persequentibus civibus trucidabantur. Ces- 
sit prorsus victoria duci, favente Christo, qui post tantum labo- 
rem, quam citius potuit, regressus est Guyntoniam. Advenerant 

Monmouth Hist. ed. San-MarU. 8 



114 

namque nuncii, qui regis casum indicaverant, ipsumque jam ab 15 
Episcopis patriae sopultuni esse prope Coehobium Ambril, intra 
choream gtgantum, quam vivens fieri praeceperat. Audilo eie- 
nim ipsiius ohilu, coiivcnerant in urbcm Guynloniam Pontifices 
et Abbates, atque totus clenis ejusdem provinciae, et ut tantum 
flecehat regem fünus ipsiiis procuraverunt. Et qiiia vivens ad- 20 
hiic prafeceperat, ut in coemeteno quod ipse paraverat sepelire- 
tur, (ulerunt corpus ejus eodem, atque cum regalibus exequiis 
humaterunt. 



Caput XVII. 

VI. 2 Ät üther frater ejus, convocato rcgni clcro, cepit diadema 
insulae : anmienlibusque cunctis subJimatus est in regem. Remi- 
niscens autem exposifionis, quam Merlinus de supradicto sidere 
fecerat: jussit fabricari duos dracones ex auro, ad draconis 
similitudinem, quem ad stellae radium inspexeral. Qui ut mira 5 
arte liibricati fuerunt: oblulit ^mum in ecclesia primae sedis 
Ouyntoniae: altcrum vcro sibi ad fercndum in praelia dclinnit. 
Ab illo ergo die vocatus fuit Ulberpendragon: quod ßritanniea 
lingua cfiput draconis appellamus. Idcirco banc appelIalionei)i 
recepil: quia Merlinus cum in regem per draconem propbetavcral. iO 



Caput XVIII. 

Intcrea Octa Hcngisti fiiius atque Eosa cognatus ejusj cum 
solnli cssent a foedere quod Aurelio Ambrosio pepigerant, mo- 
lili feunt inferre inquietudidem regi, atque nationes ejus dilace- 
rarc. Associabant namque sibi Saxones quos Pascenlius con- 
duxerat: nunciosque suos propter caeteros in Germaniam diri- 5 
^ebant. Maxiitia itaque multitudine slipatus, Aquilonares provin- 
das invasit: nee saeviliae suae indulgere quievit, dornte urbes 
et promöntorla ab Albania usque ad Eboracum destruxit. Postre- 
iuo cum urbem incepisset obsidere: supervenit Utherpendragon 
cum tolä regni fortitudine: et cum illo praeliatits est. Restite- 10 
runt viriliter Saxones, fet irruptiones Britonum forllter tolerantes, 
ipsos in fugam propulerunt. Victoria auteni potiti insecuti sunt 
eos caedentes usque ad montem Damen, dum sol diem starc 
permiltebäl. Erat aulem mons ille arduus, in cacuminc cory- 



II» 

lelum habcns , in medio yero saxa praeropta latebris ferarum 15 
hakiiia. Occupaverunt auleni eum Britones toUque nocte intra 
saxa et corylela cominanseruiit. ^At cum Arctos leinenem ver- 
tere coepil: praecepit Uther consules suos atque principes ad 
se vocari, ut consilio eorum traclarct, qualiter in hostes irru* 
ptioneni facerent. Convenerunl ocyus cuncti in praesenlia regis: 20 
jussitque ilicere quid consiJiarenlur: et Gorloi duci Cornubiae 
priinuno senlentiam siiam proierre piaeceperunt. Erat enim 
magni consilii et aetalis malurae. „Non opus est (inquit) am- 
bagibus vanis aiit sermonibus , dum adbuc noctem astare eon- 
spieimus. Utendum vobis est audacia et foiiitudine, si vila et 25 
libertate frui diutius volueritis. Magna est Paganonim multitudo 
et pugnandi avida: nos vero raribres existimus. Si autem diem 
supervcnire expectaverimus : non censeo nobis utile, ut cum eis 
congrediamur. Eia ergo, dum.tenebrue durant, densatis tarniis 
desccndamus ipsosque intra casti^ sua subilo impetu invadamus. 30 
Nam dum nihil baesilaverint, nee nos venturos hoc modo existi- 
maverint: si unanimiter irruentes usi fuerimus audacia, triumpbo 
sine dubio poliemur/' — Placuit regi, omnibusque illius sen- 
tentia: monitisque ejus paruerunt. Staluii namque per turrnas 
et armati, liostinm castra pctunt, et unanimi aflfectu in ipsos 35 
irruere proponuht. At dum prope incederent, compererunt vigi- 
les eorum adventuni , qui soporatos socios sonilu lituorum cvi* 
gilaverunt. Tmbali ilr»qüe Jjostes, et stupefacti^ partim armara 
sese festiuant, partim formidiue praeoccu))a(i, quo impetus duce* 
bat, discurrebaiit. At Britones, densaiis incedentcs lurmis, ocyus 40 
adeunt caslra et irtvadunt : r« pertoque aditu, nudatis ensibus in be- 
stes concurrunt. Qui ila ex improviso occupati, non virililer reddi- 
derunt praelium: cum cäeteri andaciani cum pracmeditatione 
recppissenr. Porro Dritoiies acriter irrucrc inlendunt, Irucidare 
conanlur: et Paganos ad milia interiiciunt. Denique capti sunt 45 
Octa et Eosa, et Saxohcs penilus dissipati. 



Caput XIX, 

Post illam vero vSetoHam, petivit urbem Alclud , protio- 

ciaeqnc ilÜ disposuit: p«cemque ubique renovavit: circuivit 

etiam oirtnes Scoloiiim naliones, rebellernque popuJum a fel*itale 

sua deposuil: l^nfarti namque justitiam exeiTcebat per pairift«^ 



8 



116 

quantam alter pi^aedecessorum suoram non fecerat. Tremebaiit 5 
ergo in diebus ejus quicuiique perverse agebant, cum sine mi- 
sericordia pleclerentur. Denique pacificatis Aquilonaribus pro- 
yinciis, ivit Londonias : jussilque ibidem Octam atque Eosam in 
carcere servari* Festo etiam paschali siiperveniente: praecepit 
proceribus regni in eandem urbem convenire, ut sumpto diade- 10 
mate tantum diem cum honore celebraret. Paruerunt ergo 
cuncti, et diversi ex diversis civitatibus venientes, instante festi- 
vitate convenerunt. Celebravit itaque solennitatem rex ut pro- 
posoerat: et gaudio com proceribus suis indulsit. Laetiliam 
agebant cuncti: quia ipsos laeto animo rex receperat. Advene- 15 
rant namque tot nobiles cum conjugibus et filiabus suis, laeto 
convivio digni. Aderat inter caeteros Gorlois dux Cornubiae, 
cum Igerna conjuge sua, cujus pulcbritudo mulieres omnes to- 
tius Britanniae superabat. Cumque inter alias inspexissel eam 
rex, subito amore illius incaluit : ita ut postpositis caeteris , to- 20 
tarn inlentionem suam circa eam verteret. Haec sola erat cui 
fercula incessanter dirigebal : cui aurea pocuia familiaribus inter- 
nunciis mittebat. Arridebat ei multotiens, jocosa verba inter- 
serebat. Quod cum comperisset maritus ejus, confestim iratus 
est, et ex curia sine licentia recessit. Non affuit qui eum re- 25 
vocare quivisset, cum id solum amiltere tiraeret, quod super 
omnia diligebat. Iratus itaque Uther, praecepit ei redire in 
euriam suam ut de illata injuria rectitudinem sumeret ab eo: 
cui cum parere dilTugisset Gorlois, admodum .iratus est rex, 
juravitque Jurejurando , se vastalurum regionem ipsius , nisi ad 30 
satisfactionem festinaret. Nee mora, praedicta ira inter eos 
manente, coilegit exercitum magnum rex, petivitque provinciam 
Cornubiae, atque ignem in urbes et oppida accumulaviu At 
Gorlois non ausus est congredi cum eo , quia ejus minor erat 
armatorum copia. Unde praeelegit muuire oppida sua, donec 35 
auxilium suum ab Hybernia impetrasset: et cum magis pro uxore 
sua quam pro se ipso anxiaretur: posuit eam in oppido Tinta- 
gol in liltore maris, quod pro tutiori refugio babebat. Ipse 
vero ingressus est castellum Dimilioc, ne si infortunium super- 
venisset, ambo simul periclitarentur. Cumque illud regi nun- 40 
ciatum fuisset, ivit ad oppidum in quo erat Gorlois, et illud 
ofesedit, omnemque aditum ipsius praeclusit. Emensa tandem 
hebdomadaj reminiscens amoris Igeruae, dixit cuidam familiari 



117 

suo, nomine Ulfin de Ricaradoch: „Uror amore Igernae, nee 
gaudium habere, nee periculum corporis nici evadere me existi- 45 
mo, nisi ea potitus fuero. Tu ergo adhibe consilium quo vo- 
luntatem meam expleam, aut aliter internis anxietatibus interibo«^^ 
— Ad haec Ulfin: „Et quis tibi consiliari valuerit: cum nulla 
vis decedere queat, qua eam inter oppidum Tintagol adeamus? 
Elenim silum est in mari, et uudique circuinclusum ab ipso, 50 
nee est inlroitus alter, nisi quemangusta rupes praebeat : ipsum 
tres arniati miiites prohibere queunt: licet cum toto regno Bri- 
tanniae astiteris. Attaraen si Merlinus vates operam insisteret 
dare: arbitror te posse consilio ips-ius desiderio tuo potiri.*' — 
Credulus itaque rex Merlinum vocari jussit: nam et ipse ad ob- 55 
sidionem venerat: Vocatus confestim Merlinus, cum in praesen* 
tia regis astitisset, jussus est consilium dare, quo rex deside- 
rium in Igerna expIereL Qui comperta anxietate quam rex pa- 
tiebatur, pro ea commotus est super tanto amore ipsius et ait: 
„Ut voto.tuo potiaris, utendum est tibi novis artibus et tempore 60 
tuo inauditis. Scio medicaminibus meis dare figuram Gorlois, 
ita ut per omnia ipse videaris. Si itaque parueris, faciam te 
pi*orsus simulare eum : Ulfin vero Jordanum de Tintagol famiiia* 
rem ejus. Alia autem specie sumpta, adcro tertius, poterisque 
tuto oppidum adire ad Igernam, ac aditum habere/' — Paruit 65 
itaque rex, diligentemque aniraum adbihuit. Postremo commissa 
familiaribus suis obsidione, se Merlini medicationibus commisit, ' 
et in speciem Gorlois transmutatus est. Mutatus est et Ulfin in 
Jordanum, Merlinus inBricelem: ita ut nemini quod fuerantcom- 
parerent: deinde aggressi sunt yiam versus Tintagol , et cum 70 
crepusculo ad oppidum venerunt. Indicato ocyus janitori quod 
consul adveniret, apertae sunt januae, et intromissi sunt viri. 
Quis enim alius accessisset, cum ipse Gorlois reputaretur adesse ? 
Mansit itaque rex ea nocte cum Igerna, et sese desiderata Ve- 
nere refecit. Deceperat namque illam falsa specie quam 75 
assumpserat: deceperat etiam ficiitiis sermonibus, quos ornate 
componebat. Dicebat enim se egressum esse ab obsesso oppido, 
ut sibi tarn dilectae rei atque oppido disponeret: unde ipsa cre- 
dula nihil quod poscebatur abnegavit. Concepit itaque eadem 
Docte celeberrimum illum Arturum , qui postmodum ut celebris 80 
esset, mira probitate promeruit. 



118 



Caput XX. 

VI. 3 Interea cum comperluin esset per obsidionem, regem noii 
adessc: exercilu« ejus inconsuUe agcns, muros diruere conatur: 
et obsessum comitem ad praclium provocare. Qui etiam incon- 
suUe faciens, egressus est cum commilitonibus suis, arbitrans 
parta manu tot armatis se posse resistere: pugnantes ergo biuc 5 
et jnde inter primos interfectus est Gorlois, et socii ejus dissi- 
pati. Captum est quoque oppidum quod obsedcrant, et opes 
intus repertae non aequa sorle divisae. Nam ut cuique admi- 
ntslrabat fortuna et forlitudo, rapaci ungue rapiebat. Peracta 
iandem hujus facti audacia: venerunt nuncii ad Igcrnam, qui et 10 
ducis necem, et ohsidionis evenlum indicarent« Sed cum regem 
in specie consulis juxta eam residere inspexisscnt, erubescehtes 
adniirabantur ipsum, quem iu obsidione interfectum deserueranl, 
ita incolumem pervenisse. Nesciebant enim quae medicamenla 
Merlinus confecerat. Ad tales ergo rumores arridebat rex, at- 15 
que cum bis verbis Comilissam amplexabcdur: „Non equidcm 
iriterfecClis sum: sed ut vides, vivo: doleo tarnen oppidi mei 
destructidneni, sociorumque meorum caedem : unde nobis timen- 
dum est, ne superveniat rex: et nos in oppido isto intercipiat. 
Ibo (^rgo prius ei obviam, et nie cum ipso paeificabo, ne nobis 20 
delerius contingaf — Egressus itaque petivit exercilum suum, ^ 
' et exuta specie Gorlois in LKberpendragon rediit. Cumque 
omneUi (ivetitum didicissc^t, ob caedem GoHois dohiit: sed ob 
Igernam a maritali copula solutam gavisus est. Reversus ilaque 
ad oppidum Tintagol, cepit iliud. Cepitque fgcrnam et voto 25 
suo politus est. Commanserunt deiiide pariter non niinimo 
ainore ligati: progenuerunlquc iiiiüni et iiliam. Fuit aulcm DIU 
nomen Arturus, liliae vero Anna. 



Caput XXL 

Cumque dies et tenipora praelerissent , occupavit infirmilas 
regem; eumque multis diebus vexavit. Interim vero custodes 
carceris, in quo Octa dtque Eosa (quos süpra memoravi) taedio- 
sam vilani ducebant, dtfl'ugcrant cum eis in Germaniam, terro- 
remque per regnum inlulcrant. Asserebat/uamque rumor, ijisos 5 
jam commovisse Germaniam, classenique maximam paravisse in 



110 

exiüum ipsulae redilqros: quod et fiicluin est. Redicruiit enim 
cam maxima elasse sociisque innumerabilibus » et partes Alba- 
nine iiigressi, civitated atque cives igne ac caede alTecerunt. 
Committitur itaque exercilus Britanniae Lot de Londonesia , ui lo 
hosles lougius arceret. Erat aiitern cotisul ille Leir, eques stre- 
nuissimus, sapieniia et aetate niaturus. Probitale ergo i|>sius 
acclamante, dederat ei rcx fiiiam siiam Aunain, regnique sui cu^ 
ram, dum infirmitali subjaceret. Hie cum in hostes progressus 
esset, multotiens repuisus est ab eis, ita ut sese inli*a civitales 15 
reciperet: saepius autera fugabat atque dissipabat illos, et nunc 
ad nemora nunc ad naves diffugere cogebat. Fuit inter eos 
praeliorum dubia deccrtalio, ita ut nesciretur utri victoria pro- 
veniret. Superbia enim civibus nocebat: quia dcdignabautur 
consulis praeceptis obedire. Uude debiliores exeunles nequi* 20 
baut imniinentes hostes superare. 



Caput XXII. 

Vastata ita fere insula, cum id regi dunciai*etur, ultra quam 
iuGrmitas expetebat iratus est: jussitque eunctos proceres mo* 
venire, ut ipsos de superbia et debilitate sua corriperet. Et 
cum omnes in pracsentia sua conspexisset : conticia com msü* 
gantibus vorbis intuiit, juravitque quod ipscmet eos in hostes 5 
conduceret. Praecepit itaque fieri sibi feretruihi quo asportare* 
lur, cum ingressuni aiterius modi abnegaret inHrmitas. Praece* 
pit eiiam eunctos {Kiratos esse, ut cum opportuniias accidel'et, 
in inimicos progrederentur. Nee mora; paralum est feretrum: 
parati sunt omnes, diesque opportunus inslabat. 10 



Caput XXill. 

Introposilo itaque rege, Veroiamium perrexeruni, ubi prae- 
dicti Saxones Universum populum ailQigebant. Cunique cdocti 
esseilt Octa et Eosa adventum Britonum, regeraque in feretro 
advectum, dedignati sunt cum eo praeliari, quia in vehicuio 
advenerat. Ajebant enim ipsum semimorlilum esse, nee taA(o6 5 
viros cum hujusmodi liomine pugnare decere. Receperunt ita*- 
que sese intra ur])em: et valvas, quasi nihil timentes, deserire^ 
runt aperlaS;. At Uther, c«m id sibi relatufh fuisset: jussit ocyus 



]20 

obsidere civitatein, ac moenia undique inTadere. Paruerant 
ilaque cives, 6t urbem obsederunt, moeniaque inYaserunt. Sira- 10 
gern aulem Saxonibus dantes, fere diruUs muris ingressi sunt: 
njsi Saxones ad ultimum resislere incoepissent. Praevalentibus 
namque civibus, piguerat eos incoeptae snperbiae: unde se de- 
fendere instiluerunt. Scandentes itaque muros omniroodis telis 
Britones repellebant. Denique cum ulrinque decertarent: su- 15 
pervenit nox, quae singulos ab armis ad quietem iovilavit. 
Quietem desiderabant multi: plures vero consiiium quo adver- 
sarios suos perdercnt. At Saxones cum inspexissent superbiam 
suara sibi nocuisse, Britones vero triumpbasse: proposue- 
runt cum diluculo egredi, inimicosque suos ad campestre prac- 20 
lium provocare: quod factum est. Nam ut diem protulit Titan, 
dispositis catervis egressi sunt, ut propositum exequerentur 
suum. Quod videntes Britones, diviserunt milites suos per 
turmas: atque obviam venientes prius invadere coeperunt. Re- 
sistunt ilico Saxones: invadunt Britones, et nuUuam caedem 25 
utrobique conficiunt. Postremo cum multum praeteriisset diei: 
cessit Victoria regi Britonum, interfectisque Octa et Eo6a, terga 
dederunt Saxones. Tanta inde laetitia cepit regem, ita ut cum 
prius sine juvamine alterius sese erigere nequiret, levi cona- 
oiine erectus, resedit in feretro, ac si subitam sanitatem rece- 30 
pisset. Solutus etiam in risum , bilari voce in bunc sermouem 
prorupit: „Vocabant me Ämbrones isti regem semimortuum, 
quia infirmitale gravatus in feretro jacebam. Sic equidem eram. 
Malo tamcn semimortuus ipsos superare, quam sanus et incoiu* 
mis superari, sequenti vita perfuncturus. Pra.estantius euirn est 35 
mori cum honore, quam cum pudore vivere.** 



Caput XXIV. 

Devicti autem Saxones, non idcirco a malitia sua destite- 
runt: sed Aquilonares provincias ingressi, pöpulos incessanter 
infestabant. Quos Uther rex (ut proposuerat) alfectabat insequi: 
sed dissuaserunt principe» , quia eum gravior infirmitas post 
victoriam occupaverat. Unde audaciores insistentes hostes, odi- 5 
nibus modis regnum subdere nituntur. Proditioni etiam solitae 
indulgcntes, macbinantur qualiter regem dolo interficerenU El 
cum alter aditus defecisset, statuerunt eum veneno perdere: 



121 

V 

quod factum est. Nam cum in urbe Verolamia jacerel, dirextsu 
runt in paupere cuitu legatos, qui statum curiae addiscerent: lo 
qui com totum didicissent, inter caetera compererunt unum» 
quod proditioni ipsias praeelegerunt Erat namque prope aulam 
fons nitidissimae aquae, quam rex solitus fuerat polare, cum 
caeteros Jiquores propter inGrmitatem abhorreret. Fontem nam* 
que aggressi sunt nefandi proditores, ipsumque undique vencno J5 
infeccrunt, ita ut manans aqua tota corrumperetuK Vi ergo 
potayit rex ex ea, feslinae mor(i succubuit. Succubuerunt etiam 
centum boraines post illum, donee comperta fraude, cumulam 
terrae superposuerun(. Cum autem obitus regis divulgalus fuis- 
set, advenerunt pontifices cum cJero regni : tuieruntque corpi^s 20 
ejus ad Coenobium Ambrii: et iotra choream gigantum juxta 
Aurclium Ambrogium regio more humaveruuU 



-Ha4<ö)i-eH — 



LiBER NO IN US. 



Caput I. 



VII. Defunclo igilur Utherpendragon , convenerunt ex diversis 
'' provinciis proceres Britonum in civitatem Cilceslriae : Dubriclo 
urbis Legionum Archiepiscopo suggerentes, ut Arturum filium 
regis in regem consecraret. Angebat enim eos necessitas: au- 
dito namque praedicti regis obitu, Saxones concives suos ex 5 
Germania invitaverant: et duce Co]grino ipsos exterminare nit£- 
bantur. Subjugaverant eliam sibi totam partem insulae, quae a 
flumine Humbri, usque ad mare Catanesium extenditur. Dubri- 
cius ergo calamitatem patriae dolens, associatis sibi Episcopis 
Arturum regni diademate insignivil. Erat autem Arturus quin- 10 
decim annorum juvenis, inauditae virtutid alque liberalitatis: ia 
quo tantam gratiam innata bonitas praestiterat , ut a cunctis 
fere popuiis amaretur. lusignibus ergo regiis iniliatus, solitura 



122 

morem servans, largitati indulsit. Confiuebat ad eum tanta mul- 
litudo miliUim, ut eis quoil dispensaret, deßcereL Sed cui 15 
naturalis inest largilio cum probitale, licet ad lempus indigeai, 
nullaleous (amen continua pauperlas ei nocebit. Arlurus ergo 
quia in illo probilas largilioncm comilabatur: staluit Saxones 
inquietare, ut eonim opii)US quac sihi famulabatur ditarct fami- 
liam. Commonebat e(i»m iilud reclitudo, cum totius insulae 20 
monarcbiaiti debueral haereüilario jure obtinere. Coilecla deinde 
sibi subdita juventule, Eboracum pctivit. Cumque id Colgrino 
comperlum esset, collegit Saxones, Scotos et Pictos, venitque 
ei obvius cum multiüuline maxima, juxla ihimen Duglas: ubi 
i>clo congressu, utriusque exercitus in majori parte peric]i(atiis 25 
est. . Victoria tarnen polilus Arturus, Colgrinum fugientem in- 
scculus est: ingn^ssumqiie inlra Eborarnm obsedit. Audita ita- 
que fralris sui fuga Balduipbus, cum sex millibus virorum obsi- 
dionem pctivit, ut ipsum inclusum liberarct. Erat autem tunc 
ipsc, quando fraler pugnaverat, expectans adventum Cheldrici 30 
ducis juxta maritima, qui eis ex Germania in auxilium venlurus 
erat. Cum itaque esset spatio decem milJiariorum ab urbe, sta- 
tuit nocturnum iter arripere, ut furlivam irruptionem faceret 
Quod edoctus Arturus, jussit Cadorem ducem Cornubiae cum 
sexcentis equitibus et tribus miliibus pedilum eadem nocte ilii 35 
obviare. Qui viam qua bostes pracieril}ant nactus, inopinuni 
impetum fecit: dilaceratisque atque interfectis Saxonibus fugam 
i'acere coegit. Qui ultra modum anxius, quod fratri suo auxi- 
lium subvectare nequiret: deliberavit apud se qualiter colloquio 
ipsius frueretur. Existimabat enim aditum salutis utroiumque 40 
consitio macbinari posse: si illius praesenliam adire quivisset. 
Cum ergo aUerius modi atlilum non baberet: rasit capillos suos 
ei barbam , cultumque joculatoris cum cythara cepit. Deinde 
intra castra deambulans, modulis quös in iyra componebat, sese 
cytbaristam exbibebat. Cumque nulü suspectus esset, accessit 45 
ad rooenia urbis paulalim ceptam simulationem faciens. Posire- 
mo cum ab inciusis compcrtus esset, tractus est funictilis intra 
muros, et ad fratrem conductus. Ex tunc viso germano, oscu- 
lis et amplexibus desideratis sese refecit. Denique cum post 
uiuliimodas deliberationes , in desperationem egrediendi incidis- 50 
8ent, remeabant jam legati ex, Germania, qui duce Chddrico 
scxcentas naves milile forti oneratas in Albaniam cooduxerant 



123 

Quo audito, dissuaseruiit comiliarü sui ArUiio obsidionenl diu- 
tius teuere, ue si (anla mulliUulo hostium »upervenisset, dubium 
Gertanien conimiUcrent. 55 



Caput IL 

Paruit igilur Arturus domeslicorum suorum cont^ilio, el 
sese intia urbem Londoniarum recepit. übi convocato clero et 
totius poteslatis suae priinalibus, consilium quaeril, quid opli- 
inum, quidve saluberrimum contra Paganorum irruprionem face- 
rcl. Communi tandem assensu illalo, millunlur Armoricam 5 
lu^ncii ad regem Hoelura, qui ei calamilatem Brilanniae nolifw 
carent. Erat autein Hoelus lilius sororis Arfuri ex Dubricio 
rege Armoricanorura Britonuin generalus. ünde audila inquie-» 
talioiic quae avunculo ingerebatur, jussit navigium suuni parari^ 
colleclisque quindecim niiJlibus armatorum, proxiino ventoruin 10 
flatu ad portum Hamonis applicuit. Excepit eum Arturus quo 
bonore decebal, mutuos aniplexus saepissime inneclens. 



Caput. III. 



VII. Euiensis postmodum paucis diebus , urbem Kaerliudeoit pe- 
tunt a Paganis, quos supra niemoravi, obsessam: baec autetn in 
Liudiseiuensi provincia iuler duo flumina super montem locata« 
alio nomine Lindocolinum nuncnpalur. Ut igitur cum omni 
muliiludine sua eo venerunt, praeliati sunt cum Saxonibus, in- 5 
auditam caedem inferenles. Ccciderunt namquc ex eis ea die 
sex milia, qui partim iluminibus submersi, partim teils percussi 
vitam aniiserunt. ünde caeleri stupefacti, relicta obsidione fu- 
gerunt: quos Arturus inscqui non cessavit, donec in nemus 
Calcdonis venerunt. Ibi undique ex ftiga tonfluenle« , conati 10 
sunt Arturo resistere. Conserlo itaque praelio, stragem Brito- 
nibus faciunt, sese viriliter defcndentes. Ibi etenini arborum 
auxiiio, tela Britonum vitabant. Quod Arturus intuens, jussit 
arbores circa illani partem nemoris incidi , et truncos ita in 
circuitu locari, ut egressus eis abnegarelur. Volebat nomqae 15 
illos inciusos tamdiu obsiderc, donec fame interirent. Quo 
faclt) jussit turmas anibire nemus , mansilque. Iribus diebus ibi* 
dem. Cum igitur Saxones quo vestcrentut* iudigerent, no »u* 



124 

bita fame perirent, petierunt eo paclo egressum, ul relicio omni 
auro et argenlo, cum solis navibus in Germaniam redire sine- 20 
rentur. Promiserunt quoque se daluros ei tributum ex Germa- 
nia, obsidesque inde mansuros. Tunc Arturus (|uaesilo consilio, 
eorum pelilioni acqiüevit. Retinuit namque ipsorum opes, red- 
dendique vcctigalis obsidcs, solumque abscessum largitus est. 
Gumque illi in redeundo domum aequora sulcarent, piguit per- 25 
actae paclionls, retortisque velis in Britanniam red'ierunt, et 
Tolonesium liltus adiverunt. Nacti deinde patriam tellureni us- 
que ad Sabrinum mare depopulantur, colonos letiferis vulneri- 
bus afficientes. Inde arrepto itinere versus pagum Badonis, 
urbem obsidenl. Idque cum regi nunciatum esset, admirans 30 
ultra modum ipsorum facinus, jussit fieri Judicium de illprum 
obsidibus brevi mora suspendendis. Praetermissa eliam inquie- 
tatione, qua Scotos et Pictos opprimere incoeperat, obsidionem 
dispergere festinavit. Maximis vero angustiis est .crucialus, 
quoniam Hoelum nepotem suum morbo gravatum in civitatem 35 
Alelud deserebat. Postremo Sumersetensem provinciam ingres- 
sus, Visa cominus obsidione, in haec verba locutus est: „Quo- 
niam impiissimi atque invisi nominis Saxones fidem milii dedi- 
gnali sunt servare: ego fidem Deo meo conservans, sanguinem 
concivium meorum in ipsos hodie vindicare cQnabor. Armate 40 
vos viri, armate, et proditores istos viriliter invadite, quos pro- 
culdubio auxiliante Christo triumphabimus/' 



Caput IV. 

Haec eo dicente, sanclus Dubricius urbis Legionum Archie- 
piscopus, ascenso cujusdam montis cacumine, in Imnc modum 
celsa voce exciamavit: „Viri Ghristiana professioue insignili, 
maneat in vobis concivium vestrorum pietas et patriae, qui pro- 
ditione Paganorum exterminali, vobis sempilernum erunt oppro- 5 
brium, nisi ipsos defendere institeritis. Pugnate ergo pro patria 
vestra, et mortem si supervenerit pro eadem nitro patimini: 
ipsa enim victoria est, et animae remedium. Quicunque etenim 
pro confratribus suis iuterierit, vivam hostiam se praestat Deo, 
Christumque insequi non ambigitur, qui pro fratribus suis ani- 10 
mam suam dignatus est ponere. Si aliquis igitur vestrum in 
hoc hello mortem subierit, fiet ei mors illa omnium delictorum 



125 

suoram poenitentia et absolutio , dum edm hoc modo recipere 
non dtffugerit/* — Nee mora: viri beati benedictione bilariti 
festinavit quisque armare se, et praeceptis ejus parere: ijise 15 
vero Arturus lorica tanto rege digna indutus, auream galeam 
simulacro draconis insculptam capiti adaptat. Humeris quoque 
suis clypeum vocabulo Priwen : in quo imago sanctae Mariae dei 
genitricis impicta, ipsam in memoriam ipsius saepissime revoeabaL 
Accinetus etiam Caliburno gladio optimo; et in insula Avallonis 20 
fabricato: lancea dcxteram suam decorat, quae nomine Ron vo- 
cabatur: baec erat ardua lataque lancea, cladibus apta. Deiade 
dispositis catervis, Saxones in cuneos more suo dispositos, au- 
dacter invasit. Ipsi vero tola die vfriliter resistebant, Britones 
usque insequenles. Vergenle tandem ad occasum sole, proxi- 25 
mura occupant montem, pro castris eum habituri. Multitudine 
cnim sociorum conlisis, solus mens sufficere videbatur. At ut 
posterum sol diem reduxit: ascendit Arturus cum exercitu suo 
cacumen. Sed in ascendendo suorum mullos amisit. Saxones 
namqufe ex summitate occurrentes, facilius ingerebant vulnera, 30 
dum ipsos citior cursus in descensu ageret, quam eos in ascensu. 
Brilones tarnen cacumen maxima vi adepti, dextris bostium dex- 
Iras suas confestim conferunt. Quibus Saxones pectora prae- 
tendentes, omni nisu resistere niluntur. Cunique multum diei 
in hunc modum praeteriisset, indignalus est Arturus, ipsis ita 35 
successisse: nee sibi victoriam advenire. Abslracto igitur Cali- 
burno gladio, nomen sanctae Mariae proclamat, et sese cito im- 
petu intra densas bostium acies immisit. Quemcunque attinge- 
bat, Deum invocando, solo iclu perimebat: nee requievit impe- 
tum suum facere, donec quadringentos et septuaginta ?iro$, solo 40 
Caliburno gladio peremit. Quod videnles Britones, densatis tur- 
mis illum sequunlur, stragem undique facientes. Ceciderunt 
ilico Colgrinus et Baldulphus ejus frater, et multa millia aliorum. 
At viso sociorum periculo Cheldricus continuo in fugam versus esL 



Caput V. 

vn. Rex igitur polilus victoria, Cadorem ducem Cornubiae jus- 

3- sit persequi illos , dum ipse Albaniam petere festinaret; De- 

nunciatum namque illi fuerat, Scotos atque Pictos obsedisse Hoe- 

lum in urbe Alelud, in qua ipsum ut supra dixi infirmitate gra- 



126 

Taliiih. Qiiocirea properaktt ei in aiJxiJium, he a Barbam oc- 5 
euparelur. Dux ilaque Coriiubiae deceni millibus comilatus, fu- 
gientes Saxoiies nondum insequi voluit, immo naveg eoruin fc- 
slinanter exigebat, ut ipsis ingresstiin prohiberel. Mox ul ipsis 
|>otiLus est, inunivit eas mililibus opliinis, qui inlroitum Paganis 
abnegareiit, si ad eas coiifugerent. Deinde festinavit bostes se- 10 
qui, seclatos sine piefale triicidare: praeceptuni Arturi fadurns. 
Qui modo gcinina ferilate fuiniinabant, nunc tiniido corde fu- 
gientes, aliquando occulta nemoruni, aliquando montes et caver- 
nas petebant, ut vivendi spatjum haberent. Postremo cum nihil 
eJB tutamini accessisset, insulam Tanct lacero aginine ingrediuu- 15 
tur. Inscquitur eos eodem dux Cornubiae, solilam caedeni in- 
f«rens: nee requievit, donec perempto Cbeldriro, cunctos ad 
deditionem (onipu)it, receptis obsidibus. 



Caput VI. 

Pace ilaque firniata, petivit urbem Alrlud, quam Aiturus 
jam ab opprcsKione barbarica liberaveraf. Deinde duxit exerci- 
tum suum Mut eif, ubi obsidebanlur Scoli et Picli , qui tertio 
contra regem nepotcnique ejus praelinti , usque ad eauilem pro- 
tinciam diffngerant. Ingressi autem stagnmn Luniond, occupa- 5 
terußt insulas quae inlra erant, securum refugium quaerenlej;: 
hoc antem stagnnm sexuginta insulas contineiv, sexaginta ftn- 
miüa ricipit: nee ex eo nisi unnm solum ad mare decurrit. 
In insulis vero sexaginta riipes manifestum est esse, totidem 
aqnilarnm nidos sustentantes : quae singuJis annis convenientes, jo 
prodigium quod in regno venturum esset, celso clamore com- 
muniter edito notißcabant. Ad bas itaque insulas confiigerant 
praedicd bosles ut slagni praesidio frucrentur: sed parum iilis 
proföit. Nam Arlurus colleclö navigio fluniina circuivit, ipsos- 
que per quindecim dies öbsidendo tanta afflixit famc, ut ad mil- 15 
Jia morercntur. Dumque illos in hunc modum opprimcret, Guil- 
laniurius rex Ilyberniae cum niaxima Barbarorum copia classe 
supervenit, ut ipsis opprcssis auxilium subvectaret. Praetermissa 
itaque obsidione, coepit Arturus arma v'erterie in Hybernienses : 
quos sine pietate laccralos coegit ad patriarii remeafe. PoliUis 20 
itaque victoria, vacavit iterura delere gentem Scotorum atque 
Pictorum inromparabili saeviliae indulgens. Cumque nulli prout 



127 

repertebalur parceret, convenerunt 6mncs Episcepi miserandaa 
palriae, cum omni clero sibi subdito, reliquias sdncloruin et ee- 
ciesiasttca »acraraenla nudis ferentes pedibus, misencordiam re- 25 
gis pro saiute populi sui imploraiUes. Mox ut praesentiam ejus 
habuerunt, flexis genibiis deprecali sunt, iil pielatem super coih 
trita gente baberet. Satis ctetiim periculi intuler«it, ncc erai 
opus perpaucos qui remanseraiit, usque ad unum delere. Säue- 
ret illos portiunculam patriae babere, perpcluae servitulis jugum 30 
ultro congeslaturos. Ciimque regem in bunc modum rogavis- 
sent, comniovit eum pielas in lacbryrtins, sanctorumque virorum 
petitioni acquiescens, veniam donarit 



Caput VII. 

His itaqne gcstis, explorat Hoelns praedicli slagni situm, 
admiraturque tot flumina , (ot insulas, tot rnpes, tot aquilarHin 
fiidos numcro adesse. Cumque ad mirum contulisset, acoessit 
Arluriis, dixKque illi: aliud slagnnm magis e^se mirandum in 
eadem provincia. Erat qurppe haud lange illinc, laiilniintm 5 
Habens viginti pednin, eademqne merisnra longitvdinem , cnm 
qninqne ptdnm alttlndfne. In qnadrnm vero, sive hominnm arte, 
iive natura Constitution, quatuor genera piscium intra quatuor 
angulos procreabat: nee in aliqua partium pisces alterius par^ 
tis reperiebantur, Adjecit etiam aliud stagnum in partibns 10 
Gualliarnm prope Sabrinam esse, quod Pagenses Linligwan ap- 
pellant: quod cum in ipsurh mare fluctuat, in modum voragi- 
nis rectpitur, sorbendoque fluctus nullatenus repletnr, nt ripa- 
rnm marginem operiat. At dnm mare decrescit, instar montii 
ernctat absorptas aquas, qitibns demum ripos tegit et aspergii. 15 
litterim si gens totius patriae illius facie versa prope astaret, 
recepta intra vestes undarurh aspergine, vel vix vel nuuquam 
elabi valcret, quin a stagno voraretur. Tergo antem verso, non 
est irroratio timenda, etiam si m ripis astaret. 



Caput VIIL 

Data Tcnia Scotorum populo, petivit rex Ebbracum, irtstan- 
tis natalis Domini festum celebraturns. Cumque urbem intras- 
set, Visa sacrarüm ecciesiariim desoiätione, condoluit. Expulsa 



128 

namque beato Samsone Arehiepiscopo, canctisque sanetae religio- 
nis Tiris, templa semiusta ab officio dci cessabant. Tanta ete- 5 
nim Paganorum insania praevaluerat. Exin convocato clero et 
populo Pyramum capellanum suum Melropolitanae sedi destina- 
vil. Ecdesias usque ad solum destructas renoval: atque reli- 
giosis coeübus virorum ac mulierum exornat Proceres autem 
inquietudine Saxonum expulsos, palriis lionoribus restituit. 10 



Caput IX. 

Eranl ibi tres fratres regali prosapia orti, Lot videlicet at- 
que Urianus, necnon et AuguseJus : qui antequam Saxones prae- 
valuissent, principalum illarum partium habuerant. Hos igitur 
ut caeteros paterno jure donare volens, reddidit Auguselo re- 
giam potestatem Scotoinim: fratremque ejus Urianum sceptro 5 
Mttrefensium insignivit: Lot autem, qui tempore Aurelii Ambro- 
sii sororem ipsius duxerat : ex qua Walgannum et Modedrium ge- 
nuerat: ad consulatum Londonesiae ca'eterarumque comprovia- 
ciaruin, quae ad eum pertinebant, reduxit. Denique cum totius 
patriae slatum in prislinam dignitatem reduxisset, duxil uxorem 10 
GuaniHimaram ex nobili genere Romanorum editam: qnae in 
thalamo Cadoris ducis educala, totius insulae mulieres pulcbrilu- 
dine superabat. 



Caput X. 

Adveniente deinde sequenti aestate, paravit classem suam, 
adivitque Hyberniae insulam, quam sibi subdere desiderabaL 
Applicanti autem ipsi, praedictus rex Guiilamurius cum innume- 
rabili gente obviam venit, contra illum dimicaturus. Cumqöe 
praelium incepisset, confestim gens ejus nuda et inermis, mi- 5 
re lacerata confugit quo ei locus refugii patebat. Nee mora, 
captus est Guiilamurius et ad deditionem coactus. Unde caeleri 
principes patriae stupefacti , exemplo regis deditionem fecerunt« 
Subjugatis itaque totius Hyberniae partibus, classem suam dire- 
xit in Islandiam, eamque deb^Iato populo subjugavit. Exin di- 10 
Yulgatö per caeteras insulas rumore quod ei nulla provincia re- 
sistere poterat, Doldavius rex Gothl^ndiae, et Gunfasius rex Or- 
cadum ultro venerunt: promissoque vectigali subjectionem fe- 



129 

cerunt. Emensa deinde byeine, reversus est in BriUnniam, sta- 
tumque regni in Armani pacem renovans, moram duodecim annis 5 
ibidem fecit. 



Caput XL 

Tunc invilatis probissimis quibusque ex longe posilis re- 
gnis, coepit familiam suam augmentare: tantamque urbanitatem 
in domo sua habere, ut aemulationem longe manentibus popuHs 
iogereret. Unde nobilissimus quisque incilatus, nihili pendebat 
se, nisi sese sive in induendo, sive in arma ferendo, ad modum 5 
miJitum Arturi haberet. Denique fama largitatis atque probitatis 
iliiüs per extremes mundi cardines divulgata, reges transmari- 
norum regnorum nimius invadebat timor, ne inquietaüone ejus 
oppressi, nationes sibi subditas amitterent. Mordacibus ergo 
curis anxiati, urbes atque urbium turres renovabant: oppida in 10 
congruis locis aediiicabant: ut si impetus Arturum in illos du- 
ceret, refugium, si opus esset, haberent. Cumque id Arturo 
notificatum esset, extoUens se quia timori cunctis erat, totam 
Earopam sibi subdere alTectat. Paratis deinde navigiis Norwe- 
giam prius adivit, ut illius diademate Lot sororium suum insi- 15 
gniret. Erat aulem Lot nepos Sichelini regis Norwegensium, 
qui ea tempestate defunctus, regnum suum eidem destinaverat. 
At Norwegenses indignati illum recipere, erexerant quendam Ri- 
culfum in regiam potestatem, munitisque urbibus, Arturo se 
posse resistere existimabanl. . Erat tunc Walvanus filius praedicti 20 
Lot duodecim annorum juvenis, obsequio Sulpicii Papae ab avun- 
culo traditus: a quo arma recepit. Ut ergo Arturus (sicut di- 
cere incoeperam) in Norwegense littus applicuit: obviavit ei rex 
Riculfus cum universo patriae populo, praeliumque commisit: 
et cum multum cruoris in utraque parte diffusum esset, praeva- 25 
luerunt tandem Britones: factoque impetu Riculfum cum multis 
peremerunt. Victoria igilur potili, civitates accumulata flamma 
invaserunt: dispersisque pagensibus, saevitiae indulgere non ces- 
saverunt, donec totam Norwegiam, necnon et Daciam, dominio 
Arturi submiserunt. Quibus subaclis, cum Lot in regem Nor- 80 
wegiae promovisset, navigavit Arturus ad Gallias, factisque tur^ 
mis patriam undique vastare incoepit. Erat tunc provincia 
Gallia FloUoni Romae tribuno commissa, qui eam sub Leone Im- 

Monmoath HUt. ed. San-Marte. 9 



130 

peratore regebal. Qui cum Arturi adventum comperisset, colle- 
git omnem armatum militem qui potestati suac parebat, et cum 35 
Arturo praeliatus est, sed minime resistere quivit. Nam Arlu- 
rum Juventus insularum omnium quas subjugaverat, comitabatur. 
Uüde tanlurn perbibebatur habere exercilum, quanlum erat diffi- 
cile ab uUo posse superari. Faniulabatur quoque ei melior pars 
Gallicanae mililiae, quam sua largitate sibi obnoxiam fecerat. 40 
Flollo igitur cum sese in deteriorem praelii partem incidere vi- 
disset, relicto confeslim campo Parisios cum paucis diffugit. 
Ibi resocialo dilapso populo, munivit urbem: et iterum affecta- 
Vit cum Arturo dimicare. At dum exercitum suum vicinorum 
auxilio roborare intcnderet, ex improviso venit Arturus, ipsum- 45 
que intra civilatem obsedit. Emenso denique mense, cum Flollo 
gentem suam fame perire doluisset: mandavit Arturo, ut ipsi soM 
duellum inirent: et cui victoria proveniret, alterius regnum ob- 
tineret. Erat enim ipse staturae, et audaciae, et fortitudinis 
magnae: quibus ultra modum confisus, ita mandaverat, ut hoc 50 
modo salutis aditum habere!. Quod cum Arturo nunciatum es- 
set, placuit ei vehementer Flollonis affectus. Renunciavitque 
sese paratum fore praedictam conventionem tenere. Dato igitur 
ab utraque parte foedere, conveniunt uterque in insulam quae 
erat extra civitatem, populo expectante quid de eis futurum erat. 55 
Ambo erant decenter armati : super equos etiam mirae velocita- 
tis sedentes: nee erat promptum dinoscere utri triumphus pro- 
veniret. Ut itaque erectis lanceis in adversis parlibus steterunt, 
confestim subdentes equis calcaria, sese maximis ictibus per- 
cusserunt. At Arturus gestans cautius lanceam, Fiollonem in 60 
summitate pectoris infixit, ejusque telo vitato, quantum vigor 
sinebat, illum in terram prostravit. Evaginato quoque ense festi- 
nabat eum ferire, cum Flollo velocius erectus, praelensa lancea 
occurrit. Illatoque intra pectus equi Arturi letifero vulnere, 
utrumque concidere coegit. Britones ut prostratum regem vidc- 65 
runt, timentes eum peremptum esse, vix potnerunt retineri, 
quin rupto foedere in Gallos unanimiter irruerunt. At dum 
metam pacis jam egredi meditarentur , erectus est ocyus Artu- 
rus: praetensoque clypeo imminentem sibi Fiollonem cito cursu 
petivit. Instantes igitur cominus, mutuos ictus ingeminant, alter 70 
neci alterius insistens. Denique Flollo invento aditu, percussit 
Arturum in frontem, et nisi coUisione cassidis mucronem h«- 



131 

belasset, mortiferum vulnus forsitan intulisset. Manante ergo« 
sanguine, cum Arturus loricam et clypeum rubere vidisset, ar- 
dentiori ira succensus est, atque erecto tolis viribus Caliburno, 75 
impressit eum per galeam in caput Floilonis. quod in duas par- 
tes dissecuit. Quo vulnere cecidit Flollo , tellurem calcaneis 
pulsans, et spiritum in auras emisit. Cumque id per exercitum 
divulgatum fuisset, concurrunt cives, apertisque valvis civitatem 
Arturo tradiderunt. Qui deinde yictoria potitus, divisit exerci- SO 
tum suum in duas partes, et unam Hoelo duci commisit : prae- 
cepitque illi ut ad expugnandum Guitardum Pictavcnsium ducem 
iret: ipse vero cum reliqua parte caeteras provincias sibi sub- 
jugare vncavit. Mox Hoelus Aquitaniam ingressus, urbes patriae 
inrasit, Guitardumque pluribus praeliis anxiatum, ad deditio- ^^ 
nem coegit. Guasconiam quoqne ferro et flamma depopulans, 
principes ejusdem subjugayit. Emensis iterum novem annis, 
cum totius Galliae partes suae potestati submisisset, venit iterum 
Arturus Parisios, tenuitque ibi curiam: ubi convocato clero et 
populo , statum regni pace et lege confirmavit. Tunc largitus 90 
est Beduero pincernae suo Neustriam, quae nunc Normannia 
dicitur: Cajoque dapifero, Andegavensium provinciam. Flures 
qnoque alias provincias nobilibus viris, qui in obsequio suo fue- 
rant. Denique pacificatis quibusque civitatibus et populis, inci- 
piente vere in Britanniam reversus est. ^^ 



Caput XIL ^ 

vif. Cum igitur solennitas Pentecostes advenire inciperet, post 

^' tantum triumphum maxima laetitia fluctuans Arturus, affectavit 
curiam ilico tenere, regnique diadema capiti suo imponere. Re- 
ges eliam et duces sibi subdilos ad ipsam festivitatem conve- 
fiire: ubi et illam venerabiliter celebraret, et inter proceres 5 
suos firmissimam pacem renovaret. Indicato autem familiaribus 
suis quod affectaverat : consilium cepit ut in urbe Legionum 
sunm exequeretur propositum. In Glamorgantia etenim super 
Oscam fluvium, non longe a Sabrino mari, amoenissimo situ 
locata, prae ceteris civitatibus divitiis abundans, tantae solenni- 10 
tati apta erat. Ex una parte namque praedictum nobile flumen 
juxta eam fluebat, per quod transmarini reges et principes , qui 

Tenturi erant, navigio advehi poterant Ex alia vero parte pra- 

9 * 



132 

tis atque ncmoribus vallata, regalibus praepollebet palatiis: ita 
ut aureis lectorum fasligiis Romam imitaretur. Duabus autem 15 
eminebat Ecclesiis, quarum una in honore Julli martyris erecta, 
virgineo Deo dicatarum puellarum choro perpulchre ornabatur: 
altera vero in beati Äaron ejusdem socü nomine fundata, cano- 
nicorum conventu subnixa, tertiam metropolitanam sedem Bri- 
tanniae habebat. Praeterea gymnasium ducenlorum philoso^bo- 20 
mm habebat: qui astronomia atque caeteris artibus eruditi, cur- 
sus Stellarum diligenter observabant, et prodigia eo tempore Ven- 
tura regi Arturo veris argumentis praedicebant. Tot ergo de- 
liciarum copiis praeclara, festivitati edictae disponilur. Missis 
deinde in diversa regna legatis, invitantur tarn ex Galliis quam 25 
ex collateralibus insulis Oceani , qui ad curiara venire deberent. 
Venerunt ergo Auguselus rex Albaniae, quae nunc Scolia dicitur: 
Urianus rex Murefensium: Caduallo Leuirh rex Venedotorum, 
qui nunc Nortgualenses dicuntur: Sater rex Demetorum, id est 
Suthgualensium : Cador rex Cornubiae: trium etiam metropoli- 30 
tanarum sedium Archipraesules , Londoniensis videlicet, Ebora- 
censis, necnon ex urbe Legionum Dubricius. Hie Britaoniae 
primas et Apostolicae sedis legatus tanta religione clarebat, ut 
quemque languore gravatum orationibus suis sanaret. Venerunt 
nobilium civitatum consules, Morvid consul Claudiocestriae : Mau- 35 
ron Guigornensis: Anaraut Saleberiensis : Arthgal Cargueitensis, 
quae Warguit appellatur: Jugein ex Legecestria : Cursalem ex 
Kaicestria : Kimmare dux Doroberniae : Galluc Saleberiensis : Ur- 
gennius ex Badone: Jonathal Dorocestrensis : Boso Ridocensis, 
id est, Oxonefordiae. Praeter consules venerunt non minoris di- 40 
gnitatis heroes: Danaut map Papo: Cheneus map Coil: Peredur 
map Eridur: Guisul map Nogoit: Regin map Claut: Eddelein 
map Cledauc: Kincar map Bagan: Kimmare: Gorbouiam map 
Goit: Clofaut: Rupmaneton: Kimbelim map Trunat: Chatleus 
map Catel : Kinlich map Neton : plures quoque alii, quorum no- 45 
mina longum est enarrare. Ex collateralibus etiam insulis, Guil- 
lamurius rex Hyberniae: Malvasius rex Islandiae: Doldavius rex 
Godlandiae : Gunvasius Orcadum rex : Lot rex Norwegiae : Aschil* 
■ lius rex Dacorum. Ex transmarinis quoque partibus, Holdinus 
rex Rutenorum : Leodegarius consul Boloniae : Beduerus pin- 50 
cerna, dux Normanniae: Borellus Cenomanensis : Cajus dapifer, 
dux Andegavensis : Guytardus Pictavensis : duodecim quoque Gal- 



Idd 

Irarum pares, quos Gueriniis Carnotensis conducebat. Hoelus 
dux Armoricaiiorum Britonum cum proceribus sibi subditis, qui 
tanto apparatu ornamentorum , mularum et equorum incedebant, 55 
quantum difGcile est describere. Praeter bos non remansit prin- 
ceps alicujus pretii citra Hispaniam, qui ad istud edictum non 
veniret. Nee mirum, largitas namque Arturi per totum mun- 
dum divulgata, cunctos in amorem illius illexerat. 



Caput XIII. 

Omnibus denique'in urbe congregalis, solennitate instan- 
te, arcbipraesules ad palatium ducuntur, ut regem diadeniate 
regali coronarent. Dubricius ergo, quoniam in sua dioccesi cu- 
ria tenebatur, paratus ad celebrandum obsequium, hujus rei cu- 
ram suscepit. Rege tandem insignilo , ad templum Metropolita- 5 
nae sedis ornate conducitur: a dextro enim et a laevo latere duo 
Archipontifices ipsum tenebant. Quatuor autem reges, Albaniae 
videlicet atque Cornubiae, Demetiae et Venedociae, quorum illud 
jus fuerat, quatuor aureos gladios ante ipsum ferentes, praei* 
bant. Conventus quoque multimodorum ordinatorum, miris mo- 10 
dulationibus praecinebat. Ex alia autem parte reginam suis in- 
signibus laureatam Arcbipraesules atque Pontifices ad templum 
Deo dicatarum puellarum conducebant. Quatuor quoque prae- 
dictorum regum reginae quatuor albas columbas de more prae- 
ferebant, Mulieres autem quae aderant, illam cum maximo gau- 15 
dio sequebantur. Postremo peracta processione, tot Organa, tot 
cantus in utrisque fiunt templis, ita ut prae nimia dulcedine ^ 
milites qui aderant nescirent quod templorum prius peterent. 
Catervatim ergo nunc ad hoc, nunc ad illud ruebant: nee si to- 
tus dies celebrationi deditus esset, taedium aliquod ipsis gene- 20 
raret. Divinis tandem obsequiis in utroque celebratis, rex et 
regina diademata sua deponunt: assumptisque levioribus orna- 
mentis, ille ad suum palatium cum viris, haec ad aliud cum 
mulieribus epulatum incedunt. Antiquam namque consuetudi- 
nem Trojae servantes Britones , consueverant mares cum mari- 25 
bus, mulieres cum mulieribus festivos dies separatim celebrare. 
Gollocatis postroodum cunctis, ut singulorum dignitas expetebat, 
Cajus dapifer Herminio ornatus , mille vero nobilissimis jüveni- 
bii9 comttatus est: qui omnes Herminio induti, fercula cum ipso 



134 

ininistrabant. Ex alia vero parte Beduerum pincernam totidern 30 
varioamicti sequuntur: qui in scyphis diversorum generum, muU 
timoda pocula cum ipso distribuebant. In palatio quoque reginae 
innumerabiles niinistri diversisornamentis induti, obsequium suum 
praestabant, morem suuin exercentes: quem si omnino descri- 
bere pergerem nimiam historiae prolixitatem generarem. Ad 35 
tantum etenim statum dignitatis Britannia tunc provecta erat, 
quod copia diviliarum, luxu ornamentorum , facetia incolarum, 
caetera regna excellebat. Quicunque ergo famosus probitate 
miles in eadem erat, unius coloris vestibus atque armis uteba- 
tur. Facetae etiam mulieres cousimilia indumenla habenies, nul- 40 
lius amorem habere dignabantur, nisi tertio in militia approbatus 
esset. EfBciebantiir ergo caslae mulieres, et milites amore il- 
larum meliores. 



Caput XIV. 



Refecti tandeni epulis, diversi diversos ludos compositori 
campos extra civitatem adeunt. Mox milites simulacrum praelii 
ciendo, equestrem ludum coroponunt: mulieres in edito muro* 
rum aspicientes, in curiales amoris flammas amore joci irritant. 
Alii telis, alii hasta, alii ponderosorum lapidum jactu, alii saxis: 5 
alii aleis, caeterorumque jocorum diversitate contendentes, quod 
diei restabat, postposita lite, praetereunt. Quicunque vero ludi 
sui victoriam adeptus erat, ab Arturo largis muneribus ditabatur. 
Consumptis ergo primis in hunc modum diebus tribus, instante 
quarto vocantur cuncti, qui ipsi propter honores obsequium prae- lO 
stabant, et singuli singulis possessionibus , civitatibus videlicet 
atque castellis, Archiepiscopatibus , Episcopatibus , Abbatiis, cae- 
terisque honoribus donantur. 



Caput XV. 

YII, Beatus igilur Dubricius in eremiticam vilam anhelans, sese 
5. ab Arcbiepiscopali sede deposuit: in cujus locum sacratur Da- 
vid regis avunculus , cujus vita exemplum tolius bonitatis erat, 
bis quos doctrina imbuerat. In loco vero sancti Samsonis Do- 
lensis Archipraesulis , destinatur Chelianus illustris Presbyters 
Landayiae, annuente Hoelo rege Armoricanorum Britonum: cujus 



135 

vita et boni laores virnm ccHnmendaverant. E^iscq)a(u$ vero 
Silcestriae Mauganio: et Guyntoniae Diwanio decernitur: decer- 
nitur quoqae pontificalis infula Alclud EJedanio. Dum haec inter 
eos distribueret : ecce duodecim viri rnaturae aetatis, reverendi 10 
Yultus, ramos olivae, in signum legationis in dextris ferentes, 
moderatis vocibus et passibus ad regem ingrediuntur : et eo sa- 
lutato , literas ipsi ex parte Lucii Tiberii in haec verba obtulerunt. 
„Lucius Reipublicae procurator, Arturo regi Britanniae quod 
meruit. Admirans vehementer admiror super tuae tyrannidis 15 
protervia. Admiror, inquam, et injuriam quam Romae intulisti. 
RecoUigcDS indignor quod extra te egressus, eam cognoscere 
diffugias: nee animadvertere festines, quid sit injustis actibus 
senatum offendisse, cui totum orbem famulatum debere non 
ignoras. Etenim tributum Britanuiae quod tibi Senatus prae- 20 
ceperat: quia Cajus Julius, caeterique Romanae dignitatis viri 
illud multis temporibus habuerunt: neglecto tauti ordinis im* 
perio detinere praesumpsisti : eripuisti quoque Galliam: eri- 
puisti AUobrogum provinciam : eripuisti omnes Oceani insulas : 
quarum reges, dum Romana potestas in illis partibus praeva- 25 
luit, vectigal majoribus nostris reddiderunt. Quia ergo de tan- 
tis injuriarum tuarum cumulis Senatus reclitudinem petere de- 
crevit, mediantem Augu&tum proximi anni terminum praefigen^, 
Romam te venire jubeo: ut dominis tuis satisfaciens senten- 
tiae quam eorum dictavit justitia , acquiescas. Sin autem , ego 80 
ipse partes tuas adibo, et quicquid vesania tua Reipublicae 
eripuit, eidem mediantibus gladiis restituere conabor/* — 
Quae ut in praesentia regum et consulum recitatae fuerunt : se- 
cessit Arturus cum eis in giganteam turrim , quae in introitu 
erat, trS^taturus quae contra talia mandata disponi deberent. 35 
At dum gradus asceudere incepissent, Cador dux Cornubiae, ut 
erat laeti animi, in hunc sermoaem cum risu coram rege solu- 
tus est: „Hucusque in timore fueram, ne Britones longa pace 
quieios, otium quod ducunt ignavos faceret: famamque militiae, 
qua caeteris geotibus clariores censentur, in eis omnino dele- 40 
rel. Quippe ubi usus armorum videtur abesse: alearum vero 
et mulierum inflammationes , caeteraque oblectamenta adesse: 
dubitandum non est, quin id quod erat virtutis, quod honoris, 
quod audaciae, quod famae, ignavia commaculet. Fere nam- 
que transacti sunt quinque anni, ex quo praedictis deliciis de- 45 



136 

diti exercitio Martis caruiinus. Deus igitur ut nos segnitia li- 
beraret, Romanos in bunc aifcctum induxit, ut in pristinum 
statum nostram probitatem reducerent. ** — Haec et bis simi- 
lia illo cum caeteris dicente, venerunt tandem ad sedilia, ubi 
collocatis singulis, Arturus illos in bunc modum affatus est. 50 



Caput XVL 

„Consocii (inquit) adversitatis et prosperitatis : quorum pro- 
bitates bactenus et in dandis consiliis, et in militiis agendis 
expertus sum: adbibete nunc unanimiter sensus vestros, et sa- 
pienter providete quae super talibus mandatis nobis esse agenda 
noveritis. Quicquid enim a sapiente diligenter praevidetur, cum 5 
ad actum accedit, facilius toleratur. Facilius ergo inquietatio- 
nem Lucii tolerare poterimus , si communi studio praeineditati 
fuerimus, quibus modis eam debilitare instemus. Quam non 
multum timendam nobis esse existimo : cum ex irrationabili causa 
exigät tributum, quod ex Britannia babere desiderat. Dicit enim lo 
ipsum sibi dari debere, quia Julio Caesari cäeterisque succes- 
soribus suis redditum fuerit: qui dissidio veterum Britonum in- 
vitati cum armata manu in Britanniam applicuerunt : atque pa- 
triam domesticis motibus vacillantem suae potestati vi et violen- 
tia submiserunt. Quia vero boc modo eam adepti fuerunt, ve- 15 
ctigal ex ea injuste ceperunt. Nibil enim quod vi et violentia 
acquiritur, juste ab ullo possidetur qui violcntiam intulit. Irra- 
tionabilem ergo causam praetendit, qua nos jure sibi tributarios 
esse arbitratur. Quoniam autem id quod injustum est, a nobis 
praesumit exigere: consimili ratione petamus ab iilo tributum 20 
Romae : et qui fortior supervenerit, ferat quod babere exoptavit. 
Nam si quia Julius Caesar caeterique Romani reges Britanniam 
olim subjugaverunt, vectigal nunc debere sibi ex illa reddi de- 
cernit: similiter nunc ego censeo, quod Roma mibi tributum 
reddere debet, quia antecessores mei eam antiquitus obtinuerunt. 25 . 
Belinus etenim ille Britonum Serenissimus rex, usus auxilio 
fratris sui, Brenni videlicet ducis Allobrogum, suspensis in 
medio foro viginti nobilioribus Romanis, urbem ceperunt, ca- 
ptamque multis temporibus possederunt. Constantinus etiam He- 
lenae filius, necnon et Maximianus, uterque mibi cognatione pro- so 
pinquus, alter post alterum diademate Britanniae insignitus, *tbro- 



1S7 



\ 



num Romani Imperii adeptus est Censetisoe ergo vectigal a 
Romanis peteDdum ? De Galiia autem, sive de collateralibus io- 
sulis Oceani, non est respondendum : cum illas .diffugeret de* 
feii#ere, quando easdem potestati eorum subtrahebamus/' — 35 
Haec et \k\s similia eo dicente Hoelus rex Armoricanorum Bri- 
tonum, caeteros praecedere exorsus, in baec verba respondiU 



Caput XVII. 

„Licet unusquisque yestram totus in se reversus, omiiia et 
de Omnibus animo tractare valeret, non existimo eum praestau- 
lius consilium posse invenire, quam istud quod modo discretio 
soiertis prudentiae tuae recoluit. Provide etenim providit nobis 
tua deliberatio Tulliano liquore lita. Unde constantis viri äffe- 5 
ctum: sapientis animi effectum: optimi consiiii profectum laudare 
indesinenler debemus. Nam si juxta praedictam rationem Ro- 
mam adire volueris, non dubito quin triumpho potiamur: dum 
liberlatem nostram tueamur: dum jusle ab inimicis nostris exi- 
gamus, quod a nobis injuste petere incoeperunt. Quicunque 10 
enim sua alteri eripere conatur, merito quae sua sunt, per eum 
quem impetit, amittit. Quia ergo Romani nostra nobis dunere 
affectant: sua illis procul dubio auferemus, si licentia nobis 
congrediendi praestabitur. En congressus cunctis Britonibus 
desiderandus : £n vaticinia Sibyilae, quae veris auguriis teslan- 15 
tur, ex Britannito genere tertio nasciturum, qui Romanum obti- 
nebit imperium. De duobus autem adimpleta sunt oracula: cum 
manifestum sit, praeclaros (ut dixisti) principes Belinum atque 
Constantinum imperii Romani gessisse imperia. Nunc vero te 
tertium babemus, cui tantum culmen bonoris promittitur. Festina 20 
ergo recipere, quod Dens non differt largiri. Festina subjugare, 
quod ultro vult subjugari. Festina nos omnes exaltare, qui ut 
exalteris, nee vulnera recipere, nee vitam amittere diffugimus, 
ut autem hoc perficias , deceni millibus armatorum praesentiam 
tuam comitabor/^ 25 



Caput XVIIL 

• Auguselus etiam Albaniae rex, ut Hoelus finem dicendi fece- 
rat, quod super hac re affectabat, in hunc modum manifestare 



138 

perrexiL „Ex quo dominum meum ea quae dixit affectare con- 
jeci: tanta laetitia animo meo ilJapsa est, quantam nequeo ia 
praesentia exprimere. Nihil enim in transactis debellationibus, 5 
quas tot et tantis regibus intulimus, egisse videmur, si RoiAiiii 
et Germani illaesi permaneant: nee in illos clades, quas olim 
nostratibus ingesserunt, viriliter vindicenms. At nunc quoniam 
nobis licentia congredieudi permittitur, gaudens admodum gau- 
deo, et desiderio^ diei quo conveniemus aestuans, sitio cruorem 1^ 
illorum, quemadmodum fontem, si triduo prohiberer ne biberem. 
si illam lucem videbo, quam dulcia erunt vulnera, quae vel 
reeipiam vel inferam, quando dextras conferemus? Ipsa etiam 
mors dulcis erit, dum eam in vindicando patres nostros, in 
tuendo liberlatem nostram, in exaltando regem nostrum perpes- 15 
sus fuero. Aggrediamur ergo semiviros ilios , et aggrediendo 
perstemus, ut devictis ipsis, eorum honoribus cum laeta potia- 
mur victoria. Exercitum autem nostrum duobus milllbus arma- 
torum equitum, exceplis peditibus, augebo.** — 



Caput XIX. 

Postquam etiam caeteri ad haec, quae dicenda erant, dixe- 
runt: promiserunt ei singuli quod in obsequium ejus debebant: 
ita ut praeter eos quos promiserat dux Armoricae, ex sola insula 
Biitanniae sexaginta miilia omnibus armis armalorum computa- 
rentur. At reges caeterarum insularum, quoniaiA non duxerant 5 
in morem equites habere: pedites quot quisque debebat, pro- 
mittunt: ita ut ex sex insulis, yidelicet Hyberniae, Islandiae, 
Gothlandiae, Orcadum, Norwegiae, atque Daciae, sexies viginti 
miilia essent annumerata. Ex Galliarum autem ducatibus, Ru- 
t^norum, Portuniensium , Estrusiensium , Cenomannorum, Ande^ 10 
gavensium, Pictaveusium, octoginta miilia. Ex duodecim autem 
consulatibus eorum qui cum Guerino Carnotensi aderant, duo- 
decies centum. Qui omnes simul erant, centum octoginta et 
tria jnillia et ducenti, praeter pedites, qui sub numero leviter 
non cadebant. 15 



im 



Caput XX. 



Rex igilur Arturus videns omnes in obsequium suum una- 
niniiter paratos, praecepit eis celeriter repatriare, et exercitum 
promissuni disponere, et in Kalendis Augusti ad portuin Barbae 
fluvii festinare, ut illinc AUobrogum fines cum ipso adituri Ro- 
manis obviam venirent. Iniperatoribus autem per eorundem le- 5 
gatos mandavit, sc uequaquam eis reddilurum tributum, nee ob 
illud ut sentenliae eorum acquiesceret , Romam aditurum: imo 
ul ex Ulis expeteret, quod ab iilo judicio suo expetere decreve* 
rant. Digrediuntur ergo legati: digrediuntur reges: digre- 
diuDtur proceres: et quod eis praeceptum iuerat, perficere non 10 
differunt. — -, ♦ • 



— +^a4<©^?^5♦^■- 



LlßER DECIMÜS. 



Caput L 

Lucius ergo Tiberius, agnito bujus responsi ediclo, jussu 
senatus Orientalibus edixit i;egibus: ut parato exercitu secum 
ad subjugaudam Britanniam venirent. Convenerunt ocyus Epi- 
slrophius rex Graecorum : Mustensar rex Africanorum : Alifanti- 
nam rex Hispaniae: Hirtacius rex Parthorum: Boccus Medorum: 5 
Serlorius Libyae : Teucer rex Phrygiae : Serses rex Itureorum : 
Pandrasus rex Aegypti : Micipsa rex Babyloniae : Polytetes dux 
Bilbyniae: Evander Syriae: Aethion Boeotiae : Hippolytus Cretae: 
cum ducibus et proceribus sibi subditis. Ex senatorio quoque 
ordine Lucius Catellus: Marius Lepidus: Cajus Metellus Cotta: 10 
Quintus Milvius Catulus: Quintus Carutius: tot eliam alii quod 
inter lotum quadringenta millia, et centum et sexaginta com- 
putati fuerunt. 



140 



Caput II. 

Dispositis itaque quibusque necessariis, incipientibus Kaien- 
dis Augusti iter versus Britanniam arripiunt. Comperto igitur 
advenfu ipsorum Arturus, Modredo nepoti suo ad conservandum 
Britanniam, atque Ganhumarae reginae committens, cum exer- 
citu suo portum Hamonis adivit, ubi tempestivo ventorum afflatu 5 
mare ingressus est. Dum autem innumeris navibus circumseptus, 
prospero cursu et cum gaudio altum secaret , quasi media bora 
noctis instante, gravissimus somnus eum intercepit. Sopitus 
enim per somnum vidit ursum quendam in aere volantem, cujus 
murmure tota littora intremebant. Terribilem quoque draconcm 10 
ab occidente advolare, qUi-%plendorft|;oculorum suorum patriam 
illuminabat. Alterum vero alteri oecurrentem miram pugnam 
committere. Sed praefatum draconem, in ursum saepius irru- 
entern, ignito anhelitu comburere, combustumque in terram 
prosternere. Expergefactus ergo Arturus adstantibus quod som- 15 
niaverat indicavit, qui exponentes dicebant, draconem ipsum 
significare: ursum vero aliquem gigantem, qui cum ipso con- 
grederetur: pugnam autem eorum protendere bellum quod inter 
ipsos futurum erat: victoriam autem draconis, illam quae ipsi 
proveniret. At Arturus aliud conjectabat, existimans ob se et 20 
imperatorem, talem visionem contigisse. Rubente tandem post 
cursum noctis aurora, in portum Barbae fluvii applicuerunt. 
Mox tentoria sua figentes, expectaverunt ibidem insulanos reges, 
et comprovincialium provinciarum duces venturos. 



Caput III. 

Interea nunciatur Arturo, quendam mirae magnitudinis 
gigantem ex partibus Hispaniarum advenisse, et Helenam neptem 
ducis Hoeli custodibus ejusdeni eripuisse, et in cacumen nion- 
tis, qui nunc Michaelis dicitur, cum illa diffugisse: miiites vero 
patriae inscquutos nihil adversus eum profecisse: nam sive mari 5 
sive terra illum invadebant, aut eorum naves ingentibus saxis 
obruebat, aut diversorum generum telis interimebat: sed et 
plures capiebat quos semivivos devorabat« Nocte ergo sequenti 
in secunda hora, assumpto Cajo dapifero et Beduero pincerna, 
dam caeteris tentoria egressus, viam montem versus arripuiU lo 



141 

Taota namque virtute praevalendo, negligebat contra talia mon- 
stra exercitum ducere: cum et ipsos lioc modo animaret, et so^ - 
lus ad illa destruenda sußiceret. Ut igitur prope montem yene-* 
runt, aspexerunt quendam rogum super eum ardeutem: alium 
verp super rainorem qui non longe ab altero distabat. Dubi- 15 
tantes ergo, super quem eorum babitaret gigas : Beduerura diri* 
gunt ut rei certitudinem exploret. At ille inventa quadam na* 
yicula, prius ad minorem navigavit: quem aliter nequibat adire« 
quoniam intra mare situs erat. Cujus cum cacumen incepisset 
ascendere, audito desuper foemineo ululatu, primo inhorruit: 20 
quia dubitabat monstrum illud adesse. Revocata ocyus audacia, 
gladium evaginavit, et ascenso culmine nibil aliud reperit prae* 
ter rogum quem prospexerat. Inspexit quoque tumulum recen* 
ter factum, et juxta eum, quandam auum flentem , et ejulaotem. 
Quae ut eum aspexit, confestim fletu impediente, in bunc mo- 25 
dum est profata: „0 infelix homo, quod infortunium te in bunc 
loGum subvectat ? inenarrabiles moKis poenas passure : mi- 
seret me tui: miseret, quia tarn detestabile monstrum florem 
juyentutis tuae in bac nocte consumet. Aderit namque scelera* 
tissimus ille invisi nominis gigas qui neptem ducis, quam modo 30 
hie intumulavi, et me altricem illius, in bunc montem advexit. 
Qui inaudito mortis genere te absque cunctamine aflQciet. Proh 
tristia fata ! sereuissima alumna, recepto intra tenerrimum pectus 
timore, dum eam nefandus ille amplecteretur , vitam diuturniori 
luce dignam iinivit. Ut igilur illam, quae erat mibi alter spiri- 35 
tus, altera vita, altera dulcedo jucundilatis , foedo coitu suo de* 
turpare nequivit, detestanda venere succensus, mihi invitae 
(Deum et senectutem meam testor) yim et yiolentiam ingessit« 
Fuge, dilecte mi, fuge: ne si more suo mecum coiturus adye- 
nerit, te hoc modo reperlum miserabili caede dilaniet/' — At 40 
ille, quantum bumanae naturae possibile est, commotus, eam 
amicis sedavit yerbis, et promisso festinantis auxilii solamine, 
ad Arturum reyersus est, et omnia quae inyenerat indicayiL 
Arturus autem casum ingemiscens puellae, praec^it eis ut sibi 
soli illum inyadere permitterent: sed si necessitas accideret, in 45 
auxilium procedentes, yiriliter aggrederentur. Direxerunt inde 
iter ad majorem montem, et equos suos armigeris commiserunt, 
et cum Arturo praecedente ascenderunt. Aderat autem inhu« 
manus ille ad ignem, illitus ora tabo semesorum porcorum, quo9 



14^ 

partim devoraverat , partim vero verubus infixos suppositis pru- 50 
nis torrebat. Mox lU iJIos, nihil tale praemeditatus , aspexit, 
festinavit clavam siiam sumere, quam duo juvenes vix a terra 
erigerent. Evaginavit ergo- rex gladium suum, et praetenso 
clypeo, qiiantum velocitas sinebat, properabat eum praepedire, 
antequam clavam cepisset. AI ille non ignarus meditationis, 55 
jam ceperat eam, regemque interposito clypeo tanto percussit 
Conamine , quod sonitu ictus et tota littora rcplevit , et aures 
ejusdem ultra modum hebetavit. Arturus vero acri ignescens 
ira, erecto in frontem ipsius ense, vulnus intulit, tametsi non 
mortale, unde tarnen sanguis in faciem et oculos ejus profluens, 60 
ejusdem excaecavit aciem. Interposuerat namque clavam ictui, 
et frontem suam a letali vulnere muniverat. Excaecatus autem 
proßuente sanguine, acrior insurgit, et velut aper per venabu- 
lum in venatorem, ita irruit per gladium in regem , et comple* 
ctendo eum per medium , coegit eum genua humi flectere. Ar- 65 
turus itaque revocata virtute , ocyus elabitur : et celeriter nunc 
hinc nunc illinc nefandum gladlo diverberat : nee requievit, do- 
nee letali vulnere illato totum mucronem capiti impressit, qua 
cerebrum testa protegebatur. Exciamavit vero invisus ille, et 
velut quercus ventorum viribus eradicata, cum maximo sonilu 70 
corruit. Rex illico in risum solutus, praecepit ßeduero ampu- 
tare ei caput, et dare uni armigerorum ad deferendum ad castra : 
ut spectaculum intuentibus üeret. Praecepit intuentibus fieri 
Silentium : dicebat autem se non invenisse alium tantae virtutis, 
poslquam Rithonem gigantem in Aravio monte interfecit, qui 75 
eum ad praelium invitaverat. Hie namque ex barbis regum quos 
peremerat, fecerat sibi pelles, et mandaverat Arturo ut barbam 
suam diligenter excoriaret, atque excoriatam sibi dirigeret: ut 
quemadmodum ipse caeteris praeerat regibus, ita quoque in ho- 
norem ejus caeteris barbis ipsam superponeret. Sin autem, pro- 80 
vocabat eum ad praelium: et qui fortior supervenisset, pelles et 
barbam devicti tulisset. Inito itaque certamine, triumphavit 
Arturus, et barbam alterius cepit et spolium, et postea nulli 
fortiori isto obviaverat, ut superius asserebat. Victoria igitur 
(ut praedictum est) potitus, in secundo noctis diluculo ad ten- 85 
toria sua remeaverunt cum capite, ad quod admirandum cater* 
vatim concurrebant , ei ascribentes laudes, qui patriam a tanta 
ingluvie liberaverat. At Hoelus ob casum suae neptis tristis, 



141 

praecepit aedificare basilicam super corpus ipsius in monte quo 
jacebat, qui noinen ex (umulo puellae nactus , Tumbae Helenae, 90 
usque in hodiernum diem vocatur. 



Caput IV. 



VII 

g * Congregatis tandem cunctis quos expeclaveral Arlurus, illinc 
Augustodunum progreditur, ubi imperatorem esse existimabat, 
Ut autem ad Albam fluvium venit, annunciatum est ei, illum 
caslra sua non longe posuisse, et tanto incedere exercitu, quanto 
(ut ajebant) resistere necpiiret. Nee idcirco perterritus cüfeptis 5 
suis desistere voluit, sed super ripam fluminls castra sua me- 
tatus est, unde posset exercilum suum libere conducere, et si 
opus esset, sese intra ea recipere. Duos autem consules, Boso- 
nem Devadobouin et Guerinum Carnotensem : Walganium etiam 
nepotem suum Lucio Tiberio direxit, ut suggererent ei quate- lo 
nus recederet e finibus Galliae, aut in postero die ad experien- 
dum veniret, uter eorum majus jus in Galliam haberet. Juven- 
tus ergo* curiae maximo gaudio fluetuans, coepit instimulare 
Walganium, ut intra castra imperaloris inciperet, quo occasio- 
nem haberent congrediendi cum Romanis. Perrexerunt illi ad 15 
Lucium, et praeceptTunt illi a Gallia recedere, aut in postero 
die ad pugnandum venire. At dum responderet eis, quod non 
debepet recedere: immo ad regendum illam accedere: interfuit 
Cajus Quintilianus ejusdem nepos, qui dicebat, Britones mägis 
jactantia atque minis abundare, quam audacia et probitate valere. 20 
Iratus illico Walganius stricto ense, quo accinctus erat, irniit 
in eum, et ejusdem capite amputato, ad equos cum sociis digre- 
ditur. Insequuntur Romani partim pede, partim equis, ut con- 
civem suum in legatos omni nisu diffugientes vindicarent. At. 
Guerinus Carnotensis, dum quidam eorum ipsum attingere inci- 25 
peret, ex improviso reversus direxit lanceam suam, atque per 
arma ipsum et per medium corpus perforatum humi, quantum 
potuit, prostravit. Invidit ergo Boso Devadoboum, quoniam tan- 
tam probitatem fecisset Carnotensis : et retorquens equum suum, 
cui primo obviavit, ingessit illi lanceam intra gulam, et letaliter 30 
vulneratum coegit cabailum deserere, quo eum insequebatur. 
Interea Margellus Mutius maximo affectu volens Quintilianum 
yindicare, Walganio jam imminebat a ^ergo, atque coeperat re^ 



144 

tinere: cum ipse reversus continuo galeam cum ipso capite 
usque ad pectus gladio quem tenebat abscidit. Praecepit etiam 35 
ei Walganius, quem intra cas(j*a tnicidaverat, in infernum renuii-- 
ciare, Britones minis et jactantia hoc modo abundare. Sociis 
deinde resociatis, hortatur ut pari impetu reversi, quisque suum 
prosternere laboraret. Acquiescentes ergo ei, revertuntur et 
quisque unum prosternit. At Romani usque insequentes, lanceis 40 
quandoque, quandoque gladiis percutiebant eos: sed uec retioere 
nee prosternere valebant. Dum autem prope quandam silvam 
(ut dictum est) insequerentur: confestim congrediuntur ex nla 
cirdter sex millia Britonum, qui fuga consulum comperta, intra 
eam deliluerant, lit eis auxilium subvectarent. Egressi autem 45 
suffixere calcaria equis suis: et aera clamorc complentes, et 
clypeos pectoribus praetendentes , Romanos ex improviso inva- 
dunt: et confestim in fugam propellunt. Sed ut unanimiter 
insequentes, quosdam eorum ab equis suis cum lanceis sejun- 
gunt: quosdam autem retinent : quosdam interficiunt. Quod cum 50 
Petrejo senatori nunciatum esset, decem millibus comitatus, sub- 
venire sociis suis festinavit: coegitque Britones ad 'Silvam ex 
qua egressi fuerant recurrere, nee sine detrimento suorum. 
Diffugiendo etenim Britones reyertebantur, instructi locis, atque 
insequentibus slragem ingerebant maximam. Quibus hoc modo 55 
eedentibus, Hiderus cum quinque millibus accelerabat> ut eisdem 
subveniret. Resistunt ergo ipsi, et quibus terga pauIo ante 
dederant, pectora nunc opponentes, validos ictus ?iriliter inferre 
elaborant Resistunt eliam Romani et quandoque eos proster- 
nunt: quandoque vero ab illis prosternuntur. At Britones toto 60 
affectu desiderabant militiam : sed nee multum curabant in quem 
eventum inciderent, dum eam incipiebant. Romani autem sa- 
pientius agebant, quos Petrejus Gotla, more boni ducis, nunc 
ad invadendum, nunc ad diSiigiendum, sapienter edocebat: et 
ita maximum damnum caeleris impendebat. Quod cum Bosoni 65 
compertum esset, plures eorum quos audaciores noverat, sejunxit 
a caeteris, et eos hoc modo aflatus est: „Quoniam nesciente 
Arturo istud praelium incrpimus, cavendum nobis est^ ne in 
pejorem partem incepti nostri decidamus. Nam si in illam deci- 
derimus, et maximum damnum militum nostrorum incurremus, 70 
et regem nostrum ad execrandum nos commovebimus. Resu- 
mite audaciam: et sequimini me per caterras Romanorum: ut si 



145 

(ürtoiia fa?erit, Petr^jum iDUrficiamus sWe capiamus/' Siib:^ 
duxerunt itaque calcaria equis suis, et cuoeas bostium pari im* 
peiu penetrantes, ad locum quo Petrejus socios suos commone- 75 
bat, venenint. In quem ocyus Boso irruens, eundem per Col- 
lum amplectitur, et sicut praemeditatus fuerat^ cum iilo in ter- 
ram corruit. Concurrunt ergoRomani, ut eumbostibus eripiant; 
concurrerunt autem Britones , ut Bosoni auxilientur. F^t itaque 
inter eos roaxima caedes: fit clamor; fit turbatio: dum bi dur 80 
cem suum liberare, Uli eum retinere conaatur. Invicera ergo 
vulnerabant et vulnerabantur : prosternebant et prosternebantur. 
lUic itaque videri poterat quis basta, quis gladio, quis telo prae-- 
valeret« Denique Britones densata caterya incidentes, impetum- 
que Romanorum ferentes, sese intra fortitudinem praelii sui ^um 8S 
Petrejo recipiunt. Sed confestim impetum fecerunt in illos, 
jam rectore suo orbalos, jam in majori parte debilitatos, jam. 
etiam dilapsos, atque terga eisdem ostendentes. iBcumbentes. 
igitur, ipsos a tergo caecfunt: caesos prosternuqt : . prostratos 
dispoliant: dispoliatos praetereunt, ut caeteros insequantur. Sed 90 
et plures capiunt, quos regi praesentare aifectant Postrema 
postquam satis periculi ipsis ingesserunt, remearerunt cum spo- 
liis et captivis. ad castra, et indicantes quod sibi contigerat, 
Petrejum Cottam, et caeteros captivos Arturo cum victoriae lae-* 
titia obtulerunt. Quibus ille congratulans, et bonores , et bpno-t 95 
rum augmentationes promisit: quoniam eo abseote tantam pro- ^ 
bitatem egeranL Captivos autem in carcer^m trudere yolens, 
ad se Yocavit quosdam qui eos in crastinum Parisios ducerenl, 
et custodibus oppidi servandos traderent, donec ex illis aliud 
fieri praecepisseL Jussit etiam Cadorem ducem, Beduei*umque 100 
pincernam, necnon et duos consules Borellum et Richerium cum 
famulis suis ipsos conducere, donec venirent eo, quo minime 
disturbationem Romanorum timuissent. 



Caput V. 

At Romani forte comperientes istum apparatum , imperatere 
jubente , elegerunt quindecim millia suorum , qui nocte iUa itec 
eorum praecederent: atque cum ipsis congressuri suorum jiberar 
tioni instarent. Ipsis quoque praefecerunt Vultejum Cateltupi 
et Quintum Carutium senatores: Evandrum etiam regem Syrisiei 5 

Monmovth HUt. ed. San-M«rU. 10 



146 

6t Sertorkiin Likyae regem: qui nocle illd txxfn praediciis tniN^ 
tibtts jtiismn iter arripueninl, et locutn latibulis cmivefiietitetti 
adtpci delitnerant, per quem ipsos iiufös afrbilrftbantttr. Mane 
atitem ftcto Britones viam inetint cum captirh : et jam prope 
locmn intedunt, nescii qaos dolos versuti hostes instifueratik lo 
Cum vero penetrare itice})issent: egressi ex imprOYiBO Romani, 
ipsos nihil ta)e praemeditatos oecupateniDt, et penetraveittot. 
At ilH quamYia tarn ex improviso occupati ftiiasetit: tandem fa«- 
men resoeiati, viriiiter resistunt, et quosdam circa captWos sta- 
tuunt: quosdam autem per caterras distribuuDt, qui cum bosti'- 15 
biis fcongrediantor. Agmini autem illi'quod ad conservandos 
statnerant oaptivos, Richerium et Beduemm praefecerunt : Cador 
tei» dux Cornubiae atque Borellus caeteris praeponuntur. Sed 
Romani omnes sine ordine eruperant, nee cnrabant suos per 
tnrtias disponere: immo omni nisu praestantes, Britonibus stra- 20 
gern dabant, dum turmas disponere, dum semetipsos defeddere 
elaborareut. Unde ultra modum debilitati, illos quos conduce- 
bant turpiter amisissent, nisi fortuna optatum auxilium eis accc- 
lerasset. Guitardus etenim dux Pictatensium comperto dolo, 
cum tribus milibus advenerat, cujus freti auxiiio tandem praeva- 25 
Ittetruiit: et yicem praedictae stragis impudentibus grassatoribus 
reddidere. Attamen multos suorum in primo congressu amise- 
riint. Amiserunt etenim inclytum illum Cenomannorum consu- 
lern Berelium : qui dum cum Evandro rege Syriae congrederetnr, 
lancea- ipsius intra gulam infixa tttam cum sanguine eructavit. 30 
Atoiserutlt quoque quatuor proceres, Hirelgam Deperirum, Mau- 
rieium Cadorcanensem , Aliduc de Tintagol, et filium Hiderr 
qttibUfl audadores non facile reperiri poterant, nee tarnen auda- 
eiae saae desistentes sibi desperaverunt : sed omni nisu instan- 
tes » et captivos castodire, et inimicos proslernere intendebant. 35 
Romani tandem congressum eorum ferre non Yalehtes, oeyus 
relinquere campum, et castra sua petere coeperunt. At Brito* 
nes usque insequentes stragem inferunt, complures capiunt: nee 
requieverunt, donec VuUejo Catello et Evandro rege Syriae per- 
empliB, eaeteros penitus dtssipaverunt. Habita igitur victoria, 40 
üaptites quos ducebant, miserunt Parisiost atque cum illis quos 
reeeiilef ceperant, ad regem säum repedantes, spem summae 
f iotmiae prenritlebant, cum admodum pauti de tot supenrenien- 
titas fcoBtibns triumphvim babuissent. 



147 

Caput VI. 

Lucius autero Tiberius, tales easus moleste ferens, animum 

Miom diversid craeialibus Texatum, nunc buc, nunc illuc revol- 

yU, haeaitando an coepta praelia cum Arturo commiUit, an intra 

AiigustodonuiB receptos, auxiliun) Leonis iiftperatoris expectet« 

Acquieseen« taodam formidini nocte aequenti praedictam cirito«- & 

lern aditams Lwgrm cum exercitibus suis iogreditur. Quod 

ut Arturo cavipertum «st, affeetaos iter ejus praecader«, aadem 

nocte f relicta a laera civitate, qoandaai yallem, quam Lucius 

iranagressorus erat, ingreditur, quae Suesia yocabatur. Commili* 

tonea ei^ suos per catecTaa disponere volens , legioaem uoan 10 

eui praefecerat Morvid conauiem Ciaudiocestriae jussit adesse, 

vi 81 opus accidiaset, scirel quo poaaet sese recipere» et reso^ 

eiaüft tiinnis ilerum bostibus praelia ingerere. Caeteroa etiam 

per eatervas aepteuas diatribuens, et in ueaquaque caterva quin« 

qvios nilla, qxiingantos et quinquaginta quinque viroa omanHU l& 

apinis instraetoa coUoeavit« Pars quoque stalutarum turmsaruw 

diaponitur, equeatris: pars tutem altera pedestria: daturque 

pra«ceptnm iiiler eos« ut dum pedestria turma ad loyadendum 

ialeiidat: equeatris illico ab obiiquo auperveniens, stricto agmina 

diasipare bosies nilatur« Erant autem p^destres cattrvae, Bri- ^^ 

tannico more, cum dextro et sioiatro cornu in quadrum slatu^ 

tae: quaruin uAi iufuselus re^i Albaniae, et Cador dux Cornu-« 

biae, uaus in dextro cornu, et alter in sinistro pi-aeficittniurt 

AMi yero duo insignes consuks, Guertous yideücet CarfiOtenaia» 

a BcMBo de Ricbide», quae Ungua Saxooum Oxineford mmcupatur» 25 

Terliae vero turmae Asebii rex Dacorum, atque Lot rex Norwo-* 

geaisium. Quartae Ho^Uua dnx Armoricanorum atque Walguaious 

nepos regis. Post lias autem quatuor, fuerunt quatuor aüae a 

dorso statulae, quariun uni proeponuntur Cajus di^ifer, et Be« 

duerus pincerna. Alii autem praeficiuntur Holdinus dux Bute- 80 

norum, et Guilardus dux Pictayensium : tertiae Vigenis de Le- 

gecestria, et Jonathal Dorecestrenais^ atque Cursalem de Gaice* 

Stria: qvsfflae vero Urbgeonius de Badone. 4pae quoque elegit 

poat hoa aäi ei legiooi uui, qiiaiu aibi adesse afiectayerat, locum 

queudam, quo «uriaum df^conaw infixii, quem pro yexiUo habe* 35 

bat,« qno TulMcatA ot fatigatji ai neoeasitas compelleret, quasi ad 

eaatra diQiigereiit« Adwapt auiew ia lefjoAO »IIa quam aecum 

halfst, MK ji|ilUi, aexeonti et aesaginta ae^« 

10* 



148 



Caput VII. 



Dispositis itaque cunclis , commilitones seos in liaee yerba 
affatur: „Domestici mei, qui Britanniam terdenörum regnorum 
fecistis dominam, Yestrae €ongratu1or probitati, quam nullateoui» 
deficere , immo magis vigere considerö : Itcef quinque annis in* 
exercitati, oblectamentis ocii potius, quam usui militiae dedili 5 
fnistis hactenus: nequaquam tarnen ab innata bonilate deg^ne- 
ravislis: sed in ipsa perseveraates , Romanos propulistts in fii« 
gam: qui instimulante superbia suorum iibertatem vobt$ demere 
affectaverunt : qui ampliori numero incedentes, ingerere praelia 
coeperunt: qui congressui vestro resistere non vakntes, sese 10 
turpiter intra civitatem istam receperunt, ex qua ad praesens 
egressuris, et per istam ?a]lem, Augustodnnum petiluris, obmm 
poteritis adesse: et nihil tale praemeditatos , veluti pecud^ oc- 
cupare. Sane Orientalium gentium segniliam in Tobis esse 
existimabant: dum patriam vestram facere tributariam, et vos« 15 
metipsos subjugare affectarent. Numquid noyerunt quae bella 
Dacis atque Norwegensibus, Gallorumque ducibusintulistis? quos 
meae subdidistis potestati, et ab eorum pudendo dominio Itber»- 
vistis? Qui igrtur in graviori decertatione vahiimus: in bac 
leviori sine dubio praeyalebimus , si pari afTectu semiTiros ilios 20 
elaboraverimus opprimere. Quantos honores qoisqiie vestram 
possidebit, si Toluntati meae atque praeceptis meis, ut fideies 
commilitones, acquieveritis ? Subjugatis etenim ipsis, eostiBOO 
Romam petemus, petitam capiemus, captam possidebimus : et 
sie aunim, argentum, palatia, turres, oppida, eivitates, et caete^ 25 
ras victoinim divitias habebitis.'^ — Adbuc autem ipeo dicente 
talia, omnes uno clamore assentiunt: parati mortem prios reci- 
pere quam Tirente ipso campum diffugiendo r^nqucire. 



Caput VIII. 

At Lucius Tiberius comperiens insidias, quae ipsi parabflo« 
tur, noiuit ut afTectaverat diffugere: sed revocata andacia-, ipsos 
in eandem vallem aditurus, duces suos eomwcavit, atque bis 
verbis aliocutus est: „Patres veneraadi, quomn impcrio el 
orientalia et occidentalia regna subjici debuerant, majorum.Te-* 5 
strorum memores estote:qoi ut adremarios Reipobiieae: wpe^ 



IM 

rarent, non abhorrdl)ant effandere sangttioeoi sanm, sed eieni«- 
plum probitatiS' et. militiae postepis shib relinquentes , ita dee^r* 
tabant, ac si in- praelio Dens non providisset eos morituros* 
Triumpbabant. ergo saepius , et triumphando mortem evadebant^ lo 
^ia nulli alia erant.proTentura, quam qaae ex proftdentia Dei 
condescendißhaat. Augebatur. itaque Respublica: augebatur eoran'^ 
dem probitas: et quod honestalis, quod honoris, quod largitatis 
in generosisesse solebat, in eis diutius vigens, ipsos'et ipso* 
mm posteros in dominium tolius orbis promovebat. Id igitur 15 
in Yobis excitare desiderans, borlor yos ut pristinam bonitatem 
revocelis, atque in eadem perstantes, inimicos nostros in valle 
qua nobis iasidianlur, petentes, quod nostnim est ab Ulis exige- 
re conl^datisv Ne existimetis me idcirco intra civitatem banc 
receptum esse, ut vel eos vel eorum congressum obhorruerim: 20 
immo arbitrans quod nos stuUe prosequerenUir, et ut prose-» 
qaentibus ex improviso obviaremus, atque ipsos segregalim 
irrurates magna strage infestaremus. Nunc autem quoniam ali- 
ter quam rati eramus fecerunt, et nos aliter faeiamus« Petamus 
eienim illos, et audacter invadamus: vel si convaluerint, unani«» 23 
miter resiatamus, et impetum primum toleremus, et sie procul- 
dubio triumphabimus.*' — In pluribus etenim decertationtbus, 
qui in primo congressu perstare potuit, cum victoria saepissime 
abiTit. Ut bis itaque et pluribus aliis finem dicendi fecit, om« 
nes uno assensu faventes, socias quoque manus jurejurando pro- so 
mittentes, ad armandum sese festinant. Armati tandem Lengrias 
egredittHtur, atque praedictam vallem adierunt, ubi Arturus ca* 
tervas suas stafuerat. Porro et illi duodecim cuneata agmina, 
atque omnia pedestria fecerunt^ quae Romano more ad modum 
cunei ordinata, sex millia militum sexcentos sexaginta sex, eier* 35 
citum suum dtsponentes continebant. Sed et unicuique suos 
ductores dederunt: ut monitu eorum et invaderent et caeteris 
imientibtts resisterest. Uni etenim {»-aefecenint Lucium Calel- 
htm senatorem, et Alifantinam regem Hispaniae. Aüi vero Hir- 
taciiim regem PartbiNrum , et Marium Lepidum senatorem : tertio 40 
Boccum regem Medonim, et Cajum Metellura senatorem: quarto 
Sertorium regem Libyae: et quintum Milvium senatorem. Haec 
quataor agmina jn prima acie statuta fuerunt. Post ipsa vero 
alia quatuor a dorso, quorum uni Sersem regem Itureorum prae- 
feeeruBt: aüi vero. Pandrasum regem Aegypti : tertio Polytetem 45 



IN 

doe«m Bkbyniae : qaaHo Teucniiii ductm Pkrygiae. Post bttc 
qwMpie alia quatuor agmina , et cuidam iOarnin dedanMii Quib«- 
tum Ganicium seoatorem: alii autem Laelium HostiansetD: tortio 
Sulpiilum Subttculum: quarto Mauricium Silyasuin« IfMiiB autem 
inter eos nunc bac nunc illac incedebat, suggcreado et doceiid^ 50 
qnaliter seee baberent. In medio ettam auream aqüilam» quam 
pto vexillo duxerat, jussit firmiter poai: et quoscunque caaua 
segregasset, submonuit ut ad eam reverti couareatur. 



Caput IX. 

Postquam autem in adversa parte, binc Briteu^, Ulinc Ro* 
mani erectis steterunt telis: oonfeslim (audito claasicorum soDt«- 
tu) agnen iUud cui rex Hispaniae et Lucius Catelius praeeraot^ 
in caterram illam quam rex Scotiae et dux Cprnubtae duceliaat, 
audaeter irruit: sed illam stricte irruentem nequaquam di^re* 5 
gare potuit Cui itaque saeTissime invadenti occurrit catenra 
quam Guerinua et Boso regebant, et dum aiia, ut praedictum 
est, resisteret, subito cursu equoi^m, impetum in eand«n fedt: 
et illa penetrata, obviayit agmini, quod rex Parlhorum ducebat 
contra turmam Ascbillii regis Dacorum. Nee mora 9 ooncurrunt 10 
fainc et inde catervae, et mutuo sese penetrantes, maximan pu«- 
gnam lacessunt. Fit itaque miseranda caedes inter eos cum 
supremo clamore, et terram vertice et calcaneia pulsantes^ vitam 
in utraque parte cum sanguine eructant. Sed primum damnum 
Britonibus illatum est: quia Beduerus pincerna peremplus fuit: 15 
Cajus dapifer letaliter vulneratus. Nam cum BMuerus Bocoo 
Mederum regi obviaret, lancea ejusdem confossi» inter bostilee 
catervas peremptus corrnit. Cajus autem dapifer, dum ipaum 
Tiiidicare conaretur , intra Medorum turmas circumdMus , mortis- 
ferum vulnus recepit : qui tarnen more boni militis , cum ala 20 
quam ducebat viam aperiens, caesis et dissipatia BMis, seae 
intra suos, iategra eaterva recepisset, niai obviam Teniaaet agnüai 
regis Libyae, ciqus irruptio illos quos ducebat ornnes disgrega* 
▼it : utcunque tamen cum paucis retroceilena^ ad aureum diffugit 
draconem cum coipore Bedueri. quanta lamenta Neuatrien* 25 
aium i dum corpus . sui ducis tot Tulnerifaus dilaniatum aspioe« 
rentl quantos And^aveosiiim planctus» dum Cqt consulia 
sui vulnera pluribus media tractareat! Sed nun opus erat que«* 



1*1 

rda, quin undiqiie MagniMleutae aei«» omtuo irrueoUs, hqi» 
peroiittf baot eU »patiuia ^aedicti gemilus ; quin ip^oa ad der 30 
fendendum seae coagisaaDt. Birelgas arga napoa Baduari uUra 
jBodu« ob mortam ipaiua commotus, trecenio« auorum aasacia- 
Tjt aibi, et vetat aper iotra Uurmam canusi» aic per bostilea ca^ 
tarras aiibiio curau eq^orum, locum ubi Texillum regia Medo- 
rum aape]ierati pativit: parum cogitans quid ^ibi contingera 85 
poaaet, dum avunculuoi auum vindicarat, Adaptua tandem lo<- 
cum quam affactarerat, praadictum regem peremit, peremptuvo-^ 
qua ad aocioa 8Uoa deportarit, deportatumque jui^ta corpua pio^ 
cemae, omnmo dilaniavit. Deinde maxima clamora eoncivium 
sQorum turma? ioanimaDdo, borlabatur Jd boatas irruera, crebria«- 40 
qua ÜTttpüaaibua infeatare , dum eia virlua recenter fervabati 
dun illis formidolosia pectus tremebat, dum cominua immioen*- 
tea« sapienüua quana caeteri per catervas dispositi eaaent, atqua 
crudeiius damoum ingerere aaepius valuissenU Inauimati igitur 
borlamijDa illius, impetum in bo&tes undique fecarunt: quo ma- 45 
xima strages utrimque facta fuit. In parte namque Romanorumt 
exceptia innumerabilibus aliis, Alifantinam rex Hispaniae, et Mi- 
cipsa Babyloniensis , Quintus quoque Milyius et Marius Lepidus 
senatorea occubuerunt Corruemnt etiam in parte Britonum, 
Ifoldinua rex Rutanorum et Leadegariu« Boloniensia : traa etiam 50 
oaoaulea Britanniae : Cursalem Gaicestreoais ; Galluc Salasberiao-* 
aia, et Urbgaottius de Badona. Unde turmae quaa conduoebant, 
ultra modum dabilitatae, retrocesserunt, donec veueruot ad aciem 
Armoricanorum Britonumt quam Hoelus et Walgainua regabant« 
Quae Uaque velat flarama igne^ens, impatum fecit in bostes, et 55 
raYoeaüa iUis qui retrocesserant, illos qui paulo ante aequebaptur, 
diffvgere i^oegit. Sad et uaque inaequeua, nunc ipaoa diffu* 
giaiKe? pfoaternit, mmc interfiait: uec atragem iugarare cpiaat, 
daneo ad turmam imperatoris vanit: qui vjßa »Qwrum aalami"* 
taie, properat ipsia auccuraum praeaiare. 



60 



Cafpt X, 

loito itaque aoograsau» debilitantur Britoue$. Kimaraoaua 
siqttidem wo$vA Trigeriae» »aanon at duo milia cum eo corrua«* 
mot* Corruarwt etiam traa inolyti proaaraai Ri<:bomarcu9 et 
Blaocaviua Mqpe Ufims ^ Badia<^a : qui ai principaa fuiaa^ 



152 

regnorum, ob iantam probttatem quam habebani, veatura aelas 5 
eorum famam eelebiraret. Nam et dum praedictum ibpetom com 
Hoelo et Walgaino facereot, non evadebat hostis cui imminebant, 
quin ei yitam vel gladio vel lancea eriputasent. Sed postquam 
intra aciem Lucii ventum fuit, undique a Romanis circumsepti, 
cum praedicto consule et praedictis militibus conciderunt Hoe- 10 
lus ergo et Walgaious, quibus meliores praeterita secuta non 
genuerunt, comperta strage suoruin, acriores institerunt: et nunc 
hac nunc illac, unus ex una parte, alter ex altera, discurrente^, 
cuneum imperatoris infestabant. At Walgainus semper recenti 
Tirtute exaestuans, nitebatur ut aditum congrediendi cum Lucio J5 
baberet : nitendo ut aiTdarissimus miles irruebat : irruendo bestes 
prosternebat, prosternendo caedebat« Hoelus quoque non infe^ 
rior illo, ex alia parte fulminabat. Socios etiam suos bortaba- 
tur, inimicos feriebat, eorumque ictus haud timidus recipiebat: 
nee Ulla hora deficiebat quin saepissime et percuteretur et per- 20 
enteret. Non facile definiri poterat, uter eorum alterius vires 
excederet. 



CiPüT XL 

Porro Walgainus turmas (ut praedictum est) inTadens, in* 
▼enit tandem aditum quem optabat: et in imperatorem irrait» 
et cum iilo congressus est. At Lucius prima juyentute florens, 
multum audaciae, multum vigoris, roultum probitatis habebat: 
nihilque magis desiderabat, quam congredi cum milite tali, qui 5 
ipsum cogeret experiri, quantum in militia valeret Resistens 
itaque Walgaino, congressum ejus inire laetatur, et gloriatur, 
quia tantam famam de eo audierat, Commisso diutius inter se 
praelio, dant ictus validos, et clypeos ictibus praetendendo, utcr- 
que. neci alterius imminere elaborabat. Dum autem acrias in 10 
bunc modum decertarent: ecce Romani subito vires recuperah- 
tes, impetum in Armoricanos faciunt, et imperatori suo subve- 
nientes, Hoelum et Walgainum cum suis turmis caedendo pro- 
pulerunt, donec Arturo obviam et ejusdem agmini ex improviso 
venerunt: ipse etenim audita suorum strage, quae paulo ante 15 
eisdem dabatur, cum legione irruerat, et abstracto Calibnrno gla- 
dio optimo , excelsa voce atque verbis commilitones suos inani- 
mabat, inquiens: „Quid facitis virit Ut quid müliebres per* 



• 

miuitis illaesos abire? Ne abscedat illorum ullus vivus. Me- 
mentote dextranim vestrarum, quap tot praelüs exercitatae, ter- 20 
dena regna pote^tati ineae sttbclideruBt. Mementote aTonim rt^ 
strorom, qaos Romani, 'dum fortiores erant, tributarios fecenait 
Biementote Mbertatis vestrae, quam semiviri iati, et vobis debi* 
liores, dranere aifectant. Ne abeat ulius vivus , ue abeat. Quid 
faeitls ?'' *— « Haec et plnra alia vociferando, irruebat in bostes, 25 
prosternebat, caedebat, et cuicunque obviabat, aut ipsum aut 
ipaios equum uno ictu interficiebat. Diffugiebant ergo ipsum ve* 
lut pecudes ferocem ieonem, quem saeva fames instimulat ad 
devorandum quicquid casus sub?ectat. Arma sua nihil eis pro- 
ficiebant, quin Caliburnus dextera tam virtuosi regis vibratus, 30 
cogeret ipsos animas eructare cum sanguine. Duos reges, Ser- 
torium Libyae, Bithyniaeque Polytetem infortunium illi obtulit, 
quos abscissis capitibus ad tartara direxit. Viso igitur rege suo 
in bunc modura decertante, Britones majorem audaciam capes- 
sunt: Romanos unanimiter invadunt: densata caterva incedunt: 35 
et dum ex una parte pedestres hoc modo infestarent, equestres 
ex alia prosternere et penetrare conantur. Resistunt tarnen 
acriter Romani: et monitu Lucii, iilustris regis vicem illatae 
cladis Britonibus reddere elaborabant. Tanta igitur vi in utra- 
que parte pugnatur, ac si tunc primum recenter convenirent. 40 
Hinc autem Arturus saepius ac saepius (ut praedictum est) ho- 
stes percutiens, Britones ad perstandum hortabatur: illinc vero 
Lucius Tiberius Romanos suos, et monebat, et in praeclaras 
probitates multotiens ducebat. Nee ipse cessabat ferire: sed in 
omnes partes turmas suas circuiens, quemcunque bestem casus 45 
offerebat, Tel lancea, vel gladio perimebat. Fiebat itaque in utra- 
que parte caedes abhorrenda: quia quandoque Britones ,^quan- 
doque Romani versa vice praevalebant. Postremo dum talis de- 
certatio inter eos fleret, ecce Morvid consul Claudiocestriae cum 
legione, quam esse intra colles superius dixi, subito cursu oc- 50 
curril: et bostes nihil tale praemeditalos a dorso invasit: inva- 
dens penetravit: penetrans dissipavit, atque maximam stragem 
fecit. Tuncjnulta milia Rbmanorum conciderunt. Tunc etiam 
Lucius Imperator intra turmas occupatus, cujusdam laQcea con* 
fossus interiit. At Britones usque insequentes , victoriam, licet ^^ 
maximo labore, habuerunt. 



16« 

Caput XII. 
Diflgregati igitur Romani, partim devia et aemora, tiniore 
Gogente» carpebaat : partim ad dvitates et oppida, et ad quaofue 
inüssima loca diffugiebant Quos Britoiies omni nisu inaequea* 
do, miserabili caede afficiunt, capiunt, despoliant. Ita quod ma- 
xima pars eomm ullro manus auas protendebat muliebriter vin* 5 
ciendas: ut pauxilium spatium ad vivendum haberent. Quod 
difinae proTidentiae stabat loco^ cum et veteres eorum priaoia 
temporibus avos istorum injustis inquietationibus iiifeataaaeiit : 
et isü nunc libertatem, quam illi eisdem demere affedabant, 
tueri instarent, abnegantes tributum,. quod ab ipsis injuste tx-^ 10 
igebatur. 

Caput XIII. 
Habita denique victoria illa, Arturus corpora procerum suo- 
rum ab bostilibus cadaveribus separari jubet : separata autem re- 
gio more parari: parata vero ad comprovinciales AbbaUas de- 
ferri, i|t ibidem honorifice sepelirentup. At Beduerus pinceroa 
ad Bajocas civitatem suam, quam Beduerus primus et proavus 5 
ejus aedificaverat» ab Neustriensibus cum maximis lamentis de- 
portatur« Ibi in quodam coemeterio quod in australi parte ci- 
vitatis erat, juxta murum honorifice positus fuit: Cheudo autem 
ad Camum oppidum, quod ipse construxerat , graviter vulneratus 
asportatur, et pauIo post eodem Tulnere defunctus, in quodam 10 
pemore, in coenobio eremitarum, qui ibidem non longe ab op- 
pido erant: ut decuit Andegavensium ducem, humatus fuit. 
Holdinus quoque dux Rutenorum Flandrias delatus , in Terivana 
civitate sua sepultus est. Caeteri autem consules et proceres, 
ut praeceperat Arturus, ad vicinas Abbatias delati sunt. Hostes 15 
quoque suos miseratus, praecepit indigenis sepelire eos : corpus- 
qüe Lucii ad senatum deferre, maudans non debere aliud tri- 
butum ex Britannia reddi. Deinde post subsequentem hyemem, 
in partibus illis moratus est: et civitates AUobrogum subjugai^e 
vacavit. Adveniente vero aestate, cum Romam petere affectaret, 20 
et montes transcendere incoepisset, nunciatur ei Modredum uq^ 
potem suum, cujus tutelae commiserat Britanniam, ejusdem dia* 
demate per tyrannidem et proditionem insignitum esse; regi<- 
namque Ganhumaram, violato jure prioruifi nuptiarura, eidem 
nefanda Yenere copulatam esse. 25 

M««0>WM 



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hlBE R UMOKGINU& 



Caput I. 



TU, De hoc quidem, coosul Auguste, Gaufridus MonumetensU 
* Uicebit. Sed ut io BritauQiGo praefato Sermone inveoil, et a 
Gualtero Oxinefordensi in roultis historiis peritissimo viro audi- 
Vit, vili licet stylo, breviter tarnen propalabit, quae praeJia in- 
clytus ille rex post victoriam istam, in Britanniam reversus, cum 5 
nepote suo commiserit. Ut igitur infamia praenunciati sceleris 
aures ipsius attigit, continuo dilata inquietatione, quam Leoni 
regi RomanoruiD iugerere affectaverat: dimisso Hodo duce Ar* 
moricanorum cum ezercitu Galliarum, ut partes illas pacificaret: 
confestim cum Insulanis tantummodo regibus, eorumque exerei* 10 
tibns in Britanniam re.meavit« Praedictus autem sceleratissimus 
proditor ille Modredus, Cheldricum Saxonum ducem in Germa- 
niam direxerat, ut in illa quoscunque posset associaret sibi, et 
associatis quibuscunque, iterum citissimis velis rediret Spopoa* 
derat etiam se ipsi boc pacto daturum partem illam insulae, 15 
quae a flumine Humbro usque ad Scotiam porrigebatur, et quio* 
quid in Cantia tempore Vortegirni Horsus et Hengistus possede- 
rant At ille peracto ipsius praecepto, octingentis navibus ar* 
matis Pagams plenis applicuerat: et foedere dato, buic proditori 
quasi suo regi parebat Associaverat quoque aibi Scotos, Pictoa, 20 
Hyberoienses , et quoscunque callebat babuisse suum avunculun 
edio. Erant autem omnes numero quasi octingenta milia, tarn 
Paganorum quam Christianorum, quorum auxilio fretus, et quo- 
rum muititttdine comitalmi, Arturo in Butupi portum applicanti 
obviam Yont: et commisso praelio maximam strs^em dedit ap** 25 
plicantäns« Auguselus elenim rex Albaniae et Walgainus nepos 
regis, cum iDnumerahilibus aliis in die illa corruerunt Succes«- 
Sit autem Auguselo in regnum Eventus filius Uriani fratiis suif ^ 
qui postea in decertationibus istis, muUis probitatibus daruit 
Postqoam tandem, etsi magno labore, littora adc^ti foeruBt, mu* 80 



in 

tuam reddendo cladem, Modredum et exercitam ejus pepulerunt 
in fugam. Assiduis namque debellationibus usi, sapienter tur- 
mas suas disposuerant : quae partim pede, partim equo disU*i* 
bufae, tali modo decertabant: quod cum pedestre agmen ad in- 
vadendum vel resistendum intenderet, equestre ilico ab obliquo 35 
irruens, omni nisu penetrare bostes conaretur, unde eos ad dif- 
fugiendum coegerunt. Perjurus ergo ilie revocatis undique suis, 
insequenti nocte Guintoniam ingressus est. Quod ut Ganbu* 
marae reginae annunciatum est, confestim desperans, ab Eboraco 
ad urbem Legionum diifugit, atque in templo Julii martyriä, in- 40 
ter monacbas ejusdem caste vivere proposuit, et vitam mona« 
chalem suscepit« 



Caput IL 

At Arturus acriori ira accensus, quoniam tot centena com-* 
militonum suorum amiserat. in tertia die datis prius sepulturae 
peremptis, civitatem adivit: atque- intra eam receptum nebulo-* 
Dem obsedit. Qui tarnen coeptis suis desistere noiens, sed ipsos 
qoi ei adhaerebant pluribus modis inanijnans, cum agminibus 5 
suis egreditur, atque cum avunculo suo praeliari disponit. Inito 
ergo certamine, facta est maxima caedes in utraque parte, quae 
tandem magis in partem illius illata, coegit eum campum turpi« 
ter re]inquere. Qui deinde non multum curans, quae sepultura 
peremptis suis fieret: cito remige fugae evectus, Cornubiam Ter- 10 
sus iter arripuit Arturus autem interna anxietate cruciatus, 
quoniam totiens evasisset, confestim prosecutus est eum in prae-* 
dictam patriam usque ad flumen Cambula, ubi ilie adventum ejus 
expectabat« Porro Modredus, ut erat omnium audacissimus, et 
semper ad invadendum celerrimus, confestim milites suos per 15 
catervas distribuit, affectans vincere vel mori potius, quam prae- 
dietp modo diutius fugere. Remanserant adhuc ei ex praedicto 
nomero sociorum suorum sexaginta niilia, ex <|uibus fecit tur^. 
mas tres: et in unaquaque posuit sex milia arm^torum et sex- 
centos sexaginta sex« Praeterea vero fecit unam turmam ex 20 
caeteris qui snperfuerant, et unicuique aliarum ductoribus datis, 
eam tutelae suae permisit. His itaque distributis quemlibet 
eorum inanimabat, promitteus caeterorum possessiones eis, si 
ad triunqibandiim perstarent. Arturus quoque suum exercitum 



Wl 

in adversa parte statuit, quem per novem divisit agmina pede- 25 
Stria cum dextro ac sinistro cofnu quadrata: et unicuique prae- 
sidibus coaunisftis, hörtatur ut pdrjuros et latrones iDterimant, 
qai moBitu proditoris süi de externis regionibus in insulam ad« 
vecti, suos eis honores dem&re aSectabanL Dicit etiam diver-^ 
SOS diversorum regnorum Barbaros imbelles atqiie belli usus 30 
ignaros esse^ et niillatenus ipsis virtuosis viris et pluribus de- 
bellationibuB usis resistere posse , si audtcter inradere et virili'* 
ter deeeiiare affectapeni. Ipsis itaque coiBmilitoües suos hinb 
et inde cohortantibusi subito impetu concurrunt acies, et com- 
misse praelio crebros ictus ionectere elaborabaot. Fiwit ilieo 35 
in utrisque partibus tantae strages, tanti morientium geiaitus; 
tanti invadentium furores, quantos et dolorosum et laboriosttiü 
est describere. Undique etenira vulnerabaot et Yttioerabaatur f 
perimebant et perimebantur. Postquam autem multum diei in 
faunc modwn duxerunt, irruit tandem Arturus cum agmine uno, 40 
quo sex milia sexcentos et sexagiuta s^x posnerat, in turman 
illam ubi Hodredum . sciebat esse, etviam gladiis aperiendo, eam 
penetravit, atque tristissimam caedem ingessit. Concidit nam- 
que prodilor ille nefandus, et multa milia cum eo. Nee tamen 
ob casum ejus diffugiunt caeteri : sed ex omni campo confluen- 45 
tes, quaotum audaciae dabatur, resistere conantur. Committi- 
tur ergo dirissima pugna inter eos, qua omnes fere duces qui 
in ambabus partibus affuerant, cum suis catervis corruerunt. 
Corruerunt etenim in parte Hodredi: Cheldricus, Elafius, Eg^ 
brictus, Bunignus, Saxones: Gillapatriae , Gillamor, Gislafel, 50 
Giliarium, Hybernenses. Scoti etiam et Picti. cum omnibus fere 
qiBbus domtnabantur. In parle autem Arturi Olbrictus rex Nor* 
wegiae, AsdnUius rex Daciae, Cador Limenic, Cassibellamts, 
cum multis milibus suornm tarn Britonum quam caeterarum gen- 
tium quas secum adduxeraL Sed et inciytus ille Arturus rex 55 
letaliter vulneratus est, qui illinc ad sananda vulnera sua in in- 
sulam Ayallonis advectus^- eognato suo Constantino, filio Cadoris 
ducis Comubiae, diadema Britanniae concessit, anno ab iiicarna* 
tione dominica quiiigeiitesimo quadragesimo secuado* 



198 



Caput III. 

viiT, Conttantino igitur diademate inBignitd, insurrexenifti SaKones, 
' et doo filii Modredi nee in eiun praevalere quirerunt: aed poat 
plurima praelia diflugiendo, unus Londoniaa, alter Tero GayiMo« 
niam ingressus, eas obtinere coeperunt Tunc deAinctus est 
sanctUB Daniel Bangornensis ecclesiae religiosiaaimitö Aatisles, 5 
et Theonus Glouecestrensis episcopus in Arcbiepiacopatum Loa* 
doniarum eligitur. Tunc obiit sanctissiiliua urbia Legtonum ar- 
cbiepiscopus David in Menevia civitate, intra abbatiam suaiDi 
quam praa ceteris suae dioecesis monasteriis dilexerat, quia 
beatos Patricius, qui nativitatem ejus propbetaTerat, ipsam fun« 10 
darit« Dam enim ibi apud confratres . suos rooram facerei, su- 
bito languore gravatus defunctus est, et jubente Haigone Vene- 
dotorun rege in eadem ecclesia sepullus. Pro eo ponilur in 
Melropolitana sede Kincus Lampaternensis ecclesiae antisdes, et 
«d altiorem diguilatem promo?etur. 15 



Caput IV. 

At Constantinus inseootus est Saxones, et eos polesti^i 
suae subjugavit. Et praedictos fiiios Modredi cepit: et alteram 
Juvenem Guintoniae in ecclesiam sancti Ampbibali fugieotemt 
ante allare thicidavit: alterum vero Londoniis in quorundam 
frati^UBi Coenobio absconditum, atque tandem juxta allare inren-^ 5 
lum« crudeii morta affecit Exin tertio anno interfectus est a 
Cooano, senteatia Dei persussus, et juxta Utberpendragon intra 
lapidum structiiram sepultus fuit, quae haud looge a Salesberia 
mira arte oonposita, Angiorum lingua Stanheng nuncupatur. 



Caput V. 
Hoie successit Aurelius Conano» niirae probitatis juvenis, 
et i^ius nepos, qui nionarchiam totius insulae ienens ejusdem 
diademate dignos esset, si non foret emlü belli amaior. Amn- 
culum etenim suum, qui post Conslantinum regnare debuit, in- 
quietayit, atque in carcerem posuit : ejusque duabus fitns per- 5 
emptis, regnumöbtinuit, secundoque regni sui anno defunctus est. 



1S9 



Caput VI. 

Conano successit Wortiporius: in qaem ingurrexeninl Saxo- 
lies, condueeates conme» snos ex GermBnia maximo navigio« 
Sed ipse praelium cum ipsis inivit, et superavit: et monarchiaan 
totius regni adeptus, populum quatuor annis gubernavit cum 
diligeutia et pace. & 



Caput VIL 

Cui auccessit Halgo omniam fere Britanniae pulcberrimus» 
fnuUorum tyrannomm depuhor, rohuslut anm's, largiiMr tatU-* 
ri$: et ultra modum probitate praeclarus, nm S^domitana ftitt 
t>ohUatH9f sese Deo invisum exhibuisset. Hie etiam totam insu^ 
lam obtinuit, et sex comprovinciales Oeeani iasalas, Hyberniam 5 
TtdeUcet, atque Islandiam, Godlandiam, Orcades, Norwegiam, 
Daciam, adjeeit diriasimis praeliia potestati suae. 



Caput VIU. 

Vllf^ Nalgotii suceessit Careticus, amator crviiium bellorum, in- 
^* viaua Deo et Britouibus. Cujus inconstantiam compericntes 
Saxones, iverunt ad Gormuudum regem Africauorum in Hyber« 
niam, in quam roaximis naTigiis adrectus, geritem patriae sub* 
jugaverat. Exin proditione eorura , cum centum sexaginta sex 5 
miJibus Africanorum ad Britanniam transfretavit , quam in una 
parte mentitae fidei Saxones , in alia vero cives patriae , civilia 
bella inter se assidue agentes , penitus dcvastabant Inito ergo 
foedere cum Saxoaibas oppugnavit regem Caretieum: et post 
plaria praelia inter eos , fugavit eum de ciyitate in civitateoii lo 
donec eum trusit in Cirecestriam , et obsediL Ubi Isembardus 
Lttdofvici regia FraDe(H*um oepos venit ad eum , et cum eo foe* 
dtta amicitiae iniTit, et Cltrfetiant(atem suam tali pacto pro amoro 
ejus deseruit» ut auxilio ejus regnum Galliae aruncttlo eripere 
peaaet, a quo (ut aiebat) ti et injuste expnlsua erat« Capta 15 
tandem praedicta eivitate et succensa., commisit praeiUum cum 
Caretieo, et eum AigaWt ultra Sabrioam ia Guailiaa, Moxds-- 
f&fHlm$ ajir0$, igMm tmmmlatit M finäimas fKMjfiM cMtaU$: 
qni mn prit^t wöumMf donee omMm jwne Buptrfkiem imnlm 



m 

a mari usque ad mare exussit: ita nt eunctae eoloniae cre- ^0 
bris arietibus, omnesque coloni cum sacerdotibus eeeUiiae, 
mueronibns undiqne mieantibuSf ae fiammis crepitantibus , iimul 
knmi stemerentnr. Diffugiebant ergo reliquiae tautis cladibus 
affectae, quocunque ipsis cedentibus tutamen patebat. 



Caput IX. 

Quid, ociosa gens pondere immanium scelerum oppressa: 
quid semper civilia bella sitiens^ tete domestieis in tantum de- 
bilitasti motibus, quae cum prius longe posita regna potestati 
tuae subdideris, nunc velut bona vinea degenerata, in amaritU'- 
dinem versa, patriam et conjuges liberosque nequeas ab inimi- 5 
eis tueri? Age ergo, age civile dißsidium: parum intelligena 
Bvangelicum illud: Omne regnum in se ipsum divisum desola- 
bitur, et domus supra domum cadet. Quia ergo regnum tuom 
in se divisum fuit: quia furor civilis discordiae et livorisfumus 
roentem tuam hebetavitr quia superbia tua uni regi obedientiam lo 
ferre non permisit: cernis idcirco patriam tuam ab impiissimis 
paganis desolatam, domos etiam ejusdem supra domos ruentes, 
qood posteri tut in futurum lugebunt. Yidebunt etenim barba- . 
rae leatnae catnlos oppida, civitates, atque caeteras eorundem 
possessiones obtinere. Ex quibus misere expulsi, prioris digni- 15 
tatis statum vel vix vel nunquam recuperabunt« 



Caput X. 

Postquam autem (ut praedictum est) infaustus Tyranous 
cum innumerabilibus Africanorum milibus totam fere insulam 
vastavit, majorem partem ejus, quae Loggria vocabatur, praebuit 
Saxonibus, quorum proditione applicuerat. Secesserunt itaque 
Britonum reliquiae in Occidentales regnl partes, Cornubium vi* 5 
deticet atque Gualias. Unde crebras «t ferales irruptiones in- 
cessanter hostibus fecerunt. Tres igitur archipraesules, videlicet 
urbis Legionum, Theonus Londoniensis , et Thadioceus Ebora- 
censis, cum omnes ecclesias sibi subditas, usque ad humum de- 
stru'ctas vidissent: cum omnibus ordinatas, qui in tanto disori* 10 
mine superfuerani, diffugiunt äd tutamina nemorum in Gualias 
cum reliquiis sanctorum, timestes ne barbarorum irruptione de- 



161 

lerenlor tot et tantorum ▼eterum sacra ossa , si ipsä in immi- 
uenü periculo desererent. et seae instanti marLyrio offerrent. • 
Plures etiam Annonicanam Britanniam maximo navigio pelive- 
runt: ita ut tota ecclesia diiaruin proTinciarum, Loegriae videli- 10 
cet et Nortbanhumbriae , a coiiventibus suis desolarelur: sed 
haec alias referam, cum librum de exulatione eorum 
transtulero. 



Caput Xf. 

^'||>> Amiserunt deinde Britones regni diadema multis tempori- 
bus, et insulae monarchiam, nee pristinam dignilatein recuperare 
nitebantur: immo partem illani' patriae quae eis adbuc remanse^ 
rat, non ani regi: sed tribus tyrannis subditam, civilibus prae- 
liis saepissime vastabant: Sed nee Saxones diadema insulae ad- 5 
buc adepti sunt, qui tribus etiam regibus subdili, quandoque 
sibi ipsis, quandoque Brilonibus inquietatiouem ingerebant. 



Caput XII. 

Vlü. Interea missus e$t Augustinus a beato Gregorio papa in 
Britanniam, ut Anglis verhum Bei praediearet , qui Pagana su- 
perstitione caecati in illa in^utae parte quam babebant, totam 
deleverant Christianitatem. In parte autem Britonum adbuc vi- 
gebat Cbristiauitas , quae a tempore Eieutberii papae babita, 5 
nunquam inter eos defecerat. Postquam autem venit Augusti- 
nus, invenit in eorum provincia Septem Episcopatus et Archiepi- 
scopatum religiosissimis praesulibus munitos j et dbbatias cam- 
plures: in quibus grex domini rectum ordinem tenebat. Inter 
caeteras , erat in civitate Bangor quaedam nobilissima ecclesia, io 
fft qua tantus fertur fuisse numerus monachorum, ut cum in 
Septem portiones esset cum praepositis sibi Prioribus monasterium 
divisum, nulla harum portio minus quam trecentos monachos habe" 
ret: qui omnes labore manuum suarum vivebant. Abbas autem 
eorum Dinoot vocabatur: miro modo liberalibus artibus eruditus. J5 
Qni Augustino petenti ab episcopis Brilonibus subjectiondm , et 
suadenli ut secum genti Anglorum communem evangelizandi 
laborem susciperent: diversis argumentationibus, ipsos ei nullam 
subjectionem debere respondit, nee suam praedicationem inimi- 

Monmoaih HUt. edt Snn-Mart«. 1 1 



182 

eis sais impendere: cum et suum Arcbipraesalem haberent, et 20 
genes Saxonnm patriain propriam eisdem auferre perstarent Unde 
eos summo habebant odio: fidemque et religionem earum pro 
Hibilo habebant: nee in aliquo Anglis magis quam canibus com- 
nunicabant. 



Caput XIIL 

Ellielbertus ergo rex Cantiorum, ut vidil Britones dedignan- 
tes subjectionem Augustino facere , et eosdem praedicationem 
suam spernere: hoc gravissime ferens, Ethelfridum regem Nort- 
hanhumbrorum , et caeteros regulos Saxonum instimulavit, ut 
coUecto grandi exercitu, m civitaUm Bangor ahbatem Dinoot el ^ 
caeteros clericos, qui eos spemerent, perditum ireni. Acqnt^ 
eseentes ergo eonsilio ejus, coUegerunt mrabilem exerciium ei 
provineiam Britonum petentes, venerum Legecestriam, übt Broc^ 
mail consul urbis eorum adventum expectabaU Venerant auiem 
ad eandem civitatem ex diversis Britonum provtncüs innumera- 10 
biles monachi et eremitae, et maxime de civitate Bangor, ut pro 
Salute populi sui orarent. Collectis igitur undique exercitibus, 
Ethelfridus rex Norikanhumbrorum praelium inivit cum Broc- 
mail: qui pa%iciori numero militum resistens, ad ultimum relictn 
dvHüte, sei prius maxima strage hostibus illata, diffugit. At 15 
Ethelfridus civitate capta, cum intellexisset causam adventus 
praedictorum monacfaorum: jussit in eos primum arma verti, et 
sk milk ducenti eorum in ipsa die martyrio decorati, regni cae- 
lestis adepii sunt sedem. Deiude cum praedictus Saxonum ty- 
rannus Bangornensium urbeih peteret : audita ipsius insania, ve- 20 
ner unt undique obviam illi duces Britonum , Bledericus yidelicet 
dux Cornubiae, et Margadud rex Demetorum, Caduanus Venedo* 
torum: et conserto praelio, ipsum vulneratum in fuga« propu- 
leiruiit: sed et tantum uumerum exercitus ejus peremerunt, ita 
quod decem milia circiter et sexaginta sex corruerunt. In parte 25 
•tiam Britonum cecidit Bledericus dux Cornubiae, qui dicatum 
in eisdem praeliis praestabat. 

« 



163 



LIBER DUODECIMUS. 



Caput I. 

1^ Exin convenerunt otones principes Britonum in civitatem 

1. Legecestriam , communemque assensum habuerunt, ut Caduanum 
facerentsibi regem, ipsoque duce Ethelfridum ultra Humbruun per- 
sequerenUir. losignitoque illo regni diademate, undique con- 
fluentes Humbrum praeterierunt, Cumque id Etbelfrido nunciatum 5 
esset, associavit sibi omnes reges iSaxonum, obviusque Caduano 
perrexit. Deoique cum catervas suas in utraque parte statue- 
renty venerum eorum amici, talique pacto pacem inter eos fe- 
ceraul: ut Elhelfridus Irans Humbrum : Caduanus vero citra Hum- 
brum Britanniam possiderent« Cum autem conventionem suam lo 
obsldibus jurejurando confirmassent, orta est tanta amicitia inter 
eos, ut omnia sua communia haberent. Interea contigit ut ex- 
pulsa propria conjuge Elhelfridus aliam duceret: expulsamque 
tanto baberet odio, ut eam ex regno Northanhumbriae expelleret. 
Porro illa puerum in utero habens regem Caduanum adivit: orans 15 
ut ejus interyentione marito suo resociaretur. Cumque id ab 
Etbelfrido nullatenus impetrari potuisset: remansit ilLa in thala- 
mo Caduani donec dies partus filium quem conceperat in lucem 
produxit. Natns est etiam paulo post Caduano regi fitius ex 
. regina conjuge sua : nam et illa eodem tempore gravida facta 20 
fuerat. Exjn nutriti sunt pueri, ut regium genus decebat, quo- 
rura alter videlicet Caduallo nuncupalur, alter vero Edwinus. In- 
terea cum progressior aetas ipsos in adolescentiam promovisset: 
miserunt eos parentes ad Salomonem regem Armoricanorum Bri- 
tonum , ut in domo ejus documenta militiae caeterarumque cu- 25 
rialium consuetudinem addiscerent. Excepli itaque diligenter ab 
eo, in familiaritatem ipsius accedere coeperunt : ita ut non esset 
aller aetatis eorum in curia , qui posset cum rege aut esse se- 
cretius, aut loqui jucundius. Denique frequenter ante illum in 
praeliis congressum cum hostibus faciebant : virtutemque suam 80 
praeclaris probitatibus famosam agebant« 

11* 



164 



Caput. II. 
Succcdente tandem tempore, defunclis parentibus in Britan- 
niam reversi sunt, susceptoque regni gubernaculo, eam amicitiam, 
quam prius patres eorum habuerant, exercere coeperunt. Emenso 
deinde biennio, rogavit Cadualloneni Edwinus, ut sibi diadema 
habere liceret, celebraretque statutas solennitates in partibus 5 
Northanhumbrorum , quemadmodum ipse citra Humbrum antiquo 
more consueverat. Cumque inde juxta fluvium Duglas colloquium 
facere incoepissent , disponentibus sapientioribus ut melius fieri 
poterat: jacebat Caduallo in alia parte fluminis in gremio cujus- 
dam nepotis sui, quem Brianum appellabant. At dum legati hinc 10 
et inde mutua responsa deferrent, flevit Brianus, lacrymaeque ex 
oculis ejus manantes ita ceciderunt, ut faciem regis et barbam 
irrorarent Qui imbrem cecidisse ratus , erexit vultum suum, 
vidensque juvenem in fletum solutum, causam tam subitae moe- 
stitiae inquisivit. Cum ille: „Flendum mihi est, gentique Bri- 15 
tonum perpetuo: quae a tempore Malgonis barbarorum irruptione , 
vexata, nondum adepta est talem principem, qui eam ad pristi- 
nam dignitatem reduceret. Adhuc etiam id tantillum honoris 
quod ei remanebat, te patiente, minuitur, cum advenae Saxones, 
qui semper proditores ejus extiterant, in uno cum illa regio 20 
diademate incipiant insigniri. Nomine etenim regis elali, famo- 
siores per patriam ex qua venerunt efficientur, citiusque conci- 
TOS suos invitare poterunt, qui genus nostrum exterminare in- 
sistent Consueverunt namque proditionem semper facere, nee 
ulli firmam fidem teuere. Unde a nobis opprimendos esse, non 25 
exaltandos censerem. Cum ipsos primo rex Vortegirnus reti- 
nuit, sub umbra pacis remanserunt, quasi pro patria pugnaturi 
sed cum nequitiam suam manifestare quiverunt, malum pro bono 
reddentes, prodiderunt eum, populumque regni saeva clade af- 
fecerunt. Prodiderunt deinde Äurelium Ambrosium : cui post bor- 30 
ribiiia sacramenta, una cum eo convivantes, venenum potare de- 
derunt. Prodiderunt quoque Arturum, quando cum Modredo 
nepote suo, postposito jure quo obligati fuerant, contra iilum 
dimicaverunt. Postremo Caretico regi fidem mentientes, Gor- 
mondum Africanorum regem super ipsum conduxerunt: cujus 35 
inquietatione et patria civibus erepta est, et praedictus rex in- 
decenter expulsus. *' 



165 



Caput HL 

Haec eo dicente, poenituit Cad^allonem incoeptae pactionis: 
mandavitque Edwino, quod nullatenus a consiliariis suis impe- 
trare poterat, ut permitterenl eum pelilioiii illius acquiescere. 
Ajebant enim contra jus veterumque traditionem esse, insulafli 
unius coronae duobus coronatis submitti debere. Iralus igitur 6 
Edwinus, dimisso colloquio, secessil in Northanhumbriam , dl- 
qeus sese sine licentia Cadwallonis regali diaderaate iniüandum. 
Quod cum Cadwalloni indicatum esset, nunciavit ei per legatos, 
se ei Caput amputaturura sub diademate, si intra regnum Bri- 
tanniae corouari praesumeret. 10 



Caput IV. 

Orta igitur discordia inter eos, cum utrorumque homines 
siese plurimis decertalionibus inquietavissent: convenerunt ambo 
ultra Humbrum, factoque congressu aroisit Gadwallo multa milia 
suorum , et in fugam versus est. Arrepto quoque per Albaniam 
itinere, Hyberniam insulam adivit. At Edwinus ut triumpho po- 5 
titus fuit, ducit exercitum suum per provincias Britonum: com- 
bustisque civilatibus, cives et colonos pluribus tormentis affecit. 
Dum autem saevitiae suae indulgeret, conabatur Gadwallo sem- 
per navigio in patriam siiam reverti : nee poterat: quia ad quem- 
cunque portum applicare incipiebat, obviabat ei Edwinus cum lo 
multitudine sua, introitumque ei negabat. Venerat namque ad 
eum quidam sapientissimus augur ex Hispania, vocabulo Pelli- 
tus, qui volatus volucrum cursusque stellarum edoctus, praedi- 
cebat ei omnia infortunia quae accidebant. Unde reditu Cad- 
wallonis notificato, obviavit ei Edwinus, navesque ejus illidebat, 15 
ita ut mersis sociis eidem omnem portum abnegareL Nescius 
ergo Cadwallp quid faceret, cum fere in desperationem rever- 
tendi incidisset: tantem apud se deliberat, quod Salomonem re- 
gem Armoricanorum Britonum adiret, rogaretque illum auxilium 
et consilium, quo in regnum suum reverti queat. Cumquevela 20 
Armoricam versus dirigeret, tempestates ex improviso validae 
ruunt, disperguntque naves sociorum ejus, ita ut in brevi nulla 
cum altera remaneret. Invasit ilico timor nimius rectorem na- 
vis regis» quam, relicto remige, dispositioni fortunae commisit« 



UM 

Vi igitur cum periculo mortis tota nocte inter obstantes undas 25 
nunc buc nunc illuc expuls^a fuit: in sequentis diei aurora ap- 
plicaenmt in quandam insulam quae Garnareia nuncupatur: ubi 
maximo labore nacti sunt tellurem. Occupavit continuo Gad- 
wallonem tantus dolor ob suorum sociorum amissionem, ut tri- 
bus diebus et noctibus cibo vesci aspernaretur, ac in lecto in- 30 
' firmatus jaceret. Quarto deinde instante die coepit eum. maxima 
cupiditas edendi ferinam carnem: Tocatoque Briano, indicavit 
quod concupiscebat. At ille sumpto arcu cum pbaretra, ivit per 
insulam, ut sl casus aliquam feram afTerret, escam ille ex ea 
acquireret. Cumque eam totam peragrasset, nee id quod quae!^ 35 
rebat reperisset, maximis cruciatus est angustiis, quia domini 
subvenire nequiret affectui. Timebat ei ne mors infirmitatem 
illius subsequerelur , si appetitum suum explere nou valuisset. 
Usus ergo arte nova, scidit femur suum, et inde frustum carnis 
abstraxit: paratoque veru torniit illud, et ad regem pro vena- 40 
tione portarit. Mox ille ferinam carnem esse existimans, coepit 
ea yesci et sese reficere, admirans, quod tantam dulcedinem in 
aliis camibus non reperisset. Satiatus tandem, bilarior factus 
est et levior, ita ut post tres dies totus sanus fieret. Incum- 
beute deinde congruo yento, armamenta navis parant: erectoque 45 
velo aequorenm iter aggrediuutur, et in Kidaletam urbem appli* 
cant. Deinde venientes ad regem Salomonem, suscepti ab ilio 
sunt benigne, et ut decebat ?eneratt: et cum eorum ad?entus 
causam didicisset, auxilium eis in hunc sermonem promisit. 



Caput V. 

IX. „Dolendum nobis est, egregii juvenes, patriam- avorum ve-^ 

^* ßtrorum a Baii>ara gente oppressam esse , et vps ignominiose 
expulsos: et cum eaeteri homines regna sua tueri queant, mi- 
rum est populum vestrum tam foecundam insulam amisisse: nee 
genti Anglorum, quam nostrates pro vili babent, resistere posse. 5 
Dum gens hujus roeae Britanniae una cum vestratibus in vestra 
Britatinia cohabitaret, dominabatur omnium provincialtum regno^ 
mm, nee fuit uspiam populus , praeter Romanos , qui eam sub- 
Jugare quirisset. Nee boc quidem per suam potestatem Romani 
feeerunt, ut mihi nuper dictum est: sed per dissidium inter no- 10 
blies dictae insulae ortum. Romani autem, licet eam ad tempus 



167 

saMUam babnisMOt, imiwisrectoribus suis ac iatörfeetis, cum . 
dedecore aEpiilsi abscessenint Sed posfquam Maximiano et Co« 
nano dacibus ad banc renerant provinciam, residui qai remao- 
serunt nunqoam eam deineeps gratiam habueruiit, ut regni dia- 15 
dema continue baberenU Quamquam enim malti priacipes eorum 
antiquam patrum dignitatem servarent, plures tarnen debiliorea 
haeredes succedebant, qui eam penitus, invadentibus hostibus, 
amittebant. Unde debilitatem populi vestri doleo, cum ex eodem 
genere simns: et sie Britones nominentur, sicut et gens regoi 30 
quae patriamy quam Yidetis, omnibus vicinis adverealam virili- 
ter tuetur." 



Caput VL 

IX. 3. Postquam bis et aliis finem dicendi fecit, aliquantulum, ve- 
recundans Cadwallo, in bunc modum respondit: „Gratias multi^ 
modas tibi ago, rex, regibus atavis edite: quia auxilium mihi 
promittis, ut regnum menm recuperem. Hoc autem quod dice* 
bas, rairum esse gentem meam non servasse avorum dignitatem, 5 
postquam Britones ad bas provincias yenerunt: nequaquam id 
admirandum censeo. Nobiliores namque (otius regni praedictos 
duces secuti fuerunt, et ignobiles remanserunt, qui ipsorum po- 
titi sunt honoribus. Qui cum vicem nobiiium obtinere coepis- 
senft, extulerunt se ultra quam dignilas expetebat, et ob divitta- 10 
rum afflueniiam superbu tali et tantae coepenmt fomicationi 
indulgere, qualis mc inter gentes audita est: et (ut Gildas hi* 
storictfs testatur) non solum hoc Vitium, sed omnia quae huma- 
nae haturae aeeidere solent, perpetrarunt. Et invahiit praeei- 
pue, quod totius boni evertit statum, odium veritatis cum asser- 15 
toribus suis: amorque mendacii cum fabricatoribus suis: susee- 
ptio mali pro bono : mneratio nequitiae pro hmignitate : exceptio 
Satanae pro Angelo lucis, Ungebantur reges non propter Deum, 
sed qui caeteris crudeliores extarent : et paulo post ab unctori- 
bns non pro veri examinatione tmcidabantur: aliis electis tru- 20 
cioHbus. Si quis vero eorum mitior, et veritati aliquatenus pro- 
pior videretur, in hunc quasi Britanniae subversorem, omnium 
odiä telaque torquebantnr. Benique omnia quae Deo placebani 
et displicebant, aequali lanee inter eos pendebant, si non gra- 
eiora essent dispVcentia. Itaque agebantur euncta quas saluH 25 



188 

fuerani contraria: ac « nihil medicinät a tero omnium metUeo 
largiretur. Et non solum koe seculares virif sed et ipse grex 
domini, ejusque pastores sine discretione fadehant. Non igitur 
admirandiim est, degeneres tales, Dco ob talia scelera inyisos, 
patriam illam amittere, quam praedicio modo maculaverant Vo- 30 
lebat etenim Deus vindictam ex ipsis sümere, dum externum 
popiilum supervenire passus est, qui nos patriis* agris exlermi- 
rtaret. Dignum tarnen esset, si Deus permitteret, cives prisli- 
nae dignitati restituere: ne generi nostro opprobriom sit, nos 
debiles fuisse reclores, qui tempore nostro in id non desuda- 35 
verimus. Idem etenim nobis atavus fuit: unde auxilium toum 
securius postulo. Malgo namque summus ilie rex ßritanniae, 
qui post Arlurura quartus regnaverat, duos genuit filios, quorum 
unus Ennianus, alter vero Runo vocabatur. Ennianus autem ge- 
nuit Belin: Belin Jagonem: Jago Caduanum patrem meum. Runo 40 
autem, qui post obitum fratris expulsus fuit inquietatione Saxo- 
num, haue provinciam adivit: deditque filiam suam Hoelo duci» 
filto magni Hoeli : qui cum Arturo patrias subjugaverat. Ex 
illa natus est Alanus : ex Alano Hoelus pater tuus, qui dum vixit, 
toti Galliae non minimum inferebat timorem/' ^^ 



Caput VII. 

IX. Interea hyemante eo apud Salomonem consiiium inierunt, 
^' ut Brianus in ßritanniam transfretaret , Magumque Edwini regis 
aliquo modo perimeret, ne solita arte adventum Cadwallonis ei 
indicaret Cumque in portum Hamonis applicuisset, fidxit se 
intra vestimenta cujusdam pauperis, pauperem : fecitque sibi ba- 5 
culum ferreum et acutum, quo Magum interiiceret, si illum ca- 
sus obtulisset. Deinde perrexit Eboracum. Nam tunc Edwinus 
in eadem urbe mHiebat. Ut igitur illam ingressus est, associa- 
Vit se pauperibus , qui ante januam regis eleemosynam expeeta- 
bant. Eunte autem eo et redeunte, egressa est soror ejus ex 10 
aula, habens pelvim quandam in manu, ut aquam reginae appor- 
taret: illam rapuerat Edwinus ex urbe Guigornensium, dum post 
fugam Cadwallonis in provincias Britonum desaeviret. Cum ita- 
que ante Brianum praeteriret, agnovit eam continuo, et in fle- 
tum solutus, eam demissa voce vocavit. Ad vocem ergo ipsius, 15 
faciem puella vertens , dubitavit primo quis ipse esset. Ai ut 



169 

pr<^us aceessit, -agnito Iratre, pene in extasim coihpsa est, 
tiHieiiß ne aliquo infoiiunio notificatus ab hostibiis capereiur« 
Postpositisque osculis et familiaribus verbis, indicdvit fratri bre- 
viter, quasi aliud loquens, statum curiae , et Magum, quem ipse 20 
quaerebat, qui forte tunc inter pauperes deambulabat, dum elec- 
inosyna eisdem distribueretur« Porro Brianus, ut viri notitia 
usus est, praecepit sorori, nocte sequenti ex thalamis furtim 
egredi, et ad se extra urbem juxta quoddam templum yetus 
venire , ubi ipse adventum ejus in crepidinibus loci expectaret. .25 
Deinde intromisit se intra turbam pauperum, in parte illa ubi 
Peilitus ipsos coUocabat Nee mora, cum aditum percutiendi 
habebat, erexit burdonem, qyem supra dixi, infixitque sub pectore 
Magum, atque eodem ictu iitterfecit. Mox projecto baculo inter 
caeteros delituit , nuUi astantium suspectus , et praefata latibula 30 
favente Deo petivit. At soror, instante jam nocte pluribus mo* 
dis egredi conata est : nee valuit, quia Edwinus ob necem Pelliti 
exterritus, vigiles circa curiam posuerat, qui quaeque abdita 
explorantes, egressun^ei abnegabant. Cumque id comperisset 
Brianus, recessit ex illo loco, ivitque Exoniam, ubi convocatis 35 
Britonibus, ea quae fecerat notificavit. Hissis postmodum ad 
Gadwallonem legatis, munivit urbem illam : mandavitque univer- 
sis Britonud) proceribus, ut oppida sua et civitates defensare 
insisterent, laetique adventum Gadwallonis expectarent, qui in 
brevi Salomonis auxilio fretus, eis praesidio veniret. Hoc ita- 40 
que per totam insulam divulgato, Peanda rex Merciorum cum 
maxiroa multitudine Saxonum venit Exoniam, Brianuroque obsedit. 



Caput VIII. 

IX. Interea appiicuit Gadwallo cum decem miiibus militum, 
^' quos ei Saloroon rex commiserät : petivitque' celeriler obsidio- 
nem quam praedictus rex tenebat. Ut autem cominus perrexit: 
divisit milites suos in qualuor partes, hostesque suos adire non 
distulit. Conserto deinde praelio, captus est Peanda continuo, 5 
et exercitus ejus peremptus. Cumque ipse alium aditum salu- 
tis non haberet, subdidit se Cadwalloni, deditque obsides, pro- 
mittens sese cum illo Saxones inquietaturum. Triumphato ita- 
que illo, convocavit Cadwallo proceres suos muKo tempore di- 
lapsos : petivitque Northanhumbriam contra Edwinum, patriamque 10 



170 

vastare neu cesmit Quod enm Edwino iraneiatum- lesset : asso- 
ciaTit sibi «mnes regulos Anglorum, et in campo, qui Hevenfeld 
appellatur, obyiam veoiens» bellum cum Britonibus commisit. 
lUato ocyus praelio interiicitur Edwinus, et totus fere popidug 
quem habebat: necnon et filius ejus Offridus cum Godboldo L5 
rege Orcadum, qui eis in auxilium venerat 

Caput IX. 

'g* Hdbita igitnr vtctoria^ Cadwallo nniversas Anglorum pro- 
' vincias pervagando ita debacckatus est in Saxones: ut viod 
iexui qutdem muliebri vel parvulorum aetati parceret: quoniam 
omne genns Anglorum ex finibus Sritanniae abradere volens, 
quoscunqtte reperiebat , tnauditis tormentis afficiebat, Deinde 5 
commisit praelium cum Osrico qui Edwino successerat: atque 
illum interemit et duos nepotes ejus, qui post illum regnare 
debuerunt. Sed et Adanum regem Scolorum , qui eis auxilio 
venerat. 



Caput X. 

His itaque interfactis, successit Oswaldus in regnum Nort«, 
banbumbriae, quem Cadwallo post caeteros qui eum inquietave- 
runt, in provinciam, usque ad murum, quem Severus Imperator 
oiim inter Britanniam Scotiamque construxerat , fugavit. Postea 
misit Peandam regem Merciorum» et maximam partem sui exer- 5 
citus ad eum locum, ut cum eo bellum consereret. At Oswal- 
dus, dum a praedicto Pcanda, in loco qui vocatur Hevenfeld, 
id est, coelestis campus, quadam nocte obsideretur: erexit ibi- 
dem crucem domini, et commilitonibus suis indixit, ut suprema 
voce in haec verba clamarent: t,Flectamus genua omnes, et k^ 
Deum. omnipotentem vivum et verum in commune deprecemur, 
ut nos ab exercitu superbo Britannici regis, et ejusdem nefandi 
ducis Peandae defendat: seit enim ipse, quia Justa pro salute 
gentis nostrae bella suscepimus/' Fecerunt ergo omnes ut jus- 
serat: et sie incipiente diluculo in hostes progressiv juxta suae 15 
fidei meritum victoria potiti sunt* Quod ut Cadwalloni nuncia^ 
tum fuit, acri ira i|;nescens, collegit exercitum suum, et san- 
ptum r0gero Oswaldum insequutus est: et collato praelio, in 
loco qm Bqrne vocatur, irruit in eum Peaoda atque iaterfecit. 



171 



Caput XL 

Perempto igiUir Oswaldo cum multis milibus fiuorunif suc* 
cessit ei in regnum NortbaDhumbrionim frater ejus Oswius, qui 
maita dofiaria auri et argenti Cadwalloni toti jam Britanniae 
imperanti donans, pacem ejus adej^us est, et sese ipsi submisit* 
Nee mora, iiisurrexerunt iu eum Alfridus frater ejus , et Etbel* 5 
waldus filius fratris ejus. Sed cum perstare nequivissent, diffu- 
gerunt ad Peandam regem Merciorum, ipsum implorantes, ut col- 
lecto exercitu cum eis trans Humbrum iret: regique Oswio re- 
gnum suum auferret. At Peanda timens pacem infringere, quam 
rex Cadwallo per regnum Britanniae slatuerat, distulit sine lo 
licentia ipsius inquietationem incipere, donee illum aliquo modo 
jncitaret: ut vel ipse in Oswium regem insurgeret, vel sibi cum 
eo congrediendi copiam concederet. Quadam igitur solennitato 
Pentecostes, cum rex Cadwallo diadema Britanniae portando» 
festum Londoniis celebraret: et universi Anglorum reges prae<* 15 
ter Oswium soium, necnon et.Britonum duces adessent, adivit 
Peandam regem , et ab eo quaesivit , cur Oswius solus aberat^ 
cum caeteri Saxonum principes adessent. Gui cum Cadwallo 
respondisset, ipsum infirmitatis causa deesse: adjecit ipse, di* 
cens, illum misisse propter Saxones in Germaniam , ut fratrem 20 
suum Oswaldum in ipsos utrosque vindicaret. Adjecit etiam, 
illum pacem regni infregisse, qui solus praelium et contentio* 
nem inter eos inceperat, cum Etbelfridum regem Northanhumbro-* 
rum, et Ethelwaldum fratris sui filium, bellis inquietatos, a pa* 
tria propria expulisset. Petivit quoque licentiam ut eum vel 25 
interficeret, yel a regno fugaret. 



Caput XIL 

Rex igitur in diversas meditationes inductus, familiäres 
suos sevocavit, praecepitque conjicere quid super tali re autu^ 
Biarent. Conjicientibus eis plura, Margadud rex Demetiorum 
ipter caeteros dixit: „Domine, quoniam genus Anglorum te ex 
fioibus Britanniae expulsurum proposuisti^ cur a proposito tuo 5 
divertens, ipsos inter nos in pace viyere pateris? Eia ergo, 
permitte saltem, ut ipsi inter semelipsos civilem habeant dis- 
Gordiam, et mutuis cladibus affecti a patria nostra exterminen- 



172 

tur. Non est enim fides illi servanda, qui semper insidiatur, 
ut eum cui eam debet versutis laqueis capiat. Saxones ergo, lo 
ex quo primum patriam nostraro ingressi sunt, semper insidian- 
tes gentem nostram prodiderunt. Quam itaque fidem eis tenere 
deberous ? Da ocyus Peandae licenliam , ut ki praedictum Os- 
wium insurgat: ut sie civili discordia inter eos exorta alter al- 
terum perimens, ab insula nostra deleantur." ^^ 



Caput XIII. 

His igilur et pluribus aliis diclis molus Cadwallo, Peandae 
licentiam dedit congrediendi cum Oswio. Qui deinde collect© 
innumerabili exercilu, petivit Humbrum, et provinciam ejusdem 
patriae vastando, praedictum regem acriter coepit inquietare. At 
Oswius ad ultimum necessilate coactus , promisit ei innumera 5 
regia ornamenta, et majora donaria quam credi potest, ut pa- 
triam suam vastare desineret, et praetermissa inquietatione, 
quanoi inceperat, domum rediret. Cumque ille precibus ejus 
nullatenus assensum praeberet: rex ille ad divinum respiciens 
adjutorium, licet minorem haberet exercitum, inivit tamen prae- 10 
lium cum illo juxta fiuvium Winved, et Peanda, necnon et tri- 
ginta ducibus peremptis, victoriam adeptus est. interfecto igi- 
tur Peanda, Wulfredus filius ejusdem, donante Cadwallone, suc- 
cessit in regnum, qui consociatis sibi Eba et Edberto Mercio- 
rum ducibus, rebellavit adversus Oswium: sed jubente landem 15 
Cadwallone, pacem cum illo babuit. Completis tandem quadra- 
ginla octo annis, nobilissimus ille atque potentissimus Cadwallo 
Britonum rex, senio et infirmitate grävatus, XV Kalendas Decemb. 
ab hoc seculo migravit. Cujus corpus Britones balsamo et aro- 
matibus conditum in quadam aenea imagine , ad mensuram sta- 20 
turae ejus fusa, mira arte posuerunt. Imaginem autem illam 
super aeneum equum , mirae pulchritudinis armatam , et super 
Occidentalem portam Londoniarum erectam, in Signum prae- 
dictae victoriae, et Saxonibus in terrorem statuerunt. Sed et 
ecclesiam subtus, in honorem sancti Martini aedificaverunt, in 25 
qua pro ipso et iidelibus defunctis, divina celebrantur obsequia« 



178 



Caput XIV. 

Successit itaque in regni guberoaculum Cadwalladrus filius 
ejus, quem Beda Eliduaidum juvenem vocat, et in initio viriliter 
et pacifice tractavit. At cum duodecim annos post sumptura 
diadema praeteriisset, in infirmitatem cccidit, et civile dissidium 
inter Britones ortum est, Mater ejus fuerat soror Peandae: ^ 
patre tantum eodem: matre vero diversa, ex nobili genere Ge- 
wisseorum edita fuerat. Eam memoratus rex Cadwallo post 
factam cum fratre concordiam, in societatem tliori accepit» et 
Gadwalladrum ex illa progenuit. 



Caput XV. 

Quo igitur (ut dicere coeperam) languente, discordia afü- 
ciuntur Britones, et opulentam patriara detestabili dissidio de- 
struunt. Accessit etiara aliud infortunium: quia fames dira ac 
famosissima insipienti populo adhaesU, i(U nt totins cibi susten" 
taculo quaeque vacuaretur provtncia, excepto venaioriae artii & 
solatio. Quam famtm pestifera mortis Ines, consecuta est: quae 
in brevi tantam popuU muUitudinem stravit^ quantam non pa- 
terant vivi humare. Unde miserae reliquiae, patriam factis 
agminibus diffugientes, transmarinas petebant rtigiones, ctim ulur 
latu magno sub velorum sinibus hoc modo cantantes: „Dedisti 10 
nos Dens tanquam oves escarum: in gentibus dispersisti nos." 
Ipse etiam rex Cadwalladrus cum navigio miserabili Armoricam 
petens, praedictum planctum bocmodo augebat: „Vae nobis pec- 
catoribus, ob immania scelera nostra, quibus Deum nullatenus 
ofiendere* diffugimus, dum poenilentiae spatium habebamus. In- 15 
Gumbit ergo illius potestatis ultio : quae nos ex natali solo extir- 
pal: quos nee olim Romani, nee deinde Scoti vel Picti: nee 
versutae Saxonum proditiones exterminare quiverunt. Sed in 
Tauum patriam contra illos toliens recuperavimus : cum non fuit 
Dei voluntas, ut in ea perpetuo regnaremus. Ipse verus judex, 20 
cum vidisset nos nullatenus a sceleribus nostris cessare Telio, 
ac neminem genus nostrum a regno expellere posse : dolens coc-* 
ripere stultos, indignationem suam direxit, qua propriam natia- 
nem deserjmus catervatim. Redite ergo, Romani: redite Scoti 
et Picti: redite Ambrones et Saxones: ecce patet yobis Britan* 25 



174 

nia, ira Dei deserta: quam yos desertam facere nequivistis. 
Non nos fortiludo Testra expellit: sed summi regis potentia, 
quam nunquam offendere distulimus/^ 



Caput XVL 

Ut igitur inter hos et alios gemitus in Aimoricanum littus 
appulsns fuit, venit cum tota muUitudine sua ad regem Alanum 
Salomonis nepotem: et ab illo digne susceptus est. ^ritannia 
ergo Gunctis civibus, exceptis paucis, quibus in Gualüarum par- 
tibus mors pepercerat, desolata, per undecim annos Britonibus 5 
horrenda fuit. Saxonibus autem eadem tempestate ingrata, qui 
in ilia sine intermissione moriebantur. Quorum residui, cum 
tarn feralis lues cessavisset, continuum morem servantes^ nun- 
cfaverunt concivibus suis in Germania, Britanniam insulam indi- 
gena gente carentem, faciie illis subdcndam, si in illam habita- 10 
tnri convenirent. Quod cum ipsis indicalum fuisset, nefandus 
populus iile, coHecta innumei*abiii muUitudine virorum ac mulie- 
rum, appiicuit in partes Northanbumbriae : et desolatas provin- 
cias ab Albania usque ad Cornubiam inhabitavit. Non enim ad- 
erat habitator qui prohiberet, praeter pauperculas Britonum re- 15 
liquias, quae superfuerant, quae intra nemorum abdita in Gua- 
\m commanebant. Ab illo tempore Britonum polestas in insuJa 
cessarit: et Angli regnare coeperunt. 



Cjlpüt XVIL 

Deinde cum aliquantulum temi)oris emensum esset, et prae- . 
dictus populus roboratus fuisset, recordatus Cadwalladrus regni 
stti. jam a «upradicla contagione purificati, auxilium ab Alano 
pelivit: nt pristinae polestati reslituerelur at cum id a rege im- 
petrassct, intonuit ei vox angelica, dura classem pararet, ut coe- 5 
ptis suis desisteret. Noiebat enim Deus Britones in insula Bri* 
tanniae diutius regnare, antequam fempus illud venisset, quod 
Merlinus Arthuro prophetaverat. Praecepit etiam illi, ut Romam 
ad Sergium Papam iret, ubi peractä poenitentia inier bealos 
amrameraretin-. Dicebat etiam populum Britonum per meritum lo 
tuae fidei insakw in futuro adeplurum, postquam fatale tcmpus 
avperrenir^. Nac id tamen prius futurum , quam Britones rc- 



175 

liqttiis ejus potifi, ^as e Roma in Britannian aaportarent. Tunc 
demom retelatis etiam caeterorom sanctonim reliquHs, cpiae 
propter paganoram invasionem abscondiu« fuerant, amisBam 15 
regnom reciiperarent. Quod cum auribus beati viri intimatum 
fuisset: accessit ilico ad Alanum regem, et quod sibi revelatum 
fuerat, indicavit. 



Caput XVIH. 
Tunc Alanus sumptig diversas libris, et de prophetiis Aqui-* 
lae qiii Sehstoniae prophetavit, et de carminibus Sibyllae ac 
Merlini, coepit acrutari omnia, ut videret , an Cadwalladri rcve- 
latio scriplis oracuHs concordaret. Et cum nullam discrepan-* 
tiam reperisset: suggessit Cadwalladro, ut divinao dispensationi 5 
pareret: et Britannia i^ostposita, quod angelicus ei praeceperat 
monittts, per6ceret. Filium autem suum Ivor, ac Inj nepotem 
suum ad reliquias Britonum regendas in insulam dirigeret: ne 
gens anliquo illorum genere edita, libertat^m barbarica irru- 
ptione imitieret. Tunc Cadwalladrus abjectis mundialibus, 10 
propter Deum regnumque perpetmimf vetiit Romam, et a Sergio 
Papa confirmatus, non mullo post inopino etiam languore cor- 
reptus estf duodecima autem die Kalendarum Maiarum, anno 
ah incarnatione Dominica sexcentesimo octogesimo nono, a con- 
tagione carnis siolutus, coelestis regni aulam ingressus est. 15 



Caput XIX. 
Cum autem Ivor et Iny naves sibi collegissent , quas po- 
luerunt associaverunt sibi, et applicuerunt in insulam, atque 
XLIX annis gentem Anglorum saevissima inquietatione affecerunt: 
sed non multum profuit, Supra dicta namque morlalitas, et fa- 
mes, atque consuetudiuarium dissidium, in tantum coegerat popu- 6 
lum superbum degenerare, quod hostes longius arcere nequive- 
rant. Barbarie etiam irrepente , jam non vocabantur Brilones, 
sed Gualenses: vocabulum sive a Gualone duce eorum, sive a 
Guales regina, sive a barbarie trahentes. At Saxones sapientius 
agentes, pacem etiam et concordiam inter sc habentes, agros 10 
colentes, civitates et oppida reaedificantes erant, et sie abjecto 
Britonum dominio, jam toti Loegriae imperavcrant, duce Athel- 



178 

stano, qui primus diadema inter eos portavit. Degeneraü autem 
a Britannica nobilitale Gualenses, nunquam postea monarchiam 
iosttlae recuperavenint: immo, nunc sibi interdum Saxonibus 1^ 
ingrali, consurgentes , internas atque domesticas clades inces- 
sanier habebant. 



Caput XX. 

Reges autem illorum qui ab illo tempore in Gualiis succes- 
serunt: Karadoco Lancarbaneusi contemporaneo meo, in maleria 
8cribendi permitto. Reges vero Saxonum Guillelmo Halmesbe- 
riensi, et Henrico Huntingdonensi : quos de regibus Britonum ta- 
cere jubeo, cum non habeant illum iibrum Britannici sermonis, 
quem Guallerus Oxenofordensis arciiidiaconus ex Brilannia ad- 
vexit: quem de bistoria eonim veraciter edituni in bonore.prae- 
diclorum principum, boc modo in lalinum sermonem transferre 
curayi* 



-HÖ«SO»-©H 



ANMERKUNGEN. 



MonmoQth Biit. ed. San-Marte. 12 



AnmerkoDgeD. 



Erstes Buch. 



Kapitel I. 



1. Animo.] Animo oculisque, Asc. 2. inciderem,] incidissem, Asg. 

2. "in mirum conluli.] miralus suro dou modicum , A s c. 

3. inira mentionem quam.] in iis commentariis, quos — Asc. 
3. luculento tractatu feceranl] luculenter conscripserant, Asc. 
6. suecesserunl,] successerant, Asc. 

6. reperissem.] reperirem, Asc. 

8. inscripta] inscripla menlibus et — Asc. 

8. praedicenlur] praedicarenlur, Asc, 

10. Walterus Oxinefordensis.] Galterus Oxoniofordensis , Asc. S. 
über ihn, und die übrigen hier erwähnlen Namen die Einleitung. 

11. erudilus] insigniler erudilus, Asc. 

13. actus.] gesla et annales, Asc. 

14. proponehat.] nobis proponebat, Asc. 14. ilaque.] igilur, Asc. 
16. tamen.] Fehlt, Asc. 18. in^rererewi.]* ingessissem, Asc. 

20. commorari.] immorari, Asc. 

21. ut — corrigalur.] ut le monilore leque praeside sie corrigalur, Asc, 

22. Galfredi Monumetensis.] Galfridi Monemutensis, Asc. 

26. nunc] bis, Asc. 27. adepta] adepta esset, Asc. 

27. graiulalur.] congralulatur, *Asc. 



Kapitel II. 



Bei Asc. beginnt Kap. I. 
2. Oclingenta — continens,] Aus Gildas, bist. §. 3, und N e n n i u s 
§.7, in Uebereinstimmung mit Beda, Hist. Eccles. I, 1, und 
Angels, Chronik, entlehnt. 
5. campos — habet] Aus Gildas, hist. §. 3, entnommen. 
5. pansos,] sparsos, Asc. 5. praepollentu] praepotenti, H. 

12* 



180 

7. et,] Fehlt bei Asc. 7. universis.] diversis, Asc. 

8. qiiorwn — conveniunl,] quae et pecudibus gramina et advolantibus 

— etc. Asc. Aus Gildas bist. $. 3. 

9. diversorum.] varionim, Asc. 

10. mella distribuunl.] et mella producunt, Asc. 
ii. fonles — decorata.] cf. Gildas, bist. §. 3. 

11. lucidissimu] limpidi, Asc, 12. leni.] levi, Asc. 

12. suaves sopores.] pignus soporis, H. — suavis soporis, Asc. 

13. Porro lacübus, atque.] Lacubus quoque, et, Asc. 

15. Tamesis — Sahrinae — Humhrt.] Tamesim — Sabrinam — 
Humbrum, Asc. — Humbrae, G. Bei Nennius §. 9, und Gil- 
das bist. $. 3 feblt der Humber. 

17. naiionibus.] regiouibus, Asc. 17. ejusdem,] eidem, Asc 

17. ferunlur.] deferuntur, Asc. 

18. civUatibus.] Ihre Namen s. bei Nennius am Schluss sdnes Werkes. 
21. perpulchra — continent.] cf. Gildas bist. §. 3. 

21. in quibus.] quibus, Asc. 

23. Poslremo — Scoti$.] ßritonibus, Saxonibus, Romanis, Pictis et 
ScotiS) Asc. Aus Beda bist, eccles. I, 1. Nennius, §. 7, 
lässt die Römer weg. Die Angels. Chronik nennt fünf Nationen : 
Angeln, BriUen, Scotten, Picten und Bocleaden (Lateiner, Rö- 
mer). — „Porro Briltiam insulam nationes tres numerosissi- 
mae, suo quaeque sub Rege (sc. tempore Justiniani) habitant: 
Angli, Frisones, cognominesque insulae Brittones,'* Procop. de 
hello Goth. IV, 20. — 

26. supervenienle,] supervenientibus, Asc. 

27. qualUer — adplicuerint,] qualiter autem cesserint et unde ad- 

venerint, Asc. — vero fehlt in H. 
. 29. explicabitur,] explicetur, Asc. 



Kapitel III. 



Bei Asc. beginnt Kap. II. — 
2. Äeneas — Graeciam.] Gottfrieds Quelle ist in der ersten Hälfte 
dieses Kap. Nennius, §. 10: „Aeneas postTrojanum bellum cum 
Ascanio filio suo venit ad Italiam, et superato Turno accepit La- 
viniam filiam Latini, filii Fauni, filii Pici, filii Saturni, in conjugium: 
et post mortem Latini regnum obtinuit Romanorum vel Latinorum. 
Ascanius autem Albam condidit, et postea uxorem duxit, et peperit 
ei filium nomine Silvium. Silvius autem duxit uxorem, et gravida 
fuit, ec nunciatum est Aeneae, quod nurus sua gravida esset; et 
misit ad Ascanium filium suum, ut mitterei magum suum ad con- 
siderandam uxorem, et exploraret, quid haberet in utero, si mas- 
culum vel feminam ; et magus consideravit uxorem, et reversus est. 
Prtypter luuic vaticinalionem magus occisus est ab Ascanio , quia 



181 

dixit Ascanio qaod masculum haberet in utero maliery et filius 
mortis erit, quia occideret patrem suum et matrem snam, et erit 
exosus Omnibus hominibus. Sic evenit; in nativitate illius muiier 
mortua est, et nutritus est filius et vocatum est nomen ejus Bruto. 
Post multum intervallum, juxta vaticinationem magi, dum ipse lu- 
debat cum aliis, ictu sagittae occidit, patrem suum, non de industria 
sed casu. Et expulsus ab Ttalia et Arminilis fult, et venit ad in. 
sulas maris Tyrrheni, et expulsus est a Graecis causa oecisionis 
Turni, quem Aeneas occiderat, etc/* 

Mit diesem Kapitel beginnen Brut Tisilio und Brut Gruffudd ap 
Artbur. — Henr. Huntingdon, bemerkt, Hist. L, I: „nunc a 
quibus et quo tempore habitata fuerit (Britannia) dicendum est; 
quod in Beda non inventum , in aliis autoribus reperi, ^* etc. und 
folgt nun augenscheinlich dem Nennius. Nach Niebuhr (Römi- 
sche Geschichte, B. T, S. 214) ist die Sage, wie sie in den Origi- 
nes mag gestanden haben, folgende: „Der ersten Niederlassung in 
Italien gaben Aeneas und Anchises, der das verheissne Land er- 
reichte, nach Galo, den Namen Troja. Latinus belohnte die Tro- 
janer mit 700 Jugern. Die Eintracht ward durch Verwundung ei* 
nes Lieblingshirsches* des Königs Latinus gestört. Turnus, Fürst 
der Rutuler von Ardea, vereinigte seine Waffen mit ihm gegen die 
verhassten Fremden. Aber die Einheimischen wurden geschlagen» 
Laurentum erobert, Latinus fiel bei der Einnahme der Burg, und 
Lavinia ward Kriegsbeute des Siegers." — lieber die verschied- 
nen älteren und neueren Versionen der vielfach gestalteten Ursage 
Roms und troischer Ansiedlung in Italien und Griechenland s. Nie- 
buhr, 1. c. B. L und die dort citirten Quellen. Ascanius ist 
erst spät aus griechischen Quellen eingemischt Da vi es (Celtic 
researches, p. 124 folg.) seheint auf Josephus gestützt, den Go* 
meriden A«hkcnaz im Ascanius wiederfinden zu wollen, wie Mone 
(Nord. Heidentb. II, 423) in der Hirschjagd einen druidiscben 
Rdigionsmythus wittert. Geht man indess den Quellen nach, aus 
denen unkritische Mönche und andere Scriptoren die Sage zusam- 
menbauten oder -flickten, so verschwindet so tiefsinnige Deutung 
gänzlich. Turnus, gleichbedeutend mit Tyrrhenus, und Folgerun- 
gen daraus für die römische Tradition s. bei Niebuhr, L c. I, 
50. VergL ferner über die römische Tradition: Hermann, ele^ 
nrenta doctr. metr. p. 629 sq. — Livius, L. I, c. 1, 2, 3. — 
Plutarch, Romulus ; — Justin, L. XLIII, 1, 2. Virgil. Aen. 
u. z. Ascanius als Gründer von Alba: 1,267—271; V, 596—598. 
Ihm (Aen. Vll, 45 folg.) folgt auch Nennius in der Genealoge 
des Latinus: 

Rex arva Latinus et urbes 
Jam senior longa placidas in pace regebat. 
'^ Hunc Fauno et nympha genitum Laurente Marica 
Accipimus. Fauno Picus pater: isque parentem 
Te, Saturne, refert: tu sanguinis ultimus auctor. 



182 

Selbst in die neueren Gesetzbücher drang die Trojanersage : „Si quis 
enim respexerit ad vetustissima hominum et antiqua Reipublicae, Ae- 
neas nobis Trojanus rex Reipublicae princeps, et nos quidem Aeneadae 
ab illo vocamur ;" Ju s ti n i a n t Nov. 47. — Merkwürdig ist, wie G i- 
raldus CambrensisinderB. III, Kap. 10 Anm. über Belin mitge- 
theilten Stelle zwar eine bardische Tradition der Abstammung von Belin 
miltheilt, doch auch zugleich damit die Genealogie von Silvius, Ae- 
neas und bis zu Adam verbindet; während die eigentlich wälsche 
Tradition und bardische Mythologie eine andre Einwanderungsge- 
schichte hat (S. Anm. zu I, 16, ita ut — appelL — ) und schwer- 
lieh die älteren Barden die romische Genealogie adoptirt haben. 
In den irischen ältesten Legenden kommt sehr häufig der Name 
Aengus oder Angus (= Aeneas) vor. 

3. receptus] susceptus, Asc. 

8. furtivae — indulgens.] fehlt bei Asc, 

9. uxerem — praegnanlem.] ducens gravidam reliquit, Asc. 

10. Cumque.] Cum, Asc. 11. quem.] utrum, Asc. 

11. Certitudine ergo reL] quare, Asc. 

13. pluribus quoqtte,] pluribusque, Asc. 

14. in exilium.] Fehlt bei Asc. 15. illo».] illos quidem, Asc. 
17. Poslremo cum ier quini^ Cumque XV anni, Asc. 

22. ianium] tam dirum, Asc. 

23. progeniem Heleni.] Virgil. Aen. III, 294—296: 

„Hie incredibilis rerum fama occupat aures, 
Priaroiden Helenum Grajas regnare per urbes, 
Conjugio Aeacidae Pyrrhi sceptrisque potitum." 

25. servitutem.] Servitute, Asc. 

25. Pyrrhus.] Erschlug den Priamus, Virg. Aen. II, 650—560. 

27. secum — adduxeral.] in carcerem trahens, Asc. 

27. Et ut] ut, Asc. 29. In tantum,] adeo, Asc. 

30. militia] in re militari, Asc. 30. ita ut.] ut, Asc. 

31. omni juvenlute.] reliquis juvenibus, Asc. 
31. enim.] namque, Asc. 

34. erogabat] Die edle Freigebigkeit des Ritterthums lässt Gottfried 
auch hier schon im Geschmack seiner Zeit mit Ruhm hervor- 
treten. 

36. liherarentür.] eriperentur, Asc. 

37. tanlum] tantum numerum, Asc. 

37. in patria] Fehlt bei Asc. 38. ita ut.] nam eorum. Asc. 

38. computarentur.] compulabantur, Asc. 
40. nomine.] cui nomen, Asc. 

40. Assaracus.] Virg. Aen. I, 283—285: 

„Veniet lustris labentibus aetas, 
Quum domus Assaraci Phthiam clarasque Mycenas 
Servitio premet, ac victis dominabitur Argis." 
S. auch eod. VI, 650; IX, 643. 



i 1^ 

40. parlibus,] rebus, Asc. 41. namque.] Fehlt bei A«c. 

41. erat.] desgl. 41. Ulis.] illo, Asc. 

41. habehal.] habebant, Asc. 

42. ul auxilio eorum.^ et ejus auxilio, Asc. 

43. gutvmee] possent, Asc. 43. ca«ld/(z.] caslra, Asc. 

44. quae ipsi,] quibus ipsuro, Asc. 44. quod ea.] quae ipslAsc. 
44. condbaiur,'\ conabatur fraler, Asc. 46. parlii] causae, Asc. 

48. ei qualiter ^««araci.] quaüter fehlt, G. 48. quae.] Fehlt, Asc, 

49. securius.] securus, Asc. 



Kapitel IV. 

3. adhaerebaU] adhaerebant, Asc. 

3. nemora occupanL] in nemora et colles seducunt, Asc. 

4. direxit,] dirigit, Asc. 13. intenlio.] conditio^ Asc. 

15. nemorum quos.] et nemora quae, Asc. 

16. eam habitare.] eam incolere, H, — eam fehlt, Asc. 

16. Sin autem.] Sm autem id negaveris, Asc. 

17. diligentia.] permissione, Asc. 

17. ahscedant,] Zur Vergleichung und als Beispiel, in welcher Weise 
Wace in seinem Roman de Brut die Chronik Gottfrieds über- 
setzt und in Reime gebracht hat, möge hier der Anfang seines 
Gedichtes bis zum Schluss dieses Kapitels nach der Ausgabe 
von Leroux de Lincy (T. I. Rouen, 1836; T. II, 1838) 
folgen. Wace beginnt: 

„Ki velt oir et velt savoir, 

De roi en roi et d'oir en oir, 

Qui eil furent et dont il vinrent, 

Qui £ngleterre primes tinrent, 

Quans rois i a en ordre eu 

Qui ancois et qui puis i fu, 

Maistre Gasse Ta tranlate 

Qui en conte la verite. 

Si com li livres le devise, 

Quant Griu (Grecs) orent Troie conquise 

Et escilli^ tot le pais 

Por la venjance de Paris 

Qui de Gresse ravi H61aine, 

Dont En^as, ä quelque paine, 

De la grant ocise escapa. 

Un fil avoit qu'il emmena 

Que avoit nom Aschanius; 

N*avoit ne fil ne fille plus, 

Que de procoins pue de maisnies 

Que d'avoir ot vint n^s cargies. 



184 

Par mer foUa longement; 

Maint grant p^ril, maint gram tourment 

Et maint travail li estut traire, 

Apr^s lonc (ans vint en Ytaire (Italie); 

Itaire esloit dont apelee 

La t^re ä Rome fu fondee. 

N'ert de Rome adont nul cose 

Ne ne fu puis de mult grant pose 

Eneas ot mult traviliie 

Mult ot sigle et mult nagie, 

Mainte grant mer a trespassee, 

Et mainte terre avironnee. 

En Itaire est venus ä rive 

En une terre plenteive 

La oQ li Toinres (Tiber) en mer ciel, 

Bien präs d*iloG ü Rome siet. 

Vd ert uns rois qui lä manoit 

Et tot le raine em pais tenoit; 

Rices hom et manans asses, 

Mais viel estoit et tres passes, 

Eneas a mult honor6: 

De sa terre li a don^ 

Grant partie sor la marine j 

Malgre sa ferne la roine ] 

Li promist sa fiUe k doner 

Et de son raine ä ireter; 

N'avoit, fors li, enfant ne oir, 

Apr^s li devoit tot avoir: 

Sa fiUe ert mult bele mesciae, 

Si ert apelee Lavine; 

Mais prandre la devoit Turnus, 

De Toscane ert sires et dus. 

Cil Turnus, qui ert ses voisins, < 

Rices hom ert; sot que Latins 

Sa fille k En^as donot, 

Iries en fu, grant doi en ot, 

Car il Tavoit tostans amee 

Et ele li fu creanlee. 

A Eneas grant guerre en fist, 

Cors contre cors bataille en prist; 

Chevalier ert vaillans et fors, 

Mais il en fu venqus et mors; 

Dont ot En^as le messine 

Rois fu et ele fu roine, 

Ne trouva puis qui li n^ust; 

Ne noiant li coniresc^ust. 



185 

t'uis qa' En^as Lavine ot prise, 
Et tote la terre conquise, 
Vesqui il quatre ans et r^gna, 
Et un bon casiel i ferma; 
De Latine posa le nom 
Si Tapela Lavinion. 
Sa femme et Tonor tone tans tint, 
Et quant vint que sa fin U viot 
Avoit Lavine conceu, 
Mais n'avoit pas enfant eu. 
Mais li terines ne demora 
Que Lavine un fil enfanta 
Qui fu appeles Silvius, 
Et ses sornoms fu Postomius;'^) 
Ert grand chierte le fist tenir, 
Aschanius qui le fist norir 
Qui de Troie vint od son pere; 
Greusa ot ä nom sa mere 
Qui fille fu Prian le roi; 
Mais al tumulte et al desroi 
Quant Eneas de Troie issi 
En la grant presse le perdi. 
Cil Aschanius tint l'onor 
'Puis la mort son p^re maint jor. 
Une cit^ edifia 

Que Ton lonc tans Albe noma**) 
A sa marastre la laissa, 
La terre quite li dona 
Le chastel que En^as fist 
Quel Teust tant com il vesquist; 
Mais les Dex de Troye i a pris 
Que Eneas i avoit mis 
En Aube (Albe) les voloit avoir 
Mais a moin porent remanoir; 
Onques tant ne si sot porter 
Que al main les i peust trovcr: 
El temple r'aloient ari^re, 
Mais je ne sai en quel mani^re. 
Trente quatre ans maintint la terre 
Qu' il n'i ot ainc gaire guerre. 
Aschanius quant il fina 
Silvius son fr^re erita, 
Qui estoit de Lavine nes. 



*) Silvius fa ses propres norns 
Puis Eo^am fu ses sornoms. (Ms. du Roi, 7517, ', *, Colb. — Post- 
bumus fehlt bei Gottfried, Wace scheint Nennins, §. 11. zu folgen. 

**) Que Ton Albe longue nomma, Ms. de Sie Gen. Y, 10. fol. 



186 

Puisque En^as fu fioes 
Ua fil avoit Aschanius 
Qui estoit nom^s Süvius: 

Le nom k son oncle porta 
Mais poi vesqui et poi dura, 
n ot ame une mescine, 
Icöle estoit niöce Lavine ; 
Od 11 parla, cele concut. 
Quant Aschanius Taparcust, 

Venir fist ses sortisseors, 

Et ses sages devineors, 

Par als, ce dist, savoir voloit 

Qel enfant cele daine aroit? 

Ce ont sorti et devine, 

Et ce ont en lor sort trove 

Que uns fils que li dame ara 
Son p^re et sa möre ocira, 
Et en escil cacies sera, 
Mais puls ä grant honor venra. 
Ensi fu voir, com eil disent, 
Ensi avint com il promisent. 

Car al terme que il nasqui, . 
Morut la m^re, et il vesqui; 
Morte fu de Tenfantement 
Et li fix fu nes salvement; 
Si li fu mis eis nons Brutus. 
Quinze ans avoit et noient plus 

Quand od son pere en bois ala, 
Qui ä male höre li mena; 
A male ore ensamble i alerent, 
Une herte decers trov^ient; 
Li p^res al fil les acainst 
Et li tils k un fus s'estrainst, 

A un cerf traist qu'il avisa; 

Mais li sajete trespassa, 

Son p^re f6ri, si Tocist, 

Mais de son gre noiant nel fist. 

Tuit li parent se corochi^rent 

Et du pays Brutus gitteren t. 

Cil passa mer, en Gresse ala, 
De cels de Troie iloc trova 
Tole la lignie Heleni, 
Uns des fils al roi Priami, 
Et d'aulres lignages asses 
Que Ton avoit escaitives, 



X87 

Et mult i ot de son linage ' 

Mais tenu erent en servage. 

Brutus trova son parente 
Dont en Gresse avoit ä plente. 
Mult esloieut monteplie 
Puisque il furent escillie. 
Brutus n'i ot gaires esle , 
Quant il ot grant los conqueste 
De hardiment et de proesce, 
Et de savoir et de larg^ce, 
Mult Tonoroient si parent 
Et tos li caitif cnseinent. 
Donoient li et prometoient 
Et priveement li disoient, 
S'eslre pcust, et il osast, ^ 

Quo de servage les ostast. 

D'omes estoient grans conipagnes 
Se il cusseut chavetagnes 
Q'es mainlenist et ensagnast 
Et de servage les ostast, 
Leg^rement les poroit-on 
Mettre fors de caitivison. 
Entr'ax avoit bien six milliers 
De bons et de prous chevalliers 
Eslre geudes, estre sergans, 
Et estre fames et enfans. 
Et se il les voloit guier 
A duc le feroient lever, 
Gar mult soferroient grant fös; 
Por vivre quitement em p^s 
N'i avoit nul qui n'en fust bei. 
En Gresse avait un daaiisel, 
Assaracus avoit eil non, 
Fils fu ä un rice baron, 
Del mix de tote la contree; 
Mais sa m^re ert de Troie nee^ 
Grigois estoit de par son pöre 
Et Troyens de .par sa möre, 

Mais nes estoit en sognentage (concubinage) 

Et nequedent en öritage 

Li avoit ses p^re donne 

Trois bons castiax en s'erite. 

Assaracus qui bastars ere, 

De par son p^re avoit un frfere, 

Solonc lor lui, fius (fils) de moillier (mulier, femme). 



183 



€il ne voloit mie otrier 
Q'Assaracus castel eust, 
Ains li tolist se il peust. 
Assaracus se desfandoit, 
Et la terre ä force tenoit 
Et as Troyens se pendoit, 
Par ce que de lor gent estoit, 
Ni eil n'en avoien^ r^fui, 
En tote Gresse, fors k lui. 

Par son conseil et par son gre 
Firent Brutus lor avo^; 
Et par son los et par s'ale 
Prist Brutus d'als la signorie. 
Brutus vit que grant gent avoit, 
Et que li chastiai fors estoit; 
Les trois castiax fist enforchier 
Et bieo garnir com k guerrier: 
Puis assarobla tos les caitis 
Et les chaitives del pais: 
Homes et fernes et enfans 
Et les bestes et les sergans 
Dont il i avoit grans cotnpagnes. 
Sis mist es bois et ^s montagnes, 
Puis fist viande et robe atraire 
Et apr^s si fist un brief faire. 
Paudrasus le roi salua 
Et ces paroles li manda: 
Por la honte et por le viltage 
Del noble pule del linage 
Dardani al bon ancissor, 
Qui a este ä deshonor 

En chaitivison longueinent 

Se sont joste commun^ment, 

Li chaitif ont fait qu^mune 

Gomme li gent qui doit estre une, 

Lor chavetaine ont de mi fait; 

Si se sunt en cest bos atrait (retir6 en ce bois). 

Mius voelent vivre de racines, 

Comme bestes en salvecines, 

Porce qu'il soient k delivre 

Que en servage k plente vivre. 

Mius voelent vivre en povret^ 

Franc que caitif en grant plente 

Se il voelent franchse avoir, 

Ne lor en dois mal gr6 savoir, 

Ne tu ne i'en dois nierviUier 



189 

Se il s*eii volent porcachier. 
Chascuns d^sire, si a droit, 
Et a volenti que frans soit. 
Gel te proient et jo te mant 
Que francement, d'or en avant, 
Puissent vivre lä ü il sunt, 
Et aler lä ü il volront. 



Kapitel V. 



Bei Asc. beginnt Kap. IV. 
3. abundasse.] abundare, Asc. 4. concilio.} consilio, Asc. 

5. autumaverat.] eiistimaverat, Asc. 

6. Sparalinum,] Nach einem lateinischen Gedicht über die Geschichte 

der Britten aus dem dreizehnten Jahrhundert scheint Sparta ge- 
meint zu sein : 

„Perpendens acies Sparatinum praeterituras 
Sub procedentis tetra caligin^ noctis, 
Ignaris Graecis, Brutus se claudit in illo/' 

Im Anfang des Gedichtes heisst es: 

„Brutus ab Aenea quartus, casu parricidae 
Exulat, Italiam fugiens, Lacedaemona quaerit, 
Pandrasus est ibi rex." 
S. über dieses Gedicht und seinen vermuthlichen Verfasser 
die Mittheilung aus dem Bulletin du Bibliophile in der Einlei- 
tung. Im Layamon heisst es: 

„To that Castle of Sparatin.*' 
Tys. fibergeht den Namen ganz; Wace's Brut neaQt ihn 
an dieser Stelle nicht, später jedoch etwas verändert. 

7. Hujusmodi.] tale, Asc. 8. ex improviso.] Fehlt bei Asc. 

8. invasit,] invadit, Asc. 10. iiuros,] euntes, Asc. 

11. et stragem — nituntur,] stragero ingerere nitentes^ Asc. 

12. PoiTo] Fehlt, Asc. 

13. Akalon.] Ystalon, Tys. — Ascalon, Arth. — Acalon, Ethalum, 

Br. — Nach Leroux de Lincy p. 14 Der Achelons; nach Ro- 
berts: der Acheron in Epirus. 

14. in Iranseundo,] Fehlt, Asc. 15. quos.} quos sie, Asc. 

15. infestatos vero,] infestatosque , Asc. 

16. hac — illac] huc — illuc , A s c. 

17. discurrens,] discurrentes , Asc. 17. Ulis.] illos, Asc. 

17. ingeslam esse.] adire, Asc. 18. ul] ubi, Asc. 

18. Änligonus.] Antigonus erscheint auch im Virgii und in der ftl* 

leren römischen Sage. 
18. intuitus est.] conspexit, Asc. 20. reversns est.] revertitar, Aü«. 
21. ignavam fugam faciens,} turpi fuga, Asc. 
21. luteis,} lutosis, Asc. 22. sodos,} sociosque suos, Asc. 



190 

« 

23. horlahalur,] cohortans, A'sc. 23. letiferaque,] letifera, Asc. 

26. inquietare.] persequi, Asc. 

27. Änaclelum.] Er wird im Br. erst später genannt. 

„Rctenus fut Antigoniis 
Et de ses homes tot le plus" (p. 15.) 
27. ejusdem «ocium.J socios, Asc. 



Kapitel VI. 



Bei Asc. beginnt Kap. V. 
%: plebs.'l pubes, Asc. 3. praesidium.l subsidium, Asc. 

3. Ät.] Fehlt, Asc. 

S. Pandrasus oh.'] Pandrasus interea ob, Asc. 

4. resociare vacavit.] recolligere conatus est, Asc. 

5. El cum.] cumque, Asc. 

5. oppidum,] Parantin, Paladin, Asparantin hier im Br. genannt. 
Leroui de Lincy sieht darin die kleine Stadt Palantenus, deren 
Paiisanias und Xenophou erwähnen (p. 16.). Richtiger ist indess, 
oppidum auf das im vorigen Kapitel genannte Sparatin zu be- 
ziehn. 

5. re^ociato.] recollecto , A s c. 

6. Arbitrahatur,] Arbitrabanlur, Asc. 

8. accessit.] perventuni est, Asc. 9. dislribuü] disponit, Asc. 
10. Indixit etiam,] indixitque suis, Asc. 

10. ul alii egressum'] ut egressum, Asc. 

11. a^n cur^u«.] cursusque, Asc. 11. a/n creftm.] crebrisque, Asc. 
13. qyiihus modis.] ut, Asc. 14. crudelius.] crudeliter, Asc. 
15. eligebanU] deligebant, Asc. 



Kapitel VII. 

1. toiis mnbus.] contra, Asc. 2. ui.] quod, Asc. 

9. ergo^ vero , A s c. 

9. opem subveetare.] subsidium praebcre, Asc. 
10. mililes,] mililum, Asc. 11. Callido.] Callido sed, Asc. 

13. eorum,] eorundem. Asc. 13. quoniam aulem.] quoniamque, Asc. 
15. Anacletum] Br. (p. 19.) nennt hier zuerst diesen Namen, 
15. evaginalo,] stricto, Asc. 18. enim] autem, Asc. 
19. inopinata.] inopina, Asc. 

31. ergo verii — oportereL] ergo iUos prius interimere oporlcret, A s c. 
23. hujusmodi.] hoc, Asc. 24. obsidionem.] excubias, Asc. 

25. abduxUse.] avexisse venisseque ad — Asc. 

26. in eadem.] ibidem, Asc. — Tys. fassl sich hier etwas kurzer. 



191 

Kapitel VIII. 

Kap. 8 u. 9 ist im Br, sehr kurz gefasst; ebenso bei Tys, 
wo Kap. 9 fast ganz fehlt. 

1. igitur,] ergo, Asc. 2. imminehat] imminebant, Asc. 

3. praeceptum.] praeceptum illud, Asc. . 

5. versus, obsidionem.] caslra Graecorum versus, jussum, Asc. 

5. Cumque.] cum, Asc. 6. occurrunt.] occarreruot, Asc. 

7. qui — explorabarU.] qui omnia loca circa castra prospiciebant, Asc. 

7. ^uaerun(gue. ] quaerunturque, Asc. 8. advenisset,] venisset, Asc. 
13. paullo ante.] pauUum, Asc. 14. invenirem,] invenerim, Asc 
15. autem] yero, Asc. 15. utrumJ] an, Asc. 
19. denique.] Fehlt Asc. 21, in ipsos ocius] ipsos, Asc. 
21. dirissima.] saevissima, Asc. 21. affecit.] maclavit. Asc. 

21. Deinde.] Confestim, Asc. 22. obsidionem.] exercilum, Asc. 

22. et divisil,] dividens, Asc. 23. sapienter,] astute, Asc. 
24. intromissae,] intro recepti, Asc. 

26. ipsis sonaret.] sonare faceret, Asc. 



Kapitel IX. 



1. porro.] Hoc pacto, Asc. 1. ipsos,] ipsis, H. 

1. quicquid] quid, Asc. 1. confeslim] illico, Asc. 

2. leviter] Fehlt, Asc. 2. se mitlunt] sese iromitlunt, Asc. 
2. jussas,] praecogitatas, Asc. 4. slelil ante.] prope staret, Asc. 
6. ingrediunlur.] iugredientes, Asc. 

6. nullam pielalem hctbentes.] uuila caede mansuefacti, Asc. 

7. deambulant.] pertuibant, Asc. 7. Ad] ob, Asc. 

7. vero.] Fehlt, Asc. 8. evigilant] expergiscunlur, Asc. 

9. ex improviso.] repentino horrore, Asc, 9. a. lupis,] Fehlt, H. 

6. nihil — expecläbant.] nihil subsidii expectantes, Asc.> 

10. fugam — congruum] fugiendi periculum, Asc. 

11. etiam.] jam, Asc. 14. et fruticibus.] Fehlt» Asc. 
14. et infelicem.] Fehlt, Asc. 16. inter.] in, Asc. 

16. eosdem.] Fehlt, Asc. 

17. celer — nocte.] accelerans obscura morte, Asc. 

19. fugam faceret] diffugeret, Asc. 20. abibat.] adibat, Asc. 

20, aliqtw infortunio] aliquo infausto casu, Asc. — alio, H. 

21 Oppidani.] Oppidi custodes, Asc. 22. cladem.] caedem, Asc. 



Kapitel X. 



Bei Asc. beginnt Kap. VI. 

1. praedictum.] dictum. Asc. 2. vincire,] munire, Asc. 

2. vacavit.] sategit, Asc. 



l»8 

3. vila — morte.] per vitam, per mortem, A s c. 

4. quae partem quam,] parlesque qnas, Asc. 
6. consumpseraL] cousun^psissent, Asc, 

6. 8üb luce aurorae,] lucente jam aurora, Asc. 
7 sociis — caede,] socios peracUe caedis, Asc. 
8. peremptorum,] Fehlt, Asc. 9. petmisü.] permi(lit> Asc. 

10. distribueret,] distrtbuerent, Asc. 

10. impertiUs,] distributis, Asc. 

11. naociaiisque.] colkftiisque, Asc. 12. quae ui.] Ut autem, Asc. 

14. peiendum laudarenL] petere suaderent, Asc. 

15. ponius.] detentus, Asc. 16. si] ut, Asc. 

16. Mox,] Fehlt, Asc 17. parlem] portionem, Asc. 

17. ad inhabitandumJ] ad fehlt bei Asc. 

18. korlabatur,] hortabantur, Asc. 18. liceniiam.] libertatem, Asc. 
18. et ea — forent.] et quae euntibus viatica necessaria poscere 

suadebant, Asc. 

20. Mempricius.) Nempricius, Asc. — Membricius, un saives (sa- 
piens), Br. p. 25. — Membyr, Tys. — Roberts hält dea 
Namen für griechisch : ^'EfinetQog, 

20. rogatoqueJ] oblenloque, Asc. 22. est,] piuo, Asc. 

22. licenlia abeundi] libertatem discedendi, Asc. 

23. aetemam ] firmam, Asc. 26. eorum.] Fehlt, Asc. 
28. aeterno — odio.] capitali odio persequentur, Asc. 

30. ea vis.] tanta vis, Asc. 

31. civium inquietalionibus.] virorum oppugnalioni, Asc. 

34. Ignogen.] Inorgen, Br. p. 26; später p. 30 etc. Inogcn. — 
Inogen, Tys. Roberts hält den Namen gleichfalls för grie- 
chisch: *Eay6%ri9 Tochter; wie die Endung igone auch in Anli- 
gone, Erigone vorkommt (wobei jedoch freilich nicht das i, son- 
dern das gone das die Abstammung Bezeichnende ist.) 

35. frumentum,\ frumenta, Asc. 

36. quodcunque.] quicquid denique, A s c. 36. erit,] putaveritis, Asc. 
36. Et si] Si, Asc. 

36. impetrare — petamus.] impetraverimus poterimus ipsp permit- 
tente ad alias nationes navigare, Asc. 



Kapitel XI« 



Bei Asc. beginnt Kap. VII. 
3. huic] suae, Asc. 

3. saevissima morte,] ad saevissimam mortem, Asc. 

4. celsior,] caeteris celsior, Asc. 4. positus.] collocatus, Asc. 
4. edoctus — tormentis,] ubi edoctns tormenta, quibus, Asc. 

6. resj^ndiL] Bei Tys. fasst sich Paudrasus in iseiner Bede ^• 
heblich kürzer. 



193 

7« fratrem,] Im Kap. V ward Anacletus nur socius Antigoni genannt, 
8. est] esse — existimo, Asc. 8. nobis.] Fehlt, Asc. 

11. bonis atquej] Fehlt, H. — extremis rebus, G. 

12. aulem.] tarnen, Asc. 13. tarnen.] Fehlt, Asc. 

15. puUulat.] apparet, Asc. 17. posilos] redactos, Asc, 

18. genli.] regi, Asc. 

19. tantam — convocarel] tot armalorum, tantas copias praelia de- 
vinciret, Asc. 

21. ei] Fehlt, Asc. 23. ejus esse.] Fehlt, Asc, 

24. vestro,] Fehlt, Asc. 24. permanere ] remanere, Asc. 

25. ad inhabitandum,] inhahitandam , Asc. 

26. Sin autem.] Sm minus, Asc. 26. proseguar ] consequar Asc. 

36. conquerilur.] deflet et conqueritür, Asc. 

37. avertit.] divertit, Asc. 

38. dulces — desistil.] amplexibus, nunc osculis et verbis flelum 

avertere nitilur. lila sed inceptis non desislit, Asc. 

40. submittUur.] sese submitlit, Asc. 

41. concurrerunt applieuerunlque.] continuato applicueruut se et 
classemf Asc. 

42. Leogeciam.] Lergeciam, Asc. — Leogice, Loegensce, Br. p. 

30. — Legetla, Tys. — Legesty, Arth. — Leroux de 
Lincy vermuthet darin Lycien, wo DianencuUus blühte, Ro- 
berts dagegen Leucadia. 

43. devastala.] vaslata, H. — vaslabatur, G. 
45. reperientes] experientes, Asc. 

45. dhersi generis.] diversorum generum, Asc. 

46. caede afßciunt^ interfieiunt, Asc. 48. veneranli.] Fehlt, H, G. 
49. cnerali — venalione,] praeda igitur venationis onerati, Asc. 
50« consociis.] cum sociis, H. — sociis, Asc. 

51. suggerunt.] suadent, Asc. 52« palria] regio^ Asc. 

52. eis.] ejusdem, H. 

52. praeberet.] praeberetur, Asc. — perhiberetur, H. 

54* Oerionem.] Gereyn, Arth. — Gerion, Ty». -— Gerrion, 

Br. p. 32. 
56. cireumdati,] circumdatis, Asc. --* circumdatus, H« 

61. in haee verba,] Ponlicus Virunnius irrt jeden Falls, wenn er 
hierzu in seinem Auszuge bemerkt: „Versus sunt Gildae poetae 
Britannici nobilissimi, qui circa tempora Claudii fuit Imperaloris 
Augusti, quos e Graeco transtulit." — Die Verse können auch 
nicht von dem Pseudo- Gildas herrfihren, dessen Gedicht von 
den brittischen Königen nach den Stellen, welche Usher, Primord. 
mitlheilt, jdnger als Gottfried ist. Vergl. was über die ver- 
schiednen lateinischen Bearbeitungen in Versen in der Einleitung 
bemerkt ist. Weder Tys. noch Art h. haben hier Verse, und 
es ist am wahrscheinlichsten, dass Gottfried sie selbst gedichtet 
hat. — Ueber Gildas, seine Person, Zeit und Schrifteit siehe 

Monmonth Hi«t. ed. Ban-Marte. 13 



IM 

Nennius und Gildas. Herausg. von San-Marte, Berlin, ROse, 
1844, insbesondere die Vorrede von Stevenson zu Giklas dat. 

64. resolve. revolve, II. 66. qua.] quae, Asc. 

67. dedico templa choris] lerapla dicabo choris, Asc. 

70. invUatoque.] invitante, Asc. 73* e( sese.] ipsumque, Asc 

73. affari] quae futura conjectabalar, praedicere, Asc. -— Bei 
Wace anlworlel die GöUin (p. 33.); 

„Ohre France, dedans la mer, 
Vers Ocidant, poras trover 
Une iie bonne et abitable. 
Gaiant i ^oleut abiter; 
Bone est la t^re k coltiver. 
Albion a non, cel aras, 
Unc noeve Troie i feras, 
De toi vaura roiax lignie 
Qui par le monl i erl cssalcie.** 

78. illa.] ille, H. — isla, Henr. Huntingd. epist. ad Varinam, 

ap. Dom Morice, Dist. de Bretagne, f, p. 166, 

79. Hie] Sic. H. — Haec, Asc. 79. Troja.] terra, Hr.Htd, I.e. 

80. Hie] Sic, H. 83. fueral quem] fuerant quae, Asc 
83. Viva fuerai quae praedixerat] viva voce praedixerat, Asc. 

85. quod — contigerat.] quae — apparuerant, Asc« 

86. repedarent,] repederent, H. — repetant. Asc 

88. diva,] Dea, Asc. 

89. cursu iriginla dierum] Hier und im Anfang des folgenden Ra* 

pilels folgt Gottfried mit Tys. , dieser jedoch dQrftiger, einer 
schottischen Sage über die Bevölkerung Irlands, das nach der 
Tradition mit Schottland stammverwandt ist, die er aus Nen- 
nius, $. 15, entnommen hat: „Si quis autcm scjre voluerit, 
quando vel quo tempore fuerit inhabitabilis et deserta H i h e r - 
nia, sie milii peritissimi Scotlornm nnnciavernnt. Quan- 
do veaerunt per Mare Rubrum filii Israel, Aegyptii venerunt et 
secuti sunt eos , et demersi sunt, ut in Lege legitur« Erat vir 
nobilis de Scythia cum magna lamilia apud Aegyptios et expid- 
sus est « regno suo, et ibi erat, quando Aegyptii mersi sun^ 
et non perrexit ad sequendum populum Dei. Uli autem, qui 
superfuerant, inierunt consilium, ut expellerent illum, ne re- 
gnum illorum olisideret et occuparet, quia fratres iUortm de- 
mersi erant in Rubrum Mare, el expulsus est^ At iile quadra- 
ginta et duos annos ambulavit per Affricam; et venerunt ad 
Aras Phiiistinorum per lacum Salmarum, et venerunt inter Rusi- 
cadam et montes Azariae, et venerunt per flumen Malvam, et 
transierunt per maritima ad Columnas llerculis, et navigarunt 
Tyrrhenum mare, et perveoerunt ad üispaniam usque, ete." — 
Ein interessantes Seiteo^tuck zu dieser irrlaiu't bietet die Ge- 



195 

schfchte im J. 280 n. Gh. von den nach PoDtu9 yerpflans^teti 
Franken, und ihrer Rückkehr in die Heimath. Es ist möglich, 
dass die gallisch • britlische Trojanersage hieran anknüpfte: „Re- 
cursabat quippe in animos illa sub Divo Probo et paucorum ei 
Francis captivorum incredibiiis audacia, et indigna felicitas, 
qui a Ponto usque correptis navibus Graeciam, Asiamque popu- 
lati, nee impune plerisquc Libyae lilloribus appulsi, ipsas po- 
stremo navalibus quondam victoriis nobiles ceperant Syracusas, 
et immenso ilinere pervecti Oceaoum, qua terras irrupit« intra- 
verant: alque ita evenlu temeritatis oslendcranl, nihil esse clau- 
sum piraticae desperationi, quo navigiis pateret accessus." Eu- 
menius, Paneg. Gonslanlio Caesari, c. 18. — Dasselbe bezeugt: 
„Itidem cum Franci ad Iraperatorem accessissent, et ab eo sedes 
obtinuissent; pars eorum quaedam defecttonem niolila, magnam- 
que navium copiam nancta, tolam Graeciam conlurbavit. In Si- 
ciliam quoque delata, et urbem Syracusanam adorta, magnam in 
eadem caedem edidit; tandem cum et in Africam adpulisset, ac 
rejecta fuisset, adductis Karlhagine copiis; nihilominus domum 
redire, nullum passa detrimentum, poluil." Z o s im u s, Hist. L. I. 

91. Aras Philenorum~\ Philislenorum , iVennius, und P. V. Ein 

Hafen in Africa nach dem Altare benannt, den die Karthager 
daselbst den fratribus Philaenorum, die für das Vaterland gefal- 
len, errichtet. S. darüber Sallust. Bellum lugurth. c 79. — 
id. c. 19: „Philenön arae, quem locum Aegyptum versus, finem 
imperii habuere Carlhaginienses, " — „OiXaiitjv /Joj^oi," 
Strabo, L. III. Die eigenlhümliche Bevölkerungssage von 
Numidien bei Sallust. B. lugurth. c. 18. scheint ebensowohl 
in Zusammenhang mit der obenerwähnten irlfindischen Sage 
bei Nennius zu stehn, als die verschiednen Versionen der Her- 
calesfahrten nicht ohne Einfluss auf die Brutussage geblieben 
sind, und sich in eigenthümiicher Weise mit der Saga der tro- 
janischen Abstammung der Gallier verschmolzen haben, wie ich 
an einem anderen Orte nachzuweisen beabsichtige. 

.91. locum salinamm.] lacum , Nennius. Im alten Gebiete von 
Karthago zwischen der grossen und kleinen Syrte, dem jetzigen 
Tripolis. 

92. Ruscicadam.] Rusicada, Nennius. — Ruscadan, Ruscan. Arth. 

— Rusciodan, Br. Fehlt. Tys. — Jetzt Spicada, eine Stadt 
im allen Numidien zwischen den FlOssen Tusca und Ampsaga, 
einem Theile von Algier. — Die fernere Bezeichnung afrikani- 
scher Gegenden verhindert Strabo IV, ed. Paris lt)20. fol. p. 181 
hierher zu ziehu, der die von den Pyrenäen kommenden Flösse s 
*Povaxlr(ov und *lXißlQgig, jeden mit einer gleichbenannten Stadt, 
erwähnt. „Nicht weit von ^PovaTcivtov und dem Meere sei ein 
wasserreicher Ort mit Salzquellen und Salzwerken." — Desgl. 
F6mpon. Mela, L. II. ^Fovaxhwv ist Roussillon. 

13* 



196 

92. Azarae,] Azariae, Asc, — Fehlt bei Tys. — Roberts ver. 

mulhet darunter das Promontorium Metagonium am Fluss As- 

sara (Chinnaphel) in Mauretanien. 
94. eorum.] deviclorum, Asc. 



Kapitel XII. 



Bei Asc. beginnt Kap. VIII. 

1. Porro.'] Inde, Asc. 

1. Malva.] Maleae, Asc. — Fehlt, Tys. — Malu, Malva, Mal- 
veine, Br. p. 35. — ' Fluss in Afrika, jetzt Molochat oder Mu* 
luja, der Mauretania tingitana und caesariensis trennte. — Vgl. 
noch Nennius, §. 15. 

1. applicuerunl] applicuerunt se, Asc. 2. deinde.] ubi, Asc. 

2. e navibusl naves, Asc. 4. vero,] itaque, Asc. 

5. Syrenes vocaia.] quae Sirenes dicunlur, Asc. — Der Brut 

schihlert in 30 Versen die Sirenen ausfuhrlicher in der be- 
kannten Weise, und fährt dann fort: v. 771: 

„A grant paine s'en escap^rent. 
Et josle Espagne Irespasserent; 
La trouv^rent k un rivage 
Des Troyens de lor lignage 
Quatre grans generations, etc. (p. 3S.) 

6. venerurU — aequor.] cf. Nennius, §. 15. 

8. Äntenoris,] Goltfried folgt der alten allgemein verbreiteten, den 
Galliern und Franken von den Römern, und diesen von den 
Griechen überkommenen Sage, nach welcher Antenor, Sohn des 
Laomedon und Bruder des Priamus, Troja den Griechen verra- 
then, sich an die Spitze der Trojaner undHeneter gestellt habe, 
und nach Oberilalien ausgewandert sei, wo nach Besiegung des 
Velesus, Königs der Euganeer, er am Ufer des Po Patavium ge- 
gründet, lange vor Roms Erbauung. Ammian. MarcelL 
(L 15; aus dem vierten Jahrhundert) sagt über die Herkunft 
der Gallier: „Ajunt quidam, paucos post excidium Trojae fu- 
gienles Graecos undique dispersos, loca haec occupasse tunc 'var 
cua.*' — Ebenso Strabo (L. III.): „Dass einige Schaaren des 
.Antenor nach Troja's Zerstörung sich in Kantabria ansiedel- 
ten, wo sie die Stadt Opsicella erbauten. Teucer mit seinen 
Schaaren liess sich in Gallaecia nieder." — Gregor von 
Tours (starb 595), Hist. Franc. II, 9, gedenkt des trojanischen 
Ursprungs der Franken zwar nicht, wohl aber ihrer Herkunft 
aus Pannonien : „Hanc nobis noliliam de Francis memorali Hi- 
storici reliquere, regibus non nominatis, Tradunt enim multi, 
eosdem de Paqnonia (uisse digressps. . Et primum quidem litora 



197 

Rheni amnis incoluisse; dehioc (ransacto Rheno, Thoriogiam trans- 
measse; ibique juxta pagos vel civitates, Reges crioitos super se 
creavisse^ de prima, et ut ita dicam, nobiliori suorum familia/' — 
Befitimmter ist, und mit Hinweisung auf römische Ueberlieferung 
Fredegar, Epitom. c. 2 (aus dem Anfang des siebenten Jahr* 
hunderts): ,, Quod prius Virgilii poetae narrat Historia, Priamum 
primum habuisse Regem, cum Troja fraude (Jlixis caperetur, exin- 
deque fuisse egressos. Postea Frigam habuisse Regem, bifaria di- 
visione partem eorum Macedoniam fuisse adsressam; alios cum 
Friga vocatos Frigios, Asiam pervagantes, in litore Danuvii fiuminis 
et maris Oceani consedisse. Denuo bifaria divisione Europam me- 
dia ex ipsis pars cum Francione eorum rege ingressa fuit. Qui 
Europam pervagantes cum uxoribus et liberis Rheni ripam occu- 
parunt ; nee procul a Rheno civitatem ad instar Trojae nominis ae- 
dificare conati sunt. Coeptum quidem est, ^ed imperfeclum opus 
remansit." — Die Gesta regum Francorum, welche 726 
aligefasst wurden, fugen erst den Antenor ein, und bezeichnen das 
fränkische Troja nova näher durch civitas Sicambria: „Est in Asia 
oppidum Trojanorum, ubi est civitas, quae Ilium dicitur, ubi re« 
gnavit rex Aeneas. Surrexerunt autem reges Graecorum adversus 
Aeneam regem Trojanorum cum multo exercilu, pugnaveruntque 
contra eum caede magna, corruitque ibi exercitus magnus Trojano- 
rum. Fugit Aeneas rex cum ceteris viris suis in Italiam, — alii 
autem de principibus ejus, Priamus et Antenor, cum aliis viris de 
exercitu Trojanorum duodecim milh'a fugerunt cum navibus, qui 
introeuntes ripas Tanais fiuminis per Maeotidas paludes navigarunt, 
et pervenerunt ad finitimos terminos Pannoniarum, tenentes fini- 
tima spatia secus Maeotidas paludes, coeperuntque aedificare Si- 
cambriam; ibique habilaverunt annis multis, creveruotque in gen- 
tem magnam." — Das Ghronicon Moissiacense (bei Pertz, 
I, 282) welches mit dem Jahre 818 schliesst, folgt dem Frede- 
gar, setzt jedoch hinzu: „quo (Francione) mortuo — non procul 
a Rheno civitatem ad instar Trojae aedificare conati sunt, quam 
Sicambriam appellaverunt.*' — Hincmar, Vita Remigii (ap. 
Script, rer. Franc. T. I, p. 524): „Cum genlis Francorum, ut 
Hisloriae produnt, de Troja civitate, impugnantibus et expugnanti« 
bus Graecis, pars cum Aenea in Italiam perrexit, pars videlicet XII 
milia in finitimas Pannoniae partes secus Meotidas paludes perve- 
nerunt, ibique civitatem advenientes aedificarunt, quam ob suam 
memoriam Sicambriam vocaverunt, in qua multis annis habilave- 
runt, et in gentem magnam usque ad tempora Valentiniani Impe- 
ratoris creverunt." — Auetor Vitae Sigeberli (ap. Du 
Ghesne, T. I, p, 691): „circa Meotidas paludes consederunl — 

condita civitate — quam Sicambriam nominarunt, 

a qua etiam ipsi Sicambri nominati sunt, — — — post Priamum 
filio ejus Marcomiro regnante Franci Sicambria egressi in Thorin- 



198 

gia Germanorum Provincia consederunl. " — Nach Strabo (de 
situ orbis, Basil. 1549, p. 279, 282, 284), Sueton, Augostus, 
n, 21, Tacitus, Annal. XU, 39, Aurel. Victor, in Gaes. 
August. Sassen Sicambrer an derWaal, und ebenso nennt sie noch 
Sidon. Apollinaris, VIII , epist. 2. Von diesen niederlSndi- 
schen Sicambrern scheint jene Legion ausgehoben zu sein , deren 
Tacitus, Annal. IV, c. 47. erwähnt, die gegen die Thracier 
focht, ihr Standquartier in Pannonien hatte, und das alte Ofen 
(Budaj gründete^ jetzt nur. ein Flecken , doch mit beträchtlichen 
Ruinen und Ueberresten römischen Alterthuros. Diese Stadt erhielt 
den Namen Sicambria, und hierauf bezieht -sich die Stelle Du 
Chesne, Hist. Franc, script. T. I. 

„Legio Sicambrorum 
Ilic praesidio collocata 
Civilatem aedificavit 
Quam ei suo nomine 
Sicambriam vocaverunt" 

Und es scheint fast, als ob hiervon die Sage entsprungen, dass 
die Franken, als deren Haupt die Sicambrer genannt werden, aus 
Pannonien an den Rhein und nach Gallien gekommen seien. Wei- 
teres s. V Ledebur, Land und Volk der Bruclerer, Berlin, Dumm- 
1er, 1827. — Die Gründung von Asciburgium am Rhein durch 
Ulysses, germanische Slammsage in römischer Verkehrung, s. bei 
Tacitus, Germ. c. 3. — Ueber die trojanische Abstammung der 
Britten, Franken, Belgier, Sachsen, Gothen, Dänen, s. ferner die 
Literatur bei Grässe, die grossen Sagenkreise des Mittelalters 
(Dresden und Leipzig 1842, S. 99, 113): Mone, Anzeiger für 
Kunde des Mittelalters, 1835. — Mone, Nordisches Heiden- 
thum, 1, S. 334 folg. II, 42, 119, 225, 332. — Derselbe, 
Deutsche Heldensage, S. 42. Ferner: W. Grimm, Deutsche Hel- 
densage, S. 29, 87, 198, 211. — J. Grimm. MylhoL ed. I. 
S. XX-^XXn, S. 243, 

9. Corineus,] Ein Held des Aeneas, bei Virgil, Aen. IX, 571; 
XII, 298. Ein Zusammenhang dieses Helden mit dem Geryon der 
Herculessage liegt nicht ausser Wahrscheinlichkeit, und dass Bru- 
tus den Corineus am Tyrrhenischen Meere findet, kann darauf, und 
auf Plinius gegründet sein, der die Küste des Meerbusens von Ca* 
dix litlus Guronense nennt. 
10, magni corporis.] magnitudine virlutis, H. — magnae virlulis^ G. 

13. ckssociaverunt sibi illum.'] associavit sibi Brutus Corineum^ Asc. 

14. qui.] qui populus, Asc. 

15. vocatus — ^ru^oj vocatus est. Hie Bruto, Asc. 

16. Deinde veneruntJ] Veniunl ergo, Asc. 

16. Aquilaniam,'] Gwasgwyn, Tys. d. Ii. Gascogne. 

Einige Mss. des Arlh. lesen Angyw, Anjou, Zu bemerken 
ist Plinius, IV^ 17: „Aquitania, Aremorica ante dicta." — 



19» 

„QaMit ils murenl des pors d'Espartgne 

Lor oire tinrenl vers Bretaigne; 

Wert pas Bretaigne encop nom^e, 

Ains ert Armorique apelee. 

A destre main Poitou lai^rent 

Tant sigiferent et tant nagierent 

Qu' il al rivage vinrent droit 

La oü la raers Loire regoit." B r. v. 792.). 

16. Ligeri8.'\ Lingyris, Tys. 

1«. Goffarius.] Groffarius, Asc. — Goffar Fficlidi, Tys. — 

„Gofar, qui erl rois Poitiers" (Br). 
Leroux de Lincy ist versucht in diesem Goffarius den 
Gundericus, oder Gondicarius des Gregor v. Tours, Bist. Franc. 
II, c. 2. zu erblicken, den Fuhrer der Burgunder, der i. J. 406 
den Bhein überschritt, und sich in Gallien festsetzte, 435 aber von 
Aetius geschlagen ward. Indess passt weder Name noch Zeil zu 
dieser Annahme. 

J9^ cui — indicavü,] apud quem, ul increpuit, Asc 

20. applicuisse,] se applicuisse, Asc. 

23. venalimem adquirerenl] venarenlur, Asc. 

24 cujus Hcentia,] qua fiducia, Asc. 24. necareO «ccteretur, Asc 

25. jussu] perraissu, Asc. 26. eas.} feras Asc. 

27. liceniiam hujus] facuUalcm talis, Asc. 27. haben.} peli, Asc. 

27. irruü] irruit in eum, Asc. 

28 hnberius.] Mymbert, Tys, — Imbert, Arlh, — 

„Humbers (Humberl) qui bien savoit parier," Br. v. bU». 

28. curvato] extento, Asc. 30. el] ejus, Asc 

30 conctdie] contrivit. Asc, 32. Pictavienstum] Li Poitevm, Br. 

34. Munif] dimitlit, Asc. 36 landem] Fehlt , Asc 

37. uiroMque} Fehlt, Asc. 38. inpugmnd^.] in ^f^^^^^'J^^^' 

40. resumpta — sevocavit] resurapto animo suos ad «e ^ocavil, Asc. 

41. et ut intra.] ut fehlt, Asc. 44. admnistraveral] fecerat, Asc, 
44. cum tma.] qua, Asc, 47. virMem] forlitudinem, Asc 

47. eohortes] hostes, Asc 47. librans.] vibrans, Asc 

51. quod ego.] ego fehlt, Asc -^ quod fehlt H. 

52. tolies 1 saepius , A s c 52. propellere.] converlere, A s c. 

53. delrudere.] retrudere, Asc 



Kapitel XUl. 



Tys. ist bedeutend kürzer. 
1 illius.[ ipsius, Asc 

1. Subardas.] Siward, Tys. -- Suardus, P, Vir. - 
^ttchars, un des raiax," Br. v. Wl. 



200 

2. cum IrecentU mililihus,] et ejus mtlites, nunero trecenti, Asc. 

2. fecit] faciunt, Asc. 6. Sed et.] el, Asc. 

7. hac — illac] huc — illuc, Asc« 8. diffugit,] non refugit» Asc. 

10. alleri,] huic, Asc. 

11. Omnes in — ipse solus.] aestuat dirus falcator, in quem omnes, 
ipse solus, Asc. 

13. subvectaret.] praestaret, Asc. 
15. dirissima.] durissima, Asc. — G. 

17. ctdivit.] „Et expulsus est (Brutus) a Graecis causa occisionis 

Turni, quem Aeneas occiderat, et pervenit ad Gallos." Neo- 
nius, §. 10. 

18. duodecim reges."] Auch bei T y s. mit dem Zusatz ßrwähnt : und 

Garwed war das Oberhaupt über sie. Erinnert an die zwölf 
Pars der karolingischen Sage. 



Kapitel XIV. 

2. resociat, resocialos.'] colligit, collectos, Asc. 

3. desolariS\ depopulari, Asc. 4. immensis.] universas, Asc. 
5. undique.] Fehlt, U. G. 6. eliam depopulatur,] vastat, Asc. 
7. infelicem.'] invisam, Asc. 8. affecisset,] infestasset, Asc. 

9. Turonorum] Tyrri, Tys. 9. JSomerus.} Die Berufung auf 
Homer nimmt sich sehr sonderbar aus, und Gottfried ist zu gebil- 
det, als dass er hier im Ernst an den echten Homer hätte denken 
können. Wahrscheinlicher dagegen ist, dass Homer, wie auch 
anscheinhch Virgil, für den Volksgeschmack eine Bearbeitung erfah- 
len hat, welche vielfache Elemente der Volkssage aufgenommen und 
Ansehen gewonnen haben mag. Oder Gottfried (bei Tys. fehlt 
die Beziehung ) hat willkührlich dem Nennius den Homer substi* 
tuirt. Einige Mss. des Arth. lesen statt Homer: Cäsar. 
10. construadtj] „et pervenit (Brutus) ad Gallos usque, et ibi cott> 
didit civitatem Turonum, quae vocatur Turnis ; " Nennius, $. 10. 

14. eundem.'] eum Asc. 14- adveneraLl insederat, Asc. 

15. deinde.] ergo, Asc. 

16. confidens — praesidehal.} confidens prudentiae suae atque au- 
daciae juvenum, quibus praesidebat, Asc. 



Kapitel XV. 



Tys. ist erheblich kürzer. 
4. prorupit.] erupit, Asc. 11. sed,] Fehlt, Asc. 
12. videliceL] Fehlt, G. 12. edicit.] Fehlt, Asc. 
14. ex hostibus faciunt.] in bestes fecerunt, Asc. 
14. fere.] paene omnes, Asc. 17. tricies.] triplo, Asc. 
18. ceteris.] reliquis, Asc. 18. tandem tarnen,] tandem fehlte G. 



261 

19. resociati.] conglobati, A s c. 24. se velle.] se velle dicit, A s c. 
25. quaedam.] ea, Asc. 28. a dorso.] a tergo, 6. 

29. Placuil itaque.] Placuitque, Asc, 

30. egressus.l egressus est, Asc. 

30. occulia] ahditaqiie, Asc. 30 peiivil.] pelif, Asc. 
36. Turonus.] Turnus semigigas , P. V. — Tyrri , Neffe des Brutus» 
Tys. — „Fu mors un niis Bruli, Turnus," Er. v. 1004. Tur- 
nus gleichbedeutend mit Tyrrhenus» s. Niebuhr, Römische Ge- 
schichte, I, 50, u. Am. Kap. III Turnus, oben. 
de nomine ipsius.] „Por Turnus qui \ä fu occis, 

Et el chastel en tcrre mis, 
Fu la ville Tors apel6e 
Et Toraine cMe contr^e." Br. v. 1021. 

Gulielmus Aremoricus (cit. von Roberts, chronicle, p. 
266, nach dem Bis. Mus. Britt. Vespasian, D. 4. f. 6.): „Ibique 
interfectus est Turnus, et honorifice in pyramide nobilissima tumu- 
latus, quae ibi usque ad hodiernum diem ostenditur, non procul 
a Turonis civitate, et sie ab eodem Turno fundationem et no« 
men accepit civitas Turonica." — Auch Arthurs Leib ward 
in einer Pyramide gefunden. 

39. Turonis.] Turoni, Asc. 

44. CorineensiumJ] Corinensium, Asc. — Corineieiisium, H. 

51. atUem semper.] contra, Asc. 51. tandem.] Fehlt, Asc. 

51. exislens.] sie per aliquod tempas existens, Asc. 

52. adhuc suorum — exigere.] adhuc sociorum suorum majori parte, 

et illatenus vincente repelere, insulamque divinitus ei praemon* 
stratam exigere, Asc. 

56. \>el deliciis.] Fehlt, Asc. 57. exigens.] petens, A.sc. 

58. Tolonesio lillore.] Totonesium litlus, Asc. — Talnus, Tys. — 
„A Totenois en Destremue" (var. lecl. : En Toteveis en Droite- 
mue — En Toteneis en Derremue) Br. v. 1053. — Roberts 
hält Talnus für einen phönicischen Namen, vom ebräischen Tel 
neshua, d. h, tumulus elevatus, abgeleitet. — Totonesium lit- 
tus ist nach G a m d e n , Britt. — das brittische Ufer hei Tot- 
ness, einer kleinen alten Burg in Devonshire, am Fluss Dert, 
jetzt Dart, 18 Meilen von Plymoulh, Dieses ist auch der Fluss, 
den Wace Destremue oder Derremue nennt. MaIte*Brun, 
Geographie, ed. 3. T. IV, p. 34. 35. — L ero ux de Lincy, 
Li Roman de Brut. 

58« applicuit.] Heinrich von Huntingdon, Bist. L. I, folgt im 
Wesentlichen dem Nennius, ohne ihn jedoch zu nennen: 
„Nunc a quibus et quo tempore primum inhabitata fuerit (Bri- 
tannia) dicendüm est, quod in Beda non inventum, in aliis au- 
thoribus reperi. Scripserunt enim a Dardano principium ema- 
nasse Brittonum. Dardanus autem pater fuit Troii, Troius autem 
pater Priami et Anchisae, Anchises pater Aeneae^.Aeneas pater 



2tt2 

Aseanii, Ascanius pater Silvit, Silvio autem cum uxorem duxisset» 
et praegnans esset» praedixit magiis quidam Oüain, unde prae- 
gnans erat^ interfecliirum patrem suum. Occiso igitur mago pro 
vaticinatione illa, natus est ßlius, et vocatus est Bruto. Post 
multum vero intervallum, dum ipse luderet cum pueris, ictu 
sagittae occidit patrem, Don imlustria sed casu. Quamobrem 
expulsus ab Italia, pervenit in Galliam, ibique condila civitate 
Turonorum, quae vocatur Turonis, iovasit tractum Armoricanum ; 
de tractu aulem Armoricano huc adveniens, australes sibi partes 
insulae ingenlis vendicavit, et ex nomine suo Britanniam voca- 
vit. Dicunt autem iUi autores, quod quando Bruto regnabat 
in Britannia, Hely sacerdos judicabat Israel, et Poslhumus sive 
Silvius filius Aeneae regnabat apud Latinos, cujus nepos erat Bruto." 



Kapitel XVI. 



Bei Asc. beginnt Kap. IX. 
1. Albion,} Alban, y wen ynys, Tys. — Plinius, Hist. nal. IV, 
c. 30, sagt: „Dem Rhein gegenüber liegt Britannia, eine Insel, 
berühmt bei den griechischen und unsern eignen Schrinstelleni. 
Die eignen Einwohner nennen sie Albion." Ptolemäus schreibt 
den Namen ^AXomoy oder Alwion. Eustathtus (Comment. in 
Dion. 566.) nennt die beiden brittischen Inseln OvBQria und 
*AXov'CoVy Andre Bernia oder Jerne und Albion. Die griechische 
Bezeichnung ist die älteste^ und darum wichtigste. Der angeb- 
liehe Brut des Tysilio sagt : „In den Tagen des Brutus hiess die 
Insel Alban, kymrisch wen ynys, d. h. die weisse Insel." Diese 
Bezeichnung, die eine Begründung in den weissen Kreide- und 
Kalkfelsen einiger Küstenstriche haben könnte, kommt jedoch 
nur bei Schriftstellern nach der römischen Periode vor. Der 
anonyme Verfasser der Brittannia after the Romans, 1, p. 
LXiV (London. 1836, 4. Bd. II, 1341.) sucht jedoch den Na- 
men auf eine mythische Bedeutung zurückzufuhren. „AI — sagt 
er — ist ein Affix und Praefix bei Ortsnamen, z. B. Clyde, 
Alclyde; daher AXoviov zu lesen al — wion. Das w wird in 
der Zusammensetzung in der Regel vorn mit einem g verbun- 
den. So bildet sich al Gwion. Nun ist nach den ältesten My- 
sterien des Neodruidismus Gwion ein Eigenname, der nicht wei- 
ter abzuleiten ist, was das beste Zeugniss für sein bohe^ AI- 
terthum abgiebt." — Hier bleibt von wälschen Sprachgelehr- 
ten jedoch noch festzustellen, ob jenes Affix oder Praefix al 
nicht blos bei Orts-, sondern auch bei Personennamen ange- 
wandt wird, was vorläufig in Frage zu stellen ist. Im Polni- 
schen ist z. B. po ein ähnliches Praefix, das aber nur bei Orts- 
namen (z. B. Po-morze, beim Meere, d, h. Pommern) ange- 



203 

wandt wird. Als Gelehrte dasselbe auch auf Personen und 
Völker ausdehnen wollten (z. B. Po-Russi, d. h. die bei 
den Russen, d. h. Preussen), erklärten sich alle Slavisten ein- 
stimmig und entschieden dagegen. Hierüber jedoch ohne Be-' 
denken hinweggehend , fahrt der Verf. der Britt. aft. the Rom. 
in Be/Jehung auf Caesar, de b. galt. VI, 17: „Deum roaxime 
Mercurium colunt; hujus sunt plurima simulacra, hunc omnium 
inventorem arlium ferunt, hunc viarum atque ilinerum ducem, 
hunc ad quaestus pecuniae mercaturasque habere vim maiiroam 
arbilranlur;" — in folgender Art fort: „Hermes ist in der neo- 
brittischen Sprachweise gemeinhin genannt Gwydion ap Don, 
Schützer der Menschen, kunstreicher Verfertiger des Regenbo- 
gens, erhabener Astrologe, Austreiber böser Geister, und Erfin- 
der des hierographischen Alphabets. Alles was Cäsar oben von 
Mercur sagt war cellisch, und passt auf Gwion.^ Sein Sinn- 
bild war ein langer Stab in der Hand, daher sein Zuname 
Gwyou Gwd , d. h. Gwion mit dem Stabe. Zugleich werden 
von Golyddan (nach der Myv. Arch. ein Barde aus den Jahren 
560 — 630) Conan und Cadwalladr die beiden Freigebigen, 
Gutigen des Landes der Kautleute , d. h. Gwlad Warthegydd, 
genannt. Der dies Mercurii, Miltwoch, hiess dydd Gwarthegydd, 
d. h. der Tag der Kaufleute. Die bardische Sprache bezeichnet 
den Tod des Aeddon von Mona als die Abfahrt des Aeddon in 
der Arche (Arche, d. h. Grab in bardischem Sinne) vom Land 
des Gwyon (Gwlad - Wydion) d. h. Brittanien, oder specieller 
Mona, als dem Hauptsitze des Druidenthums bei der Ankunft der 
Römer. Albion (Al-wion) ist daher Gwlad -Wion, Gwlad Gwy- 
dion, Land des Gwyon, und Gwlad-Warthegydd, Land der Kauf- 
leute, oder Land des Hermes.'* — Von den Barden ist kaum 
eine Figur mehr ausgebeutet, als die des Gwyon. Er ist der 
Sohn des Gwreang (des freien Mannes ) von Caer Einien (Stadt 
unsers Gottes), und wurde von der Zauberin Ceridwen bei der 
Bereitung einer Tinctur angestellt, wodurch sie ihrem missge- 
staltelen Sohne alle Gaben des Geistes verleihen wollte. Gwyon 
musste das Gebräude Jahr und Tag ununterbrochen umrühren, 
Nach Ablauf des Jahres sprützten drei Tropfen der Tinctur aus 
dem Kessel auf Gwyons Finger; schmerzhaft verbrannt» steckte, 
er ihn in den Mund; doch die Tropfen, sobald sie seine Lip- 
pen bertihrten, öffneten seinem Blicke alle Ereignisse der Zu- 
kunft, und zugleich die Gefahren, die ihm von Ceridwon droh- 
ten. Gwyon Höh; von ihr verfolgt, verwandelte er sich in al- 
lerlei Gestalten, Haase, Fisch, Vogel, endlich in ein Waizenkorn; 
Ceridwen verfolgte ihn in Gestalt von Windhund, Fischotter, 
Falke, endlich in Gestalt einer schwarzen Henne, versdilang 
das Weizenkorn , ward davon schwanger , und gebar dea Talie- 
sin, den grössten Weisen» Zauberer und Barden. — Myv. Arch, 



204 

I, 17, 38, 173. — Davies, Mylhol. 213, 229, 275. — 
Mone, Nordisches Heidenthum, II, 519. — Im WAlschen heisst 
die Milchstrasse Gaer Gwydion, d. h. die Stadt des Gwydion. — 
Owen, Weish diclionn. s. v. caer u. Gwydion^ vergleicht ihn 
mit Wodan. — Nicht ohne Bedeutung ist, dass in den Namen 
der angelsächsischen Stammtafeln die Silben Wi und Gwi sich 
80 häuflg wiederholen (J. Grimm, Nythol. ed. I, Anhang; ob- 
wohl diese wohl eher mit Wlg, Sieg, zusammen hängen); und 
dass ferner Finn, in den angelsächsischen Stammtafeln ein Heros, 
dessen Dasein weit Ober Wodan hinausgerQckt ist, dessen Erinne- 
rung bald als Riese, bald als Zwerg sich in Skandinavien erhalten 
hat, und dessen mythische Natur nicht zu leugnen ist (Grimm. 
Mythol. XXI, 218, 313, 370, 575) ebensowohl auch in Irland 
sein Andenken als riesenhafter Recke bis auf jüngere Zeiten ge- 
rettet hat, dessen Sitz Almhuin oder Albhuin (in beiden Fällen 
Alwin auszusprechen) genannt wird, und dessen Mitkämpfer 
Fergus auch im skandinavischen Fiörgynn seinen Namensver- 
wandten findet (S. Drummond Preisschrift über die Lieder 
Gssians in Transact. of the Royal-Irish - Academy, Vol. XVI, parL 

II, Pol. Lit. und ' R e i 1 1 y über denselben Gegenstand , eben- 
das. — Grimm, Mythof. 117, 156.); endlich, dass schon nach 
Caesar, de b. gall. V, 12, einen Theil ihrer Bevölkerung dieBrit* 
ten von belgischen Piraten, also von Anwohnern der Nordsee, her- 
leiteten. Aus allen diesen dunklen und zusammenhanglosen An- 
klängen stellt sich die, hier jedoch nicht weiter auszuführende 
Hypothese heraus, dass sowohl in dem Gwyon, wie im nordi- 
schen und irischen Finn, wenn beide nicht identisch sind, der 
Mythus einer Urzeit verborgen liege, weit über die beglaubigte 
Geschichte, und selbst über Wodan hinaus, getragen ursprüng- 
lich von Völkern eines gemeinsamen Stammes im Norden Euro- 
pas, denen im Lauf der Zeit freilich nichts verblieb, als der 
unverstandene Name eines vormaligen Gottes, dem sie« in jün- 
gerer Zeit ein neues umgewandeltes Leben gaben (San-Marte, 
Beiträge zur bretonischen und celtisch-germanischen Heldensage ; 
Leipzig und Quedlinburg. Basse. 1847. Abschnitt Finn.), 

• 2. inhdbilahantur.'] ,,In primis haec insula Britones solum, a qui- 
bus nomen accepit, incolas habult, qui de tractu Armoricano 
(Armenia fälschlich in der angls. Ghron.) ut fertur^ Britanniam 
advecti, australes sibi partes illius vindicarunt. '' Beda, H. E. 
I, 1. — Angls. Chron. Prooem. 

3. praeelecta,'] decora, Asc. 

7. ila ut — appellaL] „Et postea (Brutus) ad istam pervenit in- 
sularo, quae a nomine suo accepit nomen, i. e. Britanniam, et 
implevit eam cum suo genere, et habitavit ibt. Ab ilio autem die 
habitata estBritannia usque in hodiernum diem.*^ Nenniu8§. 10. 



205 

— „Britones venerunt in tertia aetate raundi ad Britanniam ; 
Scotti autem in qiiarta obtinuerunt Hiberniam." Id. §. 15. — 
„Aliud experimentum inveni de isto Britto ex veteribus iibris 

veterum nostrorum. Brillo, de quo Britli.'* — 

Id« §• 17. — „Brittones a Bruto dicti. Brutus, filius Hisiti« 
oois, etc/' Id. §. 18. — BeiProcop. d. b. Goth. IV, 20, beisst 
die Insel Brittia, und sie liegt inter Briltanniam (Bretagne) ac 
Thulen. „Brittia ultimis objaeet Galliae partibus, quae ad Oce- 
anum vergunt, a latere scilicet aquilonari Hi»paniae Brittanniae- 
que." — Derselbe gieht an eben jener Stelle zugleich einer 
Seits einen beachtungswerthen Wink über die Beziehung britti- 
scher Krieger, welche mit den Varnern an der Donau zur Zeit 
Juslinians fochten, was mit den römischen Sicambern in Panno- 
nien und an der Waal in Zusammenhang zu stehn scheint : und 
anderer Seits über die Bevölkerung Nordfrankreichs und der 
Bretagne von Brittanien aus, was die Verpflanzung brittiscber 
Traditionen nach dem Continent erklärt. „Per id tempus (Justi- 
niani) mihtes, qui Britliam insulam colunt, dimicarunt cum Var- 
nis ex ea causa, quam hie subjiciam, exorto belle. Trans flu- 
vium Islrum habitant Varni, perlinentque ad Oceanum usque bo- 
realem, et Bhenum amnem, qui ipsos ac Francos, aliasque vici- 
nas gentes disterminat. Quicunque olim utramque Bheni ripam 
accoiebant, propriis singuli gaudebant nominibus. Eamm natio- 
num una nominatur Germanorum vocabulö, omnibus quondam 
communi. Brittia autem insula in hoc Oceano sita est, haud 
amplius CG stadiis procul a littore, contra ipsa Rheni ostia, in- 
ter B ritt an niam ac Thulen insulam. — — - Tanta 

est homittum multiludo, ut inde singulis annis non paoci cum 
uxoribus liberisque migrent ad Francos , qui in suae ditionis 
solo, quod desertius videtur, sedes illis adscribunt: ex quo fieri 
dicitur, ut sibi quoddam jus in insulam arrogent Gerte FranecN 
rum Rex non ita pridem, cum nonnullos ex intimis Byzantium 
Legatos ad Justinianum Augustum milteret, Anglos illis adjun- 
xerat, ambitiöse ostendens, se huic etiam insulae dominari.^' 

— Lobineau (Hist. de la Bretagne, Paris, 1707, I, p. 3) 
giebt eine andre Erklärung des Namens: „Nach Gäsar bemalteii 
die alten Brilten ihre Körper. Brit bezeichnet wälsch gemalt) 
und inis Insel: daher brit-inis Insel der bemalten Menschen, 
die Römer machten daraus Britannia und wir (die Franzosen) 
Bretagne." Auch Tacitus, Agricola, c. 11. bemerkt: „Silu- 
rum colorati vullus. " — Nach Owen (Gambiian-biograpby, 
s. V. Brut, p. 27, ist Brut wahrscheinlich aus Prydain entstan- 
den. Dieser ist nach den Triaden und andern bardischen Ge- 
dichten der Sohn Aedd des Grossen. Dieser Aedd Mawr war 
nach Da vi es der Stammvater des gallischen Hauptvolkes der 
Aeduer (Aeddwys) ; und nach den Triaden kam das zweite Volk 



weldies einwanderte, mit Prydain nach Brittannien; sie waren 
Loegrwys (d. h, von der Ligeris oder Loire) vom Lande Gwynt 
oder Gwynet, und waren von demselben Urvolk wie die Kymri 
in Wales. . Das dritte eingewanderte Volk waren die Brit- 
ten von Llydaw (Armorica). Die ersten Bewohner Brittan- 
niens aher kamen mit Hu Gadarn (dem Starken) aus 
dem Lande Häv, das verschieden von Davies, Owen u. A. m* 
für den USmus, Thracien, Thessalien, die Krimm, oder Konstan- 
tinopel erklärt wird, also auf eine Einwanderung aus dem Osten, 
wie fast bei allen Völkern Europa's, deutend. Das waren die 
drei guten Bevölkerungen. Die drei Völker, welche unter Schutz 
und mit Einstimmung der Dritten einwanderten, waren 1) das 
Volk der Caledonier im Norden; 2) die Gwyddelion, irländer, 
welche noch in Alban (Schottland) sind; 3) und die Männer 
von Galedin, welche auf nackten Schilfen nach der Insel Wight 
kamen, weil ihre Heimath überschwemmt war (Juten oder Ang- 
len). Meines Erachtens fehlen zu viele Mittelglieder zwischen 
Prydain und Brutus, um sie für identisch zu halten. 

7. hrevL] in brevi, Asc, 

10. perpelfiam.} sempiternam, Asc. 

11, ewnmm Gfraecum,] Die Bemerkung fehlt bei Tys. — Wörtlich: 

„ein gekrümmtes Griechisch.'' — Oflcnhar ist griechisches 
Piatt gemeint. — „Das ist nicht klassisches, noch mönchisches, 
noch überhaupt Latein ; es ist ein rein wälscher Ausdruck. Gwys 
heisst nach Owen welsh dict. schief, krumm, gebogen; wie 
gwyraw, verkehren, abseits wenden, verdrehen, und eine grosse 
Famihe andrer Ableitungen zeigt. Ein wälscher Soloecismus ist 
gwrthun -iaith , d. h. schief, verkehrt sprechen, kauderwSlschen. 
IHesen Ausdruck scheint Gottfried im Sinne gehabt zu haben.'' 
Brit. after the Romans, I, p. XXIX. 

11. nuncupabatür.] nuncupatur, Asc. 

12. Brilannica.'] Br^'tannia, Asc. 12. regni,'] insulae, Asc, 

13. Corineiam] Corineam, G. 14. Corineiensem. Corineensem, G. 
16. maluit.] maluit habere, Asc, 

18. delectahat enim eum.] delectabatur enim, Asc. 

19. consociis] sociis, Asc. 

21. Goemagot] Gogmagog, Tys. — Goermagog, P. V., der sich 
wegen der Rieseneinwohner hier auch auf Homer bezieht. R o- 
berts hält den richtigen Namen fUr Gavvr Madog, Riese Ma- 
dog, und bemerkt, bei Cambridge liege ein Berg, der Gogmagog 
Hill heisse, — tndess scheint der Name aus Gog und Magog 
zusammengezogen, den Namen der bekannten Riesenkönige, der 
Feinde des erwählten Volkes in der heiligen Schrift. Sie finden 
sich auch in orientalischen Chroniken. — In der Gildhall zu 
London, dem Palaste des Lordmayors, stehn zwei grosse Statuen, 
fünfzehn Fuss hoch, auf einer achteckigen Marmorsäule, die nach 



207 

der Lokalsage den Goemagot und den Trojaner Gorineus dar- 
stellen sollen, zwei Biesen von wunderbarer Kraft, welche tapfer 
die Ehre und Freiheit ihres Landes verlheidigten. Sie sind last 
völlig gleich gearbeitet, die Stirn mit Lorbeer geschmöckt, mit 
langen Barten, und lang wallendem (laare, in Sandalen, einen 
Speer in der Hand, ein Schwert an der Seite. Beide tragen 
einen Panzer, und sind gleichmassig gelb, grün und blau be- 
malt. Mit einem gewissen verächtlichen Stolze blicken sie auf 
die Zuschauer ruhig herab. Einer, jedoch hat noch einen Bogen 
und Köcher über die Schulter hängen, der andre stützt seine 
linke Hand auf ein Wappenschild mit einem Adler niit ausge- 
breiteten Flügeln im goldnen Felde. Indem die Stadt London 
sie in der Gildhall aufstellte, betrachtete sie dieselben als Emblem 
der Verlheidigung ihrer Freiheilen , die sie , wie jene Biesen, 
verfechten wolle. Diese Bildsäulen spielten eine Bolle im Lon- 
doner Volksleben. Als Philipp H und Marie Tudor in die Haupt- 
stadt einzogen, wurden die zwei Biesen, damals noch von Hole, 
vor ihrem Zuge hergetragen, und an beiden Seilen der Londot- 
brücke aufgestellt, während König, Königin und alles Volk da- 
zwischen durchzog. Auch bei der Krönung der Königin Elisa- 
beth mussten sie in ähnlicher Weise figurircn. Bei dem gro- 
ssen Brande der Stadt von 1666 wurden sie zum grossen 
Schrecken der Stadt vernichteL Man beeilte sich, sie von Stein 
wieder herzustellen , und bescliloss , sie nie wieder von ihrem 
Platze zu rücken. Echo Brittannique, 1835. Januarheft, 
p. 37 folg. — .Ancieut Mysteries, described especially 
the english miracle Plays founded on apocryphical New Testament 
Story, etc. by Hone, London, 1823, S. 282: The Giiuits of 
Gildhall. 

21. lantae virtutis,'] tanti roboris, Asc. 

21. semel excussam velut virgam.^ semel eam excutiens tamquam 
virgulam, Asc. 

24. i^t^inU' ] triginla, Asc. 25. iandem undique,] tandem fehlt, Asc. 

29. aesluabat.] afTectabat, Asc. 

29. congredi.] gaudebat etiam Brutus eo ludi genere, Asc, 

3U. armis.] armis et vestibus, Asc. 32. et aller,} alter, Asc, 

33. afflalibus.'] afflatibus tumidis buccis, Asc. 

33. vexanL] raovent, Asc. — vexat, H. 

36. et imposuü — imposito.} cum illoque suis humeris iroposito, Asc. 

37. pro'] sub, Asc, 38. Deinde summUatem] summitatemque, Asc. 

38. excussü se eli] exculiens, Asc, 39. letale,} Fehlt, Asc. 
40. mulla,} miile, Asc. 

43. Sallus GoemagoL] Nach C am den heisst jetzt der Bei^g th^ haw, 
zwischen Plymouth und der See in Devonshire. (LeroMX de 
Lincy.). 

43. voccUur,} nuncupatur, Asc, 



2Q8 

Kapitel XVII. 

Bei Asc. beginnt Kap. X. 
1. (andern.] aulena, Asc. 3. Tamensem.] Tamesem, Asc. 

6. Trojam novam.] £ine belieble Weniliing der Trojanersage. Schon 
Livius, I, 1. erzählt von zwei Orten Troja, eins von Anlenor 
bei den Euganeern, eins von Aeneas in Laurentum erbaut, lie- 
ber das fränkisehe Troja (Sicambria), und ein zweites am Rhein 
(Xanten), und das Eindringen der Trojanersage in die deutsche 
Heldensage s, Mone, Heldensage, S. 42. — Grimm, Helden- 
sage, 29, 87, 124, 303, 307, und die zu B. 1, Kap. XII, Nt. 
oben angegebne Literatur, 

7. Trinovanlum.^ Ternovanlum, Asc. 

8. Cassibellauni.] Cassibelani, Asc. 

12. Lud] Vergl. L. 111, Cap. XX. Tys. setzt hinzu: 

„Sohn Beli des Grossen." 

12.] Nennium] Nevium, Asc. — Niniaw, Tys. 

14. drildas,'} Tys. nennt Gildas nicht. Weder im Nennius, noch in 
den uns übrig gebliebnen Schriften des Gildas findet sich die 
hier angeblich von ihm verfasste Beschreibung jenes Kampfes. 
Die Capitula zur Historia Gildae, deren Angaben übrigens mit 
dem Inhalt der auf uns gekommenen Handschriften der Historia 
in mehreren Punkten nicht übereinstimmen, und entweder sehr 
interpolirt sind, oder sich auf eine ganz andere Redaction dieses 
Werkes beziehn, die verloren ist, bemerken Cap, XX: „Recapi- 
tulatto singulorum, quae superius descripta sunt, epigrammatum ; 
in qua recapitulatione auctor operis promittit, se majorem 
librum de regibus Britonum et de proeliis eorum describendum, 
quem et postea fecit." Das Ms. F.f. I, 27 der Öffenllichen 
Bibliothek der Universität Cambridge (im dreizehnten Jahrhun- 
dert geschrieben), die älteste uns erhaltne Handschrift der Histo- 
ria von zweien, hat am Schluss Capitel XXVI den Zusatz : „Sed 
ante promissum, Deo volente, pauca de situ, de contumacia 
ac duro famulatu, de religione, de perseculione, de sanctis mar- 
tyribus, de diversis haeresibus, de tyrannis, de duabus gentibus 
victricibus, de defensione itemque vastatione, de secunda ultioue 
tertiaque vastatione, de fame, de epistolis ad Agitium, de victo- 
ria, de sceleribus, de nunciatis hostibus subito, de famosä peste, 
de consilio, de saeviore mullo primis hoste, de urbium subver- 
sione, de reliquiis, de postrema victoria patriae, quae postrema 
Victoria temporibus nostris Dei nutu donata, dicere curabo.*' 
Offenbar in Bezug hierauf und auf die Angabe Cap. XX hat eine 
spätere Hand ad marginem hinzugefugt : „ Fecit namque ipse 
"-Gildas librum magnum de regibus Britonum et de praeliis eorum, 
sed quia vituperavil eos multum in illo libro, incenderunt ipsi 
librum iUum." ~ Die Praefalio Gildae zur Historia hat §. 2. 



209 

fast wörüieh obtgen Zusatz, scbliesst jedoch anstatt mit dtcere 
curabo, mit dicere conamur. — Das Dunkel, welches über 
Gildas schwebt, und seine hSufige Verwechselung mit Nennius, 
ist alt, und älter als Gottfrieds GhroniL Dem Gildas, als Site- 
Stern und gepriesensten Historiker der Eritten sind eine Menge 
Werke zugeschrieben, die uns theils verleren, theih weit jünger 
sind ; es ist daher nicht ohne Weiteres Gottfried einer Lüge zu 
zeihen, sondern eher anzunehmen, dass auch schon zu seiner 
Zek ein dem Gildas zugeschriebnes Werk existirt hat, und das 
nur lör uns verloren ist. S, Nennius u. Gildas , berausg. von 
San-Marte, S. 100, J04, 130, 133, 155. 
16. maculare,] In den in diesem Kap. vorkommenden Namenabiei- 
tungen weicht Waccs Brut etwas ab. Des Gildas geschieht bei 
ihm an dieser Stelle keine Erwähnung. 



Kapitel XVIII. 



3. Re^ahalt elcJ] „Äeneas aulem regnavit tribus annis apud La- 
tioos ; Ascanius regnavit annis triginta seplem , post quem Sil- 
vius, Aeneae filius, regnavit annis duodecim; Poslhumius annis 
triginta novem, a quo Albanorum reges Silvii appellati sunt, 
cujus frater erat Brulo. Quando regnabai Bruto in ßritannia, 
Heli sacerdos judicabat in Israel „ et tunc archa Testamenli ab 
alienigenis possidebatur. Poslhumius vero frater ejus apud La- 
linos regnabat." Nennius, $. 11. — Auch Tys, hat diese 
Zeilvergleichung wie Gollfried. 



OiOSH*' 



Honmonth Hut. ed. San-MArt«. 14 



Zweites Buch. 



Kapitel I. 



Bei Asc. beginnt L. f, cap. XI. 

1. autem.'] inter haec, Asc. 

1. Ignogen,'] Inogen, Br. — Enogen, Graecam, P. V. 

t. Albanaelus.] Albanacus, Br. 4. migravitJ] migrarat. Asc. 

8. Loegria.] Wälsch : Lloegyr. So liiess das Land südlich vom 
Humber und östlich von der Severn. Die Brittannia af- 
ter Ihe Romans, I, p. LXXXI, bemerkt: „Die Bewohner 
dieses Landstrichs hatten besonders römische Sprache und Sitten 
angenommen, und waren von den Kymry nicht weniger verach- 
tet, wie die Sachsen. Der Name war ihnen nicht im freundli- 
chen Sinne beigelegt. Lloegyr bezeichnet: das taumelnde oder 
davonlaufende Kalb (Llo, Kalb, Junges überhaupt, und ehegyr, 
taumelnd, ausreissend). Dr. Owen leitet den Namen von Lloeg, 
d. h. Neigung zum OefiVien, Ausbrechen habend, und dieses wie- 
der von Llo, ausgeworfen, verjagt, und eg, offen, eben, klar, 
ab. Aber es ist kein Beispiel für den Gebrauch dieser Worte 
in diesem Sinne, oder dass das erstere überhaupt nur ein Wort 
sei , beizubringen. Der Kriegsgott der Kymry ward in dem 
Bilde eines Stiers verehrt (Tarw Trin, Stier der Schlacht); da- 
her war das weniger kriegerische Gebiet Llo-Ehegyr." — Die 
wSlschen und englischen Gelehrten scheinen die starke Neigung 
ihrer Barden zu Etymologieen beibehalten zu haben. Schon 
Gottfried giebt hier und ausserdem vielfach Zeugniss davon, in- 
dem er doch nur Ucberliefertes berichtet. Ansprechender ist 
die Auffassung in den Triaden, wonach eine dreimalige Einwan- 
derung (die zweite von Lloegr, Ligeris) stattfand, als deren Gon- 
sequenz auch hier die Dreiheit Brittanniens in den Söhnen des 
Brutus und ihrer Reiche erscheint. S. Anm. zu B. I, Kap. XVL 

9. Gualia,] Gallia, Asc. — Guallia, G. — Das eigentliche Wales, 

westlich von der Severn. 
9. vocatur,'] quam — Galliam vocant, Asc. 

12. patriam,] Tys. bezeichnet den Theil des Albanactus nSher: 
.,Nordw9rts vom Humber bis Penrhyn Bladon;" das Vorgebirge 
von Bladon, vielleicht Blatum Bulgium, oder Bulness (Roberts.). 
Es wird auch im Mabinogi von Kilhwch und Olwen erwAhnt. 
14. Albaniam.'] Albaine, Br, — Bnchanan, Rer. Scot. II, p. 55, ed. 
Francof. 1624: „Principio autem cum utrique, i, e. Hiberniae 



an 

iocolae, et colooi eonun ib Albium missf, Scdti ippdbrentur, 
ul 4ifteriiniBe aliquo alteri ab filteris djstinguerenlur, iaitio coe- 
per« alteri SeQli Jerni, alteri Sooti Alhani ?ocari/' — und da- 
rauf eod. p. 64: ,,Cum ipsi se Albinos namine ab Albiö dedi- 
jiatp vocent» vieini tarnen Scotos eos nuncupaut, ^uo nomine 
orjgo eoruin ab Hibernis deciaratur." <— Usher, Prinordia, c. 
16, p. 383, fugt hinzu: «^Gemini enim Scoli se (Buohanan L. I, 
p. 11. 1. c.) Albinich vel Albanacb, et regionem suam Albin 
vocant, ab Albio, ut ilie putat, sive Albione, q«od anliqiuasinium 
Britanaiae nomen fuit, derivalo voeabolo,. (ftei Heinrich v. Hun- 
ümgd. L. VIII, ad ann. 3. Reg. Stephani ist der Schlaehtrur 
der Schotten: Albani! ) Cui aliqiiantulum et illud ffiret, quod 
Drum ^-> Albitt locam, in quo kodierna Scotia maxiaie attol- 
litur, Joh, Fordun (ScotichronicoD , II, 12) dorsnm Albaniae, 
Adamnanus (vjta Golumbae L. U, c. 28; III, 18) dorauin Bri- 
tanniae interpretatur." — ' Nach Nennius, §. 17, der lex ve- 
ter^bus libris veterun nostrorum an dieser StelJe schöpft, hatte 
Hissitio, Sohn des Alanus, Nachkomme Japhels, vier Söhne, den 
Francus, Roniaons, Britto und Albanus, von denen die Kramf, 
Laiini, Albani (in einigen Mss. Alemanni) und hr'iUx abstammen. 
Ist die Leseart Albani die ursprüngliche, so ist die Unterschei- 
dufig zwischen Albani und BriKi zu bemerken, die dennoch als 
Stammverwandte be;eeuehnet werden, während schon Taeitus, 
Agria c. IL den €aledoniern germanischen Drspruag giebt. 
Der Verfasser der Britt. afler the Rom. I, p. LXIII: „So wie 
Aiwion (nicht Albion) der Name der Insel war, langst ehe die 
Römer sie kennen lernten, war Alba oder Albain der gSlische 
Name von Nordbrittannien, Caledonia oder Schottland, welches 
bergige Gegend, Hochland, und Albanach caledonisch oder schot- 
tisch bezeichnet. Aiwion und Albain sind durchaus verschiedene 
Worte. Alp, Höhe, ist nicht von Aiwion oder Albion abgelei- 
tet, sondern Bezeichnung einer besonderen Gegend, wo die 
Gwyddelodd oder Gaidheal sich ansiedelten. Gwyddel heisst 
irisch Waldiänder, und Gwyddel -Ffichti oder Picten waren von 
Irland nach Schottland bevölkernd gezogen. Gwydd heisst irisch 
Baum oder Busche gälisch Gaidheal, von Gad^ Zweig AsL Cale- 
donia hiess Gelyddon (bedeckt von Walddickicilu) und die Stflm* 
me, die solches Land bewohnten, hiessen Gelliaid (Gelten) oder 
Buschmänner. Die Schotten hiesseq wälsch Ysgodogion, oder 
Ysgotiaid, gleichfalls Waidbewohuer, von ysgowd. Schatten. Das 
witsche Wort Gwyddel, wie die Schotten von Alba^iien sich 
meistens selbst nannten , wurde jedoch in der Regel auf die \v» 
länder, oder Schotten von Irland «angewendet. Scoti scheint 
aus Ysgot verstümmelt zu sein." — Die lateinschreibenden Chro- 
nisten fanden es bequeoier, Scoti von Seythae abzuleiten, und 
Andere noch machten Gothen daraus, — Obige Au^ffthrung 

14* 



ther die WlaldUiider scheint einige Begründang dureh die 
von Gun (London, 1819) edirte vaticanische Handschrift des 
Nenniud aus dem zehnten Jahrhundert zu erhalten« die abwei- 
chend von den übrigen Mss. im §. 10 folgenden Zusatz hat: 
,,De Romanis vero et Graecis trahunt etymologiam: id est de 
matre Lavinia, filia Lalini, regis Italiae, et progenie Sitvani, filii 
loachi, filii Dardani. idem Dardanus, filius Saturni regis Grae- 
corum, perrexit ad partem Asiae« et ille aedificavit urbem Tro- 
jae. — Brutus consul fuit in Roma imperii Romani, quan- 
do expugnavit Hispaniam ac detraxit eam in servitutem 
Romae, et poslea tenuit Britanniam insulam« qiiam hahitabant 
Bryttones, Romanorum filii, olim Silvio Postumo orto. Idee 

! dieitur Posthumus, quia post mortem Aeneae« patris ejus« natus 
est; et fuit mater ejus Lavinia super clandestina , quando prae- 
gnans erat. Ideo Silvius dictus est/ quia in Silva natus est; 
ideo Silvatici dicti sunt Romani reges et Brittoues« qui de eo 
nati sunt« sed a Bruto Bryttones« et de Bruti stirpe surrexerunt 
Aeneas'' etc. — 

ii. Bumber.] flymyr, Tys. — Roberts leitet Namen und Hei- 
math vom Hunsingau in der Provinz Groningen« am Fluss Hunse« 
ab: so dass die hier erwähnten Hunnen eigentlich Gimbern ge- 
wesen« wie die Namen Umber, Humber« Cumber und Cimber 
dieselben seien« wie auch Hymr und Kymr; und der Name des 
Häuptlings mag auf den Stamm übertragen sein (?)• 



Kapitel II. 



Bei Asc. beginnt L. I, Cap. XII. 
1. Locrinus] Lucn'nus, Hr. Htgd. ep. ad Varinum» Der Inhalt 
der folgenden Kapitel hat den Stoff zu dem vermuthlich von 
Marlowe verfassten (Malone, Suppl. Shakespeare, T. II, p, 190), 
aber unter Shakespeares Namen gedruckten Trauerspiele Lo- 
crin hergegeben (The Lamentable Tragedie of Locrine, the el- 
dest sonne of king Brutus, discoursing the warres »of the Bri- 
taines and Hunnes, with deir discomfiture: The Brilaines vic- 
• torie, with their Accidents and the death of Albanact. No lesse 
pleasant than profitable. Newly set foorth ouerseene and cor- 
rected by W. Sh. Lond. 1595, 4. — Deutsch, und dem Sha- 
kespeare vindiclrt in L. Tieck, Alt-Englisches Theater, Berlin, 
1811, B. IL 

3. fluvium quü] flumen quod, Asc. 3« vocalur,] vocant, Asc 
5. in eo ] inter fluctus, Asc. 
11. EstHldis] Estril, Br. — Wälsch: Essylt. Nach Roberts ist 

der Name wahrscheinlich eine Abkürzung von Essyllydd, d. h. 

Weib von Essyll, oder dem Lande von der Yssel ( ? ). — Nach 



213 

9 

den Triaden ist Essylt eine der dtiei unkeuschen Weiber der 
Insel Brittannien. Die Schilderung ihrer Schönheit, und der Un- 
friede den diese stiftet, weist auf die Essyll^ Tristans Geliebte, 
bin, und der Inhalt dieser Liebesgeschichte war lange vor Gott^ 
fried Gegenstand der Bardendichlung. Wir finden darin, dass 
Gottfried die Essylt so weit in die Urzeit zurückversetzt , eine 
Andeutung des hohen Alters der Tristansage, zumal er bei Er- 
Zählung der Thalen Arthurs des Tristan gar nicht gedeckt, des- 
sen Xhaten daher ursprunglich von ihm unabhängig behaodelt 
zu sein scheinen. ;■' 
13, camU eju$,] suae cutis, Asc, 



Kapitel III, 
1. Ubrans.] vibrans, A s c. 8. Librabat ] vibrabat, A s c. 



Kapitel IV. 



1« Guendolönam.] Gendoliene, Br. — Gwendoleu, Tys, — Goa- 
dolovea, Hr. Htgd, ep. ad Var. — Nach Llwyd, Hist. of 
Wales, topograph. Not. p. 326, ist zu Llanwyddelan in Mont* 
gomeryshire eine der Gwyddelan oder Gwendolina gewidmete 
Kirche, und in diesem Falle, wie so oft in Wales, scheint eine 
Person der alten Nationalsage unter die Heiligen versetzt zu sein. 
In der jüngeren Sage ist Gwenddoleu eine berühmte Schönheit 
an Arthurs Hofe, welche (nach einer Erzählung von ihr im 
Bosanquet Ms.) ein höchst merkwürdiges Schachbrett besass^ des- 
sen Figuren, wenn sie aufgesetzt waren, von selbst spielten. 
Das Brett war von Gold, die Figuren von Silber. Ein ähnliches 
Schachbrett kommt vor im Mabinogi von Peredur (San- M arte, 
Arthursage, S. 214), im Roman von Sir Gaheret, und von Lan. 
celot du Lac. In der Vita Merlini ist sie Merlins Gattin. S. die 
Sagen von Merlin v. San Marte. 1853. Halle. Waisenhaus. 
2. Trinovanto.] Ternovanto, Asc. 12. Sabren,] Habren, Asc. 
14. Maddan,] Madoc, Tys. — Madau, Asc. 



Kapitel V. 



2. Itaque.] Fehlt bei Asc. 4 illius,] Fehlt, Asc. 

6. Sturium,] Vyrram, Tys. — Sturam, G, — Sturum flumen, 
Asc. — Esture, Br. — Jetzt Stour. Diesen Namen führen 
mehrere Flüsse; der hier gemeinte fliesst zwischen Dorset- und 
Wiltshire, bei Slourminster und ßlandford vorbei, und bei 



214 

(%ris( Church in das M«er. Zwischen Stour und Themse wohn- 
ten die Trinobanten, deren Hauptstadt London war. 

9. Säbren] Habren, Asc. 

10. Sabrina.] „Sabrina britannice Hafren, a nomine puellae filiae sc. 
Locrint ibi a noverca submersae vocata est ; nnde et latine mu* 
tatione aspirationis in S, ut in distortis a Graecis in latinum fieri 
Bolet, dicta est Sabrina, sicut per hal sal, pro hemi semi/' etc. 
Giraldus Gambrens. Cambriae descript. c, 5. — Wälsch 
heisst eigentlich die Severn Yr-Haf-Rhen, d. h. haf, Süden, rhan, 
Theil. Somersetshire und Wilrshire heissen aligemein bet den 
Wälschen Gwad yr Haf, Sommerland, d. h. südliche Gegend. 
- Daher Afon oder Avon yr Hafren heisst: Fluss des südlichen 
Theils (Roberts). 



Kapitel VI. 



Bei Asc. beginnt Kap. Xlll. L. I. 
1. autem.] deinde, Asc. 2. EQ Sed, Asc. 
6. rhetor.'} orator, Asc. 7. filios.] liberos, Asc. 
8. Ifafim] Matilium, Asc. — Membyr und Mael, Tys. — IIa- 

lin et Membris, Br. 
tS. inflammalus.'} Fehlt, Asc. 

13. prolocutores.] prolocuturos , Asc, 16. Sed et,] Et, Asc 
16. prögeniefn suam.] progeniem, Asc. 
Ib, uXore äua] uxore, Asc. 

19. Ebraucum.] Efroc, Tys. — Im Mabinogi von Peredur (Meine 

Arlhursage, S. 176.) ist ein Graf Evrawc Herr der Graf- 
schaft des Nordens, Vater von sieben Söhnen, deren jüngster 
Peredur (Parcival der franz. Romane) war. 

20. voluptati.] et matrimoniali, Asc. 
23. miserrime,] horribililer, Asc. 



Kapitel VII. 



3. classem.] classes, Asc. 

4 Galliarum.] „Si ala rober les Fran^ois 

Et les Flamans et les Tiois (Deutsche.)" Br. v. 1543. 

5. infinilaque — copia.] infinito inde — acervo, Asc. 

7. Eaerebrauc] Cair-Ebrauc, Nennius i. f. alias: Cair- Braue. — 

Caer- Efroc, Tys, — Eboracum, York. 
10. Alclüd,] Aldud, Asc. Der alte Name für Dumbarton in Schott- 
land. — „Ubi autem Levinus e lacu in Gluidam se eionerat, 
interpönitur Alcluid, sie veteres dixerunt. Beda, nescio quorom 
lingua, petram Gluid significasse notat. Gerte Ar Cluid supra 



S1& 

Gl nid an britoDoice sigiii6cat, et (ÜMd Tetori Aa^omm Aingua 
petram significavit Posteri Dunbritton, i. e. BritaRMrum opjii- 
dum, et eorrupte metalhesi qaadam, Dumbarton YOoarMnt, eo 
quod BriUnoi diutissime contra Scotos, Ptclos et SaxiNiei tenne- 
rinf € am den. Britann. London, 1607; p. 697. 
11. >l^ed.] Angned, Tys.— Agnedi, Asc. — „Agned, qua« per 
Belh, Scolorum regem reparala, poslmodum Hethinbourgh dicta 
fuit." J. Fordun. bist. Scol. ap. Gale I. p. 662. 
11. Caziellmi /^«Woruwi.] Kaslell y morynyon neu vynyd dolyr. 
Tys. — Nacb Roberts vieMeicbt mit Morwynion eastle ver- 
wechselt. Morynion bezeichnet die Morini, ein Küslenvolk. — 
,,Et en un mont le castel (ist, 
Qui de Pucäles a sornom, 
Mais j*o n'en sai por quel raison. 
Li castiai ot nom de Puc^Fes 
Plusque de Dames, ne.d'ancMes. 
Ne me fu dit, ne jo nel di; 
Ne jo n'ai mie tot oi, 
Ne jo n'ai mie tot v^u, 
Ne demand^, ne retenu. 
Mult estouroit ä home entendre 
Qui de tot volroit raison rendre. *• Br. v. ^64« 
Als Eadwin und Eadgar sich das briUische Reich tbefllen, 
erhielt Eadgar den nörd«chen Theil Englands usqqe ad caslal- 
lum puellarum. Job. Wallingford. ap. Gale, I, p. 543. — 
Ueber den Namen sagt Buchanan, Rer. Scol. L. VI, pr.: 
„Edimburgum, quorundam vel crassa ignorantia, vel perversa 
diligentia, qui nunc vallem dolorosam, nunc Castrum 
puellarum appellant eam arcem, nomen, non adeo per se 
obscurura, prope tenebris immcrsit. Nomina enim haec, e fa- 
bellis Gallicis, intra trecentos anoos proximos confictis, aunl mu- 
tuati.« — „Vallis dolens, Wedale, villa in provmcia Lpd^- 
nesiae, sex milliaria ab occidentali parle ab illo qnondaro no- 
bili monasterio de Melros," Nennius §• »^> "»d dws» 
Varianten S. 69. meiner Ausgabe des Nenmas und Gddas. ^ 
gab übrigens noch mehrere Mägdeburgen, z- B. Stanemoor in 
Westmireland, und bei Warwick (Roberts). Das der ^aj^ 
nach schon über 2000 Jahre atte Schloss bei Edipburg liegt 
über der Stadt auf einem hohen steilen Felsen, so daw ea nur 
von der Seite der Stadt zugänglich ist, und enthalt di^ Woft- 
nung des Gouverneurs, die Reichsinsignien und Archive, 
12. JfoiKem JioloTOBMm:\ Bolosorum, H. — Dolosoruro, G. -- do- 
lorosum, P. V, — Sowohl die Mägdeburg als der Schwerze«- 
berg ist von den jungem französischen Romanciers festgehalten, 
und die wahrscheinlich überiieferlca Namen gaben ihne» hm- 
reichenden Anlass, beide demnach mit Wundern und Ab«ttlhet^ 



21S 

ern reichüdi antzusefamücken. In dem Prosaroman von Perce- 
val (Druck, Paris, 1530.) f. ISO gelangt Perceval zum Gbasteau 
aux pucelles, das tief in der Wdste, vier Tagereisen weit rißgs 
von bewohnten Orten entfernt liegt (wie die Gralsburg in Wolfr. 
V. "Eschettbachs Parcival.) Nur Jungfrauen enpfangen ibn; er 
schläft allein; als er erwacht, findet er sich mit Boss und Waf-« 
fen unter einer Eiche, aber Schloss, Jungfrauen, alles ist versto- 
ben. Ebend. f. 132. hört Perceval von dem mount douloureux, 
den er aufzusuchen eilt. F. 179. gelangt der Held wirklich 
dabin. Die Stelle des Prosaromans entspricht der älteren Er- 
zählung Ghr^tiens de Troyes in seinem Roman de Perceval. f. 
149, Ms. de TArsenal, 195, A, dem auch das Ghäteau aux pu- 
celles njcht fehlt. Im wälschen Mabinogi P^redur ist gleichfalls 
schon der Berg der Trübsal, jedoch ziemlich dunkel, ent- 
halten (Meine Arthursage, S. 201.) — Tys. hat Dol hyr, 
d. h. das lange Thal. Vielleicht ist daraus dolur, douleur, der 
Schmerzen berg, entstanden (Roberts.). 



Kapitel VIII. 



1. aw^em.] Fehlt, Asc. 

2. fuadräginta.'] sexaginta, G. 

8« nomina filiorum.'] „Les nons as Sex oi^s quel sont: 

Brutus verlesen, Margadud, 
Sisilius, Regin, Baldud, 
Moruit, Jagon, et Bolloan, 
Ringar, Spadem, Gaul, Dardan, 
Eldad, Gangu, Revi, Luor, 
Rut, Asarac, Buel, Hector." Br. v. 1580. 

4. Brutus.] Vrytlys darian las, Tys.— Brutus, Taryan las, Arth. — 
4. Margadud.] Fehlt, Tys. — Maredud, Arth. — Marga- 

dus, Asc. 
4. Sisilius.] Gilius, Tys. — Seyssyll, Arth. 
4* Regin.] Run, Tys. — Rys, Arth. 
4. Mcrivid] Moryd, Tys,— Morud, Arth. — Morindus, Asc. 

4. Bladud.] Bleiddyn, Tys.— Bleydud, Arth. — Baldiidus, Asc. 

5. Lagon.] Yago, Tys., Arth. — Lagonus, Asc. — Jago ist 

ein oft vorkommender wälscher Name. 
5'. ßodloan,] Galan, Tys, — Bodlan, Arth. — Bodloa- 

Dus , Asc. 

5. Eincar.] Gynar, Tys Kyngar, Arth. — Kincarus, Asc. 

5. Spaden] Yspadaden, Arth. — Ysbladden, Tys. — Ein 

Riese Yspadaden Pencawr kommt im Mabinogi Kilhwch .und 01- 

wen, sehr ungeheuerlich geschildert, vor (Arthursage). 
*• OatU.] Gwryl, Tys, — Gwavl, Arth, — 



217 

5. Barden.] DardaD, Tys, Arth. -^ Baldenus^ Asc. 

5. Eldad.] Eidiol, Tys. <— Eydol, Arth. — Eldanus^ Asc. 

6. Jvor,] EüOT, Asc. 

6. Gangu.] Kyngu, Arlh. — Gangus, Asc. — Gwycliyr und 
dazu noch Goronwy, Tys. — 6. Hector.] Ector, Tys. 

6t Kerin.] Cyhelyn, Tys. — Gereynt, Arlh. — Kerinus, Asc. 

6. Rud,] Rat, Tys. — Bun, Arth. 

6. Ässaracus»] Assaracys, Tys. — Asser, Arth, — Assa- 
rach , 6. 

6. Buel] Howel, Tys. Arth. 

6. Nomina fUiarum,] Bei Tys. fehlen die Namen der Töchter 

sammtlich. 

„ Gbygoin, 

' Leticlas, Orar, Vinogin, 
Gaudis, Rodan, Guellian, 
Angaint, Gelloe, Meldan, 
Maiiure, Ecub, et TangusteJ, 
Staclud, Rausbreda, MecabeJ, 
Goad, Ethen, Nest, et Gorgon, 
. Gladus, Ehren, Blagon, Engron, 
Edrac, Alhalac, et Angues, 
Anor, Stadiol, Galaes." (Br. 1. c). 

7. Gloygny.] Gloewgeyn, Arth. 

7. Ignogen] Inogen, Arth. — Ignogni, G. 

7. Oudas.] Eudavs, Arth. — Ondas, Asc. 

7. Guenliam.] Gwenllyant, Arth. — Ghuliam, Asc. 

7. Gatodid,] Gandid, G. — Gwawrddydd, Arth. 

7. Angarad,] Angharat, Arth. — Angarada, Asc. Ein oft vor* 

kommender Name: so im Peredur, (Arthursage, S. 194.). 

8. Guendoloe.] Gwendoleu, Arth. — 

8. Tanguslel] Tanghwystyl, Arth. — Pangustel, Asc. 
8. MelhaheL] Helhael, Arth. — Metal, Asc. 

8. Ottrar] Efrar, Arth. — 

9. Mailiure] Maelvre, Arth. — Malure, G. 

9. Kamhreda] Kamreda, Arth. 9. GaeL] Gwael, Arth. 
9. EcUb.] Ertus, Arth. 

9. Cheun,] Keyn, Arth. — Mit Nest contrahirt: Nescheem, Asc. 
10. Gladud.] Stadus, Arth. — Gladus, Asc. 
10. Ebren] Efren, Arth. 

10. Blagan,] ßlayngeyn, Arth. — Blancha, Asc. 
10. Ahallac] Avallach, Arth. — Nach Tr. 52, 63, ist Avallach 
Vater der Modron, die mit Urien Reghed die Zwillingsgpschwi- 
ster Owain und Morvudd zeugte, welche letztere Geliebte des 
Cynon, Sohnes des Clydno Eyddyn war. 

10« Galaes.] „GalaSs fu et b^le et gente 

Plus que nule des autres trente. 



21» 

Et Metall fu la plus laie (Dümmste.) 

Et Gandole fa la plu;; gaie. 

Oarar fu la mellor ouri^re 

Et Inogen la plus parliere. 

Et Anor fut li plus cortoise, 

Et mius sot ddmener ricoise. " Dr. 1. c 
Hinter Galaes folgen bei Arth, noch: Gweyrvyl, Perwenr, und 
Eurdrec. 

11. Anaor.] Anor, Arth. 12. SladiaL] Stadyalt, Arth. 

12. in ItaliamJ] En Lombardie, Br. 

13. Albam] Albanum, Asc. — Latioo Alba ortus, Alba Atys/^ eie. 

Livius, I, 3. 
16. Älbae.] Albani, Asc. 16. Usi,] freti, Asc. 

Die Erzäblung von vielen Söhnen eines angesehenen Stamm- 
Helden wiederholt sich oft, besonders wenn dadurch die Ab- 
stammung verschiedener Stumme derselben Nation motivirt wer- 
den soll. So hatte der grosse Slawenführer Samo, nach Fre- 
degar, 22 Söhne und 15 Töchter, und der alle noch in die 
Fabelwelt reichende Polenkönig Leszek III. -erzeugte ausser einem 
rechtmässigen Sohne, Popiel, mit verschiednen Kebsweibern 
20 Söhne, welche sein Reich erhielten, und deren jeder König 
eines besonderen Stammes ward (s. ß. von Kassuben, Pom- 
mern, Holstein, Sorben, Brandenburg) S. Dlugosz, bist. Pol. 
L. I. Nach bairischer Sage halte Babo von Abensberg 30 Söhne, 
deren jedem Kaiser Heinrich 11. eine Grafschaft schenkte, und 
von denen alle Dpastengeschlechter in Baiern ihren Ursprung 
nahmen. S. Die Fabel von des Babo v. Abensberg 30 Söhnen, 
y. Lang, München, 1813, 4. — Auch Priamus reitet mit 29» 
in langer Namenreihe aufgeführten Bastarden in die Schlacht 
Liet V. Troyen von Herbort v. Fritzlar, ed. Fromman. 
Quedlinburg und Leipzig, 1837. Y. 4820, und Anm. S. 267. — 
Merkwürdig ist der Zusatz, dass diese Brillen unter Beistand 
des Italiers Silvius Alba Germanien mit einer Flotte erobert 
haben. 



Kapitel IX. 



Z. Potilus.] Fehlt, Asc. 5. Kaer-Leir,] Carlisle in Cumberland. 
11. Hudibras.] Hurdibras, Asc. — Rudhudibra^s , Hr. Htgd. ad 
Var. u. P. V. — Ruhundibras, Br. — Run Paladyr, Arth. 
— Run Paladr-fras, Tys., d. h. Run mit dem dicken Schaft. 
Kein Name ist so stark wie dieser von den Abschreibern ge- 
misshandelt. In einigen Stammbäumen erscheint er zusammen- 
gezogen in Rhuddp-bras, die Gotlfried vielleicht zu Hülfe nahm, 
und Hudibras daraus machte. Im Wälschen hat der Name ei- 
nen guten Sinn, 



21» 

12. dissidio in eoncordiam.] discorcfia ad pacem, Asc. 

13. Kaerlem.] Kaerkein, Asc. — KaerCept, Arth. — Cair-Ceint 

nach Alpbred. Beverl., Henric. Huntgd. und Usher. — Kenl. 

14. Kaerguen.] Kaer-Wynt, Arth. — Kaer-Guent, Winlonia, nach 
Alphred. Beverl. u. H. Hlgd. ; jetzt Wincesler. • Das römische Venta 
Belgarum: oder das alte Venta Silurum in der Grafschaft Mon- 
mouth, nicht weit von Gaer-Leon. 

14 Paladur.] Chastell Paladyr, Arth. 

„Le chastel de Cestebire 
Qui est el mont de Paladur. 
A cel chastel clore de mur 
Uns aigles (v. 1. un ange), ce dist-on» parla, 
Ne sai que dit, ne que non^a.** Br. v. 1652. 
Im Brut Gruffud ap Arthur, Druck der Myd. Arch. II, p. 124, 
125 sind zu L. XII, cap. 18. die Prophezeihungen des Adlers 
aus einer Handschrift des Brittischen Museums abgedruckt Die 
Adlerprophezeihung wird auch bei J. Fordun in einigen, auch 
dem Gildas beigelegten Versen erwähnt, die wahrscheinlich aber 
aus den Bruts oder Gottfried originiren: 

„Bruti posteritas AlLanis associata 
Anglica regna premet peste, labore, nece etc. 

Ul profert (refert) Aquila veteri de turre locuta. " 
. S. die Einleitung. 

15. Sefovia.] Sefronia, P. V. — Sophonia, Asc. — Wälsch 

Kaer-Septon. — „Shaftsbury salutat edito colli afGxum, Bri- 
tannis olim Raer-Paladur, ut falso putat vulgus, et Septonia, Sa- 
xonibus Sceaslerbyryg , forsitan a pyraraide sacra, quae illis 
Scheafl dicebatur." Camden. Britt. p. 157. — In einer 
Note zu Camden, und in einem Ms., Abschrift einer Abhandlung 
von Mr. Vaughan ober die Triaden, heisst es: „Die Einwoh- 
ner von Shaftesbury haben eine Tradition, dass eine ahe Stadt 
auf dem Platze, der das grüne Schloss genannt wird, nach 
Einigen Folebury, gestanden habe, wo auf der Westseite der 
alten Kapelle des beil. Johannes eine römische Inschrift sicji 
befand, welche voUstSndig das weit fiber Alfred hinausreichende 
Alter und den Namen des Platzes erwies." — Roberts 
hält den Ausdruck Schaft für eine Bezeichung der bekannten 
Rundthfirme, deren viele sich in England und Irland, gleich wie 
in Indien, finden, wahrscheinlich Thörrae zur Unterhaltung- der 
Carnfeuer, obwohl Andre sie für normannischen Ursprungs, 
doch wohl mit Unrecht, halten. 
17. Capyi.] „Atye (ortus) Capys, Capye Capetus;" Livius, I, 3. 



220 

K8q[»itel X. 

1. Blad\k^:\ Baldudus, Äse. — Bleiddud, Tys. — Bladus, P.V. 
% Kaerhadvm^ Caervaddon, Tys. — Caerhiadum, P. V. 

2. Badus^ Badonia« P. V. Jetzt Baath. Roberts bemerkt: die 

Heilquellen von Bar^ges wurden dadurch entdeckt, dass verwun- 
dete Wöire sich hineinstellten« und so schneller wie in jeder 
andern Weise geheilt wurden. Im Wälschen hcisst Baeddfon 
oder Baeddan: Platz des Ebers; und ein ähnlicher Umstand 
mag Bladud zur Entdeckung des Heilwassers gefuhrt haben^ 
und der Name Baddon (Vaddon) daraus entstanden sein. 

4. iftnerva«.] Nur als ein Beispiel brittischer Kritik führe ich Ro- 
berts Bemerkung an: Minerva sei wahrscheinlich ein Cimbri- 
sches Wort; denn y fun arvan, sprich y vin arvan, bedeute 
Waffenmädehen^ was trefflich auf die Minerva passe. 

6. Saxeos glohos.] Unzweideutig sind Steinkohlen darunter ver- 
standen, die in der Nähe von Baath sich häufig finden. 

6. Helyas,] S. Epist. Jacobi, C. 6, v. 17. — Tys. hat irrthum- 
lich drei Jahre und sieben Monate. 

9. quievil.] desiit, Asc. 11. Trinovantum,] Ternovantum, Asc. 



Kapitel XI. 



Bei Asc. beginnt Gap. XV, L. I. 

1. Dato.] Cedendo, Asc. 1. Bladud.] Baldudo, Asc. 

1. Leir.] Llyr, Tys. — Lier, Hr. Htgd. ad Var. — 

Wir stossen hier auf die Quelle von Sha^kespeares Trauer- 
spiel: König Lear; und vielfach ist die Geschichte des Königs 
^ Lear und seiner Töchter in andere Chroniken übergegangen 
und dichterisch behandelt worden, u. a. in der kleinen Erzäh- 
lung : The most famous Chronicle historic of Leir, Kiog of Eng- 
land, and bis ihree Daughters. 1594; und wiederholt in The 
Mireor of Magistrats, 15S7. — Ausser der oben erwähnten 
Tragödie vindicirt L. Tieck, Alt - Englisches Theater, Berlin, 
1811, B. H, S. 206. u. Vorrede, S. X, auch eine ältere dort 
^ abgedruckte, Echtermeier, Henschel u. Simrock , Quellen 
des Shakespeare, Berlin, 1831. Th. III ^ S. I. nr. XV. geben 
die Erzählung nach Holinshed's Chronicle of England« Scolland 
and Ireland. — Tys. erzählt sie etwas kurzer und schmucklo- 
ser wie Gottfried. Der Verfasser jenes altern Dramas von Kö- 
nig Lear (The true Chronicle History of Leir, and bis tree 
daughters Gonorill, Ragan and Cordella, as it halb been divers 
and sundry times lately acted. London. 1605. 4.) scheint die 
alle Ballade von König Lear und seinen Töchtern benutzt zu 
haben, welche Percy (Reliqu. of anc. engl poelry. London, 
1839. 4. S. 61. folg.) mitlheilt, und Eschenburg übersetzt 



221 

hat, nicht gekannt zu haben. — 0ie Wurzel der Katastrophe 
in Erzählung und Tragödie ist die Antwort Kordeliens auf Lears 
Frage, und hier ist bei Gottfried seine Bemerkung: tentare 
illum cupiensi nicht zu übersehn, wodurch sie die Nemesis ge- 
gen sich reizt; denn das Kind soll den Vater nicht versuchen. 
Holinshed folgt Gottfried: ,,So much as you have, so much you 
are worth and so much 1 löve you , and no more. " Die alte 
Ballade sagt: „my love shall be the duty of a child." — Im 
alten Trauerspiel spricht Kordelia: 

„Die Liebe, die das Kiud dem Vater schuldig. 
Dieselbe, gnädger Herr, hab' ich zu Euch." 

Und im neuen : 

— — — — „Ich lieb Eur' Hoheit, 
Wie's meiner Pflicht geziemt: nicht mehr, nicht minder." 

In Spensers Feenkönigin, wo Lears Schicksal in wenig 
Worten berichtet wird , sagt Kordelia ; „ sie liebe, den Vater so 
sehr, als sich zieme." Shakespeare schliesst sich zunächst der 
Wendung an, welche in der entsprechenden Erzählung der Ge- 
schichte des Weslsachsenkönigs Inas (Camden, Remains, ed. 
1674. p. 306.) sich findet: „Dieser König hatte drei Töchter, 
welchen er einst die Frage vorlegte, ob sie ihn auch über alles 
Andre liebten und immer lieben wollten? Die beiden Aelteren 
bejahten dieses unter hohen und Iheuren Schwüren; die Jüngste 
und Klügste aber sagte ihm offen und ohne Schmeichelei, sie 
schätze und verehre ihn zwar so sehr, als die Natur und Kin- 
despflicht nur gebieten könne, und werde dies thun, solange 
sie lebe: sie glaube aber, es müsse eine Zeit kommen, wo sie 
einen Andren zärtlicher lieben werde, als ihn. Hierunter ver- 
stand sie ihren künftigen Gatten, dem sie nach Gottes Gebot zu 
folgen, und Vater, Mutter und Brüder um seinetwillen zu lassen, 
schuldig sei." — Die englische Recension der Gesta Romano- 
rum (Auszug bei Douce, lllustr. of Shakesp. T. ( p. 172. 
Mehr bei Swan. Gesta Rom. Introd. T. I. p. LXXIL sequ.) 
c. 21, die zwar naeh Gottfried gesammelt, ihrem Inhalte nach 
jedoch älter als er sind, enthält eine gleichfalls hierher gehörige 
Erzählung: „Theodosius, ein mächtiger Kaiser von Rom, hatte 
drei Töchter. Einst fragte er sie, wie sehr sie ihn liebten? 
Die Aeltesle sagte: Mehr als mich selbst Die Zweite: Wie 
mich selbst. Die Dritte: Soviel, als Ihr werth seid, und nicht 
mehr. Hierauf vermählte er die erste einem Könige, die zweite 
einem Herzoge, die dritte einem Grafen. Nun geschah es, dass 
der Kaiser dem Könige von Aegypten eine Schlacht lieferte, 
und der König vertrieb den Kaiser aus seinem Reiche, so dass 
er nieht hatte, "wo er sein Haupt hinlegte» In dieser Noth 
wandt« er 4ch an seine älteste Tochter, und bat um Hülfe. 
Diese berieth sich mit dem Könige, ihrem Gemahl, welche dem 



Kaiser mit eioein grossen Kriegslieere zu Hdifie kommen wollte. 
Aber die Tochter meinte, es werde genügen, ibm fünf Ritter 
zu schicken, die ihm in der Verbannung von seinem Reiche Ge- 
sellschaft leisteten; und so geschah es. Als dies der Kaiser 
Ternahm, ward er sehr betrübt; denn er hatte alle seine Hoff- 
nung auf diese Tochter gesetzt, weil sie gesagt hatte: sie liebe 
ihn mehr als sich selbst. Nun wandte er sich an die zweite, 
die gesagt hatte, sie liebe ihn, wie sich selbst, und bat sie, ihm 
zu helfen. Diese that aber nichts, als ihm Speise und Trank 
und anständige Kleidung schicken. Da enlschloss er sich, es 
auch bei der dritten zu versuchen, bat sie um Hülfe, und er- 
zählte ihr, wie ihre Schwestern ihn abgefunden hätten. Da 
wandte sich die dritte Tochter, die ihren Vater nach seinem 
Wertii liebte, an ihren Gemahl, und bat ihn, ihr in dieser 
grossen Noth beizustehen: ihr Vater sei aus seinem Reich und 
Erbe vertrieben. Und was soll ich dazu thun? fragte der Graf. 
Eiligst ein mächtiges Kriegsheer aufbringen, antwortete die Toch- 
ter, und ihm gegen seine Feinde beistehn. Das that der Graf, 
und trug den Sieg davon, und setzte den Kaiser wieder in sein 
Erbreicli ein. Da sprach der Kaiser: Die Stunde sei gesegnet, 
die mir meine jüngste Tochter schenkte. Ich liebte sie weniger 
als ihre Schwestern, und nun hat sie mir in der Noth geholfen, 
wo mich die andern verliessen ; drum soll ihr auch nach mei- 
nem Tode das Reich zutheilwerden. " — 

Die Worte des Narren, Act III, Sc. 2. bei Shakespeare: „Ich 
will eine Prophezeihung sprechen, ehe ich gehe: 

W«nn Priester Worte, nicht Werke häufen, etc^ 

Dann kommt das Reich von Allion 
In grosse Verwirrung und Confusion: 
Dann kommt die Zeit, wer's erlßbt, zu sebn^ 
Dass man mit Füssen pflegt zu gehn. 

Diese Prophezeihung wird Merlin machen, denn 
ich lebe vor seiner Zeit.'* — scheinen mir zu bestätigen, 
dass Shakespeare Gottfried als Quelle benutzte, nach welchem 
Leirus allerdings lange vor Merlin leiite; jeden Falls, dass er 
anf «Ue chronikalische Zeitfolge, wie sie Gottfried angegeben, 
bei diesen Witz Rücksicht genommen hat. -*- In den witschen 
Originaldicbtungen kommt Leirus gewöhnlich unter dem Namen 
Lhidd Llaw Ereint, seltner Llyr vor, und muss nach diese« auch 
Boeh eine harte Einkerkerung erfahren haben; denn im Mabi- 
nogi von KiUiwch und Olwon wird bei Schilderuag «des Cleräng- 
nisses, worin Maboa, Sehn des Jledron, gehaltea ward, bemerkt : 
„Nie war eine Einkerkerung se scferecblich als meine: weder 
die des L\%Ad Llaw Ereint, noch dae des Greif, SohMs des Eri.<* 
S. «Mine Beiträge eti^ & 14. 



223 

3. Saram.] Suram, P. V. -*- Soar, Tys. — Fituss Soar in Im- 

cestershire. 
3. Britannice.] Britannica lingua, Asc. 
3. Kaer-Leir.} Caer-Lyr, Tys. — Lecechestre P. V, — Gair-Le- 

rion, N e n n i u s. — Leicestria, Alphred, Beverl. und H r. H t g d. 

Jetzt Leicester. 

5. Gonorilla,] Coronilla, Tys.' — Genorilla, Asc. 

6, Regan.] Ragav, Tys. Arth. — Ragana, Asc, 

6. CordeillaJl Cordaila, (Chordalia, Gordalia) Tys. — GordeyUa, 
Anh. — Ihr wälscher Name ist Creiddylad. Im MSrchen 
Kilhwch und Olvven ist sie eine von den Frauen Gwenhwyvars 
an Arthurs lloPe, und heisst es von ihr:' ,,Creiddy]ad, Tochter 
des Lludd Llaw Ereint, war das herrh'chste Mädchen auf den drei 
benachbarten Inseln, und für sie schlugen sich Gwythyr, der 
Sohn des Greidav^l, und Gwynn, Sohn des Nudd, an jedem er- 
sten Mai bis zum jüngsten Tage/' (Meine Beiträge etc. S. 
13.) In einem poetischen Gespräche zwiscl^en Gwynn ap Nudd 
und Gwyddno Garanhir (Myv. Arch. I, 165), das wahrscheinlich 
dem eilften Jahrhundert angehört, nennt sich Gwynn ap Nudd, 
eine der ^bedeutendsten MärchcDfiguren, später König der Peeen, 
selbst Geliebten der Kreurdillad merch Lludd, wo auch jenes 
Streites mit Gwythyr erwähnt wird. Durchgängig ist die Pie- 
tät zu ihrem Vater ihr charakteristisch. In einem andern Ge- 
dichte: Englymion y Clyweid (Myv. Arch. I, 174) heisst es: 
„Hast Du gehört, was Creyddylad sang, 
Die Tochter des Lludd, das treue Mädchen ? " 

Die Nacht vor dem ersten Mai ist auch die Zeit des Kampfes 
zwischen dem weissen und rothen Drachen in dem unterirdi- 
schen See (S. B. VII, Kap. 3, Anm.),. wie überhaupt diesen 
Kämpfen um diese Zeit eine mythologische Bedeutung nicht ab- 
zusprechen ist (S. meine Beiträge etc. S. 66 — 68.). 

6. magi$ natu.] maximo, Asc. 9. «opWare] dare, Asc. 

10. majore.] potiore^ Asc. IL ut inderrogareL] sciscilans, Asc. 

11. qu^e.] ut, G. • 11. magis,] plus, Asc. 

12. prius,] prima respondente^ Asc. 

13. in oorpore suo,] Fehlt, Asc. 

14. praeposuisti] proposuisti, Asc. 19. altler.] Fehlt, Asc. 
21. alia,] Fehlt, Asc. 21. mart^ovtf.] maritandam diiclt, As«. 
23. perrea?»(.] pergit, Asc. 

28. audi — habeo,] audi in te mei amoris quantitatem , et ^uae ad* 
versus te jugiter habeo, Asc. ' 

31. ratus,] iratus^ Asc. 31. cordis.] stomachi, Asc. 



37. te extemo 
45. Aganipvus. 



Fehlte Asc. 44. concessit] concedebat, Asc. 

Acanapys, Tys. 49. illam.} natam, Asc, 
52. misit.] remisit, Asc. 
54. se vero tantummodo.} tanlumm odocpie, Asc, 



224 

56. Cordeilla.] formosa Cordeilla, Asc. 

57. maritatur.] maritatur virgo nobilis, Asc. 



Kapitel XII. 



1. magis.] Fehlt, G, 1. torpere,] confiei, Asc. 

6. Maglaunus,] Maglavn, Tys. Arth. — Malglamis, li rois d'Es- 

coce, Br, v. 1886. 
9. quia eis] et quia sibi, Asc. 12. ceteris.] Fehlt, Asc. 
13. Henvinum] Henninum, Asc. — Hennin, B r. 
13. alleram.] Fehlt, Asc. 13. Regan.] Raganaro, Asc. 
15. orla fueril.] orta est, Asc. 19. in pietalem.] pielalCi Asc. 
2U. Ät illa — numina.} lila vero nondum sua indignatione destiluta 

numina, Asc. 
22. postposilis.] posipositus, Asc. 23.] esset, incideret, Asc. 
24. cum — ince^ßere,] tanta familia stipari, Asc. 
24. Cumque.] Ilaqde cum, Asc. 25. nullatenus.] nullo paclo, Asc. 
26. ceteris — remansit] ducentis cum solo milite remansit, Asc. 
29. adire.] expelere, Asc. 
29. Dubitabat — tarn,] Dubilabat tarnen secum nihil ipsam in se 

movendam quam tarn, Asc 
32. Sed cum — in haec verba.] Sed cum transfretando se tertium 

inlra navem inter principes, qui aderant, aspexisset, in haec 

verba, Asc. 
39. diruere] obruere, Asc. 48. quae] qui, G. 
48. amicae.] amici, G, 50, ipsae.] ipsi, G, 
51. ob praedicta.] ad praed., Asc. 
il, putavi marilare.] maritandam duxi, Asc. 

53. quae eis impendi.] eis impensa, Asc. 

54. dicendo applicuit.] replicuit, Asc. 

54. Kariliam.] ! er Name fehlt bei Tys. — „A un port en Chaus 
(Chain, Kaieis) arriva,'* Br. v. 2024. — In vielen Mss. Arth. 
steht statt Karilia: Paris. Augenscheinlich ist ri(!htiger w&lsch 
Kaer-Ytia zu lesen, der Portus Itius des Gäsar, später Witsant 
bei Galais (Roberts.). 

55. extra.] ante, Asc. 56. miseriam] misericordiam, Asc 
57. quia.] quod quia, Asc. 58. filiae] illius, G, 

59. quaesivitque.] quaesivitqoe lacrymans, Asc. 

61. opus erat.] sufficere putabat, Asc. 

64. quadraginta.] sexaginta, Asc. 65. tunc] nunc, Asc. 



Kapitel XIII. 
7. restaurassent!] restituissent, Asc. 



826 

Kapitel XIV. 

4. Aganippum.] Fehlt, A. -— generum suum, Asc. 

4. et coÜectam mulliiudinem.] coUecta muUitudine accedens, Asc. 

7. ierUo post,] lerlio, Asc. 10. pracceperoi.] praecepit, Asc. 
ir. Jani.] Nach Camden ist templum Jani der Ort, wo die Kirche 
von St. Nicolas sich auf den Ruinen eines runiischen Tenapeis 
erhöh, dessen Dasein noch viele dort gefundne AUerUiömer 
beweisen. 



Kapitel XVI. 



Bei Asc. beginnt Cap. XVI, L. I. 
3. Cunedagius.] K^nedda, Tys. — Hier auch, wie bei Leirus^ 
* begeht Gottfried einen starken Anachronismus, indem er diese 
Geschichte soweit in die vorchristliche Zeit zurfickschiebt , wSh« 
rend die wälschen Quellen, aus denen er nur schöpfen konnte, 
diese Helden und Könige mit Arthur und seiner Zeit in Verbin- 
dung bringen. Cunedda ist eine historische Person, und wenn 
er am Schluss des Kapitels als König von ganz Brittannien be- 
zeichnet wird, so deutet dies auf seine von Gottfried nicht ver- 
kannte historische Bedeutung. Er ist der Cunedda Wiedig, Kd- 
nig von Nordbrittannien , der nach Roberts um 389, nach 
£nderbie, p. 213, aber erst um 540 n. Chr. starb. Er 
war es, der die Nachkommen des Damhoctor und Builc aus 
Brittannien vertrieb. — >, Filii aulem Liethan obtinuerunt in 
regione Demetorum, et in aliis regionibus, i. e. Guir et Cetgueli, 
donee expulsi sunt a Cuneda^ et a filiis ejus ab omnibus Britan- 
nicis regionibus." Nennius, $. 14. — Der Söhne waren 
acht, und die Gegenden, weiche sie besetzten, s. bei E n d e r b i e, 
Cambria triomphans, ed. 1661; p. 213. — ,,MailcunttS ma- 
gnus rex apud Brittones regnabat (cf. L. XI, c. 7. infra, Malgo) 
i. e. in regione Guenedotae, quia alavus illius, i. e. Cunedag, 
cum filiis suis, quorum numerus oclo erat, venerat prius de parte 
sinistrali, i. e. de regione quae vocalur Manau Guotodin, oentum 
quadraginta sex annis antequam Maiicun regnaret, et Scotlos 
cum ingentissima ciade expulerunt ab istis regionibus, et nusquam 
reversi sunt iterum ad habitandum." Nennius, §. 62. — 
>,Zu Liannwchllyn in Merionetshire ist in der Kirche die Figur 
eines bewaffneten Mannes, mit einem spitzen Helme und Pan- 
zerhemde um Kinn und Nacken. Auf seiner Brust ist ein Wolfs- 
kopf, und am untern Theiie des Körpers ein dergteichen; in 
deren Zwischenraum sind drei Rosen, Erstere sollen das Wap- 
pen des Ririd Ffaidd, letztere das des Caneddä Wiedig sein, 
dessen Söhne, nachdem ihr Vater von den Sachsen im sechsten 
Jahrhundert erschlagen war, sich in diesen Theil vm Wales 

Monmoath Hiat. ed. San-Mart«* 19 



zurückzogen, und ihn in Besitt nahtten." Llwyd, Hist. ofWa* 
les, topogr. not. p. 239. — Eine Tochter des Cunedda Wle- 
dig ist nach den wfilschen Sagen Anlawd map Gwen, welche 
Mutter der Eigr war (bei Gottfried Igerne, in den Romanen 
Fee Ygraine) die den König Arthur gebar. 

8. gut naii.] quae — conjugatae, G. 

S. Henvino.] Einton, Tys. — Hennino, Asc. 

4. formam habebaiU.] Fehlt, Asc. 13. Exin.] Exinde, Asc. 
14. Calhanesiam.] Wohl das heutige Caithness in Nordbrittannien. 
16. commiUHur,] Fehlt, Asc. 16. Emenso,] Peracto, Asc. 

25. pago,] Tys. nennt es Maesmawr in Glanmorgan. 

26. e/uf nomine videlicet.] Fehlt, Asc» 

26. Margan] Morgan, Tys. — Marganus, Asc. — Die Abtei 
Margan, aus welcher die bis 1231 gehenden Annales de Mar- 
gan (ap. Gaie, II, 10) hervorgingen, ist erst 1147 gestiftet 
worden, doch muss der Ort , da Gottfried früher schrieb, schon 
ftltere historische Bedeutung gehabt haben. 



Kapitel XVL 

1. Posiremo,] Fehlt, Asc 

1. Rivallo.] Riaüon, Tys.-- Ry wallawn, A r t h. — Rival, B r. — 
Pont. V i r u n n. hat einen merkwürdigen Zusatz : „Post hunc 
(Gunedagium) successit Rivalio, cum triduum pluTia cruenta 
pluisset, et muscarum affluentia, quibus homines morielMintur. 
Huic sacrifioanti in templo Diauae perdix magnitudine et varie- 
täte pennarum incredibili a^volans locuta est prophetiam; quam 
quia. Gildas nobili epigrammate est complexus, et grandi mar- 
more in eodem templo res notata idiomate pervetusto, non eure 
memorare." *-~ Schon vor dem Abzug der letzten Legionen 
aus Brittanuien fanden häußge Auswanderungen von der Insel 
nach Armorica statt, und einer der ersten Führer dieser Aus- 
Wandrer war Rivalio, der hier freilich auch wieder von Gott- 
fried weit in die Vorzeit zurückgesetzt wird. Dadurch gewann 
er für Bretagne eine grossere Bedeutung, als er für Wales 
hatte« Dort galt er für den Gründer und das Haupt der Bre- 
tagnischen Fürsten, die ihre Geschlechter auf ihn zurückführen. 
Dieser Ruval setzte sich im nördlichen Theile der Provinz von 
Leon bis Dol fest. (Turner, Bist, of the Anglo * Saxons, 
London. 1799» B. VL). — „Riwalus, Britanniae dux, filius 
fttit Derochi, filii Witholi, fiUi Urbieni, filii Gathocis ^> filii 
Gerentottia* Hie «utem Riwalus a transmarinis Teniens Bri- 
(anmis cnra multitudine navium, possedit totam minarem Bri- 
tamiam tempore Ghlotarü Begis Francorum > qni Chlodowaei 
Regis filius extitit. Iste Riwalnt genuit fllium nomine Bero« 
«huM, Derochus gbnuit Riatham, Rialiia genuit Jonomi Jona 



227 

genutt Judwalum, Judwalus geiiuit Juthaelura, Juthaeltts getiuit 
Sanctum Judictihelum Regem et St. Jadocam et St. Winno- 
cham, Eochum^ Eumaelum , Doewatum, Gozelum, Largelum, 
Rtwas, RitaMum^ Judgozelhum, Äelom, Ludon, Gaetimaeluqi/' etc. 
(Ms. Cod. St. Vedasti, ap. Dom-Morice, Hist. de Bretagne, 
I, p, 211.); — Lobine au, Hist. de Bretagne, I, c. XV, p, 
ö — 8, setzt den Riwal oder Reilh, dem man auch noch viele 
andre Namen gab, in die Zeit von 458^-470, nachdem er 
454 nach Armorica mit vielen SchifTen , vor den Sachsen- flie- 
hend, übergesetzt, und beruft sich dabei auf die Vita St. Ju- 
doci, Wingaloci, Annales Bginhardi, Fragm. hist. Franc, ap. Du 
Chesne, T. 11, p. 639. ^^ Einer der Brüder des Riwal nannte 
sich Donot, den man für den Dionot, Vater der H. Ursula (cf. 
infra. L. V. c 16.) nehmen möchle. — Nach den Catalo- 
gues des Oomtes de Cornouaille, tires des Gartulaires 
de Quimper, de Landevenech et de Keraperle, ecrits * au XII. 
siMe (ap. Dom-Morice, Hist; de Bretagne, f, p. 174.) wird 
die Regentenreihe gleichmSissig auf Riwallo zurückgeführt: 

Q u i m p e r. 
Ri-Welen, Mur Marchou. 
Ri-Welen Mar-Chou 
(longar 
Gradlen Mur ( wälsch 

mawr, gross. ) 
Daniel Drem • Rud , Ala- 

manniae rex fuiL 
Budic et Maxeoli, duo 

fratres, horum primus 

rediens ab Alamannia 

interfecit Marcellum et paternum consulatum recuperavit, etc. 

Nach den wälschen Triaden gehörte ein Rivallo zu den drei 
gelehrtesten Männern der Insel Brittannien; die^e waren nem- 
licbi „Gwalchmai, Sohn des Gwiar: Llecheu, Sohn des Arthur: 
und Riiiwallon mit dem ginsterbrannen Haare (Wallt - banhadlen) 
und es gab nichts, von dem sie niclit die Elemente und das 
W«sentliche des Gegenstandes gekannt h&Uen. 

2. ipsius.} unus, Asc. 

4. musearum.] Nach Arth. waren es Inseclen in Gestallen von 

Raupen (grubs) die mit dem Regen fielen. 

5. Gurgustius.'] Gorwst, Tys. — Gwrvst, Arth. — Gargutius, 
Hr. Htgd. ad Var. 

5. Sisillius.] SayssiHt, Tys. — Seyssül, Arth, — Sisilius, 
Hr. Htgd. ad Var. 

5. Lago] Jagö, Tys. — Kakvn, Arth, 

6. Kinmarcui.] Cynvarch, Tys. — Kynvarch, Arth. — Rimar, 
' Br. *— Kmimacus, Asc. 

15* 



Landevenech. 


Quimperle. 


Ri-Welen Mur Marthou. 


Wie bei Quimper. 


Ri-Welen Marthou. 


Desgl. 


Goncar. 


Cungar. 


Gradion Mur. 


Wie bei Quimper. 


Daniel Drem -Rud, 


Desgl. 


Alamannis rex fuit. 




Budic et Maxenti, duo 


Desgl. 


fratres. 





228 

6. ßarbodug.] Gwrfyw dygn (d. h. der Beharritche) Tys. — Gvrfyw, 
Arth. — Gorbodiabö, Br. — Gorbogudo, G. — Bobodogo vel 
Gerbodug, cujus filius Porrex, Hr. Htgd. ad Var. — Gott- 
fried scheint den Zunamen bei Tys. mit dem Eigennamen zu- 
sammengezogen zu haben, 

7. Ferrex,] Ffervex, Tys. — Ferreus, Ferex, Br. 

7. Porrex,] Porreus, Porr6s, Br. — Die Geschichte der feind- 
lichen Bruder Ferrex und Porrex haben Thomas Norton 
und Thomas Sackville (Lord Buckhurst) in ihrer berühm- 
ten Tragödie: Ferrex and Porrex, oder the tragedy of Gor- 
beduCi der ersten englischen in Versen, dramatisch behandelt 
(The tragedie of Ferrex and Porrex, set forth withouth addi- 
tion or alteration, but allogether as the same was shewed on 
stage before the Queene's Majestie about nine yearest past, viz. 
the XVIII. day of Januarie, 1561, by the gentlemen of the 
Inner Temple. London. 1571. 8. — Ibid. 1590, 4. — 1736» 
8. _ s. Warton, T. III, p. 289—292. — Lardner, 
Liter, and scient. men of England. T. II, p. 8 sequ.) 

8. vergerel.'] versisset, Asc. 

10. cupiditeUe subduclus,] cupiditati subdilus, Asc. 

12. Suardl] Siward, Tys. 

15. Widen] Der Name fehlt hei Tys. — Wydon, Arth, — 

Lucion, Br. 
15. eertior facta esseL] certitudinem habuisset, G. 

17. enim defunctumJ] namque iUum, G. 

18. ignescebaL] vigebat, Asc. 19. tenlarium,] tempus, G. 
21. et.] ut« Asc. 22. est.] fuerit, Asc. 



Kapitel XVIL 

2. DunvallO'Molmutius ] Dyfnval-Moel*Myt, Tys. — 

Dyfynwal-Moelmut, Arth. — Mulmutius, Asc — Wir 
ziehen hier zugleich den Schluss des Kap, V. B, III. her, wo 
Gottfried über die von Belin getroffnen Staatseinrichtungen spricht : 
„Si quis autem scire voluerit omnia, quae de eis statuerit, legat 
Molmutinas leges, quas Gildas historicus de Brittannico in Lati- 
num, Rex vero Alvredus in Anglicum sermonem transtulit/' ,Im 
Br. des Wace wird Gildas nicht erwähnt; unter den auf uns 
gekommenen Werken des Gildas ist aber weder eine Ueberse- 
tzung jener Gesetze, noch auch eine Stelle, auf welche das: 
„quae mullo tempore post beatus Gildas scripsit*' am Schlüsse 
dieses Kapitels zu beziehn wäre. Auch der oft mit Gildas ver- 
wechselte Nennius enthält nichts ähnliches. •— In dem Na- 
binogi von Kilhwch und Olwen ist Dyvynwal Moel ein Bitter 
an Arthurs Hofe, und die wälsche Historie bezeichnet diesen 



229 

König von Brillannieii als den ersten Gesetzgdier, der unl 400 
V. Ch. regiert haben soll Vier Triaden (Tr. 4, 36, 57, u. 69) 
reden von ihm als einem grossen Wohlthlter seines Volkes. 
Danach ist er einer der ersten Erfinder, eine der drei National- 
stutzen, einer der drei Haaptsysteraformer des Königthums, we- 
gen der vortrefflichen Art der Regierung, und mit Prydain und 
Hov^el Dda einer der drei besten Herrscher der Kymry, „weil 
er zuerst ihre Gesetze, Verfassung, Gewohnheiten und Privile- 
gien geordnet, vorgesehn und ausgedehnt hatte, so dass Recht ^ 
und Gerechtigkeit von jedem Dritten unter dem Schutz Gottes 
und seines Friedens, und unter dem Schutz des Landes und 
Volkes erlangt werden konnte/' — In den wälschen Geseteen 
redet folgende Stelle von der durch ihn vorgenommenen Ver- 
messung des Landes: „Bevor dip Sachsen die Krone und das 
Scepter von London ergriffen, war Dyvynwal Moelmud König 
dieser Insel, und er war der Earl von Gornwall, durch die 
Tochter des Königs von Lloegr. Und nachdem die mdnnliche 
Linie der Erben erloschen, kam er durch die weihliche Linie, 
als Enkel des Königs, in Besitz des Königreichs. Jetzt ward er 
ein Mann von grossem Ansehn, und er zuerst machte Gesetze 
für die Insel, und diese Gesetze setzte fort Bowel Dda, der Sohn 
des CadelL Nachmals machte Howel Dda neue Gesetze , und 
veränderte einige des DyvynwaL Aber Howel änderte nicht 
die Vermessung (Eintheilung) des Landes der Insel, sondern 
liess sie, wie Dyvynwal sie gemacht halte. Denn er war 
ein ausgezeichneter Messer. Er mass die Insel vom Vorgebirge 
Blathaon in Nordbrittannien bis zum Vorgebirge von Pengwaedd 
in Kornwall, das sind 900 Meilen, und das ist die Länge der 
Insel: und von Grugyll in Anglesey bis Sorram (Shoreham) am 
Ufer des Seees von Udd, (der Channel - Kanal) ; das ist die 
Breite der InseL Und der Grund dieser Vermessung war, um 
die Zahl der Meilen seiner Reisen zu erfahren," u. s, w. — 
Nach Richard Llwyd, Hist, of Wales, Shrewsbury, 1832, 
p. 42 — 46, ward Howel Dda, Fürst von S ftd- Wales und Po wys, 
wegen seiner Gerechtigkeit und ausgezeichneten Regententugen- 
den nach dem Tode des Edwal Fael i. J. 940. von allen Grossen 
von Wales zum König erwählt. Er fing sogleich damit an , Ge- 
setze auszuarbeiten, die in Wales bis zu Eduard I. galten, und 
auch nachher noch, als englisches Recht eingeführt worden, zum 
Theil in Kraft blieben. In der Vorrede seines Gesetzbuchs nennt 
er sich selbst : Brenhin Cymry oll, d. h. König von ganz Wales, 
Er berief zu dem grossen W'erke den Bischof von Menevia mit 
den übrigen Bischöfen und Geistlichen, 140 an der Zahl, 
und alle Barone und Edle von Wales nach y Ty Gwyn ar Taf, 
d. h. dem grossen Schlosse am Taf; dann hielt er Gebete und 
Fasten, flehte den Beistand Gottes an, wählte aus allen Versam- 



2SQ 

mellen zwölf der weisesten und ältesten Manner von der gross- 
ten Erfahrung, denen er Blegored zuordnete, einen Mann von 
grösster Gelehrsamkeit und Gesetzeskunde. Dieser Blegored oder 
Blegwryd war Kanzler von Landaif, Bruder Morgans, des Kö- 
nigs von Morganwg. Diese mussten die alten Gesetze (sc. des 
Dyvynwal Moelmud) und Gewohnheiten von Wales sammeln, 
auswählen, ergänzen, ordnen, und in Einklang bringen. Sie 
wurden in drei Klassen getheilt, als betreffend : 

1) Die Ordnung und Regel des königlichen Haushaltes und Hofes: 

2) Die Angelegenheiten des Landes und Gemeinwesens; und 

3) gewisse Personen und Orte. 

Sie wurden puhlicirt und dreimal abgeschrieben; eine Ab- 
schrift nahm er für sich zum Gebrauch, die zweite lag offen 
im Schloss Aberffraw, und die dritte zu Diiiefawr, so dass jede 
, der drei Provinzen Einsicht davon nehmen konnte. Der Bischof 
von St. David mussle ihre Nichtbeachtung mit Excomraunication 
bestrafen. Howel Dda ging mit dem Bischof Lambert voft St. 
David, Mordaf von Bangor, und Chebur von St. Äsaph, und den 
dreizehn Gelehrtesten nach Rom, wo der Pabst die Gesetze be- 
stätigte. Howel Dda starb 948. (Welsh Chron. p. 53, 54.). — 
S. Annales Cambriae, ad a. 909. 915, und Brut y Tywysogion, 
ad a. 926, 948. — Diese Leges Wallicae sind nach einer 
nordwälschen Handschrift des dreizehnten Jahrhunderts von W. 
Wo t ton mit lateinischer Ueberselzung herausgegeben (Londini, 
1730, FoL (Vergl. Schmid, Gesetze der Angelsachsen, §. 3. — 
Co per, Account of the most imporlant public Records of 
Great-Britain, and the publications of the Record Coramissioncrs, 
I, 153. — Wälsch in der Myv. Arch. T. III. — In engli- 
scher Uebersetzung von William Probert (The ancient laws 
of Cambria; London, 1823, 8.), nach einer Handschrift von 
1685, — Die Recordcommission lasst sie nach drei in Dialect 
und kleineren Rechtsgebräuchen abweichenden Texten von Gwy- 
nedd, Demetia und Powys oder Glamorgan, von denen der äl- 
teste von Gwynedd aus einer Handschrift des zwölften Jahrhun- 
derts entnommen ist, nach Vergleichung zahlreicher alter Hand- 
schriften mit fast ebenso alten lateinischen Versionen und neuer 
englischer Uebersetzung abdrucken. — S. auch Gervinus, 
in Heidelberger Jahrb. 1831, S. 46 — 94.— Palgrave, 
Rise and progress of the English Commonwealth, T. I, c. 2. — 
lieber Königs Alfred Thätigkeit als Gesetzgeber, obwohl er 
schwerlich wälscbe Gesetze für seine Sachsen benutzt haben 
möchte, s. Hislor. Ramesien, ap. Gale, I, 338; c. IV. — 
Asser, vita Aelfredi, in fine. — Andrew Home, miroir 
de Justice. London. 1648. u. 1646. — Houard, coutu- 
mes anglo-normandes. — C q o p e r, public record, II, 402. — 
S. Turner, Bist, of the Anglosaxons. 



231 

2. Clotenis.] Glydno, Tyg. — Klytno, Arth. — CloUn, Br. — 
Cloteji, Asc. — In Tr. 38. heisst er Dyfnfarth, Sohn des 
Prydain. In den Geschlechtsregistern der Familie Penrhyn ist 
Dyvynwal Moelinud Sohn des Gyrdon» Sohnes des Dyfnfarth ap 
Prydain (Roberts.). 

5. Ymnerem.] Gymerlh, Tys. — Pyraer, Arth. — Piguer de 
Londres, Br. — Piranem, Asc — Die Bruts weichen übri- 
gens hier in den Namen sehr ab. 

6. Rudaucusi] Nydavs, Tyg. — . Nyd^vc, Arth. — . Radac de 

Gales, Br. — Die lateinische Umbildung des Nameos erinnert 
an den Celtiberer Rhyndacus bei Sil. Italic. III, 384. 

7. Slaterius.} Thevdvr, Tys. — Andre Mss. haben Yscadyr. — 

Stater, Arth. 
11* pugnaret.'] pugnarent, G. 

31. cum — äbiret.] veniam coram inimico suo haberet, Asc. 
S5. obturdbantur] reprimebantur, Asc. 36. usquam^] usqne, Asc 

87. quadraginta.^ Ein Ms. des Tys. hat 27 Jahre. 

88. Trinovanlo,} Ternovanto, Asc. 

S8. Templum Concordiae. So auch Arth. •-— Tys. lässt Cencor- 
diae weg. Nach der w&lsohen Chronik von Jones of GeII)f 
Lyfdy stand der Tempel, wo jetzt Blackwall steht; nach dersel- 
ben soll er auch Malmesbury und Caer-Odor (Bristol) erbaut 
haben, letzteres nach dem kleinen Flusse Odor genannt. ^Der 
Name Malmesbyry oder Moelmudsburg unterstützt die Tradition. 
Die Angabe Camdens, dass er auch Lacoek und Tetbnry er- 
baut habe, und dass der alte Name von Malmesbury Gaer-Bla- 
don gewesen, hält Roberts für ein Miasveritftndniss. 



<v 



Drittes Buch* 



Kapitel I. 



Bei Asc. beginnt Gap. XVII^ L. I. 
1. Exin.] Exinde, Asc. 

1. ßelinus. Bretmius.] Bely (Vely), Bran, Tys. — Brenniis, Asc P.V. 

2. eonlriti.] conciti, Asc. 

9. Trojana consuetudo.] „Wichtiger, als so manche kleine Zuge 
von zweifelhafter Deutung ist das Bestehen eines altbrittischen 
Erbrechts in Wales, Kent, und einigen Gegenden von Northum. 
berland bis auf neuere Zeiten, welches den Namen Gavelkind 
fuhrt. Soweit wir es in seiner Vermischung mit aitsSchsischem 
Rechte erkennen können, erbten alle Söhne desselben Vaters: 
der jüngste erhielt jedoch den Ueerd ; das Heergewelte der älteste 
oder nächstfolgende WaffeDllhige; auch dem Sohne des Geäch- 
telen konnte das Erbrecht gar nicht, oder nur zur Hälfte entzo- 
gen werden/^ Lappenberg, Geschichte Englands, I, S. 37. — 
Nach obiger Stelle im Text wäre also das trojanische Erstge- 
burtsrecht fremder Herkunft^ das gleichwohl in einigen Ge- 
genden sich findet, und in diesen auf ursprunglich fremde Co- 
lonisation schliessen lässt, 

14. semper miscere.] fehlt, Asc. 

18. debellalionibus,] decertationibus, H. 

18. Cheulfo.] Edvetro , Tys. — Thelff, tewyssavc Moryan , A r t h. 

Chenulfo, Asc. 

19. Morinorum.] Marien (Morgan) Tys. — Maurorum , Asc. — 

Moranorum, H. — Die Morini sassen an der Küste von Flan- 
dern (litus Saxonicum) und bis Calais hinab. — „Caesar inde 
ad Morinos venit, unde in Britanniam proximus et brevissimus 
transitus est." Orosius, VI, 9. — Le Roux de Lincy erklärt 
das Land *der Morini mit Bezugnahme auf Einhardi Annal. ad a. 
753, und Annal. Lauric. fälschlich für Savoyen. 

21. Elsingii.] Esling, Arth, — Elsungii, Asc. — In der Wilki- 
nasaga, Kap. 11 — 13 fordert Samson, König von Salem, von 
Eisung, Earl von Bern, dessen Tochter Odilia zum Weihe für 
seinen Sohn Dietmar, und auf Elsungs W^eigerung erobert er 
Bern, tödtet Eisung in der Schlacht, und giebt Odilien an Diet- 
mar. — Der Name fehlt bei Tys. Er scheint in Helsingör, 
Helsingfors u. s. w. erhalten. 

21. Nonoegensium.] Llychlyn, Tys, 22. Jgitur.] Fehlt, Asc. 

23. pluribus.] multis, Asc. 



23$ 

Kapitel U. 

2. Itaque.] Fehlt, Asc. 

3. ComprovincialiumJ] cum provincia, Asc. — provinciali^ H. 
7. securius.l secure, Asc. 

7. GuichUacus] Llongau ( Gwychlau ) brenin Dassia , T y s. — 
Gwythlach brenyn Denmark, Arth. — Guilthdacus, Asc. — 
Guthlacus. P. V. — Gurlac (Gudlac) li roi de Danemarce, 
Br. V. 2488. — Ueber ihn s. Suhm, Critiske Danmarks Uis- 
toria. • — Sein Name scheint in den angelsächs. Stammtafeln 
enthalten: „Hors et Hengist filii Guictglis (Guictgils)'' Nennius, 
§. 31. — „Hors et Henegest, qui et ipsi fratres erant, fiiii 
Guictglis." Beda, H. £. I, 15. — „Hengest and Horsa that 
vaeron Vihtgilses suna," Angels. Ghron. p. 15. — Er gehört 
- zum Geschlecht von Kent. Diese Werbung und Dazwischenkunft 
andrer Freier erinnert wieder an die vielfachen Hilda- und 
Gudrungeschichten des Nordseesagenkreises. S. meine Bearbei- 
tung der Gudrun, Mittler, Berlin, 1839, S. 225 folg. 

10. ipsumquel suum. Asc. 

12. et illalis unds illam] Fehlt, dafür eamque, Asc. 

14. ex impraviso,] repente, Asc. 22. essenL] aderant id regi, Asc. 

23. id sibi conligt^se.J Fehlt, Asc. 



Kapitel III. 



4. abercU,] abiret, Asc. 5. Sin aulem,] Si minus, Asc. 

10. sese pdssum fuisse,] esse passum, Asc. 

11. contra se venire.] contravenire, Asc. 

12. Calaterium.} Caladyr, Tys. — Galat^re, Br. — Vielleicht der 
Wald bei der Stadt Galatum im Land der Brigantes nach Straho 
und Ptolemäus (Leroux de Lincy.). Nach Garn den ist 
es der Wald von Gaultres oder Gallres in Yorkshire, wo nach- 
mals die beruhraten Pferderennen gehalten wurden. 

15. bellando.] praeliando , G. ^ 

15. consumpserunt — parte.] consumentes In utraque namque 

parte, Asc. 

16. probissimi.l probatissimi, G, 

16. commiscebanl.] conserebant , A s c. 

17. fuderunt, quia.] fundentes: nam, Asc. 

18. Concidebant.] Concidentes, H. 19. aggrediuntur.] Fehlt, Asc. 
22. quindecim.] viginta, Asc. 26. exigebant,] expetebant, Asc. 



SS« 

Kapftel lY. 

2. Eboracum,] Ewroige, Euroic, Br« Im Roman de Rou v« Wace: 
JSverwic, jetxt York« 



Kapitel V. 



Bei Asc. beginnt Cap. XVIir, L. I. 

S. canfirmavU.] confirmat et imitatus est, Asc. 

7. diffinitae.] definitae, 6. 13. Menevia urbe,] Moenenia, Asc. 
13. Demeticum.l Demetricum, Asc. 
14 portum Hamonis.l horlh hamon sev yv hvnv Northamton, Tys. 

— porth Hamen, Arth. 

15. positas.] Fehlt, Asc. 15. ostenderet] constructas dirigeretar, Asc, 

16. ducatum,] aditum, Asc. 

20. historicus,} historiographus , Asc. Gildas ist im Br. hier nicht 
genannt. Ueber die molmutinischen Gesetze und deren Ueber- 
setzungen durch Gildas und Alfred s. Anm. L. 11, c. 17 oben. 

— Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Römer schon künst« 
liehe Heerstrassen vorfanden, gewiss: dass sie solche verbesser* 
ten und benutzten. Vier grosse Strassen werden namentlich 
bezeichnet, welche viel zum inneren Verkehr beitrugen, bekannt 
unter den Namen 1) der Watlingstrasse, vom südlichen 
Ufer Kents, bei Rhutupis und London vorbei, über Stony Strat- 
ford (Buckingham)/nach Segontium (Gaernarvon); 2) der Ike- 
nild- oder Riken ildstrasse, von Tynemouth über York, 
Derby, Birmingham, nach St. Davids; 3) der Erminstrasse, 
von S. Davids nach Southhampton, deren Lauf jedoch vielfadi 
streitig ist; 4) der Fossa von Gornwall bis Caithness, oder 
vielleicht richtiger nur nach Lincoln. Sie sind auf der Karte 
zu LappenBergs Geschichte Englands (Hamburg, Perthes, 
1834, B. L) aufgezeichnet. — „Quatuor cheminii Wallinge- 
strete, Fosse, Hickenildestrete, Ermingestrele,*' Thorpe, anc. laws 
p. 192. — Hr. Htgd. — Robert v. Glocester, Oxford, 
1724, p. 209. — Ranulph. Higden, polychron. ed. Oxon. 
p. 196. — John Lelands Itinerary, Oxford, 1744. 6. 108 
— 140. — Gibson, in app. chron. sax. p. 47, — Gamden, 
Britannia, ed. Gibson, Lond. 1753; p. LXXIX. — S. audi 
Anm. zu K. 10 dieses Buchs. 



Kapitel VL 



8. Seginum.] Seguin, Tys. — In Verbindung mit dem im Folgen, 
den aus der Geschichte herbeigezognen Römerzuge des Brennus, 



235 

scheint der Name an den alted Gdtenfuhrer Sigovesus bei Li- 
vius, V, c. 34, erinnern zu wollen, wie sein Bruder Bellove« 
sus den celtischen Götternamen Bely in sich trägt 
8. Ällohrogum ] dywssoo Byrgvia , T y s» •— Segwyn lywyssavc 
Bwrgvyn, Arth. — Dus qu'en Borgogne, al duc Segin, Br. v. 
2702. — AUobr. qui nunc dicuntur Savoini, P. V. — Ro- 
berts meint, Bwrgvyn, Burgund, sei durch Nachlässigkeit der 
Abschreiher in die Bruts gekommen, statt dessen es wohl Bri- 
gantes habe heissen sollen, 
10. alter.] Fehlt, Asc. 11, tum — tum.] tam — quam, G, 
31,. keroilms,] hoooribus, Asc. 22. puella,] fiUa, Asc. 

28. El quod.] Et quae, Asc. 

29. dandis cÜns.] faciendis convivüs, Asc. 



Kapitel VII. 



3. fecerunt] praebuerunt, Asc. 6. tranquillitale,] übertäte, A s c. 

7. parato.] peraclo, Asc. 

7. Neustriensium] Flandrys, Tys. Arth. 

9. ascita] aslricla, Asc. 13. turmas,] catervas, H. G. 
13. Conwenna.] Tonwen, Tys, ~ Tonnven, Arth. — Gonovenna, 

H. Asc. — Thomilaine, Torienne, Br. v. 2757. 
19. ex homine] ex non homine, G. 28. poiiora.] majore, Asc 
31. sublimem — pramovil] sunlimiorem — promoverit, Asc. 
34. exsurgere aestuaveras.] exurgens oppugnasti, Asc. 
34. ipsa] ipsa cum iletu, G. 38. cum osculo] Fehlt, Asc. 
39. TMnovantum.] Ternovantum, Asc. 39. eeplo.] capto, 6« 
4t. cunctasque pravineias,] totamque patriam, Asc. 



Kapitel VIII. 



Bei Asc. beginnt Gap. XIX, L. l. 
5. Mox Britones.] Britones igitur, Asc. 
7. deditionem eoegerunl.] suae ditioni subigerunt, Asc. 
8- Muniiis etiam.] Munitis partim urbibus, partim eversis, Asc. 

10. ad deditionem compulissent.] ditioni suae subjugassent, Asc. 

11. depopulantur.] Der Br. ist etwas ausführlicher: 

„Tout com il porent, gent men^rent 
Mon Giu (Jovis) Mon Cenis passer ent, 
Torin prisent, et Ivorie, 
Et les cites de Lombardie, 
Vecialz et Pavie et Grömone, 
Milans, et Plaisance et Bologne; 
L'^ve passörent de Taroo» 



236 

Les moDtagnes de Monbardon 

Toscane ont destruite et rob^e 

Une t^re d^s alo6e (tr^s lou^e), 

Com plus alörent, plas prenanl, 

Et vers Rome plus aproismant/' Br.v. 2911 



Kapitel IX. 



1. PorsenaJ] Forcena, Tys. — Phorsenna, Anh.— Aus welchem 
Consniarverzeichniss Gottfried hier geschöpft, ist nicht deutlich. 
In seltsamer Weise wird die Verheerung Roms durch die sen- 
nonischen Gallier unter Brennus hier herbeigezogen, ein Verfah- 
ren , das wir öfter noch sich werden wiederholen sehn. Gott- 
fried, wohl bewandert in den römischen Historikern, hat schwer- 
lich selbst den Livius, Bist. L. V, c. 34 folg. so aus deu 
Fugen gerückt. Wahrscheinlicher ist, dass diese Siegeszüge 
Volkstradition in Gallien blieben, die celtischen Bretagner sie sich 
als reineres Stammvolk vorzuglich aneigneten, und von ihnen sie 
auch zu den Inselbritten übergingen. Da es mit Belinus eine 
ganz andre Bewandniss hat, als Gottfried angiebt, wie wir zum 
folgenden Kapitel erörtern werden, und Brennus (Bran) im AU- 
celtischen nicht sowohl einen Namen, als den Rang eines Feld- 
herrn bezeichnet, wie denn die Geschichte auch mehrere galli- 
sche Heerführer unter diesem Namen kennt, so scheint die Tra- 
dition den Feldherrn Belin in zwei Personen gespalten, und 
in Erinnerung an jenen historischen Brennus ihn zum Bruder 
des Belin gemacht zu haben, [ndess deuten auf eine Anleh- 
nung an Bellovesus und Sigovesus, und die hier erzählten Hee- 
reszüge nach Italien und Deutschland die Worte des Livius, V, 
34: „Tum Sigoveso sortibus dati Hercynii saltus; Belloveso 
haud paullo laeliorem in Italiam viam Dii dabant." 
8. duajerunt.] duxerunt, inslaurato prius Rhegio Ligustico, ubi per 
biennium immoratus, Germanos subegit, et Brennonam condidit 
de nomine ipsius, quae nunc corruple dicitur Verona (Bern der 
deutschen Heldensage) P. V. 

11. id graviter ferenies.] indignali, Asc. 

13. üa — essent.'] quod Ulis timor esset, Asc. 

17» scientes.^ cognoscentes, Asc. 

17. reverti captanles.] revertentes, Asc. 

19. praeterita.] eadem, Asc. 20. nactus.] nancisci, Asc. 

24. Senones.] Burgvynvyr, Arth. 24. Gallos,] Ffreync, Arth. 



27. eximproviso 
35. suspenderent 



enim repente, Asc. 36. in palibulo.] Fehlt, Asc. 
suspensuri erant, Asc. 



36, sulmmerent,] submittere voluissent, Asc. 



231 

Jkl* proterva,] gravi, Asc. 47. dislrilmervnt'l disponerent, Asc. 
51. primo.] Fehlt, Asc» 55. pu^nantibus,] pugilibus, Asc, 



Kapitel X. 



3. declarant.] series declarat, Asc. 3. cum et.] ne, Asc. 

4. tn^essmem.] ingererem, Asc. — ingesserira, H. 

4. id,] ne, Asc. 

5. <{iver(i«5em.] diverti viderer, Asc. — diverterim , H. 
7. etiam aedificatas,] Fehlt, Asc. 

10. Kaerosc] „Et la fist Kareus (Kaer Hache) nomer, 
Force que sor Usche i cjaoit.*' Br. v, 3216 

il. Demetiae.] Clocestriae, Asc. — Dyvet, Tys. Arth. 

12. ürbs Legionwn,] Kaer-Osc, am Usk, das Isca Silurum der 
Römer, war einer der ersten Bischofssitze, der nachher nach 
Dinevour übertragen ward, wo zuerst das junge Ghristenthum er- 
blühte, und das Studium aller freien Künste gepflegt ward; aus 
dieser Schule gingen die gelehrtesten und frömmsten Männer 
hervor, ein Amphibalus, Julius, Aaron, Albanus, Dubricius, Samp- 
son, David, Maugantius, und andere grosse Vorkämpfer des Chri- 
stenthums, das manche mit ihrem Blute besiegelten. — G i r a Id. 
Gambr. Itin. Cambr. c. 5 ap. Gamden, Anglica, Hibem. etc. 
Francof. 1602, p. 636. beschreibt die Stadt: „Erat haec urbs 
antiqua et nobilis, cujus vestigia adhuc supersunt, palatia immen« 
sa, turris gigantea, thermae insignes, templorum reliquiae 
et loca theatralia, muris egregiis partim exstantibus, omnia closa, 
eliam aedificia subterranea, aquarum ductus, hypogei meatus. 
Sunt ibi stuphae miro arlificio consertae; ibi jacent duo marty- 
res, Julius et Aaron, qui habebant ecclesias sibi dedicatas. Fuit 
et Amphibalus hie oriundus, beati Albani doctor et fidelis ad 
fidem informator. Situs urbis egregius super Oscam fluroen, 
navigio mari inflüente idoneum. ' Silvis et parcis urbs iliustrata. 
Hie magni illius Arthuri famosam curiam legati adiere Romani, 
ubi et Dubricius Archicpiscopus David Menevensi cessit honorem, 
abbinc Meneviam Metropolitana sede translata, juxta illud Merlini 
Ambrosii vaticinium: Menevia pallio urbis Legionum induetur.*' 
— Die Spuren römischer Baukunst sind noch nicht ganz ver- 
schwunden. Das römische Amphitheater heisst Arthurs Ta- 
felrunde. Dass die Stadt den Namen vom Standquartier der 
legio secunda augusta erhalten, ist weniger wahrscheinlich, als 
dass die Urbs Legionum aus dem wälschen Gaer-Lleon hervor- 
gegangen. Nach Nennius §. 56, ward hier die neunte der 
zwölf Schlachten Arthurs geschlagen. Im französischen Cheva- 
lier au lion ist Gaer-Lleon in Cardueil, Kardoel, und im deut- 
achen Iwein in Karidol verwandelt In Chretiens Percival wech« 



s^k GirdueU und Gftrlton als Arthurs Residenz, und fast dureh« 
weg ist die Stadt in den Romanen von Wales na^h der Bre« 
tagne verlegt. 

12. vocahulum trahens,] nomen nacta, Asc. 

14. Trinovanto.] Ternovanto, Asc. 15. Tamesis.} Tamensis, Asc. 

15. Belinesgata] Belvesgata, Asc. — Belnesgata, H. — Bilinsgat, 

T y s. — - Yr hvn a eilw y saesson Belyn Esgat , sef yv hynny 
yg Kyraraec Porth Bell, Arth. — Belins Pforte. 

19. indulgensJ] insistens, Asc. 20. relro.'l ante nlla, Asc. 

20. suh$0quens consicuta fuisse perhibeturj] poslea assecuta perhi- 

beatur, Asc. — habuisse, G. 

21. Postremo,] Demum, Asc. 23. Trinovonio,] Ternovantina, Asc. 

lieber Belinus mögen folgende Bemerkungen hier im Zusam- 
menhang ihren Platz finden. Gottfried schildert ihn als einen 
weisen Gesetzgeber, Strassenerbauer, der ein neues Wegerecht 
gründete (Kap. V.), Städtegründer, und WiederhersteUer , der 
denkwürdige Bauwerke hinterlassen, einen Hafen baute, unter 
dessen gerechter Regierung dass Volk in nie erhörtem Glück 
und Reichthum lebte. In ähnlicher Weise fassten ihn die wäl- 
schen Stammbäume auf, und Viele führten ihr Geschlecht auf 
ihn zurück, wie die Angelsachsen das ihrige auf Odin und Finn. 
Gi r a 1 d u s G a m b r., descript. Gambriae c. 3, sagt : „Hoc etiam 
mihi notandum videtur, quod Bardi Gambrenses et Gantores, 
seu recitatores, genealogiam habent praedictorum principum in 
libris eorum antiquis et autenticis , sed tamen cambrice scrip- 
tam, eandemque memoriter tenent a Roderico Magno usque ad 
6. M* et inde .usque ad Silvium, Ascanium et Aeneaui, et ab 
Aetea usque ad Adam generationem linealiter producunt." — 
Garn den bemerkt, dass das B. M. irriger Weise von Einigen 
durch Beatam Mariam ergänzt werde, allein es heisse: Belinum 
Magnum, nach Ausweis der zum Theil noch erhaltnen Stamm- 
bäume, deren einige jedoch die Geschlechter statt auf Belin, auf 
den audi B. III, Kap. 20 infra erwähnten Heli zurückführen. — 
Es ist nicht schwer, im Belin eine mythische Person zu erken- 
nen, welche die Chronisten in die Geschichte eingereiht haben. 
Den irischen Beul, Beil, und galischen Beal nennt der wälsche 
Dialekt Beli, dessen Dienst, als der eines höheren Lichtwesens, 
bei allen celtischen Völkern vorkommt, und dessen Wesen nicht 
unmittelbar mit dem asiatischen Belus (Bei, Bai, Isidor. Etym. 
8, 23) zusammenfällt) wenngleich nach Zosimus, I, c. 61, 
Aurelian nach Besiegung der Zenobia zu Palmyra ^Hllov xal 
Bi]lov aydXjaata fand« Seinen altceltischen, jedoch latinisirten 
Namen Belenus, Belinus, überliefern Ausonius, Tertullian, und 
mehrfache Inschriften (Forcellini, s. v.). In den V«gesen sind 
mehrere beilige Berge, die den Namen des Belen tragen : der Beleb 
im Obereisass bei liurbach iiut dem Felsengipfel ftekhenkopf: 



239 

ein andrer B^ieh in Giromagny auf der Strasse von Elsass nach 
Lothringen, ein dritter Belchen im Breisgau zwischen Sfilzhurg 
und SchÖnau im Schwarzwalde. Bei Riom in Auvergne ist der 
Mons Belenatensis. In Venedig, Aquileja und auf der Insel Gra- 
do fanden sich DenkmAler mit dem Namen Bilienus und Belenus. 
Als Lichtgott fand seine Verehrung auf Bergen statt. In Deutsch- 
land^ Strassburg, und selbst in den Donaugegenden kommt er 
häufig als Apollo Grannus vor, welchen Beinamen die cel- 
tische Religion erklärt, in welcher das höchste Lichtwesen gran- 
nawr, granwyn, d. b. schön- oder langhaarig heisst. In dem 
Gedicht des Taliesin Mic Dinbych (Myc. Arch. I, 67.) wird der 
Thierkreis „der Pfad Granwy's^' genannt. Die Römer scheinet 
den Belen durch Apollo bezeichnet zu haben« Caesar, beil., 
galLVI, 17, bemerkt vom Glauben der Gallier: „Apollinem mor- 
bos depellere ;*' dem entsprechend lautet eine triadische Inschrift 
zu Lyon: „Mercurius lucrum promittit, Apollo salutem, Septu- 
manus hospitium'^ (Martin, r^l. des GauL I, p. 332 u. folg.). 
Martin hält den altgailischen Tempel zu Toulouse für dem Belen 
geweiht. Zu Autun fanden sich bei einer Heilquelle Inschriften, 
Fonü Beleno gemidmet. Das Bilsenkraut hiess nach ihm Belinun- 
tia und Apollinaris, eine geheiligte Pflanze, mit deren Saft die 
Gallier ihre Wurfspiesse beslrichen, um sicher die getroffnen 
Hirsche zu tödten, und womit man im eilften Jahrhundert noch 
folgenden Aberglauben trieb : „Um bei grosser Trockenheit Regen 
zu erhalten, versammelten die Weiber mehrere Mädchen, deren 
jüngste und unschuldigste sie zur Königin erwählten. Diese 
zog sich nackt aus und ging mit den Andern aufs Feld , um 
Bilsenkraut zu suchen. Dieses musste sie mit dem kleinen Fin- 
ger der rechten Hand bis auf die Wurzel ausreissen, und an 
das £nde eines Bandes befestigen, das sie am kleinen Zehen 
des rechten Fusses angeknöpft halte. Jede Andre nahm nun 
einen Zweig, und der Zug ging zum nächsten Bach, während die 
Königin das Bilsenkraut nachschleifte. Sie trat ins Wasser, und 
wurde mit den eingetauchten Zweigen besprützt. Die Gesellschaft 
ging nun an den ersten Versammlungsort zurück, wobei die Kö- 
nigin immer rückwärts schreiten musste (M a r t i n, 1. c. 1, 370 sequ.)'' 
Auf einem Strassburger Steine hat ApoUo-Belenus den Beinamen 
Mogouno, der auch in Brittannien vorkommt (Da vi es, MythoK 
of the Druids, p. 352, 508; Reinesii Inscript, p. 98, 102): 
wahrscheinlich derselbe, der wälsch Manogan, Manawg, heisst. 
Mit diesem Mogouno, wie mit dem Belenskraut, um Regen zu 
erzeugen, scheint das Land Magonia zusammenzuhängen, aus 
welchem nach gallischem Aberglauben der Hagel kam, den Zau- 
brer herbeiführen und abwenden konnten. S. Agobardus de 
grandine, c. 2. ed. Baluze: „Quandam esse regionem, quae di- 
catur Magonia, ex qua näves veniant in nubibus, in quibus fru- 
ges, quae grandinibus de<didunt, et tempestatibus pereunt, vehan« 



^40 

t 

lur in eandem regionem, ipsis videiicet Aautk aSreis dantibus 
pretia tempestariis et accipientibus frumenta vel caeteras fruges. 
— Leute, die nach dem Volksglauben aus den Luftschiffen fie- 
len, wurden verhaftet, und wie es scheint, als Zaubrer manch- 
mal hingerichtet. Das Land Magonia scheint hiernach das Him- 
melsgebiet des Belen- Apollo Mogouno zu sein, und nach Bar- 
dengedichten war Manogan Vater Beli des Grossen. So heisst 
es in dem fanatischen Gedichte M. Ulhyr Pendragon (Myv. 
Arch. I, 73,): 

„Llad yn eurgyrn „Die Gabe im Goldhorn, 

Eurgyrn yn llaw, Llaw yn ysci, Das Goldhorn in der Hand, die Hand 
Ysci ym modrydav an dem Messer, 

Für iti iolav, Buddyg Veli, Das Messer am Führer der Heerde 

A Manhogan Rhi, (Schaar), 

Rhygeidwei deilhi, Ynys Vel Fromm verehre ich- Dich, Geber des 

Veli.« Guten, Beli, 

Und Manhogan, den König, 
Der beschirmt die Ehre des Bei, die 

Insel des Beli.« 
Nach bardischer Lehre war aber der erste Name der Insel 
Brittannien, nachdem sie bevölkert war, Vel ynys, d. h. die In- 
sel des Beli, und Belennydd oder Plennydd war der Gründer 
des Druidenlhums (Myv. Arch. II, 1. — Da vi es, Cellic re- 
searches, p. 190, 191.). In der That heisst auch im Bretoni- 
schen Belec der Priester, und Belegieilhdie Prie sterschafl (To- 
land, bist, of Ihe Druids, p. 117.), und Ausonius lehrt, dass 
die Druiden sich noch lange Apollische nannten, und von 
Apollo ihr Geschlecht herleiteten, nachdem sie schon eine andre 
Bedeutung im Volke gewonnen hatten. Auson. Prof. 4.: 

„Tu, Bagocassis, slirpe Druidarum satus, 

Si fama non fallit fidem, 
Beleni sacratum ducis e templo genus: 

Et inde vobis nomiua — 
Tibi Paterae — sie ministros nuncupant 
Apollinares mystici. « 
Das Patera, minister ApoUinis, ist das armorikanische pautr, 
servant, Diener (Da vi es, 1. c. p. 222.); und 

Auson. Prof. 10: „Nee reticebo senem 

Nomine Phoebitium, 
Qui Beleni aedituus 
Nil opis inde tulit; 
Sed tamen, ut placitum, 
Stirpe satus Druidum, 
Gentis Armoricae 
Burdigalae cathedram 
Nati opera obtinuit.« 



211 

Gewiss wurden die gallischen Druiden weniger durch Sossere 
Gewalt, als durch römische Bildung und Ghrislenlbum unter- 
druckL Die Druiden wurden unter römischer Herrs4^aft Pro- 
fessores, wodurch ein hauptsächlicher Theil ihres frfiheren Am- 
tes, der Unterricht, ihnen verblieb. Sie bildeten daher in den- 
selben Städten, die früher ihre heiligen Gerter waren, ein Kolle- 
gium von Lehrern, das an die Stelle der alten Druidenklöster 
trat. So war es in Bordeaux und Toulouse, und man hat kei. 
nen Grund, für das übrige Gallien eine gleiche Umwandlung 
der Druidenschaft zu leugnen. Jene Professoren hatten zu Au- 
sonius Zeiten ihre Abstammung noch nicht vergessen, und das 
Volk kannte sie ebenfalls: darum nannten sie' sich romanisirt 
nach jenen Gottheiten , denen ihre Vorfahren besonders gedient, 
oder deren Tempel sie zu besorgen gehabt hatten. Hieraus 
sind die Namen ApoUinaris, Delphidius, Phoebidius, Phoebicius 
u. s. w. zu erklaren, >YeIche anzeigen, dass solche Männer aus 
Prieslergeschlechtcrn stammten, die dem gallischen Belen-Apollo 
ergeben waren. In der christlichen Zeit wurden solche druidi- 
scbe Abkömmlinge häufig Mönche, was besonders deutlich bei 
den irischen Culdäern ist. Auch die cathedra des Ausonius ist 
so gut druidisch wie römisch. Cadair -Arthur wird noch jetzt 
gezeigt (Mone, Nordisches Ileidenlhum, 11, 398.). Die Bedeu- 
tung des Manhogan in Taliesins Gedicht bleibt dunkel. Der 
Verfasser der Biilannia afler Ihe Romaus (I, p. LVllI.) bemerkt, 
es sei gebildet aus an, der Bezeicjinung des Eigennamens, und 
manogi, besprenkeln, mit Flecken bedecken: manawg, bespren- 
kelt (hat hiermit das Besprengen mit den in die Quelle getauch- 
ten Ruthen beim Suchen des Bilsenkrauts Beziehung?). Der Go- 
dodin des Aneurin nennt zweimal Vyvnwal Vrych d. h der Be- 
sprengte, Besprützte, als gleichbedeutend mit Dyvnwal Manhogan. 
Der hehrste Tag des cellisehen Heidenthums ist der erste 
Mai; er heisst irisch und galisch la bealline oder beilline; Andre 
schreiben beltein, entstellt bellon, bellim, bellam. La d. h. Tag, 
teine, line, Feuer, und beal, heil, Beli. An diesem Tage wur- 
den die Belensfeuer angezündet, und zwar immer zwei gegen- 
einander, woher das irische Sprüchwort entstanden: zwischen 
zwei ßelensfeuern sitzen, d. h. in grosser Gefahr sein. Noch 
zu Tolands Zeit war dieser Gebrauch, und der Hausvater nahm 
vom heiligen Feuer des Carns einen Brand mit nach Hause für 
seinen Heerd. Walker, on ihe Irish bards, p. 82, führt als 
eine irische Gottheit den Karneios an, dessen Opfer Kearaaire 
genannt werden, und der mit dem oben erwähnten Apollo Gran- 
nus gleichbedeutend sein soll. Wahrscheinlich ist Karneios ein 
Beiname des Belen , von jenen Garn- oder Belensfeuern herge- 
nommen (Mone, 1. c. p. 490.). Die frühste Erwähnung des 
beiltine hat man beim irischen Erzbischof von Cashel, Cormac 

Honmottth Hist. ed. San-Marte. lO 



242 

(starb 908.) gefunden. Den heutigen Brauch in den Hochlan- 
den schildert Armstrong s. v. bealtain (Weiteres s. Grimm, 
Mythol. 2te Ausg. S. 579) 580.), worin noch jetzt gottesdiensl- 
liehe Beziehungen unverkennbar sind. Selbst bei Gottfried 
scheint sich noch aller Feuerdienst abzuspiegeln, indem Belinus 
Leichnam verbrannt, und seine Asche auf der Höhe des 
Thurmes, den er erbaut hatte, beigesetzt ward, vermuthlich 
ein solcher Bundthurm ohne Eingang, deren viele sich noch in 
Irland, und zum Theil auch in England finden, und denen alt- 
eeltischer Ursprung beigelegt wird. 

In Kap. V. wird dem Belin die Erbauung und Ordnung der 
grossen Landslrassen beigelegt. Merkwürdig ist, dass die Wat- 
lingsstrasse, von Dover nach Cardigan sich erstreckend, am Him- 
mel als Milchstrasse bezeichnet ist. Ebenso wusste die deutsche 
Sage von einem Iringsweg auf der Erde und am Himmel, wie 
die angelsächsische Sage von der Wallingsstrasse, oder wie der 
Weg nach Rom und St. Jacob zugleich an das Firmament ge- 
setzt wird. Ob die wSlsche Mythologie ähnliches gekannt hat, 
ist zwar nicht erweislich, doch nach der Analogie fast aller 
Völker (Beläge s. Grimm, Mythol. ed. 2. p. 331.) wahrschein- 
lich. Bei den Wälschen hiess die Milchstrasse Caer Gwydion, 
Burg des Gwydion. Im Zusammenhang alles dessen aber, was 
über Belen angeführt ist, werden wir auch hier auf mythischen 
Grund schliessen können. Es weisen Berge, Quellen, Denkmäler, 
Documente, Aberglaube und Gebräuche der verscliiedenslen Jahr- 
hunderte und Länder, wo ursprunglich Cellen sassen, Spuren 
des Belendienstes nach, der am deutlichsten noch in Gallien und 
Brittannien erkennbar ist. Chronistenkunst oder Volkstradition 
machte aus dem Gott einen grossen König, und erklärt die 
weit ausgedehnte Herrschaft seines Dienstes durch seine Erober- 
ungszüge, nicht blöde, verwandte Thaten und Namen der wirk- 
lichen Geschichte dem verblichnen Gölte anzueignen, und mit 
ihm in Zusammenhang zu bringen. V«rschiednes noch hieher 
Gehörige s. bei E c k e r m a n n, Lehrbuch der Religionsgeschichte 
und Mythologie, B. III, Ablh. II, Kelten. S. 250. folg. 



Kapitel XI. 



Bei Asc. beginnt L. f, Cap. XX. 

t, Gurgiunl Brablruc] Gurguintus Brablrucus, Asc, — Gurguint 
ßarbtruch, P. V. — Gurguilharelruc, Hr. Htgd. — Gurgint 
Hellruc, Gurgin Bertuc, Br. — Gvrgant Varf-drvch, Tys. — 
Gvrgant Varyf T^rch, Arlh. — Roberts übersetzt Varf 



243. 

Trwch mit gream • beard , Grimrabart, der grimimge Bart. S. 
auch Girald. Cambr. Topogr. Hyb. II, 8. 

6. plura,] malla, Asc. 7. dehüam,] Fehlt, Asc, 



Kapitel Xll. 

4. Partholoim.] ßarlhlome, Tys. — Partholym, Arth. — Par- 
Iholemaeus, Asc. — Barlholinus, P. V. — Pantalous, Br. 
Gottfried nimmt die irländische Bevölkerungssage aus Nennius, 
S. 13.: „Novissime autem Scotti venerunt a partibus Hispaniae 
ad Hiberniam. Primus aulem venit Partholomaeus (v. 1. Par- 
tholomus) cum mille hominihus, tarn de viris et mulieribus, et 
creverunt usque ad quatuor miliia hominum.*' Wenn Gottfried 
zwar sagt: tenuerunt insulam usque in hodiernum diem, so wi- 
derspricht dem freilich Nennius, indem er fortfährt: „et venit 
mortalilas super eos, et in una septimana omnes perierunt, et 
non remansit ex illis eliam unus. '* Nach Girald. Cambr. 
Topogr. Hybern. III, 1. fand dieses Ereigniss 300 Jahre nach 
der Sündflulh statt. 0' Flaherty, Ogyg. III, 2 setzt die An- 
kunft a. 312 nach der Sündflulh. 0* Gonnor, Script. Her. 
Ilybern. rroleg, p. XXV, XXXVI weist die Existenz einer ähnli- 
clien Tradition aus noch älteren Schriftstellern als Nennius 
nach. Nach demselben, 1. c. L. III, p. XVIII, soll die von 
Nennius erwähnte Sterblichkeit sicli an einem Orte, Namens 
Tam-leacht-muintire Piiarlholainn (d. h Pestis sepulcr^le mo- 
numentum gentis Partholani), jetzt Tamlaet bei Dublin, ereignet 
haben. — The Welsh Ms. Clironide, ed. v. Ms. Jones von 
Gelly Lyfdy liest statt Barthlome: Eirnemal, wo hinzugeltigt 
ist: ^,Er hat diesen Namen \on dem Fluss Eirinnal in Spanien, 
an dessen Ufer er gelebt hatte. Dieser Führer berichtete dem 
König alle Abenlheuer seit der Zeit, dass sie von Israel, ihrem 
Heimathlande, abgefahren waren, und die Art und Verhältnisse, 
unter denen ihre Vorgänger in einem abgelegnen Theile von 
Spanien gelebt hatten an dem Flusse Eirnia, von wo die Spa- 
nier sie vertrieben und nöthigten, ein andres Land zu suchen." 
Der Name Eirnia, eigentlich Yrunna, bezeichnet in der baskischen 
Spraclie: Stadt (Roberts.). In dem Barlhlome oder Partho- 
lym erkennt Roberts (Brut Tysilio, p. 267.) den Bar-Tolemon, 
wieder, der in spanischen Sagen vorkommt. Denn auch die 
Spanier haben sich nicht blos die trojanische Abstammung, son. 
dem auch den Brutus angeeignet. Florian da Campo in 
seiner Allgemeinen Cbronik Spaniens erwähnt eine Geschichte 
Spaniens von König Alphons in Beziehung auf eine Tradition von 
Toledo: „Zwei römische Konsuln^ der eine Namens Tolemon, 
der andre Brutus, bevölkerten diese Stadt. Und dasselbe wird 

16* 



244 

von Don Rodrigo Ximenes» Erd>ischof von Toledo, zweimal vom 
II. Isidor in seiner golbischen Chronik, und von andern Histo- 
rikern erzählt, die ihm folgen. Gstevan de Garibay in sei- 
nem Compendio hislorico, erwähnt den Ximenes über denselben 
Gegenstand , und fuhrt noch weiter an : ,, Der Erzbischof Don 
Rodrigo schreibt, dass zwei römische Konsuln, Namens Tolemon 
und Brutus, Toledo gründeten, zur Zeit des Plolomäus Euerge- 
tes, 108 Jahre vor Anfang der Regierung Cusars. Aber weder 
Livlus, noch ein andrer Autor erwähnt solche Konsuln/' Diese 
nähere Zeitbestimmung fuhrt uns auf die vermuthliclie Quelle, 
wenn auch nicht des Tolemon, doch des ßrutus. Nemlich es 
heissl bei Beda, L. de temporibus (T. II, p. 123, ed. Col. 
Agrrpp. 1612.): „ Euergetes annis XXIX. Brutus Ilispani- 
am subegit. Soter annis XVIF. Varro, Ciceroque nascun- 
lur." ctc, Beda setzt dies Ereigniss in das fünfte Wellalter, 
d. h. zwischen die babylonische Gefangenschaft und Julius Cä- 
sar. Die Annales Äfenevenses, erwähnen dies als ein verschied- 
nes Ereigniss von der Ankunft des Trojaners Brutus, denn sie 
fuhren beide Brutus an. Mir scheint indcss, dass Beda hier an 
den historischen Brutus gedacht hat, w^enn auch die Zeitbestim- 
mung nicht pas^l. — üebrigeus bestätigt Tacitus eine Ueber- 
siedlung von Spanien nach den Brillischen Inseln : „Silurum co- 
lorali vullus et lorli plerumque crines et posita contra Ilispania, 
Iberos veteres trajecisse, easque sedcs occupasse, fidem faciunt." 
Agricola, c. 16. Ausftihrlicher behandeil Johannes Fordun, 
Scot. Hist. (ap. Gate, 1, p. 577.), der die Angabe Gottfrieds fa- 
bulose nennt, nach schotlischer Version die Ankunft des Barlh- 
lome, c. 21: „Pervenil landem regiminis culmen (sc. Scolorum 
Hispanensium) ad virum aeque strenuum et industrium, regem 
viz. Micelium Espayn, cujus antecessoris quidam sibi suis- 
que genlibus cum libertale sedeni mansionis acquisivil hberam, 
sed tantae numerositalis genlibus nimis modicam. Desidera^ae 
vero pacis Iranquillilate , pro qua diu certasset, obtenla per cir- 
cuitum ab omnibus, hoc tempore populus fruebalnr. Eranl 
cnim Micelio tres filii, quorum nomina sunt: Hermonius, 
Barlholomus et Ilibertus. Ipsos inlerim ad llyberniam 
parata classe copioso Iransmisit exercitu, sciens ibidem eos ad co- 
lendam spaciosam reperire lerram sed pene vacuam, licet paucis et 
ex eodem genere genlibus fuerat anliquilus incolata. Quo post 
breve spatium cum advenissent, et eam vel hello, vel ab incolis 
sponte recepti faciliter occupassenl, Hermonius ad palrem Hispa- 
nias rediil, fralres vero sui Barlholomus, et Hibertus cum gen- 
libus in insula commanserunt (AI. Chron). Post mortem Gey- 
Ihclos et Scotae suorumque filiorum, in illo successerunt ducatu 
quique proximi singillatim, sicut casus se casibus oblulit, usque 
quendam qui proprio nomine Barlliolomus dicebalur, Is animo 



249 

sagax el aeque sensu, industrius dolere coepit, se popnlum suum 
in illis parlibus crescere vel multiplicare non posse propter 
acerrimas et crebras inrestantium molestias Hispanorum. Igiljur 
a tarn arido solo, quod eliam aerumnoso tenuerant iter, ah tis 
qiioque , qui eos tanquam hominum vilissimos reputabant , sese 
proponunt eripere, et ad mansiones pro posse laliores transdu- 
cere. Consilio proni demiim inito cum senioribus ad niare Gat- 
licum cum sportellis et sarcinis accedunt, et comparalis, vel 
undecunque poterant quaesitis nävibüs, marinb discrirnini sese 
comrailtunt, cerlas quaesituri quo se forluna perduceret et per- 
petuas cum Übertäte mansiones. Igitur ad Hiberniam Barlholo- 
mus cum sua familia navigio profeclus est, et eam subactis iu- 
digenis in perpetuam sibi possessionem, obtmuil/' 

7. Petehai etiam] Pelivit ergo, Asc. 

7. üd inhabüandum] iohabiiandam, A&c. 

8. pererraret.] pererrarenl, Asc. 

11, Barclenses.] ßalenses, Asc. — Bassalenses, P. V. — Der 
Br. nennt sie nur allgemein als aus Spanien kommend. — Ei- 
vva aus Barcellona? 

13. vasia] vacua, Asc. 15. in hodiernum] ad hunc, Asc. 

17, posL] propter, Asc, 



Kapitel XIII. 



1. Guithelinus] Guinllieliuus, Asc. — Guincelin, Br. — Kin- 
Ihelinus, U r, Htgd. — Cybclyn, Tys. — Cuhelyo vab 
Gwrganl Arlh — Einige wollen den Namen als Zunamen 
verstehn : Gwyddelin, Gwyddel, Gwyddelwyr, d. h. Irländer. Tys. 
u. Arlb. entscheiden jedoch für Cuhelyn, ein Name, der iu Wa- 
les sehr oft vorkommt. 

3. Marlia.] Marsia, Arth, 6. et.] quam, Asc. 

6. Pa marchUie läge,] Mechcnlage, Arth. — Maicheneaoge, Tys. 

— Mercheanlegen, P. V. — Auch Tysil. gedenkt d«r üeber- 
selzung Alfreds. Alfred starb 901. Nachmals hiess diese Samm- 
lung das Gesetz der Westsachsen, das in einem Theile 
von Mercia, und in allen Gegenden südlich der Themse galt. 
Der andre Theil nördlich der Themse hatte das Dänische Ge- 
setz bis zu Eduard dem Bekenner, der beide verschmolz 
^ (Llwydd, llist. of Wales, p. 36.). 

7. remansit*] cessit, Asc. 

8. Sisilius,] SaissylU, Tys. — Seyssyll, Arth. — Sisillna., Br, 

P. V, — Sisinnius, Hr. Htgd. — 

9. nee aetas ipsius.] cujus nondum aetas, Asc. 

10. regnum — cedereL] regni moderalioni praeferretur, Asc. 



248 



Kapitel XIV. 

1. Quia — pollehal,'] pollens, Asc. 

4. Kimarus,] Kynvarch, Tys. Arlh. — Rommarus, Romanus, Br. 

4. Danius] Daned, Tys. — Dan, Arth. — Elaniiis, Asc. P. 

V. — Dainus, Er. 

5. MorvidusJ] Moryd, Tys. — Morindus, Asc. P. V. — Mor- 

pidus, eil ot un fil en sognenlage (coocubinage) Br. v, 3417. 
Die Tangustela nennt weder Tys. noch Br. 



Kapitel XVI. 

1. Moranorum.] Maurorum, Asc. — Wohl richtiger mit P. V 
Morinorum. 

fi, poleslalis suae] insulae, Asc. 3. ohviam.'] ohvius^ A.sc. 
9. cessisset paulisper] parum cessasset^ Asc. 

10. gesta, contigit ei,] facinora, accessit, Asc. 

11. delevil] terminavit, Asc. 

17. devoraviL] Aus den geschilderten Grausamkeilen des Morvidus 
möchte man schliesscn , dass er der König der Martern 
sei, dessen das Märchen von Peredur im rothen Buch von Her- 
gest (Arthursage von San-Marte, S. 201. u. folg.) erwähnt, der 
von dem Ungeheuer Addanc vom See verschlungen ward, und 
dessen Söhne von demselben täglich getödtct,^ doch durch eine 
Waschung wieder zum Leben gebracht wurden, bis endlich Pere- 
dur das in einer Felsenhöhle hausende Ungethum tödtete. Der 
^ Addanc oder Avanc (Bieber) vom See ist das Meerungeheuer, 
das im See von Llion hauste, und stete Uebcrschwemmungen 
der Insel Brittannien veranlasste, bis es Hu Gadarn mit seinen 
Buckelochsen ans Land zog, und seinen Verheerungen ein Ziel 
setzte, worin eine wälsche Sündfluthsage gefunden wird (Tr. 4. 
u. 97. Myv. Arch. II, 57; 71, Davies, MythoL p. 95, 129.) 



Kapitel XVI. 



Bei Asc. beginnt L. I, cap. 21. 

4. Gorhonianus.'] Gwrviniav, Tys. — Gorvynyawn, Arth. 

8. am.] iiec, Asc. 6. renovobat,] relevabat, Asc. 
10. auro et argefUo.]a\xn et argenti copia, Asc. 
12* plurimaJl plura, G. 



247 

Kapitel XVIL 

1. Arthgallo] Archigallo, 'Asc. P, V. — Agar, Dr. — Arthai, 
Tys. — Wörtlich: der fremde BSr: arth — gal. — Arcligallo, 
Hr. Hld. 
4. accumulans.] aecumulare, Asc. 

10. EUdurum] Eleidir vawr, Tys. — Elydyr war, Arlh. Helidu- 
rum, P, V. 

13. Calatherio nemore,] „ Calaterium nemus in finibus Albatiiae est, 
non longe ab oppido Alelud ;" A 1 a n u s ab Insalls, Expianat. in 
Merlini prophet. p. 214. 

14. Ipse vero.J nam, Asc. 20. quum.] Quem quum, Asc. 

21. Quo viso oscula.] Omnis injuriae immemor accurrit, et illnm est 
amplexatus, plurima oscula, Asc. 

22. EL] Qui, Asc. 

2:^ Aldud] Aldud, Asc— Aldclud, H. — Adula, Br. — „Ur- 
bem Alcluilh, quod lingiia Britonum significat Petram Cluilh; 
est enim juxta fluvium, nominis illius/' Beda, H. Eccies. I, 12. 

27. jacebat ] cubabat, Asc. 29. nociturumJ] tiocere, Asc. 

35. pacificaviL] conciliavit, Asc. 40. vice eienim^] viceque, Asc. 

43. defecit,] defunctus, Asc. 



Kapitel XVIII. 



2. primogenilum] Fehlt, Asc. 

3. Vigenius et Peredurus.] Owain a Ffredyr (Predyr), Tys. — 
Jugeyn a Pheredur, Arth. — Jugfenes, Br. — Ingenius, 
P. V. — 

5. vero,] Uli, Asc. 6. imponentv-] deputantes, Asc. 

6. tost ea.] Post modum, Asc. 9. Emensis.] Elapsis, Asc. 
11. illud.'] populum, Asc. 12. excellere dicerelur] excelleret, Asc. 
14. vitae,] vitae gaudio, Asc. 



Kapitel XIX. 



5. Marganus y Ärthgallonis filius.] Morgan ap Arthai, Tys. — 

Margan, Arth. 
7. Enniaunus.] Einion, Tys. — Eynniawn, A r t h. Emerianus, Asc. 

— Ennianus, P. V. — Eumanus, Br. — Cumanus, Hr. Htgd. 

7. distans.] drfferens, Asc. 9. praeelegeraL] praeelegit, Asc. 

11. Iduallo,] Eidval ap Owain, Tys. — Idwal, Arth. — Induvallo, 

Hr. Htgd. — Juvalon, Br. 



11. evenlu. 

12. Runno. 



adventu , Asc. 

Run, Tys. Arth. — primo, Asc 



248 

13. Geruntius,'] Geraint, Tys, Arth. 

13. Catellus.] Cadel, Tys. — Catullus, Br. 

14. CoUlus] Coel, Tys. Arth. — Caiillus, Br. — Coelus, P. Y. 
Nach Owen, Gambr. Biogr. p. 52 gab es vier Könige dieses 
Namens: 1) Coel, der vierzigste König von Britlaonien ; 2) Goel, 
Sohn des Meirig, der zwei und siebenzigste König nach den 
Triaden, der jedoch mit dem vierten identisch zu sein scheint; 
3) Coel-Godebog, von der Stadt Coelin, der fünf und sieben- 
zigste König, Vater des Ceneu und der Helena, Konstantins Ge- 
mahlin, um die Mitte des dritten Jahrhunderts lebend ; 4) Goel, 
Sohn des Gyllin, dadurch berühmt, dass er bei den Brilten die 
Kunst eingeführt haben soll, das Korn auf Mühlsleinen zu mah- 
len, die er von Rom, wo er als Geissei gewesen war, mit nach 
der Insel brachte. Die Triaden zählen ihn zu den drei berühm- 
ten Kunstlern. 

15. Cherin.] Geiin, Br. — Gherinus, Asc. — Wcsshalb der Br, ihn 
zum Säufer macht, ist nicht erfindlich. 

„Tcist fu bevere de vin"; v. 3718. 

„Em bien boire torna s'entente 

£t tote perdi sa jovente. 

Em bons boires et en ivrece 

Torna il tote sa proece. 

Et Dex tcl eur li dona 

Qu' onques nului nel guerroia'^ (Et Dieu lui accorda 
tel bonheur que personne ne lui fit la guerre; Le Roux de 
Lincy.). 

15. JPtt/^cntW.]. Fylgniws, Tys. — Fulgen, Arth. — Fulgentius, Br. 

16. Eldadus.] Edreldus, Hr. Higd. — Eydal,.Tys, Arth. 

16. Ändragius.} Androgius, Asc. P. V. — Andras, Tys, — Andryv, 

Anh. — Andragis, Br^ 

17. ürianus.] üryen, Tys. Arth. 

18. Eliud.] Elvryd, Tys. — Eluid, Arth. — Elvidius, P. V. 

18, Cledaucus,] Glydoc, Tys. — Kelydawc, Arth. — Gledanlius, 

Br. — Glodacus, Hr. Htgd. — Dedacus, Asc. 
18. Clelonus,] Glydno, Tys. — Clytno, Arth. — Glotenus , Asc. 

Hr. Htgd. — Gloten, Br. 
18. Gurgintius.] Gorwsl, Tys. — Gvrwst, Arth. — Gurgineius, 

Hr. Htgd. — Gurgineus, Asc. — Gurgunlius, P. V. Gur^us- 

tius , B r. 
18. Merianus.] Marcanus , P. V. — Meiriavn , Tys. A r I h. Nach 

ihm soll Merionethshire den Namen erhalten haben. Der B r. 

gefällt sich, dieses trockne Königsregister durch Schilderung der 

Karaktere zu beleben: 

„Puis Merian qui mult fu biai 
Et mult sot de chiens et d'oisiax 
Mult sQt de rivi^re el de boi«. 



249 

Quanqu* il veöit prenoit ä eois 

A altre cose n*enteadoit, 

£t eil d6duis mult li plaisoit. 

De dames. ert mult desires, 

£t mult requis et mult amcs, 

Mais ainc n*ol de ferne talaat 

Fors de la soie solemanU" v. 3739. • 

19. Bleduno.] Blaidyt, Tys. — Bieydu^l , Arlh. — Bleduus , Asc. 
Bleiducus, P. V. — Bledano, Hr. Htgd. 

„Bledudo emprfes lui regna. 
Ses fils qui hien le resambla, 
Mais plus fu larges de doner; 
Nule rien ne savoil garder 
Ne ä son o6s rien relenir. 
A tos voloit le sien parlir, 
Mult ot en lui genlil signor." B r. v. 3749. 

19. Cap.] Cair, Tys. — Caph, Arlh. — Capenus, Hr. Hlgd. — 
Caphus, P. V. 

19. Oenus.] Oweyn, Tys. Arth. 

19. SisiUius,] Sayssylt, Tys. — Seyssyll, Arth. -- Sillius, Br. 

19. Blegohred] Blegywryd, Tys. Arlh. — Blagabred, Hr. Hlgd. 
Blegabredus, Asc. 

„Blegabres regna apres li. 
Cil sot de nature de cant 
Ooques nus n'en sot plus, ne tant; 
De tos estrumens sot maislrie, 
Et de direrse canlerie; 
Et mult sot de lais et de note, 
De vi^le sot et de rote, 
De lire et de saterion^ 
De harpe sot et de choron, 
De gighe sot, de simphonie, 
Si savoit asses d'armonie; 
De tous gie^ sot h grant plaute, 
Piain fu de debonnairete. 
Parcequ' il ert de si hon sens 
Disoient li gent ä son tens. 
Que il ert Dex des jogleors. 
Et Dex de tos les chanteors. 
Li Rois ert mult de grant d^duit, 
Par joie le servirent luit 
Et il estait tostans joios, 
Ooques ne fu fei ne iros, 
La ü il fu avoit grant joie 
Que raconter ne la porroie." ßr. v. 3761. 



260 

Mehreres über die Musik und Instrumente im Mittelalter s. bei 
Roquefort, sur la poesie des XII et XIII si^cles, p. 107, 
sequ. — Histoire de TAbbaye de St. Georges de Bocherville; 
Rouen, 1827. 4. p. 37. ed. par Deville. — Wolf, Lais 
und Sequenzen, S. 57, 58, 242. Zu beachten ist^ dass Ho- 
wel Dda (um 940), der Gesetzgeber Englands, an die Spitze 
der«Geselzgebungskommission einen Mann gleiches Namens, Ble- 
gored, (Blegwryd, Kanzler von LlandafT) Bruder des Morgan, 
Königs von Morganwg, stellte, einen Mann von grösster Gelehr- 
samkeit und Geselzkunde. S. Anm. B. 11, Kap. 17. 

22, viderelur,] dicerelur, G. 

22^ ArthmaiL'l Arlhmael, Tys, — Arthvael, Artb. — Archemailus, 
A sc. — Archmael, P. V. — Achinal, B r. — Areia, Hr. H tgd. — 
Artb, d. h. Bär, mael^ Fürst, 

23. EldoL] Eydol, Tys. Artb. — Eldon. Asc. Hr. Htgd. 

„Eldol, qui mult se pot tenir por fol 
Gar il estoit luxuriös. 
Et de fernes trop covoilos; 
Ja genlil ferne n' i eust 
Et de si grant parage fust, 
Qu fust espose, ou damisele, 
Force qu' ele li samblast bele, 
Que il ne volsist por jesir, 
'A mainl home s'en fist hair.*' B r. v. 3786. 

23. Redion] Rydion, Tys. Artb. — Region, Br. 

24. Rederchius] Ryddercb, Tys. — Rodrecius, Asc. — Redor- 

chius, Hr. Htgd. — Aredrec, Br. — Roporicus, P. V. 
24. Samuilpenissel] Sawyl Penyssel, Artb. — Sawl-ben-ycbel, 
Tys. — Samulpenisel, Asc. — Phanupenisel, Br. — Samul, 
Hr. Htgd. — Samuel Penisel, P. V. 
24. Pir,] „Puir, qui ot le cief mult bei 
De cief et de caveleure 
L'avoit mult bonor6 nature." Br. v. 3800. 

24. Capoir,] Capeir, Tys. — - Caporus, Br. 

25. Cligueillus.] Gligueillus, Asc. G. — Gilquellus, P. V. Euguellius, 
Elignelliug und Nennius (v. 1.) Br. — Dignellus, Hr. Htgd. 
— Artb. u. Tys. haben hier Manaogon und Manogan. S, 
Anm. über Belin, Gap. X. 

26» reclam.] veram, Asc. 



Kapitel XX. 



1. Heli.] Bely mawr (der Grosse) ap Manogon, Tys. Artb. S. 

Anm. Belin, Kap. X. 

2. Lud.] Luyd, Hr. Htgd. S. Buch I, Kap. 17. 



281 

2. Cassihellaunum,] Ghasswllwn, Tys. — Gassibellanum, Asc. 

3. Nennium.] Nynyav, Tys. — Neurium, Asc. — Den vierten 

Sohn bei Tys. Llefelys sammt seiner Geschichte übergeht Gott« 
fried ganz. 

15. defunclo] Die hier im Br. Tys. erzählten, von Gottfried weg- 
gelassnen drei Galamitäten der Insel s. unten in der Uehersetzung 
desselben. Gottfried scheint dieses aus Rucksicht auf den Bi- 
schof von Lincoln gethan zu haben, um vielleicht der Geistlich- 
keit nicht Anstoss zu geben ; vielleicht erschienen sie ihm aber 
auch nicht historisch genug. S. B. VII, Kap. III, Anm. dno 
dracones. 

17. Parthlud] Porlh-Llud, Arth. — Porzlud, Asc. — Porthhid, 
P. V. Arth. und Tys. sind hier weit ausführlicher. 

17. Ludesgala] Lwdys Gady, Arlh. — > Lwyd^gad, Tys. 

18. Ändrogeus.] Afarwy, Tys. Arth. 

18. Tentuinlius.] Thenefan, Tys. — Theneuvan, Arth. — Tenan- 
tius, Asc. — Themnantius, Hr. Htgd. — Theomatius, P. V. 

21. ila,] tanta, Asc. 

28. imperabal.] B. I, Kap. XVII. erzählt Gottfried, dass Neunius mit 
Lud über die Umänderung des Namens Troja nova oder Trino- 
vantum in Kaer-Lud in einen Streit gerathen sei, den Gildas 
trefflich beschrieben habe, dessen hier jedoch nicht wieder ge- 
dacht wird. Wace's Brut geht darauf zurück, und sein Verfas- 
ser tritt redend ein, mit der Bemerkung, wie die Brüder An- 
fangs in Eintracht gelebt: 

„Mais puis i sort une discorde 
Ensi com tesmoigne et recorde, 
Qui cest romans fist, maistre Gasce» 
Dont noax fu k tot Testrace, 
Puis que Romain treu d*als orent 
Qui onques mais avoir nel porent.*' 

Br. v. 3897. 



-Hoefo 



Viertes Buch. 



Kapitel I. 



1. Reperilur] Legitur» Asc. 

1. Julium Caesarem,] Ilcassar, Tys. — • Wikessar, Arlh. — „Ve- 
rum eadem Britannia Romanis usque ad Gajum Julium Gaesarem 
inaccessa atque incognita fuit: qui anno ab urhe conriita quin« 
gentesimo nonagesimo tertio, ante vero incarnationis Dominicae 
teropus anno sexagesimi}, functus gradu consulatus cum Lucio 
Bibulo, dum contra Germanorum Gallorumque gentes, qui Rheno 
tantum flumine dirimebantur, bellum gereret, venit ad Morinos, 
unde in Britanniam proximus et brevissimus transitus est" B e d a^ 
H. Ecc. I, 2. „Romani autem, dum acciperent dominium tolius 
mundi, ad Brittannos miserunt legatos, ut obsides et censum ac^ 
ciperent ab illis, sicut accipiebant ab universis regionibus et in- 
sulis. Brittanni autem, cum essent tyranni ac tumidi, legatio- 
nem Romanorum comtempserunt. Tunc Julius Gaesar . . . . 
venit ad Briltanniam etc." Nennius, §. 19. — Gf. Gaesar, 
de b, G. IV, 21. sequ. — Asser, Annales, ap. Gale, I, p. 141. 
— Tacitus, Agric. c, 13. — Angela, GhroBik, ed. 
Ingram, p. 2, 3. — Tys. ist hier kurzer, als Arth. ; aus- 
führlicher und sehr frei dagegen Wace: 

„Soixante ans ainz que Jhesu Ghrist 
De ia Verge m^re nasquist. 
Est Julian Gesar mouz 
De Rome ert en France tenus, 
Por conquferre vers Ocideut 
Les regions lontainement 
Julius Gdsar li vaillans, 
Li fors, li pros, li cönquerrans, 
Qui tant ßst, et tant faire pot, 
Que tout le mont conquist et ot; 
Onques nus hom, puis ne avant, 
Que nous sa^on, ne conquist tant. 
Gesar fu de Rome emperere, 
Sages et pros et bons don^re; 
Pris ot de grant cevalerie 
Et letr^s fu, de grant clergie. 
Quant li Romain orent conquis 
Environ als, tot le pais, 
G^sar prist congie des Romains, 



?53: 

Dealer conquerr^ les lonUios; 

La millor jovente assambla, 

Lombardie et Mon Geu (Jovis) passa, 

Premi^rement conquist Borgogne, 

France el Allemaigne et Saissogne, 

Poitou, Normandie, Bretaigne; 

Puis prist son tor por Allemaigne; 

Toul le prist- por sa vigour. 

Li Aleman Tont fail signour. 

Quant ü ot conquise Alemaigne 

Si s'en ala en Loheraigne, 

A force la conquist et France, 

Et rois en fu por sa poissance. 

Por pluisors leus faisoit castiax 

Et maisons el reces noviax. 

Must esploita bien sa besogne, 

En Flandres vint et en Bologne; 

Par desor mer esgarda, 

Une ille vit, si dem^nda 

Quels nie estoil, que il veoil?"elc. Br. v. 3903. 
Tacitus, Hisl. IV, c. 55. lässt den Belgier Julius Tutor, um 
sich eine hohe Abkunft anzueignen^ sich rühmen: „proaviam 
suam Divo Julio , per Gallias bellanli, corpore atque adulterio 
placuisse. " — Fasl scheint hiermit die Erzählung einer Triade 
in Zusammenhang zu stehn; Flur, die Tochter des Zwerges 
Mygnach, war die Gelieble des Königs Caswallon (Gassibellau- 
nus bei Gottfried und Gasar), und wurde vom aquilanischen 
Könige Mwrchan Leidyr entfuhrt, um sie dem Cäsar zu schen- 
ken, und dadurch dessen Gunst zu erwerben. Caswallon fuhr 
mit einem Heere von 60000 Brillen und Galliern nach Aquita- 
nien, gewann die Flur wieder, und darum fiel Cäsar aus Rache 
und Neid in Briltannien ein." Daher er auch zu den drei feu- 
rigen Liebhabern der Insel gehört. — Davies und Mona 
hallen die Triade für religionsgeschichllich (?), worauf schon 
die Zwergentochler hindeute; der Erstcre hält auch die Flur 
und Tristans Mutter Blancheftour für dieselbe Person. Owen, 
Cambr. biography, s. v. Flur, p. 123. Davies, MythoL p. 
447. Mone, Nordisches Heidenthum, 11, 425. Ecker- 
mann, Mylhol. Kellen. S. 111. (Halle, 1847.). — Hieraus, 
wie aus anderem geht hervor, dass auch Cäsar in die wälsche 
Sagenwelt verflochten w^ard, wie denn auch er sowohl als Cas- 
sibellaunus Gegenstand nordfranzösischer und englischer Lieder 
und Romane gewesen zu sein scheint: 

„Many speken of men that romances rede . , . 
Of Charles, and of CassTbedlan, 
Of Heveloke, Hörne and of Wade. " ' 
(TranslaL of Guido de Colonnäs Book of Troye, ap. W a r t o n 1, 123.) 



254 

,, Romans rede ia divers manere 

Of Julius Cesar tbe emperour. " 

(Translat. of Cursor Mundi. eod. p. 127.) 
S. Wolf, Lais und Sequenzen. S« 265, 266. 



Kapitel II. 



9.' firma amiciUa,] per firmam amicitiam^ A s c. 
lU. deherent.] deberet> Asc* 11. eam.] eam libertatem, Asc. 
11. largiri.] Fehlt, Asc. 12. Liherlatem namque.] eamque, Asc. 
13. prorsus,~\ penitus^ Asc. 



Kapitel III. 



Bei Asc. beginnt L. I, cap. XXIII. 

4. In ostium Tamensis.] ,,Tunc Julius Caesar, cum accepisset sin- 
gulare imperium primus et obtinuisset regnum, iratus est valde, 
et venit ad Brittanniam cum sexaginta ciulis, et tenuit in ostium 
Tamesis, in quo naufragium perpessae sunt naves illius, dum 
ipse pugnabat apud Dolobellum (v. 1. Dorobellum contra Dola- 
bellam), qiü erat proconsul regi Brittannico, qui et ipse Relli- 
nus (v. 1. Cassibelanus) vocabatur, et filius erat Minocanni (v. 1. 
Miliocani, Mitiorani), qui occupavit omnes insulas Tyrreni maris ; 
et Julius reversus est sine victoria, caesis militibus et fractis 
navibus. " Nennius, §. 19. — Gale conjeclurirt hier: 
pugnabat apud Dolobellum contra Belinum. 

5. rates — appulerant,] naves telluri appulsae erant , Asc. — 

Cf. Caesar, de b. Galt. IV, 23—26. 

6. Dorifhellum.] Doral, Tys. — Dorahel, Arth. — Douvre, 
fir. — Eine Spur des Namens scheint sich in Durolenum 
oder Leneliam auf der Insel Thanet zu finden, nicht weit von 
Chilham, wo nach Camden Cäsar lagerte und in dessen Nähe La- 
berius fiel. Einige halten es für Deal, in der Nähe von Dover. 
Heinrich von Huntingdon nimmt Dolobellum gleichfalls für einen 
Personen- und nicht Ortsnamen (Hist. L. I, p. 172), und weicht 
überhaupt von Gottfried ab: „von Cäsars Flotte gingen 40 
SchifTü unter: dux igitur magnus (Caesar) spe fugiendi amissa 
acrius animos militom bor tatur , et in ipso hortatu hostibus 
commiscetur, unanimiter utrimque viribtis et animis exieasis pu- 
gnatur, dum Romanis spes fugiendi nuUa, Britlannis spes vincendi 
ex solito certa. L a b i e n u s ergo tribunus militum , dum pri- 
mam aciem in Dolobe LH cuneum, qui Proconsul erat 
BriUannici regis, acrius immergit, cedeotesque caedit, prosternity 



255 

I 

et persequitur regalis acies, ioter Caesareas et Labien! phalan- 
ges infigilur. Rex autem vocabatur Belinus, frater Cassi- 
bellauni regis, et erat iiHus Liud regts fortissimi, qui multas 
insulas maris bellis occupaverat. Gircumventum igitur Labienum 
cum tota acie sua caedunt, subitoque morte transmittnnt.** 

8. ßelinus.] „Belins i ert, ses senescbax/' Br. y. 4069. 

9. Aderant,] Aueh Caesar de bell. Gali. IV, 30, gedenkt mehrerer 

Fürsten: principes Britanniae. 
12. Cridious.] Chradavc, Tys. — Creudu, Arth. — Gerdious, 
P. V. — Cridionus, Asc. — „Eridios od les Escos," Br. 
V. 4086. 
12. Guerlhaelh. Brilael.] „Et Britaliet les Norgalois, 

Et Guerchaer les Surgalois (Sulhgalois)," Br, v. 4087. 
Cuitahel, Brochmael, P, V. — Guitelbus, Asc. 
25. Canluarilis.] Canluriacis, Asc. S3, cum nudato,^ stricto, Asc, 
43. Labienus tribunus.] Bei Caesar, 1. c. IV. 38, kebrt T. Labienus 
1 e g a t u s glücklich aus dem ersten Feldzuge zurück ; dagegen 
kam Q. Laberius Durus, tribunus militura, eod. V, 16, im zwei- 
ten Feidzuge um. Asser, Annal. lässt den Tribunen Labienus 
im zweiten Feldzuge sterben. 
47* Denique.] Deinde, Asc. 51. monia'om&us.] munitionibus, Asc, 
51« in Galliam reversus est.] „El navibus circiler onerariis atque 
octingenla praeparatis in Briltanniam Iransvebilur ubi acerba 
priraum pugna fatigalus, deinde adversa lerapestate correptus, 
plurimara classis parlem, et non parvura numerum militum, equi- 
tum vero pene omnem disperdidit. " Beda, H. Ecc. I, 2. — 
Cf. Caesar, L c. IV, 36, der freilich seinen Ruckzug zu beschö- 
nigen sucht. 
„Et vers Flandres en sunt torne." Br. v. 4198. m 



Kapitel IV. 



9. Angebalur] Anxiebatur, Asc. 
11. Crocea mors.] Agheu Goch, Arth. 

„L'espee ert mervelle prisi^e 
Si fu de letres d*or mcrchi^e 
L^s le hell, ot escrit en son 
Que Groce ä mort avait non 
Por ce avait non Groce k mors 
Que ja n'en fust mavr^s nus cors 
Qui ja m^decine trovast 
Qui de la mort le retornast." Br, v. 4217, 
Croceus, safrangelb, wohl in der Idee verbunden mit der gro- 
ssen Pest (pestis flava), daher der „safrangelbe Tod,*' d, k der 
unaos weichliche, plötzliche, wie der Pesttod. ". 



256 

Kapilel V. 

2, rehellionem.] Caesar. 1. c. IV, 37, 38. Die Morini empörten 
sich. Der Brut übersetzt V.. 4225 — 4317 diesen Abschnitt 
ziemlich frei. 

2. Galli.] y Ffreync, A r t h. 4. ejus vires.] eis, A s c. 

4. essent] esset, Asc. 7. Caesarem^] Imperalorem, Asc. 

9. quosque.] omnes, Asc. 



Kapitel Vf. 



1. hiennio.] cf. Caes. L c. V, 2, 5, 8 — 22. — „Regressus in 
Galliam, legiones in byberna dimisit, ac scxcentas naves utrius- 
que commodi fieri imperavit: quibus iterum in Britanniam trans- 
vectus, dura ipse in hoslem cum ingenti exercilu pergil, naves 
in anchoris slanles, lempeslale correptae'vel collisae intf.r se, 
vel barenis illisae ac dissolutae sunt: ex quibus quadraginta 
perierunl, caelerae cum magna dirßcultate reparatae sunt. Gae- 
saris equitatus primo congressu a ßritannis victus, ibidem La- 
bienus tribunus occisus est. Secundo proelio cum magno 
suorum discrimine victos Britannos in fugam verlit. Inde ad 
flumen Thamesim profeclus est, quem uuo tantwm loco vadis 
transmeabilem ferunt. In hujus ulleriore ripa, Cassibcllauno 
duce, immensa bostium multiludo consederat, riparoque fluminis 
ac pene tolum sub aqua vadum aculissimis sudibus 
praestruxerat. Quarum vestigia sudium ibidem usque ho- 
d i^ visuntur , et videtur inspectanlibus , quod singulae earum 
ad modum humani femoris grossae, et circumfnsae 
plumbo immobililer haereant, in profundum fluminis infixae. 
Quod ubi a Romanis deprehensum ac vitatum est, Barbari legionum 
impelum non ferentes, siivis scse abdidere, unde crebris erupti- 
onibus Romanos graviier ac saepe lacerabant. *' Beda, II. Ece. 
I, 2. — Hiermit fast wörtlich übereinstimmend: Orosius, VI, 
9. Asser^ Annal. ap. Gale, h p. 141. — ^^Et iterum^ post 
spatium tri um annorum^ venit cum magno exercilu trecenlis- 
que ciulis^ et pervenil ußque ad ostium fluminis, quod vocatur 
Tam^sis. Et ibi inierunt bellum et mulli ceciderunt de equis 
militibusque suis, quia supradictus proconsul posuerat • sudes 
ferreas et semen bellicosum, i. e. Celilou, in vada fluminis, 
quod discrimen magnum fuit mililibus Romanorum, et ars in- 
visibiiis ; et discesserunt sine pace in ilia vice.", N e n n i u s, §. 20. 
— Für Cetilou lesen die Hdsch. auch Cechilou, Gethilo, Celhilo- 
cium, nach Roberts, Chron. Kings of Brilain, p. 78 von coet- 
hawl, Pfahl, Pfosten, abgeleitet. Ms. GXXXIX, Corp. Christi 
Golleg. zu Cambridge interpretirt am Rande: „semen bellicorum 



257 

vel beHicosum, quae calcitramenta vooantur, i. e. Calheleu Brit- 
tannice interpretatus est/' Die Kriegslist mit Sperrung der 
Themse s. Caes. 1. c. V, 18. 
7. infixü, u<,] infixis, Asc, 

7. superventurae illiderenlurJ] ilHdere machinatur, Asc. 

8. toia] Fehlt, Asc. 



Kapitel Vn. 



8. a4 mulia mil] per mil.^ Asc. 12. Hoc] Haec, Asc. 

26. OdneaJi Gastell Odinae, Tys. — Odicea, P. V. 

„Fist sor la mer faire une tor, 

Em Boloigne siet, Ordre a non.*' Er. v. 4291. 
Gervas Tylber. Flores histbr. liest Dodres. Dies stimmt 
genau mit dem Tour d*Ordre, dem Turris Ordans oder Orden- 
sis bei Boulogne, der von Caligula als ein Leuchtthunn erbaut 
sein soll, und wahrscheinlich an der Seite des Forts von Cüsar 
erbaut ward, als er von den Morinern in dem Jahre vor sei- 
ner ersten Invasion in Brittannien, nach seiner Erzählung, de 
bell. Gall. Ill, 29, bedrängt ward (Boberts.). — Im Schloss 
des Oeth und Aureth sass Arthur n'ach den Triaden drei Nächte 
gefangen. S. San-Marte, Arthursage, S. 253. Das Motiv zur 
Erbauung des-Thurmes scheint aus Caesar, 1. c« V, 5: „cum 
ipse abesset, motum Galliae verebalur," entnommen. Orosius, 
Beda, Asser, haben davon nichts. 

27. fidem esse instabilem,] fidem et instabilitatem, H. G. 

31. valerel.] valeat, Asc. 32. insurrexisset] insurrexerit, Asc. 



Kapitel Vlll. 

Bei Asc. beginnt L. I, c. 24. Tys. ist in diesem Kapitel 
" weit kurzer. 

1. triumphum.] triumpho, G. 6. occisioni.li occasioni, Asc. 

7. Lilaverunt,] Lilaverant, Asc. 7. vaccarum,] boum, Asc. 

8. leviter.] facile, Asc. 14. aller,] unus, Asc. 

16. Hirelglas.] Hirlas, Tys. — Hiresgas, Br. — Hireldas, Asc. — 
Irelgas, P. V. 

16. Evelinus.] Kuhelyn, Cyhylyn, Arth, — Eiiclinus, Asc. — Cue- 
linus, P. V. 

17. in(u2mene.] contulissent, Asc. 18. nepoUgue.] nepotisque, A s c. 
19. curia, et rumor — adduceret] curia, praecepit rex, ut coram 

praesentia sua adduceretur, H. 
21. in curiam.] in tertiam horam. 6. 26. aliquis,] Fehlt, Asc. 
26. clamaret.] proclamaret, Asc. Z6, reetitudinem.] justitiam^ Asc 

Ifonmoath Eist. ed. Bim^Marte* 17 



256 

27. appeten.} adder«, Asc. 28. recepissel] praecepiset, G. H. 

29. ingererB.] attirigere, Asc 33. ÄL] Ac, Asc. 

35. ejus,] suum, Asc. 37. valeret] valuisset, Asc. 

46. destüuere] deslruere, Asc. 49. nisL] ubi, Asc 

56. mens.] unus, Asc. 58. i> ölen«.] per violanliam volens, Asc. 

66. in me.] de me, Asc. 66. ahest] a me abesl, Asc. 

Der Verralh des Androgens hat ein trauriges Andenken bei 
den Barden in Triaden und Gedichten erhalten. Ein dem Ta- 
liesin beigelegtes Gedicht singt seinen schändlichen Freundschafts- 
bund mit Cäsar, bei Davies, Mythol. and Kits of the british 
Druids, London, 1809, p. XU, betitelt: Pacificalion of Ludd. 

— Im Androgens scheint der Mandubratius bei Caesar, 1. c. 
V, 20. zu suchen zu sein: „Interim Trinobantes prope firmissi- 
ma earum regionum civitas, ex qua Mandubratius adolescens 
Caesaris fidem seculus ad eum in continentem Galliam venerat 
*— cujus pater (Imanuentius) in ea civitate regnum oblinuerat, 
inlerfectusque erat a Cassivellauno ; ipse fuga moitem vitaverat 

— legalos ad Caesarem mittunl pollicenturque 
sese ci dedituros atque imperata facturos; petunt 
ut Mandubratium ab injuria Cassiveliauni defendat, 
aique in civitatem mittat, qui praesit imperiumque obtineal. Bis 
Caesar imperat obsides XL frumentumque exercilui Mandubra- 
tiumque ad eos mittit. Uli imperata celeriter fecerunt, 
obsides ad numerum frumentaque miserunt." — Der lange 
Brief fehlt bei T y s. — 



Kapitel IX. 



4. misU.] „Interea Trinobantum, firmissima civilas, cum Andro- 
gorio duce, datis quadraginta obsidibus, Caesari sese 
dedidit. Quod exemplum secutae urbes aliae complures, in foe- 
dus Romanorum vcnerunt, iisdem demonstranlibus, Caesar oppi- 
dum Cassibellaum inter duas paludes situm, obtentu insu- 
per silvarum munitum, omnibusque rebus conferlissimum> tandem 
gravi pugna cepit. Exin Caesar a Britannis reversus in Galliam, 
postquam legiones in hyberna misit, repentinis bellorum tumul- 
tibus undique circumventus et conflictatus est.** Beda, L c. 
I, 2. nach Orosius, VI, 9. Bei Asser, Annai. fast wörtlich 
gleichlautend, doch: Androgio duce, datis LX obsidibus, und: 
oppidum Cassobellauni. — „Gestum est bellum tertio, juxta 
locum, qui dicitur Trinovantum.*' Nenn ins« $. 20. 

4. Scaevam.} Scena, Br. 

7. Rulupi.] fiulupinum portum, Asc. — Rwydan, Ty«. — Rwy- 
iim, Arth, — Romenel, Br. -— In Rutupino portu, P. V. *— 
^ meridie Gallias habet (Brittaania) cujus proximum lituu 



259 

transmeanttbus civitaa aperit, quae dieitur Rbatupi portus/^ r o- 
sius, I, 2. — Bei Anderen Portus RUupae. — „Rutubi por- 
tus, qui portus a geote Anglorum uuoc RepCacestir vocata 
civitas." ßeda. 1. c. I, 1. — Jetzt Ricbborough. Der Hafei 
lag in der Meeresbucht zwischen Ramsgate und Deal. Mit Un- 
recht verlegt ihn Le Roux de Lincy, der Leseart des Roman de 
Brut folgend, nach Romney, 22 Meilen südwestlich von Dover. 

11. Dorohemiam,] Douvre Br. — Das Durohernum des Ptolemäus^ 
jetzt Kanlerbury. 

12. enim,^ ei, H. Asc. 13. Ulis.] urbi, 6. 

17. armalorum.] hominum, Asc. 21. moriifera.] morialia, H. G. 

27. oppressa] pressa, Asc. 

29. quidam mons.] (iOlulus nomine, P. V. — Das Gefecht beim 

oppido Cassibellauni, silvis paladibusque, Tällo atque fossa munito, 

s. bei Caesar, 1. c. V, 21. 

40. nequiveral.] nequibat, Asc. 

41. admiräbile lunc genus] mirabile getius, ksc. 

42. sübmiserat.] submissurus erat, Asc. 
45. Lucanus.] secundo Pharsaliae, Asc. 
54. DU coeli et terrae.] Fehlt, Asc. 

56. Pacif. — Caesari.] Pacificari nunc, Caes., Asc. 

57. desideraveral.] desideravit, H. 60. obducitur.] abducitur, Asc. 



Kapitel X. 



11. reclumque — facientem,] juslumque mihi illala injuria lacien- 
lern, Asc. 

]^5. eoncordiam.] „ Cassivellaunus hoc proelio nunciato tot detrimen- 
tis acceptis .... legatos de deditione ad Gaesarem mittit, 
Caesar cum conslituisset hiemare in continenti propter repenti- 
nos Galliae rootus, neque multum aestalis super^set, atque id 
facile extrahi posse intelligeret, obsides imperat et qnid in annos 
singulos vectigalis populo Romano Britannia penderet conslituil; 
inlerdicit atque imperat Cassivellauno, ne Mandu« 
bratio neu Trinobantibus nooeat." Caesar, L c. V, 22. 

17. od invicem.] Fehlt, Ase. 



Kapitel XI. 



Bei Asc. beginnt L. I, c. 25. 
3. Tenuantius.] Tennancius, Asc. 

6. vigorem.] vigorem et rigorem, Asc. 

7. Mymbelinut,} Cynvelyn, Tys. — Kinelinus, Hr. Btgd. 

17* 



260 

„Goibelin, Chevaliers prous et cortois home, 

Chevaliers Tavait fait a Rome 

Augustus CÄsar remper^re." Br. v. 4963, 
13. öhligabatur.] Wace setzt hinzu: 

„An Bretaigne avait un devin, 

Que Ton apeloit Thelesin; 

Por bon prophMe estoit tenuz 

Et inoult estoit de toz creuz. 

A une feste qu'il feisoient 

Oä li Breton ensembie estoient, 

Li pria li rois et requisl, 

Qu' aucune chose li deist 

Del tans qui vcnoit ea avaot. 

£l eil parla, se dist itant: 

Home, ne soiez en trislor, 

Atandu avons chascun jor, 

En terre est del ciel descenduz 

Cil qui a este alanduz, 

Qui salver nos doit, Jehus- Christ. 

La prophetie que eil dist 

Fu aulre Brctons recordee, 

De lonc tans ne fu oubliee. 

11 ot dist voir, pas ne manli, 

A cel tans Jehus Christ nasqui; 

Breton plus tost por ce creirent 

Quant de Christ preschier oirent." Br. v. 4972. 
Schwerlich folgt der Brut hier einem wälschen Gedichte Ta- 
liesins, da die diesem Dichter zugeschriebenen Gedichte, soweit 
sie in der Myv. Arch. enthalten sind, kein Vorbild geben, es sei 
denn, dass der Gwarchan Cynvelyn hieher gezogen werde. Sein be^ 
rühmler Name mag jedoch AnJass gegeben haben, dass ihm ein sol- 
ches Gedicht untergeschoben |ward, das übrigens nach dieser Notiz 
nichts weniger als bardischen Mysticismus alhmet. Auch Tys. 
spielt hier auf Taliesin nicht an. — „Cinobellinus, rex Britanno- 
rum," bei Sueton. Caligula, c. 44. Die Münzen dieses Fürsten 
beweisen, dass das römische Alphabet den Eingebornen verständ- 
lich, und römische Kunst im Lande geehrt war. S. Pegges, 
Essay on the coins of Cunobeline, London, 1766 — Auch 
Whitakers bist, of Manchester enthalt Zeichnungen von die- 
sen Münzen. — S. ferner; Henry, bist, of Great Brilain, T. 
H. — Eine mythische Deutung der Münzen s. bei Eck er mann, 
Mythologie. Kelten, S. 222 (Halle, Schwelschke, 1847), indem 
Cynvelyn : dominus Belinus bedeute ; und Erläuterungen von Ta- 
liesins oder Aneurins Gedicht: Gwarchan Cynvelyn, der Talis- 
man Cynvelyns, ebendas. S. 226. — Dagegen meine Sagen 
von Merlin. (Halle, Waisenhaus, 1853.) S. 151. 



261 

Kapitel XU. 

2. Guiderius.] Gvydr u. Gvairyd, Tys. — Gwydvr u. Gweyryd, 
Arth. — Guidenus, Hr. Htgd. 

„ Winder, 

Gil fust Chevalier mervillos, 

Mais mult fa fiers et orgillos.'* B r. v. 5004. 
Bei Dio Cassius heissen die Söhne Cyoibelins anders: „Cu- 
jus duo filii Galaratacus et Togoduvinus (Togodumnus) 
ab A. Plautio victi alque fugati perhibenlur. ** Dio Gass. L. 
LX, der wegen des Historischen weiter nachzusehen. Den Ca- 
taratacus kennen die wSischen Triaden und Stammbäume auch, 
nennen ihn jedoch einen Sohn des Bran ap Llyr. lieber den 
Namen Togodumnus bemerkt Roberts: Das Wort Tog, in Zu- 
sammensetzung Here tog, bedeute Anführer (Herzog) hei Sachsen 
und Germanen, daher Tog-y-dymnaint, Heerföhrer derDamnonier, 
welcher Name ihm von den Germanen im römischen Heere gege- 
ben worden sein möge. Wir finden diese Erklärung etwas kühn, 
da here von tog in dieser Bedeutung nicht füglich zutrennen^ ist, 

3. Arviragus] Armiragus, Hr. Htgd. Wilhelm von Malme s- 

bury (de antiquit. Glastoniae Eccles. ap. Gale, f, p. 292) be« 
richtet, wie die Apostel Philippus und Jacobus nach Brittannien 
gekommen, und auf der Insel Avalion die erste christliche Kirche 
errichtet hätten. „Postea et alii duo reges, licet pagani, suc- 
cessive comperta eorum vitae sanctimonia, unicuique eorum unam 
portionem terrae concesserunt. Et ad pelilionem ipsorum secun- 
dum noorem confirmaverunt. Unde et XII hidae per eos ad- 
huc, ut creditur, nomen sortiantur. '' — Ihm folgen Viocentius 
Bellovacensis, Pseudo • Dexler, Baronius u. A. m., obwohl Usher, 
Prim. C. I^ p. 9. diese fabula ineptissima nicht für älter, als 
die Ueberkunft der Normannen (1066) hält. Vincent. Bellovac, 
nennt seine Quelle: Historia de Gradali; die Gralsage ist aber 
noch jünger. Job. Capgrave, in seiner Vita Josephi führt 
aus Quellen von Gla&toubury (Appeudix Chronici Glastoniensis, 
Ms. in Bibl. Cotton.) einige Verse an, worin Philippus mit Ar- 
viragus in Verbindung gesetzt, und als einer der duo reges be- 
zeichnet wird, deren Namen Wilh. v. Malmesb, verschweigt: 

Joseph (ab Arimalhia) cum sociis jussit transire Philippus 

Ad terram Britonum, dfvinum promere verbum. 

Fert hos camisia qui promissum tenuerunt: 

Navigio ceteri terrae mox applicueruut, 

Regi consuluit Joseph tunc credere Christum. 

Arviragus renuit rex hoc, nex credit in ipsum. 

Glastoniae bis sex hidas dedit Arviragus rex,^' etc. 

Es findet sich eine Münze mit der Umschrift Arivog (Usher, 
Prim. c, 15. p, 304); der historische Arviragus lebte jedoch unter 
Domitian, und bekriegte die Römer, von welchem J u v e n a 1 sagt: 



262 

Omen habes — inquit — magni clarique triumphi; 
Regem aliquem capies,< aut de temone britanno 
Occidet Arviargus (var. lecU: excidet Arviragus.)." 

Bei Sueton, der (Caligula, c. 44.) den Cinobelli- 
nus nennt, heisst dessen Sohn Adminio: ,, Nihil autem am- 
plius, quam Adminio, Cinobellini Britannorura regis filio, qui 
pulsus a patre, cum exigua manu transfugerat, in dedi- 
tionem recepto; quasi untversa tradita insula, magnificas Romam 
literas misit. '* Ob dieser Name Adminio sich in die irische 
Bevölkerungssage bei Neunius (,,Secundus ad Hiberniam venil 
Nimelh, filius quidam Agnominis (v. 1. Aguominis, Agnominii,) 
nalione Scythicus/' $. 13.) eingeschlichen, die Girald. Gambr. 
Topogr. Hiberniae, L. III, c. 3. weiter ausgeführt, bleibt dahin- 
gestellt. In Shakespeare' s Trauerspiel Cymbeline ist Gott- 
fried als Quelle nur schwer zu erkennen, obwohl die Namen 
des Königs Gymbeh'ne und seiner Söhne Guiderius und Arvira- 
gus beibehalten sind, die Geschichte sich auch an Cassibelan, 
Tenantius (Act. I. Sc. 1.), an Gäsars Kriegszuge und den Ge- 
setzgeber Molmutius (Act 111, Sc. 1.) leise anlehnt. Der StolT 
scheint mannigfaltig in Volksgeschichlen herumgelragen zu sein. 

3. «e««il.] cedit, H. 

4. Tributum denegarct.] Nach Sueton (Claudius, e. 17.) entstand 

der Krieg „ob non reddilos transfugas", obgleich Tacitus, 
Agric. c. 13. im Allgemeinen von den Brillen sagt: tribula et in- 
juBcta imperii munera impigre obeunt. Gottfried folgt dem Nen- 
nius, §. 21: „Secundus post hunc Claudius imperalor venit, 
et in firitannia imperavit, annis quadraginta oclo pof^t adventum 
Christi , et stragem et bellum fecit magnum , non absque detri- 
mento militum. ... In tempore illius quievit dare censum Ro- 
manis a Brittannia, sed Brittannicis imperatoribus redditom est." — 

5. supervenit Claudius.] „Claudius quarto imperii sui anno, cupiens 

utilem reipubiicae ostentare prineipem, bellum uudique et viclo- 
riam undecunque quaesivit. Itaque expedi tionem in Britanniam 
movit, quae excitata in tumultum propler non redditos transfu- 
gas videbalur, transvectus in insulam est. Quam neque ante 
Julium Caesarem, neque post enm quisquam adire ausus fuerat. 
Ibique sine uUo proelio ac sanguine, intra paucissimos dies plu- 
rimam insulae partem in deditionem recepit." Orosius, Vll, 
6, — Nach ihm Beda, H. Eec. I, 3; Asser, Annal. ap. Gale, 
I, p. 141, 142. An gels. Chr on. ad ann. 46. DioCassius, 
L. LX, c, 19. Claudius bei Arth. Gloew Kesar. 

6. militiae -^ Levis Hämo.] mililiae, nomine Laelius Hämo, Asc. 

— LaeHus Hamrao, P. V. — Jeulivs Haymo, Arth. — Hamon, 
Tys. — Lingard, Engl. Geschichte, und Le Roux deLincy, 
zum Bmt, sind geneigt, unter dem Lewis Hämo den vertriebnen 
Aufruhrstifler Berik (Die Cassius, LX, 19) zq vermuthen, den 



der Kaiser Claudius anrgeaomfneD halte, und die Bntlen aus- 
geliefert verlangten. 

9. PoreeslHam.l Kaer-Perys, T-ys. 
11. deditionem,] suam ditionem, Asc. 



Kapitel XIII. 



7. cepiL] capit, H. — Wace malt hier mehr aus: 

„Un de Bretons a mort trove 
Priv^ement lä desarm^ 
Des armes as Bretons s'arma (sc. Hamon) 
Od les Bretons s'entremella, 
Ensamble od les Bretons estoit, 
Ensamble od les Bretons pognoit, 
Ensamble od les Bretons aloit, 
Ensamble od les Bretons parloit ; 
Tos les decevolt Tarmeure 
Et il savoit lor parleure, 
Cor a Rome, entre les ostages, 
Avoit apris pluisors langages/' B r. v. 5054. 

13. At] Fehlt, Asc. 23. fugare.] sequi. G. 
24. Hamlonia.] Hamonium*, Asc. — Hamontonia, P. V. der Br. v. 
5118 bemerkt dazu: 

„Ensi vienent sornom sovent 
Por mult po de comencement 
Et por mult petit d'aventure 
Vient un sornom, qui longes dure.'* 
26. Eas.] Eum, Asc. 
28. porlus Hamonis.] Porth Hamunt neu ynleu Sudhampton, Arth. 



Kapitel XIV. 



2. Kaerperis] Der Br. hat nur Portcestre. 

4. Wyntoniam.] Nach Alphred. Beverl. und Hr. Htgd« 

Wintonia oder Winchester, das römische Venia Belgarum, das 
wälsche Cair Guent oder Went, doch unterschieden vom gleich- 
namigen Venta Silurum in der Grafschaft Monmouth. Usher, 
app. ad. Nennium, XXI. 

11. Uandabat] Mandavit, Asc. 14. natu»] Fehlt, Ase< 

19. Orcadißs.] „Orcadas etiam insulas ultra Brilanniam in Oeeanp p#- 

sitas Romano adjecil imperio, ac sexto quam profectus erat mense, 

Romam rediit." Gros. VII, 6. — Beda, 1. c. I, 3. An- 

gels. Chr. ad ann. 46. Asser, ap. Gale> I, 142. — „Tarnen 



^64 

Victor fait in Britannia, et postea cum ciulis perreiit ad 
Orcades iosulas, et subjecit sibi, et fecit eas tributarias. Nen- 
nius, §. 21. 
20. suae.] ejus, Asc. 



Kapitel XV. 



2. nomen puellae] puella nomine, Äse. — Tys. ist hier kCirzer. 

2. GenuissaJ] Gennissa, Asc. — Gennylles, Arth. — Gennissa, 
quarnquam Invenissam vocat Gildas poeta , P. V. Unter diesem 
Gildas ist der bald öfter zu erwShnende Pseudo • Gildas zu ver- 
slehn Tys. nennt den Namen nicht. Gwenysa ist der wälsche 
Name fQr Venusia (Roberts.). 

3. duceret.] deduceret, Asc. 4. fervore amorisJ] amore, Asc. 
9. Kaerglou] Caer-loyw, Tys. Römisch: Glevum Claudia. „Bonus, 

Paul, Mauron, Guotolin qualuor fratres fuerunt, filii Glovi, qui 
aedificavit urbem magnam super ripam fluminis Sabrinae, quae 
vocatur Brittannico sermone Gair-Glovi, Saxonice autem Gloeces- 
ter." Nennius, §.49. Cf. Guillelmus Malesber. L. IV, de 
Pontif. — Usher, App. ad Nenn. ap. Gale. Hr. Htgd. 

9. id est] et — nuncupata est, Asc. 

10. Glouceslria] Glocestria, Asc. — Glaudioceslria, P. V. 

11. Quidam] Ausser der obenberaerkten Angabe des Nennius scheint 
noch eine , dritte über Erbauung der Stadt bestanden zu haben. 
Pont. Vir, hat hier einen wunderlichen Zusatz: „Caerglou — 

— — — super ripam Sabrinae sita est (condique hi- 

storias et versus et poemata Cambrem) de qua etiam libro quinto 
Epigrammaton Gildas poeta Brittannicus insignis ait: 

„Jucundae tolies cecini (cecina) tibi carmina Cambres.'' 
Et dixit: Sambuca, tu ruis ex Venere, nunc tibi' vilescit Om- 
nida situus. Sambuca autem est musicum instrumentum (bar- 
pam dicunt vulgo) trianguläre, cujus pars lata et concava tene- 
tur ad pectus, digiti per cordas crepitant, Gallice Bandosam vul- 
gariter vocant. Ostendit Plutarchus in libro de Husica : sie etiam 
ApoUonius M. detraxit Typanom , pro Tympanon , et Basamon, 
pro Balsömoji, sie Sabucam, pro Sambucam, ac insuper quasi 
Cainbrei carminis ipse fuerit scriptor, videtur insinuare, et ex 
Sphaera Veneris suavitatem canoris descendere, vel igitur Garn- 
bre, i. e. Brittannia, ut supra i. e. Über Brittannicus, qui Ro- 
mae legebatur : semper enim docta Brittannia. fuit , etiam Graece 
(ut supra ostendimus) vel poema Gildas non est dubitandum.*' 
iS. Demetici,] Demetiaci, Asc. 



265 

Kapitel XVI. 

Bei Asc. begiunt L. I, c. 26. 

1. At] Fehlt, Asc. 2. habere.] habere, coepitque, Asc. 

4. Htnc] Hie, Asc. 6. vendicavit,] vindicavit, H. 

6. Vespasianus,] ,,Divus Claudius auctor operis, transvectis legioni- 
bus auxiliis^ue, et assumplo in parlem rerum Vespasiano : quod 
initium venturae raox fortunae fuit. domitae gentes, capli reges, 
et monstratus falls Vespasianus." Tacitus, Agric. c. 13. cf. 
id. Histor. IIF, c. 44. — ,, Claudio Principe, Narcissi gratia 
Legatus legionis in Germaniam niissus est: inde in Britanniam 
translalus, tricies cum hoste conflixit. Duas validissimas gentes, 
superque viginti oppida, et insulam Vectera Britanniae proximam, 
in dilionem redegit, partim Auli Planta consularis Legati, partim 
Claudii ipsius ductu." Sueton. Vespas. c. 4. — Nennius 
gedenkt des Vespasian nicht. Nach Sueton: Orosius, VIT, 6; 
B e d a, I, 3 ; A s s e r, 1. c. 

8. Rulupi} Bydipi, Tys. — Douvre, Br. 
10. mullitudinem] copiara, Asc. 11. nee] ita ut — non, Asc. 
14. Totonesium.] „A Cotenois rivage prisf Br. v. 5238. 
S. B. I, Kap. 15. Anm. 

14. Kaerpen-Huelgoü] Kaerpera Vhelgoet, Asc. — Caer benhvyl- 
goel, Tys. — Kaer Pen Hwylcoyl, Arth. — Caer Penu- 
chelgoet, quae Exonia vocatur, P. V. — Bei Nennius: Caer 
Pensa vel Coyt, wozu Usher, App. ad Nenn, bemerkt: Galfr. 
Monem. (cnmque secntus Eulogii- autlior, L. V, et Matthaeus 
uterque Parisiensis et Westmonasteriensis ad ann. 52.) Kair 
penhevelcoit inlerprelalur Exoniam, pro qua in Heidelbergensi 
Brittannicae Historiae editione et in velere Ascensiana, per er. 
rorem substituta est Oxonia. Verum Exoniam, quae dicitur 
Saxonice Eaxcenceaslre (vulgo conlractius Exccster) ul Bomanis 
Iscam Damnoniorum, ita a Britannis (lestante etiam Asserio Me- 
nevensi in gestis Aelfredi Regis, anno 876) Cair-Wisc vel 
Cair-Isc appellatam fuisse constat. Itaque Camdenus noster, hac 
repudiata sententia Galfridi Pen Uchelcoit, Ptolomaei Uzellam, 
et Cornubiensium Lestuthiell: Ninii vero Pontavelcoit Ptolomaei 
Ischolin, et Somersellensium Juelcesler fuisse exislimal: prius 
illud nomen Britannicum, montem editum in silva, posterius, 
pontem ad Juel in silva, inlerpretatus. Mihi tamen Ninii Pen- 
savclcoit Guilielmi Pictaviensis, Orderici Vitalis, et Guilielml Ge- 
meticensis, Penuesellum potius fuisse videatur, quae' Pem sei a 
hodie dicta, primo Guilelmi Normanni in Angliam appulsu cele- 
bris est. Cui et Britannici vocabuli coit adjectio non male 
convenit; quum sijvestribus sepibus densa fuerit, in qua haec 
Sita est Sussexiensis regio/' 

14. Exonia.] Oxonia, H. Asc. 19. effecli sunt.} efliciuntur, Asc. 



266 

19. HyherniamJ] Nach Tacitus ward Irland erst unter Agricola 
heimgesucht. S. Juvenal, sat. II: 

„Litora Juvernae promovimus arma quid ultra," ete. 

20. ahlegaverunt.] delegaverunt, Asc. 20. vero,] deinde» Asc. 

23. leges etiam.] legesque veteres, Asc. 

24. euique proho donaria] quaeque donarra omni probo^ Asc. 

26. Romae fierel.] apud Romanos fuerit, Asc. 

27. caecum-^äixisse.] cum Domitiano loquitur eum, Asc. — ^ Ne- 

roni fehlt in H. 

28. lihro.] satyra quarta, Asc. — Cf. Juvenal. Sat. IV, v. 126, 127. 
28. rhumho] rumbo, H. Asc. 

80. DecideL] Decidit, Asc. — Excidet in verschiednen Ausgaben 

des Juvenal. 

81. ferocior.] forlior, Asc. S2, jocosior.] laelior, Asc. 

32. Ät ut.] Ut autem, Asc. 34. templo.] Tys. sagt Kloster. 



Kapitel XVII. 



1. Marius.] ,, Manius, non autem Marius, ut Graeci Codices anti- 
quissimi teslanlur (quid enim est dicere Marium per literam 
asinalem?). P. V. — Mayric, Tys. — Meuryc, Arlh. 
3, Roiric de Scythia.] Londricus, Asc, — Rodric vrenin y 
ffichdiait o Seithia, Tys. — Rodric hrenyn y Ffychlyeyt, 
Arth. — 

„Un hom forment plains de mahce, 
Et mult amoit gent ä gaster." B r. v. 5287. 

7. erexit lapidem.'] Guil. Malmesber. in Prologo L. III. de 
geslis Ponlif. : „ Est in Luguhalia civitale (vulgo Carlem) tricli- 
uium lapideum fomicibus concamcratum , quod nuila anquam 
tempestatum confumeh'a, quinetiam nee appositis ex industria 
lignis et succensis, valuit labefactari. Cumberland voeatur regio, 
et Gumbri vocantur homines; scripturaque legilur in fronte tri- 

" clinii: Marii Victoriae." — Der Auetor Genealogiae Reg. 
Brilann. (Zeit Heinrichs V(.) bezeichnet die Inschrift: „Hier be- 
siegle Weslmer, König von Brittannien, Rodric, seinen Feind." — 
Der Mahuesb. Verfasser des Eulogii schreibt sie: 

„Here Ihe king Weslmer 
Slow the king Rothynger." (üsher. Prim. C. 15. p. 303, 304.) 
Lugobalia oder Lugovallum der Römer ist das jetzige Gar- 
lisle in Gumberland. 

8. Westimaria.] Gvvys Meuric, Arlh. — Maesmania, P. V. — 
Maesmarius, Asc. — Geslmaire, Guestmalre, Waslrnalre, Vuesti- 
naire, Br. — Nach Gamden eine Gegend in dem mit Kumber« 
land grenzenden Westmoreland : „ Loca enim incnlla et quae 
pon facile agricultura subievari possint. Mores Angli septintrio- 



267 

nales vocant, et West-more-Iand nil aliud est nobis, quam io- 
eulta ad occasum regio (Garn den, Brit p. 624.). 

9. inscriplus,] subscriplus, H. 

1 1. ad inhaMlandum.] inhabitandiin], Äse. 

12. Calhenesia] Calanesia, P. V. 13. habenies.] baberent, et, Asc. 

17. coadunata.} nata^ Asc. 

18. Sed haec haclenus.] hoc, Asc. VYir stossen hier auf die 

Schaltische Bevölkerungssage, welche Gollfried zunilcbst wohl 
aus Beda, H. Rcc. I, 1. entnommen hat: „Et cum plurimam 
insulae partem, incipientes ab Aiistro, possedissent (sc. Britones) 
contigit gentem Pictorum de Scylhia, ut perbibent, longis 
navibus non multis Oceanum ingressam, circumagenle flalu ven- 
torum extra fines omnes Britanniae Hiberniam pervenisse, 
ejusque Septenlrionales oras inlrasse; alque inventa ibi gente 
Scotorum sibi quoque in partibus illius sedes petisse, nee 

impelrare potuisse. Est autem Hibernia insula etc Ad 

hanc ergo usque pervenientes navigio Picli, ut diximus, pelie- 
runt in ea sibi quoque sedes et habilationem donari. Hespon- 
debanl Scoli, quod non ambos eos caperet insula; sed possu- 
mus, inquiunlj salubre vobis dare consilium, quid agere valea- 
tis. Novimus insulam aliaro esse non procul a nostra contra 
orUim solis, quam saepe lucidioribus diebus de longe adspicere 
solemus. Hanc adire si vuUis, babitabilem vobis facere valelis; 
vel si qui restiterint, nobis auxiliariis utimini. Itaque petentes 
Brilanniam Picti, habitare per Sepleutrionales insulae partes coe« 
perunt. Nam AusIrina Britones occupaverant. Gumque tixores 
Picti non habentes ^peterent a Scotis, ea solum condilione dare 
consenserunt, ut ubi res veniret in dubium, magis de foeminea 
regum prosapia quam de masculina regem sibi eligerent: quod 
usque hodie apud Piclos constat esse servatum. — Procedente 
autem tempore Britannia posl Britones et Pictos tettiam Scoto- 
rum nationem in Pictorum parte recepit. Qui duce Reu da de 
Hibernia progressi vel amicitia, vel ferro sibimet inter eos se- 
des^ quas haclenus habent, vindicarunt. A quo videlicet duce 
usque hodie Dalreudini vocantur, nam lingua eorum daal 
partem significat. '* — lieber die irische Bevölkerungssage 8. 
Anm. zu B. I, Kap. 12, und ß. III, Kap.^ 12. — Ileinr. v. 
Hunlingdon u. die Angels. Gbronik folgen Beda. Nen- 
nius hält sich kurzer und allgemeiner, §• 12: „Posl interval- 
lum muUorum annorum, non minus octingentorum, Picti vene- 
rnnt et occupaverunt insulas, quae vocanlur Orcades , ,et postea 
ex insuHs vastavernnt regiones mullas, et occupaverunt in eas 
sinislrali plaga Britanniae, et manent ibi usque in hodiernum 
diem. Tertiam partem Britanniae tenuerunt, et tenent usque in 
hodiernum diem." — Sinistralis ist stets der Norden Briltan- 
niens und dextralis der Süden bei den Schriftstellem des Bl»t- 



268 

telalters, besonders Gildas, Nennius, uod Girald. Cambr. S. Us- 
her, Priin. p. 80. 1021. — Der Name PicU ist keineswegs 
die Benennung der am Körper bemalten Feinde, sondern die 
durch grammalische Deutelei römischer Schulweisheit entstellte 
Benennung der Peghten. W i d u k i n d , res gestae Saxon. I, 8, 
giebt ihnen den richtigen -Namen : Erant enim hae gentes Brettis 
adversae, Scotti et Pehti," wie im Wälschen und Gälischen sie 
auch Ffychty heissen. Euraenius, Paneg. Conslant. c. 7. ge- 
denkt ihrer zuerst: „Galedonuro aliorumque Piclonim Silvas et 
paludcs ^' Ammian. Marceil. L. XXVII, c. 11: „Britanni 
Piclis modo et Hibernis assueli hoslibus. " — Sie wohnten im 
östlichen Schottland auf beiden Seiten der Grampianberge, von 
Inverness und Elgin bis Dunbarton oder Frilh von Murray bis 
zu den Friths des Forth und der Glyde, später aber auch noch 
im sädwestliclien Schottland bis zur Pictenmauer. Im südlichen 
Schottland weiss der Landmann noch manche Denkmäler der 
Peghts in alten Gemäuern und Felsenwerken nachzuweisen 
(Lappenberg, Geschichte Englands,!, S.^ 53.). Die Dalreu- 
dini sassen im heutigen Westmoreland und Gumberland. Bu- 
ch an an, Hist. Scol. folgt dem Beda, und nimmt die Fielen 
für Germanen; jeden Falls waren sie Nordmannen, und gaben 
jenen Gegenden schon in Zeiten, wovon die beglaubigte Ge- 
schichte schweigt, und wohl schon im zweiten und dritten Jahr- 
hundert unserer Zeitrechnung, der dortigen Urbevölkerung eine 
germanische Beimischung. Das Voi kommen des Finn und Fer- 
gus (Fiörgun) in frlaml und Schottland beweist selbst ein Hin- 
übergreifen germanischer und skandinavischer Mythologie und 
Heldensage in das cellisehe Geistesleben; wir beziehn uns hier 
auf die weitere Ausführung dieses wichtigen Punktes bei San- 
Marte, Beiträge zur bretonischen und celtischgermanischen 
Heldensage (Quedlinburg. Basse. 1847. Abschnitt Finn). — 
Uebcr die Einfälle der Irländer in Schottland, und deren erste 
Niederlassung in Galedonien unter Nial Naoighiallach, der a. 375, 
wenn nicht 379, den Thron von Irland bestieg (primns annus 
Nialli Novi-obsidum ; v. Annales Tigernac. ed. O'Connor, p. 95, 
ad ann. 379:) vergl. Britannia after the Romans, I, 
p. LXIII, wo auch Dailiiadha für the tributary people, von dail, 
i. e. tribe, oder District, Stamm, und riadha, inleresl, Rente, 
Zins, erklärt wird. 



Kapitel XVUL 



2. Coillus.] Koel, Tys. — Goelus, P. V. Pont. Virunnius 
rückt hier die Geschichte der Bunduica (al Boadicea) ein : „Tem- 
poribus autem Neronis, Bunduica mulier, ex regio nata sanguine, 



269 

coogregalis trecentis milibus, aut eo amplius pagoaloruni (ob 
crudelitatem Paulini, qui in Mona insula inulieres capillis suspen 
debat, et mammas abscissas ligabat ori mandendas ad terrores; 
sed barhari nesciunt timere, et magis crudelitate stiraulantur) 
facto congressu exereitum Romanorum delevit, et Paulinum cru- 
deliter poena eadem alTecit: venit in Gallias cuncta superans, 
Italiam properabat delere: sed prope Alpes labore bellorum 
fessa aegrolavit, et periit mulierum gloria. Tunc tantus terror 
Romam invaserat, et Italiam, quanlus nunquam antea, neque in 
adventu Brenni, neque Annibalis, aut alterius ducis. Erat mu- 
lier procera, flava et coma alba usque ad crura. Addit autem 
aliud etiam Dion bistoriciüs Graecus, vestitum scilicet, ipse quo« 
que muUa scribit de ipsa duetrice, dicens: vestem fuisse poiki- 
len, i. e. scgmentatam, listatam dicunt vulgo, variorum colorum." 
Cf. Dio Cassius, LXII, 8. Tacit. Annal. XIV, c. 31—38. 
Agric. 14 — 17. — Es ist merkwürdig, dass Gottfried die Hee- 
reszüge des Plautius, Oslorius Scapula, Suetonius Paulinus, 
Catus, u. s. vv. ganz übergeht, und im folgenden Buche sogleich 
auf Severus überspringt. Er folgt daher nicht den römischen 
Schriftstellern, sondern augenscheinlich dem Beda, und es schei- 
nen die Thaten der Carlismandua und Boadicea im östlichen 
Theile Englands sich in Wales der Nationalerinnerung weniger 
tief eingeprägt, ja es kaum berührt zu haben, wie überhaupt 
Wales sich von den Römern ziemlich unabhängig erhalten hat. 
9. DivUes] Fehlt, G. 10. pauperes,] Fehlt, G. 



Kapitel XIX. 



Bei Asc. beginnt Buch IT, Kap. 1. 
1. erat.] Fehlt, Asc. 

1. Lucius,] Lies ap Coel, Tys. Arth. — Lies, Lever Mavr, Lu- 
cius magni splendoris, das grosse Licht. 

5. Chrislianismum.] „ßritannorum inaccessa Romanis loca Christo 
subdila;" Tertullian, l. adv. Judaeos, c. 7. — „Anno ab 
incarnat, Dom. CLVI Marcus Antonius Verus decimus quartus ab 
Auguslo regnum cum Aurelio Commodo fratre suscepiL Quo- 
rum temporibus cum Eleutherius, vir sanclus, pontificatui Roma- 
nae Ecclesiae praeesset, misit ad eum Lucius Britannorum Rex 
epistolam, ohsecrans, ut per ejus mandatum Christianus efßcere- 
tur. Et mox elTectum piae postulalionis consecutus est, suscep- 
tamque Gdem Britanni usque in tempora Diocleliani principis in- 
violatam integramque quieta pace servabant.*' Reda, H. Ecc. I, 
4. — „Post^CLXVII post adventum Christi Lucius Briltanicus 
rex, cum omnibus regulis tolius Brittannicae gentis^ baptismum 
suscepit, missa legatione ab imperatoribus Romanorum et a papa 



270 

Romano Eucharisto." Nennius, $.22. Ein Ms. corrigirt 
ad marg. : „Mentitur, qaia primus annus Evaristi fuit A. D. LXXIX, 
primus vero annus Eleulherii, quem debuit noroinasse, fuit 
CLXI." — Nach Beda gleichlautend Asser. Annal. ap. Gale, 
p. 142. Angels. Ghron. ad ann. 189. Ethelwerd. Annal. 
I. — Die Zeitbestimmungen sind sehr schwankend. Nach Beda, 
i. c. ist es die Z^it des Verus und Gommodus, also 161 u. 
180 n. Ch., während er 165 angiebt. Nennius bezeichnet 167 
als Bekehrungsjahr, nennt aber Eucharist als Pabst, der a. 79 
lebte. Im Ghronicon hat Beda 180. Anastasi us, vitae 
Pontif, folgt Beda's H. Ecc. , stimmt aber mit dessen Ghron., 
das erst später bei dem Nachfolger jenes Pabstes, Victor, der 
Verfügung (libelli) des Ersleren Ober die' Feier des Osterfestes 
gedenkt. Gottfried (V, 1.) setzt des Lucius Tod in das Jahr 
156; Paulus, Jovi US (descript. Brit.) ungefähr 100 Jahr d. 
Ghr. ; Albert Crantz, Melropol. I, 6, in das Pontificat Alexan- 
ders I. — Das Rescript des Pabstes EJeutherius, nach Usher, richti- 
ger Eleulherus, an Lucius ist bei üsher, Prim. c. VI, p. 54. 
abgedruckt, von dem er jedoch urtheilt: „De hac epistola, si 
me oporteat sententiam ferre, non minus profecto sapere secu- 
lum Eleutherianum confitendum reor." Auch in den alleren Aus- 
gaben der Gesetze Eduards des Bekcnners ist es abgedruckt. 
Usher, 1. c. c. VI, p. 54 — 71. — Ueber die Lage des Rei- 
ches des Lucius id. eod. c. III, p. 23. — Es sind in Eng- 
land zwei sehr alte Münzen gefunden worden (argenteum unum, 
quem habuit M. Josephus HoIIandus, aureum alterum, quem 
inter D. Roberti Gotloni xeif^rjlia vidimus) von einem christ- 
lichen Könige, wie das darauf befindliche Kreuz andeutet, die nach 
dem Bilde und undeutlichen Buchstaben LVG. . . zu bedeuten 
scheinen. Auf dem Concil zu Basel 1434 wurde Lucius als 
Beispiel angeführt, dass brillische Könige früher als caslilische 
getauft seien (Usher, 1. c. G. III, p, 22.). Die verschiednen 
Ansichten über Lucius stellt derselbe, p. 17. (ed. London, 
1687) zusammen. — Inwieweit das von Gottfried IV, 20 ci- 
tirte Buch des Gildas de victoria Aurelii Ambrosii weiteren Be- 
weis für die Geschichte geliefert haben kann, muss dahingestellt 
bleiben, da es verloren ist; jeden Falls lässt Terlullian aber 
das Ganze nicht unbedingt in das Gebiet der Erdichtung fallen, 
wohin der Verf. der Brilt. after ihe Romans es verweisen will, 
indem er es für Erfindung brittischer Ghronisten nach dem 
Muster ihrer römischen Meister erklärt. S. auch Lappenberg, 
EngL Gesch. I, S. 46, 47. Der Pseudo^Gildas folgt ziem- 
lich wörtlich dem Gottfried: 

„Inde patri Goylo succedit Lucios, orlo 
Lucifero praelucidior ; nam lucet in ejus 
Tempore vera fides, errorum nube fugata. 



271 

Qai simul audiemt Christi vnlgasse clieotes 
Verbum inearnatum, Regem de virgine natum, 
lo cruce defunctum, vita post fuoera functuin; 
Scribit Eleutherio dictamina (alia Papae: 
Ecoe Paler Patnim me turbaot traditiones, 
Qui plures fecere deos^ pluresque peoates,. 
Quique Crealori res praeposuere creaUs. 
Idola plena dolo reor esse; potentia coeli 
Non est in lignis, daemon respondet in iliis 
Vana suis membris. Deus exlat trinus et unus, 
A quo, per quem, in quo sunt omnia; gloria, virtus^ 
Laus et bonor sit ei soIi per secula cuncta. 
Uniat ergo Deo Christi nos unio, tamquara 
Membra suo capiti; sacri baptismatis unda 
Postulo roundari, couformarique crealum 
Plasma creatori. Male pars connectitur omnis 
A toto diversa suo. Te deprecor ergo 
Ut mitlas aliquos in Christi lege peritos 
Ad partes nostras, qui me populumque Britannum 
Informent, mundenique sacri baplismate fontis. . . . 

Namque duos misit Praesul sauclissimus illuc, 
Doctores fidei, qui sacri gurgitis unda 
Devotum mundent Regem, Regisque ministros. 
Exemplo verboque vocant ad praemia vitae 
Totius regni populum; verique lavacri 
Unda purificant: et fana profana Deorum 
Sancta Deo sanctisque dicant; traduntque probatis 
lUa colenda viris, Christumque fidemque professis. . . . 

Assignant urbes viginli ocloque sacratis 
Praesulibus totidem: sed submiltunt tribus illos 
Archipraesulibus, pars subjacet Eboracensi, 
Cum sibi submissis populis, pars Londoniensi, 
Pars Legionensi," etc. 

(Usber 1. c. c. IV, p. 27, 30. c. V, p. 32) 

10. Faganum.] Ffagan, Arlh. 

10. Duvianum,] Dyfan, Tys. — Dwyvan, Arth. — Duvanum, H. 
Diinianum, A s c. — „ Martinus Polonus, Episcopus Gnesniensis, 
et Ptolomaeus Lucensis Tuscus (qui vitas Romanorum Ponlificum 
scripserunt,) inier eiteros primi (quod sciam) Britanniae Flami- 
nes et Archiflamines in Episcopos et Archiepiscopos conversos 
fuisse tradiderunt. Martini verba (a Johanne Gerbrando Leidensi 
etiam in Chronico Belgico usurpata) sunt isla: „Papa misit daos 
religiosos viros, videlicet Fug an um et Damianum: qui Re- 
gem et populum baptizarunt. Eranl tune in Britannia viginti et 
octo pontifices idolonim, quos Flamines Tocabant. Sed praedi- 
cti Sancti, de mandato Apostolici, ubi erant Flamines, institae- 



272 

runt Episcopos; ubi Archiflamines , Archiq)iscopos." Usher, 
Prim. c. V, p. 32. Mehreres über die genannten Bischöfe und 
Bisthumer id. eod. c. V, p. 38; c. XVII, p. 456. c. XIX.). 
Martinus Polonus starb 1279. — Ausfuhrlich, doch ganz im 
Legendenstyi des eilften und zwölften Jahrhunderts berichtet über 
die beiden Missionare, die angeblich vom H. Patrick i. J. 434 
in der Abtey Glastembury auf der Insel Avallon geschriebene 

Garta Sancti Patricii Episcopi. 

„In nomine Domini nostri Jesu Christi ego Patricius humilis 
servunculus Dci, a. D. 430. in Hiberniam a Sanclissimo Papa 
Gelestino legalus, Dei gratia Hibernicos ad viam veritatis converti, 
et cum eos in fide Gatholica solidassem, tandem in Britanniam 
sum reversus, ac, ut crcdo, duce Deo, qui vita et via, incidi in 
insulam Yuiswitrin, in qua iuveni locum sanctum et vetustum, a 
Deo electum, et sanctißcatum in honore inlemeratae virginis Dei 
genitricis Mariae. Ibique quosdam fratres rudimentis catholicae 
iidei imbutos, et piae conscrvalionis, qui successerunt discipuiis 
Sanetorum Phagani et Deruviani, quorum nomina pro vitae 
meritis veraciter credo scripla in coelis, et quia in memoria ae- 
terna erunt justi, cum eosdem fratres tenere dilexissem, eorum 
nomina scriplo meo redigere volui. Quae suntBrumbam, Hy- 
regaara, Brenwal, Wencreth, Bantcommeweng, Adel- 
war e d, L y r, W e 11 i a s, B r e n d e n, S w e 1 w e s, H i n 1 o e r- 
nius, et alius Hin. Hi cum essent nobilibus orti natalibus no- 
bililalem suara fidei operibus ornare cupientes, heremilicam vitam 
ducere elegerunt, et quoniam inveni eos humiles et quietos, elegi 
potius cum illis abjectus esse, magis quam in regdlibus curiis 
habitare. Sed quia omnium nostrum erat cor unum et anima 
una, elegimus simul omnes habitare, comedere, et bibere, paritcr 
et in eadem domo dormire, sicque me licet invitum sibi pertule- 
runt, non enim dignus eram solvere corrigias calceamentorum eo- 
rum. Et cum vitam monaslicam, ita duceremus Juxta normam 
probabilium patrum, oslenderunt mihi praefati fralres scripta 
Sanetorum Phagani et Deruviani, in quibus continebatur, quod XH 
discipuli Sanetorum Philippi et Jacobi ipsam velustam Ecclesiam 
construxerant in honore praelibatae advocalricis nostrae per doc- 
trinamentum Beati Archangeli Gabrielis. Insuper et quod Domi- 
nus eandem Ecclesiam Goelitus in honore suae malris dedicave- 
rat, et quod tres Reges pagani ipsis XH, ad eorum sustenemen- 
tum, Xll portiones terrae dederint, nee non et in scriptis re- 
centioribus inveni, quod Sancti Phaganus et Deruvianus perqui- 
sierant ab Eleulherio Papa, qui eos miserat, decem annos indul- 
genliae. Et ego frater Patricius a piae memoriae Gelestino Papa 
duodecira annos tempore meo acquisivi. Post multum vero tem- 
poris, assumpto mecum confratre meo Wellia^ per condensilatem 



273 

silvae cum magaa difficulfate conscendimus acnmen montis, qui 
eminet in eadem insula. Quo cum pervenissemus , aperuit Ora- 
torium unum velnstum et fere dirulum, habile tarnen devotioni 
Christianae, et prout mihi videbalur a Deo electum. Quod cum 
ingressi essemus, tanta odoris suavitate repiebamur, uti in para- 
disi amoenitate positos nos crederemus. Egredientes igitur et 
reingredientes , locumque diligentius perscrutanles invenimus 
Yolumen unum, in quo scripli actus erant Apostolorum, 
pariter cum actis et gestis Sanctorum Phagani et Deruviani, ex 
magna parte consumtum, in cujus tarnen fine voiuminis invenimus 
scripturam, quae dicebat, qHod praedicli Sancti Pbaganus et Deru- 
vianus per revelationem Domini noslri J. Ch. idem Oratorium ae- 
dificarunt in honore Sancti Michaelis Archangeli, quatenus ibi ab 
hominibus haberei honorem, qui homines in perpetuos honores, 
jubente Deo, est introducturus. At cum delectaret nos ilia scrip- 
tura, nitebamur eam ad fidem legere. Dicebat enim eadem scrip- 
tura, quod venerandi Phaganus et Deruvianus moram ibi fecerunt 
per IX annos, et quod ipsi eliam perquisierant XXX annorum in» 
dulgentiam omnibus Ghristicolis , locum ipsum ob honorem beali 
Michaelis pia voluntate visilanlibus. Invento ergo tanto Divinae 
bonitatis thesauro, Ego et frater Wellias tribus mensibus jejuna- 
vimus, orationibus vacantes et vigiiiis, Daemonibusque et belluis 
multiformiter apparentibus imperantes, Quadam autem nocte cum 
me sopori dedissem, apparuit mihi Dom. Jesus in visu, dtcens: 
Patrici, servus meus, scias me elegisse locum istum ad honorem 
nominis mei, et ut hie honoranler invocent adjutorium Archangeli 
mei Michaelis; et hoc tibi signum et fratrihus tuis, quatenus et 
ipsi credant; brachium tuum sinistrum arescet, donec quae vidisli 
annunciaveris fratrihus tuis, qui in celia sunt inferiori, et denuo 
huc redieris. — Et factum est ila. Ab illo die st^tuimus duos 
fratres in perpetuum ibi, nisi pastores fuluri ob justam causam 
aliter decreverint. Arnulfo autem et Ogmar, Ybernicis fratrihus, 
qui mecum venerant de Ybernia, pro eo quod ad exhortationem 
meam apud dictum humiliter Oratorium manere coeperunt, prae« 
sonlem paginam commisi, aliam similem in Archa Sanctae Mariae 
relinens in monimentum posteris. Et ego Palricius, per consilium 
fratrum meorum omnibus qui silvam ex omni parte praefati mon- 
tis in securi et ascia pia inteotione dejeceriot, ut facilior paretur 
aditus Ghrislianis, Ecclesiam Beatae perpctuaeque virginis pie vi- 
sitaturis et Oratorium praedictum centum dies veniae concedo." 



Der Ankunft der ersten Apostel Philippus und Jacobus ist be- 
reits oben Anm. Arviragus, Gap. XH, gedacht. Nach Wilhelm von 
Malmesbury starb Patrick 111 Jahr alt, a. 472; er war a. 361 
geboren, ward 425 als Missionar nach Irland geschickt, wo er 
bis 433 verweilte, und dann nach Brittannien zog, und 39 Jahr 

Honmoath jEUst« de. San-Marte. 18 



274 

«vf Aralloii blieb ; 700 Jahre nd^« sein Gebein in der dasigen 
Kirche, bis zu deren Brande. Auf die Carte Patrtcii , Geeta Bri- 
taAnomm und Annales (freilich mit dem Zusatz: bonae credult- 
latis) beruft sich Wilhelm von Malmesbury (um 1140; de an- 
tiquit. Eccles. GhstoD. ap. Gale, I, p. 293): ,,Tradunt bonae 
ereduUtatis Annales, quod Lucius, rei Britannonim, ad £leuthe- 
rium^ Xin. loco post beatum Petrum Papam , miserit, orans, ut 
Britanniae tenebras iuce Christianae praedicatienis illastraret; ma- 
clus animi Rex, magnae prorsus laudis factum adorsus, ut fidem, 
quam tunc temporis pene oranes reges et populi persequerentur 
exhibitam, ipse uUro appeteret vix auditam. De qua re ut ali- 
quid extrinsecus dicam, in ejusdem meriti laudem concurret 
Ethelbertus, multis annis post Lucium, Rex Gantiae, qui praedi- 
catores ad se de Roma missos non turbido abegit responso, 
sed benigno excepit hospitio. Accessit benignitati solers verbo- 
rum festivitas, quia etsi nollet verbis eorum proprium aseensum 
appooere, tarnen quia de longe venerant, ut quae optima crede- 
baut ei communicarent,« absurdum videri possit, si eis quicquam 
inferret molesliae. Sunt ergo hi yiri amplissima recordatione 
digni: quorum alter Ghristianitatem prodenter invitavit, alter li- 
benter excepit. Venerunt ergo Eteutherio mittente praedicatores 
BritaDniam duo viri Sanclissimi, Phaganus videlicet atque De- 
ruvianus, proutcartaSancti Patricii, gestaqueBritau- 
norum testantur. Hi igitur verbum vitae evangelizantes, Regem 
cum suo populo sacro fönte abluerunt a. D. CLXVI, htnc prae- 
dicaDdo et baptizando Brilanniae partes peragrantes in insulam 
Avalloniae, more Moysi legislatoris interiora deserli penetrantes, 
sunt ingressi. Ubi antiquam Deo dictanle reperierunt Ecclesiam, 
manibus discipulorum Christi,, ut ferunt, conslruclam, et hu- 
manae saluli a Deo paratam, quam postmodum ipse coelorum 
fabricator mullis miraculorum gestis, multisque virtutum myste- 
riis sibi sanctaeque Dei genitrici Mariae se consecrasse demon- 
stravit, " etc. 

15. paganismum.] paganilalem, Asc. 

18. Oclo et viginlu] Die 28 Flamines und Bischöfe scheinen den 
bei Nenn ins i. f. namhaft gemachten Städten zu entsprechen, 
deren Zahl zuerst Gildas, de excid. Brit. c, 3 gedenkt: „bis 
denis bisque qualernis fulget civitatibus (Britannia), ac nonnuUis 
castellis decoratur,'« etc.; was Beda, H. Ecc. I, 1. als der 
Vorzeit angehörig wiederholl : „Erat et viginti et octo civitatibus 
quondam insignila;" und nach ihm Henr. Huntingd. Dem 
Gottfried schreiben über die Blüthe dieses Kirchenwesens Alfred. 
Beverlac, Radulph. de Dicelo, Bartholom. de Cotton, Girald. 
Cambr., Ranulphus Cestrensis u, A. m. nach. 

31. GualiaJ} Gaulia, Asc 



275 



Kapitel XX. 

1. redierunL] : „Sic disposita regione 

Doctores Romam repetnnt; conftrinat eorum 
Dictus Apostolicus factum; sunt inde reversi 
Cum Sanctis aliis, quorum doctrina fideles 
Reddit et informat in Christi lege Britannos/^ 

(Pseudo-GildaSy ap. Usher, Prim. VI, p. 53.) 

6. Gildas,] Wahrscheinlich hat wirklich ein dem Gildas zugeschrieb* 
nes und von Gottfried öfter cilirtes, älteres Werk existirt. — 
Alter Gildas, P. V. — Die Historia de excidio Britanniae und 
die Epistola werden schon verschiednen gleichnamigen Yerfas- 
Sern, dem Gildas Badonicus und Albanius zugeschrieben. S. 
San-Marte, Ausgabe des Nennius und Gildas. 

7. paraverat,] patuerit« Asc. 



— H^ö4®H 



18 



Fünftes Buch. 



Kapitel I. 



Bei A s c. beginnt B. II, Kap. 2. 
1. Interea.^ „Lucius interea regnum lucere corusca 
Luce nova fidei gaudens, convertit in usus 
£cclesiae quae teinpla prius tenuere Deorum/' 

Pseudo-Gildas. 
'3. idolorum.] Deoruin, Asc. 
6. el mansionibus.] Fehlt, Asc — mansis, H. 
11. et dissidium.'] et fehlt, G. 



Kapitel II. 



1. Severum.] „Tertius fuit Severus, qui transfretavit ad Britannos; 
ubi, ut receplas provincias ab incursione barbarica faceret tu- 
tiores, murum et aggerem a mari U3que ad mare per lalitudi- 
nem Brillanniae, i. e. per centum triginta duo millia passuum, 
deduiit; et vocatur Brittannico sermone Guaul (var. lect. Gaaul, 
Gnal, Gauul). Propterea jussit fieri inter Briltones et Pictos et 
' Scottos, quia Seolti ab occidente, et Picti ab aquilone unanimi- 
ter pugnabant contra Britlones; nam et ipsi pacem inter se ha- 
bebant; et non multo post intra Bnttanniam Severus moritur.^' 
Nennius §. 23. 

7. Fulgenio.] Fulgentius, Hr. Htgd. und Hector BoSthius, 
Hist. Scot. L, V. Ueber ihn s. üsher, Prim. c. 15, p. 323. 
— Buchanan, Rer. Scot. L. IV, 26, wo er die Expedition 
des Severus bespricht, kennt den Fulgenius nicht. — Syiien, 
Tys. der wälsche Name für Julian (Roberts), der noch jetzt 
häufig vorkomnot. 

11. canslrui vallum.] „Victor ergo (Severus) civilium bellorura, quae 
ei gravissima occurrerunt, in Britanniam defectu pene omnium 
sociorum trahitur^ ubi magnis gravibusque praeliis saepe gestis, 
receptam partem insulae, a caeteris indomitis gentibus non 
muro (ut quidam aestimant), sed vallo distinguendum putavit. 
Murus etenim de lapidibus, vallum vero (quoad repellendam vim 
hostium castra ilhiniuntur) fit de cespitibus, quibus circumcisis 
e terra, velut murus extruitur altus super terram, ita ut in ante 
fiat fossa, de qua levati sunt cespites, supra quam sudes de 
lignis fortissimis praefiguntur. Itaque Severus magnam fossam 
firmissimumque vallum, crebris insuper turribus communitum, a 



277 

mari usque ad mare duxit. " Nach Orosius Vif, 17, Beda, 
1. c. I^ 5. Nach ihm Asser, Aonal. ap. Gale, I, 142. An- 
gels. Chroii. ad ano. 189. — „Glodio Albino, qui se in 
Gallia Gaesarem fecerat, interfecto Lugduni« Severus ad Britan- 
nos transfretavit, ubi ut receptas provincias ab incursione bar- 
barica faceret tutiores, fossam et aggerem per GXXXil millia 
passuum a mari ad mare deduiit, et non mulio post intra Bri« 
tannicas Eboraci moritur. " P r o s p e r A q ui t. ap. Ganis; ed. 
Basnage, f, p. 284. — „His majora aggressus (Severas) Bri- 
tanniam, quae ad ea utilis erat, pulsis hoslibus, muro munivit, per 
transversam insulam ducto, utrimqne ad finem Oceani." Aurel. 
Victor, de Gaes. c. 20. — Eine Handschrift des Nennius 
bemerkt ad §. 23. am Rande bei der briltischen Bezeichnung 
des Walles Guaul: „Per GXXX vero milUaria passum unum, a 
Penguaul, quae villa Scottice Genail, Anglice vero Peneltun dici- 
tur, usque ad ostium fluminis Giulh et Gairpentaloch , quo mu- 
rus ille finitur rustico opere, Severus ille praedictus construxit, 
sed nihil profuit, Garautius poslea imperator reaedifieavit, et 
Septem castellis munivit inter utraque oslia, domumque rolun- 
dam politis lapidibus super ripam fluminis Garun, quod a suo 
nomine nomen accepit, fornicem triumphalem in victoriae memo- 
riam erigens construiit. '* — Noch eine andre Handschrift setzt 
hinzu: „Anglice vero Penltun dicitur a tlumine Kaldra usque 
ad Riminden. *' — Ausfahrllchere Untersuchungen Aber den 
Ge{i;enstand s. bei Buchanan Rer. Scot. L. IV, 27. — Die 
erste Bevestigungslinie gegen Albanien zwischen Glota und Bodo- 
tria legte Agricola an (praesidiis firmabatnr, Tacitus, Agric. 
c. 23.). Der Kaiser Hadrian zog eine andre Grenzlinie zwi- 
schen dem Tyne und Solway-Frilh durch einen mit einem Gra- 
ben versehenen Wall, den noch jetzt an sechs Fuss hohen, so- 
genannten Pictenwall. Spartiani Hadrian. c. 11. — Man- 
nert will aus dem Ausdruck murus auf eine Mauer schliessen; 
doch ausser andern Gründen lassen die Worte des Gapitolin. 
Anton. Pius, c. 5. „alio muro cespititio", doch einen frühern Erd- 
wall des Hadrian vermuthen. Herodia n, III^ 14, kennt nur 
Wälle, %(api(n(Xy vor Severus. Endlich warf der Proprätor 
LoUius Urbicus den nach seinem Herrn Antouinus dem Philoso- 
phen benannten Erdwall zwischen Gaerriden am Forth und AI- 
cluid an der Glyde auf. Der Grahams Dyke scheint die Spuren 
dieses Walles noch zu bewahren^ sowie daselbst gefundne In- 
schriften auf Antonin hinweisen. Vergl. ferner: Pausanias, 
VIH, 43, 8. 3. — Dio Gassi US, L. LXXVI, 12, 15. — 
Lappenberg, Englische Geschichte, I, 38 — 40. — lieber 
die Sage vom Zauberland jenseit des Pictenwalles giebt ein 
ziemfich alter Zeuge eine merkwürdige Nachricht: „In ea insula 
Briitia murum longum veteres aedificaverunt , qui parlem ejus 



27S 

magnam ab altero dividit; eo quod soli CMlique affectiones cae- 
teraque omnia utrobique diversa aint. Etenim plaga, qiiae a 
muro ad solem orientetn porrigitur, caeli salubrilate jastts anni 
vicibus ioducta gaudet: aestate temperate calida est; hieme fri- 
gtda : abuodat iocolis, qui vitam itidem ut caeteri mortales agunt. 
Arbores fructibus in tempore nascentibus praedare nitent, et 
laetae segetes aeque ut alibi veniunt: aquarum etiam ubertate 
ea regio glorialur. Ad Oceidentem vero contrarium plane acci- 
dit; ita ut homiui ne semihoram quidem ibi vivere liceat Tra- 
ctum illum viperae serpentesque innumerabiles, ac ferae venena- 
tae cujusque generis obtinent: et, quod a communi sensu re- 
motissimum est, perhibent indigenae, si Homo quispiam superato 
muro iliuc transeat, eodem temporis puncto expirare, oppressum 
aura pestilenti. Animantes quoque eo transgredientes illico mors 
obvia excipit" — Procop. de hello Gothico, IV, 20. — 

14. delinuit.] dtstinuit, Asc. 15. Piclorwn.'} prooerum, A.^c. 

23. irUerfectus est Severus cum,] interflcitur cum, Asc. — Aure- 
Uus Victor, Beda, Asser, lassen ihn an einer Krankheit sterben. 

26« BasHanum et Gelam.] Baslianus et Zeta, Hr. Htgd. — Basia- 
nus^ Asc. — „Cum pedibus aeger bellum moraretur, idque 
milites anxie ferrent, ejusque filium Bassianum, qui Caesar una 
aderat , Augustum fecissent ; in tribtmal se ferri , adesse omnes, 
Imperatoremque ac Tribunos, Centnrienes ae cohortes, quibus 
auctoribus acciderat, sisti reorum modo jussit. Quo metu stra- 
tus humi Victor, cum tantorum exercitus veniam precare- 
tur: Sentilisne, inquit, pulsans manu, caput potius, quam pe- 
des imperare? Neque multo post Britanniae municipio, cui 
Eboraci nomen, annis regni duodeviginti morbo (nach einem Ms. 

des Nennius: dolo.) extinctus est Funus, quod li« 

beri Geta Bassianusque Romam detulerant, mire celebratum. 

At Posteri, quasi bellum inter se mandatis accepissent, confe- 
süm seoessere. Ita Geta, cui nomeo paterno ab avo erat, cum 
ejus modestiore ingenio frater augeretur, obsessus interiit." 
Aurel. Victor, de Caes. c. 20. — „Aurdius Antoninus 
Bassianus Caracalla, Severi filius, Lugduni genitus, imperavit 
soltts annos sex. — — — Hie fratrem «uum Getam peremit; 
ob quam causam furore poenas dedit Diranim inseclatione, 
quae non immerito ultrices vocantur, a quo post furore conva- 
luit/< AureL Victor. Epit. c. 21. — Jbique apud Ebora- 
cum oppidum morbo obiit, reliquit duos filios, Bassianum et 
Getam ; quorum Geta» hostis publicus judicatus interitt, Bassianus 
vero, Antonini cognomine assumpto, regno potitus est" Beda, 
H. Ecc. I, 5. Nach ihm Asser, Annal. ap. Gale, I, 142. 
Angela. Ghron. ad ann. 180. 

26 Romana malre.] Eigentlich war sie eine Syrierin. 

27. BrUaimiea.] Nach Spartianiis hiess sie Marda. 



279 



Kapitel III. 

2. Carausius.] nomine fehlt. Carassius, Asc. — Caron, Tys. — 
Karavn, Arth. — Garais/ Br. — „Karos, König der Schiffe," 
in Macphersons Ossian. — „Quartus fuit Karitius imperator 
et tyrannus, qui et ipse in Britanniam venit tyrannide, quia 
propterea tyrannus fuit pro occisione Severi; et cum omnibus 
ducibus Romanicae gentis, qui erant cum eo in Brittannia, trans- 
verberavit omnes regulos Brittannorum, et vindicavit valde Se- 
verum ab illis, et purpnram Brillanniae occupavit.'^ Nennius, 
$. 24, — ,,Anno incamationis Dominicae ducentesimo octo- 
gesimo sexto, Diocietianus tricesimus tertius ab Augusto Impe- 
rator ab exercitu electus, annis viginti fuit, Maximianumque co- 
gnomento Herculium socium creavit Imperii. Quorum tempore 
Carausius quidam genere quidem infimus, sed consilio et 
manu promptus, cum ad observanda Oceani liltora, quae tunc 
Franci et Saxones infestabant, positus, plus in perniciem, quam 
in proventum reipublicae ageret, ereptam praedonibus praedam 
nuila ex parle restituendo dominis, sed sibi soli vendicando, ac- 
cendens suspicionem, quia ipsos quoque hostes ad ineursandos 
fines artificii negligentiam permitteret. Quamobrem a Maximiano 
jussus occidi purpuram sumpsit, ac Britannias occupavit, quibus 
sibi per Septem annos fortissime vindicatis ac retentis, tandem 
fraude AUecti socii sui interfectus est." Beda, H. Ecc. I, 6; 
fast wörtlich nach Orosius VH, 25. — „Per haec tempora 
etiam Carausius, qui vilissime natus, in strenuae mililiae 
ordine famam egregiam fuerat consecutus, cum apud Bononiam 
per tractum Beigicae et Armoricae pacandum mare accepisset, 
quod Franci et Saxones infestabant, multis barbaris saepe captis, 
nee praeda integra aut provincialibus reddita, aut imperatoribus 
missa; cum suspicio esse coepisset, consulto ab eo admitti bar- 
baros, ut transeuntes cum praeda exciperet, atque hac se occa- 
sione ditaret, a Maximiano jussus occidi, purpuram jussit, et 
Britannias occupavit." Eutrop. IX, 13. — „Sed Herculius 
in Galliam profectus, fusis hostibus, aut acoeptis obsidibus, quieta 
omnia brevi patraverat. Quo hello Carausius, Menapiae ci- 
vis, factis promptioribus enituit, eoque eum, simul quia guber- 
nandi (quo officio adolescentiam mercede exercuerat) gpams 
habebatur, parandae classi ac propulsandis Germauis maria in- 
festantibus praefecere. Hoc elatior, cum parum multos oppri- 
meret, neque praedae omnia in aerarium referret, Herculii metu, 
a quo se caedi jussum compererat, Brittanniam Iiausto imperio 
capessivit. " Aurel. Victor, de Caesar, c. 39. — „Quid 
nunc habet animi ille pirata (sc. Carausius) cum freium tl- 
lud (Pas de Calais) quo salo mortem suam h^pusque rem^ratys 
eßl| paeo« exercitus vestr^s videat i^gressos, oblito&qu^ «nvium 



280 

refugum mare secutos esse, qua cederet?*' Mamertini pan- 
egyric. Maiimiano Herculeo dictus. c. 12. 

„Terram Bataviam, sub ipso quondam alumno (Carausio) 
suo a diversis Francorum genlibus occupatam omni hoste pur- 
gavit." Eumen. in panegyr, Gonstantino M. c. 5. de victoria 
ejus patris Gonslantii (anno 287.). — > lieber das Geschichtli- 
che des Garausius s. Lappenberg, Englische Geschichte, I, 
S. 41. Sharon Turner, bist, of the Anglosaxons, T. I, p. 62. 
Gamden^ Brit. p. 73. Genebrier, Uist. de Garausius, em- 
pereur de la Grande - Bretagne etc. prouvee par les m^dailles. 
Paris, 1740, 4. — Dr. Stukeley, medallic hislory of Ga- 
rausius; und aus ihm: Palgrave, bist. T. I, p. 25, 30. — 
Einige Münzen des Garausius und Allectus s. in Havercamps 
Orosius, 'S. 527. Gf. Eumenii oratio pro restaurandis scho- 
lis, c. 18, 21. Der Verfasser der Brit. after the Romans 
I, 9. hält ihn mit schwachen Gründen für einen IrUnder. — 
S. ferner üsher, Primord. c. XV, p. 304. — Die Gapitula, 
Appendix ad Nennium, XX, bemerken im Widerspruch mit dem 
Text, $. 24: „Quomodo Garulius Imperator vindicatus sit Seve- 
rum, satiatus sanguine Britonum; et ubi fornicem triumphalem 
in memoriam suae victoriae construxit. " — Der Name der 
Sachsen wird in den auf uns gekommenen Geschichtsquellen 
nicht vor dem Ende des zweiten Jahrhunderts erwähnt, wo sie 
als Inhaber der Inseln an der Mündung der Elbe bezeichnet 
werden (Ptolem. Geogr. II, 2.). Wie lästig sie im folgenden 
Jahrhunderte den römischen Küsten in Gallien wurden, zeigt 
die Geschichte des Garausius, dessen Nachfolger in seinem Amte 
als Küstenhüter den Titel Gomes litoris Saxonici führten. Die- 
ser Titel findet sich zuerst in der Notitia dignitatum imperii, die 
nach den Zeiten des llonorius und Arcadius aufgesetzt ist. Die 
frühern Schriftsteller nannten ihn comes maritimi tractus. lie- 
ber die älteren Beziehungen und Einwanderungen der Sachsen 
nach Brittannieu s. meine Beiträge zur bretonischen und cel- 
tischgermanischen Heldensage, S. 150. 

4. Hcentiam] libertatem, Asc. 10. celercl Fehlt, Asc. 

12. comprovinciales,] provinciales , Asc. 

13. dirttendo.l destruendo, Asc. 17. sese,] ipsum, Asc. 
26. qui — socii*] quis esset socius, Asc. 

29. aevum.] teropus, Asc. 



Kapitel IV. 



1. legatum misil] legavit, Asc. 

2. ÄUectum,] „Gum Garausio tarnen, cum bella frustra tentata es- 

sent contra virum rei militaris perilissimum, ad postremum pax 



\ 



281 

coQvenit. Eum post septennium Allee tus^ socius ejus, occidit, 
atque ipse post eum Britaanias triennio tenuit, qui ductu As- 
c 1 e p i d t i, praefecti praetorio , est oppressus. Ita Britanniae 
decimo anno receptae." £utrop. IX, 14. — „AUectus postea 
ereptam Carausio insulam per triennium tenuit, quem Asclepiodo- 
tus praefeclus praetorio oppressit, Brilanniamque post decem an- 
nos reeepit." Oros. VII, 25; nach ihm Beda, 1. c. 1, 6. — 
„At in Aegypto Achiileus faciii negotio pulsus, poenas luit. Per 
Africam gestae res pari modo; solique Carausio remissum insu- 
lae imperium, postquam jussis ac munimento incolarum contra 
gentes betlicosas opportunior habitus. Quem sane sexennio post 
Allectus nomine dolo circumvenit. Qui cum ejus permissu sum- 
mae rei praeesset, tlagitiorum et ob ea mortis formidine, per 
sceius imperium extorserat. Quo usum brevi, Constantius Ascle- 
piodoto, qui Praetorianis praefectus fuerat, cum parte classis 
ac legionum praemisso, deleyit/' Aurel. Victor, de Caes. c. 
39. — Nennius übergeht diese Begebenheiten. 

7. adhaeseranL] adhacsissent, Asc. 7. vero.] ergo, Asc. 

8. AsclepiodotumJ] Alysgapitulus, Tys. — Asclipiodotum, Hr. Htd. 

16. Livius Gallus] Belysgalys, Tys, — Lylyus Gallus, Arth. — 
Gottfried, verglichen roitEumenius, panegyr. Gonstantii , c. 
15 — 17, stimmt so sehr mit letzterem, der allein unter den 
älteren Schriftstellern die näheren Umstände der Besiegung des 
Allectus angiebt , überein , dass auch hier wohl uns jetzt unbe- 
kannte und verlorne römische Quellen, und die Echtheit auch 
dieses Namens Liviuä Gallus zu vermuthen sind. — „Islo vero 
nefario latrocinio abducta primum a fugiente pirata (sc. Garau- 
sii) classe, quae olim Gallias tuebatur, aedificatisque 
praeterea plurimis in nostrum modum navibus, occupata legione 
Romana , interclusis aliquot peregrinorum roilitum cuneis , con- 
tractis ad delectum mercatoribus Gallicanis, sollicitatis, per spo- 
lia ipsarum provinciarum , non mediocribus copiis barbarorum, 
atque bis omnibus/ ad munia nautica flagitii illius auctoris magi- 
sterio eruditis, exercilibus autem nostris, licet inviciis virtute, ta- 
rnen in re maritima novis, malam coaluisse ex indignissimo la' 
trocinio belli molem audiebamus, licet de exitu fideremus. Nam 
et accesserat diuturna sceleris impunitas, quae desperatorum 
hominum inflarat audaciam, ut illam inclementiam maris , quae 
victoriam nostram fatali quadam necessitate distulerat, pro sui 
terrore jactarent, nee consilio intermissum esse bellum , sed de- 
speratione omissum crederent; adeo ut jam, communis poenae 
timore deposito, archipiratam (sc. Carausium) satelles occideret, 
' et illud auctoramentum tanti discriminis putaret imperium 
(c. 12.).*' — „Nee fefellit opinio veslrae felicitatis. Siquidem 
ut ex ipsorum relatione comperimus, ad tempus ipsum tantae 
se dorso maris nebulae miscuerunt, ut inimica classis, apud 



282 

Vectam insulam in speculis atque insidüs collocata, ignorantibus 
omnino hostibus praeteriretur, ne vel moraretur impetum, quam- 
vis non posset obsistere. Jam vero quod idem ille vestro au- 
spicio invictus exercitus, statiin atque Britanniae littus invaserat, 
universis navibus suis injecit ignes, quinam alii nisi divinitatis 
vestrae monitus impulerunl? aut quae alia ratio persuasit nulluni 
praesidium fugae reservare^ nee vereri dubia bellorum, nee Mar- 
tern, ut dicitur, putare communem^ nisi quod vestri contempla- 
tione constabat^ de victoria non posse dubitari? Non iÜi tunc 
vires, non humana robora, sed vestra Numina eogitaverunt. Pro« 
posito qualicunque praelio certam sibi spondere fortunaro , non 
tarn est fiducia mililum , quam felicitas Imperatorum. Ipse ille 
autem signifer nefariae factionis (sc. Allectus.) cur ab eo littore, 
quod tenebat, abscessit? cur classem portumque (sc. Rutupi) 
deseruit? nisi quod te, Caesar invicte, cujus imminentia vela 
conspexerat, timuit* jam jamque venturum. Utcumqne cum du- 
cibus tuis maluit experiri, quam praesens majestatis tuae fulmen 
excipere. Demens, qui nesciebat, quacumque fugeret, ubique vim 
vestrae divinitatis esse, ubi vultus vestri, ubi signa colerentar 
(c. 15.)." — „Te tarnen ille fugiens incidit in tuorum (sc. 
Asclepiodoti) manus; a te victus, a tuis exercitibus oppressus 
est. Denique adeo trepidus, et te post terga respiciens, et in 
modum amentis attonitus properavit ad mortem, ut nee explica- 
rit aciem, nee omnes copias quas trahebat, instruxerit, sed cum 
veleribus illis conjuralionis auctoribus, et mercenariis cuneis bar- 
barorum, tanti apparatus oblitus, irruerit. Adeo, Caesar, hoc 
etiam reipublicae tribuit vestra felicitas, ut nemo fere Romanus 
occiderit, imperio vincente Romano. Omnes enim illos, ut audio, 
campos atque colles, non nisi teterrimorura hostium corpora fusa 
texerunt. lUa barbara, aut imitatione barbariae olim cultu ve- 
stis, et prolixo crine rutilantia, tunc vero pulvere et cruore foe- 
dala, et in diversos situs tracta, sicuti dolorem vulnerum fuerant 
secuta, jacuerunt; atque inter hos ipse vexillarius latrocinii, cultu 
illo quem vivus violaverat, sponle deposito, et vix unlus vela- 
minis repertus indicio. Adeo verum sibi dixerat morte vicina, 
ut inlerfectum se noHet agnosci (c. 16.)." — „Enijnvero, Cae- 
sar invicte, tanto deorum immortalium tibi est addicta consensu 
victoria omnium quidem quos adortus fueris hostium, sed prae- 
cipue internecio Franeorum, ut illi quoque milites vestri, qui 
per errorem nebulosi, ut paulo ante dixi, maris abjuncti, ad 
oppidum Londinense pervenerant, quidquid ex meroenaria illa 
moltitudine Barbarorum proelio superfuerat, cum direpta civitate 
fugam capes^ere cogitarent, passim tota urbe confecerint ; et non 
solum provincialibus vestris in caede hostium dederint sakilem, 
sed etiam in spectaculo voluptatem. victoria multijuga et 
iiinumerabilium Iriumpharum, qua Britanniae restitutae, qua vi« 



283 

res Franeorum penitus excisae (c. 17.)." Eumenii panegyr. 
Constantio Caesari recepta BritaDoia dictus. — 

17. in urbem clausisque.] et in urbe clausis, A s c. 

25. inclusos] incl. ut ajebat, As c. 

26. Demeti etc.] „Divisa est antiquitus Wallia totalis in tres partes 

taniquam aequales, plus aequivalentiae tarnen, quam jnstae quan- 
titatis et propositionis habita consideratione. Venedotiam 
scilicet, quae nunc Nordwallia, i. e. ßorealis Wallia dicitur; 
Demetiam, vel Sudwalliam, i. e. Auslralem Walliam, quae Bri- 
tannice Debeubarth, i. e. dextralis pars^ dicitur; Powisiam, 
quasi mediara et orientalem.** Girat d. Gambr. descript. Garn- 
briae, c. 2. — „Vcnedoti, nunc Nortgualenses,*' infr. IX, 12. 
— Deira, zwischen dem Humber und Albanien, infr. IV, 19. 

27. eranl,] fuerant, Asc. 28. convenissent.] venissent, Asc. 
33. dedüioni.} ditioni ipsorum, Asc. 

36. reslabat.] utcunque resistebat, Asc. 
38. cajptaret.] tractarct, G. 

40. Nautgallim,] Galabroc, B r. — Galabrec, P. V. — Nanlgallgwn, 
Tys. — Walebroc, Hr. Htgd. — Kymraec Naot Gallgvn, ac 
en Saysnec Gallobroc, Arth. Tys. ist hier kurzer. — „Tunc 
concidisse produnt annales nostri L. Gallum ad amniculum qui 
urbem (London) fere mediam interluebal, et ab eo Nantgall bri- 
tannice, Walbroke (Schlachtbrücke?) anglice dictum^ quod nomen 
manet in platea sub qua cloacam esse sqblerraneam ad expur- 
gandam sordium coUaviem accepimus.'^' Gamden, Britt. p, 304. 
London, 1607. 



Kapitel V. 



Der Br. ist hier sehr kurz. ' ' 

2. Eocin traciavU.] Exinde tenuit, Asc. 3. recta.] in recta, Asc. 

5, Diocletiani persecutio.] „Interea Diocletiamus in Oriente, Maxi- 
mianus Herculius in Occidente vastari Ecclesias, affligi, interfici- 
que Ghristianos decimo post Neronem loco praeceperunt, quae 
persecutio omnibus fere ante actis ^ diuturnior atque immanioi 
fuit. Nam per decem annos incendiis Ecclesiarura , proscriplio- 
nibus innocentum, caedibus martyrum, incessabilitcr acta est. 

^ Denique etiam Brittaniara cum pluriraa confessionis Deo devotae 
gloria sublimavit.*' Beda, H. E, I, 6; nach Orosius, Vif, 25, 
26. Die Verfolgung begann i. J. 303. S. darüber ausführlich 
Usher, Primord c. 7. p. 73 — 92; 147, 170. 

7. Maximianus Herculius.] Maxen Ecvlff, Tys. — Maxen Ercwlff, 
Arth. -— Maximilianis Herculius, Asc. Gottfried schreibt hier 
wörtlich Gildas, Hist. §. 9, 10, ab: „Quae, licet ab incolis 



284 

(epide suscepta sunt, apud quosdam tarnen integre, et apud alios 
minus, usque ad persecutionem Diocletiani tyranni novennem ; in 
qua subversae per totum mundum sunt ecciesiae, et cunctae sa- 
crae Scripturae, quae inveniri potuerunt, in plateis eiustae, et 
electi sacerdotes gregis Domini cum innocentibus ovibus trucida- 
ti; ita ut ne vestigium quidem, si fieri possit, in nonnuliis pro- 
vinciis Ghrislianae reiigionis appareret. Permansere tunc quan- 
tae fugae, quantae slrages, quantae diversarum mortium poenae, 
quantae reiigionis apostatarum ruinae, quantae gloriosissimorura 
martyrum coronae; quanti persecutorum rabidi furores, quantae 
e contrario sanctorum patientiae fuere — Ecclesiastica Historia 
(sc. Eusebii) narrat; ita ut agmine denso certatim reliclis post 
tergum mundiallbus tenebris, ad amoena coelorum regna, quasi 
ad propriam sedem, tota feslinaret ecciesia (§. 9.). Magnilicavit 
igitur misericordiam suam nobiscum Deus volens omnes homi- 
nes salvos fieri, et vocans non minus peccalores, quam eos, 
qui putant se esse justos; qui gratuito munere supradicto, ut 
cognoscimus, persecutionis tempore, ne crassa alrae noctis cali- 
gine Britannia obscuraretur, clarissimas lampades sanctorum 
martyrum nobis accendit, quorum nunc corporum sepulturae et 
passionum loca, si non lugubri divortione barbarorum, quamplu- 
rima ob scelera nostra, civibus adimerenlur, non minimum intuen- 
tium mentibus ardorem divinae caritatis incuterent: sanctum Al- 
banum Veroiamensem , Aaron et Julium Legionum Urbis cives, 
et ceteros utriusqne sexus diversis in locis summa magnanimi- 
tate in acie Christi perstantes dico (§. 10.). Quorum prior 
postquam caritatis gratia confessorem alium persecutoribus insec- 
tatum , et jam jamque comprehensum , imitans et in hoc Chri- 
stum animam pro ovibus ponentem, domo primum, ac mutatis 
dein mutuo vestibus^ occuluii, et se discrimini in fralris supra- 
dicti veslimentis libenter persequendum dedit; ita Deo placens 
inter sacram confessionem cruoremque, coram impiis Romana 
tum Stigmata cum horribili phantasmate praeferentibus, signorum 
miracuiis mirabiliter adornalus est, ut oratione ferventif ilii Israe- 
liticae arenti viae minusque tritae, staute diu Area, prope glareas, 
Testamenti, in medio Jordanis canali, simile iter ignotum, trans 
nobilis fluvii alveum, cum mille viris, sicco Ingrediens pede, 
suspensis utrinque modo praeruptorum fluvialibus montium gur- 
gitibus, aperiret, et priorem carnificem tanta prodigia videntem 
in agnum ex lupo mutaret, et una secum triumphalem martyrii 
palmam sitire vehementius et accipere fortius faceret. Ceteri 
vero sie diversis cruciatibus torti sunt, et inaudila membrorum 
discerptione lacerati sunt, ut absque cunctamine gloriosi, in 
egregiis Hierusalem veluti portis, martyrii sui trophaea defige- 
rent. Nam qui superfueranl , silvis ac desertis abditisque spe« 
luncis se occultavere, exspeclantes a justo rectore omnium Deo 



285 

carnificibos severa quandoque judicia, sibi vero animarum tota- 

mina.« (§. 11.). 
17. non minimumJ] nimium, Asc. 
17. intuentium,'] iotuentibus, Asc. 

20. Aüfanus Verolamius,] Verolanus, Asc. — Verulanius, H. 

„Ad ann. 286: Alb. passus est." Asser. Annal. ap. Gale, J, 
p. 142. — Angel s. Chron. ad ann. 283. — Er ward 
am 22. Juni, 303, enUiaupteU Zur Zeit des Königs Offa offen- 
barte ein Engel seine Grabstätte, wo sogleich ein Kloster er- 
baut ward. Der 22. Juni ist ihm gewidmet. Ausführlicheres 
s. Acta SS, mens. Juni, T. IV, p. 146 — 171. — Beda, H.- 
Ecc. I, c. 7. — Mabillon, annal. Benedict, saec, Vlil. — 
Usher, Primord. c. 7, p. 76—79; 81 — 87. — Ein alter 
Hymnus beginnt: 

„Ave Protomartyr Anglofum, 
Miles Regis Angelorum, 
Albane, flos Martyrum." 
(Breviar. Sariburn. in Officio S. Albani; ap. Usher, 1. c. 
. c, 7. p. 77.). 

21. Julius quoque et Aaron.] „Passi sunt ea tempestate Aaron et 

Julius Legionum urbis cives , aliique utriusque sexus diversis in 
locis perplures, qui diversis cruciatibus torti, et inauditi mem- 
brorum discerplalione lacerati, animas ad supernae civitatis gau- 
dia perfecto agone miserunt. " Beda, 1. c. I, 7, S. Acta 
SS. mens. JuL T. I, p. 17. — Usher, 1. c. c. 7, p. 89. 
Ueber ihre Kirchen zu Gaerlleon s. infra, L. IX, c. 12. 

22 Amphibalum.] Wird von Beda nicht erwähnt. Die Worte Gott- 
frieds sind aus der oben citirten Stelle des Gildas, bist. $. 11. 
entnommen, und der dort angeführte alius confessor persecu- 
toribus insectatus ist von Gottfried eben Amphibalus genannt, 
obwolil das auf einem Missverständniss beruhen könnte, indem 
der alins in der Verkleidung des Albanus, resp. durch dessen 
umgeworfnen Mantel (amphibalus) der Verfolgung entging. S. 
daher über die Frage, ob Amphibalus ein Heiliger, oder ein 
Mantel? Usher, Prim. p. 150, 159, 162, 984; desgl. c. 7, 
p. 78, 84, 85; c. 14, p. 281, u. Matth. Weslmonast. Flores 
histor. ad ann. 302. Ueber mehrere dieses Namens, id. eod. 
c. 15, p. 339. — Die Ecclesia Amphibali s. infra, L. VI, c. 5. 

24. deinde — se discrimini,] deinde raulatis veslibus pro eo sese 
discr. Asc. 



Kapitel VI. 



Bei Asc. beginnt L. II> c. 3« 
1, Coel] Coel, dux Kaercolce, Asc, — Coel iarll Caerloyw,.Tys, 



286 

Koel yarll Kaer Goelin, Arth. -^ Cole, dux Colecestme, Hr. 
Htgd. — Hoel, un quens de Gioecestre, Br. 
1. Kaercolvin.'] Bei Nennius: Gair Colon oder Colon, Colche- 
ster. „Ad Coln fluvium sila, et Antonino in Itinerano Colonia 
appellata. Harlechiam etiam Merviniae urbem ad nuire Hiberni- 
cum posilam, Cair-Colun olim fuisse dictam Camdenus in Me- 
rioneth-shire affirmat." Usher, App. ad' Nenn. 

4. Gavisi sunt.] gavisus est, Asc. 

6. Constanliuml Gonstantinum, Aae. — Conslans, Tys. Arth. — 
.,Constantius vero Augustus, suraroae mansnetudinis et cifilitatis, 
inr Britannia mortem obiit, qui Conslantinum filium ex conciu- 
bina Helena creatum imperatorem Galliaram reliquit." Gros. 
Vn, 25. — „Constantius, — — • vir egregins et praestantissi- 
mae civilitatis, diviliis provincialium ac privatorum studens^ fisci 
commoda nön admodum adfectans^ ducensque melius, publi- 
cas opes a privatis haben, quam intra unom elaustrum reser- 
vari — — Gallis venerabilis fuit." Eutrop. X, 1. — 
„His temporibus Constantius, qui vivente Diocletiano, Galliam 
Hispaniamque regebat, vir summae mansnetudinis et civihtatis, 
in Britannia mortem obiit. Hie Conslantinum filium ex concu- 
bina Helena creatum Imperatorem Galliarum reliquit. Scri- 
bit autem Eulropius, quod Constantinus in Britannia creatus Im* 
perator patri in regnum successerit. " Beda, H. Ecc. l, 8. 
Die betr. Stelle des Eutrop s. unten. 

10. afferehaL] asserebat, Asc. 

19. Helena.] Elen, Tys. der hier kürzer. „Constantius vir, ut 
ajunt, magnae civilitatis, Conslantinum ex Helena stabularia 
susceptum, egregiae spei juvenem reliquit heredem." Fortsetzer 
des Beda, I, 1. — „Verum Constaulio mortuo, Constantinus, 
ex obscuriori matrimonio ejus filius in Britannia creatus 
est imperator, et in locum patris exoptatissimus moderator ac- 
cessit. *' Eutrop. X, 2. — „Constantius, qui snb praedictis 
imperatoribus regnaverat super Galliam et Britanniam et Hispa- 
niam XV annis, uno anno post dcpositionem eorum imperavit 
in occidentalibus partibus, Maximino imperante in orientalibus. 
Condidit autem Constantiam (ci vitalem) in ea parte Galliae, quae 
nunc vocatur Normannia, accepitque filiam regis Britan- 
nici deColecestre, cui nomen erat Coel, scilicet Hele- 
na m , quam s a n c t a m dicimus , et genuit ex ea Conslantinum ' 
magnum. Obiit autem Constantius vir summae magnitudinis et 
civilitatis in Britannia Eboraci. '* Hr. Htgd. Hisl. L. I, p. 176» 
ap. Savile. An einer andern Stelle nennt Heinrich von Han- 
tingdon die Helena: Britanniae nobilis alumna. — Für die 
brittische Abkunft der Helena sprechen ferner: Panegyr. ve-v 
teres, p. 192, 207. — Dagegen: die Gesta Treverorum, 
c. 29 : „Helena, Treberorum nobilisaima/^ — yfidtmm, femi- 



287 

nam primariam Britaaniae exstitisse/* Chrou. Marlini Poloni. 
— ,, Stabulariam Iianc primo fuisse asserunt^ sie cognitam 
Constantio seniori, qui postea regnum adeptus est. Bona stabu- 
laria, qnae tarn dUigenter praesepe Domini requisivit! Bona sta- 
bularia, quae stabulariuna non ignoravit illuni, qui vulnera cu- 
ravit a lalronibus vulnerati! Bona stabularia, quae maluit exi- 
stimari stercora, ut Christum lucri faceret!*' St. Ambrosius, 
oratio de obiln Theodosii; ap. Usher. Prim.c. 8, p. 94, 96, 
97. Nach anderen soll sie aus Bithynien, Drepanum, Tarsus, 
Edessa oder Naissum geburtig gewesen sein. Doch bleibt am 
wahrscheinlichsten, dass sie eine Tochter Goels» 247 geboren, 
und 271 mit Constans vermählt gewesen sei. Asser, Annal. 
nennt sie: gloriosa Regina. — In Caermarthenshire ist ein 
Ort: H^n Llan, d. h. die alte Kirche, wobei eine alte Römer- 
Strasse Sarn Helen genannt wird, die gewöhnliche Bezeichnung 
in Wales für Römerstrassen, zu Ehren der Helena, Constantins 
Mutter. Llwyd,. Hist. of Wales, topograph. notices, p. 169. 

26. Constanlinum,] Cystennyn ap Gonstant, Tys. mit dem Zunamen 
Vengided, der Gesegnete. Ihm ist die Kirche zu Llangystennyn 
gewidmet. — „0 fortunata et nunc omnibus beatior terris Bri- 
tannia, qjuae Gonstantinum Gaesarem prima vidisti! Merito te 
Omnibus caeli ac soli bonis natura donavit. Dii boni, quid hoc 
est, quod semper ex aliquo supremo fine mundi, nova Deum 
numina universo orbi descendunt. — Sic Mercurius a Nilo -^ Liber 
ab Indis — se gentibus ostendere praesentes.*' Eumenius, 
pauegyr. Gonstantino dict. c. 9. Die Worte „supremo fine mun- 
di" deuten unzweifelhaft auf das entlegne England als Geburts- 
land des Gonstantius, verbunden mit der Vergleichung Mercurs 
und des Bacchus. — Ueber Gonstantin s. Usher, Prim. c. 8, 
p. 93; ebendas. p, 100 den Brief Gamdens an Justus Lipsius, 
und des Lipsius Antwort an Gamden p. 102 eod. — „Anno 
incarnat. Ghristi 310 Gonstantinus, filius Gonstantii et Helenae 
gloriosae Rcginac, Imperator.^' Asser. AnnaK ap. Gale, I, p. 142. 

Z7, £horacum.] „Obiit in Britannia Eboraci, principatus anno tertio 
decimo, atque inter divos relatus est/^ Eutrop. X. 1. — Die 
Angabe Gottfrieds, dass Gonstantin nur 11 Jahr alt des Vaters 
Thron bestiegen habe, ist falsch; denn er ist nicht nur vor 
Diocletians, sondern auch des Tacitus Imperium geboren; es 
war Gonstantin daher bei seines Vaters Tode etwa 30 Jahr 
alt. Ushcr, 1. c. c. 8, p. 95. 

28. inlra,] infra, 0. 29. ferilatem.] ferocitatem, G. 

30. inter.] intra, Asc. 

31. sttulehaL] Givilibus artibus et liberalibus studiis deditas, adfee* 

tator justi amoris, quem ab omnibus sibi et liberalitate et doei- 
litate qaaesivit -^ multas leges rogavit, quasdam ex bo- 



288 

no el aeqao, plerasque superfluas, nonnoUas severas. '' Eu- 
trop. X, 4. 



Kapitel VII. 



1. Maxenlius,] Maxen, Tys. — »Igilur GonsUntio, Armentario- 
que his succedenlibus , Severus Maxiininusque lllyricorom indi- 
genae Caesares, prior Ilaliam , posterior in quae Jovius obtinu- 
erat, destinantur. Quod tolerare nequiens Gonstaniinus, cujus 
jam tum a puero ingens potensque animus, ardore imperandi 
agilabatur, fugäe commenlo, cum ad fruslrandos insequentes 
publica jumenla, quaqua iter egerat, inlerficeret» in Briltanniam 
pervenit (nam is a Galerio religionis specie, ad vicem obsidis 
tenebatur). Et forte iisdem diebus ibidem Constanlium patrem 
vitae ultima agebant. Quo mortuo cunctis, qui aderant, adni- 
tentibus, imperium capit. Interim Romae vulgus, turmaeque 
Praeloriae Maxentium, retractante diu palre Herculio, Impera- 
torem ^nfirmant. Quod ubi Armentarius accepit, Severum Cae- 
sarem, qui casu ad urbem erat, arma in hostem ferre propere 
jubet. Is circum muros cum ageret, deserlus a suis, quos 
praemiorum iliecebris Maxenlius traduxerat, fugiens, obsessusque 
Ravennae obiit." Aurel. Victor, de Caes. c. 40. — ,Jpse 
(Maxim. Hercul.) qui pater illius (Maxenlii) credebatur, discis- 
sam ab humeris purpuram detrahere conatus, senserat in illud 
dedecus sua fata transisse. Mille et sexaginta annis cnntraclas 
ex toto orbe diviiias monstrum illud (Maxent.) redemtis ad ci- 
vile latrocinium manibus, ingesserat. Ad hoc aliena malrimonia, 
innocentium capita cum bonis passim donanda, usque ad mor- 
tem devotionibus obstrinxerat : Patricios omnes, aut insidiatos 
sibi, aut palam aliquid pro libertale conatos, poenis adfecerat, 
armis oppresserat. Et inter haec utebatur ejus Urbis majestate, 
quam ceperat; totam Ilaliam ad omne facinus satellitibus opple- 
verat." Incerti panegyr. Conslanlino dict. c. 3. — „Romae 
interea praetoriani excilato tumultu, Maxentium Herculii filium, 
qui haud procul ab urbe in villa publica morabatur, Augustum 
nuncupaverunL*' Eutrop. X, 2. 

2. qui.] qui quoque, 6. 2. cives.] Fehlt, Asc. 

3. Incumbenle,] Incubante, Asc. 

4. diffugiehant,} Alles flog dem Constantin entgegen, als er Gallien 

durchzog : „Uaec ipsorum sermonicatio, hoc inter audientes fere- 
bant: Gonstantinuin petimusl Gonslantino imus auxilio!" Naza* 
rii panegyr. Gonstantino dict. c, 14. 

5. excipiehanlur,] suscipiebentur, Asc. 
5, Penigue.] Deinde, Asc. 



Kapitel VIU. 

1. adivU Romam,] ,,Quinto Gonstaotinus imperii sui anno bellam 
adversum Maxentium civile commovit; copias ejus multis proe. 
liis fudit; ipsum postremo Romae adversum oobiles omnibus eii- 
tils saevientem» apud pontem MulVium vicit, Italiaque est poti- 
tus. " Eutrop. X, 3; und nach ihm Orosius VII, 28. — 
,,Constantinus tamen vir ingens» et omnia efficere nitens, quae 
animo praeparasset , simni principatum totius orbis adfectans, 
Licinio bellum intulit/* etc. id. X, 4/ — „Successores filios 
tres reliquit, atque unum fratris filium. *' id. X, 5. — ,,Con« 
stantini filii, Crispus et Constantinus , et Licinius, adolescentes, 
Licinii Augusti filius, Gonstantini autem ex sorore nepos, Caesa« 
res sunt creali/* Orosius, VII, 28. — Während Gottfried 
von nun ab den Constantin ganz fallen iSsst, waltet bei Nen- 
nius Dunkel über den fünften römischen Kaiser, der nach 
Brittanuien kam, und er scheint die verschiednen Constans nnd 
Constantine zu verwechseln , §. 25 : „ Quintus Constantius Gon- 
stantini magni filius fuit, et ibi moritur, et sepulcrum iltius 
moDstratur juxta urbem, quae vocatur Gair- Segeint, ut literae, 
quae sunt in lapide tumuli, ostendunt. Et ipse seminavit tria 
semina, i. e. auri, argenti, aerisque in pavimento supradictae ci- 
vitatis, ut nuUus pauper in ea habitaret unquam; et vocatur 
«lio nomine Minmanton. " Usher, App. ad Nenn, bemerkt bei 
Gair Segeint oder Gaircustaint (das Segenlium des Antoninus) 
„i. e. Urbs Gonstantii vel Gonstantini. Gair Seiont est, prope 
Gair Narvon: Gonstantii enim, filii Gonstantini Magni, sepulchrum 
monstrari juxta urbem, quae vocatur Gair Segeint, refert Ninius« 
et antiquam Urbem Gonstantii, filii Gonstantini M. , in Arvonia 
collocat Britannicus scriptor vitae Gruffini, filii Gonani, Venedo- 
tiae principis, quamquam a. d 1283 apud Gaer- Narvon prope 
Snoudunam, corpus maximi principis, patris Imperatoris nobilis 
Gonstantini, fuisse inventum, et rege Edovardo I jubente in Ec* 
clesia honorifice collocatum, Matthaeus Weslmonasteriensis narrat 
Ut ad Gonstantium« Gonstantini M. patrem, quem Eboraci in 
Brittannia, potius quam ad Gonstantium Gonstantini filium, quem 
Mopsocrenis vel Mopsuestiae in Gilicia mortuum esse legimus« 
referenda ista videantur. Vide an non ad Gonstantium tyrannum 
6x Gambd. p. 105, L. 28, c. 19. Is vero' anno 407 in Gaer- 
Segeint imperator appellatus, in Galiia (non Brilannia) ann. 411 
caesus est." — 

„Dont fu Gonstantins emperöre 

Et Helaine sa bonne m^re 

£n Jherusalem trespassa. 

Tos les vius Juis assambla 

La croix Jhesu lour demanda» 

Et li un d'els ]i enseigna; 

[ omnoath Eist. ed. San-Marte. 19 



Si fu par li la eroii trovee 
Qui lonc tans ot cst6 cel^e." 

Br. V. 5838. 

Wace geht hier a^f die Legenden von der Helene ein, was 
bei Gottfried vermisst wird. Danach fand sie bei ihrem Aufent- 
liall zu Jerusalem auf dem Calvarienberge das Kreuz Christi, und 
zu dessen Andenken führt noch die Stadt Colchester (die Stadt 
Coels, ihres Vaters) in ihrem Wappen ein zwischen vier Kronen 
stehendes Kreuz. Viele Kirchen verdanken ihr ihre Gründung. 
S. Eusebius; Sozomenus; Zosimus, II, 8; Marin, de 
la livrais. de Teglise en la vie de Constant. Godeau, hist. 
eccl. T. J, L. 4, n. 5. 

4. Leolmum,] Llywelyn, Tys., ein im Wälschen sehr häufig ver- 
kommender Name. — Loelinum, Asc. •— > Lobelin, Br. — 
Leolinum, Hr. Htgd. — Joelinum, H. 

4. Trahem.] Trahaern, Tys. — Traliayarn, Arth. — Trabens, 
Br. — Traherum, Asc. 

4. necnan,] Fehlt, Asc. 

4. Marium,] Mayric, Tys. — Meuric, Arth. — Marias, Br. 

5. senatorium ordinem.] senatorios ordines, Asc. 

5. Octavius dux Wisseorum.'] Visseorum, Asc. — Eudaf yarll 
Ergyng ac Ewas (Eyas), Tys. Arth. — Ergyag entweder 
Ercing, d. h. Erchenfield, oder Hergin, Gegend in Monmouth- 
shire. Auch Euas ist ein kleiner District in Monmouthshire. 
Die Genuissi oder Gewisseni sassen nach Beda in Ostsachsen. 

7. permissum.] promissam, Asc. 

14. Guinionia.] Kaer-Wynt, Arth. — Winchester. Tys. ist hier 
weit kürzer. 

15. Uaisuriam.] Maesurian, Asc. — Maxure, Moesnrian, Br. Die 

richtige Deutung giebt Arth.: Maes üryen, Tys. d. h. das 
Feld des Urien, ein unter den wälschen Fürsten häufig vorkom- 
mender Name. 

18. f)acavit.] curavit, Asc. 

20. Weslmarialanda.] Westinavala, Asc. — Weslmoreland. 

20. diffugil] refugit, Asc. 24. petivit] adivil, Asc. 

24. GomherloJl Gytberl, Tys. 26. imminere.] intendere. G. H. 



Kapitel IX. 

6. Conanum MeriadoeiiM.} Kynon Mairiadawsk» Tys. — Ko- 
nan, Arth. 

9. Caradocus.] Cradavc, Tys. — Kara^ave, Arth. 
10. Maximianum.] Maximum, P. V. -— „Sextus Maximus Imperator 
regnavit in Britanai«; a tempore iUius Consules esse coepenint, 
et Gaesares nunquam appeUati sunt pestea. Et sanctus Marti- 



291 

nus in tempore illius claruit in virtotibus et signis, et cum eo 
locutus est." Nennius, §. 26. — ,,Anno ab incarn. D. tre* 
centesimo septuagesimo septimo Gratianus quadragesimus ab Au- 
gusto post mortem Valentis sex aonis Imperium tenuit; quamvis 
jam diidum antea cum patruo Valente, et cum Valeniiniano fra* 
tre regnaret Qui cum afflictum et pene collapsum reipublicae 
statum videret, Theodosium Hispanum virum resütuendae reipu- 
blicae necessilate apud Sirmium purpnram iuduit, Orientisque et 
Thraciae simul praefecit imperio. Qua tempestate Maximus^ vir 
quidem strenuus et probus, atque Augusto dignus, nisi contra 
sacramenti fidem per tyrannidem emersisset in Britannia, invitus 
propemodum ab exercitu creatus Imperator, in Galliam transiit/ 
ubi Gralianum Augustum subita incursione perterritum, atque in 
Italiam tranäire roeditantem, dolis circumventum ioterfecit, fra- 
tremque ejus Vaientinianum Augustum Italia expullt. Valentinia- 
nus in Orientem refugiens, a Theodosio paterna pietate susceptus, 
p30x etiam imperio restitutus est: clauso videlicet intra muros 
Aquilegiae et capto atque occiso ab eis Maximo tyranno." Be- 
da, H. Ecc. I, 9; nach Orosius, VII, 34. -~ Maximus ist 
richtig, nicht» wie Gottfried ihn nennt, Maximianus; wfllsch: 
Maxim -Wledig. Er ist nach Zosimus, bist L. IV, „Hispanus/' 
Ausonius, de claris urbibus: „Rutupius latro. '* ^~ Henr, 
Huntin gd. bist L. I: „a Britannia oriundus/' Ethelwerd. 
Ghron. L. I u. Angels. Cbron. : „natus in Britannia." — 
Äurel. Victor, epit. : „apud Britanniam tyrannidem arripuisset, 
indeque in Galliam transmisisset. " 

21. Mauricium,] Mairyc. Tys. — Naruc, Mauric, Br, 
37. .affalui.] afTectui, Äse, 



Kapitel X« 



Bei A s c. beginnt L. II, c. 4. Der B r. fasst sich kier kürzer- 
15. praecepiL] coepit, Asc, 16. foret.] fieret, Asc. 
19. Ucenlia.] libertas, Asc. 20. callidis.] calidis, H. G. 
29. Yalenliniani.] Valentini, Asc. 37. Face,] Paci, Asc. 



Kapitel XI. 



Tysilio ist in diesen Abschnitten bedeutend kürzer. 

18. meo consilio,] ex meo constl. Asc. 

19. Quamq^am.] Quapropter, Asc. 

27. .vacewt«.] curafit, Asc. 28. praeterivit] praelereunt, Asc 

28. qu<isque,^ quaslibet, Asc. 

33. commissis praeliis.'} cum ipsis pracdiatus, Asc 

19* 



292 



Kapitel XIL 

6. Brüannia.] Britannia minor, Asc. 
9. namque.] cecideratque, Asc. 
10. Inbalius.] Hymblat, Tys. — Ymball, Arth. — Juballo, 
Asc. — Hunalt, auch Hombaut, Br. — Imbaldus, P. V. 

14. exlra lurmas.l es lurmis, Asc. 19. haesito.] dubito, Asc. 
21. eaw] jam, Asc. 24. repleamus,} replebimus, G. 
27. Äähaec.} adhunc, Asc. 



Kapitel XIII. 



1. Redonum.] Rodhin, Tys, der auch hier kurzer; das heutige Re- 
don in Bretagne, nordwestlich von Nantes am Fluss Villaine, 
wo in der N9he Guerech II durch Kriegslist a. 576 mit gerin- 
ger Macht die eingefalinen Sachsen glänzend schlug (Roberts 
übersetzt es im Br. Tys. jedoch mit Rouen in Normandie.). 
Dabei die berühmte Abtey. Lobineau, bist, de la Bretagne, 
I, p. 14. 

8. delevissent,'] viduassent, Asc. 17. festinavit] festinat, G. 
17. aliena,} alienigenas, Asc. 18. associabatJ] associavit, Asc. 



Kapitel XIV. 



1. Eocin,] Eiinde, Asc. 5. e plehe.^ plebis, Asc. 

8. perpeirasset ] perpendisset, Asc. 

9. alleram ßritanniam.] Die Gründung von Militärkolonien in Ar- 

morica unter Maximus, und die grossen Auswanderungen dahin 
von Brittannien aus, sind historische Thatsachen; Armorica er- 
hielt den wälschen Namen Llydaw, d. h. Seeköste, also gleich- 
bedeutend mit Armorica. — „In Armoricam, quondam Galliae 
regionem, tunc autem a Britannis, a quibus possidebatur, Leta- 
via dicebatur. " Bouquet, III, 449. — „Provincia quondam 
Armorica deinde Littau, nunc Britannia minor vocatur." Ms. 
Vita Oadoci, in Gotton. Libr. Vespasian. A, 14, p. 32. — 
S. auch infra, B. VI, Kap. 4. 

10. Conano Meriadoco.] Conan Meriadoc gehört zu den Personen, 
welche 9 ähnlich wie Arthur, der Historie entnommen, in die 
Sage hinübergehoben worden, und deren Geschichte demnach 
mannigfaltig gestaltet worden ist. So findet, abweichend von 
Gottfried, und schon ritterlichen Romangeist spüren lassend, sich 
eine merkwürdige Erzählung von Conan in der Vita Meria- 
doci, Regis Cambriae, Pergam. Ms. im BritL Mus. Faustiniu 
B, 3. — Hiernach war Meriadoc der Sohn des Caradoc, eines 



293 

Königs von Wales, der sass „penes nivalem montein, qui Cam- 
brice Snaudone (jetzt Snowdon) resonat'* Caradoc wird von 
seinem Bruder ermordet, Meriadoc und seine Schwester wurden 
in den Wald Arglud gesandt, um umgebracht zu werden. Des 
Königs Jägerbursche fand sie noch lebendig, und verbarg sie 
heimlich. Urien, König des Nordens, mit Gajus, einem von Ar- 
thurs Hofleuten, reisend, sah die Kinder. Sie wurden von 
Urien und Arthur erzogen, und letzterer strafte den Mord des 
Caradoc. Das Ms. endet mit einer Erzählung von Meriadocs 
Zug nach dem Continent, und setzt die Fabel in das sechste 
Jahrhundert, während wir hier noch im vierten stehn, und zwar 
nach Turner, bist, of Anglo-Sax. i. J. 383. — Die Thaten, die 
Gottfried dem Conan beilegt, der, wie oben bemerkt, nach der 
Vita Meriadoci ein Sohn des früher von Gottfried aufgeführten 
Caradoc von Cornwall gewesen sein soll, scheinen die bretagni* 
sehen Traditionen auf letzteren übertragen zu haben. Das Bre- 
viarium Venetense (Acta SS. 2 April, p. 381.) sagt: „Ca- 
radoco Britannia subjugata ad Letaviam quoque debellandam 
mare transgresso." Und die Vita S. Paterni (Ms. Gotton. 
Library, Vespasian, A, 14, p. 79.): „in illis diebus (6. Jahrhun- 
dert) Garadauc, cognomento Brecbras, ad Letaviam veniens, 
illam cepit imperio." Hier haben wir bestimmt den Caradoc 
Vreich-vras, Bri^bras, mit dem zerbrochnen Arme, der wäl- 
schen Dichtungen, der in den nordfranzösischen Bomanen eine 
so grosse Bolle spielt. Nach den wälschen Stammbäumen ist 
seine Mutter Tywynwedd, und deren Vater Anlawdd Wledig. 
Sie war auch die Mutter des Elfenkönigs Gwyn map Nudd und 
des Gwallawc map Lleenawg. Nach Tr. 64 ist ein andrer Ca- 
radoc der Sohn des Llyr Merini von Gomwali, und selbst Haupt- 
ältester von Gelliwig, der königlichen Besidenz in diesem Theile 
der Insel; seine Mutter war dagegen Gwen, Enkelin des Bry- 
chan, von der er die Herrschaft über die Landschaft Brychei- 
niog überkam (Jones, bist of Brecknockshire, I, p« 53.). — 
In den Triaden heisst der erstere Caradoc bald der König der 
Schlachten von Brittannien (Tr. 23, 29.), bald die Säule von 
Wales. Nach Tr. 19 war er ein Sohn des Chawrdaff, und 
nach Tr. 9 hiess sein Boss Lluagor, und war eins der drei 
Schlachtrosse der Insel (Myv. Arch. U, 20.). Im Boman de 
Percival von Chr^tien de Troyes nehmen die romantischen Epi- 
soden des Caradoc Briezbras einen bedeutenden Baum ein. 
Er erzählt von einem Zaubrer, der eine Schlange an Caradawcs 
Arm befestigte, von deren vernichtenden Zähnen er nimmer be- 
freit werden konnte, bis die, welche er am meisten liebte, zu- 
stimmen würde, sich an seiner Statt der Quaal zu unter- 
ziehen. Seine Geliebte, hiervon unterrichtet, schreckte nicht da- 
vor zurück; ihm diesen Beweis ihrer Hingebung zu liefern. Als 



2»4 

nun die Schlange im Begriff war, von dem lerfleiachten Arm 
des Ritters auf den schönen Nacken der Dame cu springen, 
schlag ihr Brader, Kadwr, Graf von Cornwall, ihr mit seinem 
Schwerdte das Haupt ab, und löste so den Zauber. Caradawcs 
Arm erlangte jedoch nie seine alte Kraft und Gestalt wieder, 
wovon er den Zunamen erhielt. Nach dem Zeugniss des 
Aneurin (Myv. Arch. I, 5.) focht er tapfer in^ der Schlacht 
von Catlraeth, obwohl dieses mit der Chronologie Gottfrieds 
nicht in Einklang steht: 

„Als Garadawc in die Schlacht sürzte, 
War heftig sein Angriff, gleich dem des Waldebers, 
Er ein Stier der Schlacht im Feld der Streiter. 
Er hetzte die wilden Hunde durch das Zeichen seiner Hand. 
Meine Zeugen sind Owain, Sohn des Eulat, 
Und Gwrien, und Gwynn, und Gwriat. 
Seit Cattraeth und seinem Blutbad, 
Seit dem feindlichen Zusammentreffen, 
Nachdem der klare helle Melh ward herumgereicht, 
Sah er nicht mehr den Wohnsitz seines Vaters." 

Nach der letzten Zeile scheint es, dass er in der Schlacht 
gefallen sei. Dies bestätigt ein andrer Vers desselben Aneurin, 
worüber des Mehreren s. Sau- M arte, Arlhursage und die Mär- 
chen des rothen Buchs von Hergest, S. 218. — Das treue 
Weib des Garadawc hiess Tegau Eurvron, gleich berühmt durch 
Tugend und Schönheit. Nach Tr. 103, 108, gehört sie zu den 
drei schönen Damen, und drei keuschen Jungfrauen der Insel. 
Sie besass drei unschätzbare Sachen: Mantel, Becher und Mes- 
ser. Der Mantel passle nur der treuen Frau. Aus dem Becher 

^ konnte kein Ungetreuer trinken. Mit dem Messer konnte ein 

solcher nicht ein Eberhaupt abschneiden. — Mehrere Familien 
leiten ihren Ursprung von ihm her, und als Waffenschmuck und 
und Wappenzeichen erscheint das Eberhaupt bei Allen dieses 
Geschlechts. — Im Leben des H. Collen werden zwei Perso- 
nen des gleichen Namens erwähnt, deren eine der Vorgänger des 
H. Collen selbst war, und Vreichwras hiess, weil er in der 
Schlacht von Hiraddiy den Arm gebrochen, wodurch er länger 
als der andre ward. Die andere ist der schon oben erwähnte 
Sohn des Llyr Merini (Mabinogion of Llyffr Goch o Hergest, 
by Lady Ch. Guesl, P, V, p. 434. London, 1843.). — Die 

^ enge Beziehung des Caradoc zu Maximus zeigt sich auch darin, 

dass er in den Triaden häufig mit Ovain, dem Sohne des Ma- 
xen-Wledig zusammengestellt wird. -^ Die Histoire de Bretagne 
p. Berlrand d'Argentre, 1618, beginnt mit Conan, dem Verbün- 
deten des Maxinfus. 

4 Trevero9.} Die Schlussworie sind aus Gildas, bist, (. 13: 
„Itemque tandem tyrannorum virgultis crescentibus^ et in imma* 



200 

iMm sylvam jam jaaique erumpentibiK , inaula noaen Ronmum, 
nee tarnen mores legesque tenens, quin potius abjtciens nermen 
siiae plantatioDJs amarissimae ad Galliaa, magna oomüante satel- 
litum caterva, insuper etiam Imperatoris insignibus, quae nee 
decenter usquam gessit, nee legitime, sed ritu tyrannico et tu- 
multuante initiatum milite, Maximum mittit. Qui callida primum 
arte potius quam virtute, fmitimos quosque pagos, vel provin- 
cias, contra Homanum slatum, per retia perjurii mendaciique 
sut, faeiaoroso regne adoectens, et unam alarum ad Hispaniam, 
alleram ad ItaLiam exteodens, et thronum iniquissimi im- 
perii apud Treveros statuens, tanta insania in do- 
minos debacchatus est, ut duos imperatores legiti- 
mos, unum Roma, alium religiosissima vita repet- 
ieret. Nee mora, tarn fertilibus vallatis audaciis, apud Aquile- 
jam urbem capite nefando caeditur, qui decorata totius orbis 
oapita regni quodammodo cervicibus dejecerat/' — -^ „Maxi- 
mus vero cum per tyrannidem oppressis Britannis sumsisset vi- 
ctoriam, a militibus Imperator creatus est In urbe Treverica 
sedem instituens, Gratianum Imperatorem circumventum dolis in- 
terfecit. Ad bunc Maximum beatus Martinusjam episco- 
pus venit. In loeo ergo Gratiani, Tbeodosius ill€, qui totam 
spem in Deum posuerat, totum suseipit Imperium. Qat deinceps 
divinis affatibus fretus, Maximum spoliatum imperio interfecit/' 
Gregor. Turon. Hist. Franc. ], 28. Diese Stelle des Gregor 
von Tours scheint Nennius §. 26. (s. Aam. zu Kap. IX infra) 
vorgeschwebt zu haben, der den Maxtmus zum seehsten, und 
Maximianus zum siebenten römischen Kaiser in Brittannien macht, 
indem er $. 27 fortführt: „Septimus Imperator regnavit in Brit- 
tannia Maximianus. Ipse perrexit cum omnibus militibus Britto« 
num a Brittaania, et occidit Gratianum regem Romanorum, et 
imperium tenuit totius Europae, et noluit dimittere milites, qui 
perrexerunt cum eo ad Brittaniam ad uxores suas, et ad filios 
suos, et äd possessiones suas; sed dedit illis multas regiones, 
a stagno, quod est super verticem Montis Jovis (der grosse St. 
Bernhard, stagnum also vermulhlich der Genfer See; Usher, 
Prim. p. 561, führt eine Stelle ays dem Leben des Oudoceus, 
im Gerichtsbuch von Llandaff an, wonach in dieser Zeit das 
Königreich Armorica bis an die Alpen gegangen sein soll) us- 
que ad civilalem, quae vocatur Cantguic (Quoentavic am Fluss 
Quenta, jetzt Canche, beim Kloster St. Josse und Estaples, von 
Beda, H. Ecc. IV, 1. als portus erwähnt, etwas südlich von 
Boulogne.) et usque ad Cumulum oecidentalem, i. e. Cme Ocbi" 
dient," etc, — Das letztere Gebirge würde an der Weitiiüste 
der Bretagne zu suchen sein» Von einem achten Kaiser, Seve- 
rus II (Nennius, 1. c) weiss die Geschichte üichls. — Weiter 
über den historischen Maximus s. Prosper Tyro, ad ann.. 



296 

381, 382 Prosper Aquitanus, ad ann. 384, 388. ->: 

Orosius, VII, 25. — Paul. Diacon. XI, XII. — Pal- 
grave, the rise and progress of the english commonweallh, 
London, 1832, 4, T. I, p. 381, 383. — Nach Usher, Prim. 
c. 15, p. 310, starb Maximus a. 380. — Unter den Mabino- 
gion des rothen Buchs von Bergest findet sich auch eins: „Der 
Traum des Kaiser Maximus." Mehr als Haximus selbst scheint 
sein Sohn Owain Finddu,^oder Owain mab Mascen Wledig, 
in die wälsche Tradition übergegangen zu sein. Der Verfas- 
ser der Brittannia after the Romans erklärt den Namen Find- 
du als: „Beschützer der schwarzen, d. h. kaledonischen , Kü- 
sten." — Nach Tr. 21. mussten die Britten 3000 Talente 
Gold und Silber jährlichen Tribut an Rom zahlen, bis zur 
Zeit des Owain ap Macsen Wledig, der ihn verweigerte. — 
Nach Tr. 17 gehört er mit Caswallawn und Caradawg (Cara- 
doc) zu den drei vom Volk erwählten Fürten der Insel: denn 
sie hatten nicht das Recht der Primogenitur für sich; desgl. 
nach einer andern Tr. mit Prydain und Caradawg zu den drei 
vertragsmässigen Herrschern von Brittannien; nach Tr. 41 mit 
Caradawg und Gawrdav zu den drei vornehmsten Dienern (Brilt, 
after the Romans, I, p. 29—36). — Gottfried I9sst Kap. XVI. 
den Maximus ganz fallen, ohne seines Sohnes Victor, der bald 
nachher in Gallien des Vaters Schicksal theilte, zn gedenken, 
wie auch der Owain ap Macsen Wledig nur durch Tradition an 
den Vater geknüpft worden ist. Mit Recht übrigens ist diese 
Periode des Maximus, und die der während derselben und bald 
nachher erfolgenden massenhaften Auswanderungen von der In- 
sel nach Bretagne als der Anfangspunkt zu bezeichnen, wo wäl- 
sche Traditionen nach Bretagne übertragen wurden, und hier 
sich eigenthümlich fortbildeten. S. San-Marte, Arthursage, 
S. 28 folg. — 



Kapitel XV. 

9. Ditmotum,"] Dunavt, Arth. — Fehlt bei Tys. — 

„ Glionos, 

Un genlil conte et un loial, 

Avoit Engleterre livr^e 

Et la justice command^e.*' Br. v. 6124. 

13. ptdehHiudinis.] Ihre Schönheit bestätigt das Breviarium von Gi- 
rencester : 

„Deo-noto fuit nata 
Placens cunctis, Deo grata, 
Ursula regalis: 



297 

Gajas mirae speciei 
Plus mirandae et fidei 
Non erat aqualis. 

Regi magno pulcra nimis 
Despondatur, dum instatur 
Precibus et minis," 
14. exoptaverat.] optaverat, Asc. 



Kapitel XVI. 



3. ündecim milia.] la Gottfried Hagens Reimchronik von Colin 
ist die Legende von der H. Ursula und 'den IlOOO Jungfrauen, 
V. 153 — 374, aufgenommen, und eine lateinische Abfassung, 
die nach der Schreibart dem zwölften Jahrhundert angehören 
mag, sieht bei Surius, de probatis Sanclorum vitis, T. V, p. 
1001, sequ. Beide Berichte stimmen in den Hauptsachen ziem- 
lich überein, nur sagt Hagen ausdrücklich : der König Etzel, der 
vor Colin gelegen, habe die H. Ursula zum Weibe begehrt, ^und 
bei ihrer Weigerung, sie mit allen Jungfrauen umbringen lassen. 
Der lateinische Schreiber nennt dagegen den Etzel nicht, sondern 
lässt den Anführer (dux) einer streifenden Hunnenrotte die Ur- 
sula begehren. Gottfr. v, Moumouth erwähnt Colin nicht, wohl 
aber schon Wace: 

„Onze mil en furent menees 
Et en C 1 g n e decolees. 
UrsMe fu .0 c^les prise 
Et si fu c^les oeise, 
Martyre furent, saintes sont, 
Gil del pais grant feste fönt: ^ 

Mainte en ont la mer trovee 
Jvains et Melga esgar^e/' 
(Ganis et Magan esgaree.") Br. v. 6210. 

Der Pseudo-Gildas schliesst sich dagegen genau an Gottfried an : 
„Interea Galli nimia feritate feruntur 
Contra Cooanum ; Conanus mente feroci 
Armoricum regnum defendit, et effugat hostes. 
Cumque carere suos uxoribus ipse videret, 
Regi Cornubiae, cui tota Britannia major 
Commissa est, scribens Diodoco, mandat ut ipse 
Armoricis nymphas generosas et mediocres 
Deslinet uxores per classem, praeparat illam, 
Implet virginibus; dat navita carbasa ventis, 
Littus ad Armoricum tendit; contrarius Euro 
Missus ab Aeoliis aequor movet utribus Auster; 
Obruit unda rates: pereunt cum classe puellae. 



208 

Pars tarnen illarum, rabie rapieate proeellae, 
Fertur in hostiles, agmen miserabile, terras. 
Van ins has et Malga neci, vel forte pudendo 
Tradunt servitio: qui toto corde faventes 
Principibus Latus, fautores Maximiani 
Acriter infestant. His tota Britannia major 
Succumbit; qnoniam vires sublraxerat illi 
Armoricos adiens jampridem Maximianus." 

(ap. Usher, Prim. c. 8. p. 108.) 

« 

Die lirchliche Tradition ist übrigens in sieb selbst nicht ei- 
nig. Denn nach Anderen hat Ursula mit ihrem Jungfrauen sich 
erst nach Rom begeben, und sei vom Pabst Cyriacus, der aus 
Brittannien gebürtig, bis nach Colin begleitet worden, da denn 
Gonan, Herzog von Bretagne, als er ihre Ankunft vernommen, 
ihr bis Colin entgegengegangen, und daselbst vom Pabst Cyria- 
cus mit ihr getraut worden. Nach dem erst habe sowohl Cyria- 
cus als Conan und Ursula den Märtyrertod erlitten. Noch An- 
dre erwähnen nicht Conan namentlich, sondern nur den Sohn 
eines brittischen Königs, der sie zur Gemahlin begehrte, Usuar« 
dus, aus dem neunten Jahrhundert, giebt die Zahl der gemor- 
deten Jungfrauen (sehr viele) nicht bestimmt an. Gewiss ist, 
dass Sage und Legende ungefähr vier Jahrhunderte nach dem 
angeblichen £feignisse noch darüber schweigen. Siegbert 
von Gemblours (um 1110) bemerkt jedoch schon, dass 
11000 Jungrauen umgebracht seien. Nach Andren sollen es 
nur 11 gewesen sein, gestützt auf alte Inschriften mit den Buch- 
slaben XI. M. V., d. h. undecim Marlyrizatae Virgines. Allein 
Jacob Sirmond, und nach ihm Heinrich Valesius fQh- 
ren aus: der Irrthum sei daher entstanden, dass man in alten 
Martyrologien S. S. Ursula et Undecimilla V. M. gefunden, wo- 
raus man undecim millia gemacht, so dass ans Einer, Namens 
Undecimilla, ihrer 11000 entstanden seien. — Auch die Zeit- 
angaben sind verschieden. Der Zug soll 22d oder 228 gesche- 
hen sein. S. Pierre Sevin (ein Colestiner aus dem Ende 
des fünfzehnten Jahrhunderts) : La legende des onse milles vier. 
ges, avecqs plusienrs aultres Saincts et Sainctes. Paris. 8. s. a. 
— Hector Boethius, L, VIL — Revelationes Elisabe- 
thae Schönaugiae. — Job. Trithem. Chron. Hirsaug. — Su- 
rius, A. S. T. V, — Cromborch, S, Ursula vindicata. — 
Usher, Prim. c. 8, p. 108 sequ. c. 15. p. 324, sequ. Aus- 
führlich und germ. mythischen Untergrund nachweisend: „Die 
Sage v. d. H. Ursula etc. v. 0. Sehade. Hannover. Rämpler. 1854. 

4. Londoniae.] Londonias, Asc. 10. hoc modo.] Fehlt, Asc. 

)9. Guanii.] Guanini, Asc. — Vannius bei Matthaeus Westmo- 
Püst. — Qwnvas, Tys. — Gwynvas, Arth. — Es scheint der 



299 • 

Name Gwnvas corrampiit ans Hun-wys oder Chun-wys, und viel- 
leicht auch Melvas aus Alan-wys, Völker der Hunoen und Ala- 
nen, nnd 80 em Volksaame zu einem Personennamen geworden 
zu sein (Roberts.) 
19. Melffüc] Melvas, Tys. Arth. 

26. Amhrones.'] Gottfried gebraucht hier und anderwärts, z. B. L, 
VI, c. 6; VIIl, 14, 23 j Xfl, 15, diese Bezeichnung gewöhnlich 
in einem Zusammenhange, worin die Sachsen als verächtlich be- 
zeichnet werden. Auch bei Gildas, Beda, und Nennius geschieht 
das öfter, doch werden darunter stets die sächsischen wilden 
Einwanderer verstanden, wie z. B. auch im deutschen Gedicht 
von Gudrun „diu wilden Saxen" sprüchwörtlich sind. Allein be- 
stimmter bezeichnet sie Nennius, §. 63 in der Handsch. 
GXXXIX, Bibl. Corpus Christi CoUeg. zu Cambridge (13te Jahrb.): 

„Rum map Urbgen baptizavit omne genus Ambro- 

num, i. e* Ald-Saxonum.'' — G ildas, bist. $.16 nennt sie dage- 
gen: Ambrones lupi. — Allein Ein bar dt Annal. nennen die 
Emmer, die Anwohner der Ambraha: Ambrones. (Honumenta 
Paderborn. — Monum. hist. germ. T. II. Index s. v. Ambrones.) 
Diese wohnen in einer fOr di^ sächsische Stammsage sehr wichtigen 
Gegend, und vorzughch waren sowohl Hengist und Qorsa, als 
ihre Vorläufer Abkömmlinge von den germamschen Nordaeekfl- 
sten, antiqui Saxones, wie auch Beda sie nennt. Dagegen be« 
deutet nach Du Gange, Gloss. med. latin., Ambr im Keltischen 
einen Krieger, demnächst einen Räuber, was freilich beides auch 
vom Standpunkt der Briltischen Schriftsteller auf die räuberi- 
schen Sachsen passt. Sie mit den Ambronen zusammenwerfend 
und ihre Ursitze an dem Fluss Amber in Baiern, der in die 
Isar fällt, (nach Manne rt, Geograph, u. Fr. Rid, Versuch über 
die Ambroneu, Abb. der bair. Acad. 1804) suehend, erklärt 
Schaf farik, Slawische Alterthümer, v. Wuttke, I, 389, 390, 
sie für ein keltisches Volk, was indess im Sinne des Gildas, 
Beda, Nennius und Gottfried jeden Falls unrichtig ist. — Nach 
Strabo, IV, waren Ambrones allerdings ein keltisches Volk 
in Gallien, das. mit dem Massiliern gekämpft hat. So auch 
Pomp ej US Fest US: „Ambrones fuerunt gens quaedam Gallica, 
qui subito inundatione maris cum amisissent sedes suas, rapinis 
et praedationibus se suosque alere coeperunt. Eos et Cimbros 
Teutonosque C. Marius delevit. Ex quo tractum est, ut tur- 
pis vitae homines Ambrones dicerentur (ap. Bouquet, 
1, p. 817). — Bei Plutarch im Marius werden die Cimbern 
so genannt. — „Gallia, quae Ambrones Cimbrosque nobis im« 
misit." Dio Cassius, L. 44. 

28. Hunnorum.] V^^enngleich wir in unserer Chronik schon der VöK 
kerwanderung nahe sind, und die Tradition die H. Ursula mit 
dem Hunnen Etzel in Verbindung bringt, so ist doch nicht zu 



300 

ikbersehn» da^s, wenn tlie alteren Chronisten, Beda, Helmold, u. 
5. w. von Hunnen reden, in der Regel Slawen darunter su ver- 
stehn sind ; z. B. Helmold, I, 1: „Haec (sc. Rttssia) etiam 
Ghunigard dicitur eo quod ibi sedes Hunnorum primo -fueriL'^ 
Und Beda, H. Ecc. V, 10: „Sunt autem (sc. in Germania) 
Fresones , Rugini , Dan! , Hunni , antiqai Saxones , Boruchtuarü ; 
sunt etiam alii perplures iisdem in partibus populi, paganis riti- 
bus servientes.'* — Theophanes, p. 197; Gedrenus, p. 386, 
558: „Ol Ovvvoi xal ol SxlaßivoL" — Auch Vilkina- 
Saga, K. 58 versteht Slawen unter Hunnen. S. überhaupt 
Thunmann, Unters, über nordische Völker, S. 131. — Schaf- 
farik. Slawische Alterthümer, I, S. 328, 329, und die Zi- 
tate daselbst. 

3Ö. vacuatam.] Diese Stelle ist aus Gildas, bist. c. 14. entlehnt: 
„Exin Britannia, omni armato milite, militaribusque copiis, 
rectoribus linquitur immanibus, ingenti juventute 
s p 1 i a t a quae comitata vestigiis supradicti tyranni domum nun- 
quam ultra rediit, et omnis belli usu ignara penitus, duabos 
primum gentibus transmarinis vehementer saevis, Scotorum a cir- 
cione, Pictorum ab aquilone, calcabilis, multos stupet gemetque 
per annos." 

34. Äbdiuxerat enim.] Duierat, Asc. 
37. compererunt.] coeperunt, Asc. 



'^ICot'O 'ivw''' ■ ' 



Sechstes Buch. 



Kapilel l. 



A, Ät.] Fehlt, Asc. 

1. Gratianus Municeps,] Grassian, Tys. — Gradlawn Rodkymer- 
^ gat oder Amheravdyr, Anh. — „His (sc. Vandahs, Suevis, Ala- 
nis etc.) per Gallias debacchantibus « apud Brittannias Gratianus 
muuiceps ejusdem insulae tyrannus creatus, et occiditur.'* r o- 
sius, VII, 40. Nach ihm Beda H. E cc. I, 11. — „Apud 
Britannias Gratianus tyrannus mox creatus occiditur,'< Paul. 
Diacon. L. 13. — Sein Vorgänger war Marcus , der zum 
Imperator Brittanniens gewählt, jedoch bald ermordet ward. Z o- 
simuS) VI, 2. — 

3. populum] populo, As«. d. ita ut.] qnod, Asc. 

3. plebs — irruerent et interficere^it.] vulgus irruit et interGcit, Asc. 
Ob hanc — tutamini.'] Entlehnt aus Gildas, bist. c. 15: ,,Gens 
igitur Britonum, Scotorum Pictorumque impetum non ferens, 
ob horum infestationem ac* durissimam depressionem legatos 
Romam cum epislolis mittit, militarem manum ad se vindican- 
dam lacrimosis postulationibus poscens, et subjectionem sui Ro- 
mano imperio continue tota animi virtute, si hostis longius ar- 
ceretur, vovens. GuL mox destinatur legio praeteriti mali imme- 
mor, suflicienter armis instructa, quae ratibus trans oceanum in 
patriam advecta , et cominus cum gravibus hostibus congressa, 
maguamque ex eis multitudinem sternens et omnes a finibus 
depulit, et subjectös cives tarn atroci dilaceratione et imminenti 
captivitate liberavit Quos jussit inter duo roana construere 
trans insulam murum^ ut esset arcendis hostibus turba instruc- 
tus terrori, civibusque tutamini; — qui vulgo irrationabili abs- 
que reclore factus non tam lapidibus , quam cespitibus, non pro- 
fuit.'* — Cf. Angels. Ghron. ad ann. 443. — Beda, H. 
Ecc. I, 12. — O'Connor, Script. Rer. Hybem. I> 84 — 87. 
Prolegon. p. CVUI, CXV. 

11. hostis.] hostes, Asc. 11. arcerelur.] arcerent, Asc. 

12. praeteriti mali.] Offenbar ist di^ mehrmalige Ermordung der 

römischen Machthaber darunter zu Yerstehn. Nennius, $. 30, 
hebt das mehr hervor: „Tribus vicibus occisi sunt duces Roma- 
norum a Britannis. ^rittones autem dum anxiebantur a barba- 
rorum gentibus, id est, Scottorum et Pictorum, flagitabant auxi- 
lium Romanorum. Et dum legati mittebantur cum magno luctu 



302 

et cum sablonibus super capita sua ^intrabant, et portabant magna 
munera secum Gonsulibus Romauorum pro admisso scelere oc- 
cisionis ducum, et suseipiebant Consules grata dona ab illis, et 
promittebant cum juramento, accipere jugum Romanici juris, li- 
cet durum fuisset. Et Roman! venerunt cum maximo eiercitu« 
ad auxilium eorum , et posuerunt Imperatores in Britannia, et 
composilo Imperatore cum ducibus, revertebatur exercitus ad Ro- 
mam usque, et sie allernalim per trecentos et quadraginta octo 
annos faciebant. Brittones autem propter gravitatcm imperii oc- 
cidebant duces Romanorum, et auxilia posiea petebant. Romani 
autem ad imperium auxiliumque, et ad vindicandum veniebant, 
et spoliata Brittannia auro argentoque, cum aere, et omni pre- 
ciosa vesle, et muueribus (melle) cum magno triumpho revör- 
tebantur/' — 

15. a tarn.] ab eorum, Asc. 

16. murum,] S. oben Gildas, bist. c. Id u. 18. — Beda, H. 

Eec. I, 12, der hier den Gildas abschreibt, bezeichnet die Mauer 
näher, als zwischen den beiden Meerbusen, you Atcluith nach 
dem Frith of Forth liegend, also der alte Wall des Seve- 
rus: „Fecerunt autem cum inter duo freta, vel sinus (de qui- 
bus diximus) maris^ per miilia passuum plurima: ut ubi aqua- 
rum munitio deerat, ibi praesidio valli fines suos ab hostium ir- 
ruptione defenderent. Cujus operls ibidem facti, id est, valli 
latissimi et altissimi usque liodie certissima vestigia cernere 
licet. Incipit autem duorum ferme millium spacio a monasterio 
Aebercurnig ad Occidentem, in ioco qui sermone Pictorum Paen- 
vahei, lingua autem Anglorum Penveltum (Pehten - vealla, Pegh- 
ten- oder Picten-Wall) appellatur, et tendens contra Occidentem 
terminatur juxta urbem Alcluith. '^ — Auch Widukind, Res 
gest. Saxon. l, 8, spricht von dieser Grenzbevestigung : ,,Extruc- 
to tamen ingenti opere ad munimen regionis inter confinia a 
mari usque ad mare, ubi impetus hostium videbatur fore, re- 
linquebant regionem Romani«^' — Richard von Girences- 
ter (de situ Britt. c. 1.) hält diese Befestigung gleichfalls für 
ein Werk der von Stilicho den Britten zu Hülfe gesandten Le- 
gionen, und beruft sich auf die Verse Glaudians, de laud. Sti- 
lich. L. II: 

„Me (Britanniam) quoque vicinis pereuntem gentibfts, ioquit, 
Munivit Stilicho, totam cum Scotus Hibernam 
Movit, et infesto spumavit remige Tethys/* 

Anstatt der aus Hyberpien zurückkehrenden Picten und Han- 
nen, verbündet mit Scoten, Norwegern und Dakern, bezeichnet 
Beda» 1. c. Scoten und Picten, u. z. als im heutigen Schott- 
land ansässig. 



903 

Kapitel IL 

Bei Asc, beginnt L. II, Gap. V» 

1. Romani — defendereni.] Aus Gildas^ hisU c 18, entlehnt: 
',Jgilur Romani patria reversi, denuntiantes nequaquam se tarn 
iaboriosis expeditionibus posse frequentius vexari, et, ob imbel- 
les erraticosque latrunculos, Romaua Stigmata, tantum talemque 
exercitum, terra ac mari fatigari; sed ut insula potius, consue- 
scendo armis ac viriUter dimicando, terram» subjstantiolam , con- 
juges, liberosy et quod bis majus est, libertatem vitamque totis 
viribus vendicaret/* — Cf. fieda. L c. I, 12, 

1. patriae,] senatui, A s c. 

3. Stigmata,] stemmata» Asc. Nach einer Glosse zu Gildas: signa 

victricia. 

4. soli,] solitis, G. 8. Londaniam.] Londonias, Asc. 

10. Guethelino.] Cyhylyn, Tys. — Kubelin, Arth. — Bei Tys. fehlt 
seine Rede. — Im Br. fehlt hier der Name; dafür ; 
„Un sage bome i ot qui parta,'' v, 6324. 

17. intendehat.] intendebatis, Asc. 

18. inimici — coegerunt.] Aus Gildas, bist, c. 16, entlehnt. 
22. itistruitis.'] instruetis, Asc. 

22. inslruitis — fortiores.] Aus Gildas, 1. c. c. 18 entlehnt. 

22. peltis.] Fehlt, Asc. 26. amittere,] dimittere, Asc. 

26. praeelegerunt.] praeeligunt, Asc. — praelegerunt, G. 

28. pulalis,] putabitis, Asc. 

28. humanitatem.] omnem virilitatem, Asc. 

32. esse,} esse illud, Asc. 

34. lihertatem veslram defendite.] defendat libertatem, Asc. 



Kapitel III. 



1. Post haec — praecipiunt,] „Fortia formidoloso populo monita 
tradunt, exemplaria instituendorum armorum relinquunt. In li- 
tore quoque oceani ad meridianam plagam, qua naves eorum 
habebantur, quia et inde barbariae ferae bestiae timebantur, tur- 
res per intervalla ad prospectum maris collocant, et valedicunt 
tamquam ultra non reversuri.*' Gildas, bist. c. 18. 

8. Nam ut vale die] bis zum Schluss, ist aus Gildas, 1. c. ent« 
lehnt, cap. 19: „Itaque Ulis ad sua revertentibus, emergunt cer- 
tatim de curicrs, quibus sunt trans Gichicam vallem vecti, quasi 
in alto Titane incalescenteque caumate de arctissimis foraminum 
cavernulis fusci vermiculorum cunei, tetri Scotorum ^Pictorumque 
greges, moribus ex parte dissidentes, sed una eademque sangui- 
nis fundendi aviditate concordes, furciferosque magis vuitus pilis» 
quam corporum pudenda, pudendisque proxima, vestibus legen- 



S04 

tes; cognitaque condebitorum reversione el reditus denegatione, 
solito coDfidentiores omnem aquilönalem extremamque terrae 
partem pro indigenis muro tenus capessuot. Statuitur ad haec 
in edito arcis acies, segnis ad pugnam, inhabilis ad fugam, tre- 
mentibus praecordiis inepta, quae diebus ac nodibus stiipido 
sedili marcebat. Interea non cessant uncinata nudorum tela, qui- 
bus miserrimi cives de muris tracti solo allidebantur. Hoc sci- 
licet eis proficiebat immaturae mortis supplicium, qui tali funere 
rapiebantur, quo fratrum pignorumque suorum miserandas immi- 
nentes poenas cito exitu devitabant. Quid plura loquar? Relic- 
tis civitatibus muroque celso iterum illis fugae, iterum dispersi- 
ones solito desperabiliores. Item ab hoste insecta(iones> item 
strages accelerantur crudeliores; et sicut agni a lanionibus, ila 
deflendi cives ab inimicis discerpuntur, ut commemoratio eorum 
ferarum assimilaretur agreslium. Nam laniant et se ipsos mutno^ 
nee pro eiigui victus brevi sustentaculo miserorum civium la- 
trocinando temperabant; et augebantur extraneae clades dorne- 
sticis motibus, quo et hujusmodi crebris direptionibus vacuaretur 
omnis regio totius cibi baculo^ excepto venatoriae artis sola- 
tio/' — cap. 20 : „ Igitur rursum miserae reliquiae mittentes 
epistolas ad Aetium Romanae potestatis virum, hoc modo loquen- 
tes, inquiunt: „Aetio ter consuli gemitus Britannorum ;*' et post 
pauco loquentes: „Repellunt nos Barbari ad mare, repellit nos 
mare adBarbaros; inter haec oriuntur duo genera funerum, aut 
jugulamur, aut mergimur!*' Nee pro eis quicquam adjutorii 
habent." — Gf. Beda, L c. I, 12, 13, und c. 14 erwähnt 
er gleichfalls der Rückkehr der Barbaren aus Hybernia, doch 
als Hyberni: „Revertuntur ergo impudentes grassalores Hyberni 
domum, post non longum tempus reversuri;" was indess auf 
Missverständniss beruhen kann, indem eine Handschrift des Gil- 
das, den c. 21 Beda hier abschreibt, liest: „reverluutur ergo 
impudentes grassatores ad hibernasdomos, posf non mul- 
tum tempus reversuri.'^ — Nach Beda: Paul. Diacon, L. 
XIV. Ricard. Corin. Chron. Saxon. ad 443, Die Sendung 
an Aetius geschah a. 446. 
8. Romani — ahscesserunt,} Romani non ultra reversuri abscesse- 
runt, Asc. — Romani abscesserunt, H. 

11. turmis.] cuneis, Asc. 28. Sic est cum.] Sic fit, dum, Asc. 

32. accelerant.l accelerantur, Asc. 33. igilurJ] iterum, Asc. 

34. Agilium.] Agnitium, Asc. — Giltivs, Tys. — Agytyus, Arth. 

36. (idjiciunt,] adjicit, Asc. 39. concivibus,} civibus, Asc 

„Lactenles matresque simul, juvenesque senesque 
Occumbunt gladio, nulli sua munera prosunt. 
Ecciesiae clerum reverentia nulla tuetur. 
Agretius Consul Romanus ferre recusat 
Auxilium posilis in tanta strage Britannis/' 

(Pseudo-Gildas, ap. Usher, Prim, c. 12. p, 199.) 



305 

Kapitel IV. 

t. Onethelinus,] Guilelinus, Asc. — Vitelmus, Hr. Htgd. — Gon- 
ceÜDs, GuiBcelins, Br. — Dass er bei dem Streit mit dem 
Usurpator Vorlegirnus betheiligt gewesen, deutet Nennius, §. 
66, an: „Et a regno Guorthigirni usque ad discordiam Guito- 
]ioi et Ambrosii, anni suDt duodecira." 

3. Leiavia.] S. Anm. zu B. IV, Kap. XIV. infra. 

4. Aldröünus.] Aldvr, Tys. der hier sehr kurz. — Aldwur ap 
Kyovairr, Arth. — Aldroan, B r. — ^ Nach dem Verfasser der 
Brittannia after the Romans, f, 29, soH Aldroenus der 
brelaguisehe Name für Owain sein (?). Narh Llwyd, bist, of 
Wales, ist Aldroenns der vierte Armoricanische König nach Go- 
sati: „1., Conon, lord of Meriadoc, der i. J. 384 nach Armo- 
rica zog, 2) Gradlonus; 3) Salomon I; 4) Auldranus." 

6. excepiu] recepit, Asc. 
13. nosiram insulam — careaLl Phrasen aus Gildas^ bist c. 19 

in fine. 
19. adivimus — mplorantes ] venimus tuam imploranles misericor- 

diam, Arc. 
29. tero fnala.] muUa, Asc. 
32 mifnu$ alibi.'] minores insulas, Asc. 

36. Ünwn istud,] Unde ipsum, Asc. 

37. attamen quoniam] at enim cum, Asc. 

38. proavi] Fehlt, G. — et proavi, II. 38. el atavi] Fehlt, H. 
38 habuerunl.] habuerint. Asc. 43. diffugiam] ditreram, Asc. 
47. Christus vincU,] „El i'arcevesque dist itant: 

Chri.sle vincit, Chrisle regnat, 

Christe vincit et iraperat. 

Mandd a tous ses Chevaliers 

Li rois Ten baille trois milliers.'' Br. v. 6560. 
Es scheint Gildas, 1. c. c. 20. m dessen Worten nachgeahmt: 
„Et tum primum inimicis per mullos annos in terra agentibus, 
sirages dabant, non confidentes in honiine, sed in Deo, secun- 
dum illud exemplum Philonis: „Necesse esl adesse divinum, ubi 
humanum cessat auxilium.'^ — 



Kapitel V. 



5. Sileestriam.] Siccslriam, H. — Caer-Vudao, Tys. — Circes- 
tre, Br. 

6. Constantinum.} „Nonus fuit Constantrnus. Ipse regnavit sexde- 
cmi annis in Briltanma, et sextodecimo anno imperii sui obiit 
in Brilannia.** Nennius, j. 27. — Nach einem andern Ms.: 
„Obiit quasi doio veraciter oecisus in Britaunia^ ut »junt.** ■*— 

Monmoatb J^lst. ed. San-Miirte. 20 



306 

„ConsUDtinus in BriUniiMi tyraimas cxorilur." ProsperAquit 
ad ano. 407. — „llujus (Graüani) loco Constantinus , ex infi- 
lua railitia propter solam spem Bominis« sine merito 
virlulis eligilur, qui coDlinuo nl ioTasit imperium, in Gallias 
IransüL Ibi saepe a barbarts incerüs foederibns illasos, detri- 
menlo magh reipiibluae fuii/* Orosius, VII, 40, nach welchem 
sein Sohn Constans gleichfalls aas einen Vönch znm Feldherni 
geinachl ward, der nachmals in Spanien starb. — Beda, B. 
Ecc, 1, 11, ßhrl fort: „ünde moi jubeule Honorio Constantius 
comes in Galliam cum exercilu profectns, Constantinnra Imperalo- 
rum apud Arelatem civitatem clausil, cepit et ocddit Goastan- 
temque, filium ejus, quem ex monacho Caesarem fecerat, Ge« 
rontius comes snus, apad Viennam interferiL — Oes Geron- 
lius gedenkt auch Gregor. Turon. Bist Franc 11, 0; und 
er scheint der unten erwähnte Pictus qoidam za sein. Nach 
Zosimus VI, 2, 5, war jedoch Geroutins ein gebomer Dritte. 
Usher, Prim. c 15, p. 312. Sein Name scheint mit dem 
oft Torhommenden wälschen Namen Geraint zusammenzuhängen. 
— „Constans in Hi^cpaniam transiit, secum habens ducem Teren* 
tium et Apollinarem praefectum praelorio. Bis rebus Constans in 
Bispania gestis ad patrem Constantinum reversus est, adducto 
secum Vereniano et Didymio, relictoqne istic duce Geronlio, qui 
cum Gallicis mililibus iter illud, quod e Gallis in flispaniam 
ducil, cuslodiret; quamqnam exercitus Bispanici haue custodiam 
sibi pro more credi, nee regionis lutelam ex traneis committi pe- 
tiissent, Cetenim Yerenianus et Didymius ad Constantinum per- 
ducti, mox interfecti sunt. Constans rursus in Bispaniam a patre 
mittilur, ac Justum Ducem secum adduciL Qua re offensus Ge- 
rontius, concilialis sibi eorum locorum militibus, barharos in re- 
gione Gallorum adversus Constantinum ad seditiotfem impellit. 
Quibus com Constantinus non reslitisset, quod major copiarum 
pars esset in Hispania, cuncta pro lubitu invadentes transrhe- 
nani barliari, eo tum incolas insulae Britanniae, tum quasdam 
Gallicas nationes redegernnt, ut ab imperio Romano deflcerent, 
et Romanonim legibus non amplius obedientes, arbitratn suo 
vivereot. Itaque Britanni, sumtis armis et quovis adito pro sa- 
lüte sua discrimine, civitates suas a barbaris imminenlibus libe* 
rarunt. Ilidem totus ille tractus Armorichus, ceteraeque Gallo- 
rum proviociae Britannos imitatae, consimili se modo iiberarunt, 
ejectis Magistratibus Romanis, et sibi quadam republica pro ar- 
bitrio constituta. flaec Britanniae Gallicammque gentium defec- 
tio, quo tempore Constantinus tyrannidem exercebat, accidit/' 
Zosimus, L. VI, ad ann. 408. — S. auch über Gerontius, 
Sozomenus, Bist, eccles. L. III, ap. Bouquet, I, p. 605. 

■m.] Fehlt, Asc. 

elius Ämbrosius.] Emrys Wledic, Tys. Arth, 



307 

11. vero.] ut, Asc. 

15. in ohsequio.] ad obsequium, Asc. — in obsequium, H. 

17. interfecil.] „11 ot un Pis en sa maison, 

Un traitor, un mal felon, 

Qui Tavoit longement servi, 

Ne sai de quoi il Tot hal. 

C*il le mena en un vergier 

Gome s*il volsist consellier ; 

La ü il au roi consilloit, 

Qui del föl<m ne se gardoit, 

Un cotel avoit, sei iM, 

Le roi ocist, si s'anfui. 

Puis ai Ol ä plulsors dire 

Que Vortiger le fist ocire/' 

fir. V. 6605. 



Kapitel VI. 



Bei Asc. beginnt L. II, c. 6. 

2. acc/ama&an(.]. acclamant, Asc. 

5. Vorlegimus,] Gvrlheyrn Gvrthenau, Tys. der auch hier viel kür- 
zer. — Gorlheyrn Gortheneu, Arth. 

5. GewisseorunJ] Gevvissenoruro, H. — Dieser Stamm wird auch 
infra B. VII, 4, VllI, 10, XII, 14, erwähnt. — „Eo tempore 
gens occidentalium Saxonum, qui antiquitus Genuissae vocaban- 
tur." Beda, H. Ecc. III, 7. — Gevis, der dem Stamm den 
Namen gegeben haben soll, kommt in den Stammtafeln der West- 
sachsen vor. Grimm, M y t h o 1. ed. I. Angels. Stammtafeln, S. X. 

5. regnum.] regem, Asc. 18. ipsum.] Fehlt, Asc. 

19. idcirto.] ideo, Asc. 

20. imposuiL] Der Nachdruck, der diw*auf gelegt wird, dass Constani 

nicht von Priesterband gekrönt worden, scheint sich auf Gil- 
das, bist. c. 21. zu stutzen: „Ungebantur reges et non per 
Deum, sed qui ceteris crudeliores exstarent; et paulo post ab 
uncloribus, non pro veri examinatione, trucidabantur, aliis elec- 
tis trucioribus. *' — „Eo namque tempore (a. 408) Conslanti- 
nus quidam apud Gallias invadens Imperium, filium suum Con- 
stantem ex monacho fecerat Gaesarem. Sed non diu tenens re- 
gnum praesumtum, mox foederatis Gothis Bomanisque ipse occi- 
ditur Arelati , fiitus vero ejus Viennae.*' Jornandes, de Ge- 
tor. orig. c. 32. — 

„Inierea quidam Pictus roucrone soluto 
Interinit regem, falsum nil tale limentem. 
Gonveniunt igitur proceres, de substituendo 
Rege simul tractant, cum Vortigernus ad ipsnm 

20» 



308 

Conslantem lendit monaclium, morlcmquc parentis 
Nunciat ejus, ei dic^ns: Cur veslc sab atra 
Hie lalilas? Regnum vocat, et saccedere palri 
Te faciam, si forte meis parere paratus 
Consiliis, augere velis mea jura, libique 
Siui proprior cunclis, noslrum dum vivat ulerque. 
Sic fore conslanter Constans promitlit, idemque 
Promissuro jural: monachali vesle remota 
Induilur regale decus; vix dante Briuono 
Assensum populo, regni diademale falgel 
Quod Vorligernus (sprelo moderamine Juris) 
lllius imposuit capiti: nam Londonieosis 
Praesul, cujus erat hoc Jus, decesserat; alter 
Pontificum non audet eum diademale Regis 
losignire; quia iDonachus votumque professus 
In Regem contra votum non dobel inungi." 

(Pse Udo -Gildas, ap. Uslier, 1. c. c. 12, p. 200.) 



Kapitel VII. 



5. secufß] apud se, G. * 7, concupieral] cnpiebat, Asc. 
II. enim flspeYitalis, nullius.] Fehlt, Asc. 
13. übherpendragon] üiher, Asc. 14. adhuc.] Fehlt, Asc. 
16. solusque Vorlegirnus] Vorlegirnus aulem quia solus, Asc« 
21. ingenio] medio, Asc. 
56. perquirereQ conquireret, Asc. 



Kapitel VIII. 

^. inlra eam ] in ea, Asc. , 

14. Budecius.] Eniyr, Tys. — Embyr, Arth. — Budis, Bp. — 
Nach Lobineau, bist, de la Bretagne, I, p. 9. gebort Budic 
I in die fabelbarte Geschichte, und Budic II, Herzog von Cor- 
nouaille, regierte um 570 (1. e. p 12.). Nach dea Cartula- 
rien voa Quimper, Landeveuecb, und Kemperl^ (Dom Morice, 
bist de la Bretagne, l, p. 174) folgt auf Daniel Drem-Rud, den 
fünften Herrscher nach Riwallo (s. Anm. infra zu B. II, Kap. 
10). 9,Budic et Maxenti, duo fratres, horum primus redieos ab 
Alamannia interfecil Marcellum, et paternum coiisulatum recupe- 
ravit. " Fünf Thronfolger weiter kommt ßadic Mur. Später 
folgen noch mehrere dieses Namens. — Nach Llwyd, bist, 
of Wales, Sbrewsbury, 1832, fblgt auf den ». VI, K. 4. Anm. 
infra erwähnten Auldranus (Aldroenus) Budicus I, etwa um 
450,1 als fanfler armoricaqischer König fiach Gouan Meriadoc. 



699 

Ein Budicus II. kommt erst um 700 wieder vor. Eides B(fdi- 
cus comes erwähnt ad ana. 577 Gregor Turon. bist. Franc. 
V, c. 16: tJn Britanniis haec acta sunt: Macliavus quondam et 
Bodicus Brittannorum comites sacramenlum inier se dederant, 
ut qui ex eis superviveret, fitios parlis alterius tamquam proprios 
defenderet. Mortuus aulem Bodicus reliqiiit filium Tbeodericum 
nomine. Quo, Macliavus oblitus sacramenti, eipulso a patria, 
regnum patris ejus accepit. Hie vero multo tempore profugus 
vagusque fuit; cui tandem misertus Deus coUectis secum a Bri- 
taania viris, se super Macliavum objecit,. eumque cun^ fiiio ejus 
Jacob gladio inleremit, partemque regni, quam quondam pater 
ejus tenuerat« in sua potestate restituit, partem vero aliam Wa- 
rocbus (Guerrech?), Macb'avi (iiius, vindicavit sibi.*' — 



Kapitel IX. 



2. imposuil] apposuit, Asc. 

7. Anxiebalur] Gottfried lehnt sich an Nennius c. 31, an: „Guor- 
thigirnus regnavit in Bnlannia, et dum ipse regnabat in Bri- 
tannia, urgebalur a metu Piclorum Scottorumque, et a Bomanico 
impetu, necnon et a timore Ambrosii.^' 



Kapitel X. 

Bei Asc. beginnt Buch III, Kap. 1. — Bei Art h. ist die 
üeberschrift : „Dyvodedygoeüi e Saesson.'* — Tys. ist im Fol- 
genden weit kürzer. Im Alljiemeinen s. über die Einwanderung 
der Sachsen : G r u p e n , de lingua llengisli, in Observ. rer. et 
antiqu. germ. et roman. — Lappen berg, Geschichte Englands, I, 
S. 70 folg. — Usber, Prim. c. 12, p. 218 sequ. — Eine voll- 
ständige Zusammenstellung der verschiedenen Traditionen über 
Hengist und was dem anhängig: San-Marte, Beiträge zur 
bretonischen und cellischgermaniscben Heldensage ; Basse, Qued- 
linburg, 1S47. — Gottfried, bat nachweislich zunächst den 
Nennius zum Anhalt genommen. Gildas geht kurz über die 
Ankunft der Sachsen hinweg, mehr. Betrachtung und Wehklage, 
als Geschichte gebend , und nennt nicht einmal ihre Fuhrer : 
„Initur namque consilium, quid Optimum quidve saluberrimum, 
ad repellendas tarn crebras et tam feräles supradictarum gentium 
irruptiones praedasque, decerni potius deberet (§. 22). „Tum 
omnes consiliarii una cum superbo tyranno Gurlbrigerno Bri- 
tannorum duce caecantur, et adinvenientes tale praesidium, imo- 
excidium, patriae, ut ferocissimi illi nefandi nominis Saxones, 
Deo bominibusque invisi, quasi in caulas lupi , in insulam ad 
retrudendas aquilonales gentes inlromitterentur.'* eod. §. 23. 



310 

1. applicuerunt.] Nach Gildas I. c. Beda, H. Ecc. I, 14: „Initum 
namque est consilium, quid agenduro, ubi quaerendum esset prae- 
sidium, ad evitandas vel repellendas tam feras, tamque crcber- 
rimas gentium aquilonarium irruptiones: placuitque omnibus cum 
suo rege Vorligerio, ut Saxonum gentem de transmarinis parti- 
bus in auxilium vocarent: quod Domini nutu dispositum esse 
coDstat> ut veniret contra improbos roalum , sicut evidentius' re- 
riim exitus probavit. (c. 15.) Tunc Anglorum sive Saxonum 
gens, invitata a Rege praerato in Britanniam, tribus longis 
Davikus advehitur, et in orientali parte insulae jubente eodem 
rege, locum manendi, quasi pro patria pugnatura, re autem vera 
hanc expugnatura suscepit. Inito ergo certamine cum hostibus, 
qui ab Aquilone ad aciem venerant, victoriam sumpsere Saxo- 
nes." — Nennius, §. 31: ,, Interea venerunt tres ciulae a 
Germania expulsae in exilio, in quibus erant Hors et Hen- 

gist, qui et ipsi fratres erant. Guortliigirnus suscepit eos 

benigne« et tradidit eis insulam, quae in lingua eorum vocatur 
Tanet, Britlannico sermone Riioihin. — (§. 36.) Factum est 
autem postquam metati sunt Saxones in supradicta insula Tanet, 
promisit rex supradictus dari illis victum et vestimentum absque 
defectione; et placuit iliis, et ipsi promisenint expugnare inimi- 
cos ejus fortiter.'* — 

]. tres celoces,] ,,Tribus cyulis, noslra lingua longis navibus," Gil- 
das, bist. §. 23. Cyula scheint zunächst auf Kiel zu deuten. 
Lange Böte heissen noch jetzt auf der £lbe Jollen, und 
führen den alten Namen gleichfalls auf den Northumbrischen 
Flüssen. 

3* Horsus el Hengisius.] Beda, I, 15, 1. c. nennt die Heerführer 
zuerst bei Namen, und wie sein Zusatz „perhibentur fuisse'' an- 
deutet, der Tradition folgend; nach ihm Nennius, §. dl; und 
indem beide ihre Abstammung von Woden anführen, geben sie 
Gottfried Anlass, sich über ihre Religion zu äussern. Dagegen 
lockt ihn lateinische Gelehrsamkeit, die römischen Götternamen 
dennoch mitanzuführen, lieber ihre Abstammung von Woden 
s. Grimm, Mythol. ed. I, Angelsächs. Stammtafeln, und die dort 
citirten Quellen. — Ueber die Zeitbestimmung der Landung 
des Horsus und Hengist, in v^elcher die alten Nachrichten viel- 
fach abweichen , s. Lappenberg, Gesch. Englands , I, S. 69 
u. folg. und die Citale das. Auch Usher, Prim. c. 12, p. 
216, 217. — „In den Tagen des Marcian und Valentinian lan- 
deten Hengest und Horsa, von Wurlhgeorne, König von Brittan- 
nien, zu seinem Beistand eingeladen, in Brittannien an einem 
Orte, genannt Ypwinesfleot; zuerst fochten sie zur Un- 
terstützung der Britten, nachher gegen sie. Der König veran- 
lasste sie, gegen die Picten zu fechten, und das thaten, sie, und 
siegten, wohin sie kamen." Angels. Ghron. ad ann. 449; 
nach Beda, 1. c. I, 16. — 



311 

4. Cantuaria,] Cantorbire, Br. jetst Caoterbury. 

4. ut consueludol consuetudoque, Asc. 5. visitare.] videre, Asc. 

7. dedil paeetnyet.'] Fehlt, Asc. 8. conduci.] adduci, Asc. 

8. condticli'] addueti, Asc. 

10. Cumque — etiam,] Cumque et cetcros, Asc. 
19 supervenerit.'] siipervenirel, Asc. 

21. Sorte projecla] Wenn geborne Brillen allgermanische Sillen be- 
richten, wird man ihnen Glauben schenken müssen. Keinen Hee- 
reszug begannen die Germanen, ohne vorher die Götter über den 
Ausgang befragt zu haben. Gottfried folgt in diesem Punkte 
Gildas, bist. §. 23: „Tum erumpens grex catulorum de cu- 
bili leaenae barbariae, tribus, ut lingua ejus eiprimitur, cyulis, 
nostra lingua longis navibus, secundis velis, secundo omine 
auguriisque, quibus vaticinabatur, certo apud eum praesa- 
gio, quod ter cenlum annis terram, cui proras librabat, inside- 
ret; centum vero quinquaginta, hoc est dimidio temporis, sae- 
pius quoque vastaret. £vectus primum in orientali parte insu- 
lae, jubente infausto tyranno, terribiles infixit ungues, quasi 
pro patria pngnaturus, sed ctiam certius impugnaturus.*' — Da- 
zu Beda, H. Ecc. V, 11 : „Non enim habent regem iidem an- 
tiqui Saxones, sed salrapas plurimos suae genti praepositos, qui 
ingruente belli articulo mittunt aequaliter sortes, et quemcun- 
que sors ostenderit, hunc tempore belli ducem omnes sequun- 
tur et huic oblemperant; peiaclo autem hello rursum aequalis 
potentiae omnes sunt satrapae;" womit Widukind, res gest. 
Sax. 1, 14, zu vergleichen. — Beda berichtet die Einla- 
dung der Sachsen. Ihm folgt Widukind, 1. c. I, 8, und 
berichtet sogar die Einladungsredc der Brillen: „Dum ea gerun- 
tur apud Saxoniaro, quae ita modo voritatur, regionem, Brittännia 
a Vespasiano principe jam olim inter provincias redacta et sub 
clienlela Romanorum multo tempore utiliter degens, a vicinis 
nationibus impugnatur, eo quod auxilio Romanorum destitula 
videietur. Populus namque Romanus, Marliali imperatore a mi- 
litibus interfecto, externis belli» graviter fatigatus, non sufficie- 
bat solita auxilia admioistrare amicis. Rxstructo tamen ingenli 
opere ad munimen regionis inter confinia a mari usque ad mare, 
ubi impetus hoslium videbatur fore, relinquebant regionem Ro- 
mani. ^Sed hosti acriori et ad bellandum prompto, ubi gens 
mollis et pigra belli resistit, nuUa difficultas in destruendo opere 
fuit. Igilur fama prodente de rebus a Saxonibus prospere ge- 
stis, supplicem mittunt legationem ad eorum postulanda auxilia. 
Et procedentes legati: „Optimi, inquiunt, Saxones, miseri 
Brettl crebris hostium incursionibus fatigati et admodum con- 
triti, auditis victoriis a vobis magnifice patratis, miserunt nos 
ad vos, supplicantes, ut ab eis vestra auxilia non subtrabatis. Ter- 
ram latam et spatiosam et omnium rerum copia refertam vestrae 



312 

mandaiit dHiooi parere. Snb Romaooinm hadenns dirafeia ac 
tolda liberaliler Tiximafs; posl Roraaoos vobis meliores ignora- 
rous; ideo sob vestrae virtuüs alas fogere quaerimoi. Vestra 
Tirlote, yestris armis boslibus tantam siiperiores inTeniamar, et 
qaicqnid iroponitis servilii, libeoter saslinemus. '' — Patres ad 
haec pauea respondent: „Certos amicos Brcltis Saxones sciaüs, 
et eorum necessitalibus atque comroodis aeqne semper aflTalu- 
Tos.** Legali laeü rediernnt in patriain, exoplato noDtio soeios 
laetiores reddenles. Deinde promissns in Brittanniam millilur 
eiercitas, et gratanter ab aroicis snsceplus^ in brevi liberal regio- 
nem a latronibus, restiluens palriam incolis. Neque eoim io 
id agendo moltam laboris fuil, qnippe qui jam oltm audila fama 
Saionam perculsi terrebantur, dammodo praesentia eonim pro- 
cul pellunlar. Erant enim hae gen tes Brettls adversae, Scotti 
et Pebti, adversus quos militantes Saiones accipiebant a Bret- 
tis omnia ad usum necessaria/' etc. 

21> potiores.'] potentiores, Asc. 

23. palria — libereiur.} patriam — liberent, Asc. 

23. superflua mulUludine.] Die Vertreibung bemerkt Nennius» 
(. 31. — Einen andern Grund der Auswanderung der Sach- 
sen giebl die wälsche Tradition, in Triade 6 an: „Drei Völker, 
welche auf die Insel Brittannien mit Einstimmung und Erlaub- 
oiss des Volks von Wales, ohne WalTen, ohne Eroberung, ka- 
men: Die ersten waren das Volk der Kaledonier im Norden; 
die zweiten die Gwyddel, welche noch in Albanien sind; die 
dritten die Männer von Galedin; sie kamen in nackten Scbiflen 
auf die Insel Wight, weil ihre Heimath Oberscbwemmt 
war, und bekamen Land angewiesen von dem Volke von Wa- 
les. '* Indess kann dieses sich auch auf die früher hier ange- 
siedelten Friesen und Jülen (Viti des Beda, 1. c. I, 15.) beziehn. 

25* convenerunt] conveniunt, Asc. 

26. praeceperunlque.] praecipiunt, Asc. 

82. Mercurii.] MercurBelin, der celtische Haupfgott: s. Anm. zu 
B. III, Kap. X infra. Die Aehnlichkeit Wodens mit Nercur be- 
stätigt schon Tacilus, Germ. c. 9. — Cf. Grimm, MythoL 
ed. II, S. 136. — Diese auf- angebächsischer Ueberlieferung 
beruhende Stelle fehlt bei Tys. 

Si. Jovem.] Fehlt, Asc. — Der Br. v. 6931 schiebt auch noch 
den F^bus ein. 

87. Wodensdai,] Wodemsati, Asc. lieber die Benennung der Wo- 
chentage s. Grimm, MythoL ed. II, S. 111 — 119. 

39. Fream.} Feraro, Asc. 52. convenerunt.] conveneraot, Asc. 
56. propellerenlur.] propulerint, Asc. 



SIS 

Kapitel XI. 

2. agros plwrimo$,] ,, AI illi barbari cum multiplicati essent na- 
luero, noo potuerunt Brittones cibare illos. Cum postularent 
cibum et vestinoentum, sicut proniissum erat illis, dixerunt Brit- 
tones: „^oü possumus dare vobis cibum et vestimeotum, qui 
numerus vester mulliplica(us est, scd recedite a nobis, quia au- 
xilio veslro uon indigemus.^' Et ipsi consilium fecerunt cum 
majoribus suis, ut paeem disrumperent. " Ne n n i u s, §. 36. — 
4. Uengislus.] ,,Hencgistus aulem, cum esset vir doclus atque 
aslutus et callidus, cum explorassel super regem inertem et su- 
per gentem illius, quod sine armis utebantur, inito consilio, 
dixit ad regem Brittannicum : ,,Pauci sumus, si vis, mitlemus ad 
patriam nostram, ut invilemus mililes de militibus nostrae re- 
gionis, ut amplior sft numerus ad certandum pro le et pro gente 
tua.*< Et ille impetravit ut facereul/' etc. Nennius S- ^7. 
7. concivibus.] civibus, Asc. 15. Cui inclinato.] Cui feblt, Asc. 

19« dignior.] dignissimus, Asc. 

23. concivibus meis.] cum civibus, Asc. 37. ea.] cum ea, G. 

38. Kaercorrei] Kaer Gorrey, Arlh, 
^39. Thancastre] Cancastre» Asc. — Vancaslre, Tuancastre, Gan- 
ceslre, Br. — Gair-Daun, Nennius. — Danus, Antonin. 

— Nach Usher „vulgo Dancastre;*^ etwa Dänensc bloss? 

— Die Besitzergreifung durch einen Riemen aus einer Stier- 
haut fehlt bei Gildas, Nennius und Beda, und scheint germani- 
schen Ursprungs. Zunächst zwar weist uns die List Hengists 
auf die Ansiedhing der Dido in Afrika durch gleichen Kunst« 
griff; Virgil, Aen. I, 371. Justin. XVlIf, 4. Veldek, 
Eneit, v. 311 - 345. Aliein diese Art, Landfeste zu ergreifen, 
ist auch dem skandinavischen Norden nicht fremde und schwer- 
lich aus Virgil entlehnt. Ivar, Ragnar Lodbroks Sohn, iSsst sich 
vom König Elle in England soviel Land abtreten, als eine Och- 
senhaut bedeckt. Ivar verschafft sich die Haut eines alten Och- 
sen, lässt sie wohl gerben, und' dreimal ausspannen, hernach 
in die schmälsten Riemen schneiden, und mit dem ganzen Rie- 
men umgeht er eine weite Strecke Landes, worauf der Grund* 
wall der Lunduoaburg (London) gelegt wird (Ragnar- Lodbroks 
saga, c. 19, 20.). Saxo Grammat. (Hist. Dan. IX, p 273» 
ed. Klotz.) lasst ihn eine Pferdehaut nehmen, nennt jedoch die 
Stadt nicht. Nach andern Sagen herrscht* Ella in Nortbumber- 
land, und wird York auf diese Weise gegfOndet. Inguar aber 
öffnete dem Northumbrier , dem Mörder seines Vaters, die Rip. 
pen, streute Salz in die Wunden, und riss ihm iliß Lungen 
heraus. Nach der Saga af Barde Straefells As, c. 7. (Markus- 
son, p. 168) giebt Einar einem MaAnn soviel Land, als er in 
drei Tagen umgörtcn werde ; womit ? wird jedoch nicht gesagt. 
Zo bemerken ist, dass das bei brlttüschen Chronisten häufig vor« 



« 



314 

kommende hida fQr ein Stfick Land von gewisser Grösse (angels. 
h^d, oder hj^de) Haut bedeutet^ und mit einer Messung mit 
Riemen in Beziehung zu stehn scheint. Späterhin ist das Haas 
auf 40 Morgen angenommen. Die Sage von den Riemen der 
Kuhbaut wiederholt sich im deutschen Volksbuch von Melusine, 
worin Raimund vbn Bertram, Grafen von Poitiers, soviel Land 
erhält, als er mit einer Hirschhaut umschliessen könne. 
Deutsche Sagen erzählen in ähnlicher Weise mehrfach den Erwerb 
von so viel Land, als man mit einem Gemäss Erde oder Getreide be- 
streuen könne. Der älteste Zeuge ist W i d u k i n d, Res gest. Saxon., 
för die Erwerbung der Sachsen von Land von den Thflringern. „Ule 
' (Saxo) autem sumpta humo, per vicinos agros quam potuit sub- 
tiliter sparsit, et castrorum loca occupavil" (L. I, c. 5.)- Ebenso 
erwarb Ludwig der Springer den Berg, worauf jetzt die Wart- 
burg liegt (Grimm, Deutsche Sagen, nr. 547). Ingleichen 
umsäete ein Dienstmann Kaiser Heinrichs V mit einem SchelTel 
Gerste die Grenzen eines ihm unter diesem Beding zugesagten 
Gebietes, das nachmals die Grafschaft Mansfeld ward (Deutsche 
Sagen, nr, 369). S. auch San-Marte, Beiträge, u. s. w. 
S. 167. 



Kapitel XIL 

1. Inlerea.] Quelle: Nennius, §. 37: „Et ille impetravit ut fa- 
cerent, et miserunt, et legati transfretaverunt trans Tythicam 
(Scythicam) vallem, et reversi sunt cum ciulis sedecim, et mili- 
tes electi venerunt in Ulis, et in una ciula ex eis venit puella 
pulcra facie atque decorosa valde, ßlia Hencgisti. Postquam 
autem venissent ciulae, fecit Hencgistus convivium Guorthigimo 
et militibus suis, et interpreti suo, qui vocabatur Geretic („Cer- 
Elmet, nuUo Britone Britonum sciente Saxonicam linguam prae- 
ter istum Britonem; studeat, qui legat, pro eventu evenil ipsi 
viro intelligere sermonem Saxonum. Hengistus itaque pueilam 
jussit" etc. var. lect.) et puellam jussit ministrare illis vinum et 
siceraro, et inebriati sunt et saturati nimis. Illis autem bibenti- 
bus, intravit Salhanas in corde Guorthigirni, ut amaret puellam, 
et postulavit eam a patre suo per interpretem suum, et dixit: 
Omne, quod postulas, a me impetrabis, licet dimidium regni 
mei. El Hencgistus inito consilio cum suis senioribus, qui ve- 
nerant secum de insula Ogbgul (Angul), quid peterent regi pro 
puella, unum consilium cum illis omnibus fuit, ut peterent regi- 
onem, quae in lingua eorum vocatur Cantguaraland , in nostra 
autem lingua Chent. Et dedit illis, Guoyrancgono regnante in 
Cantia, et inscius erat-, quia regnum ipsis tradebatur Paganis, et 
ipse solus in potestatem illorum clam dari ; et sie data est puella 
illi in conjugium et dormivit cum ea, et amavit eam valde," — 



815 

Die Insel Oghgul (Angul, Ochgul) fles Nennius ist das Anglia 
auf dem Gontinent bei Beda. lieber die gesammten Einwande- 
rungen germanischer Stämme nach England, die wohl Jahrhun- 
derte lang dauerten, s. Lappenberg, Gesch. Englands, B. I. 
Ganz abweichend davon sucht Schaumann in seinem, aus den 
Göttinger Studien 1845 besonders abgedruckten, gediegenen 
Schriftchen: „Zur Geschichte der Eroberung Englands durch 
germanische Stämme,'* Göttingen, Vandenhoek und Ruprecht, 
1845, nachzuweisen, dass die von den Brilten zu Hülfe geruf- 
nen Sachsen das alte Littus Saxonicum in der Normandie be- 
wohnt hätten. 
3. eliam.l et, Asc. 

3. Rowen,] Rooixen, Asc. Rawnven, Tys. — Ronwen, 

Arth. Nennius kennt im Text, §. 37 den Namen der Toch- 
ter Hengists noch nicht, ebensowenig wissen Beda und Gildas von 
ihr. Die später verfassten Gapitula zum Nennius, XXXVI, sagen 
jedoch: „Qualiter rex Vortigernus Romwennam filiam Hen- 
gisti adamaverit et duxerit, et Cantiam sibi in dotem dederit.*' 
— Henr. Huntingd. bezeichet die Sage von ihr als britti- 
schen Quellen angehörig: „dicitur a quibusdam. '* — Rhon- 
wen, d. h. wälsch. Weisskleid. Bei Gottfr. v. Vilerbo 
heisst sie Corinna, Angria regina (Pantheon, P. XVIII.) woraus 
En gelb US (Ghron. ap. Leibnitz, script. Brunswic. T. II, p, 
1042.) herleitet, dass sie aus Engern in Westphalen gekommen, 
S. meine Beiträge, 1. c. S. 192. Die niederländische Ue- 
berlieferung nach Occa Scharlensis von Hengist, Horsa und 
Rowen s. ebendas. S. 185. 
5. aedificium] artificium, H. 

10. Lauerd hing wacht heil] Laford, G. — Diese Episode fehlt 
bei Tys. ; Arth. hat sie. Die Sitte des Zutrinkens findet sich 
gleichfalls schon im Roman de Rou (Gaudi, Roman von Rollo, 
Glogau, 1835, S. 266.). Ein noch heule gesungenes Wassai- 
lerlied aus Gloucestershire theilt T a 1 v y (Charakteristik der Volks- 
lieder germanischer Nationen. Leipzig. Brockhaus, 1840, S. 520.) 
mit. Dasselbe wieder abgedrückt und weitere Erörterungen s. 
meine Beiträge zur bretonisch^n etc. Sage, S. 170. 

12. Deinde.] Denique, Asc. 

12. interrogavit — dixerat,] vocavit, et quid puella dixerat, interroga- 
vit, Asc. 

23. Intraverat] Intravit, Asc. 

30. Gorongano.] comile fehlt, Asc. — Gwrgant, Arth. — Wrgant 
iarll Cent, Tys. — r Garagon, Br. — Nach Stevenson, ed. 
Nennii, ist es allgemeine Annahme, dass dieser Name kein Ei- 
genname, sondern ein Gattungsbegriff sei, und Gouverneur oder 
Vicekönig bedeute. 

34. filios.] ex pellice tres filios, Asc. 

34. Vortimer,] Vortunerus, Asc. — Gwrlhevyr, Arth. Tys. — 



816 

35. KaUgemus,] Kartigerus, Asc. — Cyndayrn, Tys. — Chyn- 
deyrn, Arth. — Nach dem Verf. der firitlannia aller the 
Romans 1, p. 42 ersiscli: Calh-tighearn» SchlachteDkönig ; und 
wälsch Cyn-teyrn, Erster, oder Häuplliog. 

35« PascenUus.] Pascbenlus, Asc. — Ffasgeo, Tys. — Plias- 
ken, Arth. Merkwürdig ist die bedeutende Abweichung Gott- 
frieds von Nennitts, den er doch gerade in diesen Kapiteln so 
stark abschreibt. Nennius, §. 48: „Tres fiJios habuit, quo- 
rum nomina sunt: Guortbemir, qui pugnab<|t contra barbaros, * 
^ ut supra diximus; secundus Categirn; terlius Pascent, qni re- 
gnavit in duabus regionibus, Buelt et Guorthigirniaun, post mor- 
tem patris sui, largiente Ambrosio illi, qui fuit rex inter omnes 
reges Brittannicae genlis. Quartus fuit Faustus, qui a 
fiiia sua genitus est illi, et St. Germanus baplizavit illum 
et nutrivit et docuit, et condidit 4ocum magnum (var. lect: et 
aedificato monasterio non parvo) super ripam fluminis, quod 
vocatur Renis, et manet usque hodie. Etunam filiam ha- 
buit, quae mater fuit Fausti Sancti. " lieber den blutschände- 
risch mit der eignen Tochter erzeugten, doch vom U. Germanus 
getauften und erzognen, und endlich zum Heiligen erhobnen Sohn 
berichtet Nennius, $. 39. Zur Erläuterung dieser Stelle s. 
meine Beiträge zur bretonischen etc. Sage, S. 172 u. 42. 
Dass über Vor tigern eine reiche Sagenfülle schon zur Zeit des 
Nennius vorhanden war, beweist das eod. §. 49. angeführte 
ausführliche Geschlechtsregister des Vortigern« worin die ver- 
sehiednen Handschriften mannigfach abweichen. 



Kapitel Xni. 



Bei Asc, beginnt L. III, c. 2. 
1. In tempore — paraviL] Den Anfang dieses Kapitels übergeht 
der Brut hier, und setzt ihn zu Anfang des Kap. XIV. 

„Por les ^glises redrecier 
Et por la loi Deu anoncier 
Qui malement psloit tenue 
Par Hengist qui Tot colrompue, 
Vint en Brelaigne sains Germains, 
Si li envoia sains Romains 
Qui de Taspostoolet^ 
De Rome avoil la poSstd. 
Sains Lous de Troie vint od lui, 
Enyesque furent hon andui, 
Gennains d'Aucoire, Lous de Troies, 
D'aler k Deu sorent les voies. 
Par ax fu la lois recovr^e 
Et la gens ä foi relornee; 



an 

Par als vint mains honi i salu, 

Maint miracle, mainte vertu 

Fist Dex par als deus et moslra^ 

Mainte contr^e en amaiida." 

Br. V. 7317. 
Die Stelle ist aus Nennius, der den Lupus nicht erwähnt, 
und Beda zusammengetragen. — „In tempore illius (Guorlhi- 
gtrni) venit Sanctus Germanus, Antisiodorensium urbis episcopus, 
ad praedicandum in Briltannia, et damit apud illos m multis 
virtutibus, et multi per euro salvi facti sunt, et pkrimi perie- 
runt. Aliquanla miracula, quae per iltum fecit Deus, scribenda 
decrevi." Nennius, § 32. — „Ante paucos sane ad?entus 
eorum (Saxonura) annos haeresis Pelagiana per Agricolam illata, 
Severiani Episcopi Pelagiani filium, fidem Britannorum foeda pe- 

ste coromaculaverat Quam ob causam collecta magna 

synodo quaerebalur in commune, qui illuc ad »uecurrendum 
fidei milti deberent: atque omnium judicio eligebantur ApostoJici 
sacerdotes Germanus Ailisiodorensis« et Lupus Trecassenae civita- 
tis Episcopi, ad confirmandam fidem gratiae coelestis in Britan- 
niam veniient." etc. Beda, Hist. Ecc. I, c. 17. 
1, Germanus — Lupu$.] Lupus, Erzbiscbof von Troyes, von Toul 
gebürtig, beiralhcle die Pimenioia, Schwester des Bischofs Uila- 
rius von Arles. Im J 426 begab er sich mit seinem Bruder 
Vincentius in das berühmte Lerins, und ward im folgenden 
Jahre Bischor von Troves. Zwei Jahre danach trat er mit Ger- 
manus, dem Bruder seiner Mutter, seine Mission nach Briltan 
nien an. Er starb 479. Act. SS, 29 Juli. *^ Im Auszug 
ap. Bouquet, I, p. 645. — Sidon. Apollinaris L. IV, 
Ep. 1. nennt ihn palrem patrum, episcopum episcoporum» alte- 
rum seculi sui Jacobum. Auch soll er dem Altila vor Troyes 
entgegen gezogen sein, und dadurch die Stadt gerettet haben, 
indem dem Hunoenkönig in überualurlicher Weise ein Löwe 
und Wolf abschreckend dabei erschienen seien. Im französischen 
Gedicht Gar in de Loherain wird jedoch erzählt, er sei von 
den Hunnen erschlagen worden. ßriUisch heisst Lupus Bleid- 
dan oder ßleidd, der Wollmann oder Wolf. Nach der Bri- 
tish Hagiography ward St, Bleidd vom H. Garmon zum 
Vorsieher eines Gollegiunis dieser Insel eingesetzt, und er hatte 
von einer britlischen Frau einen Sohn Uyvaidd den Langen 
(Tr. 26: Ilyvaidd Hir vab Bleiddan Sani), erwählten König der 
Landschaft Glamorgan. Dieser Ilyvaidd scheint in der blutigen 
Schlacht von Gododin thälig gewesen, und von Aneurin der 
Gekrönte, Bekränzte (Caewg) genannt zu sein (Brittann, after 
the Bomans, II, p. 77 seq.) Anders über Beide: Eckermann, 
Religionsgeschichle aller' Völker. B. III, Abllil. 2. Kellen, S. 128. 
Der H. Ger manus soll 448 zu Ravenna gestorben sein. 
Doch herrscht über die Zeitbestimmungen dieser Heiligen viel 



318 

Verwirrung. Usher, Prim. c. 12, p. 204, 205. — Con- 
stantins Presb. Vita Sancti Germani, u. Vila Sancli Lapi, 
ap. Surium, T. IV, 31 Juli, u. T. IV, 29 Juli. — Usher, 
I. c. c. 11, p. 176. — Acta SS. 29 Juli, p. 64. — 
Pros per Aquit. ad ann. 429. — Lingard, Alterlhümer 
der augelsächsischen Kirche. — Aug. Thierry, La conqu^te 
de l'Angleterre par les Normands, T. I, p. 53. — Wie tief 
namentlich der H. Germanus in die Geschichte des Vortigern 
und seiner politischen Kämpfe mitverflochten ist, zeigt die von 
Beda, H. Ecc. I, 20. erzählte Hallelujaschlacht (s. darüber 
Lappenberg, £ngL Geschichte, I, 60, 61.). Die von ihm H. 
Eccl. I, 17—21 und Nenn ins g. 32^35, 39, 47 erzählten 
Wunder und eigen thumlichen Verhältnisse übergeht Gottfried 
gänzlich, als der Legende, nicht der Volkstradition angehörig, 
indem er dieserhalb auf ein Buch des Gildas verv^eist womit 
jedoch augenscheinlich eben Nennius gemeint ist. 

4. posueral.] posuit, Asc. 

5. Pelagiariam haeresim.] Pros per, de ingralis, c. 1.: 

„Dogma quod antiqni satiatum feile Draconis 
Pestifero vomuit coluber sermone Brilannus.'^ 

Der eigentliche Name des Pelagius soll Morgan gewesen sein, 
was dem lateinischen Harigena, Pelago orlus, entspricht. Ueber 
ihn s. Usher, Prim. c. 8, p. 111, und seine Zeit p. 114, 115; 
auch c. 9 — 11. 
7. inter eos.] Fehlt, Asc. 

9. Gildas.] £in Werk dieser Art des Gildas ist unbekannt, und, 
wie oben bemerkt, Nennius gemeint. Andere, z. B. Johan- 
nes de Garlandia, 1. IL de triumphis ecclesiae , schreiben 
das Gitat Gottfried nach: 

„Gildas Historicus miracula plurima scripsit, 
Quae tunc per Sanctos facta fuere duos." 

Usher, Prim. c. 11. p. 180. 

9. sermone paravil.] dictamine exaravit, Asc. 
11. Ego sum pater tuus etc.] ,,Et dixit Henegistus ad Guorlhigir- 
num: Ego sum pater tuus, et consiliator tui ero, et noli prae- 
terire consilium meum unquam, quia non timebis te superari 
ab ullo homine, neque ab ulia gente, quia gens mea valida esL 
Invitabo filium meum cum fratrueli suo, bellatores enim viri 
sunt, ut dimicenl contra Scottos, et da Ulis regiones, quae sunt 
in aquilone, juxta murum, qui vocatur Guaul (Guahle, Gual, 
Waul, d. h. Wall, Piclenwall.). Et jussit ut invitaret eos, et 
invitati sunt Oetha et Ebissa cum quadraginta ciulis. At ipsi 
cum navigarent circa Pictos, vastaverunt Orcadas insulas, et ve- 
nerunt et occupaverunt regiones plurimas ultra Marc Frenessicum 
(Fresicum, i. e. quod inter nos et Scottos, von den Irländern 
Farigi genannt) usque ad confinium Pictorum, Et Henegistus 



319 

semper ciulas ad se paulatim invilavit, ita ut insnlas de quibus 
venerant absque habitalore relinquerent, et dum gens illius cre- 
visset et in virtute et in multttudine venerunt ad supradictam 
civitatem Gantorum." Nennius, §. 38. 

13. Octam] Angelsächsisch Aesk. 14. fratre.] fratruele, Asc. 

14. Ebissa.] Assaf, Tys. 

20. Cherdich] Chledric, Tys. — Cheldryc, Arth. 

21. suscepU] accipit, Asc. 

24. augebaL] „Empr^s vinrent allre sovent 

De jor en jor menuement, 
Od quatre nes (naves) od cinq, od sis, 
Ou sept, ou huit, ou neuf, ou dis. " Br. 

27. intermiUi,] intermisceri, Asc. 

28. Lex prohibehalJ] Matthäus v. Weslminster macht den Zusatz 

ad ann. 453 : Immo etian^ de conjugio regis detestaudo murmur 
resonabat procerum et querimonia. De quo quidam invective 
att metrice et eleganter: 

f,Le\ connectit eos, amor et concordia lecti. 
Sed lex qualis? amor qualis? concordia qualis? 
Lex exlex, amor odibilis, concordia discors/* 
32. prodüione, progenic, Asc. * 

35- Vortimerum,] „Interea Guorthemir, fiiius Guorthigirn, cum Hen- 
gisto et Horso, et cum gente illorum, petulanter pugnabat, et 
eos usque ad supradictam insulam, qnae vocatur Tanet, expulit, 
et eos ibi tribus vicibus conclusit, obsedit, percussit, comminuit^ 
terruit. Et ipsi legatos ultra mare usque in Germaniam trans- 
mittebant, vocando ciulas cum ingenti numero bellatoruro viro- 
rum. Et poslea pugnabant contra reges nostrae genlis ; aliquando 
vincebant et dilatabant terminos suos; aliquando vincebantur et 
expellebantur. " N e n n i u s , §. 43. — Einige Handschriften 
motiviren Vortimers Thronerhebung anders: „Iste Guortemir fi- 
iius Guorthegirni , in synodo habita apud Guortherniaun , post- 
quam nefandus rex, ob incestum quod cum filia commiserat, a 
facie Germani et clericorum Brittanniae in fugam iret, palris ne- 
quitiae consenlire noluit, sed rediens ad Sanctum Gcrmanum ad 
pedes ejus cecidit, veniam poslulans, atque pro illata a patre 
suo et sorore S. Germano calumnia^ terram ipsam, in qua prae- 
diclus episcopus opprobrium tale suslinuit» in aeternam suam 
fieri sancivit. Unde et in memoriam S. Germani Guorlheuniaun 
nomen accepit, quod Latine sonat: Calumnia juste retorta; — 
quoniam cum episcopum vituperare putaverat, semet ipsum vitu- 
perio affecit." 

37. incepit.] incoepit, Asc. 

39. DerwenL] Deriment, Asc. — Ausführlicher ist Nennius, 
§. 44: ,,Et Guorthemir contra illos quatuor bella avide gessit. 
Primum bellum ut supra dictum est (§. 43.); secundum super 



320 

flumen Dergnentid (Dervent, Dergvint, Derguent). — Dar- 
wenhyd, Arth. — Es gieht einen See und vier Flösse dieses 
Namens in England, nemlich in Derbyshire, Durban, Cumberland, 
und Yorksbire. Antonini Her. gedenkt einer Stadt Dervan- 
tinm. Wabrscbeinlieher ist es aber der Darent (auch Derwent^ 
in Kent, und identisch mit dem Crayford der Angels. Ghron. 
ad ann. 457: „In diesem Jahre fochten Uengest und Aesk mit 
den Dritten an einem Orte, der hiess Crayford (Greccanford) 
und sie erschlugen 4000 Mann. Die Dritten verliessen nun das 
Land von Kent, und flohen in grosser Verwirrung nach Lon- 
don. « 

40. Episfard.] Epiford, Asc. -— Epifford, II. Arth. — Rhyd y 

pyscod, Tys. \on Roberts wörtlich mit Pishford (Fisehfuhrt) 
öberseta^. — ^^Tertium bellum super vadum, quod dicitur in 
lingua eorum Episford , in noslra autem lingua Hit Hergabail. *' 
Nennius, $. 44. Anstatt Rit Hergabail lesen Mss. Satheneg- 
habail, Set Thergabail. Camden erklärt es durch Saissenaeg- 
haibail, weil die Sachsen dort geschlagen seien. Nach Roberts 
wäre riditiger Syddyn y ceubal zu schreiben, d h. the Station 
of the ferry boat, Station des Fährkahns. — Angels. Chron. 
ad anfl. 455: „In diesem Jahre fochten Hengest und Horsa mit 
Wurtgeorne dem Könige an einem Oile, der hiesH Aegelesford 
( Ay lesford.) fiei Florenz: Aegelesthrep ; bei £ t h e 1 w e r d : 
Egelesthiip. — Dass es mit Episford identisch ist, zeigt der 
Zusatz: „Sein Rruder Horsa wurde dort erschlagen. Darauf 
übernahm Hengest die Herrschaft mit seinem Sohn Aesk/' — 
Ebenso Asser, Annal. ap. Gale, 1, p. 143, ad ann. 455. 

41. ceciderunt ambo] „Et ibi cecidit llors cum filio Guorthigirni, 

cujus nomen erat Categirn. " Nennius, §. 44. Andre Mss. 
des Nennius setzen Ober Vortimer noch Zflge der Tapferkeit 
hinzu, die Gottfried später bei der Metzelei der langen Messer 
Kap. XVI benutzt: „Guortemir vero, accepto regno, virililer ho* 
stibus obsistit, qui tantae magnitudinis esse et virtutis dicebatur, 
ut si quando iratus in hello dimicaret, accepta arbore cum fron- 
dibus, fundilus exslirparet, et cum ea sololenus advcrsarios pro- 
Sterneret. Gum tali eniin arbore Horsam satellitem beilicosum, 
confractis in alterutrum armis, pene defeclis viribus, prostravit, 
ceterosque in fugam versos, ut slipulas, terrae allidit, et ex Om- 
nibus finibus firiltaniae expulit, et per quinquennium postea in- 
sulam intrare non audebant, usque ad obitum Guorthemir.'*. -r 
Das Grabdenkmal des Horsa kannte Beda, U. Ecc. 1, 15: 
„Horsa occisus in hello a ßritonibus, hactenus in orienlalibus 
Gantiae partibus monuraentuin habet suo nomine insigne. " la 
dem Kirchspiel von Aylsford am Medway liegt ein alibriltiscliei 
Denkmal, jetzt Kitscotyhduse oder Keilh coty house gewöhnlich 
genannt^ das für das Grab des Kaligera erklärt wird, ü9>hß bei 



m 

Horsted, das nach Horsa genannt sein soll. Uslier, Prim. 
c. 12. p. 222: Nickt übel ist, dass Brilten und Angelsachsen 
gleichermassen von erfochtnen Siegen berichten» ähnlich den 
Bullelins der grossen Armee i. J. 1812. 

42. Terlium hellum.] ,,Quartum bellum in campo juxta Lapidem Ti- 
tuli, qui est super ripam Gallici maris, commisit; et barbari 
victi suut, et ille viclor fuit, et ipsi in fugam versi usque ad 
einlas suas reversi sunt, in eas muliebriter intrantes '' Nen- 
nius, 9, 44. Man hat die Leseart Lapidem Populi vorziehn, 
und den Schlachtort dann auf Folkslone am Pas de Calais be- 
ziehn wollen. Mit mehr Wahrscheinlichkeit ist aber Stonar auf 
der Insel Thanet dafür zu hallen, da nach allen Nachrichten, 
namentlich auch der Angels. Chron. ad ann. 449, hier der erst« 
Landungsort, bei Ypwinesfleot war, Thanet Hauplbesitz der Sach- 
sen blieb, und die Angels. Chron. auch ad ann. 465 mit Hein- 
rich von Hunlingdon berichtet: „In diesem Jahre versammelten 
Uengist und Aesk ein unbesiegbares Heer, gegen welches gani 
Brittenland in zwölf herrlichen Schlachtordnungen aufgestellt 
wurde. Man kämpfte lange und lebhaft, bis llengist die zwölf 
Lrittischen Heerführer erschlug, ihre Ueerzeichen nahm, und die 
bestürzten Schaaren in die Flucht trieb. Aber auch Hengist 
verlor unter vielen angesehenen Führern und Stammgenossen 
seinen edlen tapfren Than Wypped, von welchem das Schlacht^, 
feld semen Namen Wyppedesfleth erhielt. An diesen Sieg 
kuApflen sich soviel Thränen und Schmerz, dass beide Völker 
ihre Grenze geraume Zeit hindurch nicht zu überschreiten 
wagten. " 

45. infestabcU.] infestavit, Asc. 48. lieentinm.] libertatem, Asc. 



Kapitel XIV. 



4. Rowen] Rowenae, G. — Ronixen, ALablns. -— Nen- 
nt us hat den Verralh der Rowen nicht. 

7* hausisset] sumpsisset, Asc. 13. iturus] introiturus, Asc. 
17. locarique.] locari quoque, Asc. — Die Vorkehrungen trifft bei 
Nennius Vorlinier selbst: „Ille autem post modicum intervallum 
morluus est, et ante mortem suam, futürae rei casum advertens, 
dixit ad familiam suam: Sepelile in poitu,ostii inlroitus Saxo- 
num corpus meum, id est, supra ripam raaris, a quo primum 
venerum, quia, quamvis in alia parte portum ßrittanniae teneant 
let habitaverint, tarnen in ista terra in aeternuro non manebuiit. 
-^ Uli autem mandatum ejus contemserunt, et eum in loeo, in 
quo imperaverat illis, non sepelierunt. " Nennius, |. 44. 
£in Ms^ setzt noch hinzu; y,ln |jincolnia enjm fepuUo^ est, 

Konmoufh Bist, ed. San-Marte. 21 



iis 



et §i mandatoiD ejas tenuissenl, procnl dnbio per orttkHite St. 

Germani qoicquid petierant, obtinaissent/' — <- 
81. H — ipiius,] si in ipsins, Asc. 
24. Trinavanli. TernovaDlina, Äse. 



Kapitel XV. 

Bei Asc. beginnt L. III, e. 3. — Aucb hier folgt, nuf aus- 
schmückend, Gottfried dem Nennins, %. 45, 46; die grossen 
AbvTeichuttgen der Mss. zeigen aber, wie schon lange vor Gott- 
fried das schändliche Ereigniss in Aller Munde gelebt hat und 
mannigfaltig erzählt ward. — „At barbari rerersi snnt magno 
opere, cum Guorthigirnus amicus illorum erat propter nxorem 
snam (quam adeo diligebat, ut nullos änderet contra eos pu- 
gnare, quia .blande deliniebant regem impnidentem, viperino ta- 
rnen corde dolum agentes) et nullus eos abigere audacter taluit, 
quia non de virtnte sua Britlanniam occnpaverunt , sed de nutu 
Dei (propter peccata maxima Britonnm Deo sie permittente) : con- 
tra voluntalem Dei quis poterit et nitatar? sed quomodo voluit 
Dominus fecit, et ipse omnes gentes regit et gnbernat. Pactum 
est autem post mortem Gnorthemir regis Gnorthigtrni filii, He- 
negesto confortato et ad se multis iterum navibus congregatis, 
cum sentoribus suis dolum Gnonhegimo regi et suo exercitui 
praeparavtt; mittensque ad regem legatos dolose pacem inter se 
formari deprecator, ut perpetua amieitia inter se utereolnr. Rex 
autem inscius doli cum senioribus suis consih'alus est pacem 
cum Henegesto habere, et discordiam bellorvm reniiere. L^ 
gati vero reverlentes ad ipsum, renunciaverunt Henegesto. He- 
negestus postmodum grande praeparans convivium regi 
Guorlhegirno et senioribus militibus ejus CCC, convocavit regem» 
omnemque familiam ejus ad firmandam pacem. Latente igttur 
.sub specie pacis dolosa machinatione Henegislus ex suis elegit 
totidem; i, e. CCC. milifes, iniloque cum eis consilio, praeditit 
eis, ut unusquisque artavum suum in ficone sub pede suo po- 
neret, et miiites regis ad convivium venientes inter se coftimi- 
tcerent, illosque solerti cura inebriarent. — Et cum clama- 
vero ad vos et dixero; „Eu Saxone^s, nimith eure saxes!*' cultel- 
los vesiros ex ficonibos vestris edueite, et in illos irniite et for- 
titer contra illoe resistiie, et regem illorum noiite oecirfere, sed 
eum, pro causa filiae meae, quam dedi illi in conjuginm, tenete, 
quia melius est nobi^, ut ex manibus nostris rediraatur. -^ Et 
eMiirenium adduxerunt et in unum eonvenerunt (ut pactum, 
quöd siüi iuvicem servare promiserant, certius firmarent) ; et Sa* 
x^ee irmicabiliter loculi in mente intertm vufpicino more age- 
Nlitf» ei vir JuiHa tirsm aooi^ikeir sedermt. (UKs iraiem nimis 



■338 

epttlantibtts et bibeotibus et ultra modum ioebriatis) H^Mgistus, 
sicul dixerat, Tociferatus est, et omnes seniores treceiiti 6or- 
ibigirni regis jugulati sunt, et ipse solus captus et catenatus est, 
et regiones pluriinas pro redemtione anitnae suae illis tribuit, id 
est: Eslsaxuro, Sutsaxum (Middelseaxan, cum reliquis regionibus, 
quas ipsi eligentes nominaverunt), ut ab illicita conjunctione se 
separaret." — In den abgetretnen Provinzen macht sich die 
belieble wälsche Dreizahl geltend, wogegen in dem Gastmahl 
mit deiner wüsten Trunkenheit, wovon die älteren und besseren 
Handschriften des Nennius nichts enthalten, deutsche Sitte sich 
wiederspiegelt. Die ältesten wälschen Bardengedichle gedenken 
jedoch des Gastmahls stetff, und machen die Trunkenheit dabei 
ihren Landsleuten zum Vorwurf. Merkwürdig ist die genaue 
Uebereinstimmung dieses Verraths mit dem, welchen Widu- 
kind. Res gest. Saxon. I, 6, von den Sachsen erzählt, die in 
gleicher Weise die Thüringer ermordeten, nachdem sie bei ihnen 
Landfeste gewonnen: „Diu itaque crebroque cum ab adlerutris 
pugnatum foret, et Thuringi Saxones sibi superiores fore pensa- 
rent, per inlernuntios postulant, utrosque inermes convenire, et 
de pace iterum traclare, condicto loco dieque. Saxones postu- 
latis se obedire respondent. Erat autem illis diebus Saxonibus 
magnorum cultellorum usus, quibus usque hodie Angli utuntur, 
morem genlis antiquae sectantes. Quibus armali Saxones sub 
sagis suis, procedunt castris, occurruntque Thuringis condicto 
loco. Cumque viderent bestes inermes, et omnes principes Thu- 
ringorum adesse, tempus rali totius regionis oblinendae, cultel* 
hs abstractis, super inermes et improvisos irruunt, et omnes 
fundunt, ita ut ne unus quidem ex eis superfuerit. Saxones 
clari existere, et nimium lerrorem vicinis genlibus incutere coe- 
perunt. *' — Es ist schwer zu bestimmen, ob diese beiderlei, 
brittische und deutsche ßericlite unabhängig von einander ent- 
standen sind. Will man sich für die Originalität der briltischen 
enlscheiden, so konnten schon vor Widukind angelsädisiscbe Missio- 
näre jenes Kreigniss in Deutschland verbreitet haben, das hier 
um so mehr Beifall ßnden konnte, als kühner Verralh bei den 
Nordseepiraten von jeher und noch viel später für rühmliche 
Tugend galt. Von Robert Guiscard heisst es mehrfach: er war 
zum Bewundern verrälherisch. — Gildas, bist. $. 25, scheint 
auf etwas Aehnliches hinzudeuten: „Nonnulli miserarum reliqiii- 
arum in monlihus deprebensi acervalim jügulantur." — In den 
Brnls, den Triaden und Bardengedithlen wird dieser verrälhe- 
rischen Zusammenkunft sehr häufig gedacht. Die Verschwö- 
rung der Ungen Messer, Twyll y cyllvyll hirion, ist die 
sprüchwörlliehe Bezeichnung für diese Metzelei, und lange wur- 
den in der letzten Nacht des October, oder am Abend des Al- 
lerheiligentages (erste November) Peuer auf einem Hügel angezün- 

21* 



324 

det, wobei seil unvordenklicher Zeit die Wälschen die von Hen- 
ges't auf der Kymry-Ebne bei Salesbury erschlagnen edlen Man- 
ner bedauerten. Der Barde Cuhelyn ap Caw, den die eng- 
lischen Gelehrten in die Mille des sechslen Jahrhunderls setzen, 
oh mil Reehl bezweifeln wir, hal uns darüber ein besondres 
Gedichl hinlerlassen (Myv. Arch. I, 164; Davies, Mylhol. 310.): 
Der Zorn des Wolfes (Hengest) gluhl; das Recht des SUhles 

ist seine Natur, und darnach zu richten seine Art. 
Mächtig war E i d i o 1, der Gebieler in der ü m z i r k u n g, aus- 
gezeichnet durch Weisheit. 
Die Wuih des Piraten führers, gegen die Brillen gerichtet, er- 

sann ein verrätherisches Unternehmen. 
Der Brauch, der tückisch hierzu angewandt ward, war der 
schöne und entsprechende Brauch einer feierlichen Zusam- 
menkunft bei einem Melh feste. 
Meth und Wein wurden gereicht den Männern in der Umzir- 

zirkung am bezeichneten Orte. 
Der Ort war die Um zirkung des Jor, das viereckige Feld 

des grossen Heiligthumes der Allmacht. 
Erbarmen für den tapfren Häuptling, Erbarmen, dessen Mulh 
durchbohrend wie der Pfeil, für den Krieger, so schön in 
seinem Zorn! 
Der Barden berühmtes Haupt stimmt erhabnen Sang an, ein 

Lied des Preises. 
Aber Tod ist der schnöde Lohn des weisen hehren Hauptes 

des Barden. 
Die Metzelei verwirrt das süsse Spiel der Barden, und die 
Mordwuth ihr würdiges artiges Betragen. 

Der Athem, mit Gewalt zurückgehalten, bricht hervor mit Ge- 
brüll, wie die Meerflulh in der Brandung sich brechend. 

Es erstickt den Wohlklang der Lieder, zu singen bestimmt 
in der Umzirkung, der schönen Umzirkung Annoeths. 

Die Diener des Buddud, so wohl geschickt im Sang des Lo- 
bes, lassen am Schlachtort klingen ihre Saiten wie zu gold- 
ner Hymne. 

Schlacht offnen Anfalls, ein langgezogner Schrei, laut ausge- 
stossen, geheim verabredeter Plan des Führers! 

Mit Wuth rief er : „Ich stürze vorwärts , rufe zu folgen dem 

Gebot, und binde den Kpnig!" 

Wie plötzliches Sturmgebraus entflammt das Feuer des Kam- 
pfes gegen den jungen Helden. 

„Blitzendes Gold Lohn dessen, der auf den Krieger, den 
schlecht vertheid igten, pich wirft! 

„ Quell des Reichthums uns. Ich schirme Euch gegen die 
Folgen des Ueberfalls!<< 



S29 

Ein angeblich noch KltereK als Guhelyns Gedicht: Imar war 
LIadd Nawr, gedenkt gleichfalls des Ereignisses : 

„Ich weiss, wie veranlasst ward die Schlacht bei dem Wein- 
fest. " 

Ein Gedicht GoIyddan*s aus dem Ende des siebenten Jahr- 
hunderts: Das Schicksal Brittanniens, singt davon: 

),Weit war dem Führer der Sachsen und ihrem. Günstling 

Der Wanderung Ziel bis Gwrtheyrn Gwynedd, 

Der gemeinschaftliche Zug der Germanen bei der Auswanderung. 

Niemand gewann sich, was die Erde nicht will zerstören. 

Jene (Britten) kannten nicht, die einwanderten in jede Bucht, 

Als sie um Thanet feilschten, aller Vorsicht ermangelnd, 

Mit Horsa und Hengest, die auf ihrem Wanderzug waren. 

Ihr Glöck kam ihnen durch uns, zu unserer Schmach, 

Nach der geheimen Verhandlung, so folgenschwer, des sklaven- 
sinnigen Mannes beim Zusammenfluss (vermuthlich des Stour 
und seiner Nebenflüsse in der Nähe der Insel Thanet). 

Denke den Rausch bei dem grossen Methgelage, 

Denke den unvermeidlichen Tod so Vieler, 

Denke die grässlichen Klagen der Frauen! 

Es ist der schwache Herrscher, der aufregte das Weh/* 

In dem Lobgedicht auf Lludd spielt Taliesin auf die 

jährliche Versammlung am Maitag an, dem grossen Druidenfeste, 

wobei er sagt: 

„Kleinmülhige Menschen waren es, verblendet 
Von dem Ruf des weissslrotzigen Trabers (Hengest), 
Der Hailoh schrie über die Söhne der Taufe. 
Nur elende Messerffihrer, 
Statt Schwerdter der Krieger! 
Noch haben sie nicht ihr Ziel erreicht, 
Die Eigentbümer des Landes, derb beiderhandig, 
Und die blutbeströmten Männer, 
Kymmry, Angeln, Irländer und Nordbritten." 

Der Verfasser der Brilt. afler the Romans, I, p. 46 — 51 
deutet die Verse dahin: Taliesin ermahne seine Landsleule, sich 
nicht durch die Erinnerung an Hengest, Vorligern, und die Ver- 
schwörung der langen Messer abschrecken zu lassen von der 
Begehung der festgesetzten religiösen Feste, da sie, trotz des 
unter den Brillen erregten Zwiespaltes, dennoch nicht schon 
überwunden seien. 

Der Schauplatz jener Greuelthat ist die weite Ebne in der 
Nachbarschaft der Städte Ambresbury, Caer-Caradawg, und Cacr- 
Sallawg oder AllSarun bei Salesbury. Hier befindet sich eine 
fast zwei englische Meilen lange, und an 350 Fuss breite Flä- 
che, die durch Gräben eingeschlossen ist. Diese Umzirkong 
scheint Cuhelyn als die ümzirkung des Jor in obigem Gedicht, 



sa6 

als das viereckige • Feld des grossen Bettiglhunit der Allmacht 
zu bezeichnen, und auf diesem Felde die Friedensverhandlung 
der Britten mit den Sachsen stattgefunden zu haben. Nicht 
weit davon ist das berühmte Stone-henge, der grössle und 
wichtigste alter alten celtischen Tempel in England, dessen schon 
HecatSus und Diodorus Siouhis erwähnen. Soviel die TrQmmer 
noch entnehmen lassen, scheinen ursprünglich 40 kolossale stei- 
nerne Pfeiler einen Kreis von 40 Schritten im Durchraestier ge- 
bildet zu haben, . dessen Säulen durch oben darüber gelegte 
lange Steine mit einander verbunden waren. Man vermuthet, 
dass innerhalb dieses Kreises sich noch ein zweiter kleinerer 
von ähnlicher Bauart, und im Mittelpunkt des Ganzen ein Haupt« 
altar befunden habe. In einer Entfernung von 40 Schritten 
vom Rande des äusseren Säulenkreises befindet sich ein niedri- 
ger Wall un dein flacher Graben, die beide noch deutlich über- 
all im Rasen zu erkennen sind, und das ganze Bauwerk um- 
schliessen. In dem Wall, dem Graben und den Säulenkreisen 
sind noch besondre Thore oder Eingänge kenntlich. Die Pfeiler 
des grossen Kreises ragen etwa 20 — 22 Fuss hoch aus dem 
Boden, und stehn mehrere Fuss tief in der Erde. Ihre Gestalt 
ist mehr oder minder vierseitig, mitunter anscheinlich in Folge 
der Verwitterung prismatisch. Sie sind nur roh zugehauen, un- 
regelmässig, fast alle gleich dick, 2^2 bis ^ Fuss, und 6 bis 
■ 7 Fuss breit, mit den schmalen Seiten nebeneinander gestellt, 
so dass etwa 4 bis 5 Fuss Zwischeniaum bleibt. Jeder Pfeiler 
trägt zwei Decksteine, die jedoch sehr roh in Zapfen eingelas- 
sen sind. Viele Trümmer liegen noch umher; zu dem Reisen- 
den, der es unternehmen wollte ^ die Steine zu zählen, um die 
Zahl der inneren und äusseren Säulen nach den Ueberresten zu 
ermitteln, würden die Landleule lächelnd den Kopf schütteln: 
da es fester Volksglaube ist, dass sie nicht gezählt werden kön- 
nen. In der Nähe befinden sich noch viele Grabhügel der Hei- 
denzeit, wie überhaupt ganz Wiltshire reich an dergleichen Al- 
terthümern ist. Die Gegend ist Kalkboden und Kalkfeben mit 
Feuerslein; die Steine jenes Bauwerkes aber sind Granit (Da- 
vies, Mythol. p. 303—307. — Archaeol. «ritt. Xlll, p. 
103, wo auch Abbildungen. Eine nähere Beschreibung s. in 
Sprengeis Allgem. Weltgesch. XLVll, S. 16. und Cours 
d'Antiquiles monumentales, professe ä Caen, par M. de Cau- 
mont, Paris, 1830. 8. P. I, p. 92.). ^ Darin sind alle Al- 
terlhumsforscher einig, dass das Denkmal über unsere historische 
Zeit hinausreicht, und der altceltischen Druidenzeit angehört. 
Die Sage indess, christlichen Einflössen unterworfen, und stau- 
nend sowohl über die Fremdartigkeil des Gesteins, das der Ge- 
gend nicht angehört, als auch über die unbekannte Kraft, wel- 
che sq ungeheure Sleinmassen zu handhaben vermochte (denn 



997 

Dach Gamden ist das Gewichl eints Pfeilers etwa auf 24000, 
uod eines Decksteins auf 12000 it, zu rechnen) fand einen 
andern Ursprung des Baues (s. unten« 6. Vlfl) uod knCipfte 
manch christliches Wunder, an Oehftu und Gegend, die durch 
Kirchen und Klöster geweiht werden musste, um die durch 
Barden getragene und zur christlichen Zeit noch frisch fortle- 
hende heidnische Erinnerung zu umhOllen und auszutilgen. — 
Im Gododin des Aneurin sieht Da vi es eine Schilderung dieses 
verrfttherischen Banketts; Sharon Turner (Hist. of Anglo- 
Saxops, III, e. 4) sucht dies ausfuhrlich zu widerlegen, wenn- 
gleich seine eigene davon gegebne Deutung nicht viel weaiger 
willkQhrlich erscheint. Pro her t tritt Turner bei, und beide 
halten das Gedicht für eine Beschreibung der Schlacht von Call* 
raelh im Norden der Insel zwischen den Sachsen und Mynyd- 
dawg von Eiddin, Fürsten von Gododin, wahrscheinlich das 
Land der Otadeni des Ptoleroäus, deren Hauptstadt Curia Ota* 
denorum von Camden nach Corbridge an der Tyne gelegt 
• wird, S. auch Villemarque, Poemes des Bardes bretons. 
Paris. 18Ö0. S. 231—396. — Britt. after the Rom. I, 
p. 1S7 — 214, erwähnt noch drei Gedichte: Gorchan Maelderw, 
Gorchaa (lyuvelyn, und Canu y Cwrwf, die hierher zu beziehn 
würen, und neigt sich zu Davies Ansicht, deren Bichtiglieil doch 
durchweg bei Erläuterung der celtischen Mythologie ernsten 
Zweifeln unterliegt. S. Meine Sagen v. Merlin, Halle, 1853. 
Waisenhaus. 

10. eotuli(u«ncnl.] cogitaverunt, Asc. 11. nuncio«.] intemuncios, G. 
13. pera^alta.] peraclis, Asc. 17. c«m et«] per eos, Asp. 
24. p/aetti««e<] placeret, Asc. 
2& UafU Jlcalendia] „Es grans plaines de Salesb^re 

Les r abaie d' Ambresb^re 

Vinrent d*ambes pars a cel plai 

Le jor des chalendes de mau*' 

Br. V. 7409. 

lieber die Bedeutung des ersten Mai, als des Tages der gro- 
ssen Volksversammlungen der heidnischen Britten zu ihrem hehr- 
sten Fröhlingsfeste s. Anm. über Belin zu B. III, Kap. 10. und 
über Gordeilla, B. 11, Kap. 1 1 oben ; so wie die ausführliche Er- 
örterung Anm. 47. zum Mabinogi „Arthurs Eberjagd'' (Kilhweh 
und Olwen) in meinen Beiträgen zur bretonischea u. s. w. 
Heldensage, S. 66. Für den Historiker ist die Bezeichnung 
dieses Tages, welche bei Nennius noch fehlt, nicht ohne Be- 
deutnng» 

33. a(feondt(«iiii hahertiM^ absconderet, Abc. 

43. ptaeittiedHiaiiez^ praemeditatos, Asc. 

46. KaßrtQiraiane\ Kaercarandane, Asc. 

52. £rtjMe6«nf.] Excipiebant, Asc. 



Kapitel XVI. 

1. Eldol] Eldaf, Br. — Eudol iarll Kayaw, sef yw honno Kaer- 
Loyw, Arth. — Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass die- 
ser Eldol identisch ist mit dem Eidiol im Gedicht des Guhelyn 
ap Caw, das Anm. Kap. XV mitgelheilt ward, und dass Gott- 
fried hier, wie so oft, aus altwälschen Dichtungen geschöpft hat, 
wiewohl Eidiol ein Hauptpriester gewesen zu sein scheint, w9h. 
rend er hier als consul Claudiocestriae bezeichnet wird. 
3. MingehaL] contiogebat^ Asc. 7. as^umplo.] consumpto/G H, 

11. advenerant,] et sine ensibus advenerunt, Asc. 

17. Londoniae.] Londonias, Asc. 19. undiqueJ] Fehlt, Asc. 

21. in partes Cambriae.] „Ottre Saverne s'anfoi," ßr. v. 7490. 



Kapitel XVII. 



1. voeatis — (isperge^entur.] „Et postea rex ad se invitavit ma- 
gos suos, ut quid faceret ab eis interrogaret. At tUi dixerunt: 
„In extremos fines regni tui vade, et arcem munitam invenies, 
ut te defendas; quia gens quam suscepisti in regno tno, invi- 
det tibi, et te per dolum occidet, et universas regiones, quas 
amasti, occupabit cum tua universa gente post mortem tuam.'^ 
Et postea ipse cum magis suis arcem adipisci veuit, et p6r mul- 
tas regiones multasque provinctas cfrcumdederunt , et iIHs non 
invenientibus, ad regionem, qnae vocatur Guined, novissime 
penreoerant; et illo luslraole in montibus Hereri (Heriri) tandem 
in uno montium loco, in quo aptum erat arcem condere, adep- 
tus est. Et magi ad ilhim dixerunt: „Arcem in isto loco fac, 
quia tutissima a barbaris gentibus in aeternum erit.*' Et ipse 
artiGces congregavit, id est, lapicidinos, et ligna et lapides con- 
gregavit, et cum esset congregata omnis maleria, et tribus vi- 
cibus jussit congregari, et nusquam comparuiu Et magos ar- 
cessivit et illos percunctatus est, quae esset haec causa maliliae, 
et quid hoc eveniret. At illi respouderunt : „Nisi infantem sine 
patre invenies, et occidetur ille et arx a sanguine suo asperga> 
tur, nunquam aedificabitur in aeternum." Neunius §. 40. 

1. Magis suis.] suis fehlt, Asc. — Nach Tys. befragt der König 
die zwölf Hauptbarden. — Unter Magi sind Druiden zu ver- 
stehn, an deren Stelle spater nach Einführung des Christenthums 
der Bardenorden trat. Dass die Druiden nach Ansicht der Ghri* 
sten den Charakter von Zauberern und Wahrsagern annahmen, 
ist ganz der geistlichen Umbildung gemäss. Angels. Dry, Zaa« 
berer, Drycräft, Zauberei; so auch irisch: Drui und DruidheacbU 
Die gälische Bibel (Edinburg 1913) übersetzt Matthäus, II, 1: 
„Die Weisen des Morgenlandes*' mit Druidhean, u. Apost. Gesck 



sag 

e. 8 SiiBon magus mit Simon Droidh. Im Leben des H. Patri- 
cius ist magi allemal mit Druiden zu übersetzen. 
5. Erir montem,] yr Yrri, Tys. — Yryri, Arth. d. h. Adlerberg. 
„AI mont de Rir," Br. — „Eryri quoque in Nordwallia, quae 
Anglice Snowdon dicunlur, i. e. montes nivium. " Girald« 
Gambr. Gambriae descript. c. 5 ap. Gamdeni Angl. Hybern. 
etc. Francof. 1602. Dem Girald erzäbll mit Ungeschick nach 
Ranulphi Higdeni Polychrom (ap. Galc, 1, p. 189) de 
reb. Brit. 

y,Sunt montes in Snaudonia 

Gum summitale nimia, 

Ab imis usque verlicem 

Vix transmealur per diem ; 

Quos Gambri vocant Eryry 

Quod sonat montes nivei/' 
Snowdon heisst nemlich Schneeberg, eryr aber Adler. Dieser 
Berg scheint Sitz heidnischer Verehrung nach seiner Bezeich- 
nung gewesen zu sein. lieber die Bedeutsamkeit der Adler 
s. meine Beiträge zur bretonischen u. s. w. Heldensage , zum 
Gedicht: Arthur und Eliwlod S. 77. — Llwydd, Hist. of Wa- 
\es, lopogr. not. p. 8 schreibt jedoch Greigiaur Eiry oder Gre» 
geryri, d. h. the snowy crags, die Schneefelsen. Bei Aneurin, 
Llywarch Hen und andern alten Barden sei Eiry, und nicht Eira 
der gewöhnliche Ausdruck. Derselbe bemerkt, dort sei auch ein 
schroiTer Felsen, Dinas Emrys, die Burg des Amhrosius, indem 
Merlin auch Embries Glwledig hiess; unfern bei Nevyn ist Nant 
Gwylherny, Vortigerns Thal; ferner ist neuerlich dort ein Grab- 
bügel entdeckt und geöITnel worden, der im Volk nur Vortigerns 
Grab, Bedd Gwrlheryn hiess, wie überhaupt die ganze Gegend 
mehrfach Spuren uraller Bauwerke auf schroffen Felsen zeigt, 
ganz geeignet, zum Asyl vor den wilden Sachsen zu dienen. 
Der Bergkegel Moel-garn Guwch mit alten Ruinen ist ebenda- 
selbst, die das Volk AriTedoged y Gowres, d. h. die von Biesen 
hmgebreitete Schurze voll Steine, nennt. Hier ist zugleich der 
Ort, wo der berühmte DraHietisee liegt, und Merlin prophezei- 
bete (S. Buch VII). — „Non procul ab ortu (ilummis) Gon- 
wey in capite montis Eryri, qui ex hac parte in Boream exten- 
ditur, stal Dinas Emrys, i. e. Promontorium Ambrosii, ubi 
Merlinus prophelavit, sedente super ripam Vortigerno." Girald. 
Gambr. Itiner. Gambr. c. 8 (ap. Gamden, Angl. ect. p. 870) ; und 
nach ihm Ranulph. Higden. Polychr. 1. c. — „In bis (mon- 
tibus Suowilon) et duo lacus illi esse perhibentur, quorum allerum 
insulam erralicaro, alterum autem pisces omnes monoculos cer- 
tuui est continere, sicut jn Itinerario nostro decJaravimus.'' Gi- 
rald. Gambr. Gambriae descr. c. 5. 
14. Jlfiiiuniur legali elc] „Et ipse legatos ex consilio magorum per 
universam Brittanniam misit, utrum infanlem sine patre inveni- 



380 

reut Et Instründö onsnes protincias regiona«|u« [ilurimaff» ve- 
nerunt ad Campum Ellcti (Electi, Aelecti, Gieti) qai est in 
regione, quae vocatar Gleguis^ing (Glouising, Gleuisincg, 
Gleuesingi), et pilae luduni faciebant pueri. ^Et pcce, duo ioter 
86 litigabant, el dixit alter alleri: ,,0 homo sine patre, bonum 
Don habebis." At illi de puero ad pueros diligenter percuncta- 
bantur, et cunelantes malrem si patrem haberet, et rlla negavit 
et dixit: „Nescio quomodo in utero meo coneeptus est, sed 
unum scio^ quia virum non cognovi unquam;'' et juravit Ulis 
patrem non habere. El illi eum secum duxeruot usque ad Guor- 
thigirnum regem, et eum insinuaverunt regi." Nennius, §. 
41. — Roberts vermulhet, dass das Dorf w9lsch Maes-aleg, 
i. e. Campus Electi geheissen habe und jetzt Bassalig am Fluss 
Ebwith in Monmoulhshire genannt werde. Die Schreibart Gle- 
guissing wird von Asser, Vita Alfredi XV, 12. ed. Gamd. un- 
terstfitzt. Der District umfasst das Landgebiet zwischen den 
Strömen Usk und Rumoey in Monmouthshire , und sein Name 
wird von Gliwisus, dem Vater des berühmten wfiischen Heiligen 
Gundläus abgeleitet. S. Ms. Gollon. Vespas. A, XIV, f. 17. 

14. per universas.} ad diverses, Asc. 

15. Eaermodin.] Kaermelin, Asc. — Caervyrddin, Tys. — Tys. 
^giebt die nähere Erläuterung, es sei nach myrddddyn benannt, 
d. h. Alyriade, 10000, also eine Legion. Wahrscheinlich das 
Maridunum des Ptolemäus, Mur und Murdhyn heisst im Wäl- 
schen: Mauer, und ohne Zweifel überwinterten hier römische 
Legionen, und umgaben den Ort mit einer Mauer. Der jetzige 
Name ist Caer Merddhin; in Norden der Stadt sind die Spuren 
eines römischen Prätoriums oder Römerfeldes. Auf einem Hü- 
gel, etwa eine Meile von dem Orte, zeigen die Einwohner ein 
Grab als Merlins Grab« und eine Quelle, die einen See bildet, 
wohin der Zaubrer und Prophet sich zuröckzuziehn pflegte« 
Girat d. Gambr. Descript. Cambr. c. 5, indem er den Lauf des 
Flusses Teyvy beschreibt: „nobile castrum de Gaermardhin, ubi 
Merliniis inventus fuerat, a quo et nomen accepit;" u. id. Itiner. 
Cambr. c. 10: „sonat autem Caermardin urbs Merlini, eo quod 
juxla britannicam historiam ibi ex incubo genitus inventus fuerat 
Merlinus." — Ranulpb. Higd. schreibt auch hier nur den 
Girald ab, : — „Ensis chevauchi^rent tuit qualre tant qu'il avint. 
Un jor, qu'il pass^rent un grant champ, ä Tenlr^e d'une ville, 
et en cel champ avoit grant plente d'enfanz, qui jouoient ä la 
coule. Et Merlins« qui toutes les choses savoit, vit cels qui le 
requeroient. Si se traist pr^s de Tun des plus riches de la 
vile, por ce qu'il savoit bien, que eil le messameroit, si hauce 
la croce, si fiert Tenfant en la jambe, et eil commence k plo« 
rer et Merlin a messaamer, et ä reprochier qu'il est nez sanz 
pfere. Quant eil qui esgardoient et qui eil enfant queraient> qui 



881 

lü nei Binz p«re roiiwnt, si al^rent tuit quitre vers eelui, qui 
ploroit, ti demand^riettt qut est eil qui la firu? et il dist: ee D*eat 
1« fil 4'iina femme, qui onqaes ne sol qui Ta engeudr^, ne onc- 
ques p^re n'ot. Quant Meriins l*oi m vint vers eis riant,. ei Tor 
dist: jo 8ui eil que^voz querez, et que vos avez jur^ au roi 
Vorligier, que voz m*ocirrez," etc. Romaji de Merlin, M^. 
du Roi, 7170 Paris. 

16 e&nspexerunl,] aspexeruul, Asc. 

iO. Dabulius.] Dinahulius, Asc* — Vyrdin — Dinas Emrys» Tys. 
Merdyn o. Duoavt, Arth. — Dynabus, B r. -«- Bei Nennius 
fehlt der Name des Dabutius. 

22. erat] ent, Asc. 

27. maier,] lieber die Abstammung des Merlin s. Aom. au Kap. 
XVIU, unten. 



Kapitel XVIII. 



11. äpparehat,] Vergl. die vorlreffliche und ähnliche Stelle in Ae- 
scliyliis gefesseltem Prometheus, die Erzählung der lo über die 
nächllirhen Besuche Jupiters bei ihr. 
13. mecum moran] morae, Asc. 16. cnivil] concubuit, Asc. 
17, dereliquU,] deseruit, Asc. 19. generavit] genueril, Asc, 
2U. Maugantium] Manganlium, Asc. — Meugant Dywavt, Heugant 
der Wahrsager, Arth. — Vaygan Esgob (der Bischof) Tys. — 
„ — — — Malgant 
ün dero qu'il tint ä mnll savant." Br. v. 7623. 



25. Spiritus 

26, incubos 



Nach Tys, sind es Kinder Lucifers. 

Nach Plato und Augustin, de civitate Dei, bemerkt 
Beda, de element. philos. L. I. (p. 208. T«. II. ed. Col Agripp. 
1612): ,,Tertiiis ordo (daemonum) est in hac htimecta parte 
aeris, quod üa deßnitur: Animal hiimectum, rationale, immor- 
tale, pnlibile. Cujus est ofßcium humanitati Inviderc, ex invi- 
dia insidiari, quia unde descendil per superhiam, ascendit hu« 
manitas per hiimilibatem. Est etiam ita luxuriosum, quod all- 
qiiando commiscel se mulieribus, et aliquos generat: unde et in- 
cuhi, quia sie concumbunt, dicuntur, elc" — 
29. generavit] Kürzer ist Nennius, § 42: „El rex ad adolescen- 
tulum dixil: Quo nomine vocaris? Ille respondit: Ambrosius 
vocor (i. e. Embrics Guletic ipse videbatur ). Et rex dixit: 
De qua progenie es? — Unus est paler nfeus de Consulibus 
Bomanicae genlis. Der Sinn dieser anscheinlich verderbten 
Stelle ist wahrscheinlich, dass er sich Ambrosius, der König- 
liche, nennen wollte indem Glwledig, Wledig, wie statt Guletic 
wohl richtiger zu lesen ist, vor Altera eharaklerisLischer iSus^lz 
der Fürsten von Loegria war, wodurch ihr hoher Rang bezeich- 
net ward, — Oweo'fi Webh diclionn. v. 6l«v. r— Im vorigen 



3S2 

Kapitel macht Gottfried Merlins Mutter za einer Tochter des Kö- 
nigs von Dyved und zur Nonne. Der französische Prosaroman 
Jiron Merlin nennt sie einfach die Tochter „d'un prudhomme, qui 
avait des troupeaux sur la montagne, et que le Diablo avait 
accable de raalheur/' — Nach andrer, dem Nennius sich nä- 
hernder wälscher Tradition entstand Merlin aus dem Umgang 
eines römischen Gonsiils mit einer Ve statin in einem Klo- 
ster (wovon auch Gottfried Kap. XVII. gehört hat) zu Maridu« 
num. Und weil bei den Brittai das strenge Gesetz war, dass, 
wenn ein Müdchen im Hause des Vaters schwanger ward, sie 
vom Gipfel eines Berges hinabgestürzt, und ihr Verführer mit 
dem Tode bestraft ward, so sei die Schandtbat in ein Wunder 
gehüllt worden, um das Volk zu beschwichtigen. — Der Ro- 
man de Merlin (über dessen Literatur s. GrSsse, die grossen 
Sagenkreise des Mittelalters, Dresden und Leipzig, 1842, S. 197) 
fasst die Entstehung Merh'ns tiefer, löst aber keineswegs das 
Problem, das er sich stellte: „Denn als der böse Feind er- 
grimmt war, dass unser Heiland Jesus Christus zur Hölle hinab- 
gestiegen sei, und Adam und Eva und Alle, die darin waren, 
erlöst habe, verschwor er sich mit seinen Teufeln, ein Wesen 
zu erzeugen« das ihre Gaben habe, alle Dinge wisse, und Gewalt 
über die Menschen erlange, wodurch sie wiedergewinnen könn« 
tön, was sie durch den Heiland verloren hätten." — Anstalt 
diese Mission des Teufels zu erfüllen, ist aber Merlin stets ein 
getreuer Gehülfe Arthurs, steht ihm in guten und schlechten 
Thaten bei« und verstrickt sich selbst zuletzt in den Zauber der 
Viviane dergestalt, dass er von ihr in ein festes Gefängniss ge* 
bannt wird. Vergl. Fr. Schlegel, Geschichte des Zauberers 
Merlin,^ Leipzig« Junius, 1804. — Moderne Dichtung der Sage 
von Immermann, Merlin, der Zaubrer. — Eine skizzirte 
Geschichte der Merlinsage s. in meiner Arthursage u. s. w. 
Quedlinburg, Basse, 1842. S. 87 folg., die jedoch dabin der 
Berichtigung bedarf, dass die metrische Vita Merlini nach neuern 
Untersuchungen nicht dem Gottfried von Monmnulh zugeschrie- 
ben werden kann. Den ganzen Sagenkreis von Merlin stellt 
am vollständigsten darSanMarte, die Sagen vonMer* 
lin« Halle. Waisenhaus, 1853. S. daselbst auch die Spaltung 
Merlins in 2 Personen, M. Ambrosius und Caledonius, mit der 
dabin gehörigen ausführlich beigebrachten Literatur. 



Kapitel XIX. 



1. Merlinus»] Entlehnt aus Nennius. §. 42 : „Et in crastino con- 
ventio facta est, ut puer interficeretur. Et puer dixit regi: 
Cur viri tui me ad te detulerunt? Cui rex ait: Ut interficiaris. 



333 

et sanguis tuus circa arcem isfam aspergeretiir, ut possil aedi* 
ficari. Respondil puer regi: Quis tibi monstravit? — Et re- 
spondit rei: Magi roei mihi dixerunt. Et puer diiit: Ad me to- 
centur! — Et invilati sunt luagi et puer illis dixil: Quis reve- 
lavit vobis, ut ista arx a sanguine meo aspergeretur , et nisi a* 
spergatur a sanguine meo in aeternnm non aedificabitur ? — Sed 
hoc cognoscam, quis vobis de me palara fecit? — Iterum puer 
diiit: Modo tibi, o Rex, elucubrabo et in veritate tibi omnia 
sat.agam} sed magos tuos percunctor, quid in pavimento istius 
loci est ? Placet mihi, ut ostendant tibi, quid sub pavimento ha- 
betur. — At iüi dixerunt: Nescimus. — Et ille dixit: Compe- 
rior, stagnum in medio paviroenti est, .venite et fodite, et sie 
invenielis. — Venerunt et foderunt, et fuit. Et puer ad ma- 
gos dixit: Proferte mihi, quid est in stagno? — Et süuerunt, 
et non potuerunt revelare illi. At ilie dixit illis : Ego vobis re- 
velabo: duo vasa sunt: et sie invenietis. — Venerunt et vide« 
runt sie. Et puer ad magos dixit: Quid in vasis conclusis ha- 
betur? — At ipsi siluerunt, et non potuerunt revelare ilH. At 
ilie asseruit: In medio eorum tenlorium est; separate ea, et sie 
invenietis, — Et rex separari jussit, et sie inventum est tento- 
rium complicatum, sicut dixerat. Et iterum interrogavit magos : 
Quid in medio tentorii est, etiam nunc enarrate. Et non po- 
tuerunt scire. At ilie revelavit: Duo vermes in eo sunt, unus 
albus et unus rufus; tentorium expandite! — Et extenderunt, 
et duo vermes dormientes inventi sunt." — 

2. Ad,] ül, G. 4. perquirerem.] perquiram, Asc. 
8. Nesdtis,] Nescienles, Asc. 
21. per rivulos,] et per rivulos emittere, ät «^ Asc« 



— MOfe^M — 



Siebentes Buch. 



Kapitel I« 



Bei Asc. beginnt Buch IV. Kap. I. u. IT. bilden die Vorrede 
des Verfassers. Die hier angegebnen factischen Data sind in 
der allgemeinen Einleitung zu diesem Werke benutzt und erör- 
tert. Bei Tys. fehlt die Prophelia ganz. Bei Arth. Ms. A. 
Myv. Arcb. wird sie mit folgenden Worten fibergangen: ,,Yna 
prophvydolyaeth Merdyn Emrys garbron Gortheyrn. yr hon ael- 
wyr y brofwydolyaelh vavr. y brofwydolyaeth hon nid ysory- 
venvs yma rac y hyt." — Und L. Vlll. Cap. I. ßhrt er dann 
fort: „Ac vedy i Verdyn draethu y broffvydoliaeth. ryfed oed 
gan bavb vaint oed synvyr y mab« Sef y gofynnavd y brenhin 
i Verdyn: diffuge iram filiorum Gonstantini, etc." — Das Ms. 
B. Arthurs hat jedoch die Prophetia, und sie ist in der Myv. 
Arch. mit abgedruckt. Auch in den älteren und besseren Mss. 
des Brut fehlen die Prophezeihungen , indem Wace auf sie, als 
auf ein schon sonst bekanntes Werk hinweist: 

„Dont dist Merlins les prof^sies 
Quevousavessoventoles, 
Des rois qui ä venir estoient, 
Qut la t^re tenir devoient. 
Nevoilsonlivretranslat:er 
Quant jo neT sai entrepreter: 
Nule rien dire ne vdlroie 
Qu'issi ne fu com jo diroie." Br. v. 7729. 

Mit Uebergehung dieses ganzen siebenten Buches fährt mit L 
VIII, Cap. 1. dann das Ms. Museum ßritt. 13, A, 21, fort: 

Merlins commence ä parier, 
Oiant luz, k demuslrer 
Ke eil eslanc signeßout 
E quancque mustrd lur out. 
Com longement ont propheliz^ 
E merveilies lur ont muslr^ 
Li reis voleit saver sa fin: 
Pur qo si priat Merlin, 
Pur nule rien ne li celast 
Ke sa (in ne li mustrast. 
„Reis, feil il, go erl la fin, etc.*' 

(fol. 69^, col 2. 3.) 



w5 

Dfts Ms. in der Bibliothek der Kathedrale Ton Lificoln A, 1. 
8. f. 48-^57^ nimmt jedoch theilweise die Prophezeihungen 
aaf> die neuerer Zusatz von fremder Hand, und in langen Ver- 
sen abgerasst sind. Hinter V. 7736 qa*issi ne fu com jo diroie, 
heisst es weiter: 

„M^s jo, Willame, vus dirrai 

Des profecies ^o ko je sai, 

Si cum les ai oi dit^es 

E en altre rime translat^es. 

En tele rime com joe*3 oi 

Ore Tus dirai, si cum jo qui. 

Quant ]es profecies serrunt finees 

En tele rime cume sunt dilees 

A maistre Wace repeirerai 

E sun livre avant canlerai. 

Vortigers assis, que reis ert de Bertuns, 
Quant li münz fud trenche par tele divisiuns 
Que l'ewe curust fors trestute ä grant randuns 
E vit el funz gesir dous granz cavez peruns. 
Li uns ert treslut blancs plus ke neif ne gla^uns, 
Li allre fud tut ruges, si dit la lescuns/' etc. 
Es endet mit den Versen: 

„E tresquä poi de tens serrunl nostre veisin 
En Tolenets serrunt ä nuit u le matin.*' 
Layamonin seiner mitlelenglischen Uebersetzung der Chro- 
nik Goltrrieds giebt nur einige Prophezeihungen wieder (v. Ms. 
Cotton. Caligula. A. IX, f. 92^. col, 1.). 
5. tot mililes vel noMles.] tot nobiles, A s c. 



Kapitel IL 



1. Cogit.] Coegit) Asc. 6. quoniam] quia, Asc. 

8. ple^ejo modulamine.] plebeji modulaminis, Asc. 
12. suhlimioris.] suhliiioiis, H. 12. Mmervae.] claritalis, Asc. 
13« miUcerent — praeleream] mulcerent, ut et omnes populos to- 

tius Brilanniae insulae. Praeterea tu etc. Asc. 
15. alia] caetera, Asc. 16. Monumelensis.] Monemutensis , Asc. 
17. sonaret,] inflaret, Asc. 



Kapitel Hl. 



t. SedenU -^ opprimeretur] IVennius» §. 42, fährt- fort: „Et 
dilti puer: Eisp«ctat6 et consideraM, quid facietit veriAM. Et 



33« 

• 

coeperunt verines, ut alter alleram expeUeret, alios aufem sca- 
pulas suas ponehat, ut eum usque ad dimidium tenlorii expelle- 
ret, et sie faciebaot tribus vicibus. Tamen tandetn ioBrmior 
videbatur vermis rufus, et postea forlior aibo fait, et exira finem 
tentorii expulit, tunc victor alleruro secutus trans slagtium est, 
et teDtorium evanuit. Et puer ad niagos refert: Quid significat 
mirabile hoc signum , quod factum est in lenlorio? Et illi pro- 
ferunt: Nescimus. Et puer respondit: £n revelatum est mihi 
' lioc mysterium , et ego vobis propalabo. Dixilque regi : Regni 
tui figura tenlorium est; duo vermes duo dracones sunt: ver« 
mis rufus draco tuus est, et slagnum figura hujus mundi est. 
At ille albus draco illius gentis, quae occupavit gentes et regi- 
ones pluriraas in Brillannia, et pene a mari usque ad mare te- 
nebit; et postea gens nostra surget, et geotem Anglorum trans 
mare viriliter dejiciet. Tu tamen de isla arce vade, qnia eam 
aediticare non potes, et raultas provincias circumi« ut invenias 
tutam arcem, et ego hie roanebo." — Bei Nennius also er- 
streckt die Prophezeihnng Merlins sich nur auf die nächste Zu- 
kunft des Vorlegirn und den Ausgang der Sachsenkämpfe, Da 
diese aber mit den immer sich wiederholenden Einwanderungen 
Jahrhunderte lang fortdauerten , so war hiermit der Keim zu 
gleichmässig fortgesetzter Ausdehnung dieser Wahrsagungen ge- 
geben. 

Da die Prophetiae Merlini zu ihrer Zeit eine historische Be- 
deutung erlangt hatten, und häufig auf sie von den Chronisten 
zuräckgegangen4vird, so erschien es nicht ubertlussig, wenigstens 
die berühmteste Auslegung dieses Buches durch Alanus ab In- 
sulis im Wesentlichen anzuführen, wenngleich wir nicht geneigt 
sind, sie zu ergänzen, zu verbürgen, oder selbst einen sichren 
Commenlar zu dem wunderhchen Werke zu geben. — Job« 
Fordun, bist. Scot. (ap. Gate, 1, 631.) citirt hiebei Zeilen 
eines lateinischen Gedichtes: 

„Vortiger in veste regali sedit honeste 
Merlino staute venlura pericula fante," etc. 

2. duo dracones.] — Myv. Arch. 11, p. 66. giebt eine nähere Er- 
läuterung über die Bedeutung der beiden Drachen : Diese beiden 
Drachen waren schon seit sehr alter Zeit durch einen berühm- 
ten Fürsten im tiefen Schoos der Erde eingekerkert worden, 
als ein Palladium der Insel Brittannien gegen fremde Einwande- 
rungen. An .dem Tage, wo man ihren verborgenen Aufenthalt 
entdecken, und sie an*s Licht ziehn würde, sollte das Palladium 
seine ganze Kraft verlieren. Dies geschah durch Vortegirn; 
die Insel ward von den Sachsen fiberschwemmt, und der König 
ein Opfer seiner Schwäche und Leichtgläubigkeit. — 

Vergl. audi die Parallelstelle im Brut Tys. gegen Ende (fes 
iweiten Buchs. — Hierzu gehdrt Triade 63 1 ,,Dm waren 



937 

die drei Verbergupgea und die drei EirthAUuogea der Insel: 1., 
Die des .Ueuptes von SL Bran ap ilyr, das OweQ, Sojm Maxi- 
mus des Grossen, begrub im weissen Berge bei London ; und so- 
lange es dort blieb, konnte keine Plage Brittaonien bejmsiichep. 
2, Die der Gebeine des H. Vortipör, Sobnes des Vortigero, 
welche an den Uanpteingängen der Stadt begraben wurdeOi mit 
demselben daran geknüpftem Verhängniss. 3., Die der Drachen, 
begraben von Llud, Sohn des Beb, in der Sudt Pharan (J)inai 
Emrys) in den Bergen von Snowdon. Diese drei Verbergungen 
geschahen unter dem Schutz Gottes und seiner Attribute und 
unter Verwünschung der Personen, die sie enthüllen würden. 
Vortigern enthüllte die Drachen, um sich an den Cymry für ihre 
Abneigung gegen ihn zu rächen, und lud darauf die Sachsen 
als Verbündete gegen die Picten ein. Er enthüllte auch die Ge- 
beine seines Sohnes Vortipör, wegen seiner Liebe zur Rowena. 
Und Arthur enthüllte das Haupt des H. Bran» aus Groll, dass 
er nicht die unbeschränkte Gewalt über Brittannien erhalten 
konnte. Und durch diese drei Enthüllungen kam Elend über die 
Insel." — 

In dem Mabinogi des Rothen Buchs von Bergest: »Der Streit 
des Lludd und Llevelys," findet sich folgende Erzählung: 
^,Drei Plagen suchten die Insel Brittannien heim. Die erste war 
ein so gewaltiges und durchdringendes Getdse, dass die Men- 
schen, die es hörten, ganz betüubt wurden, die Frauen unzeitig 
niederkamen, die Jünglinge und Jungfrauen den Gebraaeii ihrer 
Sinne verloren, und Thiere, selbst die Bäume abstarben. Der 
König der Insel Brittannien, der Lludd hiess, wusste keine Ret- 
tung davor, und befragte desshalb seinen 0ruder LIewelys, Kd- 
nig von Wales, um Rath, welcher ihm eröffnete: „Das Getöse 
rührt von einem grossen Kampfe her, der zwischen dem Dra* 
eben deiner Insel und dem Drachen eines fremden Volke sich 
erhoben hat. In jeder Nacht des ersten Maitages macht 
der letztere die grösste Anstrengung, deinen Drachen zu be- 
zwingen, der in seiner Wuth und Verzweiflung jenes Ge- 
schrei ausstösst, das du hörst. Lass den Miltelpunkt der In- 
. sei aufsuchen, eröffne daselbst einen Graben, setze «in gros- 
ses Gef^iss mit dem besten Meth hinein, bedecke das Gefäss 
mit einem Tuche von Leinwand und halte Wacht darob. Und 
du wirst bemerken, wie die Drachen sich in die Luft erheben, 
und miteinander kämpfen. Und wenn sie von der Anstrengung 
ermüdet sind, werden sie sich in Gestalt zweier Schweine auf 
das Leinwandtuch niederlassen, und den Meth trinken. Sedan« 
versenke sie mit samint dem Tuch in den Grund des Oeßsses, 
und sie werden einsehlafen. Und wenn sie eingeschlafen sind, 
wickle sie in das Tuch , bis du sie im verbergensten Tlieil dei- 
nes Kßaigreiehs tief in die Erde eingegraben ^ast; und solange 

IfOBinoath HlBt. «fl. 8ftii-M«t8t 22 



336 

sie also verborgen bleiben, wird keine Plage die Insel beimsu- 
eben. Der König von Brittannien befolgte den Ratb seines Bru- 
ders, und die Plage verscbwand/^ 
4. proereabant,] — projiciebant, Asc, 

4. Praevalebau] — praevaluit. Asc. 

5. ruheumque] — rubrunique, Asc. 
9. piMTiendebat, — praetendebat , Asc. 

10. Vae rubeo] — Auf diese Stelle beziebn sich nach Briaul die 
Verse, worin Wilhelm der Bretagner, Kaplan Philipp Augusts, 
seinem Herrn die glänzendsten Versicherungen zur Eroberung 
Englands, gestützt auf Merlins Prophezeihungen macht: 
„Nee tibi des requiem, donec puer anglicus armis 
Victa, quibus nil juris habet, tibi sceptra resi^et. 
Solus ut in regnis habeas regnare duobus, 
Eradicato de nostris funditus hortis, 
Serpentis nivei toto cum stirpe veneno, 
Ut Britonis tibi promittunt praesagia vatts." 
(Guillelmi Britonis-Armorici Philippidos L. XII, v. 858. Recueil 
des Historiens des Gaules et de la France, T. XVII, p. 286.) 
12. significat.] designat. G. H. 

15. ruina.} „Primo facta sub Hengisto et Horsa, deinde sub eorum 

posteris, Octa, Eosa, Pascentio, Golgrino« Saxonum principibus. 
Alanus, p. 11. 

16. Praevalebit,] sc. unter Aurelius Ambrosius. L. VllI, c. 9. 

16. ewierorum.^ sc. Saxonum, Alan. 

17. Aper Comubiae.] i. e. Arthur, der ganz Europa eroberte. L.1X, 
c 10, 11. 

19» Romulea domus.] Lucius Tiberius, der römische Kaiser, von 
Arthur besiegt, L. X, c. 11. 

29. exU%ts dubius,] „Verissimae quidem, sicut hodieque pro- 
bat, varia horainum de morte ejus et vila, opinio* Qu od 
si mihi non credis, vade in Armoricum regnum, 
u e. in minorem Britanniam, et praedica per plateas et vi. 
eos, Arturum firitonem more caeterum mortuorum mortuum 
esse, et tunc certe re ipsa probabis, veram esse Merlini propbe- 
tiam, qua ait: Arluri exitum dubium fore; si tarnen immunis 
invadere inde potueris, quin aut maledictis audientium opprima- 
ris, aut certe lapidibus obruaris.'* AI. p. 19, 20. 
„Des habent die wärheit 
Sine (Artüses) lantliute: 
Si jehent er lebe noch hiute.*' (Iwein, v. 12.) 

21. celebräbüur,] Schon im zwölften Jahrhundert hatte die Sage 
von Arthur europäischen Ruf, verbreitet durch Britten und Nord- 
franzosen in den Kreuzzügen; sie war Lieblingsunterhaltung an, 
den Höfen. Darauf bezieht sich Alan. p. 20: „Verum id quo- 
que. Quis enim de gestis Arturi non libenter audiat vel loqua- 
tur? Us^ue adeo enim in admiratipne hominum babita est ejus 



339 

et viu et gesta, ut nee generatio ejus, aut conceptus miraculi 
novitate caruerit." — — p. 26: „Quo enim Arturi Britonis 
nomen fama volans non pertubt et vuigavit: quousque Cbrislia« 
Dum pertingit imperium? Quis, inquam, Arturum Britonem non 
loquatur, cum pene uotior habeatur Asiaticis genttbus, quam 
Britannis; sicut nobis referunt Palmtgeri noslri de orientis par- 
tibns rededntes? Loquuntur illum orienlales, loquuntur decidui, 
toto terrarum orbe divisi. Loquitur illum Aegyptus, Bosforus 
exclusa non tacet. Ganlat gesta ejus domina civitatom Roma, 
nee aemuiam quondam ejus Carthaginem Arturi proelia latent. 
Celebrat actu» ejus Antioehia, Armeoia, PalaesUna/' — 

21. Sex posteri.] Nemlich: 1., Constantin, Sohn Cadors von Cor- 
nubien, L. XI, c. 3 ; 2., Dessen Oheim, Constantin, von Anrelius 
Conanus ermordet, XI, 5 ; 3., Aurelius Conanus. Xf, 5 ; 4 , Wor- 
tiporius, XI, 6; 6., Malgo; 6., Careticus, XI, 8. 

23. Germanicus vermis.] Unter Careticus erhoben sich die Sachsen 
wieder. XI, 8, 

23. Aequoreus lupus,] Gormundus, König v. Afrika, der im Bund 

mit den Sachsen Hibernien und Brittannien heimsuchte, Xf, 8, 9. 

24. delehitur religio.] cf. L. XI, 10. 

24. transmutatio sediuml^ „Primas sedes vocat tres Archiepiscopa« 
tus, Londoniae videlicet, Eboraci atque urbis Legionum. Qua- 
rum Londoniae dignitas Doroberniam, i. e. Canluariam adorna- 
vit, metropolitana scilicet sede illuc per Auguslinura, a Beato 
Gregorio, Pontifice Romano missum, transposita et locata. Sed 
et urbis Legionum, Archiepiscopus. Melropolitanae sedis Ihronum 
apud Meneviam collocavil." AI. p, 31. 

26. seplimus.] „Sanclum Samsonem significat, Eboracensem Archie- 
piscopum, qui a prophana Saxonum genta, ab Ecciesia et civi- 
täte expulsus, navigio transfretavit in Armoricum regnum, i. e. 
minorem Britanniam, in finibus Galliarum, super littus Oceani si- 
tarn, ibique in civitate Dolis Metropolitanam sibi Calhedram col- 
locavit. Venerunt autem cum eo sex fratres ipsius, sancli et 
magnifici, et magnarum virtutum viri: Melanius Matutus, Maclo- 
vius, Pabutual, Paternus, Waslocus, qui in aliis civitatibus ejus- 
dem regni ordinati sunt, et Ecclesiae Dei praefecti. Et hoc est, 
quod ait: „pastor Eboracensis seplimus in Armorico regno fre- 
quenlabilur.'* Hos * autem seplem fratres , usque in hodiernum 
diem, non solum gens incola terrae illius, sed et finitimae regio- 
nes, Septem Britanniae Sanetos appellant. Et quoniam ad id 
locorum devenimus, non erit improbum, si res quaedam mira et 
admiratione digna, quae vulgata hominum narratione refertur, 
praesenti loco a nobis, sicut se ofTert occasio, inseratur: quo* 
modo videlicet Septem fratres isti, uno parentum concubitu, uno 
matris conceptu suscepli fuerint, atque uno partu, uno die pro« 
ducti* Ajunt enim, quod mater eoruit)^ cum esset matrona no* 

22* 



* 



340 

bilis €t pudica, hurnana taoMO ignorantia in alias mulieriiiD er* 
raret jadicio, existimans et contestans, nuUam omnino femiaanim 
duos simul aut plures condpere posae, vel partre libenis, nisi 
cum tot Tiris carnale oommerciuin habuiaset Uide et de mu* 
lieribtts, quibus tale aliqaid, ut saepe accidit, evenisset, male 
seDtiebaf, et sicut erat ipsa falsa persaasione decepta, sie eas 
falsis suspicionibns falsisqae criminibus iafamabat. Propterea 
Deus natarae Creator, innocentiae testis, cordium et secretorum 
inspector, ut et ipsam a tarn pernicioao errore absolveret, et pa- 
dicarum innocenliam feminarnm ab, iajasta Uberaret infamia , fe- 
cit ut praefata mulier, licet in bac parte erronea, podica tarnen 
et casta, uno unius viri sui concubitu, UDO semine per septem 
matricis i. e. genitalis alicui cellulas, discreta diifüsione diffusa 
atque infuso, Septem sapra dictos germaoos conciperet» atque 
uno die de abstruso carcere materni uteri proferret in lucem. 
Quo viso, mulier tantae novitatis prodigio stupefacta, et quia 
monstruoso partu edito contremuit et eipavit : coBfusioms autem 
suae pndorem non ferens et metuens, ne stutpicioBesy quas de 
abia mulieribus habuerat, et criminaüooea» quibua eas injasta in- 
famatione notaverat, in proprium ipstus caput, secundum justam 
Dei retributionem, reciproea revolutione redirent, praecipit uoi 
de anciliulis, cui m^orem , quam aliis fidem babebat, ut pueros 
sine mora in fluvium occulte prcyiceret et necaret. lUa licet 
p«nrricidale facinus eihorreret, dominae tarnen confusioni compa- 
tieus, et visioni obtemperans, obvolutos cum festinatione ad flu- 
men, ut jussa facUs impieret. Sed nutu Dei, qui ab aelerno 
providerat et sciebat, quid de pueris istis facturus esset» accidit, 
ut ancillula pergens ad aquas, obvium baberet Episcopum quea« 
dam Sanctum, qui divino instinctu admonitus, gerulam puerorum 
Stare praecepit, quid bajularet percunclans. Nee fuit tergiver- 
sandi locus, aut mentiendi facultas, episcopo perurgente, ut in- 
cunetanter onere deposito involucrum aperiret^ et quid interius 
involutum haberetur, ostenderet. Quid multis? factum est, ut 
praecipit. Videns iiaque Sanclus Episcopus pueros elegantes, 
et in primo limine vitae, morti destinatos agnoscens, misericor- 
dia motus accepit eos, quasi loco filiorum, Cbristique baptismate 
consecravit, accersitisque nutricibus tradidit educandos. Cum 
autem ad idoneam venissent aetatem, literarum scbolis traditi, 
et nihilominus in omni discipUna divini timoris imbull, ad sum- 
mum sanctilatis et scientiae pervenerunt fastigium/* AI. p. 
32 ~ 34. 

Die Bretagniscben Legenden nennen zum Theil andre Namen, 
als Alanus. ,,En parlant du voiage des sept Saints, autrefois 
fameuz en Bretagne, et si usit6, qu' il y avoit mesme un cbe- 
mio pav^ destin^ tout exprez, appell^ pour cela le cbemin des 
^ept SaintSt dont j'ai vea des veatige3 aus environs de Dinan; 



S4I 

j'ai piru hesiter sur ces Saints, et n*ai 09^ Msur«r pesitWcmtiit 
si c'esioieut les premiers Evesques des ancians Siegea Bretons, 
en y joignant celui de Vanaes; mais depuis peu un homme qui 
Joint beaucoap de litterature k une Vie tr^s mortifi^e et trte 
^difiante, ä krit sar quelques 6claircisseaiens , que j'avois de« 
mandez en Bretagne, une lettre qui m'a est^ communiquee» dans 
laquelle, outre Texplication de beaucoup de mots Bretons« qui 
soBt dans le Glossaire, que j'ai mis ä la fin du seeond volume, 
j'ai trouve que je pouvois prononcer avec assurance, que les 
sepl Saints n'estoient autres, que cenx lä; et qu'on voit encore 
dans Feglise de Quimper, au coste meridionai de la porte du 
Choeur, un ancien autel dedie aux sept Saints, ou ces sept 
Evesques sont d^peints avec leur attributs, tirez de leurs prin- 
cipauz miracles, et leurs noms au bas, qui sont: St. Paul, St 
Gorentin, St. Tugdual, St. Samson, Sl Brieuc, et St. Nalo." 
Lobineau, Hist. de Bretagne. Paris, 1707, T. I, preface. 

27. Ifenevia.] Mynyv, Arth« B. — Moenia, Asc. 

28. praedieatör Hibemiae] Nemlich St. Gildas. Die Begebenheit, 

worauf der Text zielt, erzShlt ausführlich die Vita Gildae (s. 
meine Ausgabe des Nennius und Gildas, p. 117, 118.): „Prae^ 
dicabat (Gildas) omni Dominica apud maritaraaneem ecclesiam, 
quae stat in Pepidiauc regione, (Pembrokeshire , Cantred De?i, 
St. David; Usher, Prim. p. 442.) in tempore Trifini regis, in- 
numerabiii muUitudine plebis illum audiente. £t dam ineiperet 
praedicare, retenta est yox praedieationis in praedleante, unde 
plebs admirata est valde pro admirabili retentione. Sanctus 
Gildas illud comperiens praecepit omoibus astantibns exire, ut 
posset scire, utrum per aliquem illorum fiebat impedimentum 
praedieationis divinae« nee etiam posi recessionem eorum potuit 
praedicare. Interrogavit postea, si aliquis vel aliqua esset im 
ecciesia latenter, cui respondit Nonnila (Nemata, Nonna» Itelari) 
praegnans, Deivi sanctissimi pueri mater fulura: ,»Ego Nonnita 
hie maneo inter parietem et januam nolens inirare turham.** — 
His aadttis, praecepit illi exire, et postquam e&iverat, vocavit 
plebem, quae vecata venit, nt audiret Evangelicam praedicattonem. 
Post finitum sermonem interrogavit Angelum Dei praedictam 
rem, scilicet, qua de causa incoeperat praedicare, et non pote- 
rat ducere ad finem. At ille revelavit ei talia dicens: „Nonnila 
mulier sancta manet in ecciesia, quae nunc praegnans puerum 
paritura est cum immensa gratia, pro quo non potui praedicare, 
divina potestale sermonem renitente. Majoris gratiae erit puer 
, venUirus; nullus ei aequaparabit in vestris partibus. Ego reÜB" 
qnaBEi iUi istam regionem» ipse cito crescet et florebit de jietate 
in aetatem. Angelus enim Dei nuncius mihi declaravit istam ve- 
r4io deatinationem.'* 



342 

29. smguineui mber,] Nur. zn Rivallo's Zeit, L. II, c. 16. geschah 
solch Wunder, daher hier bildlich zu verstehn von Kdmpfen 
und Gemetzel, vermulhlich in Beziehung auf L. XI, 13. 

3t. alhi] alihi, Asc. 31. hortularum.] ortorum, Asc. 

32. Septem sceptrigeri.] Bledricus, Margadud,- Cadvan, Gadvalio, 
Edwinus, Osric, Oswald. L. XI, 13 ; XII, 1 — 10. 

32. ufius,] Nemlich der H. Oswald. 33. trunealmntur,] cf. XH, 9. 

34. indigenae,] Nemlich Cadwallo^ der nach Bretagne entflohen war, 
doch rächend heimkehrte. 

36. aeneum eguum.] S. L. Xlf, 13. 

37. in se ipsumt] Nach dem Tode des Gadwalladrus , XII, 14. 

37. *amre.] venire, Asc. 

38. uHio tonanlis.] Hungersnoth, XII, 15. 

40. exteras culturas.] Auswanderungen nach Armorica, XIT, 15. 

4t. Rex henedictus.] Gadwalladrus, XII, 17, 18. 

42. duodecimus] L. XII. c. 17 weist auf Merlins Prophezeihungen 
zurück : ,,d u o d e ci m a autem die Kalendarum Maji a. DOLXXXIX*' 
starb Kadwalladr (XII, 18.) daher anscheinlich eine Verwechs* 
lung des Todestags mit der Zahl der Heiligen. 

44. Ex8»rget albus dracö.] XU, 16, 19. 

46. rubeus.] rubicundus, Asc. 

46. coronabitur — humtibitur,] „Ab illo tempore potestas Brtlonum 

in insula cessavit, et Angli regnare coepernnt/* L. XII. 16 u. 
XII, 19. — Bis hierher Idsst sich genau die Prophetia aus 
Gottfrieds eigner .Chronik erläutern, und es ist nicht wohl, in 
Zweifel zu ziehn , dass der Verfasser absichtlich diese Ueberein- 
Stimmung gemacht hat Zweifelhafter wird die Auslegung im 
Folgenden aber, und die Erklärer haben nicht ermangelt, sie 
je nach den Interessen derer, welchen sie dienten, anzuwenden. 

47. princeps,] princeps justitiae, Asc. 

47. Terminus,] Kadwalladr starb nach Gottfried a, 689. Cadvallo's 

Todesjahr giebt er nicht an. Nach Alanus S. 60, sind die ISO- 
Jahre vom Tode Cadvallons ab in den 300 Jahren der angli- 
sehen Herrschaft mitenthalten. Unter Ethelred (nach 978) be- 
gannen die Dänenanfälle. Mit 1017 hatte Ganut die Herrschalt 
erlangt. — Ueber den Ursprung dieser Prophezei- 
hung s. meine Sagen von Merlin, S. 262. 

48. Centum — et quinquaginla.] — Albericus trium Fonti- 
um, Ghron, (ap. Leibnitz, Access, bist. II, 43): „Anno DLXV. 
In Scotia Golumba Presbyter claret, qui fundaverat Ardemach in 
Hybernia. Ab hinc incipe GL annos secundum Merlinum.*^ 

49. trecenlis,] — Alb. tr. Font, 1. c. : „Anno DGGXVII. Hie incipe 

computationem GGG annorum secundum propheciam Merlini de 
Regibus Britonum et Anglorum. 

50. Aquilo.] Die Dänen. Auffallend ist der Sprung, den die Pro- 

phetia macht, fast die ganze angelsächsische Herrschaft, samt 



- 8*S 

AJfred ubd Athelstan öbergeheDd, ungeftcbtet Wales in d^ Zeit 
nicht unbedeutende Kämpfe mit den Sachsen hatte, un^ die 
£poche machende Regierung des Howel Dda in diese Zeit fällt. 
Schon hieraus mochte man muthmassen, dass von GadwaUadr*s 
Zeit ab dieselbe nicht von einem Wälschen, sondern Norman« 
nischen Verfasser herröhre. 

51. deauratio.] Die PIfinderungen der Dänen. 

a, NeuslriaeJ] Normandie, AI. p. 66. — Flandras, Arth. B. 

54. Populus,] Der Eroberungszug Wilhelms, a. 1066. — AI. p. 67 
— 72. Wilhelm vertrieb die Dänen, setzte die beraubten britti- 
schen Grossen in ihre Göter wieder ein, machte die zurückblei- 
benden Dänen unterthänig, und legte ihnen Zehnten auf (deci- 
raabuntur) AI. p. 73. Im 12. Buch seiner Bist. Eccles. ad. ann. 
1127 (ap. Du Chesne, Bist. Normann. Script. Paris, 1619. p. 
887.) rückt OrdericusVitalis die bezeichnete Stelle der 
Prophetia wörtlich ein, ohne jedoch Gottfried zu nennen. Als 
Orderich das Buch schrieb, sass nach seiner Angabe damals 
Hugo von Montfort bereits 14 Jahre eingekerkert; er wurde 
aber 1124 gefangen genommen, mithin ist jenes Buch 1138 
verfasst. Orderich möchte daher einer der ersten gewesen sein, 
die Gottfrieds Prophetia excerpirt haben. Die vollständige Hi- 
storia bleibt von ihm unerwähnt, und er scheint sie nicht ge- 
kannt zu haben, da er im Uebrigen nicht auf sie, sondern auf 
Gildas (resp. Nennius) und Beda Bezug nimmt. Es bestätigt dies 
Gottfrieds Angabe, dass er die Prophetia ursprünglich als ein 
besondres Werk verfasst hat, welche Orderich ein libellum Mer- 
lini nennt: „Ecce Ambrosii Merlini prophetia, quam (empöre 
Guortigerni Regis Brittanniae vaticinatus est, per DC annos in 
pluribus manifeste completa est. Unde Übet mihi quaedam huic 
opusculo inserere, quae temporibus aetatis nostrae videntur com- 
petere. Gontemporaneus quippe beato Germano Antissiodorensi 
Episcopo fuit. Qui tempore Valentitiiani Imperatoris in Britan- 
niam bis transfretavit, et contra Pelagium ejusque sequaces in 
gratiam Dei garrientes disputavit, et pluribus signis in nomine 
Domini peractis, haereticos confutavit. Deinde, postquam Pascha- 
lia festa devote celebravit, contra Saxones- Anglos, qui tunc 
pagani Ghristicolas Britones oppugnabant, pugnavit: et plus pre- 
cibus quam armis robustus, cum exercitu nuper baptizatorum 
alleluya vociferans, ethnicum agmen fugavil. Si quis haec et 
alia de casibus Britonum plenius nosse desiderat, Gildas Brito- 
nis Historiographi et Bedae Anglici libros legat. In quibus de 
Guortemiro et fratribus ejus, et de forti Arturo, qui XII bella 
contra Anglos fecit, luculenta narratio legentibus emicat. Fer- 
tur, quod Merlinus Guortigerno monstraverit stagnum in medio 
pavimento, et in stagno duo vasa, et in yasis tentorium compli. 
catum, et in tentorio duos vermes, quorum unus erat albus, et 



8M 

«tter rttfd». Qiti mox admodam cl^vtrunt, M draeoMft facti 
mntuo crudeliter pagnaverttnt, Tandam rub^as Ticit, et album 
Hsque ad marginem stagni fagafit. Haee niminiiii Rege spectante 
com Britonibtts tristis ploravit. Merlinus inqaisitus vates ab 
attonitift spectatonbus praeaago spiritu d^serqit, qsod stagoo in 
medio pavimento figuraretur mundus, duobus vasis iosolae Ocea- 
ni, tentorio urbes BritanDiae et vioi, ia quibus humana est habi- 
talio. Duobus vero vermibus duo populi Britonum etAugtorum 
designantur, qui diris conflictibus vicissim vexabuntur; doncc 
saoguinoleDti Saxones, qui per rubeum draconem portenduntur, 
usque in Cornubiam, et supra littus Oceani Britones fugabunt, 
qui per album vermem figurati sunt, quia fönte baptismatis a 
diebus Lucii Regis et Eleutherii Papae dealbati sunt. Jam die- 
tus vates seriatim quae futura erant insulis Septentrionis prae- 
dixit, typicisque locutionibus memoriae literarum tradidiL Deinde 
postquam de Germanico verme et decimatione Neustriae locutus 
est» quae in Alfredo fratre Eduardi filii Egelredi Regis, et so- 
dalibus ejus Guelbeford dicta est: sie de praesentis aevi volu* 
bililat« et rerum turbida variatione vaticinatus est. -*- ,,Populus 
in ligno etc. — revertentur cives in insulam.'* — Hanc lectiuncu- 
lam de Merlini libello excerpsi et studiosis, quibus propalatus 
non est, quantulamcumque stillam propinavi; cujus aliquam par- 
tem in rebus gestis intellexi. Plura vero, ni fallor, cum moe- 
rore seu gaudio experientur adhuc nascituri. Historiarum gnari 
ejus dicta facile polerunt inlelligere, qui noverunt ea, quae con- 
ligerunt Hengisl et Caligirno, Pascent et Arturo, Edelberto et 
Edvino, Oswaldo el Osvio, Cedwel et Elfredo, aliisque Principi- 
bus Anglorum et Britonum usque ad tempora Henrici et Grit- 
fridi^ qui dubia sub sorte adhuc imminentia praestolantur, quae 
sibi divinitus ineffabili disposilione ordinantur. Nam luce cla- 
rius patet callenti, quod de duobus filiis Guillelmi dicitur : „Suc- 
cedent — inquit — duo dracones, domini scilicet libidinosi et 
feroces, quorum aller invidiae spiculo, i. e. Guillelmus Rufus, 
in venatione sagitta suffocabitur; alter, i. e. Rodbertus dux, sub 
umbra earceris stemma pristini nominis,'i. e. Ducis, gerens per- 
ibil. „Succedet Leo justitiae,'* quod referlur ad Henricum „ad 
' cujus rugitum Gallicanae turres et insulani dracones contremi- 
ccunt,** quia ipse divitiis et polestate transcendit oranes, qui ante 
illum in Anglia regnaverunt. Sic cetera sophistae liquido dis- 
cutiant. Multa possem explanando dicere, si commentarium ni- 
terer vel scirem super Merlinum edere. Sed bis omissis ad 
narrationis ordinem revertar, et nostrorum casus veraciter pro- 
sequar.'* 

59. servilutis,] perpetuae servilutis, Asc. 

60. Succedent duo dracones,] Wilhelm hinterliess drei Söhne; Ro- 

bert erhielt die Normandie, Wilhelm England, und Heinrich nur 
die Güter seiner Mutter, 



96 

%dl umiiäe ^iaüo,] Bezieht sich aaf die mdtrfoch b9wi«0ede Treu- 
losigkeit und die Angriffe Wilhelms atif die Normandie und ge- 
gen seinen Bruder Robert. • 

61. $üb wffbru wnndnis.] numinis, H. • — Robert machte den Kreuzzug 
mit, und zögerte auf der Heimkehr, von Liebe befangen, so lange 
in Italien, dass inzwischen Heinrich sich des englischen Thrones 
bemilchtigte, und er auf die Normandie beschrinkt blieb. S. 
Alan. p. 73 — 86. 

BS. Leo Juslitiae.] Aehnlich wie Ordericus Vitalts, s. oben, erläutert 
Sugerii über de Vita Ludovici Grossi, ap. Duchesne, Uist. 
Franc. Script. T. IV, p, 295, A, B. — Auch Alan. S. 86, 
stimmt damit öbeiein. Die Bezeichnung als leo juslitiae ist 
treffend, da Heinrich durchgreifende Reformen in der Gesetz- 
gcfbung traf. 

63. tremebunt.] Trement, Asc. 

63: In äiehus Ulis — manäbit.] Urtica, quae mordet et exurit, pec- 
catores malefactoresque significat, lilium vero justos, qui sunt 

Christi bonus odor. Significat, quod manus ejus ^ 

muner^t nimis Itbenter acceperunt, nee peccator nee justus effu- 
geret. — — Deinde addil, argentum etc.** — Aliam quandam 
significat pensionem, quae vulgo ungulatura vocatur, quam 
pro ungulis boum, i. e. pedibus ab emptore vel venditore ad 
regnum fiscum Solon instituit." AI. p, 87. 

63. ex tilio.] — de lilio, Asc. 

64. Calamistrali.] — y calamistreit, Arlh. B. „Calamistrum est 
ferreum quoddam instrumentum , quo capilli torquentur. Inde 
Calamistratura dicilur criniuro intorlura. — Cal. — vestibunt: 
i. e. varias pelles, et exter. hab. — signabit, i. e. animi vani- 
tatem atque inanis gloriae levitatem.** AI. p. 87. Besser möch- 
ten unter Calamistrati , die Geschornen, Tonsur Tragenden, 
Mönche und Geistlichkeit, zu verslehn sein, deren Rang und 
Stand durch neue Kleidung unterschieden wird. Alan fuhrt 
selbst p. 86 an, dass der König indebitas consuetudines im geist- 
lichen Regiment eingeführt habe. 

66. pedes lalranUum — dolelnt ] „Venationes enim sub tanta inter- 
minatione prohibuit, ut verbl gratia, capitale esset, si quis cer- 
vum prendidisset. Quae tamen venandi prohibitionem ab He»» 
rico, sed a praedeeessore ejus Wilhelmo videlicet Rege initium 
sumsiL Quibus artibus ita principum in se incitavit invidiam, 
ut saepe contra ejus salutem unanimi conspiratione jurarent. 
Quorum unus Robertus nomine Gomes Humbronensium, orta in- 
ter ipsum et Regem non modica contentione Yerborum, in pro- 
viaciam sui juris abiit, magnum adversus Dominum suum Regem 
molimina conaturus. Sed Wilhelmo Rege ejus vestigia evesti- 
gio subsequente, caule, captus est, et aeternis vinculis irretitus. 
Alter V\^iUieloius de Ou proditionis apud Regem -inoasaius, et 



349 

delatorem äd daellam proTocans, extesticulatus est, et laminiba^ 
ocalorum orbatus. Multos illa delatio magnae nobilitatis et pro- 
bitatis viros , et a concinnatae •^actionis conspiratione innocentes 
involvit. De quorum numero fuit et Wilhelmus \e Alderiar, 
speciosae admodum personae homo, et compater ipsius Regts. 
Is patibulo affigi jussas, Osmundo episcopo Saiisberiae confessus, 
et per omnes Ecclesias oppidi flagellatus. Itaqae dispersis ad 
pauperes vestibus suis, nudus ad suspendium ibat, delicatam ac 
teneram carnem, frequentibus super acutissimas petras gena 
flexionibus cruentatus. £piscopo autem et populo consequente 
ad locum supplrcii, bis sermonibus de innocentia sua satis fecit 
Sic, inquit, me Deus bodie ia exitu mortis ab omni malo libe- 
rare dignelur, ut de re isla, de €[ua accusor, innocens sum et 
immunis. £t quidem scio, quod sententia in me prolata a fa- 
cie Regis non revocabitur« sed volö vos omues innocenliae meae 
conscios habere ac testes. Tunc episcopus commendans ani* 
mam ejus Deo, et aspergens eum aqua benedicta discessit. lUe 
autem appensus est, admirando fortitudinis speclaculo, ut nee 
gemitum moriturus emitteret, nee moriens saltem suspirium pro- 
dere deprehenderetur. — ,,Pedes latr. — dolebit" — h. e. 
quidem, quod dicit, feras quidem pacem habituras, sed humant« 
tatem supplicia dolituram. Pedes itaque rex canibus truncari 
praecepit, ne feras ac bestias saltuum insequi, vel capere possent.*' 
AI. p. 87, 88. — 

67. Dimidium rotundum.] „ Hoc est : Nummos , quibus commercia 
totius regni fiebant, per medium sphaerice circumcidi, ac ro- 
tundari praecepit, ad certum pondus. ^' AI. p. 88. Henricus 
de Knyghton, — De Eventibus Angliae, L. III. (ap, Twys- 
den, col« 2463.), wendet die Prophezeihung auf die 1279 von 
Eduard III. geschlagenen neuen runden Münzen an: „Anno 1279 
rex (Edwardus) fecit indici novam monetam, obulum scilicet et 
quadrantem rotundum, in quo prophetia Merlini videtur impleta, 
ubi dicitur; „denarium rotundum erit." 

68. peribit] „Per milvos et lupos praedones significat et tyrannos, 

quorum depraedationibus et rapinis Henricus rex finem impo* 
suil." A 1. p. 89. 

69. Catuli leonis — Irans formäbuntur.] — „Servat leonis mela- 
phoram, Henrici Regis filios catulos leonis appellans, sicut 
ipsum leonem justitiae nuncupavit. — Cum Rex Henricus a Nor- 
mannia cum filiis navigaret in Angliam, subito tempestate oborta, 
submersa est navis, in qua Ijberi ejus erant, sicque aequoreis 
piscibus esca fuerunt, patre superstite, qui per providentiam Dei 
in alia navi positus erat." AI. p. 89. — Auf dasselbe unglück- 
liche Ereigniss bezieht sich das Chron. Gervasii (ap. Twys- 
den, p. 1339,) ad ann. 1122: „Et sicut Merlinus praedixerat: 
catttli leenis in aequoreos pisces sunt transformatl*' -«< Ebenso 



347 

Draco Normannieus, L. 1, c. 36 (Notices et exiraits des 
Mss.^ T. VIIF, p. 304): „Quod post praedictum bellum, ubi rex 
Franciae cum coroite Flandriae erat superatus, dam rex Anglo- 
rum Henricus in Angliam transit, filius ejus Wiüelmus et Ri- 
chardus cum mnltis naufragiis perierunt, Merlrno id antea pro- 
pbetizante/' 

70. aquila — nidificdbit.] montem Aramura, Asc. — Morianum, 

Alan. — Ac eryr hvnnv awna ynylh ar vynyd y avia, Arth. • 
B. — Alanns liest morianum montem, und deutet es auf Italien ; 
der Adler sei Mathilde, die Tochter Heinrichs I, die mit dem 
deutschen Kaiser Heinrich V. vermählt ward, und so durch ihn 
romische Königin ward. Er bemerkt, wenn andre Mss. „mon- 
tem avium" lesen, so sei damit der Mons Jovis, d. h. die Al- 
pen, und damit wieder Italien bezeichnet, oder es heisse der 
„unwegsame Berg," was gleichfalls von denselben zu verstehen 
sei. Lese man aber m. Anivium, der in England liege, so werde 
damit Brittannien bezeichnet unter der Herrschaft von Heinrichs 
Nachfolgern. In Aravio monte tödtete Arthur den Riesen Ritho 
(infr. X , 3) , der aus den Barten von Königen eir\ Kleid trug, 
und dazu sich auch Arthurs Bart ausgebeten hatte. S. Anm. das. 

71. Venedocia rubehit.] Bezieht sich auf die Kämpfe Heinrichs ge- 
gen Wales, die dessen Bruder Wilhelm, doch ohne sonderlichen 
Erfolg und mit öfterem Missgeschick, führte. 

71. damus Corinei.] Cornubia, Gornwallis, nach Coriveus benannt; 
infr. L. I, c. 16. 

71. sex fratres,] — „Sex isti fratres (iornubienses filii fuerunt Fre- 

viuni, qui erat ipstus Gornubiae Vicecomes, sub praefato Rege 
Henrico." AI p. 93. 

72. noctumis — provocahunfur.] „Haec jam,de morte Regis Hen- 

rici dicuntur, quae totius insulae populo lachrimosa fuit et fle- 
bilis — et inconsolabili plangore et miserabili ejulatu univer- 
sam patriam complevit. Nunc ad rapinas et caedes, ad civiles 
discordias, et intestina bella provocabuntur." AI. p. 93. 

73. Vae tibi Neustria — - elimindbitur.] Alanus übergeht diesen 
Satz ganz mit Stillschweigen. Wir stehn , nach der bisherigen 
Auslegung, jetzt ungefähr in der Zeit, da Gottfried schrieb. 
Alanus schrieb unter Heinrieh II. nach seiner eignen Versicherung, 
der von 1150 --> 1189 regierte. Nach einer Annahme soll Alan 
1202 gestorben sein. Wenn andre ihm erst 1294 den Tod 
geben, so widerspricht dies seinen eignen Worten p. 101 u. 102. 

75. Nitentur — süblimabitur,} ipTransvolare superna, h. e. regni 
coronam capiti suo imponere. — Novos appeüat Gauflridum Go- 
mitem, et filios ejus ex Matilde filia regis^ m quos major homi- 
Dum numerus tanquam in naturales dominos sese alTectiosius 
ac familiarius inclinabit. Unde et Henricus primogenitus fratrum, 
post dira praelia et diatuma bella, tandem inito foedere pacis. 



S48 

eum Suphano riege, sncoessdr regai ab iUo destgnatas est futu- 
rus post obttum suum/' AI. p. 94* Bbe&so Alber, tr. Font, 
chron. ad ann. 1136 u. 1139. (LeibDiU, Aoeeas. bist. II, p. 
278« uad 286.) 
7%, Noeehii — iudnerit,] „Jam Stephanus regio diademate iasigni- 
tus erat, et regni possessor (1136), homo mansuelas et pius, 
sed impii bomines ejus pielate abusi, numqaam eum infestare 
quieverunt, donec sese genitore induit> Hearicum scüL juvenem 
affiliando« i. e. in filium adoptando, et regiae dignitatis sueeesso- 
rem« post excessum vitae suae designando/' AI. p. 94. — 
Matthäus Paris. (Bist. Major, ed. London, 1640, T.* I, p. 
86) ad ann. 1153 bemerkt zu dem zwischen Stephan und Hein- 
ricli IL geschlossnen Vertrage: „Et sie illud propheticum Mer* 
lini attenda^ur, quod dixit: nocebit possidenti ex impiis pietas, 
donec sese genitore indüerit. — Manifestum est regem Stepba- 
num Henricnm instituisse heredem, quem non genuit, dum ipsum 
adoptavit in filium et regni participem, et post modo suc- 
cessorem,'^ etc. *- 

77. Apri -7- Iranscendet,] „Cum pacificalus fuerit Henrico Stephanus 
rex illius auxilio fultus, ac per hoc se ipso fortior atque ani- 
mosior factus, et quasi in aprinam feritatem alternatus, cacu« 
mina montium et umbram galeati transcendet, montium vocat 
oppida in montibus sita, versus Albaniam i. e. Scotiam, oppi- 
dum videlicet Agned> quod nunc immulato nomine dicitur ca- 
stellum pueliarum, et montem Gallarnm, quem nunc pro- 
vinciae illius incolae vocant montem dolorosum. Alclud 
quoque et Kaerbraae , qnae et ipsa * fortasse nunc äliis nomini- 
bus nuncupantur.*' AL p. 95. 

79. coUateralibus.'\ d. h. die Nachbarn von Schottland , Walenses et 
Picti: ,»Hi nempe Stephanum regem et successorem ejus Henri- 
cum junctis viribus gravissimis praeliis vexaverunt, multosque 
de eorum militia peremerunt. Sed non impune." AL p. 96. 

79. Däbitur — fabricdlntur,] „Fraenum, quo Albanorum atque Wal- 
lensium irruptiones impetusque inhibiti sunt ac fraenati, vocat Hen. 
rici ejus potentiam, qui neque in Anglia, neque in Normannia, 
sed in terra Andegavensiuni' Gomitis, videlicet Oaafridi patris 
ejus, Armortco sinui vicina atque contermina oriundus fuit Hie 
namque Wallenses et Scotos» licet post dirissima praelia, et mul- 
tas suorum caedes, sub jugum tarnen postremo misit, ae suae 
volutttati subjecit/' AL p. 97. — Als 1174 der König Wilhelm 
von Schottland nach der Scj^dit von Alnvic von Heinrich U. 
gefangen vrard« zweifelte man nicht, dass hier diese Prophezei- 
hung Merlins sich erfüllt habe. „Rege autem (Scottontm) apnd 
Richemont castellum carcerali custodiae deputalo videtur impleta 
Merlini prophetia dicentis : Dabitur etc. «-^ „Stnum Armoricum" 
v^cans „eastelliup de Riehemoni'* ab ArmoHcifl principibnsi et 



SM 

toBC ab haereditam jmre possessam'^ (Mattliaeni Paris. 
Hiat^ Maj. Loodon, 1640, I, p. 130.). derselbe Sehnftoteiier 
wendet aber diese WeMsafimg aueh auf den 1188 von Hein- 
ridi 11 mit Kö«ig Philipp von Frankreich gesdilossiieii Frieden 
an: ,,In hoc antem eventu videtar prophetia, vel prognoaticum 
did debeat, Merlini eompleta, quae dieit: Oabitur etc.*' (Id. 
eod. p. 151.). «- Radulphus Dicetas raft bei derselben 
VeranlassuBg aus: „Eece rex Angionim Henricus, qni tot popu- 
los Tiriliter edomaerat, qni victoriam semper reportaverat ab 
inimiais, proh dolor! juxta propbetiam Merlini: masiUis suis dari 
Ireiium, cognoseere potuit*^ (Imagines histor. ap. Rog.Twysden, 
coL 645.). 

81. Apdla rupti /oe^ms.] „Aqoflam istam quidam, imo paene oni- 
nes infeliigttnt MaHld^m Imperatricem. Haec igitur aquila Hen- 
rienm filinm sunm deauravit, quoniam ex materno jure ad eum 
regni corona devenit Qnae bene aquila nipti foederis nomina« 
tur, non qood ipsa ruperit, sed quod ei alii multi de majoribus 
regni princ^Hbus ruperunt illod videlicet juramentnm quod ei 
fecenint, jnbente Rege Henrico seniore, patre ipsius Matildis de 
stteeessione regni, mortuo fratre euo Roberto, qui jam coronatus 
faerat, et inunctus in Regem, antequam in mare demersus et 
vrta privaretur et regno. Hoc sacramentum fecisse Matildi etiam 
Stephanum Regem, non incerta opinio est. Stetit haec fides in- 
tegra et illaesa, virente Henrico Rege, sed eo moriente emortua 
est, foedere Tioiato. Dicitur ergo aquila rupti foederis, non quod 
aliis ipsa, sed quod alii ipsi ruperunt.*^ AI. p, 98. 

81. tertia nidißcatione.] „Tres enim filios habuit, Henricum, Gaufri- 
dum atque Wilhelmum: e quibus duobus, seeundi et tertü mor- 
tes vidit et luxit, de tertio superstile, i. e. Henrico gavisa (Ma- 
tildis). Verum quoniam prima ejus nidificalio fuit hie ipse Hen- 
ricus, non tertia, secunda vero Gaufridus, tertia autem Wilhel- 
mus, praemissa interpretatio vacillare videtur, nee Matildi con- 
venienter posse aptari. Possumus autem non absurde dicere, 
quod prima ejus nidificatio fuerit cum primo marito suo Hen- 
rico, videticet Imperatore Romanorum, secunda cum secundo, 
i. e. Gaufrido Gomite Andegarorum, tertia cum Christo Rege 
coelomm, cui tertio loco post mortem dnorum, quos diximus 
maritorum^ immortah immortaiiler nupsit. Quidam tarnen putant, 
imo multi asseruni, aquüam rupti foederis debere intelligi, non 
praecttctam Matildem Imperatricem, sed Reginam Francorum, quae 
oonsanguinitate inventa inter ipsam et virum suum. Regem vide- 
licet Lndovicum» nipto foedere maritaü, dissociata est a Choro 
jugali, nupsitque Henrico Dud Normanniae, nondum regno An- 
glorum adepto. Cujus frenum i. e. potentiam quodammodo de- 
«nrafit, ae plnrimom decoris adjecit, addito videlicet princlpatui 
<9«s totitis AqnitoBtae dominato, Haec aquila tertia nidificatione 



isa 

94. iMUC-] 9»£)Rat autem (Henrieus III) statura« medio6ris> eompacti 
corporis, aiteriiu oculi paipebra «kmissiore, i<a ut partem nigre- 
dinis pupillo celaret Robustus viribus, sed praeceps in factia, 
in quibus tarnen, quia fortimatos et fÜices exiUis babuit, putant 
eum muhi apud Merlinun) fatidicum per Lincem demgf^Minm, om- 
nia penetrantem'« (Matth. Paris. Hist. Maj. anno 1273. Ed. 
1640, p. 1009.). Die Gesandten Eduards lU, Adam Orleton, 
Bischof von Worcester, und Roger Norlhborough , Bischof von 
Lichfield und Coventry, die 1B29 die • BegenLscbaft Frankreichs 
für ihren Herren beanspruchten, begannen ihre Rede: „€e fa- 
meux proph&te Merlin, aux yeux duquel les plus mi^morables 
^v^nemens des choses humaines ont este clairement presens, 
nous a distinctemeot marque dans ses pr^dictions, qu' au temps 
oü noas sommes, les Lys et les Leopards seroient unis dans 
un mesme champ, et que les nobles royaumes de France et 
d'Angleterre n' auroient plus qu' un mesme. monarque (F. de 
Mezeray, Hist. de France, Paris. 1685-). 

99. Perironis.] Perinoris, Asc. — Peritonis, AI. — Avon Pery- 
don^ Arth. B. — Qui locus alio fortasse nunc nomine appel- 
latur, AI. p. 168. Derselbe bezeugt, dass die Dritten unter dem 
niveus senex Arthur verstehn, der dereinst* in sein Reich 
wiederkehren werde, und fährt fort: ,,Nos autem licet eorum 
opinioni, vel potius errori, de vita adhuc Arturi nullomodo as« 
sentiamus, sed rideamus, reditum tarnen Britannici populi in na- 
turale solum, et iterum regnaturos, si Merlino creditur, negare 
non possumus. Maoifestissime enim hoc declarat, cum addit: 
Cadvalladrus vocabit Conanum*' etc. — AI. p. 112. — 

90. cum Candida.] in cand. Asc — 

100. Cadvalladrus.] cf. L. XII, c. 17 sequ. 

102. sanguine mandburU,'] Sehsamer Weise wandle man diese 
Stelle auf den Verheerungszug Eduards I gegen Wales an : „Tunc 
multi nobiles de Wallensibus ad pacem regis venerunt, et qui 
nolebant, fame et inedia miserabiiiter sunt consumpti: et juxta 
prophetiam Merlini, facta est magna regni desolatio, velut si 
flumipa sanguine mauarent" ((Ihron. sive Annales Prioratus 
de Dunstaple, ed. Th. Hearne, Oxon. 1733. T. II, p. 474, 
475; ad anu. 1282.). 

103. BruH diademate.] Auf denselben Kriegszug nimmt Matthäus 
von Westminster Bezug: „Hoc igitur Wailenses, non infortunio, 
sed miraculo ascribentes, suo principi suggesserunt quod virili- 
ter ageret, nee timeret eo quod in brevi, secundum prophetiam 
Merlini, diademate Bruti debuit coronari. Princeps igitwr Wal- 
Uae Leolinus, assumpto exercitu copioso, ad campestna descen- 
debat, fratri suo Davidi montana relinquens. Eadmundus haeres 
fMDosi miiitis, jam defuncti Rogeri de mortuo man, eum qui- 
busdam marchionibus irruit in exercitum Leolini« ^ sine detri* 



>S3 

mento suorum magna naltihldo Wallensiuai est perempüt» in 
quo conflietu caput prineipis fuerat ampufatiiiny et ad civitatem 
Londinensem deportatum, et haedera coronatum per multa tem- 
pora super turrim Londinensem fuit ereetum, de qaa prias pa- 
ter suns Griffinus cecidit, et fractis cervicibos etpiravit (Floren 
Hist. Ed. London, 1570, p, 370.). 



Kapitel IV. 

1. (rutnlonm.] Wincester. S. L. II, c. 9, Anm. Kaer-Guen. 

2. bibei] biberit, Asc. 4. altero,] secundo, Asc. 
9, ligmrni.] Hmphum, Asc. 

11. Canuii.] Canul regierte von 1017—1036. Früher kann daher 
fuglich diese Stelle der Prophezeihung nicht geschrieben sein, 

13. refecerU.] reficiet, Asc. 16. fumabunl] fumigabunt, Asc. 

17. Rulenos.] „Et ut certissime scias, Ruthenos esse Flandren- 
ses, lege in historia Britoiium, quia Julius Caesar, cum devicta 
Gallia et suhjecta Romanis esset in littore Ruthenorum, vidit Brit- 
taniam, quae ibi inter Wissant et Dorobellum angusto freti divi- 
ditur aestu, quaesivit, quaenam insula esset? et audivit, Brittan- 
niam esse," AI. p. 202. 

22. Daneium nemus.] Daneum, AI. — Danet, Anh. B. — „Id est 
Scotia, a parte videlicet significans totum,'' AL p. 206, Nach 
Giles der Wald von Dean in Gloucestershire. 

25. applicant,] applicantur, Asc. 

28. Yae perjurae genli.] Auch für einen Moralprediger galt Merlin. 
So verweist der Mönch v. Malmesbury, gegen die Bekenner des 
falschen Glaubens eifernd, auf ihn: „Merlinus vobis ait: Vae 
genti perjurae! ostendens propter perjurium aliquod excidium 
nobis evenire" (Johannis de Trokelowe, AnnaL Edwardi 
IL etc. p. 160.). 

30. Ericius.] Bekannt ist die Weise des Igels, Aepfel auf seine Sta- 
cheln sich kollernd zu stecken, und so in sein Lager zum Win- 
tervorrath zu tragen. 

40. Calalerio.] Galaphio, Asc. cf. Anm. L. III, c. 17, 

40. Ärdea.] „Ales in auspiciis semper infaustus.'* AI p. 216. 

46. Galäbes,] Galalias, Asc. „Quae est in finibus Cambriae," AL 
p. 216. 

59. amissa.] commissa, Asc. 59. causam.] casum, Asc. 

60. inierint.l noverint, Asc. 60. et aures.] ai^rem, Asc. 
62. Interim] Iterum, Asc« 73. mutuabit.] mutabit, Asc. 
74. in ipsos fiet.] ipsos feriet, Asc. 

84. Galaes.] „In finibus Gambriae/' AL p. 231. 
89. Malvemiae,] Malerniae, AL p. 234. Die Malvern^Hills sind der 
Höhenzug y der Glocestershire von Herefordshire trennt, be« 

Homnonth Htet. ed. Saa-Marte« 23 



S&4 

kannt wegen des schönen Grabens , den Gilbert Cläre , Graf r. 
Glocester, an selbigen verfertigen liess, um seine GQter von der 
Diöcese von Worcester zu scheiden. 

91. tüübäbunt.] mutabunt, Asc. 

92> Panchaii] Pachaii, H. — Pachacii, AI. 

92. ignei anhelüu,] igneis anhelitibus, Asc. 

112. Kaerduhali] Kaerdubal seheint Alan p. 245 für Exonia zu hal- 
ten. — Kaer* Dubais Arth. B. 
115. ut alter.] et alter, Asc. 115. dilaniel.] dilaniabit, Asc. 
118. interfeclis, residuos.] residuis interfectis, Asc. 
122. roiundilalem.] rotunditate, Asc. 128. segele,] segetem, Asc. 
144. dtto.] duo insulae, Asc, 153. studebit.] vacabit, G. 
157. mutähunt] negabunt, Asc. 170. recurva.] recurvata, Asc. 
176. ScorpionU.] Scorpii, Asc. 



-HC^O 



Achtes Buch. 



Kapitel I. 



1. Cum.] Dum, H. Unter üebergehung der Prophezeibangen fährt 
Wace fori: 

Li rois a muh loe Merlin, 
Et mult le tint a bon devin. 
Demanda lui quant il morroit 
El par quel fin il finerroil? etc. (Br. v. 7737.), 
7. Ad haec Merlinus.] Cui Merlinus dixit, Asc. 
tS. vüäbis.] vilare possis, Asc. 

23. Devoräbit,] Haec Merlinus. — Finis libri quarti, qni est fere 
de prophetiis Merlini, Asc Darauf beginnt bei Asc. das fünfte 
Buch, und Cap. I, mit den Worten: His dictis: Ecce postera 
die Aurelius Ambrosius appellitur cum germano suo decem mi* 
libus mihlum oorailatus. — Nennius, §. 42, fögt noch am 
Schluss des Gesprächs Merlins mit Vortigern hinzu: „El arcem 
dedit rei illi, cum omnibus regnis oecidentalis plagae Brittanniae. 



Kapitel II. 



Nach Gildas, hist. c. 26, 26, erzühlt Beda, H. E. I, 16, 
das Auftreten des Aurelius: „At ubi hostilis exercitus extermi- 
natis dispersi9<|ue insulae iddigenis domum reversus est, coepe- 
runt el^illi paulatim vires änimosque resumere, emergentes de 
latibulis, quibus abditi fuerant, et unanimo consensu auxilium 
coeleste precantes, ne usque ad internicionem usquequaque de- 
lerentur. Utebantur eo tempore duce Ambrosio Aureliano, viro 
modesto, qui solus forte Romanae gentis praefatae tempestati 
superfuerat, occisis in eadem parentibus regium nomen et in- 
signe ferentibus« Hoc ergo duce vires capessunt Britones, ut 
victores provocantes ad praelium, victoriam (ipsi Deo favente) 
snsciptunt. £t.ex.^ tempore nunc cives, nunc hostes vincebant, 
usque ad annum obsessionis Badonici montis, quando non mi* 
nimas eis^jem hostibus Titrages dabant, quadragesimo circitur et 
quarto anno-^ advenliiß eqrum in Britanniam. Sed haec postmo- 
dum.*' -^^gildas 1. c» c. 25, nennt den Aurelius „virum mo- 
destum, jqui solus fuit comis, fidelis, fortis, veraique, forte Ro- 
manze geogsy qui tantae tempesUtis coUisione occisis in e«d«ii 

23* 



3Ö6 

parentibus, purpura nimirum indutis superfuerat/' — Vergl. 
üsher, Prim. c, 13, p. 239, 240.— Der Verf. der Briltan- 
nia after the Romans, I. p. 72, 96, hält mit unhaltbarer 
Behauptung den Aurelius Ambro^iivs und Ambrosius Merlin für 
ursprünglich eine und dieselbe Person, die jedoch durch Barden 
und Triaden in zwei &a gelheilt wurde, dass Aurelius König, 
und Merlin Wahrsager ward. Ebenso sei Arthur nur eine Wie- 
derholung des Merlin-Ambrosius, Ferner s. über Aurel. Ambros. 
Usher, Prim, p. 1116. — Vita Sancti Dubricii §. 4, 5, ap. 
A.pgl. Sacr. H, 656, 657. — Carte, Hist. oT Enjl l^ 11^7, 
200, 204, 205, wo seine Identität mit dem Nat«n-i;.eQd der 
Angels. Chronik nachzuweis^eii versuclM i^l* S^ A 9 m. L. IX, c. 4. 
4. autem.] igitur, Asc. 

10. Genoreu.] Geneorum, Asc.—:- Casleit Gronwy» Ty s. Arth. Var. 
le^t. : Geueire^ Genevie, Genore, Geooire. Bf. Nach Usher ein 
Dorf am Fluss Wye in Herefovdshire, das i^h jeUt diesen 
Namen führt. Roberts macht darauf aufmevksain, dasa iie^ßß 
da^ SehlQS9 i^ Goroagaaus sei, das Vorligern dem llengi^ 
n»U deßSQQ Lande Keat gab) cf. L. Vi c. 12. 

12. Her^«..] Epgin, Tys. 

!%• (k^4»^] GiMaAe> Ase. -r- Qwy, Tys. -<<* Gaie, Wualle, Waie, 
AVk D«r FJtuas Wye, dec in Cardiganahire onlspriiigl, vojr Rad- 
no^ HerefQvd» Bireeknock und Monroottlh vorbei^ und oberhalb 
Ch^ptow m die Severa fliesat. 

13. Cloarius] Cloartius, Asc. Klorach^ Arth. — Droac, Ciouart, 
Doar, Clourieu, Br. Nennius bezeichnet den letzten Zufluchts- 
ort des Vortigern §. 42, jedach weichen die Mss. sehr ab: „Et 
ipse cum magis suis ad sinistralem plagam (Britanniae) perve- 
bit, et ^squ« ad regiooem, quaj& vocalyr Guuonessi (Guenesi, 
Gueneri, Genness.; bdrittucb heisst Nordwales. Gwynedb :) aiifugit, 
•t urbem iki , quae Viecatür um nomine Caiir Guortbigicn, aedi- 
jbca^ii.*^ T- Camden, c. 586»häke& für das. naebnMÜge Schloss 
GverthrynioB in Badoorshire. -^ Ma. nr. CXXXIX Cetpua Christi 
CoUeg« in Cambridg« bat hier am Bande: „Guasmarie, juxta 
LugubaJüam, ihi aedificavit Hrkan, qua« Aoglice PafaftBcastre 
dküurv«^ ^ Ms. F. f. I, 27, Bibliothek der VniYessitihl Cam- 
bfid^ hat dieses im Text Für FalaMcaalre liest Lei ^^A, Col. 
H, 4ft: Walaejeaatoe. Camden, cei. 822, erwähnl dae Rui- 
nen eoies Sfchloaees Nam^Nia Papqaslle bei Gockerpoiiuth in Cum- 
heidaed, das vieUeieht Gnasaorie sei S. auek Usher, ajppend. 
ad Nemuipi, ap. Gaie. 

t4. BldoP] Bid=eleffi> Asc. ti. perdere^.] prod^et, Asc. 

SS. hmgfi4$H8Jl eoronatus^ As-c, 23. cum eivihu^.] eoneilvitas, G. 

1ff\ &reffmJ} a regno, Ase, 9!2. pf»^9.] primnm, Asc; * 

99. fnoto.]* Fehle, Asc. 

99. ewortfl.} MamHgfad^ rind dto Traditi(«en ttee Yerivgums 



IS? 

üb präedi&abit, ut ftü domittam sütim cdävertük^et; ät ille usque 
ad regiotttitn, quae d taotiäifae suo acc^pft ttbm^ii QuoHhigit'iiiauDy 
tniserabiKt^f ^(fugit, ut ibi cUib uiLoribüs suis lil^Ht £t St. 
Gdrmanus |^d^t iüum secdtus eät cum omni clero BHttottüU, et 
ibi quadraginta diebus et quadraginfa nöctibus mänsit, et i^uper 
petram orabat, et di($ noctuque stab^t. £t iterum Guorthigir- 
nus usque ad arceiil GuoHhlgli^ni> qua@ est fn regione Demeto- 
rum juxtä flumeii feibl, %iiöt&iniö^e ab^ce^sit. Et solito more 
St. (jermanUs düth s^i^utiiii eist^ et ibi jeJUUus eum omAi clero 
tribus di^btts totidenlqüie boctibüs cÄuisaliter mansit; ^t ifi r}uarta 
nbcte aft totä, mediae dt'cä Aö^tis büHim^ per igüeiii inissum 
dö (^oelö ^\ improTisö ceeidit, ardent^ igbe coelesti; et Guor- 
Ihigfrnus cUn) otnnibusi qui cum eo erant, et cum uiöribü§ suis 
d^fecit. Hie est fitiis Giiorthigirnf, ut in libro Beati 
Germani reppei^i; alii autem aliter di)[eruht." Eine 
andre Hdscb. liest: „Nee nbh Guorthlgirnus cum filiä Henegisti 
cumque alii^ uloribus et dudctis cum eo babitahtibus dtii^cit. — 
S. 48: Postquabi exosi fuerUht illi omnfes hotnineal gdritis suae 
pro piacUlo süo, inter potentes fet irnfjoteiites , iüt^r IteHÜm et 
liberum, inier roonachos et laicos, i&ter parvUm et magnütb, — 
Ai ipse dütn de locö ad locum vagü^ erat, tätid^m cor ejus 
erepuit et defunetü§ est, lioA eum läudö. Alii dit^^unt, 
terra aperta äst, et deglutivit eiim, !n Aoöte, iii qua Cotabusta 
eit art Circa eiim, quia non idv^ntae ätint ullae reliquiäe illbrum, 
qiii combusU suilt cum eo iii arce.*' Ueb^r seinä Kinder be- 
ricbtöt derselbe 1 c. : „Tres filios häbuit, qtioram liümina sunt : 
Guörlhemir, qui pugnabät contra bärbaros, ut sUpra dixi- 
mus (cf. S. 44 cod.); secütidus Gategirn; tertius Pascent, 
qui regnabat in duabus regionibiis, ßdelt et Guorthigirniaun, post 
mortem patris sui, largiente Ambrosio iili, qui fuit 
rex inter omnes reges Brittannicae gentis. Quartus 
fuit Faustus, qui a filia sua genitus est iili, et Saifctus Ger- 
'manus baptizavit illum, et nUtriVit et docuit, et condidit locum 
magnum super ripam fluminis, quod vocatur Renis^ et manet 
usque hodie. Et unam filiam babuit, quae mater fuit Fausfi 
Sancti." — Nicht minder ausführlich fuhrt er das Gesehlechtli. 
register Vortegirns auf, $. 40 : ,)Haec est genealogia iiliuB^ quid 
ad initium retro recurrit: Fernmail ipse est qui modo regit tu 
regionibus duabus, Bueit et Guorthigirniaun, filius Teudobir. Teu- 
dubir ipse est rex Buelitiae regionis, filius Pascent, filii Gaidcant, 
filii Moriud, filii Eldat, filii Edoc, filii Paul, filii Mepurit, filii 
Briacat, filii Pascent, filii Guörthigirn Guortheu, filii (juitataul, 
filii Guitolin, filii Glovi. Bonus, Paul, Mauron» Guotolii^ qua- 
tuor fratres fuerunt, filii Glovi, qui aedificaVit urbem magnam 
super ripam fluminis Sabrinae, quae vocatur Brittänaico eermooe 



3S8 

Cair Glovi, Saionice autem Gloecester. Satis dictum est de Goor- 
thigirno et de genere suo/' Aehnlich wie von Vortegirn erzählt 
Nenoius §. 34 auch den Untergang des Tyrannen Benli durch 
das von Germanus vom Himmel herabgebetete Feuer. — In ei- 
nem, dem Taliesin zugeschriebenen Gedichte „die Gräber" (Bed- 
dau) Str. 40, heisst es: 

„Das Grab in Ystivachan 
Ist wie jedermann annimmt, 
Das Grab des Gwrtheyrn Gwrthenau." 
Ein kleiner, mit Rasen bedeckter steinerner Grabhügel im Thal 
des Vortigern (nant y Gwrtheyrn) in Gwynedd, in einer tiefen 
Schlucht des Snowdon, heisst Bedd Gwrtheyrn (obwohl Nen- 
nius ihn in Dyved umkommen lässt) worin ein Sargstein mit 
den Gebeinen eines grossen Mannes gefunden worden ist (P e n* 
nant's Wales, II. p. 205. Brit. after the Romans, I, p. 69.) 
-— In der Bretagne scheint Vortegirn, der verhassteste aller 
brittischen Könige, dagegen zum Heiligen erhoben zu sein. Eine 
Urkunde von 1307, desgl. das Cartularium Kimperlegense (Dom- 
Morice, Hist. de la Bretagne, I, p. 373) erwähnen eine Kirche 
des H. Gurthiernus auf der Insel Groe. L o b i n e a u (Hist. de la 
Bretagne, II, p. 76) bemerkt: „On fait^ St. Gurthiern, fils d'un 
des Rois de la Grande Bretagne, avec lequel estant alle k la 
guerrp, il tua un de ses neveux sans le connoistre, et Thorreur, 
qu*il conceut de ce crime involontaire , le porta ä quitter le 
si^cle. Apres avoir passe quelque temps dans une solitude de 
risle, il vint en Bretagne, et s'etablit dans le pais d*Anaurot, 
et Guerech lui donna le lieu de Kervignac, oü il mourut. On 
decouvrit ses Reliques dans le XII. Si^cle, avec une partie de 
Celles de St. Guenol^ (Winwalok), de St Paulinien, Sympho- 
rien, Tenenan, Guedian, Guenel et Idiunet." 



Kapitel IIL 



Bei Asc. beginnt Kap. II. 

2. prohiiatem] virtutem, Asc. 3. viro,] ei, Asc. 

5. fecisset] fecerat, Asc. 8. eques,] equo, G. 

14. eivium.] civibus, G. 18. admittente,] invitante, Asc. 
21. indicatum.] nunciatum, Asc. 



Kapitel IV. 



Bei Asc. beginnt Kap. III. 
2. inanimans.] animans, Asc. 
3* virilUer.] unanimiter et viriliter, G; 



35» 

10. inanimasset.] animasset, Asc. 

11. Maesbeli.] Maisbeli, H. C. — Maes-Bely, Tys. — Maesbelli» 

Asc. d. h. das Feld des Beli. — Ohne Namen: „en un camp^' 

Br. V. 7913. 

15. prospexit,] inspexit, Asc. ^ 

18. nemoribus.] coliibus nemoribusque, G. 



Kapitel V. 



1. Eldol] Eidal, Arth. — Eidiol, Tys. 

23. Kaerconan.] Kaer Kynan, Tys. 

23. Cunungeburg.] Comaugerburc, Coninghebort, B r. Die Erwähnung 
dieser Stadt iSsst die Lage des Bellfeldes näher vermuthen, das 
nicht allzuweit entfernt gewesen sein kann, wenn auch einige 
Tagemärsche. Conisburg oder Gonisbrough liegt im Bezirk von 
StrafTord und Tichhill in Yorkshire, und schwerlich ist das Cy- 
ningesclif auf der Karte zu Lappenbergs Geschichte Englands 
am Tees daher hierauf zu deuten. Beide Orte sind jeden Falls 
nördlich vom Humber zu suchen. 

25. occidebat ] Statt dessen : in interitum, Asc. 

35. Ärmoricanorum.] Armoricorum, H. Asc. 

38. dilacerati] dispersi, Asc. 



Kapitel VI. 

Bei Asc. beginnt Cap. IV. 

8. Gorlois.] Gornois, Br. — Gwrlas, iarll Kernyv, Arth. Gvr- 
lais, Tys. 

9. infeslans,] insectans, Asc. 11. inlra.] inter, Asc. 
13, Desiderium] „Chevalier — dist il — Dieu merchi, 

Mon desirier ai acompli: 

Pris avons eestui et venqu 

Qui mult mal ara esmeu. 

A ses hommes Ten a mene 

A ocire lor a rouve: 

Ocies cest chien esragie (Ambro?). 

Qui onques de nous n*ot pitie, 
\ Gis estoit li cies de la guerre \ 

Qui escilli^ a nostre terre/^ etc. Br. v. 8015. 
19. nemorosa.] nemora, Asc, 20. Ocla.] Octav, Tys. 
21. Eosa.^ Osav, Tys. — Osa, Arth. — Ebissa, Br. — Ebusa» 
Wilh. Malmesber. — Oise, Asser. Annal. — Cosa. Asc. 

21. Älclud,] Alklwyt, Arth. — Alud, H. — Aldud, Asc. Im Br. 

nicht genannt. 

22. et secum.] atque eas, Xsc. 22. munivil] muniverunt, Asc. 



Kapitel VU. 

6. EldadusJ} Eidol> Tys. — Eldaduf, fr^re le comte Eiduf, Br. 

V. 8061. 
6. Eldoll Eldolis, Asc. 

10. Samuelem,] S. 1. B. Samuelis, K. 15, V. 33: „Samuel sprach: 
Wie dein Schwerdt Weiber ihrer Kinder beraubt hat, also soll 
auch deine Mutter beraubt sein ihrer' Kinder. Also zerhieb Sa- 
muel den Agag zu Stücken vor dem Herrn in Gilgal." — Im 
Brut ist dieses Kapitel ausführlicher. Auch Tysilio hat das 
biblische AUegat 



Kapitel VIII. 



2. ohsideret.] posRideret, Asc, 4. Communicato,] convocato, Asc. 

7. mei] nostri, Asc. 

13. GdbaonUae,] Gibeonitae, 6. Vergl. Josua, c. 9. 
19. servianL] servient, Asc. 22. regionem,] coloniam, Asc. 



« Kapitel IX. 

4. sedem.] Fehlt, Asc. 8. revocat.] convocat, Asc. 

11. largilae,] addictae, Asc. 

13. reslitutionem.'] restaurationem, Asc. 

15. restilueret] restauraret, Asc. 

17. Kaercaradoc] „Gair-Caratauc. Henr. Huntingd. Cair-Cucerat per- 
peram appellata. Gair-Garadox autem in Salopiae fioibu3 inter 
Themidem (sive Temdum) et Colunum fluvium sitam fuisse, os- 
tendit in Fragmente Brittannicae descriplionis Humfredus Lhuy- 
dus.*' (Usher, app. ad Nenn. ap. Gale.). — Kaer-Karadok^ auf 
einem hohen Hügel am Ony- River, unfern dem Zusammenfluss 
des Glun und Teme, im südöstlichen Shropshire, zeigt noch die 
Trümmer uralter Befestigung (Lappenberg, Engl. Gesch. I, 
S. 26), und hier soll Karaktakus a. 53 dem römischen Feld- 
herrn Ostorius widerstanden haben, dessen Lager auf einem ge- 
genüberliegenden Hügel noch Spuren zeigt, bis der Steinwall 
gebrochen, und die Brilten zum Rückzug gezwungen wurden, 
deren Führer, von der Königin Gartismandua verraihen, nebst 
Frau, Tochter und Brüdern gefangen und in Fesseln nach Rom 
geführt ward (Llwyd, Hist. of Wales; Topographical not. p, 
102.). Hiervon weicht jedoch Gotlfried ab, indem er Gaer-Ga- 
rodoc nahe bei Salesberia oder Salesbury verlegt, wo die Metze- 
lei der langen Messer stattfand. S. B. VI. Kap. 15, Anm. 

20. AmMi,] ,>ä Ambresbere,*' 6n 



961 

Kapitel X. 

Bei A 8-c« beginnt Kap. V. 

4. Trenumnus.] Tremor, Tys. — Tremoricus, Asc. 

.jTremorins, VDg sages hom» 
Arcevesque de Garlion." Br. v. 8207. 

5. Archiepiscopus,] episcopus, Asc. " 

6. vaiei.] Tysilio nennt ihn einen Barden. 
13. Gewisseorum.] S. B. VI, Kap. 6. Anm. 

14 Oaldbes,} Galades, Arth. — Galabas, Asc — vallis Galabes, 
8. B. VII, Kap. 4. Anm. und IX, 4. Anm. 

24. KiUarao.] Kilara, Tys. Arth. — Killaro, Asc. — „Fuit 
antiquis temporibus in Hybernia lapidum congeries admiranda, 
qaae et Chorea Gygantum <iicta fuit; quia Gygantes eam 
ab ultimis Africae partibus in Hyberniam attulerant, et in Kyl- 
darensi planitie, non procul a Castro Nasensi (Naas) tarn ingenii 
quam virium ope mirabiliter erexerunt. " Girald. ^ Cambr. 
Topogr. Hybern. L. II, c. 18. G am den versteht Kiltair in 
Meath darunter. Kil-lair sei ein Schloss dort; lair bedeute 
Nabel, Nitte; daher der Nabel, Mittelpunkt Irlands, der Ofitpa- 
Xog, der Ort der Orakel. 



Kapitel XI. 



5. adveherentur.'j deveherentur, Asc. 

4. moveas reit.] moveas, inquit, domine rex, Asc. 

6. medicamenta.] medicamina, Asc. 
11. eonfeclionihus] infectionibus, Asc. 
14, delinerent} detinere niterentur, Asc. 

16. pareant parerent, G. 17. tractenlur.] tractarentur, G. 



Kapitel XII. 



5. Ärrisit,] risit, Asc. 5. Saxonum.] Fehlt, Asc. H. 

8. pro ipsis.l per ipsos, Asc. 

9. ad proeliandum.] Fehlt, Asc. H. 

14. GiUomanium] Gillomanum, Asc. — Gilloninius, Br, Gillem- 
vri, Tys. — Shaw, Gaelic dict. sagt: Gillian bezeichne einen 
Stamm der Firbolgen. So heisse Gillian- mor: der grosse 
Stamm der Firbolgen. Nach O'Plaherty, Ogyg. wohnten die 
Firbolgen in Leinster. 

14. propulerurU.] pepulerunt. G. 

13. KiUaraum.] Hilomar, Killemar, Kilomar, Br. 

24. cum quaeque necessaria.] cum omnia, qn^e necessaria erant, G. 



302 

27. reverli coeperunt.] reversi sunt, Asc. 

36. Pentecostes.] Da die erste grosse Feier zum Gedächtniss der bei 
Hengists Metzelei gefalleuen Britten auf Pfiagsten verlegt ist, so 
scheinen hieran die Pfingstfeiern an Arthurs Hofe, die in allen 
Romanen ständig sind, angeknöpft worden zu sein. Sie trifft 
zugleich mit der grossen Frühlingsfeier der heidnischen Zeit zu- 
sammen. Im Roman de Merlin (Ms. du Roi, Nr. 7170. 
Paris.) wird das Grabdenkmal von Uter zum Andenken an sei* 
neu in einer Schlacht mit den Sachsen gefallenen Bruder Pen- 
dragon errichtet; die Schilderung entspricht Gottfrieds Chronik: 
„Les Bretons, arrives devant les pierres^ disent au roi, que nul 
home au monde ne peut les enlever. Et li rois respondi: or 
soufrez tant que il veigne. Quans Merlin fu venu, si li dist le 
roi ce que scs genz li avoient dit, et Merlin respont: L^s que 
il me sont tuit failli, j'aquiterai mon covenant. Lors fist Mer- 
lins, par force d'art, aporter d'Irlande les piöres qui sont au 
Monstrier, ä Salesbiäre; et quaut eles furent venues, si ala ve- 
oir Uter Pendragon, et i mena mult de son peuple, por veoir 
la merveille des pierres. Quant ils furent \h, et il les virent» 
si disrenl que touz li mondes n'en deust pas une lever, ne que 
tiels pierres n'ossasl-on on pas mestre sor mer en vaisseaus. 
Mult se merveillent, comment il les avoit faites venir, que nus 
ne Tavoit veu, ne s^u, et Merlins lor dist, (}ue il les feissent 
drecier, car eles seroient mult plus beles, que gisanz et Uter 
respont: ce ne porroit nus hom faire fors Dieu, se tu non fai- 
soies. Et Merlin dist: or vous en alez, qnar je le ferai dre- 
cier, si a nostre mon covent aquite vers Pendragon, quar j'aurai 
por li commenci^ tel chose qui ne porra estre acomplie. Ensi 
fist Merlins les pierres drecier, qui encor sunt au cimetire a Sa- 
lebires, et i seront tant come Crestientez durra; ensi remest 
cel oevre. " S. auch : Geschichte des Zauberers Merlin v. Fr. 
Schlegel. Leipzig 1804. S. 148 folg. 

39. Evacuatae,^ Aehnlich beim Pseudo- Gildas: 

„Eboracensis apex vacat archipraesule, necnon 
Et Legionensis: Samson datur Eboracensi 
Et Legionensi Dubricius; ambo beali 
Pontifices, quos vita probat, moresque perornant." 
(ap. Usher, Prim. c. 5. p. 39.). 

42. Samsoni.] In Südwales geboren, kam Samson um 554 nach 
Armorica, und stiftete ein Kloster zu Dol. Er war bereits Bi- 
schof, . als er dahin kam, ohne dass ihm jedoch hier ein Sitz an- 
gewiesen ward. Nachdem er gehört, dass Gommor sich die 
Herrschaft über Bretagne angemasst, arbeitete er daran, dass 
Judical wieder den Thron seiner Vorfahren erlange, und wusste 
es so gut bei Childebert und seiner Gemahlin Ultrogole zu be- 
treibeni dass sie die Rückkehr des jungen Prinzen nach Bretagne« 



3«3 

erwirkten. Er lieferte dem Gommor zwei Schlachten, und be- 
siegte ihn. 1. J. 556 war Samson auf dem Concil zu Paris 
(Lobineau, hist. de la Bretagne^ I, p. 10.) Einen Auszug 
aus den Actes de St. Samson aus dem sechsten Jahrhundert s. 
bei Dom-Morice, hist. de la Bretagne, 1, p. 194. — cf. 
Usher Primord. c. 14. p. 276. 
43. Dahricio.] Dyvric, Tys. — „Dubrilius, Demelus ad Vagae 
confluentis ripam ex Eurdila nobili juvencula, ignoto palre na- 
tus/' Poweli annot. ad Giraldi hin. Cambr. L. II, c. 1. — 
.^Dubricii malrem Eurdilam fuisse ajunt, filiam Peibani, re- 
guli cujusdam Cambriae. Quls vero pater ejus extiterat, igno- 
ratur: quidam idcirco erronei enm patre carere mentiuntur^ in- 
quit Johannes Tinemiithensis. Alius: regem Erchyng, Pepiaü 
nomine, ex Warwicensis collegii Ghronicis patrem illi assignat. 
Crevit illius fama (ut Vilae scriptorem loquentem audias) cum 
utriusqiie legis novae et veteris peritia per totam Britanniam; 
ita quod ex omni parte totius Britanniae scholares veniebanl. 
Non tantum rüdes, sed eliam viri sapienles et doctores ad eum 
studendi causa confluebant; imprimis St. Theliaus, Samson disci- 
pulus suus, Ubelinus, Merchiguinus, Elguoredus, Ganuinus, Lon- 
gual, Artbodu, Longur, Arguistil, Junabin, Gondbram, Gorvan, 
Guernabin, Jovan, Elhebarn, Judnon, Gurdocui, Aidan, Ginuarch ; 
et cum bis mille clericos per septem annos continuos in podio 
Hentlan super ripam Gwy in studio lilerarum divinae sapien- 
tiae et 'humanae retinuit; exemplum eis praebens in semelipso 
religiosae vitae et charitatis perfectae. Et per aliud spatium 
in nativitatis suae solo , i. e. Miserbdil, eligens locum unum 
in angulo illius insulae opportunum silvis et piscibus super ripam 
Gwy, cum suis innumerabilibus discipulis mansit, per plures an- 
nos regendo Studium; nomen loco impbnens Moch-Rhos, 
Brittannice i. e. Porci locus; quod in somnibus admonitus 
est, ut ibi habitaculum et Oratorium fundaret, ubi scrophanr al- 
bam cum porcis oubantem reperit.'' Usher, Prim. c. 5, p. 63; 
c. 13, p. 238, 239. — Powel, Leland und Baläus fol- 
gen den Angaben Gottfrieds, und setzen seine Weihe zum Erz- 
bischof in der Legionenstadt in das Jahr 512. Johannes Ros- 
sus sagt, er sei Bischof zu Warwick gewesen, obwohl dieses 
Bisthum weit junger ist. „Obiit 16 Gal. decbr. a. 522," (Po- 
wel. 1. c). Der oben erwähnte Peibanus oder Pepiau ist der 
im Liber Landavensis angefahrte, nach dem Mabinogi von Killwch 
und Olwen in einen Ochsen verwandelte König, der einen wun\ 
derlichen Streit mit Nynnyaw hatte, der ein gleiches Schicksal 
erfahren. Das Weitere s. San-Marte, Beiträge zur breto- 
nischeu und celtischgermanischen Heldensage. Quedlinburg, Basse. 
1847. S. 58. — Schon dass Gottfried dem Dubricius einen 
so ehrenvollen Platz in seiner Geschichte anweist, zeigte wie tief 
er mit der Volkssage verflochten war. 



Kipitel XIIL 

Bei Aso. beginnt Kap. VI. 
1. Bascentius.] Pasgen« Tys. 
5. sübdidisseL] subjugare posset, Asc. 
9. perrexiu] ivil, Asc. H. 



Kapitel XIV. 

10. elenim.] autem, Asc. 

10» Guyntonia] „ä Guincestre,'' ßr. v. 8424. 

15. Eopa.] Eppai Tys*. — Eopa, Eppa, Oppa, Arth. 

„Appas 

' Paiens ert, de Sessone n^s, 

Qui mult estoit enlo^on^s. 
De mednes se faisoit sages, 
Si savoit parier mains langages. 
Pel estoit et de male foi." Br. v. 8447. 
18. reperirem,] haberem« Asc. 30. monachalem.] monacbi^ Asc. 
34. Exceptus.] Beceptus, Asc 

45, apparuü Stella.] In dem Katalog der Kometen von Sberburne, 
am Ende seines Manilius, ist ein Komet, der a. 454 oder 457 
n. Ch. erschien, fast mit denselben Worten, wie Gottfried diese 
Erscheinung schildert, als wären sie ihm enttiommen, beschrie- 
ben. Ein andrer v. J. 504 „gekrönt mit einem Drachen", ist 
noch wahrscheinlicher derselbe, der von tlther gesehn sein soll. 
Ueinr. v. Hunlingdon giebt den Tod auf das Jahr 503 an. Al- 
lein so hätten wir ein glaubhaftes Datum für den Tod des Em- 
rys (Boberts.). 
SO. terminahalur. „Finitur liber quintus." Asc. 



•M. 



Kapitel XX^ 



Bei Asc. beginnt Buch VI, Kap. I. 
4. quotque.^ cunctos, Asc. 16. aulem,] enim, Asc. 
17. Crollieanam.] „Li rais sor France s'estandoit, 

De si qu* k Mont-Giu (Jovis) luisoit, 
Li autres vers Irlande aloit." 

Br. V, 8506. 
19. regnum BHtaHniae.] „Par Tautre rai qui va torna. 

Et en set rais i^ devisa, 
G*e8t une fiile demostr^e 
Qui vers Escoce ert marii&e." 

Br. V. 8650. 



■«k<M*.*«Mi 



ses 

Kapitel XVI. 
14, Quam,] quo, Asc. 14 Gwfi^onum.} in CkiyAtdiiian , Asc 



Kapilel XVII. 



Bei Ase. beginnl Kap. II. 
1. elero.] clero et popula, G. 7. deHnuit.} reHnuit, G. 
10. prcfhetaverat,] Br. schaltet V. 9&15 — 8090 noch eine Lob- 
rede auf üther ein. 



Kapitel XVIII. 



1, (kta] „In älo tempore Saxones invalescel^ant in muhitudine et 

crescebant in Britannia. Hortuo autem Hengisto Octh^ ejus 

filiu5 transrvil de sini»trali piirte Britanniae ad regnum Cantio- 

rnm, et de ipso orti sunt reges Canliorum." Ifenntus, f. 66. 

1. Eosn,} Gosa, Asc. Eossa, Ossa, Br. v. 864(>, 875S. 

& Ehor€teum,] Euroic, Br. v. 8650. 

13. Damen,] Daven, Asc. — Dannet, Tys. — DaniaM, Br. 
V. 8675. 

17. e(mmaiMeryuU\\ remanserunt, Asc. 

21. GmrloiJ] »»Gofneis^ un queas Qomvabiis, Br. v. 8ß89. 

24. aslare.] reslare, 25. vobis.] nobis, G. 

HJ. rßfiq/res,} pAuciores» Asc 

33. sentefUia,J s£nteoti«ai exequi, Asc. 

36. campererunt.] perceperunt, Asc. 41« nudk^M-l sirictiSu Aae. 



"^.■".^r»." 



Kapitel XIX. 

f. Älclud.\ Aldud, Asc. 8. Londonias.] Londonia^, G. 

18« /^^*^Ä.J Eigr, verch AQibwd wledic, Tys. -— Eigyr,. Arth. 
Iq den watschen Gedichten, Triaden und Erzdlilungen ist Eigr 
eine Tochter des Königs Anlawdd mit Gvven, der Tochter des 
Cunedda Wledig. In den französischen Romauen ist sie die Fee 
Yraine oder Yguerne. Da vi es erklärt ihren Namen durch »er« 
zeugende Grundkraß," vermählt mit P^ndragon, dem wunder- 
vollen allerhöchsten Lenker, ss Hu , deren Sohn A/thur „ der als 
BeS, als Licht, in der Frühnngsnachtgfeiche ersteht, — 

üf. licentia.\ commeatu, Asc. 

37. Tintagiol,\ Tingagol, Asc. Dindagpl,. Arth. Die durch das 
Gedicht von Tristan so berühmte Resi/Ienz des Königs Mark, Ge« 
mahrs der Isolde, Tristans Geliebte. Nach Lewis, Dictionn, 



366 

lopogr. of Wales, IV, p, 311. liegt Tinlagell an der Westküste 
der Grafschaft Cornwall, theils auf einer hohen Felsenhalbinsel, 
fast ganz von der See umschlossen, theils auf dem schroffen 
Klippenufer des Festlandes erbaut. Die Stadt soll nach alter 
Sage einst von Riesen erbaut sein, und jährlich zu Weihnachten 
und Mittsommer verschwinden (S. das franz. kurze Gedicht bei 
W. Scott, Tristan, S. 210.). Nach Camden, Britt, p. 141, 
waren längst nur noch Trämmer davon vorhanden. Die Felsen 
tragen die ehrwürdigen Reste von Arthurs Burg, die durch eine 
fürchterliche Schlucht von 300 Fuss Tiefe in zwei Theile ge- 
schieden ist. Im Roman de Tristan, ed. Michel, II, 94, wird 
sie herrlich beschrieben. Dort im Marienkloster war Tristans 
und Isoldens Begräbnissslälte (Tristan v. Ulrich, v. 3509 — 3677. 
V. Heinrich, v. 6797 sq.), und in der Nähe, 2 Tagereisen von 
Tintagoel liegt die auch von Riesen erbaute berühmte Minne- 
höhle (Gottfr. v. Slrassb. Tristan, v. 16927.) und die Kapelle 
auf dem Felsen, Tristanssprung genannt, wo Tristan, um 
dem schimpflichen Feuertode zu entgehn, sich in's Wasser stürzte. 
(Franz. Gedicht^ v. 954 in v. d. Hagens Ausgabe des Tristan), 
im dreizehnten Jahrhundert noch le sant Tristan genannt. 

39. Dimilioc] Dinblot, Tys. -- Dymlyot, Arth. — Divu- 
lioc, Asc. 

42. ipsius] e\, Asc. 

43. dixit — Ricaradoch] vocavit Ulfin de Ricaradoch, familiärem 
sibi commilitonem , indicavitque in haec verba quod affeetave- 
rat. Asc. 

44. ülfin de Ricaradoch. Wlffin o gaer Gradavc, Tys. >Vlffyn or 
ryt Karadavc, Arth. Im franz. Prosa -Roman: Uisius. 

45. gaudium habere, nee. Fehlt, Asc. 

63. Jordanum de Tintagol] Medav o Dindagol, Tys, Jvrdan o 
Tindagol, Arth. 

68. transmulalus,] Unter den, dem Taliesin zugeschriebnen Gedieh« 
ten befindet sich auch eins: Marwnad Ulhyr Pendragon (Myv« 
Arch. I, 72.) welches Mone (Geschichte des Heidenlhums im 
nördlichen Europa, 11, S. 515, folg.) deutsch wiedergiebt, und 
in seiner Weise erläutert, und worin Ulhyr als der Seelenfüh- 
rer seines Sohnes Arthur durch die Dunkelheit des Todes, und 
identisch mit Hu Gadarn dargestellt wird. Darin führt er den 
Namen Gorlassar oder Gorlais, der Aelherische, dessen Gürtel 
der Regenbogen ist. Villemarqu^, Contes popul. des anciens 
Bretons, I, 18, übersetzt es mit „Wolke," in deren Gestalt also 
Uther zur Igerne gekommen. S. Davies, Mylhol, S. 557. 
Eigr oder Igerne ist nach derselben Deutung die Zeugungskralt« 
und deren Sohn also Arthur, den Owen zum Nimrod, und Da- 
vids zum Noah machen möchten. Uns scheint das erforderli* 



3«7 

che Alter des Gedichtes nicht nachgewiesen, um genügend 
Schlüsse darauf bauen zu können. 

69. Bricelem.] Brithael, Tys. — Brythvael, Arlh. Bectel, Er. 

V. 8942. 

70. cum crepusculo.] cum fehlt, Asc. 

73. quis - accessisset.] Quid enim aliud accidisset, G. 
75. specie,] species^ Asc. H. 



Kapitel XX. 



Bei Asc. beginnt Kap. 111. 
4. commilitonibus,] militibus, Asc. 15. confecerat.] fecerat, Asc. 
18. caedem,} mortem, Asc. 19. superveniat.] superveniret, Asc. 
18. intercipial] interciperet , Asc. 



Kapitel XXI. 



7. €xiiium.'\ excidium, Asc. 
9. ae caede affecerunL] accendere affectant, Asc. 
10. exercitus.] exercitui, Asc. 

10. Lol.] Loth, Asc. — Lev ap Kynvarch« Arth. — Lev, Tys. 

Einige halten diesen für den Nathan-Leod der Sachsen-Chronik 
und des Heinrich v. Huntingd. Der erste Theil dieses zusam- 
mengesetzten Namens scheint Naoidhan, d. h. Kind, Jüngling, zu 
heissen (Roberts.). 

11. Leir,] Llyr, Tys. Es scheint, dass Leir u. Lot ein- und der- 

selbe Name ist. 

13. dederal — Annam.] „Anna — 

Une fille, qui fu donnee 
A un baron, qui fu cortois; 
Lot avoit non de Loenois. 
De li fu n^s li quens Walwains, 
Qui tant fu preudom de ses mains." 

Br. V. 9058. 
Lot von Norwegen, Vater des Gauvain oder Gavan« ist ste- 
hende Figur in den französischen Arthurromanen, und kommt 
auch in den Mabinogien öfter vor. 



Kapitel XXlf. 
1. insula.] tota Insula, G. 



99» 

Kapitel XXIII. 

1. Inlroposito.] Intraposito> Asc. 
1. Verolamium.] Verdlanium, Asc. 

„Eurolane, — — 

Saint Alban i fu martiriesy 
Mais puis fu li lius escillies, 
Et la cite tote destniite." 

Br. V. 9127, 9129. 

Wälsch: „Gaer-Mincipt vel Municip, quod Henr. Huatingd. 
perperam Mercipit scriptum; Romanorum temporibus Municipium 
fuisse ex Tacito constat." Usker, app. ad Nenn, ap« Gate. — 
„Ab Herlfordia in occasum XII milUare fuit Verokmum, urbs 
olim celeberrima, Tacito Verolamium, Ptolomaeo UroUaiam et V»* 
rolanium, Ilaec satis bodie nota juita fanum Sancti Albani in 
Centuria Gaisho (quam Gassi, quorum meminit Gaesar, procul 
dubio tenuerunt) Saxonibus Wathiinga Ger ter a via regia 
Watling Street, et Werlam-Gear ter. Necdum vetustum illud no- 
men deposuit, Verulam enim ^nlgo dicitur, licet praeter moe- 
nium rudera, tessellata pavimenta et romana numismata subinde 
eiTossa nihil supersit. Gamden, Britt. p. 292. London, 
1607, fol. 

4. adveclumJi adductum, Asc. 

i. dM§na$i.] Auch (öp den Bitter war es scbimpllich, anfragen 
sich fahren lu lassen. Dadurch setzte sich Lancelot eiijer gro« 
ases Sdiaftde an», dass er einen Wagen bestieg, um die ge- 
MsblB Ginerra aulzuaucben. S, Chr^tien de Troyes, Roman de 
la charette, 

6l hitfusm»dL] illo, Asc. lt. diruHs.} diruptis, Asc 



Kapitel XXIV. 



1. Devicii.] Deinde, Asc. 7. interßcerenl,] interficiant, G, 
12. namque.\ autem, Asc. 15. undique.] Fehlt, Asc. 
17. Suceubuerunt] Occubuerunt, Asc. 

21. ehoream gigantum,] „A Estenges (Estanhan^ues) fu portez." 
Br. F. 91240^. 



04««f- 



Neuntes Buch. 



Kapitel I. 



Bei Asc. beginnl B. VII, Kap. I. 
8. Dtibricio,] Wird hier im Br. nicht erwähnt. 
3. Ärlurum.] „Hie est Arlhurus, de quo Britonum nugae hodieque 
delirant, dignus plane, quem non mendaces somniarent fabulae» 
sed veraces praedicarent historiae; quippe qui labantem patriam 
diu sustinuerit, infractasque civium mentes ad bellum acuerit; 
postremo in obsidione Badonici monlis fretus imagine Dominicae 
Matris, quam armis suis iusuerat, nongentos hostium solus ador- 
sus incredibili caede profligavit," Guill. Malmesb. ap. Sa- 
vile, Rer. Angl. script. post Bedam. Lond. 1596, fol. p. 9. 
6. Colgrino.] Cholgrin, Tys. 

8. mare Catanesium.] Penrhyn-Bladon, Tys. Das Vorgebirge von 
Bulness. 

11, inauditae virtuUs.] Der Br. selzt hinzu, v. 9250: 

„Les teces Arthur vous dirai 
Noiant ne vous en mentirai.'* 

19, sibi.] ei, G. 

24. Duglas.] Dulas, Arlh. — Dylas, Tys. — Guldas, Gudas, CIu- 
das, Duglas, Br. v. 9282. — „Tunc Arthur pugnabat contra 
illos (Saxones) in illis diebus cum regibus Briltonum, sed ipse 
dui erat bellorum. Primum bellum fuit in oslium fluminis, 
quod dicitur Glein; secundum^ et tertium, et quartum, et quin- 
tum, super aliud flumen, quod dicitur Du b glas (Duglas), et 
est in regione Linnui^.*' Nennius, $. 6. — Der Fluss Glein 
(Glen, Gem, Giern) wird Iheils im Glen in Northumberland, theils 
im Giern in Lincolnshire, Lun in W^eslmorelaud , und Leven in 
Cumberland vermulhet. Linnuis ist nach Einigen Lindesey. Carte, 
Hist. of. Engl. 1, 205 , bezeichnet jedoch eine andre Gegend. 
Roberts selzt den Dylas nach Lancashire, und den Glein 
(Glena) nach Gambridgeshire. Schwerlich ist unter Duglas der 
Dulas in Montgomeryshire zu verstehn, sondern er ist im Nor- 
den zu suchen. „Hodie fluvius ille vocatur Anglice Dugglis, et 
currit sub urbe de Wigan, per decem milliaria a fluvio de Mer- 
sec dislantej in comitatu Lancastriae/' Radulphi Higdeni 
Polychr. L. V, ap. Gale, I, 225. — lieber diesen Kriegszug 
Golgrins s. Palgrave: The rise and progress of the english 
Commonwealth. Anglosaion period. II, 308. 

28. Baldulphus.] Balduf, Br. v. 9294. 

MpnmottUi HUt. «d. SAn-Mftrte. 24 



370 

30, CheldricL] Cheldric, Arlh. — Cledric, Tys. — Heldric, Teldric, 

Br. V. 9296; doch v. 9392 richlig: Cheldric. 
34. Cadorem] Kador, Arlh. — Galtvr, Tys. In den französischen 
Romanen kehrt er häufig wieder. Nach den Triaden ist er ei- 
ner der drei Schlachlenrilter, die weder Speer, noch Pfeil, noch 
Schwert fliehen , und die nimmer am Tage der Schlacht ihren 
Führern Unehre machen (Myv. Arch. II, p. 80.). Caradawcs 
Vreichvras' Gemahlin, Tegan Eurvron, war seine Schwester. Ta- 
liesin spielt in einem Gedicht auf ihn an (Myv. Arch. I, 64): 
„Er wird nicht Verwandtschaft schonen 
Noch Vettern, noch Brtlder; 
Bei dem Klang von Kadvr's Hörn 
Neun Gaue wurden betSuht." 
Im Mabinogi: „Traum des Rhonabwy" gebietet er mit aufge- 
hobnem Schwert Ruhe um Arthur, und ist sein Amt, den Kö- 
nig am Tage der Schlacht zu wafTnen. Gh. Guest, Mabin. of 
Ihe Llyfr. coch o flergesl. P. V. p. 405, 438. 

46. simulalionem.] familiarilatem, Asc. 

47. ah inclusis comperlus.] inclusis apertum, Asc. 

48. Ex lunc] et tunc, Asc. 

49. refecit.] Asc. setzt hinzu: acsi ex morle resuscitalus esset. 

50. mullimodas.] multas, Asc. 51. remedbanL] remanebant^ Asc. 



Kapitel II. 



6. Hoelum.] Hyvel, Arlh. — Howel ap Emyr Llydav, Tys. Die- 
ser Ho61 scheint Howelus magnus , der sechste König der Bre- 
tagne nach Conan Meriadoc in der von Llwyd (Bist, of Wa- 
les, Shrewsbury, 1832) aufgestellten Königsreihe, Nachfolger des 
Budicus I. zu sein, dessen schon L. VI, c. 8, Anm. infra Er- 
wJihnung geschah. Gottfried scheint den Budicus hier in Dubri- 
eins verwandelt zu haben. Im Mabinogi : „Geraint ab Erbyn'^ ist 
Howel unter Arthurs Hofleuten; ebenso im Peredur n. a. m. 
Naeh den Triaden ist er einer der 3 Ritter von fürstlichem Ge- 
blüt an Arthurs Hofe, und so mild, höflich und gfitig im Be- 
tragen, dass es för alle Welt schwer war, ihm eine Bitte irgend 
einer Art abzuschlagen. Die Cambrian Biography setzt Howels 
Grab nach Llan ßltyd Vawr oder Lantwit in Glamorganshire. 

tl. partum Hümanis.] Northampttwn, Tys. — Hantosne, Rantone, 
B r. Y, 9395. 



Kapitel 111. 



Bei Asc. begiDt Kap. IL 
1. KaerliudcoU.] Caer Lincol, Anh.— Kaer Lvyl-Koet, Tys. 



371 

Kaerlindoit, As ei Eine von den 28 Städten bei Nennius. — 
„Quae Alphredo Beverlacensi , Henrico Huntingdoniensi et Ra- 
nulpho Cest. est Lincolnia, ne quis ad Scotorum Albiensium sil- 
vam Galedoniam in Albania, quo Saxones numquam penetrarunt, 
referat/* U s h e r, app. ad Nenn. ap. Gale. 

3. Lindüeinensi provincia,] Lindisiensi , A s c. — „ Provincia Lin- 

dissi, quae est prima ad meridianam Humbri fluminis ripam per- 
. Cinens usque ad mare/* Beda, H. E. II, c. 16. 

4. Lindocolinum.] Nicole. B r. v. 9.403. »,Sextuni bellum super flu- 

men, quod vocatur Bassa«; (Lusas).'' Nennius, §. 56. Nach 
Stevenson (ed. Nennii) fiel wahrscheinlich diese von Gottfried 
ignorirte Schlacht in Hampshire vor, bei Basingsioke und Ba- 
sing, nicht weit von Cherfield, welches den Namen nach der 
Schlacht, in welcher Cerdic besiegt ward, führt. 

5. eo venerunt.] convenerunl, G. 

9. nemus Caledonis.] Kelydon, Tys. Arth. — „bos de Colidon," 
B r. V. 9422. — „Septimum fuit hellum in silva Gelidonis, i. e. 
Cat Coit Celidon. '' Nennius, $. 56. Ohne Zweifel der Kale- 
donische Wald, wohin Merlin im Wahnsinn floh, und prophe- 
zeihete. Usher, Prim. p. 978, vermuthet, dass der Wald nahe 
bei Lincoln lag; aber diese Ansicht wird von Carte (Hist. of 
Eugl. I, 205.) bestritten, der dafür hält, dass er in Gumbrien 
zu suchen. 

28. depopulantur,] „De Neversire et Somersete 

El grant parlie de Dorsele* 
Ont escillie." Br. v. 9480. 

29. Badonis,] Caer Vaddon, Tys. — „El ex eo tempore nunc ci- 

ves, nunc hostes vincebanl, ut in isla gente experiretur Domi- 
nus solito more praesenlem Israelcm, ulrum diligat eum, an 
non ; usque ad annum obsessionis Badonici montis , qui prope 
Sabrinum ostiam habetur, novissimaeque fermc de farciferis non 
minimae stragis, quique quadragesimus quarlus, ul novi, oritur 
annus, mense jam primo emenso, qui jam et meae nativitatis est." 
Gildas, de excid. ßrit. $. 26. Nach ihm, Beda, H. E. I, 
16, mit näherer Zeitbestimmung: „quadragesimo circiter etquarto 
anno advenlus eorum (Saxonum) in Britanniam." Gildas ist je- 
doch von Beda missverstanden, und so zu fassen, dass er 44 
Jahre oach der Belagerung sein Werk geschrieben: sie geschah 
nach Matth. v. Westminslcr a. 520. Ausführlich s. darüber 
San- Marie, Nennius und Gildas. Berlin, Rose, 1844. S. 98. 
— Garte, 1. c. I. 204, meint, dass der Berg Badon in Berk- 
shire sei , und nicht Gair-Badon oder Bath , und dass die Stelle 
im Ms. des Gildas, die ihn in die Nähe der Severn setzte, die 
Interpolation eines spätem Abschreibers sei. Usher nimmt Bath 
als den bezeichneten Ort an, und €amden bezeichnet bestimm* 
ter noch Banner Dwn, nahe bei jener Stadt> wo noch mehr oder 

24* 



372 

minder kenntliche Spuren von Befestigungen auf den benachbar- 
ten Höhen sind. Auch im Mabingi: „Traum des Rhonabwy", 
liegt Gaer-Badon in der Nähe der Severn. L. Ch. Guest, 1. c. 
P. V, p. 404. — Ueber die Schlacht von Badon Iheill üsher, 
Prim. c. 13, p. 254, einige Zeilen eines Gedichtes von Taliesin 
in lateinischer Uebersetzung des Johannes* Prisfius mit : 

„0 miseros illos nimium sub monle Badone, 
Quum cruor Arthuri, magnatum principis, ensem 
Inßceret; fusique foret jam sanguinis ultor 
Ileroum, quorum auxilio Borealla jusle 
Regna stetere diu." 
Cynddelw (1150—1200) u. a. wälsche Barden sprechen 
von dieser Schlacht mit grosser Bewunderung. Mögen D ray- 
ton s schöne Verse auf diese Begebenheit gleichfalls ihren Platz 
finden : 

They sung how he himself at Badon bore that day, 
When at the glorious gole bis British scepter lay; 
Two daies together how the battel stronglie slood: 
Pendragon's worthie son, who waded there in blood, 
Three hundred Saxons siew with bis owne valiant hand." 

(Song IV.) 
36. Alelud,] Aldud, Asc, — Algus, Acluz, Br. v. 9500, - 



Kapitel IV. 

Gottfried fasst die achte bis zwölfte Schlacht bei Nennitts 
hier zusammen: „Octavum fuit bellum in castello Guinnion 
(wahrscheinlich Vinonia des Ptolemäus, ^ jetzt Binchester in Dur- 
ham), in quo Arthur portavit imaginem Sanctae Ma- 
riae perpetuae virginis super humeros suos, et pa- 
gani versi sunt in fugam in illo die, et caedes magna fuit su- 
per illos per virtutera Domini nostri Jesu Christi, et per vir- 
tutem Sanctae Mariae virginis genetricis ejus. Nonum bellum 
gestum est in Urbe Legionis. Decimum gessit bellum in littore 
fluminis Tribruit (nacli Carte, 1. c. I, 205, Arthuret am Sol- 
way.). Undecimum factum est bellum in monte, qui dicitur 
Agned (nach Gamden, Gadburg in Somersetshire , ,nach Lloyd, 
Carte u. A. Edinburg). Duodecimum fuit bellum in monte 
• Badonis, in quo corruerunt in uno die nongenti 
sexaginta viri de uno impetu Arthur; et nemo pro- 
stravit eos nisi ipse solus, et in omnibos bellis victor exstitit. 
Et ipsi, dum in omnibus belhs prosternebantur, auxilium a Ger- 
mania petebant^ et augebantur multipliciter sine intermissione, 
et reges a Germania deducebant, ut regnarent super illos in 
Brittannia, usque ad tempus, quo Ida regnavit, qui fuit Eobba 



373 

fiiius; ipsd fttit rex primus io Beornicia, i. e. in Berneich.*' 
Nennius, f. 56. -— NachNennius und Gottfried die AnnaK 
Gambriae ad. ann. 516: „Bellom Badonis» in quo Arthur 
portavit crucem Domini nostri Jesu (Ihristi tribus diebus et tri- 
bus noctibus in humeros suos, et Brittones victores fuerunt." 

1. Duhricius,] Wird auch hier im Br. nicht genannt. 

7. supervenerit.^ superveniret, A s c. 

9. inierierit,] mortem inierit, Asc. 14. hUariiu\ hilarati, Asc. 
18. Prttren.] Prydvenn, T y s. A r t h. Roberts übersetzt es : the fair 
farm. Gottfried weicht hier in der Bezeichnung des Schildes 
von den wälschen Barden ab. Im Märchen von Kilhwch und 
Olwen (L. €h. Guest, Mobin. P. IV.) heisst der Schild: Wy- 
nebgwrlhucher, und das Schiff Arthurs Prydwen. Unter die- 
sem Namen kommt letzteres auch in dem höchst dunklen, dem 
Taliesin zugeschriebnen Gedichte: Preiddeu • Annwn , die Beute 
der Tiefe, oder der Raub der Hölle, vor; wSisch in: Myv. Arch. 

I, 45; englisch bei Sharon Turner, Vindication of the genui* 
neness of the ancient british poems of Aneurin, etc. London, 
Longman , 1803; deutsch, in davon mehrfach abweichender 
Uebersetzung bei M o n e, Geschichte des nordischen Heidenthums, 

II, S. 538. — Robert v. Glocesler nannte jedoch auch den 
Schild Priwen. 

18. Sanclae Mariae ] lieber Arthurs Verehrung der H. Jungfrau s. 
üsher,' Prim. p. 639. Das Ms. des Nennius, Bibl. zu Cam- 
bridge, F. f. l. 27, *7i3 Jahrb., enthält ad. %. 56. am Rande 
die Bemerkung: „Arthur Hierosolymam perrexil, et ibi crucem 
ad quanlilatem saliferae crucis fecit, et ibi consecrata est, et 
per tres continuos dies jejunavit et vigilavil, et oravit coram cru- 
ce Dominica, ut ei Deus victoriam darel per hoc Signum de 
paganis; qiiod et factum est. Alque secum imaginem S. Mariae 
delulit, cujus fracturae adhuc apud Wedale servanlur in magna 
veneraliouc." Dann ist von noch jüngerer Hand hinzugefügt: 
„Wedale Anglice, Vallis Doloris Laline. Wedale villa est in 
provincia Lodoncsiac, nunc vero juris episcopi S. Andreae Sco- 
tiae, sex milliaria ab occidenlali parle ab illo quondam nobili 
monastcrio de Melros. " — Wilhelm v. Malmesb. de antiquit. 
Glasion. Eccles..(ap. Gale, l, p. 305) berichtet über das da- 
selbst befindliche Bild der U. Maria : „Est eliam ibi Imago bealae 
Mariae; cum ignis ingens olim circumdans pallas et omnia al- 
taris ornamenla consumerel, ipsam non teligil, nee etiam peplum 
capili ejus appensum. In facie tarnen ipsius, pro vapore ignis, 
vesicae quasi in homine vivente surgenles, Divinam teslabantur 
virlulem. et per mullura lemporis intuentibus apparebat." 

20. CaXihvLrrw] Caledvwlch, Tys. Arth., ebenso im Mabin. Kühwcb 
und Olwen. Roberts übersetzt es mit : the hard cleft. In den 
französischen Romanen heisst das Schwerdt Escalibor. Taliesin 



374 

nennt es: den grossen Deg^n des mSchtigen Zauberers (Myv. 
Arch« I, 72.). Der hier übergangene Dolch Arthurs heisst im 
genannten Mabinogi Camwenhan. Radulphus Dicetus (de 
reg. Brit. ap. Gate, I, 5&9), um 1210, erklärt den Namen Ga- 
lihurnns: „In ultima antem Britannia, quam Arthurus obtinuit, 
praecipua ferri materia est, sed aqua ferro violentior, quippe 
temperamento ejus Ferrum acrius redditur, nee ullum apnd eos 
telum probatur quod non in fluvio GaijCbi tingatur, unde et 
Gurtannum, gladium Arthuri ejusdem Galiburih dieunt/' 

20. Ävallonis.] Avallach, Tys. Arth. 

21. Ron.] Im Mab. Kilhwch und Olwen heisst die Lanze: Rhongo- 

myant. Tys. liest: Rom-cymmyniad, und Roberts übersetzt es: 
the spear of command. Da Gottfried Ron ^kurze Lanze) als 
Namen übersetzt, möchte man fast zweifeln, dass er wälsch 
verstand. 

27. At,] Atque, Asc. 31. descensu,] descendendo, Asc. 

37. proclamai.] claraabat, Asc. 37. cito.] toto, Asc. 

40. quadringentos.] „Qiiatre cens il sels en ocist 

Plus que tote sa gent ne fist," Br. v. 9590. 

44. Cheldricus.} Auch nach Heinrich v. Huntingdon scheint unter 
Gheldrich Gerdic verstanden werden zu müssen. „In quibus- 
dam Ghronicis legitur, quod Cerdicus saepius cum Arthure con- 
fligens, si semel vineeretur, alia vice acrior surrexit ad pugnam ; 
tandem Arthurus exlaediatus est post XXVI annum adventus Ger- 
dici, fidelitate sibi jurata dedit ei Hamptesshiram et Somerse- 
tam, quam partem vocavit Weslsexara. '* Radulph. bei Ran. 
Higd. Polychron. Es ist schwierig, die brittischen Angaben mit 
den angelsächsischen in Uebereinslimmung zu bringen , da Nen- 
nius u. a, wälsche Nachrichten nur von den Siegen der Bril- 
ten, die angels. Ghronik nur von denen der Sachsen berichten, 
Vergl. die Angels. Ghronik: „ad ann. 477: Dieses Jahr kam 
Aella nach Briltannien mit 3 Söhnen, Cyraen, Wiencing und 
Gissa, in drei Schiffen an einem Orte landend, der hiess Gy- 
menes-Ora. Sie erschlugen viele Wülsche, und einige flohen 
in den Wald Andredes-leaga (Andredsley.). — ad ann. 485: 
Dieses Jahr focht Aella mit den Wülschcn bei Mearcredesbur- 
nanstede. — ad ann. 488 : Dieses Jahr folgte Aesc in der Herr- 
schaft, und war König der Männer von Kcnt 24 Jahre. — ad 
ann. 490 : Dieses Jahr besiegle Aella und Gissa die Stadt An- 
dredesceaster (Andred) und erschlugen alle, die darin waren; 
nicht einen der Dritten liessen sie übrig. — ad ann. 495: 
Dieses Jahr kamen 2 Heerführer nach Briltannien, Gerdic und 
Gynric sein Sohn, mit fünf Schiffen, an einen Ort, der hiess 
Cerdic's-ore. Und sie fochten mit den Wälschen selbigen Ta. 
ges. Er starb und sein Sohn Gynric folgte in der Herrschaft, 
und behielt sie 26 Jahre, etc. — ad ann. 608: Dieses Jahr 



»75 

3chlugen Cerdic UBd Cynrie einen britUachen König, der hiess 
Natan Leod und 5000 Mann mit ihm. Nach ibm wai^ das 
Land Netley (Natonleaga) seitdem genannt» vorher Gfaarford 
(Gerdiees ford). " — Dieser gepriesene Natan-Leod ist nach 
Carte, hist. ofEngl. I, 197, 200, 204, 205 Anrelius Ambrosius ; 
andre nehmen ihn für den Uther Pendragon, denn er geht bei 
Heinrich v. Huntingdon dem Arthur vorher. — „Anno 47 ad- 
ventus Anglorum Gertic et Cinric filius suus cum V puppibus 
venerunt ad.Certicesore. eodem die convenit muhitodo regionis, 
et pugnatum est contra eos, Saxones acie conferta coram na- 
vibus immobiliter stabant, Insulani audacter in eos irruebant, et 
sine persequutione revertebantur , advenis quippe numquam lo- 
cum deserentibus, sie irruendo et redeundo bellatum est, donec 
noctis tenebrae litem dirimerunt. inventis igitur Saxonibus aspe- 
ris, Britanni se retraxerunt, et neutra ex parte habita est vic- 
toria. hospitati tarnen Gertic et ülius suus in terra hostili, ma- 
gis magisque circa litlora maris coeperunt occupare non sine 
frequentibus beliis regiones. — Seplltao autem anno post ad- 
ventum Gertici venit Port, et duo filii ejus, Beda et Megia, cum 
duabus navibus maximis apud Portesmudham , statimque elamor 
maximus implevit omnem provintiam. dux igitur provinciae et 
omnls multitudo pugnam aggressi, absque ordine ut quisque ad- 
veniebat, in ictu oculi deperiere. audacia namque agebat Britlo- 
nes in bostem, fortitudo vero hostis agebat imprudentiam eorum 
in confusionem. duce igitur et poputo perempto vel fugato vic- 
toria potiti sunt Port (de quo dicta est Portesmu'dha) et duo 
filii ejus. — Bellum scripturus sum, quod Nazaleöd, 
rex maximus Brittannorum egit contra Gertic et Gyn- 
ric filium ejus sexagesimo anno adventus Anglorum. Nazaleöd 
vero magni nominis erat et magnae superbiae, a quo regio illa 
dicta est Nazaleoi, quae modo dicitur Gertiches forde. Gongre« 
gata igitur omni multitudine Brittanniae auxilium petiera in 
supremis negotiis Gertic et fiiius ejus ab Esc, rege Gantuario- 
rum, et ab Ella, magno rege Sudsexorum, et a Port et flliis 
ejus, qui nuper venerant, et duas aeies hello staluerunt ; unam 
regebat Gertic, aliam vero Cinric, filius ejus. Gertic regebat eo- 
rum dexlrum, Cinric vero sinistrum. inito ergo praelio rex Na- 
zaleöd dextrum cornu videns praeslanlius, irruit ipse et omnes 
vires ejus, ut illud, quod fortissimum, erat, prius prosternere- 
tur. Prostralis ergo vexillis et acie perforala, Gertic in fugam 
versus est, et facta est strages maxima aciei ejus in momento. 
videns autem sinistrum cornu ductum a filio, quod dextrum cor- 
nu patris sui destructum esset, irruit in terga persequentiu^n, 
et aggravala est pugna vehementer, et cecidit rex Nazaleöd, 
et versi sunt in fugam et interfecti sunt ex eis quinque millia; 
caeteris vero celeritas fuit subsidium. Saxones igitur praeroga- 



376 

tiva victoriae potiü sunt, et iqaie& data est ab eis annis non 
multis, adveneruntque eis adjutores fortes et muiti. — Sexto 
namque anno post bellum praedictum venerunt nepotes Certic, 
Stuf et Witgar cum tribus navibus apud Gerticesore. Primo 
autem mane duces Brittannorum acies in eos secundum belli 
leges pulcherrime construerunt cumque pars eornm in montibus, 
pars eorum in valie progrederetur caute et excogitate, apparuit 
sol oriens, ofTenderuntque radii clipeis deauratis, et resplende- 
runt colles ab eis, aerque finiümus clarius refulsit, timueruntque 
Saxones timore magno et appropinquaverunt ad proelium. dum 
autem colliderentur exercitus fortissimi, fortitudo Brittannorum 
dissipata est, quia Deus spreverat illos, et facta est victoria pa- 
tens, et adquisierunt duces praedicti regiones non paucas, et 
per eos fortitudo Gertici terribilis facta est, pertransiitque ter- 
ram in fortitudine gravi." Henr. Hunt. bist. L. 11, p. 179^ 
ap. Savile. Erst nach diesem kommt er auf Arthur, dem Nen- 
nius folgend, zu dessen Namen der gelieferten Schlachten er je- 
doch hinzusetzt (f. 180.): „Uaec autem bella et loca bellorum 
narrat Gildas historiographus; quae tamen omnia loca nostrae 
aetati incognita sunt, quod Providentia Dei factum esse puta- 
mus ad despeclum popularis aurae, laudis adulatoriae, famae 
transitoriae. interim tamen ubique multa bella fiebant, in quibus 
quandoque Saxones, quandoque Brittones victores erant.'' Man 
sieht, wie wenig Ueinrich die wälsche Nationaltradition kannte, 
verstand und achtete. Vgl. übrigens des vortrefflichen Lappen- 
borg Engl. Geschichte, I, S. 107 folg. 



Kapitel V. 

Bei Asc. beginnt Gap. III. 

4. gramtum.] grav, dimiserat, Asc. 8. earigehal.] excipere, Asc. 
10. confugerenL] fugerent, Asc. 12. gemina.] genuina, Asc. 

12. nunc] modo, Asc. 

13. aliquando— aliquando.] alii — alii, Asc. 

14. et eavemas.] et montium cavernas, Asc. 

15. tutamini accessisset] tutaminis esset, Asc. 
15. Tanet.] „AI mont puier de T^nedic 

Tu atains et ocis Gheldric." Br. v. 9629. 
Statt Tenedic lesen die Ms. auch Tegnegnic, 
Tignewic, Teinguewic. 

17. Cheldrico,] Ghilderico, Asc. 17. ad deditionem.] dilioni, Asc. 



877 

Kapitel VI. 

3. Mureif,] Mvreif, Arth. — Mureitb, Asc. — Murif, Mureif, Mo- 
ref, Br. v. 9652. — Nach dem Topograph. Dictionnary of 
the united Kingdom etc. Stadt und Provinz Murray in Schott- 
land, die mehrere Grafschaften umfasst. 

5. diffugerant,'] 'vj^sos aufugerant, Asc. 

5. Lumond,] Llumonvy, Tys. Llumonyv, Arth. Limogoum, Asc. 
— Lymonoi Br. v. 9659. Der See Lomond in der Graf- 
schaft Dumbarton in Schottland, von dem Nennius, §.67 
als mirabile berichtet: ,,Primum miraculum est stagnum Lumo- 
noy (Limmonium, Lunmonui) ; in eo sunt inssulae sexaginta (v. U 
quadraginta) , et ibi habitant homines, et sexaginta (v. 1. qua- 
draginta) rupibus ambitur, et nidus aquilae in unaquaque rupe 
est, et flumina fluunt sexaginta (v. 1. quadraginta) in eo, et non 
vadit ex eo ad mare nisi unura flumen, quod vocatur Lenin 
(Leun)/' -- Lumon h. im Wälschen: Born, Quelle« Wie die 
Seelen der Gestorbnen, vorzüglich der Barden und Priester Ad- 
lergestalt annehmen, so nennen die Barden auch im Leben sich 
häufig Adler. Da vi es hält diese Adlernester für Priesterschaf- 
ten (fraternities of heathen priests), wie auch die alten christ- 
lichen Klöster hatten, und M one fügt hinzu, dass diese Felsen 
die letzten Zufluchtsörter der Picten und Scoten waren, die von 
Arthur erobert wurden, was daher auf alte Glaubenskriege zu- 
rückführt. Davies, Mythol. p. 143, 151 — 154, 157, 158. 
Mone. Nordisches Heidenthum, II, S. 496. — Glaubens- 
kriege haben die Sachsen mit den Dritten nicht geführt. Wohl 
aber ist das jährliche Zusammenkommen der Adler, zumal, 
wena es, wie Davies anscheinlich nach andern Quellen als Gott- 
fried, anfuhrt, am 1 Mai, wo das grosse Frühlingsfest und die 
gewöhnlichen wichtigsten Volksversammlungen stattfanden, ge- 
schah, auf alte Druidenversammlungen zu deuten, wo sie die 
Angelegenheiten des Volks beriethen. Ueber die Barden als 
Adler s. San-Marte. Beiträge zur breton« u. celtischgerma- 
nischen Heldensage. S. 81. 

16, GuUlamurius,] Gillamvry, Tys. Arth. — Gillomarus , Asc. 

Gillamurus, Diramaurus, Br. v. 9690. Gillamor, Ghillomarus, 

id. V. 9910. 
21. vaeavü*] paravit, Asc. 



Kapitel VII. 



4. exploraL] explorabat, Asc. 3. ad,] illud, Asc. — ad in, H. 

7. aliud stagnum,] Gottfried schreibt hier den Nennius aus: „Est 

aliud mirabile in regione Cinlipluc. Est ibi fons nomiire Fin- 



878 

naun Guur Helle; non flait rivus in eo, neque ex eo. Vadunt 
homines piscari ad fontem, alii vadunt in fontem ad partem 
orientis, et deducuot pisces ex ea parte. Alii ad dextram, alii 
ad sinistram^ ad occidentemque, et trahunt pisces ab unaquaque 
parte. Et aliud genus piscium traliitur ex omnibus partibus. 
Magnum mirabile pisces in fönte, dum non flumen fluit in eo, 
neque ex eo; et in eo inveniuntur quatuor genera piseinm, et 
non est de magnitudine neque de profunditate. Profunditas 
illius usque ad genua, viginti pedes sunt in longitudine et lati- 
tudine, ripas alias habet ex omni parte, Nennius, $. 70. 

11. Gualliarum,} Galliarum, Asc. 

11. Linligwan.] Lingliwan, H. — Linllgunam, Asc. — Llyn 
Lliavn, Tys. — Llyn Llivan, Arlh. — Im Br. fehlt der 
Name. „Aliud miraculum est, i. e. Operlinnliuan (aliud mira- 
culum est stagni Luiane, quod est Aperlin Lüian, Luuniam, 
wälsch richtiger: Aber -llyn «Llivan.). Ostium fluminis illius 
fluit jn Sabrina, et quando Sabrina inundatur ad sissam, et mare 
inundatur similiter in ostio supradicti fluminis et in stagno ostii 
recipitur in modum voraginis, et non vadit sursum, et est litus 
juxta flumen, et quamdiu Sabrina inundatur ad sissam istud li- 
tus non tegilur; et quando recedit.mare et Sabrina, tunc stag- 
num Liuan eructat omne, quod devoravit de mari, et litus istud 
tegitur, et instar montis in una unda eructat et rumpit. Et si 
fuerit exercitus totius regionis in qua est, et direxerit faciem 
contra undam et exercitum trahit unda per vim, humore repletis 
vestibus, et equi similiter trahunlur. Si autem exercitus tergi- 
versus fuerit contra eam, non nocet ei unda; et quando reces- 
serit mare, totum tunc litus, qiiod unda tegit retro denudatur, 
et mare recedit ab ipso." Nenn ius, §. 69. — Mone, Nor- 
disches Heidenthum, II, 491, 492, sieht in dem Wunder eine 
Fluthsage, geleitet von den Triaden, welche erzählen : „Eins der 
furchtbaren Ereignisse der Insel war der Ausbruch des Llyn 
Liv^n, der die Welt überschwemmte, und alle Menschen ertränkte, 
bis auf den Dwyvawr und die Dwyvach, die in einem nackten 
Schifl'e entrannen, und Brittannien wieder bevölkerten. Dieses 
Schifl* war eins von den 3 Meisterstücken, wurde vom Nevydd 
Nav Neivion (Neivion, dem himmlischen Herren) gebaut, und 
nahm in sich auf ein Männchen und Weibchen aller Thiergat- 
tungen, als der See von Llivan ausbrach." — Hugadarn Hess 
als eine seiner 3 Grossthaten das Seeungeheuer Avanc aus dem 
Llyn -Llivan mit seinen Buckelochsen herausziehn, wodurch die 
Ueberschwemmung der Erde aufliörte (Davies, Celtic - Resear* 
cbes, p. 157.), — Roberts bemerkt zu der entsprechenden 
Erzählung des Tysillo: „Es wurden hier augenscheinlich zwei 
Erzählungen confundirt. Das Phänomeo der Quelle su Gheg« 
ilow> welche sinkt und 8tei|;t mit fr'mh^m Waiaer eitsprechend 



579 

wie die Ebbe und Fluth eintritt, dauert noch fort; das andre 
Phänomen beruht wahrscheinlich auf Irrthum allein und Miss- 
verstehn eines zufälligen Umslandes für einen allgen^einen , wie 
das auch noch heute in mehr als. einem Falle geschieht, wenn 
eine grosse Welle plötzlich an das Ufer rollt, und die Zuschauer 
wegfegt." 
16, versa prope aslaret.] adversa prope staret, Asc. 



Kapitel VIIL 



1. Data.] Data igilur, Asc. — Tys. ist hier kürzer. 

4. Samsone.] S. Anm. zu L. VIII, c. 12. Sanxone.. H. — Samp- 

son, Arth. 
7. Pyramum.] Pylannum, Asc. — Priaf, Arth. — Pyrannus 
bei Matthäus v. Westminster. Nach üsher, Prim. c. 15. p. 
410, 412, vermuthlich der Irische Heilige Kiaranus, der in eini- 
gen Legenden auch Pyranus genannt wird. 

■ „Rex venit Eboracum; cujus cum strata videret, 
Moenia et ecclesias, constrictus corde, dolori 
Condolet oppressae et viduatae civibus urbis; 
Compatiturque apici proprio pastore carenti. 
Nam Sanctus Samson de sede fugatus eadem, 
Fugerat hostiles gladios; populumque Dolenscm 
Exempio verhoque docel, praelatus eidem. 
Rex igilur viduac praelatum providet urbi, 
Pyramon insignem merilis virlute coruscum." 

(Ps endo- Gildas, ap. üsher, Prim. c. 6, p. 39, 40.), 



Kapitel IX. 



4. Auguselo,] Aguisel, Br. v. 9856. — Aron ap Cynvarch, Ar t h. 

— Aravn ap Rynvarch, Tys. Nach den wälschen Geschlechts- 
registern ist Aravn Sohn des Kynvarch ap Meirchion, und Bru- 
der des Urien Rheged und Llew (Loth). Nach Tr. 68 ist er 
einer der 3 Könige des Ralhs (Cynghoriad farchawg.). Ro- 
berts erklärt Gottfrieds Schreibweise Auguselus mit Angus-elw, 
oder ulaidh, d. h. der Reiche. 

5. ürianum.^ Yrien ap Cynvarch, Tys. — Urien ap Kynv, Arth. 
Tys. giebt in Uebereinstimmung mit den ältesten Bardengedich- 
ten Rheged, das heutige Gumberland , als das Reich des Urien, 
anstatt Mureif, an, womit die wälschen Geschlechtsregister über- 
einstimmen. Urien war der Hauptgönner des Barden Taliesin, 
der bei Nennius, §. 62, erwähnt wird, und ihm zehn Gedichte, 
vaterländische Schlachten, namentlich die von Gwenystrad und 



SSO 

Argöed Llwyfein (Myv. Arch. T, 52.) feiernd, gewidmet hat. 
Auch von Llywarch«Hen haben wir eine Elegie auf Urien, und 
er scheint derselbe mit Urbgen zu sein, der mit Hussa und 
Deodric, Sohn des Ida, kämpfte, und dessen Sohn Rum (später 
Paulinus genannt, s. Beda, H. E. II, 9.) den Eadguin und 
1200 Menschen taufte (Nennius, §. 63.).. Der Vater des Cyn- 
warch ist nach den wälschen Stammbäumen Meirchion. Urien 
war der Vater des Owain (Ivain der Romane) — über beide s. 
mehr: San-Marte, Arthursage, S. 165 folg. — und der Mo r- 
Yudd, Zwillingsschwester von Owain, und Geliebte des Gynon 
ap Glydno Eyddyn. Ihre Mutter hiess Medron , Tochter des 
Avallach (Tr. 52, 53.). 

6. Lot.] Llev ap Kynvarch, Arth. - — Elw ap Kynv. — Nach 
L. IX, c. 11: nepos Sichelini. Er ist ständige Person in den 
französischen Romanen, Schwager Arthurs nach L. VIII, c. 21. 
„Erat tum Pictorum Rex Lothus, omnibus. corporis et iogenii 
bonis omnium aequalium praestantissimus. " — Buchana n, 

- Hist. Scot. L. V, c. 45, woselbst auch die Geschichte Arthurs 
ausfuhrlich, und meistens nach Gottfried erzählt wird^ obwohl 
der Verfasser hinzufugt: „Quae vero Galfridus ab eo gesta re- 
fert, nullam habet umbram, ne dicamsim ilitudinem, veritatis. Ea igi- 
tur, ut impudenter ficta et temere credila, omitto;" womit er die 
Berichte Gottfrieds bezeichnet, welche die Thaten Arthurs über 
die Grenzen der Insel hinaus betreffen, setzt später doch sehr 
sicher hinzu: „Mortuus est a. Chr. DXLII, regnavit annos XXIV. 
Nach den wälschen Geschlechtsregistern ist er Sohn des Cyn- 
varch, Enkel des Meirchion, Bruder des Uricn, und Oheim des 
' Owain. 

7. Walgannum.] Galgannum, Asc. — Gavain, Br, v. 9876. — 
Gwalchmai, Tys. ^rth. Der Gauvain der französischen, und 
Gavan der deutschen Arthurromane. Sein Name bedeutet: 
„Falke der Schlacht.^' Er gehörte zu den 3 goldzungigen (be- 
redsamen) Rittern an Arthurs Hofe, zu den 3 höflichsten Männern 
gegen Gäste und Fremde, und zu den 3 ^gelehrtesten Männern 
der Insel, nach den Triaden, die ihm jedoch den Gwyar zum 
Vater geben. Ein Gespräch zwischen Trystan und Gwalchmai 
s. S an -M arte, Arlhursage, S. 162. — „In provincia Walla- 
rum, quae Ros vocatur, inventum est (ad ann. 1086.) sepuN 
chrum Wal wen i, qui fuit haud degener Arturis ex sorore 
nepos, regnavitque in ea parte Britanniae, quae adhuc Walwer- 
tha vocatur: miles virtute nominatissimus, sed a fratre et ne- 
pote Hengistii, de quo in primo libro dixi, regno expulsus, prius 
multo eorum detrimento exiliura compensans suum. Communi- 
cans merito laudi avunculi, quod ruentis patriae casum in plures 
annos distulerit." Willi. Malmesb. de gest. Rer. Angl. L. III, 
ap. Savile, p. 115. In der Grafschaft Pembroke heisst in der 



381 

That ein Ort: Castell Gwalchmai, englisch Walwin's Castle. — 
In dem altwälschen Gedichte: „die Gräber der Krieger," wird 
sein Grab erwähnt: 

„Das Grab Gwalchmai's ist in Pyton, 
Wo der neunte Fluss strömt/' 

Nach Hector Boethius, Scot. Bist. L. IX, hatte Gwalch- 
mai auch noch eine Schwester, Mutler des H. Kentigern: „St. 
Kentigernus erat e\ diva Thamete (al. Themi), Lothi regis filia, 
dum ejus pudicitiam nobilis quidam adolescens (sunt qui eum 
asserunt Eugenium III Scotorum regem fuisse) vi expugnaret, 
genitus;" und an einer andern Stelle sagt er, die Thametes sei 
Schwester des Modred und Valwan, Tochter des Lothy Königs 
der Picten, „qui Pilhlandiae novum a se nomen Laudoniae egre- 
giam ob probitatem reliquerit ad posteros/* 

7. Modedriam.] Modredum, Asc. — Medrawt, Tys, Arth. 

11. Guanhumaram.] Gwenhwyvar, Tys. Arth. — Guennaram, 
Asc. Tys. nennt sie eine Tochter des Gogfran, des^ Heroen. 
Nach der Brittannia afler the Romans I, 111, wälsch: gwen- 
hwy-var, d, h. the lady of the vast Extension. Nach den Dich- 
tungen halte Arthur drei Frauen, die alle Gwenhwivar hiessen, 
und deren Entführungen ein besonders beliebtes Thema war, 
das die Romane wacker ausbeuten. S. San-Marte, Beiträge 
zur bretonischen und celtisch - germanischen Heldensage, S. 102 
folg. Der Br. v. 9894 scheint auf einen trüben Ehehimmel 
mit der ersten Gemahlin schon hier hinzudeuten : 

„Arthur Tama mult et ot chi6re 
Mais eulr' a\ deus n'orent nul oir, 
Ne ne porent anfanl avoir. 

(Ms. du Roi, 73, Gang^. 
(Carcie porenl enfant avoir) 

(Ms. des Drucks von Leroux de Lyncy.) 

De la Villemarquc (Gontes populaires des anciens Bre- 
tons, L p. 20. Paris, 1842.) iheilt das Bardengedicht, angeb- 
lich aus dem 10. Jahrhundert, aus den Myv. Arch. I, 175 in 
folgender französischen Uebersetzung mit: 

„Arthur: Mon cheval est noir, etil me port bien; il n'^vite 
point Teau, et ne fuit devant personne. 

Gwennivar: Mon cheval est gris et de la couleur de la 
feuille. Puisse le vanlard ^tre elernellement m^prise! Ses pro- 
pos le charment scul. — Qui chevauche quand bon lui sem- 
ble et marche en tete de V armee? — Un guerrier que nul 
ne peut vaincre: Kai-le long, fils de Seuni. 

Arth. Se chevaucherai quand il me plaira, et ferai bondir 
. mon coursier le long du rivage k la maree montante ; je n' aurai 
pas de peine ä vaincre Kai. 



882 

Gwennivar: Tiens, jeune homme, ü est Strange de fen- 
tendre parier de la sorte ; ä moins qne tu ne vailles mieux que 
tu ne sembles , tu ne pourrais vaincre Kai , mßine avee cent 
guerriers comme toi. 

Arthur: Gwennivar au charmant visage, ne me raille pas; 
quoique je sois petit, je vaincrais dent guerriers tout seul. 

Gwennivar: Jeune homme k Thabit noir et jaune, en con- 
siderant bien tes (rails, je crois me rappeler de t*avoir dejä vu 
ailleurs. 

Arthur. Gwennivar aui doux yeux aimables, dis-moi^ si tu 
le sais, *oü tu m'as dejä vu? 

Gwennivar: J'ai vu, au pays de Difnaint, un homme d'une 
taille moyenne assis k une table appelee de son nom la Table 
d*Arlhur, et dislribuant le vin ä ses compagnons reunis. 

Arthur: Gwennivar aux paroles charmantes, les l^vres de la 
femme, ä travers la raillerie, laissent percer la v6rite : c*est vrai, 
tu m'as vu Ik pour la premi^re fois/' 



Kapitel X. 



3. Guillamurius,] Gillomanius. A s c. 9. direxil,] dirigit, A s c. 
10. Islandiam, Islont, Tys. Nach Roberts wahrscheinlich nicht 
Island , sondern die Insel Isla bei Schottland , die ihm auf dem 
Wege von Irland dahin eben nicht zu fern blieb. 

12. Doldavius, rex Golhlandiae,] Doldav vrenin Ysgotllant, Tys. 
— Dolvan brenhin Godland, Arth. — Doldonius rex Ge- 
landiae, Asc. — Godlandiae, H. Nach Roberts bedeutet 
doldav: Thal des Tay, und sei der Name daher wahrscheinlich 
eigentlich ein Titelzuname. 

12. Gunfasius.] Gvynvas brenhin Orc, Tys. Arth. — Gimna- 
sius, Asc. 

„Gonvals qui erl rois d'Orquenie, 
Et Doldamer rois de Gollande 
Et Romarec de Guenelande.'^ 

(Br. V. 9945.) 
5. annis,} annorum, Asc. 



Kapitel XI. 



4. nihilu] vili, Asc. 

6. fama lar§iiatü.] Oft ist beliauptet, dass Gottfried die Stiftung 

der Tafelrunde erzfihle, doch mit Unrecht. Dagegen hat der 

Brut hier folgenden merkwürdigen Zusatz: 



. t8S 

.„En Eofileterre est revenus, 
A grant joie fa r^ceus. 
Trente ans pois cel repairenent 
Et deus raina paisiblement, 
Que Dus guerroier ne Tosa, 
Ne il aulrai ne guerroia; 
El prist si grant ^faitement 
Por soi, sans noi ensagnetnent. 
Et se cOQtint st noblement, 
Si bei et si paisiblement. 
N'estoit parole de cors d'ome, 
Nis de Temper^or de Rome, 
N'ooit parier de Chevalier, 
Qui auques Mist k proisier, 
Qui de sa maisnie ne Tust, 
Por oc qu'il avoir le peilst» 
Se por avoir servir volsist, 
Que roi#Artus ne 1* retenist. 
Por les nobles barons qu 'ii ot 
Dont cascans mieldre estre quidot; 
Gascuns s'en tenoit al millor, 
Ne nus n'en savoit le pior, 
Fist Artus la Roonde Table 
Dont Breton dient mainte fable. 
Hoc s6oient li vassal 
Tot chievalment et tot ingal: 
A la table ingalment steint. 
Et ingalment servi esloient. 
Nus d'als ne se pooient vanter, 
Qu' il s^ist plus halt de son per. 
Tuit estoient assis moiain, 
Ne n'i avoit nul de forain. 
N'estoit pas tenus por cortois, 
Escos, ne Bretons, ne Franqois, 
Normant, Angevin, ne Flamenc, 
Ne Borgignon, ne Loherenc, 
De qui que il tenist son feu 
Des ocidant dusqu' k Mont Geu, 
Qui k la cort le roi n'alast, 
Et qui od lui n'i sojornast, 
Et qui n* avoient vesteure, 
Et contenance et armeure, 
A la guise que eil estoient, 
Qui en la cort Artus servoient. 
De pluisors terres i venoient 
Gil qui pris et honor querroient. 



S84 . 

Tant por oir ses cortesies, 
Tant por v^ir Aes mananties, 
Tant por conoistre ses barons, 
Tant por aveir ses rices dons. 
Des povres homes ert arm^s 
Et des rices mult honoris. 
Mais tot altre roi^ Tenrioient, 
Car il dotoient et cremoient 
Que tot le monde conqu^ist 
Et que lor terre lor tolist. 

(v. 9966 — 10021.) 

En cele grant pais que jo di 

Ne sai se vos Taves oi, 

Furent les mervelles provees 

Qui d'Artu -sont taut racontees 

Que h fable sont atorn^es: 

Ne tot menc^onge, ne tot voir, 

Tot folie, ne tot savoir; % 

Tant ont li cont^or c